Posts by Terry

    Die Hörbehinderung selbst kann ich mit technischem "Schnickschnack" viel gezielter ausgleichen als mit Hund.


    Als Hundehalter kann ich aber bestätigen, dass dieser sich bei mir positiv auf die psychosozialen Folgen der Hörminderung auswirkt: ich kann mich nicht zuhause einkapseln (weil ich gassigehen muss), ich spreche auch mit fremden Menschen (weil man häufig angesprochen wird wegen des Hundes), ich traue mir mehr zu (weil ich nicht allein bin und mir selbst ein 8-kg-Hund ein Sicherheitsgefühl gibt), ich komme besser mit dem Hörstress zurecht (regelmäßige Pausen und Strukturierung des Tagesablaufs, Streicheln des Hundes sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen).

    Die bei mir diagnostizierten "rezidivierenden depressiven Störungen" gehen gegen Null. Außerdem sind mit Hund meine Schlafstörungen Geschichte, weil ich weiß, dass er Gefahren merkt und mich warnen wird. Und mit das Erste, was ein Hundehalter lernt: sich Zeit zu nehmen und es nicht eilig haben, ihn in Ruhe schnüffeln zu lassen - auch das vermindert den Stress.


    Auch hilft mir der Hund im Straßenverkehr, denn ich bin wesentlich aufmerksamer, weil ich auch nach Gefahren für meinen vierbeinigen Begleiter schauen muss. Dürfte vermutlich auch gut für das Gehirn sein, das nicht einrostet.


    Dazu brauche ich aber keinen speziell ausgebildeten Assistenzhund, es darf auch einer aus dem Tierschutz sein.


    Allerdings muss ich jedes Mal, wenn mein Hund stirbt, aufs Neue mit meinem Arbeitsgeber darum kämpfen, erneut einen Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen (mit ärztlichem Attest und Vorstellung beim Betriebsarzt). Das nervt ungemein, dauerte einmal fünf Monate (in denen es mir psychisch sehr schlecht ging). Deshalb würde ich es schon begrüßen, wenn Hundehaltung als tiergestützte Dauertherapie bekannter und anerkannter würde. Bei allen Behinderungen, die psychosoziale Folgen haben (können).


    In diesem Sinne

    Terry

    Hallo Katharina,

    wegen der Auswahl des für dich richtigen Herstellers könntest du dir vielleicht auch mal einen Termin bei einem CI-Akustiker geben lassen? Ich habe das Glück, dass mein HG-Akustiker auch CI-Akustiker ist. Dort habe ich Muster der CI's auf Tragekomfort testen können. Von den technischen Möglichkeiten her können ja alle Modelle sehr viel und werden ständig weiterentwickelt. Da war mir mit am wichtigsten, dass es gut auf dem Ohr sitzt, nicht sofort herunterfällt und meine Ohrmuschel nicht eingequetscht wird. Die MHH selbst spricht keine Empfehlungen für einen bestimmten Hersteller aus, sagt dir nur, wer z.B. aufgrund anatomischer Besonderheiten nicht in Betracht kommt. Übrigens sind im Hörzentrum auch alle CI-Hersteller vertreten - falls du nicht von den Untersuchungen zu erschöpft bist, kannst du dich auch da beraten lassen.

    Ansonsten kann ich nur meine Vorredner bestätigen - die MHH redet auch ohne Mundschutz mit dir. Ich habe nur gute Erinnerungen an den stationären Aufenthalt dort. Selbst bei der Bettenbelegung versuchen sie die CI-Patienten in ein Zimmer zu bekommen, so dass man sich gut austauschen kann.

    In diesem Sinne

    Terry

    Als unhöflich sehe ich das Tippen auf dem Handy nicht an. Ich weise ggf. mein Gegenüber darauf hin, dass ich eben die Einstellungen für das CI an die Situation anpassen muss, damit ich besser verstehe. Bislang habe ich noch keinen getroffen, der kein Verständnis hatte.

    Bei mir sollte auch erst EAS angewandt werden, ich habe mich aber nach reiflicher Überlegung dagegen entschieden aus folgenden Gründen:

    - Entwicklung meines Hörverlustes in den letzten Jahren: ungefähr ab dem 40. Lebensjahr verschlechterte sich messbar der Höreindruck. Als ich meine Audiogramme von 2012 und 2018/2019 verglich und feststellte, dass ich in nur 6 Jahren einen Hörverlust von rund 20 dB hatte, brauchte ich ja nur hochrechnen, wann ich auch in den tiefen Tönen nichts mehr hören werde.

    - Durch die OP sollte man mit einem Extra-Hörverlust von rund 10 dB rechnen.

    - EAS bedeutet auch, weiterhin mit Otoplastik herumzulaufen.

    - EAS bedeutet auch, dass die Elektrode nicht so weit in die Cochlea eingeführt wird. Auf eine zweite OP nach Verlust des Resthörvermögens habe ich keine Lust.


    Prof. Lennart hat bei mir schließlich "atraumatisch" operiert, d.h. Elektrode ganz rein, Hören nur mit CI ohne EAS, aber durch Verwendung der dünnen Elektrode blieb mir ein Hörrest in den tiefen Frequenzen erhalten und "hübscht" den Höreindruck etwas auf.


    Ich habe meine Entscheidung nicht bereut, deine Entscheidung musst du selbst treffen. Schau dir deine Audiogramme an, les dich etwas schlau im Internet und überlege, welche Faktoren dafür oder dagegen sprechen.


    In diesem Sinne

    Terry

    Ich kann sehr gut verstehen, dass jemand seine Rechte wahrnehmen möchte und einfordert. Nicht nur, weil es einem zusteht, sondern auch als Konsequenz aus dem langen (Leidens-)Weg vorher.

    Kaum jemand schreit beim kleinsten Wehwehchen gleich "ich bin behindert". Versucht man (ich zumindest) nicht so lange wie möglich und vielleicht auch über seine Kräfte hinaus "normal" zu sein, mitzuhalten? Bei wie vielen Betroffenen mag auch noch völlig unangebracht Scham und Selbstvorwürfe mit im Spiel sein, weil man gegenüber nicht Behinderten vielleicht nicht die gleiche Leistung in dieser Leistungsgesellschaft erbringen konnte? Wie viele haben sich ein Stück weit aus dem sozialen Leben zurückgezogen, weil es zu anstrengend war?

    Und kommt man endlich an den Punkt, sich selbst gegenüber zuzugeben, dass man eine Behinderung hat (seit dem Mittelalter ist man übrigens davon abgekommen, Krankheiten als Strafe Gottes o.ä. anzusehen, daran selbst irgendeine Schuld zu haben), beginnt der Kampf mit dem persönlichen Umfeld (Rücksichtnahme) und den Behörden (Einforderung zustehender Rechte).


    Das macht mürbe.


    Wir haben uns unsere Hörbehinderung/Taubheit nicht ausgesucht. Und nach den ganzen schlechten Erlebnissen als unglaubwürdig dargestellt zu werden, verletzt einmal mehr.

    Trotzdem sollten wir einfach weiter um unser Recht kämpfen, wie es seitens des Gesetzgebers vorgesehen ist. Die Schuld dem einzelnen Sachbearbeiter oder der jeweiligen Institution zu geben und sauer zu werden, halte ich dabei nicht für zielführend.


    Denn leider erlebt der Sachbearbeiter/die Institution zu häufig, dass jemand missbräuchlich Leistungen beansprucht. Diese Leistungen werden von uns allen als Steuerzahler erbracht. Und deshalb wäre ich höchstens sauer, wenn der Sachbearbeiter/die Institution Steuergelder "auf Zuruf" verteilt.


    In diesem Sinne


    Terry

    Ich bilde derzeit neue Kollegen uas und muss mit denen natürlich oft Gespräche führen. Vor einigen Tagen habe ich probehalber das Minimic mitgenommen und festgestellt, dass ich damit super verstehe, gerade wenn der Gesprächspartner nicht besonders deutlich spricht.

    Ich merke den zusätzlichen Hörstress durch fehlendes Lippenbild auch. Verstärkt seit August, da ich drei neue Kolleg*innen einarbeiten darf, d.h. ich bin statt 25% über 50% der Arbeitszeit in Gesprächen. Bei mir hat sich die Müdigkeit verstärkt, z.T. mache ich dann eine lange Mittagspause und lege mich für ein Nickerchen ins Bett. Dank gleitender Arbeitszeit und sehr kurzem Arbeitsweg kann ich das so kompensieren - aber es macht mich auch gereizt und dünnhäutig.

    Jetzt weiß ich wenigstens, warum ich zwei Y Stecker bekommen hatte, bei 4Akkus für ein CI lade ich kaum alle 4 auf einmal auf: falls eine Montagsproduktion dabei ist. Bislang laufen meine Akkus aber rund (seit 1 Jahr), einen Leistungsabfall habe ich noch nicht bemerkt.

    Lieber mit der Angst vor einem schweren Verlauf leben als sich impfen zu lassen? Mit einem Impfstoff, den inzwischen Hunderttausende bekommen haben weltweit? Ja, der mRNA-Impfstoff ist neuartig, aber auch seit über 10 Jahren als solcher erforscht und erprobt, insofern gehe ich nicht davon aus, dass von ihm besondere Gefahren ausgehen.


    Ich habe drei Geschwister Ü60, die als Lehrkraft arbeiten und die sich gerade ob der berufsbedingt zahlreichen Kontakte lieber heute als morgen impfen lassen würden.

    Ich selbst werde leider auch erst im Sommer an der Reihe sein, halte mich an AHA+L und hoffe einfach, mich bis dahin nicht anzustecken. Aktuell haben hier im Büro drei Kollegen Covid19, Homeoffice ist bei meinem Arbeitsplatz nicht machbar...


    Tut mir leid, aber mein Verständnis für diejenigen, die sich die Chance auf eine frühzeitige Impfung entgehen lassen, hält sich in Grenzen. Dies um so mehr, als gerade die priorisiert werden, die ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bzw. ein höheres Risiko eines schweren Verlaufs haben und damit auch die Krankenhauskapazitäten dann unnötig belasten werden. Und was ist mit denen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können? Sich impfen zu lassen ist auch ein Akt der Solidarität diesen gegenüber.

    Ich habe nur festgestellt, dass im Laufe des Jahres tatsächlich ein kleiner Buckel über dem Implantat fühlbar wurde - so lange hat sich das Abschwellen rund um den OP-Bereich hingezogen. Aber anderen Dellen oder Wellen kann ich nicht ertasten.

    wie ist es Dir ergangen? Haben die Schmerzen und die blitzartigen "Schläge" aufgehört?

    Hallo Mia,


    ich höre nur noch ohne Minimic, daher kann ich dir deine Frage leider nicht beantworten. Beim Hörtest mit Minimic habe ich aber nichts bemerkt.

    Bei meiner Halbjahreskontrolle wurde alles neu eingestellt, ich hatte ein Super-Ergebnis. Aaaaber: wenn ich zu lange damit höre, fängt es gefühlt um das Implantat herum wieder an zu prickeln, daher muss dass bei Gelegenheit noch runtergeregelt werden.

    Im Moment fahre ich das alte Programm im Alltag, zu besonderen (beonders wichtigen) Gelegenheiten nutze ich dann das neue, nicht alltagstaugliche Programm. Vielleicht also haben die blitzartigen Schmerzen auch weniger mit dem Minimic als vielmehr mit den Gesamteinstellungen zu tun? Wenn ich Muggels Erklärungen richtig interpretiere dürfte mein C-Level noch etwas zu hoch sein...

    LG

    Terry

    Hallo Pepperline,

    willkommen im Forum. Ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen, mir ging es ähnlich mit Erschöpfung, nichts mehr verstehen usw.

    Irgendwann sagte ich mir "schlimmer kann es rechts nicht mehr werden" und hab mich rechts implantieren lassen.

    Das CI hat Vor- und Nachteile. So wirklich natürlich klingt es im Vergleich zum HG-Ohr nicht, dafür kommt alles in vernünftiger Lautstärke an. Musik klingt nach zehn Monaten noch grausam, dafür kann ich mich nach langer Zeit auch mal wieder mit Kindern unterhalten, ohne Schweißausbrueche zu kriegen.

    Mein ganz persönliches Fazit: Ich würde es wieder machen.

    Aber es ist Arbeit, nix mit anschalten und Soforteffekt wie beim HG. Aber nach gewisser Zeit hörte ich viel entspannter auch bei Besprechungen, also hat es sich gelohnt....

    Abnehmen kann dir die Entscheidung keiner. Und wenn du seit einem Jahr mitliest, müsstest du eigentlich alle Argumente für und gegen das CI schon kennen...

    In diesem Sinne

    LG

    Terry

    Hallo Terry,

    wäre interessant welche.

    Huawei Honor Band 4. Allerdings habe ich das Plastikarmband gegen Lederarmband getauscht, 24 Stunden Plastik am Handgelenk ist nicht so mein Ding. Kostenpunkt war ca. 40,-€, inzwischen gibt es die für die Hälfte (bzw. Nachfolgemodelle).

    Ansonsten vibriert es zuverlässig, egal ob Wecker oder eingehende Anrufe oder Nachrichten.

    Hallo Arno,

    da ist keine Vorbereitung notwendig. Und ich habe bei meiner Anpassung durchwegs mit sehr netten, geduldige und hilfsbereiten Technikern/Logopäden/Ärzten zu tun gehabt, die viel Verständnis für die Situation hatten.

    Liebe Grüße

    Terry

    Hallo zusammen,

    heute war meine Halbjahreskontrolle (ok, coronabedingt nach 8 Monaten). Nachdem ich die letzten Monate die Leistung des CI immer weiter steigern konnte ohne Kopfschmerzen oder so, freute ich mich schon auf meine neue Einstellung. Immer näher ans natürliche Hören, immer besser mit der HG-Seite synchronisieren.

    Der Techniker stellte die 3. Elektrode endgültig ab und verpasste mir dann eine Einstellung - vom Feinsten!!!

    Ich konnte damit nach meinem Empfinden sehr deutlich und natürlich hören, ohne dass die Höhen sich irgendwie unangenehm bemerkbar machten.


    Dann zum Sprachtest bei der Logopädin. Wegen der neuen, ungeübten Einstellung und nachdem der letzte Sprachtest nur bei 35% Einsilberverständnis lag, machte ich mir da nicht allzu große Hoffnung. Als mir die Logopädin dann ein Einsilberverständnis von 90% bescheinigte, bin ich fast vom Stuhl gefallen.8o

    Zum Schluss dann noch die ärztliche Abschlussuntersuchung, diesmal bei Prof. Dr. Lennarz - eine gute Gelegenheit, um mich einmal persönlich bei ihm für die komplikationslose und erfolgreiche OP zu bedanken.


    Die letzten acht Monate waren schon mal eine spannende Hörreise - mit Hochs und fiesen Tiefs. Mit Phasen, in denen ich wirklich Angst hatte, dass das nie etwas wird.

    Inzwischen komme ich auch im Alltag viel besser zurecht und nutze die Technik, um mich je nach Hörsituation bestmöglichst einzustellen. Der einzige Wehrmutstropfen: Musik klingt mit CI immer noch grausig - aber ich gebe nicht auf, die Hörreise geht weiter;)


    Liebe Grüße

    Terry