Posts by tele-nobbi

    Hab das so gemacht:

    10 Tage nach der CI-OP sollen die Fäden gezogen werden. Nach 10 Monaten hätte ich einen Termin gehabt. Ich hab dann mal online einen dringenden Notfall-Termin geholt und nach einer Stunde waren die Fäden ab. Dem Arzt war das völlig egal, ob es ein Notfall ist oder nicht. Hat sich Zeit genommen und ich war zufrieden.....

    Und noch was: Wenn man den Sonnet 3 über eine Stunde im Standby-Modus jat, lässt sich dieser nicht mehr aufwecken mit der AudioKey-App, sondern da muss man die Batteriehülse ab- und wieder anstecken, also echt ausschalten. Dann ist er wieder an.

    Gruß Norbert

    So, jetzt ist auch die Woche mit der Erstanpassung gelaufen. Vorweg: Ich bin glücklich und happy. Zuerst wurde der neue Prozessor (Sonnet 3) aufgesetzt und die Elektroden getestet. Alle sind ok und funktionieren. Gehört habe nur Geräusche, hat sich wie unter Watte angehört. Und den Techniker habe ich überhaupt nicht verstanden, was er gesagt hat. Hab nur die Lippen bewegen gesehen, kein Laut. Nun, nach über 60 Jahren sind ja auch zum ersten Mal wieder ordentlich Nerven aufgeweckt worden, die fast mein ganzes Leben nichts zu tun hatten. Bei der Hörprüfung habe ich auch erstmal kaum was verstanden, sollte Zahlen wiederholen, die die gute Frau laut gesagt hat und dabei ihr Gesicht verdeckt hat, damit ich nicht von den Lippen ablese. Die Zahlen, 10er-Reihe, hatte ich auch vor mir liegen. So hier und da lag ich richtig. Nach einer halben Stunde war die erste Runde vorbei. Das es nach so langer Zeit schlecht hören ein langer Weg sein wird, war mir klar. Aber irgendwie habe ich mich auch gefreut, dass schon ganz minimal was angekommen ist in mein rechtes Ohr. Im Hotel habe ich dann erstmal den Rucksack von Medel ausgeräumt und gefühlt 90% Verpackung entsorgt.
    Am zweiten Tag wurde die Lautstärke bei allen Elektroden angehoben. Mir war nichts zu laut oder unangenehm. Bei der anschließenden Hörprüfung wieder Zahlen und einfache Wörter. Ging schon besser als am ersten Tag. So wurde die Schwierigkeit jeden Tag erhöht und es wurde langsam immer besser.
    Dann habe ich auch links den Sonnet 3 als Testgerät erhalten. Beide Geräte dann mit AudioKey verbunden. Klappte sofort. Beim telefonieren kommt jetzt der Ton auf beiden SP an. Ohne Abbrüche und sehr klar. Das nenn ich mal einen echten Fortschritt gegenüber dem AudioStream beim Sonnet 2. Geübt habe ich dann mit "Nachrichtenleicht" und dabei nur mit rechts gehört. Ging auch ganz gut. Das Streamen ist also schon mal ganz ordentlich.
    Aufpassen muss man beim telefonieren, dass man nicht bei beiden Prozessoren die Option "Nur Streamen" eingeschaltet hat, dan man ja dann auch seine Stimme nicht mehr hört, falls kein Restgehör mehr da ist.....Daran habe ich zuerst nicht gedacht und war schon seltsam. Also eine Seite auf "Mix" schalten, damit man sich selbst noch hört.
    Am Ende der Woche wurden nochmal alle Töne gespielt, Lautstärken angepasst, 3 Töne hintereinander usw. Der letzte Hörtest waren unsinnige Sätze aus dem Lautsprecher mit Störschall. Über 50% waren richtig, ich war happy und freue mich, dass ich auch mit rechts was verstehen kann. Nach so langer Zeit.....
    Die Unterbringung im Hotel war wie gewohnt wieder sehr gut. Super frühstück, Mittagessen in der Mensa der MHH und für Abends ein Lunchpaket.
    Gestern habe ich im Gottesdienst meiner Gemeinde nur mit rechts gehört. Vieles habe ich verstanden. So lerne ich auch weiter. Einfach mal die "gute Seite" ausschalten und Stimmen und Geräusche nur mit der "neuen Seite" wahrnehmen.
    Jetzt ist genau eine Woche rum. Der Sonnet 3 gefällt mir, ist kleiner als der Sonnet 2 und an die Tatsache, dass ich nichts mehr höre ohne die SPs, habe ich mich gewöhnt. Die erste Hörerfolge sind da und jetzt geht's jeden Tag weiter.

    Egal was kommt. Die heutige Technik ist ausgereift und bis die optischen CIs marktreif und zugelassen sind, werden wohl noch 10 Jahre vergehen. Genauso wie die vollständig implantierten CIs noch in der Testphalse sind und die Zulassung wohl noch sehr lange dauert. Warten lohnt nicht und ist verlorene Zeit.

    Habe heute alle Berichte über optische CIs, die ich über die Jahre gesammelt habe, in die Tonne getan.......

    Und: Die MHH ist eine Hochschule, das darf man nicht mit einem "normalen" KH verwechseln. Studenten und Ärzte diskutieren über Ergebnisse, tauschen Erfahrungen aus usw. So hat es mir auch eine Mitarbeiterin gesagt. Da sind die Wartezeiten auch mal länger...

    Ich habe mich wieder für die MHH entschieden, weil ich schon vor 14 Jahren das linke e-Ohr bekommen habe und dort alle meine Unterlagen sind. Ich habe da auch ratzfatz einen Termin bekommen. Und die TKK hat mit der MHH einen integrierten Versorgungsvertrag. Das macht sehr vieles einfacher.

    Ach ja, Implantat ist MED EL Mi 1250 Synchrony 2 flex 28 und Sonnet 3 in grau. Die Magnetabdeckung möchte ich in schön bunt........

    So, jetzt habe ich nach meiner OP für das linke Ohr vor 14 Jahren, im Sept. 2012, seit dem 1.4.2026 auch rechts ein Implantat (Medel) und möchte hier gerne mal den Verlauf der Woche schildern. Vorweg: Unterm Strich ist alles gut, das ist das Allerwichtigste. Alles an Chaos, was ich so erlebt habe, ist zweit- oder drittrangig und eigentlich nicht der Rede wert, möchte es aber trotzdem schildern, da es ja schließlich auch Teil der Woche war.
    Geplant war, dass in den ersten beiden Tagen Voruntersuchungen stattfinden (Hotelübernachtungen) und dann am 3. Tag die OP und stationäre Aufnahme.

    Also bin ich Anfang der Woche um 3:30 Uhr aufgestanden und bin von Hamburg nach Hannover (MHH) gefahren, da ich mich bis 9 Uhr dort einchecken sollte. Das hat auch alles reibungslos geklappt. Danach zur HNO-Abteilung, wo es dann nach 3 Stunden !! um 12 Uhr endlich weiterging mit einer Hörprüfung. Der Weg zum Hörtest wurde mir erklärt, und da braucht man schon ein gutes Navigationsverständnis, denn bei den vielen links und rechts und geradeaus und hoch und runter kann man schon mal falsch abbiegen. Auch die Beschilderung war nicht hilfreich. Für mich war das kein Problem, aber so manch anderer hatte sich auch schon total verlaufen. Mit der Zeit lernt man ja die anderen Leute im Warteflur auch kennen... Gut, geschafft. Dann, irgendwann, zum MRT. Hier gab es ordentlich Chaos, da keiner wusste, wer den notwendigen Druckverband anfertigt. Mein Magnet links reicht nur bis Tesla 1,5. Egal, nach langem hin und her hatte ich mein Turban. MRT war sehr gut, und dann noch das Gespräch mit dem Anästhesie-Arzt.

    Nach dem ersten Tag kann ich sagen, das trotz allem jeder sehr bemüht und freundlich war. Niemand hat das Chaos klein geredet, sondern mit dem Personalmangel und Vertretungen eher bestätigt. Ab ins Hotel und am nächsten Morgen wieder hin. Wann ich wo sein soll, wurde mir nicht gesagt. Also wieder dahin, wo ich am Vortag auch gewartet habe. Alles Personal hat mich freundlich, sogar mit Namen, begrüßt. Irgendwann im Laufe des Vormittages frage ich nach, ob und wann es weitergeht. Kurz danach dann die Antwort, dass ich noch gar nicht im System registriert bin und ob ich mich morgens wieder bei der Patientenaufnahme angemeldet habe. Wie? Warum denn das ? Das hat mir keiner gesagt und steht auch nirgendwo. Also wenn man im Hotel übernachtet und nicht stationär, dann muss man sich jeden Tag neu anmelden, wenn man wieder ins KH geht. Alles klar....

    Mittagessen konnte ich in der Mensa einnehmen. Dafür hatte ich ein Gutschein. Essen wird vor Ort frisch zubereitet und die Menu Auswahl ist groß. Dieses Privileg ist aber nur Hotelgästen vorbehalten, sonst gibst Essen auf dem Zimmer.....Beim Zusammenstellen des Menüs war ich überfordert (Was darf ich mir nehmen?) und eine sehr freundliche Dame hat mir alles gezeigt und mein Tablett vollgestellt. Hatte ne fette Bratwurst mit Pommes... Für abends gab es noch ein Lunch-Paket.
    So nebenbei erfahre ich dann, dass ich schon am Vortag (Anreisetag) in der Mensa hätte essen können und einfach vergessen wurde, mir dafür ein Gutschein auszuhändigen. Ach so.

    Außer ein Abschlussgespräch mit dem Chirurg war sonst nichts los. Das OK für die OP wurde gegeben und der Termin war fest für den nächsten Tag, gleich um 7 Uhr morgens.

    Um 6 Uhr aus dem Hotel, auschecken, und gleich zur Patientenaufnahme (hab ja dazugelernt...), aber die macht erst um 7:30 auf und ich soll mich daher laut Aushang bei der Information melden. Aber der Mann hintern Schalter hat nun mal überhaupt (noch) keine Lust zum Arbeiten gehabt und meint nur, er gebe nur Informationen aus. Also muss ich wieder selber aktiv werden und frage einen Patienten (!!), ob und wie er sich angemeldet hat. Ja, meint er, du musst zur Notaufnahme, da geht die Anmeldung immer. Ach, und das weiß der Mann am Info-Schalter nicht ?? Ab zur Notaufnahme, anmelden und dann auf Station im 6. Stock. Ins Zimmer gezogen, Bett am Fenster ergattert mit Traumblick über Hannover. Und dann warten auf die OP. Hier ging alles gut, ich bin happy.... Nach dem Aufwachen aus der Narkose konnte ich gleich aufstehen, rumlaufen und essen. Kein Schwindel, Schmerzen oder Tinnitus, ich bin so dankbar! Aber mein Restgehör ist wohl völlig flöten gegangen, egal, habe ich mit gerechnet.

    Am nächsten Tag ins DHZ zum Testen des Implantats. Schein alles gut zu sein. Dann Farbe für den Sonnet 3 aussuchen und Termin für die Erstanpassnung im 4 Wochen. hier die nächste Überraschung: Ich muss die Hotelübernachtungen für die Woche selber zahlen. Was? Etwas später war das auch geklärt: Die TKK zahlt doch wegen des integrierten Versorgungsvertrages.

    Fazit: Viel Trubel und Chaos, aber alle sehr bemüht und freundlich (außer der Info-Mann). Es war eine aufregende Woche, wo letztlich alles gut geworden ist.

    Danke fürs Mitlesen.....