Merken, wann die Energiereserven in den roten Bereich kommen

  • Mir fällt auf, dass ich tagsüber – wahrscheinlich durch einen hohen Adrenalinspiegel – nicht merke, wie sich meine Energie zunehmend verringert, abends bin ich dann gefühlt schlagartig innerhalb von wenigen Minuten sowas von müde, dass mir sogar Dinge aus der Hand fallen, weil ich einschlafe. „durchhalten“ so lange wie die anderen am Abend schaffe ich auch am Wochenende nicht.

    Mich nervt das. Ich überlege nun, wie ich besser „haushalten“ kann, wie ich mir frühzeitiger bewusst mache, wie weit das Energielevel schon gesunken ist. Tipps? (Mittagsschlaf geht nicht).

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo,


    ständig hoher Adrenalinspiegel, ist das gesund? Nach anstrengenden Besprechungen gehe ich der Mittagspause oft ohne CI spazieren. Oder wenn sie nachmittags sind, fahre ich ohne Radio knapp über eine halbe Stunde nach Hause und genieße das beruhigende Brummen meines Diesels. Manche Tage muss ich auch durchpowern und bezahle es abends dann auch mit einer schlagartigen Erschöpfung. Fünf Tage die Woche bei 45 Arbeitswochen könnte und wollte ich es nicht.


    Das gemütliche Beisammensein mit Anderen am Abend gibt mir noch einmal richtig Energie,. Da bin ich dann auch nicht die erste, die weg geht. Voraussetzung ist allerdings, dass akustisch nicht zu anstrengend wird.


    Gruß Andrea

  • Mir fällt auf, dass ich tagsüber – wahrscheinlich durch einen hohen Adrenalinspiegel – nicht merke, wie sich meine Energie zunehmend verringert, abends bin ich dann gefühlt schlagartig innerhalb von wenigen Minuten sowas von müde, dass mir sogar Dinge aus der Hand fallen, weil ich einschlafe. „durchhalten“ so lange wie die anderen am Abend schaffe ich auch am Wochenende nicht.

    Mich nervt das. Ich überlege nun, wie ich besser „haushalten“ kann, wie ich mir frühzeitiger bewusst mache, wie weit das Energielevel schon gesunken ist. Tipps? (Mittagsschlaf geht nicht).

    Hallo Andrea, genau so kenne ich es auch. Auch zb Nachmittags auf Arbeit dann überfällt mich auf einmal so eine Müdigkeit das ich mich dann echt zusammenreißen muss. Es ist dort auch eben laut und ich hab ja schon lange diesen unangenehm schlechten Klang noch. Abends schaffe ich selten nen Film zu schauen. Am Wochenende schaffe ich manchmal nicht das was ich mir vornehme..das ärgert mich dann immer.

    Lieben Gruß Silke

  • Eventuell sich mal im Bullet Journal etwas einlesen.

    Das kann Dir helfen, Deine eigene Gedanken zu sortieren, Deine Ziele zu fokussieren, schauen, was WIRKLICH wichtig ist, und was warten kann, den Streßauslöser suchen, damit man diesen minimieren kann.

  • Ab bestimmten Warnzeichen sollte man aufpassen, dass es nicht zu einem Burnout kommt. Am besten ist es, es nicht erst soweit kommen zu lassen und sich vielleicht auch mal einen Urlaub zu gönnen, wo man seine Reserven wieder auftanken kann.

    Ich glaube, das ist Anni durchaus bewusst. Nur fehlen ihr ja gerade die Warnhinweise.

    Ich habe hier keinen Tipp. Hören IST anstrengend für Schwerhörige. Ich war zu Beginn meiner Hörreise auch aus heiterem Himmel plötzlich platt. Das Gehirn hat in der Anfangsphase viel Neues lernen müssen. Vielleicht passiert mir das jetzt mit zwei CIs nicht mehr, weil ich mangels Alternative hören lernen musste und jetzt ein entsprechendes Niveau erreicht habe? Als SSDler wie Anni dauert das doch erfahrungsgemäß länger.

    Und ich kann deshalb keine Tipps geben, da ich immer schon schlecht höre und damit lebenslang schon damit umgehen musste, ohne zu wissen was ich anders als andere mache.

  • Ich kenne das Problem, welches AnniB beschreibt nur zu gut. Ich bin momentan seit 5 Monaten krank geschrieben und behaupte, dass sich erst nach 3 Monaten ein Gefühl von langsamer Erholung eingestellt hat. Ich hatte vergessen, wie sich der Normalzustand an erholt sein anfühlt, weil wie Dani! treffend beschreibt, man sich permanent in einem Überforderungslevel befindet.

    Ich stehe genau so vor der Frage, wie ich rechtzeitig erkenne, dass ich über die Grenzen geht. Ich glaube, im Lehrerberuf ist es nicht einfach, seine Auszeiten zu bekommen. Irgendwer will immer etwas. Permanente Kommunikation und Geräusche fordern enorm heraus. Und es ist schwierig, dass bis zum nächsten Tag zu kompensieren. Da ist ja noch das Privatleben.

    Ich habe leider auch keine Lösung parat, nur Verständnis.

    rechts: CI, N6 von Cochlear seit 3/2016,

    reimplantiert 3/2019,

    Entfernung des Implantates aufgrund eines großräumigen Cholesteatoms 12/2021

    reimplantiert 3/2022, CI 622

    links: HG Enya 4 von Resound


    Mein Motto: Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weitergehen:saint:

  • irgendwie bekomme ich bei den Berichten über enorme Müdigkeit, am Rande der Belastbarkeitsgrenze ein mulmiges Gefühl .

    Hängt das mit dem CI, also den neuen hören zusammen?

    Klar hatte auch ich Phasen wo ich abends wie erschlagen war ,als ob ich Marathon gelaufen wäre .

    Meine CI Ohr war ja nur noch zu 20%mit hg tauglich das war anstrengend ,besonders in der corona/maskenzeit.

    Muss ich damit auch rechnen wenn ich mein CI nach der Erstanpassung von morgens bis abends trage ?

    LG Mel

  • Was sagt denn der Arzt zu deinem Adrenalinspiegel ?


    Gruß

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Das hängt mit der Schwerhörigkeit an sich zusammen. Für mich persönlich hat das CI langfristig sehr geholfen, aber die Problematik "Schwerhörigkeit" ist damit ja nicht weggezaubert.

    rechts: CI, N6 von Cochlear seit 3/2016,

    reimplantiert 3/2019,

    Entfernung des Implantates aufgrund eines großräumigen Cholesteatoms 12/2021

    reimplantiert 3/2022, CI 622

    links: HG Enya 4 von Resound


    Mein Motto: Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weitergehen:saint:

  • Das Ziel als CI-Träger sollte ja sein, mit zunehmender Tragezeit eher zur Hörentspannung zu kommen als zu mehr Hörstress. Das war mir anfangs auch nicht so bewusst, dass der Weg zum entspannteren Hören und Verstehen so lange gehen kann. Und das empfindet jeder auch noch anders, das ist auch abhängig vom eigenen Umfeld, Beruf usw. Ich habe es inzwischen geschafft, nach einigen Jahren immerhin vieles, vor allem Alltagssituationen (z.B. der berühmte Bäcker beim Nennen des Preises über die Theke hinweg usw.), inzwischen fast stressfrei zu bewältigen. Früher hatte ich schon Sorge beim Arzt: Verstehe ich den Aufruf ins Wartezimmer richtig? Kann ich überhaupt gut genug kommunizieren?


    Das ist schon viel besser geworden, so dass sich die Stress-Situationen deutlich vermindert haben - aber es gibt trotzdem noch genug akustische Baustellen, wo ich dann eben vorsichtig sein muss, mich nicht stressen zu lassen. Und wenn mir das zu viel wird, schalte ich entweder herunter oder eben auch mal ab. Das sagt sich so leicht, vor allem erwarten ja manche: Jetzt hast Du schon so teure Ohren, und Du hast immer noch Stress ..... Dem muss man ja auch noch entgegen halten.


    Was geblieben ist: Während ich meine Cis trage, habe ich einen erhöhten Blutdruck. Nehme ich die Cis ab, geht der Blutdruck nach ein paar Minuten wieder auf einen relativ guten, halbwegs normalen Wert zurück. Gegen den Bluthochdruck nehme ich entsprechende Tabletten, aber mir wäre natürlich auch lieber, darauf verzichten zu können.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Ich glaube nicht. Oder besser gesagt: VOR meiner Implantation mit nur einem Ohr war ich, sicherlich bedingt durch die massiven Anforderungen an das Gehör in der Schule, sowas vom am Anschlag, dass am Ende nichts mehr ging und schon eine Fliege mich zum Weinen gebracht hat. Insofern ist das im VERGLEICH dazu jetzt eine massive Verbesserung.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Alles richtig und gut so. Ich habe jetzt trotzdem Kopfkino, was mich beim nächsten Besuch beim *Augen*arzt erwartet. Ob sie mir wohl in die Ohren schaut? 🤔 🤣

  • Nur fehlen ihr ja gerade die Warnhinweise.

    Ich habe nicht nur Anni und ihre Situation angesprochen, sondern es allgemein formuliert, weil das mich und alle anderen genauso betrifft oder betreffen könnte. Insbesondere die Warnhinweise können bei jedem unterschiedlich sein und auch in ihrer Deutlichkeit anders ausfallen.


    AnniB

    Als normal möchte ich es nicht bezeichnen, wenn einem am Abend innerhalb weniger Minuten der Schlaf übermannt und einem Dinge aus der Hand fallen. Jedenfalls nicht, wenn man dabei noch seine Alltagskleidung an hat und z.B. am Esstisch einschläft und Messer und Gabel fallen lässt. Anders dagegen, wenn man im Bett ein Buch liest, das dann auf die Brust fallen lässt und einschläft.


    Was mir am Anfangstext auffällt, sind die Begriffe "durchhalten", schaffe [...] nicht, nervt, "haushalten" (mit dem Energielevel) und dies alles hatte mich veranlasst, meinen letzten Beitrag (#4) so zu schreiben, wie er ist. Der Mensch kann seinen Energielevel nicht permanent hoch halten, ohne dass es an die Substanz geht.


    Schlagartige Müdigkeit kann sich z.B. auch einstellen, wenn man über den Tag (zu) viel Koffein zu sich nimmt. Dafür können viele Ursachen in Frage kommen und es wäre nicht falsch, mit einem Arzt oder einer Ärztin darüber zu sprechen.

  • CI oder besser SP tragen erhöht den Blutdruck? Das habe Ich noch nie zuvor gehört bzw gelesen! Wie erklären denn das deine Ärzte, Magneto?

    Ja, damit bin ich ein ziemlich seltener Fall und es gibt schon eine Erklärung. Die Stimulation führt wohl bei mir zu erhöhtem Blutdruck. Ich hatte schon während meiner HG/CI-Phase enorme Probleme mit der Abstimmung der Geräte untereinander. Da fing das schon an und wurde mit dem 2. CI nicht viel besser, da sich nach einigen Monaten eine Hörnervreizung einstellte, die mich einige Monate ausser Gefecht setzte. In der anschliessenden Reha wurde das alles wieder besser, meine CIs laufen nun ziemlich gut und weitgehend stressfrei, aber der leichte Bluthochdruck ist geblieben. Ich habe natürlich in Absprache mit meinem Arzt zwischenzeitlich die Tabletten-Dosis etwas reduziert, aber ganz darauf verzichten kann ich leider nicht.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


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    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Das Gefühl der fehlenden Energiereserven habe ich auch, allerdings war es früher (vor CI) schlimmer, da habe ich teilweise nicht mal mehr meinen Haushalt auf die Reihe bekommen, weil ich meinen Beruf an die erste Stelle gesetzt habe. Es dauerte Jahre, bis ich die Ursache des Problems überhaupt auf meine Schwerhörigkeit zurückführen konnte, weil ich mich intensiv mit den Folgen der Schwerhörigkeit und der damit verbundenen Höranstrengung insbesondere hinsichtlich psychovegetativen und -sozialen Folgen befasste.

    Wenn du dir deine dir für einen Tag zur Verfügung stehende Energie z.B. als ein Stück Kuchen vorstellst, nimmst du größere Bissen davon als ein normalhörender Mensch, weil das Hören bereits ca. 50% deiner Kurzzeitressourcen in Anspruch nimmt (Normalhörende 5%). Ist das Kuchenstück aufgegessen, kippst du um und schläfst.

    Dein Kuchen ist also schneller aufgegessen, es sei denn, du machst größere Pausen zwischen den einzelnen Bissen. Idealerweise derart, dass sich das Kuchenstück in der Zwischenzeit wieder etwas vergrößert.


    Als nächsten Schritt habe ich mich selbst analysiert, wie reagiere ich wann auf welche Situationen. Je mehr ich telefonieren muss, je mehr ich mit anderen (vor allem vielen Personen gleichzeitig) kommunizieren muss, desto schneller bin ich k.o. (das betrifft Lehrkräfte natürlich in besonderem Maße). Meine Lösung ging dahin, dass ich meine Arbeitszeit reduziert habe. Bin ich kaputt, melde ich mich krank, kein "das schaffe ich schon" oder ähnliches, um die Erschöpfung nicht noch zu manifestieren.

    Außerdem ganz bewusst meine Ohren (HG und CI) zwischendurch bzw. nach anstrengenden Hörsituationen ablegen, längere Mittagspausen machen (in denen ich mit dem Hund in stillen Wäldern spazieren gehe). Für private Treffen mit mehreren Personen habe ich ein Zeitlimit von ca. 2 Stunden gefunden, dann bin ich auch am nächsten Tag fit (sonst laviere ich wie ein Schlafwandler durch den nächsten Tag). Damit klappt es ganz gut, auch wenn natürlich verglichen mit Normalhörenden meine kommunikative Zeit nur begrenzt ist.


    Mir ist aktuell aufgefallen, dass ich seit einigen Monaten viel mehr Energie habe, auch private Projekte in Angriff nehme, für die ich letztes/vorletztes Jahr viel zu erschöpft war. Ich schiebe das darauf, dass sich mein Gehirn nach über 2 Jahren an das CI gewöhnt hat, meine Taktik funktioniert. Vielleicht entfallen jetzt nicht mehr ganz so viele Kurzzeitressourcen auf das Hören und dieser Trend setzt sich fort?


    Inwieweit das auf SSDler übertragbar ist? Keine Ahnung...

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)