Posts by muggel

    Hallo,


    es ist korrekt, dass die Erziehung des Kindes nicht dazu führt, dass eine FM genehmigt werden muss. Vielmehr musst du nachweisen, dass du mit Hörgeräten (zum damaligen Zeitpunkt insbesondere!) kein ausreichendes Sprachverstehen hast, um den Grundbedürfnissen des alltäglichen Lebens nachzukommen. Dazu gehört das "Belauschen von Gesprächen zwischen der Tocher und deren Freunden oder deinem Mann" nicht dazu.
    Anders sieht es bei Arztgesprächen, Gesprächen z.B. an der Supermarkttheke usw. aus (Stichwort: selbstständige Haushaltsführung, Gesundheitsvorsorge) usw. Nachweisen kannst du das halt mit Audiogrammen, aus denen klar ersichtlich ist, dass du auch mit Hörgeräten eben nicht ausreichend verstehst, insbesondere im Störlärm und dieses durch eine FM-Anlage kompensiert werden kann.


    Auch bezüglich der Hörgeräte... hier musst du nachweisen, dass du mit den teuren Hörgeräten ein deutlich besseres Sprachverstehen erreichst als mit den zuzahlungsfreien. Wenn da noch nicht mal Tests gemacht worden sind, sondern du die zuzahlungsfreien direkt mit "der Klang ist schlecht" abgelehnt hast, dann wird es problematisch. Denn der Klang alleine ist ein Komfortmerkmal und für Komfort ist die Krankenkasse nicht zuständig.


    Was das alles nun mit EMR und dem Status der Kasse zu tun hat, ist mir schleierhaft. Wenn die KK den Antrag an die DRV weitergeleitet hat, dann muss die DRV entscheiden. Wenn die DRV meint, dass sie nicht zuständig sind, dann müssen sie dennoch -- auch nach dem Leistungskatalog anderer Rehaträger - entscheiden -- so schreibt es das Gesetz vor.

    Ergänzung dazu: wenn es um Hörgeräte geht, dann muss nachgewiesen werden, dass mit den teureren Hörgeräten ein deutlich besseres Sprachverstehen möglich ist. Wie ist das denn bei dir genau? Wieviel besser verstehst du denn mit den teureren Hörgeräten?

    .... und dann die Frage: was hat das Ganze mit einem CI zu tun?

    Hallo,


    ich weiss nicht, was KdRv heisst.


    Generell ist es in der gesetzlichen Krankenversicherung so, dass eine FM-Anlage (Übertragungsanlage) nur dann genehmigt werden kann, wenn trotz bestmöglicher Hörgeräteanpassung im gesamten täglichen Leben kein ausreichendes Sprachverstehen erreicht wird.
    (siehe §25 (1) HIlfsmittelrichtlinie: https://www.g-ba.de/downloads/…0-09-17_iK-2020-10-01.pdf )

    Dies gilt natürlich auch analog für CI-Versorgungen.


    Dies wird natürlich mit entsprechenden Audiogrammen und dem Sprachverstehen mit Hörgeräten / CI nachgewiesen werden müssen.
    Daher ist natürlich das Gericht daran interessiert, wie gut du mit der bisherigen Hörhilfenversorgung hörst.


    Generell kann bei jedem Gerichtsverfahren Revision eingelegt werden (ausser diese wird direkt bei der Urteilsverkündung nicht zugelassen). Dies hat deine Krankenkasse gemacht, was natürlich ihr gutes Recht ist. Dass die Genehmigungsfiktion inzwischen geändert wurde, ist natürlich eine Sache, aber ganz korrekt steht tatsächlich von Anfang an im Gesetzestext, dass die Krankenkasse beim Eintreten dieser Genehmigungsfiktion nicht die Leistung übernehmen muss, sondern tatsächlich nur die Kosten für die Selbstbeschaffung dieser. Das war ja in deinem Fall nicht gegeben, da du ja den Roger Pen nicht selbst gekauft hast. Es ist aber nun auch egal, warum und wieso, denn die Krankenkasse hat von ihrem Revisionsrecht Gebrauch gemacht und nun befindet sich die Sache vor dem Landessozialgericht. Dieses muss natürlich erst mal prüfen, ob du einen Leistungsanspruch hast. Dazu muss das Gericht nun prüfen, ob du die Voraussetzungen für eine FM-Anlage gemäß den oben genannten Hilfsmittelrichtlinien erfüllst, also ob du mit bestmöglicher Hörsystemversorgung kein adäquates Verstehen in allen Lebenslagen hast.
    In der Regel wird hierfür auch ein Vergleich im Hinblick auf Hören im Störlärm mit der Hörsystemversorgung und mit FM gemacht. Nur wenn mit FM ein deutlich besserer Hörverstehenswert erreicht wird, wird diese gezahlt. Ein solcher Test liegt bei dir nicht vor, wenn ich das richtig verstanden habe. Damit ist ja gar nicht klar, ob und in wie weit eine FM-Anlage tatsächlich notwendig ist.

    Hallo Lilly,


    mit dem CIC oder der implantierenden Klinik bestellt man das Testgerät von AB. Dieses wird eingestellt und du darfst dieses ca. 4 Wochen testen. Danach werden Hörtests gemacht, um zu sehen, ob du mit dem neureren SP eine Hörverbesserung erzielst.

    Ist dieses der Fall, so wird ein entsprechender Antrag bei der Krankenkasse gestellt. Erst mit der Kostenzusage der Krankenversicherung wird dann erst dein Gerät und damit das Zubehör bestellt. Das Leihgerät geht nach der Testung an AB bzw. an die Klinik zurück.

    Moderation:


    Ich bitte euch zum Thema "Corona und Co" zurück zu kommen. Für solche Themen wie in den letzten Beiträgen ist das Forum nicht da und man sieht, wie sehr hier die Meinungen auseinander gehen. Ich sehe nicht, dass eine sachliche Diskussion möglich ist, daher bitte ich auch, diese hier zu beenden.

    Hallo,


    ich weiss nicht, wie lange du das CI schon hast.

    Bei mir war es so, dass ich durch die OP Wundsekret und Blut im Mittelohr hatte. Dies konnte meine Akustikerin sehen, als ich bei ihr wegen Otoplastiken war.
    Sie hat diese erst gemacht als alles wieder gut aussah - das war nach ca 3-4 Monaten nach der CI-OP der Fall.


    Wenn du das CI noch nicht lange hast, dann kann es bei dir ähnlich sein.

    Trotz allem würde ich dir auch raten, einen Arzt diesbezüglich zu fragen.

    Liebe Leute,


    bitte lest doch einfach mal die VersmedV. Dort steht alles drin.

    Wann unter welchen Voraussetzungen welches Merkzeichen und welcher GdB vergeben werden (muss).

    Die VersmedV ist das amtliche Dokument an die sich alle Versorgungsämter zu halten haben.


    Dies bedeutet nicht, dass auch alle Mitarbeiter diese VersmedV kennen und richtig anwenden! Recht haben und Recht bekommen sag ich dazu nur.

    Auch bedeutet nicht, dass Merkzeichen nicht aberkannt werden können. Auch nicht bei unbefristetem Schwerbehindertenausweis. Im Gegenteil: das Versorgungsamt kann jederzeit prüfen, ob die Voraussetzungen für den GdB und die Merkzeichen noch vorhanden sind! Dazu gibt es zahlreiche Urteile des BSG.


    Es bringt auch nichts zu sagen "ich habe aber"... denn wir kennen gar nicht die Unterlagen, die zur Beurteilung geführt haben.

    Es gibt zudem viele Ärzte, die "falsche" Angaben über den Hörstatus machen. Da wird dann von "an Taubheit grenzend" geschrieben, obwohl es nach VersmedV eine Taubheit ist. Da rechnen die Sachbearbeiter vom Versorgungsamt nicht nach, sondern verlangen dann den Nachweis von "schweren Sprachstörungen".


    Daher: macht euch mit der VersmedV vertraut, lest diese. Bedenkt, dass ein Änderungsantrag immer ergebnisoffen ist, d.h. es können auch Merkzeichen aberkannt und der GdB gesenkt werden. Insbesondere beim Merkzeichen H sollte man die "Füsse stillhalten"... denn dieses heute zu bekommen ist schwer!

    Wobei man heute sagen muss, dass eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit im Kindesalter nicht mehr zwangsläufig zu schweren Sprachstörungen führt.

    Daher sind die Versorgungsämter dazu übergegangen, das Vorliegen von schweren Sprachstörungen zu überprüfen. Liegen diese nicht vor, hat auch ein von Geburt an bzw. in der Kindheit an Taubheit grenzend Schwerhöriger nicht die Voraussetzungen für das Merkzeichen GL erfüllt.


    Sorry wegen dieser "Klugscheisserei", aber man liest leider immer sehr viele Falschinformationen.


    Ach ja.. noch eine Ergänzung: ein Kind mit beidseitiger Taubheit seit Geburt hat Anspruch auf die Merkzeichen GL, RF, H und B, wobei H und B längstens bis Beendigung der Ausbildung anerkannt wird.

    Auch nicht ganz richtig: Diese müssen bereits vor dem 7. Lebensjahr bestanden haben.... Wer dann keine alten medizinischen Unterlagen hat; Pech gehabt. Denn die werden nach einer Archivierung von maximal 5 Jahren (HNO-Praxis) bzw. 10 Jahren (Klinik) vernichtet.

    Nein, auch das ist falsch.

    Noch einmal. Nach VersmedV gilt für das Merkzeichen GL:


    Gehörlos sind nicht nur Hörbehinderte, bei denen Taubheit beiderseits vorliegt, sondern auch Hörbehinderte mit einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit beiderseits, wenn daneben schwere Sprachstörungen (schwer verständliche Lautsprache, geringer Sprachschatz) vorliegen.



    ---> entweder Taubheit beidseitig oder

    ---> an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit mit schweren Sprachstörungen!


    Weiterhin gilt, dass diese schweren Sprachstörungen angenommen werden können, wenn die an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit angeboren oder in der Kindheit erworben wurde. Dies ist aber nicht Voraussetzung, d.h. wenn (aus welchen Gründen auch immer.. dies kann auch duch ein Schlaganfall sein, also auch nach der Kindheit erworben!) schwere Sprachstörungen vorliegen und eine beidseitige an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit vorhanden ist, dann hat man Anspruch auf das Merkzeichen GL.

    Hallo Norbert,


    ja.. das ist der zweite Fall, wann man das Merkzeichen GL bekommen kann: bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit, wenn zusätzlich schwere Sprachstörungen vorhanden sind.


    Bei einer beidseitigen Taubheit hat man Anspruch auf das Merkzeichen GL, auch wenn keine schweren Sprachstörungen vorhanden sind.

    Hallo, Muggel hat recht. Ein beidseitiger Hörverlust von 80 dB und mehr in den Frequenzen 500, 1000, 2000 und 4000 Hz ist gleichbedeutend mit 100% Hörverlust und ein GdB von 80 und Merkzeichen GL. Dieses gilt auch für Spätertaubte. Gemessen wird ohne Hörhilfen! Vor dem 7. Lebensjahr ertaubte Kinder bekommen sogar 100 % in der Regel lebenslang.

    Ich muss dich noch einmal korrigieren..
    Primär ist der Hörverlust für Sprache und nicht das Tonaudiogramm. Das Tonaudiogramm gibt nur eine grobe Indikation für den Hörverlust. Nach Tonaudiogramm muss man einen Hörverlust von 85 dB oder mehr in den von dir genannten Frequenzen haben, um als taub zu gelten.

    Hallo,


    von einem schweren Covid-19 Verlauf spricht man, wenn die Person auf der ITS landet und beatmet werden muss.

    EIne Person, die aufgrund von Covid-19 im KKH landet und nicht intensivmedizinisch betreut wird, hat einen mittelschweren Erkrankungsverlauf.

    Die Personen, die zu Hause bleiben können, aber Erkrankungssymptome haben, haben einen leichten Covid-19 Verlauf.

    Asymptomatisch sind alle Personen, die Corona-positiv sind, aber keinerlei Erkrankungsanzeichen haben.


    Und im Artikel wird klar: auch Personen mit einem leichten Covid-19 Verlauf (also ohne KH-Behandlung!!) können als Folge der Erkrankung an Hörproblemen / Tinnitus etc leiden. Ebenso wie diese Personen ein long-Covid-Syndrom entwickeln können.


    Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Folgen nicht als "schwer" zu bezeichnen sind... aber diese Probleme treten nur in sehr seltenen Fällen direkt bei der Erkrankung (also wenn der Patient Covid-10 positiv ist und typische Symptome der Erkrankung hat) auf, sondern später, wenn der Patient nicht mehr Covid-19 positiv ist!

    Hallo,


    im Bericht steht nicht, dass die Hörschädigung in Folge von Covid-19 eine leichte Folge ist, sondern dass auch bei einer leichtem Verlauf der Covid-19 Erkrankung Schädigungen am Innenohr eine Folge sein können.

    Wie Wallaby bereits schrieb, ist das Gehörlosengeld eine länderabhängige Sache.

    Die zugrundelegenden Definitionen für den Anspruch des Gehörlosengeldes variieren daher. Dies ist jedoch unabhängig von dem Merkzeichen GL im Schwerbehindertenrecht (-> VersmedV).


    Eine Definition von "Gehörlosigkeit" im Sinne des Bezugs von Gehörlosengeld hat Biker oben zitiert, nämlich das für Sachsen-Anhalt.

    In NRW hat man Anspruch auf Gehörlosengeld, wenn man eine angeborene oder eine bis zum 18. Lebensjahr erworbene beidseitige Taubheit oderbeidseitig an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit hat.

    Hallo,


    nach den versorgungsmedizinischen Grundsätzen gilt:

    "Gehörlos sind nicht nur Hörbehinderte, bei denen Taubheit beiderseits vorliegt, sondern auch Hörbehinderte mit einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit beiderseits, wenn daneben schwere Sprachstörungen (schwer verständliche Lautsprache, geringer Sprachschatz) vorliegen. Das sind in der Regel Hörbehinderte, bei denen die an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit angeboren oder in der Kindheit erworben worden ist."

    Die VersmedV ist das amtliche Dokument, an das sich alle (!) Versorgungsämter in Deutschland zu halten haben:
    https://www.gesetze-im-interne…rsmedv/BJNR241200008.html


    -> Wer eine Taubheit auf beiden Ohren hat, hat Anspruch auf das Merkzeichen GL.


    Gemäß dem Abschnitt 5 des Anhangs hat man bei einem Hörverlust von 100% eine Taubheit.

    Ebenfalls gilt: bei einer beidseitigen Taubheit hat man Anspruch auf einen GdB von 80.

    (Anmerkung meinerseits: GdB ist hier die Maßeinheit, nicht Prozent!).


    Dies meinte wohl Andrea. "Wegen den Ohren" ist daher nicht ganz korrekt formuliert, denn Tinnitus etc. kann sich durchaus auch im GdB niederschlagen.


    Die andere Sache ist das Gehörlosengeld. Dazu schreibe ich noch was in dem anderen Thread.