Posts by Audi

    Nutzt Du überhaupt verschiedene Programme und Du weißt, dass Du selbst zwischen verschiedenen Programmen umschalten kannst? Wenn die Automatik nervt, dann kann man einfach zu einem anderen Programm ohne Automatik wechseln.


    Bei der Einstellung ist es nicht so wichtig zu sagen, was man wie hört. Da ist es wichtig zu sagen, was man haben will und darüber sollte man auch klare Vorstellungen haben. Also z.B. zwei oder drei verschiedene Programme, wie sollten die idealerweise bei Dir aussehen?

    joey


    Wie bereits in Beitrag #63 steht, kann es haftungsrechtliche Gründe haben, warum die Beratungstermine aus der Sicht der Klinik wahrgenommen werden sollten. Später könnte das dann erwachsene Kind eine Schadensersatzklage anstrengen, weil es gehörlos geblieben ist.


    Für das Kleinkind ist es eine sehr weitreichende Entscheidung für seinen Lebensweg, die seine Eltern getroffen haben. Deshalb ist es aus der Sicht der Ärzte wichtig sicherzugehen, ob trotz der Sprachbarriere (Lautsprache vs. Gebärdensprache) auch alle Informationen über die Tragweite der Entscheidung bei den Eltern angekommen sind. Ohne den letzten, aufklärenden Beratungstermin konnte dies offenbar nicht sichergestellt werden. Allerdings war der beratende Arzt grenzwertig vorgegangen, indem er den Eltern rechtliche Schritten androhte und sie (zu) sehr unter Druck setzte.


    Ich vermute, dass die Eltern in ihrer Lebensgeschichte bereits schlechte Erfahrungen und Erlebnisse gemacht hatten, die nicht aufgearbeitet worden sind. Da ist es verständlich, dass sie zu der Klinik und dem Arzt auf Distanz gegangen waren. Ohne den Willen und die Unterstützung der Eltern hätte ein CI bei ihrem Kind keinen Sinn gemacht.


    Es ist allerdings so, dass die ersten Lebensjahre eines Kindes für den späteren Spracherwerb immens wichtig sind. Im späteren Alter sind die Defizite nur schwer bis unmöglich korrigierbar. Das schwerhörige/gehörlose Kleinkind lernt in der Gehörlosenfamilie ohne CI und ohne die Unterstützung der Eltern nur die Gebärdensprache und ggf. auch rudimentär die Lautsprache. Mit CI und mit der Unterstützung der Eltern könnte das Kleinkind bilingual aufwachsen, also mit Gebärdensprache und mit Lautsprache. Beide Sprachen müssen sich nicht gegenseitig ausschließen.


    Die Deaf-Community sehe ich in Zukunft schrumpfen. Die CIs sind für ihre Mitglieder und deren Gehörlosenkultur eine klare Bedrohung, das muss man einmal klar sagen. Wichtig ist in dieser Diskussion auch festzuhalten, dass es ein fundamentaler Unterschied ist, ob ein Erwachsener sich selbstständig für oder gegen ein CI entscheidet oder ob es die Eltern sind, die das für ihren schwerhörigen/gehörlosen Nachwuchs entscheiden. Der Großteil der Eltern ist wahrscheinlich für ein CI bei ihrem Kind, wenn es medizinisch Sinn macht. Jedes Kind mit CI ist aber auch ein zukünftiges Mitglied weniger für die Deaf-Community.



    p.s.: Zur Ergänzung noch die Stellungnahme der DCIG zum ZDF-Film "Du sollst hören" (Schnecke Online, 12.09.2022).

    Ich kann Dir nicht direkt weiterhelfen. Mit mehr Details wird es leichter, die Broschüre zu finden. Etwa ob sie von einem bestimmten Hersteller war oder auf der Webseite einer Klinik? Ist sie im pdf-Format? Vielleicht kann man sie auch über Google wiederfinden.

    Es gibt zum Film eine kleine Dokumentation aus der Reihe "37 Grad", die hier im Thread schon erwähnt wurde. Im folgenden Link ist die Doku abspielbar und es sind weitere Informationen zu finden: Du sollst hören! - Die Doku -- Taub zwischen zwei Welten


    Im Text äußerte sich die Drehbuchautorin Nina Bauer über die Dreharbeiten. Die Kommunikation zwischen den Beteiligten war nicht einfach und dass z.B. Anne Zander zu Beginn lautsprachig spricht und später nur noch über die Gebärdensprache, das wirkt zuerst etwas kurios. Der Hintergrund jedoch war eine ernste Identitätskrise. Davor wurden durch Corona die Dreharbeiten gestoppt und später das Drehbuch mehrmals geändert.


    Insofern könnte die Geschichte mit der Richterin ein Kunstgriff gewesen sein. Auf jeden Fall ist es so besser, als wenn der Film nicht beendet wird und somit nie hätte gesendet werden können.



    p.s.: Die Doku ist so eng mit dem Film verwoben, dass sich ein neuer Thread aus meiner Sicht nicht lohnt.

    Es ist in Ordnung, wenn man Mängel äußert, die es so eigentlich nicht geben dürfte. Immerhin geht es um medizinische Produkte, die Schwerhörigen das Leben zuverlässig erleichtern sollten und nicht einfach wie x-beliebige Konsumprodukte ersetzt werden können.

    Genauer gesagt, hat nicht der Arzt das Jugendamt eingeschaltet, sondern der beauftragte Anwalt. Der Gang zum Anwalt soll aus der Sicht der Klinik wichtig gewesen sein, um sich gegen eventuelle Schadensersatzforderungen des später volljährigen Kindes abzusichern.


    Ich finde es nicht gut, wenn in dieser Diskussionen Informationen nicht zur Verfügung gestellt werden. Deshalb anbei zwei Links zum Thema, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.


    Warum diese Eltern gegen eine Hörprothese für ihren tauben Sohn kämpfen - Stern, Januar 2018


    Ci-Zwang? Diskussionen, Einschätzung - das Urteil - BR, März 2019

    Ich kann es aber auch akzeptieren, wenn sich jemand dagegen entscheidet. Und wenn mir dieser Mensch lieb ist, dann lerne ich eben DGS.

    Es ist ein lieber Gedanke. Nur wird es Dir wahrscheinlich eher schwer fallen, jenen Menschen gut kennenzulernen, wenn Du die DGS nicht beherrschst. Es ist ja gerade die gemeinsame Sprache, die es ermöglicht, dass Menschen sich miteinander austauschen können und die sie verbindet. (Unterschätze bitte auch nicht den Aufwand, die DGS zu lernen. So trivial ist sie nicht.)


    Und nun einmal etwas weitergedacht: Der absolut größte Teil der Bevölkerung ist lautsprachig unterwegs. Möchte man seinem schwerhörigen Kind ein CI vorenthalten, damit es zukünftig mit möglichst vielen Menschen gut kommunizieren kann?

    Themen erweitern sich, Fragen stellen darf man immer.

    Wenn ihr Sanne2 nicht antworten mögt, einfach mal die Klappe halten. Sie hätte sich für ihre Frage gar nicht rechtfertigen brauchen.

    Das Thema z.B. nach Erfolgsaussichten des CI bei Frühertaubung und möglichen Identitätsfindungsproblemen kam auf durch eine Vorschau auf eine ZDF- Sendung. Es ist völlig legitim, dass man daraufhin z.B. erfragt, wer hier im Forum prälingual mit CI versorgt worden ist und wie derjenige mit dem CI zurechtkommt.

    Danke für die Info. Aber was den Rest angeht, da hättest Du auch die Klappe halten können. Mir z.B. ging es nicht darum, dass Sanne2 sich rechtfertigen sollte, sondern auch was sie mit einem eventuellen Identitätsverlust (bei wem?) meinte.


    Davon abgesehen, wenn die Fragen von irgendeiner Vorschau zu irgendeiner ZDF-Sendung herrühren, dann sind sie im Prinzip in diesem Thread zum Film "Du sollst hören" falsch und wären in einem eigenen Thread besser aufgehoben. So aber gibt es eine Melange an Beiträgen zu verschiedenen Inhalten, die im ZDF gezeigt werden oder bereits gezeigt wurden.

    Die bekommst du auch bei deinem Service Partner von Cholera...

    Das war sicher ein Schreibfehler, hat mich trotzdem gut amüsiert. :D


    Inzwischen hat AnniB bestimmt schon eine neue Box. Alternativ kann man auch nach Boxen schauen, die für (kleinere) Fotoapparate gedacht sind. Die sind ähnliche gebaut, mit Hartschalen und Reißverschluss.

    Ich wünsche Dir viel Kraft dabei, diese Zeit durchzustehen und ich hoffe sehr, dass Du Dich durchsetzen kannst! Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich morgen zur Ambulanz von jemanden zur Unterstützung begleiten lässt. Es sollte auf jeden Fall nicht so sein, dass Du unnötig lange Schmerzen ertragen musst.

    Die Fahrlehrerverbände haben Behindertenbeauftragte und die kann man dazu befragen. Die können Ratschläge für den praktischen Unterricht geben und auch Hinweise für die spätere Fahrprüfung.


    Im Prinzip kann man sich auf vieles einigen, wie man die Kommunikation regelt. Für einfache Anweisungen durch die Fahrlehrerin ist nicht unbedingt ein Sprachverstehen nötig. Über ein Funkgerät kann man auch durch Klopfzeichen den Fahrschüler dirigieren, so z.B.


    1x klopfen: rechts abbiegen

    2x klopfen: links abbiegen

    3x klopfen: Bei nächster Gelegenheit anhalten

    Acki


    Im Prinzip stimme ich Dir zu. Jedoch muss ich sagen, dass die Qualität der Grundeinstellungen unterschiedlich ausfallen kann und auch nicht jeder Patient die ausreichende Aufmerksamkeit für eine bestmögliche Einstellung erhält.


    Im Idealfall macht man sich vor dem Einstelltermin Notizen, damit der Akustiker oder Audiologe präzise Informationen hat und weiß, wie er die neue MAP richtig erstellen kann.

    Ranu


    Du solltest vorsichtiger mit dem sein, was Du Dir zusammenreimst. Bei der Auswahl meines Nicknamens orientierte ich mich an der Automarke und ich habe eine Abneigung gegen unwahre Aussagen. Mein Job hat null zu tun mit Cochlear Implantaten und den dazugehörigen Prozessoren, mit Hörgeräten und alles andere in dieser Richtung.

    Du kannst die Veränderungen ggf. ablesen, wenn du ein "Audi"- ologe bist :-).

    Otto Normalbürger kann es nicht.

    Wer ein Cochlear- Ci hat, kann ein paar Knöpfe für Höhen und Tiefen drücken.

    Er weiß dann aber in der Regel nicht, welche Elektroden verändert werden, ob nun damit C-Level oder T-Level beeinflusst werden etc.

    Ich würde mir mehr Einblick in die MAP wünschen und mehr Feineinstell- Möglichkeiten.

    Ich meinte die Veränderungen, die man als "Otto Normalbürger" mit der Fernbedienung oder der App vorgenommen hat, die kann man anschließend ablesen.


    Eigentlich hätte man meinen Beitrag schon richtig deuten können, weil ich bereits schrieb, dass man auf die eigentlichen Grundeinstellungen keinen Zugriff hat. War wohl leider nicht präzise genug. Aber im Prinzip ist das auch logisch, weil die Audiologen verbinden die Prozessoren nicht ohne Grund direkt mit den PCs und arbeiten mit Spezialprogrammen an ihnen.

    Auf die eigentliche Grundeinstellung kann man nicht mit der Fernbedienung oder der App zugreifen.


    Und das was verändert worden ist, das kann man dann auch ablesen. Aber darüber hinaus passiert nichts.