Posts by Terry

    Meine Rechnung für OP und SP belief sich 2019 auf rund 30.000,-€. In Anbetracht der Tatsache, dass sogar die Farben des SP einzeln den Genehmigungsprozess durchlaufen müssen, die Gerätewartung (d.h. die Nachsorgetermine bei CI-Akustiker und Logopäden) im Preis inbegriffen sind, finde ich die Preise für SP unter Berücksichtigung von Forschung und Entwicklung durchaus angemessen.

    Mit den Wechseljahren kamen bei mir auch Schlafstörungen. Und ich glaube, dass ich auch wegen der Höranstrengung eher mehr schlafe.

    Meine Lösung (dank gleitender Arbeitszeit auch möglich): ich habe den Wecker abgeschafft und schlafe grundsätzlich aus, wer weiß, wann ich nachts mal wieder nicht schlafen kann.

    Meine Fitness-App sagt mir, dass meine durchschnittliche Schlafdauer übers Jahr bei knapp 8 Stunden liegt. Das war früher mehr, ich schiebe das darauf, dass die Höranstrengung mit CI geringer ist als mit HG.

    Das Gefühl der fehlenden Energiereserven habe ich auch, allerdings war es früher (vor CI) schlimmer, da habe ich teilweise nicht mal mehr meinen Haushalt auf die Reihe bekommen, weil ich meinen Beruf an die erste Stelle gesetzt habe. Es dauerte Jahre, bis ich die Ursache des Problems überhaupt auf meine Schwerhörigkeit zurückführen konnte, weil ich mich intensiv mit den Folgen der Schwerhörigkeit und der damit verbundenen Höranstrengung insbesondere hinsichtlich psychovegetativen und -sozialen Folgen befasste.

    Wenn du dir deine dir für einen Tag zur Verfügung stehende Energie z.B. als ein Stück Kuchen vorstellst, nimmst du größere Bissen davon als ein normalhörender Mensch, weil das Hören bereits ca. 50% deiner Kurzzeitressourcen in Anspruch nimmt (Normalhörende 5%). Ist das Kuchenstück aufgegessen, kippst du um und schläfst.

    Dein Kuchen ist also schneller aufgegessen, es sei denn, du machst größere Pausen zwischen den einzelnen Bissen. Idealerweise derart, dass sich das Kuchenstück in der Zwischenzeit wieder etwas vergrößert.


    Als nächsten Schritt habe ich mich selbst analysiert, wie reagiere ich wann auf welche Situationen. Je mehr ich telefonieren muss, je mehr ich mit anderen (vor allem vielen Personen gleichzeitig) kommunizieren muss, desto schneller bin ich k.o. (das betrifft Lehrkräfte natürlich in besonderem Maße). Meine Lösung ging dahin, dass ich meine Arbeitszeit reduziert habe. Bin ich kaputt, melde ich mich krank, kein "das schaffe ich schon" oder ähnliches, um die Erschöpfung nicht noch zu manifestieren.

    Außerdem ganz bewusst meine Ohren (HG und CI) zwischendurch bzw. nach anstrengenden Hörsituationen ablegen, längere Mittagspausen machen (in denen ich mit dem Hund in stillen Wäldern spazieren gehe). Für private Treffen mit mehreren Personen habe ich ein Zeitlimit von ca. 2 Stunden gefunden, dann bin ich auch am nächsten Tag fit (sonst laviere ich wie ein Schlafwandler durch den nächsten Tag). Damit klappt es ganz gut, auch wenn natürlich verglichen mit Normalhörenden meine kommunikative Zeit nur begrenzt ist.


    Mir ist aktuell aufgefallen, dass ich seit einigen Monaten viel mehr Energie habe, auch private Projekte in Angriff nehme, für die ich letztes/vorletztes Jahr viel zu erschöpft war. Ich schiebe das darauf, dass sich mein Gehirn nach über 2 Jahren an das CI gewöhnt hat, meine Taktik funktioniert. Vielleicht entfallen jetzt nicht mehr ganz so viele Kurzzeitressourcen auf das Hören und dieser Trend setzt sich fort?


    Inwieweit das auf SSDler übertragbar ist? Keine Ahnung...

    Hallo Claudia,

    ich schließe mich ci_joe an - das dauert seine Zeit, aber mit "Geduld und Spucke" wird dein Gehirn das auch lernen.

    Alles eine Sache der Übung und des Ausprobierens.

    In diesem Sinne

    Terry

    Hallo EsraDemir ,

    der Tinnitus wird dich vermutlich noch einige Zeit begleiten. Bei mir dauerte es einige Monate, in denen sich der Tinnitus laufend veränderte. Ganz weg ist er immer noch nicht, aber ich kann ihn gut ausblenden.

    LG

    Terry

    Bei mir war zunächst vor allem ein Klingeln zu hören, nach einigen Tagen auch Sprache, aber viel zu leise. Um nicht bis zur EA 4 Wochen später warten zu müssen, hatte mir meine HG-Akustikerin mit Fortbildung CI nach 14 Tagen eine vorläufige MAP eingestellt, so dass ich bei Beginn der EA bereits gute Hörerfolge vorzuweisen hatte.

    Auch die "zu leise" - Einstellung hilft dem Gehirn, sich an die neuen Höreindrücke zu gewöhnen, deshalb würde ich wie vom Techniker vorgeschlagen den SP durchaus phasenweise tragen, wann immer es sich anbietet.

    Das es einfach wird das Hören wieder zu erlernen wage ich zu bezweifeln weil Hören mit CI was komplett anderes ist als normal zu hören oder mit HG.

    Diese Aussage der Ärzte bezieht sich nach meiner Meinung nicht auf die Umstellung auf das elektrische Hören (das muss jeder erlernen) sondern darauf, dass die Ertaubung nur kurze Zeit dauerte und das Gehirn die Signale schneller wieder umsetzen kann. Ich merke das bei mir (von Kindheit an hochtonschwerhörig/-taub) daran, dass ich zwar gefühlt sehr schnell ein Sprachverständnis hatte, aber mit den hohen Frequenzen noch heute meine Probleme habe und die Elektroden für die höchsten Frequenzen deaktiviert werden mussten.

    Ich hatte in den ersten Monaten voller Erstaunen festgestellt, dass zahlreiche Haushaltsgeräte - von der Waschmaschine über die Mikrowelle bis zum Wasserkocher tatsächlich durch Piepen anzeigen, dass sie ihre "Aufgabe" erledigt hatten - Piepen war für mich aufgrund der Hochtonschwerhörigkeit nicht wahrnehmbar.


    Wie sehr man sich daran gewöhnt, diese Geräusche zu hören ist mir am Wochenende aufgefallen: ich hatte meine Ohren noch nicht eingesetzt aber schon mal den Wasserkocher angestellt. Irgendwann fiel mir auf, dass das Wasser bereits kochte und wunderte mich, wieso es nicht gepiept hatte....

    Das Gehirn ist sehr lernfähig. Nach einer Übergangszeit, wie von Biker bereits beschrieben, klingt Sprache immer natürlicher. Nach jetzt gut zwei Jahren kann ich in Gesprächen nicht einmal mehr unterscheiden, was ich mit welchem Ohr gerade höre. Das einzige Manko: Musikhören mit CI (ich bevorzuge handgemachte Rockmusik) ist immer noch sehr bescheiden, da freue ich mich schon, wenn das CI nicht stört...

    Moin Mel,

    das ist von vielen Faktoren abhängig. Wie lange war das Ohr vorher taub, übst du regelmäßig usw.

    Außerdem muss dein Gehirn noch die Synchronisation des akustischen und elektrischen Hörens lernen. Das führt dazu, dass du z.B. nur mit CI gekoppelt an Minimic oder anderes Zubehör schon sehr schnell gut verstehst, im Alltag aber Probleme hast.

    Ich hatte bei mir (das Ohr war seit langem hochtontaub, vorher mit HG 35% Einsilberverständnis) nach ungefähr 3 Monaten auch im Alltag einen echten Zugewinn beim Verstehen.

    LG

    Terry

    Moin auch von mir,

    als bei mir das CI rechts anstand, waren meine HG's bereits 8 Jahre alt, insofern kein Problem, ein neues HG zu bekommen. Natürlich wollte ich lieber das mit Cochlear kompatible HG haben, aber nach wochenlangem Probehören habe ich mich wieder für ein HG von Oticon entschieden - weil ich damit einfach mehr verstehe als mit dem kompatiblen HG. Die Synchronisation von akustischem und elektrischen Hören ist ohnehin eine Zeit lang Schwerstarbeit für das Gehirn, aber inzwischen klappt es gut. Mein wichtigstes Hilfsmittel beim telefonieren oder TV sind jetzt Kopfhörer, ansonsten benutze ich bei wichtigen Gesprächen das Minimic und komme ganz gut klar.

    Wenn du mit deinem HG - das du ja vor 2 Jahren als das für deine Hörkurve am besten geeignete HG ausgewählt hast - noch relativ gut klarkommst, probiere es erst einmal damit (vor allem wenn ein zweites CI ohnehin folgen soll).

    LG

    Terry

    Bei mir ist es zum Glück noch nicht so weit, dass ich mir ernsthaft darüber Gedanken machen muss, ein zweites CI implantieren zu lassen. Und ich hoffe sehr, dass es noch lange so bleibt. Der einzige Nachteil des bimodalen Hörens, den ich feststelle, ist, dass das Richtungshören praktisch nicht mehr vorhanden ist. Ansonsten konstatiere ich für mich, dass das CI-Ohr für die Deutlichkeit insbesondere von Sprache, das HG-Ohr für den Klang gerade auch im Tieftonbereich und beim Musikhören "zuständig" ist. Bei zwei CI's befürchte ich nach meiner Erfahrung mit einem CI, dass ich Musik danach abhaken kann - und das würde wieder Verlust von Lebensqualität bedeuten.

    Selbst wenn der SP ausfällt und du dadurch nichts mehr verstehst, hast du doch innerhalb von Tagen Ersatz/Leihgerät, das wäre kein Entscheidungskriterium für mich.

    Mein Akustiker sammelt auch alte Geräte und spendet sie dann Hilfsprojekten.

    Die Sachen sind vielleicht in Deutschland "schrott", in Entwicklungsländern dagegen möglicherweise die einzige Chance zum hören...

    Ich hatte Anfang Dezember eine Magen- und Darmspiegelung und habe das CI sicherheitshalber angegeben. Wenn du dir den Aufklärungsbogen durchliest, stehen da so nette Sachen zu möglichen Nebenwirkungen wie Perforation der Innereien mit sofortiger Not-OP (meine Definition, das stand da schön wissenschaftlich wiedergegeben). Wenn du tatsächlich das Pech haben solltest und kommst in die Klinik und dann wollen die (du bist vermutlich bewusstlos) womöglich bildgebende Verfahren einsetzen - meiner Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Deshalb bin ich auf Nummer sicher gegangen, schadet ja nichts.

    Martina Bei mir sind jetzt die 4 Elektroden für die höchsten Frequenzen abgeschaltet. Die obersten drei schon in 2020, jetzt kam noch die vierte Elektrode hinzu.

    Hinweis: ich bin vermutlich seit Kleinkindalter hochtontaub, kann also nicht wirklich beurteilen, ob ich alles so höre wie Normalhörende. Wirkt sich für mich jedenfalls nicht auf die Verständlichkeit von Sprache aus, ich höre immer noch Geräusche, die ich selbst als Kind nie wahrgenommen habe.

    Ich hatte auch immer wieder Probleme. Mit Mikrofonempfindlichkeit auf 8, Höhen -6 hatte ich beim Grundlaustärkenlimit immer wieder reduziert bzw. langsam gesteigert, um Reizungen zu vermeiden. Die Lautstärke selbst liegt immer um 5, damit das CI mit dem HG noch harmoniert und keines der Systeme das andere überlagert.

    Letztlich geholfen hat die Deaktivierung einer weiteren Elektrode. Anlässlich einer Studienteilnahme wies ein Cochlear-Mitarbeiter darauf hin, dass diese Elektrode ruhig abgestellt werden kann, wenn nach 1,5 Jahren da immer noch kein Hören möglich ist. Seitdem ist Ruhe und ich habe keine Probleme mehr.

    Ich habe Anfang diesen Monats meine Beihilfestelle gefragt (NLBV in Niedersachsen), weil ich auch bald Nachschub benötige. Sie haben mir schriftlich gegeben, dass nach § 20 Abs. 2 NBhVO Aufwendungen für Mikrofonabdeckungen und Sendespulen "dem Grunde nach beihilfefähig sind. Eine vorherige ärztliche Verordnung ist nicht erforderlich. Gegen eine Anschaffung in den Niederlanden bestehen beihilferechtlich keine Bedenken."