Cochlea Implantat: Erfahrungsbericht von A bis Z

  • Wie kommt jemand dazu, sich für ein CI zu entscheiden?

    Wie erlebt jemand die Zeit rund um die Operation?

    Wie erlebt jemand die Phase der Wundheilung nach der OP und wie gestaltet er sie?

    Wie kommen bei jemandem mit einem frisch gesetzten CI die ersten Höreindrücke an?

    Wie trainiert jemand sein Hören mittels CI und was erlebt er dabei?


    Auf diese Fragen findet man in diesem Forum an verschiedensten Stellen viele Antworten. Zunehmend werden sich darunter auch die Meinigen finden.


    Zusätzlich habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Antworten im zusammenhängenden Erfahrungsbericht des Jemand namens Theo festzuhalten. Er ist hier einsehbar: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com .


    Weil meine CI-Operation am 9. Januar 2019 stattfand, ist mein Bericht noch unvollständig. Er wird aber laufend ergänzt.


    Warum ich das mache? Ich hatte mir auf dem Weg zur Entscheidung für ein CI mehr solche zusammenhängenden Erfahrungsberichte gewünscht und stelle mir vor, dass auch andere danach Ausschau halten.


    Ich habe keinerlei Ambition, mich als besonders lehrreichen Fall zu sehen. Und ob ich Erfolg haben werde beim Hören mittels CI steht heute ja noch in den Sternen. Ich stelle einfach meine verschriftlichte Erfahrung zur Verfügung, to whom it may concern, wie es englisch so schön heisst.

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

    Implantat-Rechts 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, Synchrony mit Flex28-Elektrodenkabel von MED-EL; Sprachprozessor: Rondo2 Feb. 2019-Okt.2019; Sonnet 2 ab Nov. 2019

    Links: Hörgerät Pure 5 (Signia); Hörverlust 90% (CPT-AMA, Messung 05.2019)

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Hallo Theo,


    das ist erstmal eine gute Idee, auch um die eigene CI-Karriere etwas zu reflektieren und vor allem auch andere an diesem CI-Findungs- und Entscheidungsprozess - und was nach der Entscheidung dann so passieren kann - teilhaben zu lassen..


    Letztlich geht ja jeder seinen eigenen Weg, es gibt keine zwei gleichen CI-Historien, jedoch gleichwohl sehr viel sich ähnelnde. Von daher kann Dein Erfahrungsbericht - auch in Form eines "mobilen PDF" - schon sehr hilfreich sein, so etwa als Roter Faden der Eventualitäten ....


    Verlinke Deine Seite noch in Deiner Fusszeile, dann wandert diese noch durch Deine Threads mit und wird nicht sogleich untergehen.


    Weiter viel Erfolg und auch viel Spass dabei - Deine Herangehensweise ist auf jeden Fall nicht verkehrt.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Hallo Theodor

    Ich finde deinen Bericht spannend, das mit der OP ohne Kostengutsprache finde aber sehr mutig. In der Schweiz übernimmt die IV in der Regel bei Leuten die noch nicht im AHV Alter sind die Kosten für den Prozessor, die Anpassungen und das Hörtraining. Wenn man im AHV Alter ist, aber nicht mehr, vor allem das Hörtraining wird dann nicht mehr bezahlt.


    Von der Krankenkasse hast du aber eine Kostengutsprache gehabt? Weil die OP mit allem drum und dran ist auch nicht ganz günstig, da komme nochmals einige 10 000 CHF zusammen, für OP, Implantat usw.

    Wieso hat nicht die Klinik die Kostengutsprache eingeholt? In Bern holt das CI Zentrum alle Kostengutsprachen ein und im Normalfall muss man nichts dazu machen und es klappt.


    Ich wünsche dir viel Erfolg auf deiner Hörreise, weil der anstrengendste Teil beginnt für dich ja erst nicht, nämlich das neue Hören lernen.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Ich finde deinen Bericht spannend, das mit der OP ohne Kostengutsprache finde aber sehr mutig. In der Schweiz übernimmt die IV in der Regel bei Leuten die noch nicht im AHV Alter sind die Kosten für den Prozessor, die Anpassungen und das Hörtraining. Wenn man im AHV Alter ist, aber nicht mehr, vor allem das Hörtraining wird dann nicht mehr bezahlt.

    Exakt heute, Nikita, am Tag deiner Rückmeldung, habe ich nun die Kostengutsprache der Invalidenversicherung (IV) für den Sprachprozessor erhalten. Mein erstes Gesuch vom September 2018 war abgelehnt worden, weil mir die IV vor noch nicht langer Zeit eine Bi-CROS-Hörversorgung finanziert hatte. Gegen den ablehnenden Entscheid legte ich Einspruch ein und zeigte auf, dass sich mein Hörvermögen in sehr kurzer Zeit drastisch verschlechtert hat. Zum ersten ablehnenden Entscheid hat nach meiner Einschätzung der ärztliche Bericht/Antrag des Unispitals Zürich beigetragen. Meine Empfehlung deshalb: Wenn ärztliche Anträge an die IV anstehen, sich diese immer zuerst zeigen lassen.


    Noch von wegen "Mut": Da ich mich auf eine vollständige Ertaubung hinsteuern sah, war die Kostenübernahme für mich sekundär. Ich hätte mein letztes Hemd für den CI-Sprachprozessor gegeben.

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

    Implantat-Rechts 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, Synchrony mit Flex28-Elektrodenkabel von MED-EL; Sprachprozessor: Rondo2 Feb. 2019-Okt.2019; Sonnet 2 ab Nov. 2019

    Links: Hörgerät Pure 5 (Signia); Hörverlust 90% (CPT-AMA, Messung 05.2019)

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Ja, das ist so, man hat nur alle paar Jahre Anrecht auf neue Hörgeräte. Ich hatte diesbezüglich keine Probleme gehabt, meine CROS Versorgung war schon 8 Jahre alt gewesen.
    Ich lasse mir grundsätzlich eine Kopie aller Arztberichte zusenden, so weiss ich Bescheid.


    Das mit dem letzten Hemd war bei mir auch ein Thema, ich wurde implantiert als die KKs in der Schweiz eigentlich bei SSD noch nicht bezahlen mussten und wäre auch bereit gewesen einen Teil selber zu finanzieren, resp. den Prozessor oder die OP. Musste dann zum Glück nicht sein.


    Ich hatte mich vor der OP für den Kanso entschieden, aber nach mehreren Monaten gemerkt, dass der Prozessor zu schwer ist und mir Kopfschmerzen bereitet, habe dann mit ein bisschen Mühe auf ein Hinter dem Ohrgerät wechseln können und bin seither viel zufriedener und habe keine Kopfschmerzen mehr und die grosse Müdigkeit deswegen ist auch weg.
    Also auch beim Rondo evtl. die HdO Alternative auch Testtragen und erst dann entscheiden. Ist ja noch schwierig zu sagen was man tragen will, wenn man nicht beide Typen getragen hat.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Also auch beim Rondo evtl. die HdO Alternative auch Testtragen und erst dann entscheiden. Ist ja noch schwierig zu sagen was man tragen will, wenn man nicht beide Typen getragen hat.

    Ich habe bei Med-El angefragt, ob ich den Rondo (Knopf) und das Sonnet (HdO) ausprobieren dürfte und mich erst dann für ein Gerät entscheide. Med-El sagte zu, verwies mich aber ans CI-Zentrum für die konkrete Abwicklung. Das CI-Zentrum Zürich hat es dann abgelehnt, zwei Geräte zu bestellen. Das sei zu aufwändig. Und wenn sie es bei mir machten, müssten sie es allen Kunden anbieten. Ende der Diskussion. Nicht sehr kundenfreundlich, finde ich. Ich überlege mir, nochmals einen Vorstoss zu machen. Ist beim CI-Zentrum Bern ein Testtragen von verschiedenen Prozessortypen möglich?

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

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  • Ich habe bei Med-El angefragt, ob ich den Rondo (Knopf) und das Sonnet (HdO) ausprobieren dürfte und mich erst dann für ein Gerät entscheide. Med-El sagte zu, verwies mich aber ans CI-Zentrum für die konkrete Abwicklung. Das CI-Zentrum Zürich hat es dann abgelehnt, zwei Geräte zu bestellen. Das sei zu aufwändig. Und wenn sie es bei mir machten, müssten sie es allen Kunden anbieten. Ende der Diskussion. Nicht sehr kundenfreundlich, finde ich. Ich überlege mir, nochmals einen Vorstoss zu machen. Ist beim CI-Zentrum Bern ein Testtragen von verschiedenen Prozessortypen möglich?

    Nein, eigentlich ist die Ausgangslage sehr ähnlich und man muss sich vor der OP für einen Prozessor entscheiden. Aber man kann diese ja gar nicht ausprobieren, ich finde das auch noch speziell. Ich habe mich dummerweise für mich für den falschen Prozessor entschieden, mich dann aber durchgesetzt und durfte einen Nucleus Probetragen, nach einigem Hin und Her und Diskussionen mit Cochlear und dem Ci Zentrum konnte ich dann wechseln, muss aber noch ca. 500 CHF zahlen für die Reinigung meines Kanso, damit sie den weitergeben können. Obwohl ich denke er landet einfach in der Schublade der Austauschgeräte der Insel und fertig. Ich finde wenn man sich schon für einige Jahre für ein Gerät entscheiden muss dann sollte man das auch Testtragen können. In einigen deutschen Zentren ist dies problemlos möglich, aber bei uns hier in Bern eigentlich auch nicht. Ich durfte zudem nicht auf den neusten Cochlear Prozessor wechseln, sondern auf das Vorgängermodell, sonst hätte ich 12 000 CHF zahlen müssen für das neuste Geräte. Naja, ich bin auch nicht wirklich zufrieden so, ist aber besser als nicht und ich habe daraus gelernt, dass man sich nicht ab der Optik leiten lassen soll, sondern lieber bei erfahrenen Trägern nachfragen oder eben selber beides testen. Ehrlich gesagt, hätte ich am Anfang auch gar keinen Unterschied bemerkt oder keine Energie gehabt zum testen, da ist man so mit sich selber beschäftigt, dass viel mehr gar nicht drin liegt. Die können ja von ihren Ausleihgeräten zum testen anbieten und man muss sich erst danach entscheiden, irgend so einen Weg müsste es doch geben, ist wohl aber aufwändiger als einfach sagen x und dann dies auch nehmen, egal ob es passt oder nicht.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Ich habe auch fünf Jahre Rondo getragen, und etwa um 2014 herum bot Med-El im Rahmen einer Neuversorgung den Sönnet und den Rondo im Doppelpack an. Leider habe ich dies um ein halbes Jahr zu spät verpasst.


    Seit letzten Mai 2018 habe ich nun beidseitig ein (von der Krankenkasse bezahltes) Upgrade auf die Sonnets bekommen und bin sehr zufrieden damit. Die Richtmikrofone der Sonnets sind vor allem im Störschall eine echte Offenbarung - und ich höre im Gegensatz zu den Rondos wieder, was von vorne kommt. Das war mit den Rondos viel komplizierter und anstrengender beim Hören. Allerdings sind diese bei mir auch recht weit hinten platziert gewesen. Heute benutze ich die Rondos nur noch in der Therme - da sind die doch unempfindlicher im Umgang und dort reicht mir das Hören damit aus.


    Wer jedoch die Gelegenheit hat, Knopf und Hinterohr testen zu können: auf jeden Fall ausprobieren!

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


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    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Hallo Theodor,

    erstmal Glückwunsch zur Implantation und hoffentlich klappt alles wie du dir es erwünscht.

    Ich hatte das selbe Problem wie du mit irgendwo eine Geschichte zur CI Entscheidung und dem daraus resultierenden Marathon, OP, Schmerzen, Tests, Technik usw. lesen zu können. Zum Glück kenne ich einige CI-Träger und konnte mir da meine Informationen holen, aber bei einigen lag die Implantation schon länger zurück und Erinnerungen verblassen ja.

    Deshalb habe auch ich im KH direkt am Abend der OP angefangen einen Blog darüber zu schreiben. Da hab ich meinen Weg der Schwerhörigkeit bis hin zur OP und EA auf geschrieben. Im Moment sind es 13 Teile und werden kontinuierlich erweitert.

    Der Blog ist in Facebook zu finden. Den Link setze ich in meine Signatur.

  • Hallo Ralle,

    Danke für den Hinweis auf Deinen Blog. Ich hab mich sofort auf die beiden Teile zur Erstanpassung gestürzt. In zwei Wochen ist es auch bei mir soweit. Einiges an Deinen Schilderungen hat mich verblüfft:

    • Du bist nach der Erstanpassung ja unheimlich schnell zum Sprachverstehen gekommen. Die individuellen Unterschiede sind schon unglaublich gross. Ich habe die Einträge von irvilu hier im Forum verfolgt, die nach vier Tagen Sprachprozessor erst ein leises Zirpen hört.
    • Bei Dir wurde unmittelbar nach der OP eine Ort Soundcheck gemacht, so dass Du bereits feststellen konntest, dass Töne rüber kamen und Du sogar Worte verstehen kannst. Das hätte ich mir auch gewünscht, weil sich bei mir Worst-Case-Phantasien, in denen sich bei der Erstanpassung zeigt, dass gar nichts rüberkommt, nicht verscheuchen lassen.
    • Erstaunt hat mich auch die lange Krankschreibung und dass die Erstanpassung stationär erfolgte. Das muss mit Gepflogenheiten des deutschen Gesundheitssystems zu tun haben. In Zürich (Schweiz) war ich zur OP zwei Tage im Spital und dann 10 Tage krankgeschrieben. Für die Erstanpassung habe ich einen ambulanten Termin von zwei Stunden und den nächsten vier Wochen danach. Dass ich nun von der "Luxusbehandlung" in Deutschland weiss, wird mich ermutigen, allenfalls etwas mehr Unterstützung anzufordern, wenn ich denke, das könnte mir nützen.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Deine CI-Hör-Lernkurve steil bleibt.

    Theo

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

    Implantat-Rechts 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, Synchrony mit Flex28-Elektrodenkabel von MED-EL; Sprachprozessor: Rondo2 Feb. 2019-Okt.2019; Sonnet 2 ab Nov. 2019

    Links: Hörgerät Pure 5 (Signia); Hörverlust 90% (CPT-AMA, Messung 05.2019)

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Hallo Theodor,

    Hallo Ralle,

    Danke für den Hinweis auf Deinen Blog. Ich hab mich sofort auf die beiden Teile zur Erstanpassung gestürzt. In zwei Wochen ist es auch bei mir soweit. Einiges an Deinen Schilderungen hat mich verblüfft:

    • Du bist nach der Erstanpassung ja unheimlich schnell zum Sprachverstehen gekommen. Die individuellen Unterschiede sind schon unglaublich gross. Ich habe die Einträge von irvilu hier im Forum verfolgt, die nach vier Tagen Sprachprozessor erst ein leises Zirpen hört.

    Das stimmt! Jeder Mensch ist da individuel und es kommt auch auf die Einstellung drauf an. Wenn ich das Implantat und die daraus resultierende Arbeit akzeptiere und mich auch drauf freue, klappt es meist besser als wenn man etwas widerwillig und nicht direkt aus freien Stücken macht.

    Organische und körperliche Probleme und Besonderheiten klammer ich mal aus.


    • Bei Dir wurde unmittelbar nach der OP eine Ort Soundcheck gemacht, so dass Du bereits feststellen konntest, dass Töne rüber kamen und Du sogar Worte verstehen kannst. Das hätte ich mir auch gewünscht, weil sich bei mir Worst-Case-Phantasien, in denen sich bei der Erstanpassung zeigt, dass gar nichts rüberkommt, nicht verscheuchen lassen.

    Der Soundcheck wurde sogar wärend der OP gemacht. Deshalb ist mein physikalischer Doktor als Techniker immer bei den OPs anwesend und kontrolliert direkt die Funktionsfähigkeit und auch, ob die Elektroden sitzen wo sie sollen.

    Am Tag nach der OP wurde der Check mit meinem vollen Bewustsein gemacht, um die EA gut starten zu können. Naja, auch wollte der Doktor mir zeigen was geht und damit ich mich auf den SP freue. ;)



    • Erstaunt hat mich auch die lange Krankschreibung und dass die Erstanpassung stationär erfolgte. Das muss mit Gepflogenheiten des deutschen Gesundheitssystems zu tun haben. In Zürich (Schweiz) war ich zur OP zwei Tage im Spital und dann 10 Tage krankgeschrieben. Für die Erstanpassung habe ich einen ambulanten Termin von zwei Stunden und den nächsten vier Wochen danach. Dass ich nun von der "Luxusbehandlung" in Deutschland weiss, wird mich ermutigen, allenfalls etwas mehr Unterstützung anzufordern, wenn ich denke, das könnte mir nützen.

    Die lange Krankschreibung hat nichts mit Luxus zu tun. Es hat teilweise auch arbeitsrechtliche Aspekte den Arbeitnehmer auskurieren zu lassen. Ich z.B. arbeite im Handel und habe ständigen Kundenkontakt. Auch muss Ware geholt, veräumt und auch sonstige Lasten getragen und gehoben werden. Wenn du da nach drei Tagen wieder arbeiten gehst und 30 Kg heben musst vom Boden in eine Höhe von ca. 1,80 Meter, kannste dir vorstellen wie der Kreislauf arbeiten muss und dir eventuell deine OP Wunde aufbrechen kann. Auch ist man ja nicht der Jüngste und es könnten Gleichgewichtsstörungen aufrtreten, deshalb zuhause bleiben und aus kurieren.

    Die EA will der physikalische Doktor lieber Stationär machen, damit Einstellung schnell geändert werden können und unsereins sich langsam an die neue Situation gewöhnt. Da ist es aber auch von KH zu KH unterschiedlich. In manchen KHs oder Uni-Kliniken wird die EA schon am nächsten oder übernächsten Tag vorgenommen.

    Unterstützung anfordern bzw. "einfordern" ist nie verkehrt! Es wird dir nie alles gesagt was dir zusteht oder was du haben oder bekommenkönntest bzw. worauf du Anspruch hast. Das alles kostet Geld und was du unwissend nicht bekommst behält die KK, KH oder andere Involvierte.


    Dank dir für deine Wünsche und ich wünsche dir auch eine gute und spannende Hörreise, es lohnt sich ;):)

  • Man darf die Schweiz nicht mit Deutschland vergleichen, das System der Krankenkassen funktioniert hier ziemlich anders und auch ist hier mehr Kostendruck spürbar. Zudem sind hier verschiedene Versicherungen zuständig, die KK und die IV, welche je einen Teil übernehmen.


    Die CI Op wird in der Schweiz meist so gemacht, das man am Vortag eintritt, dann OP Tag und meist am nächsten Tag schon heim kann, evlt. noch eine Nacht bleibt wenn Schwindel oder sonstige Komplikationen auftreten. Hier arbeiten die KKs mit Fallpauschalen, da muss die Klinik schauen dass ihre Patienten nicht zu lange bleiben, sonst machen sie einen Verlust.

    Krankschreibung ist je nach Beruf unterschiedlich, wenn man schwer heben muss ist es logisch dass man länger krank geschrieben wird. Wenn man einen Beruf ohne viel körperlichen Einsatz hat, kann man aber meiner Meinung nach nach zwei Wochen, falls keine zusätzlichen Komplikationen auftragen, wieder arbeiten gehen.


    Die EAs finden hier immer ambulant statt, man hat ca. einen zweistündigen Termin beim Ingenieur und dann eine Woche später wieder, nochmals eine Woche später und dann in grösseren Abständen, z.B. nach eine Monat, nach zwei Monaten usw. Dies kann je nach Bedarf geändert werden.
    Das Hörtraining findet hier nicht in der Klinik statt, sondern bei einer Audiologin und kann wöchentlich oder in größern Abständen stattfinden.


    Stationäre Rehas gibt es hier für CI Träger nicht, auch bei anderen Verletzungen und Operationen wird dies viel seltener bewilligt, nur falls unbedingt nötig.

    Unterstützung anfordern bzw. "einfordern" ist nie verkehrt! Es wird dir nie alles gesagt was dir zusteht oder was du haben oder bekommenkönntest bzw. worauf du Anspruch hast. Das alles kostet Geld und was du unwissend nicht bekommst behält die KK, KH oder andere Involvierte.


    Dank dir für deine Wünsche und ich wünsche dir auch eine gute und spannende Hörreise, es lohnt sich ;):)

    Das stimmt hier auf jeden Fall so nicht, alle Kosten welche nicht verursacht werden werden auch nicht verrechnet, wird auch in Deutschland so sein und es ist nicht in jedem Fall sinnvoll alles unbedingt zu verlangen, dies steigert nur die Kosten für die Allgemeinheit und die Prämien für die KKs steigen noch mehr. Es muss ja nicht jeder CI Träger die gleichen Hilfsmittel haben und die gleiche Therapie, Reha usw. es macht wirklich Sinn zu schauen was man braucht und was nicht. Ich staune immer wieder ab den Forderungen welche hier gestellt werden. Dieses Geld kommt ja nicht vom Himmel oben, sondern aus dem Topf welche wir alle einzahlen.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Am Tag nach der OP wurde der Soundcheck mit meinem vollen Bewustsein gemacht, um die EA gut starten zu können. Naja, auch wollte der Doktor mir zeigen was geht und damit ich mich auf den SP freue.


    Ich staune immer wieder ab den Forderungen welche hier gestellt werden. Dieses Geld kommt ja nicht vom Himmel oben, sondern aus dem Topf welche wir alle einzahlen.

    Ich finde es super, dass wir hier über die Landesgrenzen hinaus austauschen können, wie die CI-Versorgung im Gesundheitssystem gemanagt wird. Dabei werden einem auch Möglichkeiten aufgezeigt, an die man nie gedacht hätte. Ich bin mit Dir, Nikita, einverstanden, dass es nicht darum gehen kann, einfach überall (Krankschreibung, stationäre Aufenthalte) pauschal das Maximum bzw. Teuerste herauszuholen. Aber dort, wo wirklich ein Mehrwert für den Patienten entsteht, finde ich es sinnvoll, sich im eigenen Land für Verbesserungen einzusetzen, die man anderen Ländern abgucken kann.

    Ein solches Beispiel finde ich den Soundcheck nach der Operation, wie er bei Ralle durchgeführt worden ist. Dies scheint auch keine besonders aufwändige Sache zu sein. Der Check gibt mir als Betroffenem aber Vertrauen, dass das Implantat grundsätzlich funktioniert und eine erste Live-Ahnung, was auch mich zukommt. Ich denke, mir hätte das sehr geholfen. Ich befinde mich ja jetzt gerade in der Wartezeit auf die Erstanpassung. Oft quält mich die Befürchtung, ich könnte zu jenen seltenen Fällen gehören, bei denen das Implantat gar nichts an den Hörnerv rüberbringt.

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

    Implantat-Rechts 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, Synchrony mit Flex28-Elektrodenkabel von MED-EL; Sprachprozessor: Rondo2 Feb. 2019-Okt.2019; Sonnet 2 ab Nov. 2019

    Links: Hörgerät Pure 5 (Signia); Hörverlust 90% (CPT-AMA, Messung 05.2019)

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Ich finde es super, dass wir hier über die Landesgrenzen hinaus austauschen können, wie die CI-Versorgung im Gesundheitssystem gemanagt wird. Dabei werden einem auch Möglichkeiten aufgezeigt, an die man nie gedacht hätte. Ich bin mit Dir, Nikita, einverstanden, dass es nicht darum gehen kann, einfach überall (Krankschreibung, stationäre Aufenthalte) pauschal das Maximum bzw. Teuerste herauszuholen. Aber dort, wo wirklich ein Mehrwert für den Patienten entsteht, finde ich es sinnvoll, sich im eigenen Land für Verbesserungen einzusetzen, die man anderen Ländern abgucken kann.

    Ein solches Beispiel finde ich den Soundcheck nach der Operation, wie er bei Ralle durchgeführt worden ist. Dies scheint auch keine besonders aufwändige Sache zu sein. Der Check gibt mir als Betroffenem aber Vertrauen, dass das Implantat grundsätzlich funktioniert und eine erste Live-Ahnung, was auch mich zukommt. Ich denke, mir hätte das sehr geholfen. Ich befinde mich ja jetzt gerade in der Wartezeit auf die Erstanpassung. Oft quält mich die Befürchtung, ich könnte zu jenen seltenen Fällen gehören, bei denen das Implantat gar nichts an den Hörnerv rüberbringt.

    Der Test des Implantates wird hier standartmässig während der OP gemacht und auch gemessen was der Nerv erträgt und was nicht. Diese Werte helfen bei der weiteren Einstellung dann weiter. Das gehört aber dazu um die Funktion des Implantates zu testen bevor man alles wieder verschliesst.

    Dies wird wohl auch in D so sein.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Der Test des Implantates wird hier standartmässig während der OP gemacht und auch gemessen was der Nerv erträgt und was nicht. Diese Werte helfen bei der weiteren Einstellung dann weiter. Das gehört aber dazu um die Funktion des Implantates zu testen bevor man alles wieder verschliesst.

    Dies wird wohl auch in D so sein.

    Das ist mir bekannt. Das Besondere an der Erfahrung von Ralle ist aber gerade, dass der Soundcheck des Implantats einen Tag nach der OP bei vollem Bewusstsein des Patienten wiederholt wurde. Das ist auf der psychischen Ebene vertrauensbildend.

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

    Implantat-Rechts 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, Synchrony mit Flex28-Elektrodenkabel von MED-EL; Sprachprozessor: Rondo2 Feb. 2019-Okt.2019; Sonnet 2 ab Nov. 2019

    Links: Hörgerät Pure 5 (Signia); Hörverlust 90% (CPT-AMA, Messung 05.2019)

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Theodor

    Mir reichte es als der Operateur meinte es habe während der OP geklappt und das Ci funktioniere. Mir wäre es zu stressig gewesen direkt nach der OP den SP schon am Kopf zu haben, da war auch alles noch geschwollen und dick verpackt.


    Die EA war schon anstrengend genug danach, also beides aufs Mal wäre einfach zu viel und bringt ja auch wenig, es macht Sinn das OP Gebiet, vor allem den Magneten erstmals in seinem Bett verankern zu lassen und erst nach ein paar Wochen EA zu machen samt Prozessor.

    Man hört eh nicht direkt gut, sondern evtl. nur ein Pipen, Brummen oder spürt nur Impulse. Erst durch viel Training wird es dann zu der Sprache wie man sie sich gewohnt ist.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18


  • Das Hörtraining findet hier nicht in der Klinik statt, sondern bei einer Audiologin und kann wöchentlich oder in größern Abständen stattfinden.


    Stationäre Rehas gibt es hier für CI Träger nicht, auch bei anderen Verletzungen und Operationen wird dies viel seltener bewilligt, nur falls unbedingt nötig.

    Das stimmt hier auf jeden Fall so nicht, alle Kosten welche nicht verursacht werden werden auch nicht verrechnet, wird auch in Deutschland so sein und es ist nicht in jedem Fall sinnvoll alles unbedingt zu verlangen, dies steigert nur die Kosten für die Allgemeinheit und die Prämien für die KKs steigen noch mehr. Es muss ja nicht jeder CI Träger die gleichen Hilfsmittel haben und die gleiche Therapie, Reha usw. es macht wirklich Sinn zu schauen was man braucht und was nicht. Ich staune immer wieder ab den Forderungen welche hier gestellt werden. Dieses Geld kommt ja nicht vom Himmel oben, sondern aus dem Topf welche wir alle einzahlen.

    Bei uns bzw. bei mir findet das Hörtraining nicht in der Klinik statt sondern beim Logopäden. Dafür brauch ich eine Verordnung eines HNO-Arztes. Damit zum Logopäden und trainieren. Nach der verordneten Anzahl der Sitzungen muss der Logopäde einen Bericht schreiben und der HNO-Arzt entscheidet, ob es weitere Verordnungen gibt.


    Nikita

    Mit den Leistungen, die nicht bezahlt werden und die dann KK, KH oder sonstige Involvierte behalten ist gemeint, Dass was nicht Verordnet wird obwohl man einen Anspruch hat, muss nicht bezahlt werden und dieses Geld bleibt im Topf! Das heißt, du hast anspruch auf Logopädie 10 Sitzungen und die Kosten (ich sach einfach mal) ca 600 Euro und man bekommt die Sitzungen nicht, dann bleiben die 600 Euro bei der KK. In D ist es mittlerweile so, dass was nicht nachgefragt wird wird nicht angeboten und wenn es Anträge auf zustehende Maßnahmen gibt, werden diese erstmal abgelehnt. Damit hofft man, dass der Antragsteller nicht widerspricht und man diese Kosten einsparen kann.

    Der Test des Implantates wird hier standartmässig während der OP gemacht und auch gemessen was der Nerv erträgt und was nicht. Diese Werte helfen bei der weiteren Einstellung dann weiter. Das gehört aber dazu um die Funktion des Implantates zu testen bevor man alles wieder verschliesst.

    Dies wird wohl auch in D so sein.

    Bei uns in D wird dieser Test auch wärend der OP gemacht und einige Kliniken machen diesen nochmal bei vollem Bewustsein des Patienten. Bei mir war es so, dass 5 Elektroden um 3 Stufen runter gedreht werden mussten. Diese taten mir weh. Am dritten Tag der EA konnten die Elektroden bis auf 1 Stufe wieder hoch gedreht werden.

    Theodor

    Mir reichte es als der Operateur meinte es habe während der OP geklappt und das Ci funktioniere. Mir wäre es zu stressig gewesen direkt nach der OP den SP schon am Kopf zu haben, da war auch alles noch geschwollen und dick verpackt.


    Die EA war schon anstrengend genug danach, also beides aufs Mal wäre einfach zu viel und bringt ja auch wenig, es macht Sinn das OP Gebiet, vor allem den Magneten erstmals in seinem Bett verankern zu lassen und erst nach ein paar Wochen EA zu machen samt Prozessor.

    Man hört eh nicht direkt gut, sondern evtl. nur ein Pipen, Brummen oder spürt nur Impulse. Erst durch viel Training wird es dann zu der Sprache wie man sie sich gewohnt ist.

    Mir hätte es auch gereicht, aber ich fand es klasse, dass der Doktor mir mein Implantat in Funktion hat spüren lassen.

    Ich hatte nur den Überträger am Magneten und der Prozessor war noch im Karton. Mein Doktor hat einen Adapter , womit er vom Computer direkt auf das Implantat über den Überträger zugreifen kann. Und für die 15 Minuten hätte ich auch Schmerzen gern ertragen - hatte aber keine ;). Druckverband war ja schon ab am nächsten Tag.

    Gehört hab ich schon Sprache und Geräusche, die ich zuordnen konnte. Gut, alles an Sprache war hell und piepsig aber verständlich! Da ist jeder Organismus anders.

    Ich glaube nicht, dass sich das Implantat groß bewegt nach der OP. Es wird von vornherein schon gut gesichert. Da spreche ich aus Erfahrung, da das nicht mein erstes Implantat war. vor ca. 12 Jahren hab ich ein Wirbelsäulenimplantat (ProDisc L)zwischen LW4 und LW5 bekommen. Am nächsten Tag bin ich schon aufgestanden und durchs KH geschlurft. Es hielt und ist nicht verrutscht.