Posts by Magneto

    Mein Liebling ist Kerstin mit ihren 18 grünen Sesseln:). Auch wenn man diesen Test nur einmal jährlich macht, ist das doch immer wieder erstaunlich, wenn man meint, alles gehört zu haben und trotzdem immer mal wieder falsch liegt.

    Willkommen an Bord, Steffi.


    Wenn Du schon ein bisschen hier im Forum herumgestöbert hast, wirst Du sicherlich schon gelesen haben, dass jeder so seine eigene Hörreise geht, aber das Kofferpacken davor ganz unterschiedlich aussieht, ganz wie im wahren Leben. Es gibt Bedenken, Ängste, Vorurteile und diese hat wohl jeder ein klein wenig vor einer solchen Entscheidung. Hier wirst Du viel lesen können, wie der eine oder andere damit umgeht, das hilft auch ungemein.

    Hallo LeChuck, ich habe auch unterschiedliche Wahrnehmungen links und rechts, aber das Zusammenspiel ist dann wieder ziemlich gut. Das ist tatsächlich ein kleines Geheimnis des Gehirns, wie es das regelt. Dass man hin und wieder die Lautstärke mit der Fernbedienung nachregeln muss oder nicht, kommt ja auf die gerade vorherrschenden Umstände an. Und das lässt auch irgendwann nach, wenn man seinen Weg gefunden hat. Warum soll ich meinem Hören nicht mit der sowieso schon im Kopf befindlichen Elektronik per Fernbedienung nicht etwas nachhelfen? Das Streben nach dem Verhalten eines gesunden Ohres (hier kann ich ja auch nix regeln) ist schön, aber bürdet einem auch einen harten Weg auf - das ist nix für jeden. Wenn ich heute etwas zu laut empfinde, dann regle ich das etwas runter und schaue, wenn so etwas häufiger vorkommt, dass das bei der nächsten Anpassung berücksichtigt wird. Umgekehrt auch, wenn etwas dauerhaft zu leise ist. Man darf sich da nicht so sehr unter Druck setzen, die Anfangszeit ist schon so anstrengend genug für viele Patienten. Der Audiologe kann den Lautstärkebereich auch definieren, damit es nicht zu wenig/zu viel zu regeln gibt.


    Dann noch ein Satz zu den wechselnden Technikern: Es ist garantiert nicht gewollt, dass sich Patient und Audiologe nicht aneinander gewöhnen, warum auch? Das ist einfach der Organisation in der Klinik geschuldet. Die sollen ja nicht heiraten, sondern im Laufe der Zeit miteinander den Hörerfolg verbessern. Wenn ich da jedem Techniker aufs Neue meine Befindlichkeiten, meine Hörhistorie usw. schildern müsste, fände ich das höchst unvorteilhaft für mich. Gleichwohl ist so ein frischer Impuls durch einen vielleicht anders arbeitenden Audiologen nicht verkehrt, aber in der Summe möchte ich doch schon "meinen" Audiologen haben. Aber jeder wie er mag.

    Naja, jeder macht so seine eigenen Erfahrungen, das ist ja auch das interessante. Aber es würde sich in CI-Träger-Kreisen, zumindest in den organisierten, ziemlich schnell herumsprechen, dass hier eine Aushilfs-Crashkurs-Kraft zugange ist. In der CI-Selbsthilfe tauschen wir uns auch über die Audiologen und ihre "Anpassungsfähigkeiten" aus.


    Die CI-Welt ist (noch) ziemlich übersichtlich, auch die Audiologen der unterschiedlichen Kliniken kennen sich untereinander und tauschen sich aus. Wenn "meine" Audiologin meinen Anpasstermin nicht wahrnehmen kann, bekomme ich Bescheid und kann evtl. den Termin umlegen oder ihn mit einer Vertretung wahrnehmen, wenn es für mich nicht darauf ankommt, dass jemand anderes mal einspringt. Was mir sogar schonmal einen positiven Impuls gab, an den ich bis dahin gar nicht dachte. Es ist alles mögliche möglich :). Aber ich schliesse mich Wallaby an: Wichtig ist ein gutes Verhältnis, eine gute Chemie.

    Acki: Ich glaube nicht, dass es sich eine Klinik erlauben kann, per Crashkurs einen Akustiker zur CI-Anpassung zu befähigen. Man muss schon zertifiziert sein, um als Audiologe oder auch Akustiker CIs anpassen zu dürfen (es gibt auch Hörgeräte-Akustiker, die eine entsprechende Zusatzausbildung haben, aber wenn die das nicht täglich machen, dann fehlt eben auch die Erfahrung) .


    Silke: Ich würde den/die AudiologIn bitten, einfach mal von vorne anzufangen. Funktionsprüfung der Elektroden, neu T- und C-Level einmessen, Abgleich der Elektroden untereinander und ein Programm erzeugen. Das wird der Techniker von AB wahrscheinlich auch vorschlagen bzw. durchführen.

    Andrea hat beschrieben, wie eine Elektrode eingestellt wird. Hier wird klar, dass nicht wie bei einem Hörgerät einem Equalizer ähnlich der jeweilige Pegel der betreffenden Frequenz angehoben wird. Beim CI geht es eher darum, die elektrischen Reizstärke, die von den Elektroden ausgeht, zur Stimulation der Hörnerven zu bestimmen.


    Eine CI-Elektrode deckt einen bestimmten Frequenzbereich ab, und die Frequenzbereiche überlappen sich auch ein wenig. Wenn beim Einstellen ("sage mir, ab wann Du den Ton hörst" (= T-Level, Threshold (Schwellwert) ) und ("sage mir, wann der Ton Dir zu laut vorkommt oder noch angenehm klingt" (= C-Level, Comfortable (Angenehm) ) jede Elektrode so eingestellt wird, dass die Bereiche zwischen unten (T) und oben (C) jeweils optimal ausgenutzt eingestellt sind, wird dabei auch geprüft anhand dieser Tonfolgen ("klingen die beiden Töne gleich laut" ), dass die Übergänge von Elektrode zu Elektrode ausgewogen wahrgenommen werden können.


    Da sich die Empfindlichkeit der Hörnerven mit der Zeit verändert, muss aus diesem Grund immer wieder angepasst werden, anfangs in kürzeren Abständen, später in längeren Abständen. Aber keine Sorge - da nutzt sich nichts ab (-:


    Eins habe ich fast vergessen: Wird bei der Anpassung beim Erkennen des T-Leveltons zu spät bestätigt (und beim C-Level ggf. zu früh), wird der Bereich dazwischen natürlich entsprechend schmäler. Dann kann passieren, dass beispielsweise Blätterrauschen im Wald oder knirschender Kiesboden sehr laut klingen kann, auch wenn die Sprache selbst auch laut, aber noch angenehm klingt. Da ist also der Kies zu nah an der Sprache. Deshalb sollte man sich sehr konzentrieren bei der Erkennung der Töne bzw. wann man sie tatsächlich wahrnimmt.


    Silke: Das könnte auch Dein Problem sein.

    Ich kann bei entsprechender Indikation auch nur empfehlen, ein zweites CI implantieren zu lassen. Bei mir hat - das ging über 2 Jahre - das HG und das CI nicht gut zusammen harmoniert, so dass das zweite CI eine regelrechte Befreiung war. Da ich auf dem 2. CI sofort bei Erstanpassung gut hören und vor allem schon ziemlich gut verstanden habe, war es auch viel einfacher, das 1. CI so langsam mit dem 2. CI zu einem einzigen Höreindruck zu verbinden. Das war dann stressfreier, dazu noch viel klarer, laut genug in jeder Situation und da wusste ich, dass ich mich richtig entschieden habe.


    Auch für das Gehirn ist es so einfacher, die Höreindrücke zu verarbeiten. Es muss nicht das HG-aufbereitete Signal mit dem CI-Signal zusammenbringen, das war ziemlich anstrengend damals.


    Ich drücke ebenfalls die Daumen!

    Siehst Du, etwas Entspannung und schon wieder einen kleinen Hörschritt weiter. Das wird Dir nun immer wieder passieren, manchmal recht spontan. Das gibt Dir dann wieder einen Kick und so wird das Hören immer besser. Einfach Geduld haben, ich weiß - ist nicht einfach :).

    Das dunklere Blau wäre meine Farbe, passend zur Brille, zur Uhr und bei schönem Wetter auch zu Himmel und Meer :)... viel Glück und Erfolg in Tübingen!

    Die ersten Anpassungen im Wochentakt sind auch anstrengend, aber hier zeigen sich halt schon die Tendenzen auf, wie gut man wieder ins Hören kommt. Wichtig wäre mir, immer das aktuelle Programm vor der Anpassung als Backup auf einen anderen Programmplatz zu haben, dann kann man immer wieder zurück bis zum nächsten Termin. Es kommt aber schon mal vor, dass man bei den Anpassungen immer wieder etwas zurückrudern muss bei der Folgeeinstellung, sei es zu laut, zu hallig usw., was bei der Anpassung im Anpassraum vermeintlich noch gut klang. So etwa 2 Schritte vor, 1 Schritt zurück .... Geduld ist - musste ich auch lange wieder daran arbeiten - bei der Hörreise das Wichtigste.

    Hallo Marina,


    da kann ich Dir nur alle Daumen drücken! Und wenn ich nun eine neue Farbe aussuchen dürfte, wäre es blau, wie in Tiri's Fächer :)...


    Kopf hoch und alles Gute!

    Hallo Rieke,


    Es gibt einige Parameter, die für sich eine Bedeutung haben, aber nur im Zusammenspiel untereinander eine Wirkung - und das bei jedem CI--Träger anders. Vor allem anfangs ist man ja erstmal dabei, in das neue Hören hineinzufinden. Da spielen Fragen nach Strategie usw. noch weniger eine Rolle, das kommt erst etwas später - je nach Reifegrad Deines Hörens. Das ist ziemlich vielfältig und nützt wenig, wenn Dir der Techniker etwas erklärt, ohne dass Du die Zusammenhänge verstehst. Das ist für die Audiologen auch immer eine Zeitfrage und er weiss ja nicht, welchen allgemeinen Kenntnisstand zu den CIs überhaupt hast.


    Aber ich halte es schon wichtig, dass man als CI-Träger das Prinzip zumindest ansatzweise versteht und das hilft natürlich dann auch im Zusammenwirken Patient - Audiologe.


    Eine schöne Zusammenfassung, auf die ich immer wieder gerne verweise, habe ich hier, nicht direkt von heute, aber inhaltlich im Grundsatz schon:


    https://www.med.uni-magdeburg.…chlear+implant-p-8859.pdf

    Nein, Kopf- und Ohrenschmerzen sollten nicht sein. Schmerzt es gar nicht oder weniger, wenn Du Dein CI leiser stellst?

    Ja, so einen Rettungsanker sollte natürlich auch ein mitdenkender Audiologe/in anbieten. Meist ist man anfangs ohnehin mit dem Einhören mit einer einzigen Programmeinstellung beschäftigt, da gibt es meistens einen freien Programmplatz als Backup.

    Hallo Attak64,


    das ist am Anfang bei vielen Ci-Novizen so. Das Gehirn benötigt halt mehr oder weniger Zeit, diesen für ihn neuen Input einzusortieren und allmählich wieder zu einem hör- sprich brauchbaren Hörerlebnis quasi umzuformen. Was ich mit dem CI gelernt habe, ist Geduld .... fiel mir mein ganzes Leben schon schwer, aber es lohnt sich. Was die Reha angeht, gibt es verschiedene Konzepte: Die einen finden es gut, schon nach den ersten Anpassungen in die Reha zu gehen, während wieder andere erstmal ein halbes Jahr Erfahrung mit ihrem CI sammeln, und dann in der Reha auf diesen Leistungsstand aufbauen. Beides kann gut sein, aber immer gilt die Voraussetzung zum aktiven Mitarbeiten wie Logopädie, Hörtraining und auch etwas Psychologie, da am Hören - oder wieder hören - noch mehr dranhängt.


    Erstmal wünsche ich einen guten Rutsch und einen guten Rehastart und -verlauf.

    Hallo Peter,


    wenn das so einfach wäre .... ich habe mir sowas in den ersten CI-Jahren auch gewünscht, mit zunehmendem Verständnis über die Wirkungsweise des Cis bin ich jedoch davon abgekommen. Es ist ja mehr zu tun, als nur die Regler hoch- oder unterzuschieben. Das CI kennt mehrere Parameter, deren Zusammenwirken doch schon Erfahrung und Wissen bedarf.


    Hier ab Kapitel 4 wird das gut beschrieben:

    http://www.ipa.ovgu.de/unimagd…den+Cochlea+Implantat.pdf


    Was ich mir aber vorstellen könnte, wäre eine einfache Regelmöglichkeit per App, die nur temporär wirkt und die Grundeinstellungen im CI unverändert lässt. Aber meine eigenen Versuche, mit Equalizern usw. hier gut klingende Ergebnisse hinzubekommen, scheiterten meist daran, dass meine Einstellungen nicht überall gut gepasst haben. Entweder war es einfach mit der Zeit anstrengend, weil doch für die Situation unpassend, oder in Musik A richtig, dann hat Musik B irgendwo nicht gepasst und umgekehrt. Da habe ich jede Menge Zeit investiert - und vertraue jetzt lieber meinem Audiologe/in, allerdings ist sie neben den technischen Parametern auch auf Deine Alltagsschilderungen - wo klingt wie was, sowohl gut als auch schlecht - angewiesen. Blöd ist natürlich, dass das im Anpassraum meist noch gut passt, aber draussen in der Umwelt dann doch wieder anders. Aus diesem Grund lasse ich mir meine alte Einstellung immer auf einen anderen Programmplatz sichern, das hilft dann schonmal bis zur Korrektur zum nächstmöglichen Termin, den man auch schon vorab ggf. sogar schon für den selben Tag ausmachen kann. Absagen kann ich ja immer, da ist niemand böse darum.

    Es gibt auch CI-Selbsthilfegruppen, deren Mitglieder gerne für Fragen bereit stehen. Biker hat ja schon den guten Tip gegeben, bei der Klinik dazu anzufragen, die vermitteln das gerne weiter an die CI-SHGs.

    Hallo SICI21,


    Vielleicht hilft es Dir und Deiner Audiologe/in, wenn Du ihr mitteilst, wann oder auch in welchen Situationen Dein CI in den Höhen zuviel Dampf hat. Dann kann sie besser einschätzen, wo und wie sie dem begegnen kann. Mir hat geholfen, dass ich mir so etwas stichwortartig aufgeschrieben habe. Damit konnte ich auch für mich selbst festhalten, ob im Laufe der Zeit sich unwohl klingende Situationen mehrfach einstellen und vor allem, ob sie nach weiterem Anpassen besser werden oder wurden. Unvermeidbar ist leider das Problem, dass sich das CI im Anpassraum anders und gegebenenfalls wohlgefälliger anhört als dann später auf der Strasse und im Alltag. Du musst Dich dabei natürlich auch wohlfühlen mit Deinen Audiologe/in, das halte ich für sehr wichtig.

    Hallo Tiri,


    der Audiologe kann natürlich nicht in Dich reinhören :). Durch Deine Verwendung des CIs beim Hören wird über die einzelnen Elektroden in der Hörschnecke Deine jeweilige Hörwahrnehmung in den Frequenzbereichen sozusagen angewöhnt. Dies führt auch zu Veränderungen bei der nächsten Anpassung: Du nimmst anders wahr und der Audiologe regelt nach.

    Zusätzlich notierst Du wie Du das oben schon tust in Stichworten: was klingt gut, was weniger gut, vielleicht noch die Tageszeit und Umgebung. Einfach wie ein Hörtagebuch.

    Das hilft dem Audiologen sehr bei der Anpassung.

    Zu den beiden anderen Fragen kann ich leider nichts beisteuern.