Posts by Magneto

    Ich halte es für falsch, die Sinne gegeneinander auszutarieren. Alle Sinne haben ihre Funktion, und viele Sinne arbeiten miteinander. Fakt ist jedenfalls: Man ist erstmal ziemlich allein mit seiner Einschränkung und wenn durch diese Einschränkung noch die Unsicherheit und Unwohlsein dazukommt, steht man schon vor einer schweren Prüfung, die uns das Umfeld manchmal oder gar meist gar nicht leichter macht.


    Im Gegenteil: Das Unverständnis der Situation, wie wir dann mit unserer Höreinschränkung umgehen müssen, bekommen wir auch noch um die Ohren gehauen. Das betrifft bei unsereiner auch die Zeit nach der Erstanpassung, wo man sich gerne den Spruch anhören darf: "Jetzt hast Du endlich so teure Chips im Kopf und Du erzählst uns, du musst wieder hören lernen?" .... oder so ähnlich ....


    Ich konnte gestern einen blinden Mann mittleren Alters auf dem Weg zur S-Bahn beobachten: Erst geht es die Treppe runter, dann 15 Meter unter den Gleisen entlang, dann links oder rechts wieder hoch auf den Bahnsteig. Er ging dann den Bahnsteig entlang, immer tastend mit seiner Tasthilfe. Gut, dass es da inzwischen Markierungen gibt. Mir fiel auf, dass er radarmässig immer wieder die Umwelt abhörte, und endlich fuhr die Bahn ein. Er blieb jedoch stehen und hatte wohl erkannt, dass das die andere Fahrtrichtung war. Kurze Zeit später kam die richtige S-Bahn, dank seines Richtungshörens erkannte er für sich die richtige Bahn. Eine Durchsage gab es nicht. So tastete sich mit seinem Taststock an der Karosserie und dem Spalt zwischen Zug und Bahnsteigkante entlang, bis er ca. 50 cm neben dem Eingang stehen blieb. Ich gab ihm dann den Hinweis, noch einen Schritt nach links zu gehen und dann geradeaus (in den Zug hinein).


    Fazit:


    Hürde Nummer 1: Der Hörsinn, der half, diese Hürde zu meistern. Offenbar profitiert er trotz seiner Blindheit so sehr von seinem Hören, dass er sich zumindest mithilfe seines Richtungshörens recht gut orientieren kann und damit Fehlinterpretationen - richtige Bahn - falsche Bahn - minimieren kann.


    Hürde Nummer 2: Die S-Bahn macht die Türen nur auf, wenn diese jemand von innen oder aussen öffnet. Das signalisiert ein runder Lichtkringel, den der gute Mann nicht sieht, also ist er angewiesen darauf, dass entweder jemand von innen öffnet oder von aussen auf den Knopf drückt, um die Türe zu öffnen.


    Hürde Nummer 3: Ich hielt es für gefährlich, den Taststock in den Spalt zwischen Fahrzeug und Bahnsteig zu stecken, obwohl die S-Bahn noch recht flott unterwegs war.


    Ich mag mir nicht vorstellen, wenn der gute Mann auch noch Schwierigkeiten mit dem Hören bekäme.

    Am Hören und vor allem Verstehen hängt soviel ......:/.... Neben der ganzen technischen Thematik interessiert mich zunehmend, was Hörverlust, das Hören überhaupt, und das wieder Hören lernen nach einer Versorgung mit uns Menschen macht. Wir sind hierzulande noch ganz gut aufgestellt, was Versorgung, Nachsorge, finanzielle Bezuschussung usw. angeht. Aber wie Ihr schon schreibt: die sozialen Befindlichkeiten fallen da etwas hinten ab. Niemand klärt da so richtig darüber auf, hier leistet jedoch die Selbsthilfe gute Arbeit.


    Für dieses Thema habe ich mir folgendes Buch bestellt, das ackere ich derzeit durch:

    https://www.median-verlag.de/i…=com_virtuemart&Itemid=73

    Wenn es drauf ankommt, z.B. als Dozent bei einer Schulung, dann wechsel ich grundsätzlich alle 2 Tage die Batterien morgens, auch wenn diese noch nicht leer sind. Da weiß ich, die gehen in der Zeit nie aus. Wenn es unkritisch ist, verbrauche ich die angefangenen Batterien, die dann jederzeit wechseln kann, wenn die leer sind.


    Gruß Norbert

    Das ist auch meine Batterie-Strategie.

    Jochen, das ist wohl wahr. Es gibt soviel Unterschiede unter uns CI-Trägern: Bei manchen funktioniert das Ding sofort, bei manchen muss es erst die Kurve kriegen. Etwas Glück gehört auch dazu auf dieser Hörreise. Und schön, dass wir uns dabei hier an dieser Stelle unterstützen können, Danke, Forum!:):):)...

    Hallo Gisszmo,

    so fängt das meistens am Anfang an. Dein Gehirn bekommt nun ein Hörgericht serviert, von dem es nun noch nicht weiss, ob es Fisch, Fleisch oder Gemüse ist. Das muss erstmal wieder erkannt und sortiert werden, aber Du hast ja schon einen Eindruck davon bekommen, dass der CI-Cateringservice schon mal liefert. Das ist ja meist der spannendste Moment bei der Erstanpassung - bzw. Erstverkostung :).


    Es dauert nun eine Weile - und das ist tatsächlich sehr unterschiedlich - bis Deinem Gehirn die Speisefolge wieder schmeckt. Es kann vorwärts, manchmal auch wieder etwas rückwärts gehen. Aber unter dem Strich solltest Du nach einigen Hör-Verdauungsschwierigkeiten doch Fortschritte erzielen. Eine gute Sache ist das Anlegen eines Hörtagebuches, wo Du in Stichworten beschreiben kannst, was Dir gut gefällt und was weniger - im Klang, Lautstärke, in welcher Umgebung usw. .... das hilft beim Anpassen.


    Weiter viel Erfolg!

    Ich sehe es wie meine Vorschreiberin. Manche Techniker neigen leider dazu zu Beginn zu viel Power einzustellen. Reduzieren lassen und ganz langsam wieder steigern.

    Lg Sabine

    Ergänzend dazu: Das hängt zusätzlich auch von der eigenen Wahrnehmung ab während der Erstanpassung. Ich weiss noch, wie das bei mir war: Froh darüber, überhaupt Töne wahrzunehmen, habe ich vielleicht auch manchmal das "Zu leise", "Zu laut" und "jetzt passt es" nicht immer richtig eingeschätzt. Dazu vielleicht noch eine verstopfte Nase, eine Erkältung .... das kann dann auch zu solchen Effekten führen. Wenn sich allerdings die oben genannten Nebenwirkungen - oder auch Beschwerden - einstellen, dann muss schnellstens gegen gesteuert werden.


    Tja, und dann wieder die Sache mit der Geduld, die man so mitbringen muss auf der Hörreise :saint::).

    Magneto,

    dein Beitrag kommt mir irgendwie bekannt vor, habe ich kürzlich erst gelesen:

    Frequenzbereich-Abdeckung

    ;)

    Stimmt :). Das ist wirklich ein spannendes Thema, aber mit Vorsicht zu geniessen. Mir ist es schon passiert, dass ich Töne wahrgenommen habe, wo gar keine waren. Inzwischen messe ich nicht mehr, da ich inzwischen, vor allem nun mit den Sonnet's, gut klarkomme. Und es macht immer noch Spass, Neues zu entdecken, bei aller Geduld, die man sich halt nehmen muss.

    Cochlear verarbeitet zwischen 100 Hz und 8 kHz, das ist unten herum leider etwas zu hoch, um wirklich tiefe Töne wahrzunehmen. Die Elektrode wird ja nicht ganz bis in die Spitze der Cochlea platziert, daher beginnt der Bass halt etwas höher. Das schliesst allerdings nicht aus, dass trotzdem eine Wahrnehmung stattfindet. Schade ist das vor allem deshalb, weil Bässe unser Gefühlsleben beeinflussen und Klänge damit auch natürlicher klingen - ich denke da nur an einen schönen Basslauf, der zum Tanzen und Bewegen auffordert. Das geht verloren und so muss sich das Gehirn den restlichen Teil dazu denken. Damit kann man schon einiges kompensieren, aber tatsächlich nicht ersetzen, vor allem, wenn beidseitig mit CIs gehört wird. Gut, wer da noch ein normalhörendes Ohr hat, das steuert dann auch die Tiefen dazu.


    Umgekehrt ist das bei den hohen Tönen auch so: Ich höre ziemlich genau bis 8.500 Hz, darüber ist das dann mehr eine Wahrnehmung, dass hier noch etwas passiert, aber das ist eher nicht verwertbar.


    Ich habe hier auch mit Frequenzgeneratoren probiert und getestet, bis ich sogar die Übergänge von Elektrode zu Elektrode wahrnehmen konnte. Da gibt es viel Spannendes zu probieren .... Aber letztlich stimme ich Anni zu: Einfach weiter in die Welt hinein hören!

    Hallo Norbert, hattest Du - gegenüber den Opus' keinerlei Verbesserung in lauteren Umgebung, sowie ein etwas weicherer Klang, ein leichteres Gehäuse und die Adaptiv- und Natural-Einstellungen getestet? Also für mich ist die Richtmikrofonie, zugegebenermassen auch nicht in einer Anpassung für mich gut wirkend eingestellt, ein wahrer Segen und sozusagen das Sahnehäubchen obendrauf. Ok, ich komme von Rondos, das ist schon ein Unterschied.

    Sind mal wieder die Batterien aus,

    guck in die Stiefel vom Nikolaus.


    Hat er welche mitgebracht?

    Hat er da auch mitgedacht?


    Jetzt schaue ich in die Stiefel rein,

    ganz unten liegt, und das ist fein,


    eine ganze Schachtel voll,

    super, Nikolaus, das war toll!


    Ich wünsche Euch besinnliche Vor-Weihnachten und einen schönen 2. Advent.

    Das freut mich doch :). Alles gut gegangen. Und wenn nun noch alles schön einheilt, dann gibt es bald den ersten Pieps auf den Chip ...=O ...:( ...:?:... :/...:).

    Na, dann will ich mal von unserer SHG in Stuttgart berichten. Hier ist der Altersdurchschnitt auch recht hoch, kein Wunder, trifft Schwerhörigkeit und eine CI-Indikation überwiegend das fortgeschrittene Semester .... aber unsere jungen Mitglieder, insbesondere die Aktiven, stellen schon so einiges auf die Beine, oft auch Dinge, die einfach gemeinsam unternommen werden und nicht unbedingt etwas mit dem Hören zu tun haben. Hier geht es darum, gemeinsam und ohne Bammel voreinander (" .... dreimal gefragt, dreimal nix verstanden .... egal, frag ich halt nochmal ....:saint: ...") etwas zu unternehmen und sich auszutauschen.


    Es finden auch Veranstaltungen statt, die alt und jung zusammenbringen: Wir wollen ja alle nur einfach besser hören und (oft auch wieder) teilhaben. Das geht gemeinsam immer leichter von der Hand: Die Jungen lernen von den Alten und umgekehrt. Unser CI-Stammtisch ist der beste Beweis dafür, denn die Jungen lassen sich regelmässig auch bei den Alten blicken.


    Und wir brauchen die jungen Leute in der Selbsthilfe: Sie haben zunehmend auch das technische Verständnis und die richtige Art der Formulierung, um zeitgemässe Anforderungen an die heutige Kommunikation für uns Schwerhörige oder CI-Träger zwischen Anwender und Hersteller (CIs, HGs und Zubehör) zu formulieren. Auf einen Schreihals allein wartet niemand, nur gemeinsam können wir was erreichen :).

    Und ich bin zu guter Letzt der Meinung: egal ob jung oder alt: Wir wollen einfach nur wieder hören und verstehen.


    Ich verstehe aber auch diejenigen, die für Selbsthilfe oder gar ein Engagement darin keine Zeit haben oder sich dafür nicht geeignet halten: Sie haben immerhin einen halbwegs neutralen Anlaufpunkt, um auf dem Weg zum CI oder schon auf der Hörreise befindlich, nicht allein zu sein.

    Was man sich mit dem AudioLInk erspart, ist die Anbindung per Induktionsschleife, sofern man nur damit telefonieren kann. Vor dem AudioLink hatte man den Sonnets eine Induktionsschleife, die per BT mit dem Telefon/Smartphone verbunden hat, gutscheinmässig "beigelegt". Diese benutze ich derzeit, das funktioniert auch ordentlich, aber wenn ich durch Rechnerräume o.ä. laufe, brummt es halt ...


    Ich werde berichten, sobald ich darüber verfüge. Interessant wird vor allem: Wie lange hält der AudioLink durch, und wie lange halten dann die Sonnets durch über den Tag?

    Die direkte Verbindung zwischen dem SP und Habdy muss trotzdem über ein Protokoll wie Bluetooth oder WLAN (2,4 GHz) erfolgen. Die Medel-App muss diese Hardware-Schnittstelle nutzen, in diesm Fall eben Bluetooth, um "raus" zu kommen. Das kann ein Medel-Spezifischen Verfahren nicht leisten.


    Gruß Norbert

    Ja, das tut es ja, nur leider, wie es verstehe, nur in direktem Wege (Smartphone <-> Sonnet) für die Fernbedienungs-App "AudioKey", jedoch nicht zum Streamen von Audio oder Telefon.


    Und das gilt auch nur für den Sonnet 2, Sonnet 1 kann die App auch nur wieder über AudioLink nutzen. Med-El-spezifisch ist da wahrscheinlich nicht der richtige Begriff, den ich hier benutze, und wahrscheinlich kommt eher 2,4 GHz als Bluetooth (Sonnet <-> AudioLink) zum Zuge. Aber das bekomme ich noch heraus.

    Es sieht wohl so aus:


    1. Zwischen Sonnet und AudioLink besteht eine Funkverbindung, die entweder ein hierfür spezielles, latenzarmes Bluetooth oder ein anderes Med-El-spezifisches Verfahren nutzt.


    2. Der Audiolink ist damit sozusagen der neutrale Knotenpunkt zwischen Sonnet und Endgerät (das entweder per Kabel oder eben per Bluetooth an das AudioLink geklinkt wird).


    3. Die direkte Verbindung Sonnet / Smartphone ist nur für die Verbindung der Med-El App "AudioKey" möglich, dies ist dann eine reine Fernbedienung für die Sonnet, also ohne Streaming-Möglichkeiten.


    Hier ein Link zu den entsprechenden Beschreibungen:

    https://www.medel.com/de/suppo…iolink/audiolink_audiokey