Posts by sanne

    Mir ist es auch lieber, mich als schwerhörig zu "outen" anstatt als dumm und arrogant wahrgenommen zu werden, weil ich nicht angemessen reagiere. Peppigere Farben bekommt man wunderbar mit einer großen Auswahl an Aufklebern hin, damit wird auch das freundliche schwarz oder das leberwurstgrau attraktiv. Wenn ich (in seltenen Fällen) auf das CI oder das Hörgerät angesprochen werde dann wohlwollend und interessiert. So viele Menschen laufen mittlerweile mit sehr auffälligen Airpods rum, das ist irgendwie gesellschaftlich akzeptiert. Warum nicht die noch coolere Variante mit Magnet am Kopf? ;)

    Ich habe mit der selben Elektrode nach meiner 1. Reimplantation alles insgesamt tiefer gehört als nach der Erstimplantation. Man sagte mir, dass insgesamt die Elektrode tiefer in die Hörschnecke geführt wurde. Nach meiner 2. Reimplantation mit einem neueren Implantat war alles irgendwie dazwischen von der Tonhöhe, also zwischen der 1. Implantation und der Reimplantation. Ich erkläre es mir so, dass die Elektrode nie haargenau an die gleiche Stelle plaziert werden kann, je tiefer die Elektrode in die Cochlea geführt wird um so tiefer der Gesamteindruck. Dies ist aber nur meine laienhafte Erklärung und zeigt mir, dass auch bei ein und derselben Person unterschiedliche Ergebnisse herauskommen können.

    Wenn es arg windig ist, am Meer oder so, dann "knallt" es durchaus. Auch auf dem Fahrrad ist es manchmal unangenehm. Deswegen habe ich draußen meistens eine Mütze auf, die nicht nur die Augen schützt sondern über die Mikros gezogen wird. Ich habe mir auch die Windunterdrückung aktivieren lassen, das hilft ein wenig.

    Nein, das ist es auf keinen Fall. Mein rechtes Ohr liegt nach einer Vielzahl an Operationen sehr eng am Kopf und wird eigentlich nur durch den Prozessor in einen gewissen Abstand gehalten. Trotz alledem, wie auch andere schon geschrieben haben, ist es möglich den Prozessor plus Brille hinter dem Ohr zu tragen.

    Ich habe bei meiner Brille darauf geachtet, dass die Bügelenden sehr dünn sind. Da gibt es durchaus einige Modelle, die der Optiker gezielt ausgesucht hat. Sogar bei meiner alten Brille hatte er die Enden so bearbeiten können, dass der Prozessor keine unangenehmen Druckstellen hinterließ. So komme ich gut klar damit.

    Wie bei Dani hat mich die Klinik auch nicht krank geschrieben. Ich musste ja eh zum HNO zur Kontrolle und Fäden ziehen. Alles in allem hat mich dieser ein halbes Jahr krank geschrieben, geht also alles. Ich habe das Prozedere dreimal hinter mir und es war nie ein Problem, mit dem Entlassbericht in der Tasche zeitnahe Termine zu bekommen.

    Da ich keine Frühanpassung hatte konnte mein operiertes Ohr erstmal in Ruhe und Stille abheilen. Immerhin wird ein Fremdkörper in die Hörschnecke eingebracht, das muss ja auch "einwachsen", einheilen wie auch immer.

    Ich habe mich die ersten 3 Wochen, bis bei mir der Verband abgenommen wurde gründlich erholt und es ruhig angehen lassen. Auf den Rest deines Hörlebens betrachtet ist es völlig egal, ob du die ersten Tage im Sprint oder im Schneckentempo absolvierst. Also mach mal nicht zuviel, da hast du langfristig mehr von.

    Danke @Karl , dass du den N8 mit dem großen Akku (Batterieteil?) zeigst. In der Werbung von Cochlear wird immer nur der kleine Akku im Vergleich dargestellt, was ich höchst albern finde.

    So kann ich mir viel besser vorstellen, wie die Größenverhältnisse sind.

    Kolja Wie schon öfter diskutiert ist das Hören mit CI für jeden Einzelnen höchst verschieden. Von daher ist es schwierig dir eine Antwort darauf zu geben, wie DU Melodien erkennen würdest, wie DU langfristig mit Orchestermusik klar kämst, wie sich für DICH tiefe Männerstimmen anhören würden, wenn du dich für ein Implantat entscheidest.

    ICH komme gut klar mit einzelnen Instrumenten mit Gesang einer Person. Für MICH haben Instrumente im Zusammenspiel jedes seine eigene Tonart, was dem Hörgenuss wenig förderlich ist. Aber es ist MEIN Hören, bei anderen ist es wieder anders. Ich höre generell alle Stimmern tiefer mit dem CI. Aber das heißt nicht, dass es bei dir auch so sein wird.

    Möchtest du mit deinen Mitmenschen kommunizieren können, am Leben teilhaben und arbeiten können, oder beschränkt sich dein Hören können nur darauf, Musik in Perfektion wahrnehmen zu können?

    Ein herzliches Willkommen auch von mir. Ich komme ebenfalls aus SH, bin Sonderschullehrerin und sowohl mit CI als auch mit einem Hörgerät versorgt. Die Verhaltensoriginalität der Schüler*innen kenne ich durchaus, allerdings arbeite ich an einer Förderschule, an der die Klassenstärke um einiges geringer ist als an der Regelschule.

    Durch eine zusätzliche fortschreitende Sehbehinderung bin ich seit diesem Schuljahr komplett in der Einzelförderung eingesetzt, wofür ich sehr dankbar bin.

    Das du im normalen Schulwahnsinn an deine Grenzen stößt ist absolut nachvollziehbar, und dass dich das in die Erschöpfung treibt nur logisch.

    LG sanne

    ich bin eine, die das "Vergnügen" hatte, dreimal eine Erstanpassung (EA) auf einem Ohr zu haben. Immer der gleiche Hersteller allerdings. Ich habe ab der 2. EA nicht von ganz vorne angefangen mit dem Hören lernen, allerdings etwas rückschrittig. Der Klang war jedes Mal etwas anders, vermutlich weil die Elektrode nie haargenau an die gleiche Stelle platziert werden kann. So viel zu meinen Erfahrungen. Ob ein anderer Hersteller ein völlig anderes Klangbild ergibt glaube ich jetzt nicht so recht, da das Prinzip ja bei allen Herstellern das gleiche ist.

    ...Ich rechne mit 8 Monate bis alles wieder normal ist. Es braucht sehr viel Logopädie und Übungen (über diverse Apps) wo ich selber machen kann...

    8 Monate ist eine sehr optimistische Einschätzung. Und das mit dem "wieder normal" ist ebenfalls sehr relativ.

    Interessant finde ich die Aussage, dass der Tinnitus verschwinden wird. Das kann man meiner Meinung nach gar nicht Vorhersagen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg für die Operation und deine Hörreise.

    Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt… für mich ist das ein Themenfilm, der die Gehörlosenkultur und ihr Streben nach Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellt… Ich fand da nichts kitschig, die Richterin fand ich sehr gut verkörpert von der Schauspielerin… und die Botschaft, dass unsere Gesellschaft für Vielfalt steht finde ich gut…sehr fand ich auch die filmische Darstellung von Stille/DGS und akustischer Welt..

    Ich persönlich empfand es als einen Film über eine Richterin, die den Tod ihres eigenen Kindes verarbeiten muss. Die CI-Geschichte war eher am Rande als im Mittelpunkt. Die vermeindliche Hilflosigkeit von gehörlosen Menschen in der hörenden Welt hatte für mich ebenfalls einen komischen Beigeschmack. Da war mir zu viel Opferrolle dabei.

    Aber man muss ja nicht alles gleich gut finden ;)

    Ich habe zwar noch nicht geantwortet kann aber vielleicht dennoch auf deine Frage antworten. Nach meiner Implantation und Erstanpassung war ich anfangs ziemlich häufig, etwa 1x die Woche, später in größeren Abständen zur ambulanten Reha und Einstellung im Krankenhaus. Dort hatten alle stets ein offenes Ohr für Schwierigkeiten, Gedanken und auch Sorgen. Zudem gab es eine CI-Gruppe, eine Selbsthilfegruppe, in der man sich austauschen konnte, Später kam das Gruppenhörtraining dazu, wo die CI-Träger ähnlich lange implantiert waren.

    Das alles zusammen hat mich gut durch die Anfangszeit getragen.

    Ich habe meinen Mitmenschen Hörbeispiele vorgespielt, die zwar nicht meinen persönlichen Höreindruck haargenau widerspiegelten, aber dennoch die Augen dafür öffnete, wie anders das Hören ist. So bekam ich auch von Nichtbetroffenen das nötige Verständnis, wenn man trotz der Technik "immer noch nicht" alles verstand.

    Man muss nicht zwangsläufig in emotionale Tiefphasen rutschen, wenn man auf sich achtet, auch mal eine Pause macht und nicht zu viel auf einmal erwartet.

    Ganz besonders wichtig: Vergleiche dich niemals mit anderen. Jeder geht seinen individuellen Weg. Und jeder hat mal einen schlechten Tag, aber nicht jeder gibt es zu ;)