Posts by muggel

    Hallo,

    ich präzisiere mal genauer: Normalhörende betrachten beim Sprechen auch das Mundbild und leiten Informationen davon ab. Dies zeigen verschiedene Studien.
    Wenn der Laut, der gehört wird, nicht mit dem übereinstimmt, was gesehen wird, so werden Normalhörende sehr unsicher. Dies zeigte eine Studie, bei dem Probanden ein Video gezeigt wurde, wo entweder der Laut "f" oder der laut "s" zu hören sind, sowie Mundbilder zu diesen Lauten. Passten die Mundbilder zu den Lauten, so war die Zuordnung korrekt; passten diese nicht, so stellt sich heraus, dass die Probanden nur noch zu 50% die korrekte Antwort gegeben haben, also im Prinzip im "Ratemodus" waren, ob ein "f" oder ein "s" gesagt wurde.


    Wie auch hier schon mehrfach geschrieben wurde, merken auch Normalhörende sehr schnell, wenn das Mundbild nicht zu dem gehörten Text passt, z.B. bei Synchronisationen. Dieses würde ihnen nicht auffallen, wenn das Mundbild nicht unbewusst als zusätzliche Informationsquelle zum Verstehen herangezogen wird.
    Gerade jetzt in der Maskenzeit sagen ganz viele Normalhörende, dass sie deutlich schlechter verstehen -- nicht, weil sie schwerhörig sind oder die Masken soviel Schall schlucken, sondern einfach weil das Mundbild fehlt.


    Ich selbst kann auch nicht ganze Wörter oder Sätze von den Lippen absehen -- da scheitere ich regelmässig. Aber gerade im Störlärm hilft die Kombination aus "Sehen" und "Hören" ungemein. Und glaub mir, auch du erkennst, wenn etwas schlecht synchronisiert ist, auch wenn du vielleicht nicht von den Lippen absehen kannst (bestes Beispiel: die aktuelle Tena-Werbung. Da sitzt eine Frau auf der Toilette und erzählt was von warum man Monatsbinden bei Inkontinenz nimmt. Das Gesprochene passt überhaupt nicht zum Gehörten -- und wem ist es aufgefallen? Meiner normalhörenden Tochter! )
    Oder teste einfach mal, wenn du dich mit wem streitest und dann antlitzgerichtet, aber lautlos "Arschloch" sagst -- wetten, dein Gegenüber bekommt das mit??


    Also noch mal die Frage: was genau sollen "deine" Studien zeigen? Welches Gegenteil? Das Normalhörende nicht auf das Mundbild achten? Dass sie Gespräche ohne Laute nicht verstehen?
    (Das ist übrigens das, was ich extrem kritisiere. Du gibst nichts klares, eindeutiges von dir. Sondern entweder sowas schwammiges wie "gibt Studien, die was anderes zeigen" (was denn anderes? auf was genau beziehst du dich?) oder pauschalisierst (schließt von dir auf andere, auch wenn es nicht passend ist) oder du legst ein absolutes Schwarz-Weiß-Denken an den Tag (nur zwei Möglichkeiten, gut / schlecht). Wenn man dich darauf ansprichst, dann "ruderst" du zurück und behauptest, dass du was anderes meintest usw. Oder du wirst angreifend, zB dass die Leute nicht lesen können.
    Schreib doch einfach detaillierter, was genau du meinst.

    Hallo,

    ich war von Kindheit an schwerhörig, allerdings eher leicht-mittelgradig. Meine ersten HGs hab ich erst als Jugendliche bekommen, allerdings lag da meine Hörkurve bei 60 dB.

    Das erste CI habe ich damals mit einer Hörkurve um die 100-110 dB erhalten. Da war das Sprachverstehen aber quasi nicht mehr vorhanden.


    Mein Audiogramm mit CI liegt bei 30-40dB. Und ja, Einsilber bei 65 dB. Aber wie gesagt, gehöre ich damit nicht zum Durchschnitt, sondern liege darüber.

    Das heißt aber auch, dass es bei dir anders sein kann - oder auch nicht.

    Du schreibst entweder-oder (oder genauer „du hast 2 Möglichkeiten“)… nix von Grautönen (nein, genau 2(!!) Möglichkeiten: gut oder schlecht)!! Liest du eigentlich deine Beiträge mal, ob die wirklich aussagen, was du sagen willst? Oder machst du erst dann ein Rückzieher und relativierst das, wenn man dich drauf anspricht??

    was für ein Blödsinn du wieder schreibst, ci_joe.
    Es gibt nicht nur schwarz-weiss, sondern auch jede Menge Grautöne.
    Mann kann auch ein CI bekommen und das Ergebnis ist nicht so gut wie erhofft oder -- was selten vorkommt, aber vorkommen kann -- man versteht damit schlechter als mit Hörgeräten.
    Wie gut man mit einem CI hören kann, kann man leider nicht wirklich voraussehen. Es gibt Leute, die damit sehr gut klarkommen, aber auch Leute, die damit gar nichts hören. Dazwischen ist alles möglich, also nicht nur "taub" vs. "gute mit CI hören".

    Also ich höre mit den CIs recht gut, aber ich bin weiterhin schwerhörig.

    - Kindergeschrei und gleichzeitig ein Gespräch führen wird nicht funktionieren, denn die Kinder schreien oft lauter als der Gesprächspartner spricht. Das ist generell für Schwerhörige ein Problem, denn die Technik fokussiert primär auf das, was am Lautesten ist. Bei monotonem Rauschen gibt es die Möglichkeiten, ein Filterprogramm einzusetzen, aber oft muss der Störschall (hier das Kindergeschrei) leiser sein als der Nutzschall (das Gespräch).

    - Fahrradfahren mit Windgeräuschen und gleichzeitig unterhalten geht bei mir, je nachdem, wie stark auch die Windgeräusche sind und wie weit der Gesprächspartner entfernt ist. Nebeneinanderfahren und reden kann ich meist.

    - Restaurant mit mehreren Menschen, die noch nett durcheinander reden: da hab ich keine Chance

    - Meetings: da setze ich im Präsenzfall Zusatztechnik ein. Ohne Zusatztechnik hab ich keine wirkliche Chance. Die Situation, die du geschildert hattest (20-30 Personen mit Abstand und Maske), ist für mich ohne Zusatztechnik nicht möglich. Mit großer Konzentration kann ich den Sprecher verstehen, aber die Nachfragen aus dem Publikum (ich musste da beim letzten Mal in der letzten Reihe sitzen) habe ich nicht verstanden. Allerdings würde ich das auch nur wenige Minuten ohne Zusatztechnik schaffen.


    Allerdings gehöre ich zu denen, die mit CI auf 90-100% Einsilberverstehen kommen. Damit bin ich zwar nicht "die" Ausnahme-Erscheinung, aber liege über dem Durchschnitt. Trotz CI ist gerade mein Arbeitsalltag mit Meetings, Meetings, Meetings anstrengend und ich bin froh, dass meine Kinder alt genug sind, um Rücksicht nehmen zu können. Ich weiss ja nicht, wie alt deine Kinder sind, aber Rücksichtnahme auf die Schwerhörigkeit ist immens wichtig und du solltest diese aktiv einfordern. Und wenn du die Kinder nicht "ruhiger" bekommst, dann muss deine Frau halt ihr Wort so lange festhalten, bis die Situation akustisch bewältigbar ist für dich.

    Ich kann nur empfehlen, sich nicht nur auf die primär positiven Berichte zu stürzen und zu hoffen, dass man auch zu den Glücklichen gehört!

    Viel wichtiger finde ich es, wenn man in eine oder mehrere CI-Selbsthilfegruppen geht und sich dort mit den dort anwesenden CI-Trägern austauscht. Hierdurch bekommt man ein Gefühl, wie das mit dem CI bei vielen ist und kann auch vor Ort entsprechende Kontakte knüpfen. Denn Fakt ist, dass kein CI-Fall identisch mit einem anderen ist!

    Und sich darauf zu stürzen, dass man hoffentlich auch zu den Glücklichen gehört, sorgt ggf. für falsche Erwartungen und damit dann Enttäuschungen.


    Wegen deinem Job: es ist möglich, dass das mit zwei CIs wieder geht, es kann aber auch sein, dass dieses nie mölgich sein wird. Deine grobe Job-Beschreibung klingt wie mein Job: täglich mit ca. 15 Leuten ein Meeting, einmal die Woche mit ca. 25 Leuten ein Meeting und alle 2 Wochen sogar mit 35 Personen -- letzteres in Präsenz. Geht, ich komme jedoch an die Hörgrenze und momentan läuft ein Verfahren, um meine technische Ausstattung zu "perfektionieren". Dennoch ist mir klar, dass ich niemals normalhörend sein werde oder das Meeting mit den 30-35 Personen in Präsenz abhalten werde, ohne einige Informationen einfach nicht mitzubekommen.

    Hallo,


    ich bin sehr irritiert über die Erwartungshaltung, die hier immer wieder hochkommt.

    Als ich damals das erste CI bekommen habe, sagte an mir klar: das Hören mit dem CI ist komplett anders als mit dem Hörgerät. Das Ziel ist es, dass das Sprachverstehen mit dem CI besser ist als mit dem Hörgerät. In sehr vielen Fällen klappt das auch, aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Es ist also möglich, dass man mit dem CI zwar mehr hört, aber nicht unbedingt mehr versteht.

    Hier lese ich von der Erwartung, dass man mit CI telefoniert, dass man mit CI problemlos mit mehreren Menschen gleichzeitig reden und diese verstehen kann..und es wird davon ausgegangen, dass dieser Status auf jeden Fall erreicht wird. Man möchte wissen, wann das der Fall ist.

    Leute, das kann der Fall sein, aber es kann auch sein, dass man mit dem CI niemals ein offenes Sprachverstehen erlangt! Es ist alles möglich! Bei vielen klappt das mit dem Telefonieren mit CI, aber eine Garantie gibt es nicht. Vieles hängt auch von der Hörbiographie ab, vom Alter usw. Der eine kann nach wenigen Monaten telefonieren, bei dem anderen dauert es mehrere Jahre, wieder andere können nie mit CI telefonieren.


    Wenn das Ohr mit Hörgerät noch soviel Input liefert, dass man dann Videokonferenzen und größere Meetings schafft, aber das mit einem Ohr auf keinen Fall schafft, dann ist es -- sorry, wenn ich das so direkt sage -- für ein CI noch zu früh! Das CI ist keine Wunderwaffe!!


    Langsam wundert es mich nicht, dass hier immer mehr Leute auftauchen, die enttäuscht vom CI sind... einfach, weil sie eine total falsche Erwartungshaltung haben.

    Übertragungslevel zwischen Implantat und Spule, d.h. wie stark die Verbindung zwischen Spule und Implantat ist. Je höher das RF-Level, desto weniger macht ein geringes Verschieben des Überträgers etwas aus. Ist das RF-Level zu gering, so kann ein geringes Verschieben der Spule zu Aussetzern führen.

    dann ist entweder das t-mic oder das spulenkabel defekt oder RF-Level ist zu gering. An ein defektes Implantat würde ich da nicht denken... das ist sehr unwahrscheinlich.

    Gibt es gewisse Situationen, wo diese Aussetzer auftreten?
    Ich denke da an gewisse Filter, die hohe Schallpegel abdämpfen. Das kann als Aussetzer wahrgenommen werden, insbesondere wenn das andere Ohr hört.

    Wie in einem anderen Thread: laut ist beim CI nicht immer besser. Mach das mal etwas leiser. Wenn es dann besser ist, dann überforderst du deinen Hörnerv.

    Hallo,


    ich glaube nicht, dass FFM das so macht! Bist du in FFM implantiert worden?

    Woher stammt diese Information??


    Ich bin nämlich in FFM implantiert worden und kenne auch viele, die dort ebenfalls implantiert wurden. Nur eine Person hat wegen EAS eine kürzere Elektrode!!

    30ig Jahre in der Firma

    59ig zarte Jahre alt...

    Ja, Dani... er mit damit 30 (dreißig) Jahre bzw. 59 Jahre (neun-und-fünfzig). Warum überall die zusätzliche Endung ig dazu gepackt wird, ist mir allerdings auch unklar, denn es heisst ja nicht dreißigig bzw. neun-und-fünfzigig

    Ja, das Hörenlernen dauert. Und ja, leiser ist beim CI oftmals mehr als lauter -- im Gegensatz zum Hörgerät.
    Du wirst mit der nächsten Zeit merken, dass immer mehr durchkommt.


    Meine Aufblähkurve liegt übrigens bei ca. 30-35 dB. 20 dB ist mMn viel zu hoch, d.h. das CI ist viel zu laut.


    Wenn für dich erst mal der Tinnitus das große Problem ist, dann trag den SP ruhig auf geringster Stufe, wenn er dadurch leiser ist. Der Rest kommt mit der Zeit von ganz alleine!

    Es ist durchaus möglich, dass dein Gehirn erst mal mit dem neuen Input klarkommen muss und es momentan noch überfordert ist. Als Ausdruck der Überforderung, oder auch Hörstress, tönt oft ein vorhandener Tinnitus richtig auf.


    Wenn du eine Hörschwelle bei 20 dB mit CI hast, dann könnte es sein, dass dein SP zu laut eingestellt ist.
    Im Gegensatz zum Hörgerät ist beim CI nämlich nicht lauter = besser, sondern oft viel schlechter. Zuviel beim CI heißt, dass die Impulse nicht richtig abgebaut werden, dass es zu Nervenreizungen kommen kann und dass der Hörnerv überanstrengt wird. Das kann auch zu Tinnitus führen.
    Ähnlich wie eine übersteuerte Stereoanlage kann zudem der Ton dann unsauber sein und das Verstehen negativ beeinträchtigen.


    Auch wenn es blöd klingt: aber beim CI ist oft leiser besser. Das ist gerade zu Anfang eine Umstellung, da man ja durch jahrelange Hörgerätenutzung eigentlich gelernt hat immer lauter zu machen. Beim CI ist jedoch das der falsche Weg. Daher schalt mal deinen SP auf die niedrigste Lautstärkestufe und höre damit. Bestimmt wirst du feststellen, dass das mit der Zeit von alleine deutlicher und auch lauter wird. Und dann kann es sein, dass der Tinnitus auch verschwindet, weil du deine Hörnerven nicht ständig überbeanspruchst.


    Das Zauberwort beim CI heißt übrigens Geduld.