Posts by Magneto

    Das fängt doch gut an :thumbup:, Dominik. Ich bin gespannt, wie Du mit dem Zusammenspiel Rondo-Sonnet klarkommst, wenn Du Dich soweit eingehört hast. Bis dahin drücke ich alle Daumen:

    Das Brummen tritt ja nur auf, wenn die T-Spulenfunktion eingeschaltet ist, da brummt es auch in manchen Autos, wenn diese laufen. Insofern sehe ich da im Alltag keine Beschränkungen. Jedenfalls konnte ich noch kein Brummen vernehmen, wenn die T-Spule ausgeschaltet ist.

    Ich habe vor längerer Zeit einmal einen Selbstversuch unternommen: Bei eingeschalteter T-Spule und Annäherung auf ca. 30 cm an den Induktions-Kochfeld brummt es leicht vernehmlich.

    Den Unterschied wird man schwerlich selbst feststellen können, dazu müsste man sich ja Sonnet 1 und Sonnet 2 gleichzeitig anpassen lassen und diese dann zum Vergleich im Wechsel tragen.


    Rein technisch sind erstmal im Wesentlichen das schon von Norbert genannte ASM 3.0, also eine Verbesserung des Automatischen Sound Managements, sowie eine erweiterte Loggingfunktion über die Nutzung des Sprachprozessors.

    Ich fand, der Film zeigt ganz gut, wie sich das langsam steigert: Die Wahrnehmung des Unvermeidbaren, die Zerrissenheit, das Ungewisse, was auf einen wartet, wenn man taub wird oder fast schon ist. Und wer sich dann in dieser Situation nicht auskennt, zum ersten Mal etwas über Cochlea und Haarzellen hört, steht vor einem Berg, der unbezwingbar gilt. Man könnte den Film ja langatmig nennen, aber die langsame Einsicht, die unnütze innere Gegenwehr gegen die Taubheit, das kommt in dem Film gut herüber.


    Auch die Wut des Protagonisten, die Wandlung zur Einsicht, der anfängliche Spass beim Umgang mit den Kindern, liess mich erst hoffen, er möge in der SH-Einrichtung sein neues Ziel gefunden zu haben. Aber er klammert sich immer noch an seine Musikzeiten und möchte alles so, wie es mal war.


    Zu der Gehörlosen-Welt mit seiner Isolation gegenüber der Aussenwelt fiel mir ein, dass wir heute, zumindest wie ich es wahrnehme, etwas weiter sind bei uns im Miteinander zwischen Gebärdensprachlern und CI--Trägern, als das im Film gezeigt wird. Damit kommt der Protagonist verständlicherweise erstmal nicht klar, und die immer wiederkehrenden, gleichen Rituale langweilen ihn irgendwann, Spass mit den Kindern hin oder her.


    Und als er dann am Ende die Glocken grausig klingen hörte, da wurde ihm klar: Es wird nie mehr so sein wie früher.


    Interessant wäre noch gewesen, wenn wir erfahren dürften, wie die Beziehung zu seiner Freundin weiter gegangen wäre, oder auch nicht - sie hat sich ja schon rein äusserlich wieder aus der Musiker-Tourszene abgemeldet und scheint eher wieder in Richtung "gesicherte Bürgerlichkeit" zu tendieren. Das wäre dann der zweite Verlust.

    Tiefe Töne sind mit den CIs eher schwierig. Med-El überträgt ab ca. 70 Hz, Cochlear fängt bei 100 Hz an. Es muss auch die Elektrodenlage in der Cochlea berücksichtigt werden. Und wenn der Sprachprozessor nur jeweils von 70 Hz (Med-El) an aufwärts bis ca. 8.500 Hz überträgt, kann auch nicht mehr unter- oder oberhalb dieses Frequenzbereichs wahrgenommen werden. Das ist sehr schade, wenn ich beispielsweise in einem 3D-Kino mit solchen Rumpelsitzen bei entsprechenden Szenen Vibrationen wahrnehme, diese jedoch nicht höre (weil zu tief), dann irritiert das doch ein wenig.


    Ich habe eine Surround-Anlage mit einem dicken 30-cm-Subwoofer in der Ecke, direkt hinter dem Sofaeck. Wenn ich also richtig tiefe Percussion laufen lasse, höre ich davon wenig bis nichts, aber es rumpelt unter der Sitzfläche, was ebenfalls irritierend ist.


    Aber Musik besteht ja nicht nur aus tiefen Bässen, und 70 Hz oder auch 100 Hz ist auch ganz schön, man muss sich halt etwas passendes an Musik heraussuchen.

    Ich zitiere mich mal selbst aus einem Strang aus September 2018, da haben wir an dieser Stelle auch eine ähnliche Diskussion geführt.


    "Musik ist von der Bandbreite der Stimulation vielfältiger als Sprache allein, ich bin anfangs mit Klaviermusik gestartet, dann dazu Percussion im Hintergrund und so allmählich bilden sich die hörbaren Differenzen und Auflösungen heraus. Das hilft dem Sprachverstehen mit der Zeit. Aber bedenken muss man dabei, dass die technischen Gegebenheiten des CIs begrenzt sind:
    Meine CIs bieten mir einen hörbaren Frequenzbereich von 70 bis knapp 9.000 Hz, das ist nicht so richtig viel, vor allem im Bassbereich muss ich da ordentlich Federn lassen. Da geht dann schon viel Emotion verloren, der in diesem unteren Bereich stattfindet, zumal der Knochenschall bzw. das "Grummeln im Bauch" auch eher nicht mehr vorhanden ist.


    Insgesamt ist sparsame Orchestrierung, zumindest anfangs, ein guter Weg, um sich nicht allzusehr zu überfordern - und die Frustgrenze niedrig zu halten. Dies gilt vor allem dann, wenn man zuvor viel Musik gehört oder gar selbst gemacht hat. Wenn es anstrengend wird, dann einfach mal pausieren.


    Aber mit der Zeit habe ich mich immer weiter damit beschäftigt, geduldig ausprobiert, und die gespeicherte Erinnerung hilft dann auch schon weiter. Bei zuvor noch nie gehörter Musik spielt das weniger eine Rolle - da fehlt ja der Vergleich zum früheren normalen Hören.


    Und eine interessante Erfahrung durfte ich auch machen: Gesang - zumindest Solo - verstehe ich textlich viel besser als früher."


    Treffen zwei Instrumente gleicher Frequenz aufeinander, passiert es gerne, dass das CI dann das jeweils leisere Ton einfach überdeckt mit dem lauteren Ton - was unter anderem ein Grund dafür ist, dass das Hörergebnis eher unbefriedigend ist. Mit steigender Anzahl der Instrumente und Stimmen wird das natürlich schlimmer, das alles auseinander zu halten. Also anfangs sparsam orchestriert, sich erstmal auf ein Instrument dabei beim Heraushören konzentrieren hilft ganz gut, vor allem bei schon bekannter Musik, die man früher gerne gehört hat. Und gut für das Sprachverstehen ist es auch.


    Wenn man sich dann etwas eingehört hat, findet man in diesen technischen Grenzen auch wieder zur Musik, auch wenn es Abstriche gibt.

    Hallo Sultan,


    ich stimme Konrad (weiter oben) zu: Das schwächste Glied in unserer Hörkette ist das Hörvermögen. Mich hat dieses Thema auch lange beschäftigt, ich habe auch verschiedene Kopfhörer ausprobiert. Letztendlich konnte ich keine Unterschiede feststellen, welche die Klangqualität betreffen. Es gab wohl einige Nuancen Unterschied im Bereich "klingt hell" bis "klingt eher dumpf". Wichtiger ist mir dann das Tragegefühl gewesen:


    Halte ich das länger aus, ist der Kopfhörer bequem und sitzt trotzdem gut und sicher?

    Schwitzen meine Ohren (ggf. bei geschlossenen Kopfhörern) ?

    Mit welchem Kopfhörer komme ich eher klar? Geschlossen oder offen?


    Das CI liefert eine Klangqualität und einen Frequenzumfang, der von jedem handelsüblichen Kopfhörer umgesetzt wird, wenn er nicht gerade vom Grabbeltisch kommt. Mir wäre als Kriterium eher der Tagekomfort wichtig. Nobbi's Bose QC II ist da auch gerne meine Empfehlung, damit kommen wohl viele Leute gut klar. Ich selbst streame und telefoniere über den AudioLink, für mich passt das gut.


    Ich würde erstmal abwarten und vor allem Geduld mitbringen beim Hören mit dem CI - es finden ja in diesem frühen Stadium ausserdem noch Anpassungen in relativ kurzen Abständen statt, da werden die Klangkarten jedesmal neu gemischt :) .

    Das hat mich auch interessiert und ein wenig Google hat ergeben:


    1. Die Erwähnung des Kopfhörers zum Musikhören:


    https://www.medel.com/de/heari…/accessories/connectivity


    2. AudioLink und AudioStream unterscheiden sich in ihrer Übertragung:


    Zwischen AudioLink und Sprachprozessor wird 2,4 GHz Wireless verwendet.


    AudoStream in der Batteriehülse verwendet Bluetooth LE zwischen Smartphone und Sprachprozessor. Damit dürfte sich der Strombedarf auf das derzeit machbare Minimum beschränken.


    3. Der AudioLInk zieht insbesondere beim dauerhaften Streamen merklich an den Batterien der Sprachprozessoren. Das Knarzen und Rascheln beim Bewegen oder hin- und her bewegen in der Hosentasche beispielsweise ist normal und hat nichts mit der Stabilität der Verbindung zu tun - das Mikrofon nimmt diese Nebengeräusche auch mit auf und so hört man dies auch leider. Das passiert ja auch, wenn man sich mal am Kopf kratzt und dabei an den Sprachprozessoren vorbeistreicht, deren Mikrofone nehmen dann ebenfalls diese Nebengeräusche auf.

    Das geht mir auch so. Ich möchte den AudioStream auch nicht einfach auf gut Glück bestellen, das gehört dann ausführlich getestet.


    Der AudioLInk funktioniert recht ordentlich, aber so für unterwegs einfach über die AudioStreams ohne zusätzliche Gerätschaften hören, das hat was. :)

    Ergänzend zu Wallabys Ausführungen - vor allem Pause machen und im wahrsten Sinne des Wortes "abschalten" - ist es auch hilfreich, in einer Art Hörtagebuch sowohl die guten als auch die schlechten oder weniger gut verträglichen Höreindrücke zumindest stichwortartig zu dokumentieren. Diese Infos helfen dem Audiologen ganz gut. Ich nehme hierzu einfach den Werbe-Taschenkalender meiner Bank :).


    Ich wiederhole mich mit diesem Thema immer wieder, aber ich finde, das ist eine gute und vor allem unkomplizierte Sache.


    Weiterhin alles Gute!

    Hallo Mango,


    der Magnethalter sollte schon am Kopf bleiben. Ich kenne das Problem aus meiner Rondo-Zeit (einteiliger Prozessor), da konnte ich auch nur mit stärkeren Magneten für Tragesicherheit sorgen, aber ich bekam wie Du auch Haut-Irrationen beim Tragen. Jetzt trage ich einen wesentlich leichteren Spulenträger und damit auch wieder schwächere Magneten, aber wenn auch selten, kommt es auch hier zu schwachen Irrationen.


    Wenn Du den stärkeren Magnet nicht verträgst, würde ggf. eine Formhalterung für die Ohrmuschel - ähnlich einer Otoplastik - eine Lösung. Sofern es sowas für den Naida gibt.

    Hallo Peppeline,


    Mia hat ja schon einige empfehlenswerte Punkte :thumbup:beschrieben, hierzu möchte ich gerne ergänzen:


    1. Schaue mal in Deiner Umgebung nach einer CI-Selbsthilfegruppe, die Stammtische und Beratungen durchführt. Corona macht uns allen da momentan leider einen Strich durch die Rechnung, aber vielleicht gibt es ja auch eine Beratungsmöglichkeit ggf. online. Es ist sehr wertvoll, auf die unterschiedlichen Erfahrungen von CI-Trägern zurückgreifen zu können. Aber man muss auch aufpassen, diese Informationen für sich entsprechend zu sortieren bzw. "was könnte hiervon auch auf mich zutreffen".


    2. Offene Fragen (Höreindrücke gut/schlecht), Umgang mit CI-Wartung usw.) vorab notieren ist auch eine gute Idee in der späteren Anpassungszeit, zumindest die erste Zeit lang.


    3. Die Entscheidung für einen bestimmten Hersteller ist gar nicht so einfach, das hängt auch von der implantierenden Klinik ab (wohnraumnah, Rehamöglichkeiten usw.) und dem eigenen Anspruch an das Hören in Beruf und privat. Hier gilt wieder Punkt 1 :).


    4. Und hier noch was für Deine Leseecke:

    https://www.klinikum.uni-heide…Implantat_ID19549_web.pdf

    Mir ging das ja trotz hochgradig schwerhörig mit HG links und CI rechts auch musikalisch "besser". Da war noch genug Tiefton vorhanden, was die Musik halt natürlicher macht - von der vermittelten Emotion und Schwingung ganz abgesehen.


    Das fehlt jetzt in der Musik mit zwei CIs, dafür ist das Sprachverständnis wesentlich besser geworden. Und an die musikalischen CI-Grenzen muss man sich halt herantasten und da muss jeder seine Erfahrung machen, am besten anfangs mit leichter Kost ohne viele Instrumente und Gesang, um erstmal die Tonhöhen halbwegs in den Griff zu bekommen. Wenn sich diese Empfindung automatisiert, dann geht es weiter mit der Eroberung im Musikhören.


    @Norbert: Ich spiele zur Tonhöhen-Übung und weil es entspannt, mit einem Theremin. Da kann ich halbe, viertel usw. Halbtöne erzeugen und auch unterscheiden, das ist harte Übung gewesen. Dur und Moll kann ich auch gut unterscheiden. Aber aus dem Stand die Note zu erkennen, das ist halt trotz allem Übens nicht mehr möglich oder eher Glücksache, wenn ich den Ton mal erkenne.


    Aber solange ich mich innerhalb meiner CI-Hörgrenzen bewege, geht das für mich in Ordnung.

    Danke und willkommen! Hin und wieder tut das doch gut, ein Lob zu lesen. Über unser Thema rund um das CI, das Hören im allgemeinen und erst recht das gute Verstehen damit im besonderen können wir uns hier gut austauschen, wir lernen alle voneinander, müssen trotzdem nicht immer einer Meinung sein und hin und wieder ist es auch lustig - ganz wie ein Stammtisch. Ich finde das auch gut :).