Wahl des neuen Hörgerätes

  • Ich stehe derzeit vor dem Problem, dass ich nach 7 Jahren nun auf dem linken Ohr ein neues HG haben möchte. Da Cochlear das Resound Quattro bewirbt, habe ich beim Akustiker das Quattro zunächst in der Luxusversion probiert und musste feststellen, dass ich mit meinem alten Oticon mehr verstehe als mit dem Resound. In Anbetracht der Tatsache, dass ich das HG größtenteils privat bezahle (wegen Versicherungsauschluss bekomme ich nur 750,-€ Beihilfe, den Rest muss ich selbst zahlen), ist mir das Quattro in der Luxusversion einfach zu teuer. Meine Akustikerin meint, die Basisversion täte es auch, zumal ich mit dem CI nach ihrer Auffassung sehr gute Fortschritte mache. Das HG wäre bald in erster Linie für das Klangvolumen, das CI für das Verständnis. Preislich würde das dann statt 1.750,-€ nur noch 900,-€ Eigenanteil bedeuten. Ich werde das HG nächste Woche im Büro testen (privat benutze ich derzeit zum Training nur CI, kein HG), kann mir aber nicht vorstellen, dass ich damit besser höre als mit der Luxusversion.

    Eine Überlegung von mir ist es daher auch, einfach ein neues Oticon zu testen. Es geht mir nicht primär ums Geld, sondern ich möchte einfach auch das Gefühl haben, mit dem HG weiter an Lebensqualität zu gewinnen. Dann zahle ich auch gerne wieder 2.000,-€ dazu.


    Und deshalb möchte ich euch um eure Erfahrungswerte bitten. Wie wichtig bzw. in welchen Situationen ist es denn überhaupt erforderlich, dass HG und CI gekoppelt sind?

    Wer benutzt auch ein HG, das nicht von Resound stammt, zusammen mit dem CI von Cochlear? Oder hat gewechselt zu ReSound mit welchen Erfahrungen?

    Welche Argumente sprechen für oder gegen das kompatible HG?


    Vielen Dank schon einmal

    In diesem Sinne

    Terry

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • probier doch mal, ob du da nicht die Geräte 4 Wochen testen kannst.


    Gruß Norbert und ein gesundes, gutes Jahr!

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • War ursprünglich für eine einseitige CI Versorgung vorgesehen. Das war auch ein Thema bei mir, über das ich mir lange einen Kopf gemacht habe. Welches CI und was ist wenn ich mit kompatiblem HG nicht klar komme. Hatte zu der Zeit ein sehr gutes Phonak HG. Hatte erst die Überlegung ein CI von AB zu nehmen und dann evtl. später ein kompatibles HG von Phonak. Aber, wie oben beschrieben, was ist wenn ich mit dem Gerät nicht klar komme?


    Habe die Gedanken beiseite gelegt. Habe ein CI von Medel. Ein gutes Jahr diente mir noch mein Phonak HG, gutes räumliches hören. Obwohl das eigentlich nicht sein kann, marketingtechnisch ;-) Habe mittlerweile ein zweites CI von Medel. Obwohl nicht beworben, ein sehr gutes räumliches hören. Mein Sprachverständnis hat sich gut bis sehr gut entwickelt.


    Was ich sagen will. Geh nach Deinem Bauchgefühl. Wenn Du mit den Oticon HG gut zurecht kommst, was spricht dagegen dies zu nehmen. Man muss für sich die Prioritäten setzen und sich fragen "was ist für mich wirklich wichtig!" Bei mir war es ganz klar, gutes Sprachverstehen. Obwohl ich die Möglichkeit hätte meine Sprachprozzessoren z. B. mit dem Handy zu steuern, ich mache es nicht. Benutze meine alte Fernbedienung, die ich blind bedienen kann.

    Links: MedEL: Implantat MI 1200 Synchrony 24mm - SP EAS-Sonnet OP 01.06.18 EA 16.07.18 - MHH

    Rechts: MedEL: Implantat MI 1250 Synchrony 28mm - SP Sonnet 2 OP 17.09.19 EA 21.10.19 - MHH

  • Ja, das Bauchgefühl hat mich dazu gedrängt, hier zu fragen. Ich sehe es irgendwie nicht ein, nur wegen der Kompatibilität ein HG zu nehmen, mit dem ich weniger Sprachverstehen habe. Ich weiß noch von der Voruntersuchung, wie erstaunt alle waren, dass ich bei meiner Hörkurve links überhaupt noch auf 65% Sprachverstehen komme.

    Und auch mir ist das Sprachverstehen am wichtigsten, ich muss beruflich viel kommunizieren und telefonieren (telefonieren funktioniert sogar am besten ohne Hörhilfe).


    Vor ca. zwei Jahren hatte ich mal spaßeshalber den Nachfolger von meinem Oticon getestet und war begeistert, weil der Klang irgendwie voller/tiefer war als bei meinem jetzigen. Ich glaube, vor einer Entscheidung werde ich den Nachfolger auf jeden Fall testen. Das Resound HG habe ich jetzt erst einmal bis zum 21.01., genug Zeit zum testen ist also da.

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Dann hast Du ja noch einige Zeit zum kennenlernen (testen). Dir weiterhin alles Gute.

    Mit freundlichem Gruß

    Thomas

    Links: MedEL: Implantat MI 1200 Synchrony 24mm - SP EAS-Sonnet OP 01.06.18 EA 16.07.18 - MHH

    Rechts: MedEL: Implantat MI 1250 Synchrony 28mm - SP Sonnet 2 OP 17.09.19 EA 21.10.19 - MHH

  • I........In Anbetracht der Tatsache, dass ich das HG größtenteils privat bezahle (wegen Versicherungsauschluss bekomme ich nur 750,-€ Beihilfe, den Rest muss ich selbst zahlen), ist mir das Quattro in der Luxusversion einfach zu teuer. Meine Akustikerin meint, die Basisversion täte es auch, zumal ich mit dem CI nach ihrer Auffassung sehr gute Fortschritte mache. Das HG wäre bald in erster Linie für das Klangvolumen, das CI für das Verständnis. ……..


    Vielen Dank schon einmal

    In diesem Sinne

    Terry

    Hallo,

    der Akustiker wird dir sicherlich verschiedene Geräte von Resound zum testen geben, so war es bei mir jedenfalls. Ich bin ebenfalls Beihilfe berechtigt und habe mich dann für das Enya entschieden. Bin sehr zufrieden. CI und HG kann leicht und schnell mit den Zubehör von Cochlear gekoppelt werden. Minimic und Phone-Clip funktionieren sehr gut. Sprache und Musik kommt klar an beide Geräte.

    E$s grüßt dich

    Biker

    Rechts Cochlear Kanso; OP 25.04.2017 UNI-KLINIK Halle;
    Links HG Enya 3 von Resound seit September 2018
    Zubehör: Cochlear™ Wireless Mini Microphone (Minimikrofon 2+); Telefonclip+ von Resound

  • Ganz ehrlich?



    Ich würde mir genau das HG holen wollen, womit ich im Alltag am besten höre kann, und zwar so natürlich es nur geht, klar und deutlich, sauber und ohne zusätzliche Hilfsmittel.

    Immerhin wird man es ja die nächsten 6-7 Jahren nutzen müssen, bevor es dann das nächste neue Gerät gibt.


    Für spezielle Dinge, wo man dann tatsächlich Hilfsmitteln nutzen möchte, bzw es nutzen muß, wird es sicherlich auch irgendwelche, durchaus befriedigende Lösungen geben, wie man es dennoch miteinander koppeln könnte.


    Gruß Sheltie

  • Natürlich ganz ehrlich;)

    Wo, wenn nicht hier unter uns Betroffenen kann ich wirklich ehrliche Antworten und Meinungen erwarten? Sind wir nicht die Fachleute? Frei von Marketingstrategien und Verkaufsgedanken. Und auch ganz ehrlich: welcher Normalhörende kann denn wirklich nachvollziehen, wie es ist, schwerhörig zu sein?


    Dein Beitrag, Sheltie, war sogar ganz besonders hilfreich für mich, weil er mich an meine eigenen Erfahrungen erinnert hat: Ich hatte 1981 und 1999 bereits HG's verordnet bekommen, sie aber nach kurzer Zeit nicht mehr benutzt, weil sie mir nur in "Unterrichtssituationen", wie ich sie damals nannte (also ohne Störschall und nur einer spricht) nutzten. Bei den Oticons 2012 hatte ich erstmals das Gefühl, dass meine Lebensqualität damit tatsächlich gesteigert wird. Und meinen Eigenanteil von rund 4.000,-€ dann auch gerne gezahlt, das war es mir wert. :)


    Wie gut ich tatsächlich mit dem CI werde hören können, steht doch in den Sternen, auch wenn es sich sehr gut anlässt. Also ist es am wichtigsten, mit dem anderen Ohr bestmöglichst versorgt zu sein. Und sollte mein CI-Ohr das andere dann irgendwann überholen, bleibt es eine Win-Win-Situation...


    Vielen Dank!

    In diesem Sinne liebe Grüße

    Terry

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Hallo Terry,


    Sohnemann hat sich letztes Jahr für ein neues HG entschieden. Die Maßgabe war klar und eindeutig, Sprachverstehen geht vor Technikaffinität 😉. Vor der Neuversorgung hatte er auch Oticon, davor Phonak. Und auch sein Sprachverstehen haut mit dem Tonaudiogramm eigentlich nicht hin.


    Er hat dann probiert und ist beim Resound Linx gelandet. Die Klangqualität ist für ihn prima und das Sprachverstehen überzeugt. Und dass er nun alles übers Handy regeln kann ist für ihn das besondere Schmankerl. Für uns eher nicht, da wir jetzt ( im Gegensatz zu Kopfhörern) nicht mehr sehen, wenn er für uns nicht mehr online ist 🤪.


    Wir haben vor der endgültigen Versorgung nochmal ausführlich gesprochen und nochmal betont, dass das Sprachverstehen im Vordergrund stand. Er hätte sich auch für Oticon oder Phonak entschieden, wenn es besser gewesen wäre.


    Viel Glück bei der Auswahl 😊👍!


    VG Fibi

    Sohn (18 Jahre) rechts HG Linx von Resound bei hochgradiger SH

    links CI von Cochlear - OP am 04.05.2018 / EA 18.06.2018

  • Ich wollte eigentlich noch darauf antworten:

    Und deshalb möchte ich euch um eure Erfahrungswerte bitten. Wie wichtig bzw. in welchen Situationen ist es denn überhaupt erforderlich, dass HG und CI gekoppelt sind?

    Wer benutzt auch ein HG, das nicht von Resound stammt, zusammen mit dem CI von Cochlear? Oder hat gewechselt zu ReSound mit welchen Erfahrungen?

    Welche Argumente sprechen für oder gegen das kompatible HG?

    Hatte ja ganz zu Anfang auch ein HG mit meinem ersten CI gehabt!

    Hörgerät war von Phonak, CI ist von Cochlear.

    Damals, als ich mich noch informiert hatte und auf der Suche nach DEM CI für mich war, wußte ich schon, daß Phonak mit AB zusammenarbeitet und man die Geräte auch miteinander "verbinden" konnte. Die Idee dahinter fand ich schon irgendwo cool!

    Aber, aus irgendeinem Grund war mir das irgendwie nicht so wichtig gewesen :/

    Ich wollte mit dem CI ja auch nur (wieder) hören (können), und habe mich für das Produkt entschieden, welches mir aus unterschiedlichen Gründen eher zugesagt hatte.


    Ich hatte noch nicht einmal gewußt, daß es sogar mit Cochlear ein "Verbindungs"-HG gibt ^^

    Bin dann natürlich auch bei meinem Phonak, womit ich zum aktuellen Zeitpunkt total zufrieden gwesen war, geblieben. Es gab auch einfach keinen Grund, da zu wechseln!


    Obwohl ich dann zwei verschiedenen Marken am Kopf hatte, und zudem ja eh an Taubheit grenzend schwerhörig war, hatte es zu meinem eigenen Erstaunen sehr gut geklappt. Meine HG Seite war ja, was die Geräusche und Klänge betraf, ja die "normale" Seite gewesen, welches mir beim Hören lernen auch ziemlich gut geholfen hatte, wenn ich etwas identifizieren mußte.

    Das war lustigerweise immer unterstützend gewesen, und man hatte sofort gemerkt, wenn eine Seite ab war. Da war gleich die komplette Umgebung total leise geworden!



    Und dann noch der Clou!

    Ich hatte ja für mein HG Seite eine FM Anlage bekommen, welches mit einem sogenannten Schuh am HG gekoppelt war. Das hatte mir dann bei Schulungen und Seminaren geholfen, daß ich zumindest den Hauptredner deutlich verstehen konnte.

    Diesen "Schuh" kann ich auch an meinem Minimic drauf machen. Also hatte der Sprecher meine FM Anlage um den Hals gehängt bekommen, und ich hatte an meinem HG den einen "Schuh" angebracht, und der zweite befand sich dann am Minimic, welchen ich dann einfach an meinem Körper befestigt hatte, und somit ist dann auch mein CI mit der FM Anlage gekoppelt.


    Liest sich zwar total umständlich.

    Aber, hey, das war eine Lösung, die prima funktioniert hatte, und das, obwohl es zwei "betriebsfremde" Geräte waren.

    Da das die Hauptsache (für mich) war, war mir das auch egal gewesen, wie das Ganze dann für Fremde ausgesehen haben mußte ^^




    Ich wünsche Dir auf jeden Fall, daß Du DAS HG findest, womit Du am besten klar kommst!

    Denn, nach meinem Gefühl glaube ich schon, daß ein gutes HG gerade zu Anfangszeit mit einem CI sehr unterstützend helfen kann.

    Und, wenn irgendwann die CI Seite wirklich dominieren wird, so wird trotzdem das HG sehr gute Dienste tun! Die Umgebung klingt lauter, man kann Stereo hören, und kriegt trotzdem eine Menge mehr mit.



    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Wie gut ich tatsächlich mit dem CI werde hören können, steht doch in den Sternen, auch wenn es sich sehr gut anlässt.

    Hallo Terry,


    hören tust Du ja schon! :) Du meinst wohl eher die Frage aller Fragen: Wie, wann und ob das sich das freie Sprachverstehen "zündet" und

    entwickelt....?! Nun, da wird wohl niemand eine Prognose wagen wollen.


    Nimm das Hörgerät, von dem Du ein gutes Bauchgefühl hast und eindeutig merkst, dass es zu Dir passt. Es sollte das Gespann CI/SP "katalysieren" und in kritischen akustischen Situationen anfangs und auch später noch Orientierung geben können ....

  • Hallo Terry,


    ich war vor der OP beidseitig mit HG von Phonak versorgt. Damit kam ich wunderbar klar und hatte dazu jedemenge Zubehör (RogerPen, ComPilot, RogerMic usw.) Dann kam für mich links nur noch ein CI in frage und hatte mich dann für AB entschieden. Ausschlaggebend war bei mir, ich kann mein ganzes Zubehör weiter nutzen, mein Akustiker kann Beides - CI und HG - ich komme mit Phonak sehr gut klar -HG technisch - und es gibt ein HG passend zum CI. Das passende HG ist das Naida Link und es ist fast das selbe wie mein altes Naida Q30 UP - nur luxuriöser.

    An deiner Stelle, würde ich mir ein HG suchen welches dir das bestmögliche Verstehen bringt. Ein guter Akustiker kann das HG so an das CI anpassen, dass es ein homogenes zusammenspiel ergibt und du ein gutes Verstehen erreichst. Mit ein bischen Suchen und fragen, wird sich auch kompatibles Zubehör finden lassen oder Lösungen, um HG und CI zu verbinden. Teste einfach weiter, bis du mit dem HG zufrieden bist.