Beiträge von Nikita

    Ich bin nicht von Geburt an einseitig taub, sondern erst später ertaubt und habe nach mehr als 30 Jahren dann ein Ci bekommen. Dies ist einfacher, da mein Hörnerv und das Hörzentrum im Gehirn schon mal gearbeitet hat und man es quasi nur noch reaktivieren musste. Wenn man gar nie gehört hat, kann das unter Umständen sehr schwierig werden, sprich man versteht nie Sprache und hört nur Geräusche.
    An einigen Orten wird in solchen Fällen gar nicht implantiert, resp. die Kosten nicht übernommen, weil halt die Erfolgsquote schon relativ klein ist, vor allem wenn das zweite Ohr gut hört.


    Und ich schliesse mich Sheltie an, hören lernen mit einem Ci ist eine enorme Anstrengung und braucht viel, viel Zeit und Geduld. Mit der OP allein ist nur ein kleiner Schritt gemacht, der grösste Teil kommt danach.


    Gibt es hier wirkliche SSDler mit einem normalhörenden Ohr und einem geburtstauben Ohr, welche spät implantiert wurden und es gut funktioniert? Ich bin mir da nicht so sicher.

    Olga
    Ich glaube sie ist noch zu jung um zu verstehen worum es geht und selbst entscheiden zu können ob sie das möchte oder nicht. Das seit in erster Linie ihr und nicht sie, weil sie das schlichtweg noch nicht kann. Zudem hat sie keine Vergleichsmöglichkeiten.


    Was ich einfach nochmals schreiben möchte, evtl. habt ihr 4 Jahre zu lang gewartet. Eigentlich ist es optimal in den drei ersten Lebensjahren eine Ci Versorgung anzustreben, da die Sprachentwicklung dann noch im vollem Gange ist, mit fast 6 ist diese schon fast abgeschlossen und der Zeitpunkt spät für ein geburtstaubes Ohr. Die Ärzte wissen da noch besser Bescheid, aber das würde ich im Hinterkopf behalten.

    Das tönt doch alles gut!


    Zum Telefonieren:
    Es ist schwieriger als das Hörbuch weil man nicht weiss worum es geht oder das Thema viel rasch ändern kann als bei einem Buch, wo man schon weiss worum es geht wer usw.
    Ich würde nur mit Leuten telefonieren welche man gut kennt.

    Ich empfinde Telefonieren aber nicht viel schwieriger als Hörbücher hören ohne Text, beides klappt etwa gleich gut wenn ich es über den Phoneclip mache und nicht das Ci ans Ohr halte.


    Ich bin auch seit mehr als dreissig Jahren einseitig taub und finde auch dass ich im letzten Jahr das Leben neu hören gelernt habe, die Geräusche welche ich vorher alle nicht so wahrgenommen hatte, das ist ein Wahnsinn. Ich habe heute auch gemerkt woher die Feuerwehr kam in der Stadt, normalerweise hätte ich herumgeschaut und gesucht wie wild, heute war mir klar, das Teil kommt von hinten und so wars auch, Wahnsinn hätte ich noch vor einem Jahr nie gedacht.


    Zum guten Ohr vertäuben:
    Die Stöpsel bringen nur bedingt etwas. Ich habe nun folgende Lösung gefunden welche gut funktioniert. Entweder Ohrpassstück samt OverEarkopfhörer mit Rauschen drauf, das rauschen habe ich von der App Voice Generator oder nur ein AirPods samt dem Rauschen der App drauf, das ist unauffällig und kann man auch mal draussen testen. Allerdings soll es ja nicht das Ziel sein, dass nur das CI Ohr alleine hört, sondern im Zusammenspiel mit dem guten Ohr, deshalb mache ich das nur noch selten, Höre einfach sehr viel Hörbücher über den Phoneclip, sicher jeden Tag ca. eine Stunde.

    So, habe ich letztes Jahr auch argumentiert als meine KK die Kostengutsprache verweigert hat, sie haben das dann im Team besprochen und fanden es auch so, das Gesetz in der Schweiz sah aber die einseitige Implantation damals noch nicht vor und es war damals schon Goodwill der Krankenkasse die Kostengutsprache zu erteilen, auch wenn es für sie menschlich voll klar war und sie auch das Argument von Sheltie gut verstanden haben.


    Leider gibt es noch viel HNOs die gelernt haben, dass ein Ohr reicht, lange hat man auch nur unilateral mit Cis versorgt, ein Ohr reicht ja.

    Da braucht es noch viel Umdenken und Arbeit bis allen klar ist was es heisst "einohrig" zu sein.
    Eben gerade bei Erkältungen war ich dann faktisch handlungsunfähig in meinem Beruf, ich habe dann nicht mehr viel verstanden und musste ständig nachfragen, auch Zuhause bei den Kindern.

    Ich hätte noch vor genau einem Jahr gesagt, dass ich mit dem Hören eigentlich kein grosses Problem habe, viele der Probleme welche ich in den vergangenen Jahren hatte, kann ich erst heute wirklich benennen und dem fehlenden Gehör zuordnen, die mangelnde Konzentration, Müdigkeit, Träumerei (das merkten auch meine Arbeitskolleginnen), teils zu langsam usw. Genau wie bei Rebecca schön beschrieben. Meine Arbeitskolleginnen wussten bis vor gut einem Jahr gar nichts von meinen Hörproblemen oder nur einen Teil davon, ich hab einfach gesagt, ich höre auf dem einen Ohr nicht so gut, sei aber kein grosses Problem.



    Rebecca

    Als wir mal beim HNO Arzt waren mit Lilli, hat er uns auch gesagt Ah alles halb so schlimm. Er hätte mal einen Patienten gehabt, bei ihm wurde die einseitige Taubheit erst bei der Musterung festgestellt und er hätte es selbst nicht mal gewusst.

    Habe letztens meine kleine zum Thema CI auch gefragt was sie davon hält( da sie ja einige Kinder mit CIs kennt ) da hat sie ganz süß geantwortet " wieso Mama?ich höre doch alles😊."


    Denke zum Thema einseitige Taubheit wird sich in Zukunft auch einiges tun in der Medizin.

    Genau dort liegt das Hauptproblem. Die HNO Ärzte sind die welche oft sagen es sei kein Problem, ein Ohr reiche, bislang wusste man es aber auch nicht besser, resp. bis vor ca. 15 Jahren konnte man ja nicht viel tun, aber seither ist viel gegangen, CI, BAHA usw. Ich nerve mich immer noch, dass ich nicht mal den HNO gewechselt habe und einen anderen nach seiner Meinung gefragt, ich hätte mir einiges ersparen können.


    Noch vor 8 Monaten war ich an einer Weiterbildung zum Thema Einseitige Taubheit bei Schülerinnen und Schülern. Dort kam das Thema CI nur ganz am Rande vor, als ich dann der Kursleitung meldete, dass ich ein Ci erhalten hätte, hiess es, hier in der Region werde das nicht gemacht und bei Kindern schon gar nicht, das bringe nichts, basta. Thema abgehakt und fertig, es kamen dann einige Eltern auf mich zu und fragten was, wann wie und warum und wollten sich dann für ihre Kinder auch einsetzten. Gemeinerweise wurde genau gleichzeitig oder schon ein bisschen vor der Veranstaltung hier in der Schweiz die Regeln für Ci Implantation bei SSD gelockert und es ist nun verankert, dass es auch bei SSD Kindern vollumfänglich bezahlt wird. Ich habe dann der Kursleitung ein Mail gemacht mit der Info, aber nie mehr was gehört, die fand mich wohl so blöd, dass ich mich eingemischt habe und ein Thema angesprochen von welchem sie wohl nichts wusste oder nichts wissen wollte.


    Ich glaube zuerst muss mal den HNO Aerzten klar werden, was SSD bedeutet und was man machen kann und was nicht, wenn jemand zu lange gar nie was gehört hat, bringt auch ein CI nichts mehr, dann ist die Sprachentwicklung, resp. die Bereiche im Hirn abgeschlossen und man wird wohl nie zu einem Sprachverständnis kommen.

    Zweitens müssen auch Haus- und Kinderärzte sensibilisiert werden und auch die Bevölkerung verstehen, dass ein Ohr nicht reicht, ich höre immer wieder, aber du hast ja noch ein Ohr warum das ganze Theater mit diesem riesen Hörgerät samt komischen Ding am Kopf?


    Ich bin hier nun in einer Fachkommission für Cis und werde mich dort für die Einohrigen stark machen.

    Danke Rebecca


    Ich hab das auch versucht, funktioniert aber nur wenn die linke Seite voll ausgeschaltet wird, sonst höre ich immer auf dem guten Ohr und das Ci dümpelt irgendwo mit. Mhh, da muss ich wohl mein Hirn noch überlisten und es merken, dass man nach mehr als 30 Jahren auch mit dem Kopfhörer ein zweites "Ohr" hat.

    Ich habe ein kleines Problem:

    Wenn ich mit meinen Over-Ear Kopfhörern ein Hörbuch hören möchte, dann macht mein Ci Ohr nicht mit, resp. mein Hirn denkt wohl es sei einfacher einfach das gute Ohr hören zu lassen und blendet die andere Seite aus. Kaum hebe ich den Kopfhörer ein paar cm weg vom linken guten Ohr, höre ich auch auf dem Ci mit. Aber das ich mit Kopfhörer ganz normal ohne Minimier oder Phoneclip einfach mit dem Kopfhörer hören kann, das klappt irgendwie gar nicht.
    Was mache ich da falsch?
    Oder hat das sonst jemand?

    Nun habe ich mehr Zeit:
    Man kann sich gut mit einem Ohr durchs Leben schlagen, hat einfach einige Nachteile in Kauf zu nehmen, z.B. im Störlärm, Richtungshören und allgemein ermüdet Hören mehr als bei normalhörenden. Früher hat man allen einseitig tauben den Ratschlag gegeben sich so durchzuschlagen, einfach weil man es nicht anders konnte und wusste. Ich war oft krank und sehr müde, launig und habe meinen Eltern wohl einiges an Kummer bereitet.


    Man weiss, das einseitig taube Kinder viel Mühe haben und er Schule, öfters mal eine Klasse wiederholen müssen, eine ADHS Diagnose erhalten obwohl sie keine nötig hätten. Der audiopädagogische Dienst in Zürich/Schweiz hat eine Broschüre dazu herausgegeben: Einseitige Hörakrobatinnen, dort ist einiges dazu notiert.


    Mit einem Ci hat man viele dieser Nachteile nicht mehr, Richtungshören kann man lernen und im Störlärm hört man auch besser, allgemein hört man lauter und deutlicher und vor allem mehr. Ich habe ein normalhörendes Ohr und ein Ci seit knapp einem Jahr, der Unterschied ist riesig, ich kannte vorher über 30 Jahre nichts anders als einseitig taub zu sein und habe teilweise ein CROS Gerät getragen, fand das aber unangenehm weil es meine gute Ohrseite zustöpselte.


    Probleme im Schulalltag:
    Ich kenne beide Seiten, als Schülerin/Studentin und als Lehrperson seit 20 Jahren. Mir hat man in der Schule x mal gesagt, ich muss einfach besser zuhören und mich mehr konzentrieren, ich war abends oft sehr launig und müde und hatte wenig bis keine Lust noch viel Sozialkontakte zu pflegen, ich war oft lieber alleine, da hatte ich meine Ruhe. Aufgelebt bin ich als ich einen Walkman bekam in den 80er Jahren, da konnte ich Musik und Hörspiele in aller Ruhe hören, das habe ich laut meinen Eltern stundenlang gemacht. Ich habe mich auch in Bücher verkrochen, da war es leise und ich konnte abschalten und mich hörtechnisch erholen.

    Bei Ausflügen und im Sportunterricht bin ich oft verloren gegangen, resp. habe nicht mitbekommen dass man gerufen hat und allgemein mochte ich Sportunterricht in der lärmigen Halle gar nicht, habe oft versucht dem auszuweichen und lieber in der Garderobe zu bleiben und dort ein Buch zu lesen.

    Im Unterricht allgemein hatte ich in der Unterstufe eine Lehrperson welche keine Rücksicht nahm, mich ständig tadelte und noch zurechtwies, ich solle besser zuhören, bei Diktaten war ich sehr schlecht, hatte einfach Mühe zu verstehen was diktiert wurde, vor allem wenn die Lehrpersonen noch herumliefen und z.B. die Fenster offen waren (Schule war an einer Hauptstrasse). ich sass oft zuhinterst, weil ich das als ruhiger empfunden habe, aber nicht wusste dass ich dadurch wohl auch einiges des Unterrichts verpasste.
    In der Mittelstufe hatte ich einen Lehrer der meine Familie gut kannte und bei ihm durfte ich oft einen Teil des Unterrichts alleine draussen im Flur lösen, sprich Arbeitsblätter bei lärmigen Situation, durfte draussen lesen und fand mich super gut aufgehoben, da durfte ich auch nicht hinten sitzen -> er war kurz vor der Pensionierung und hat selber schlecht gehört und konnte verstehen worum es ging.
    Leider wurde er dann pensioniert und danach wars schlimm, die Französischlehrperson hat den Unterricht vor allem mit Diktaten bewertet und viel Sprachteil nur mündlich gemacht, da war ich sehr schlecht und habe nur ungenügende Noten geschrieben. Im Musik hatte ich Mühe im Chor zu singen und Tonhöhen zu erkennen = war der mühsamer Unterricht. Auch im Deutsch gab es viele Diktate und ich hatte auch Mühe Deutschregeln zu lernen weil vieles nur mündlich geübt würde und ich Mühe hatte gewisse Laute zu unterscheiden.
    Den Italienischunterricht durfte ich nicht besuchen, da ich im Französisch zu schlecht war. Englisch war viel einfacher, da hatten wir einen Lehrer der viel schriftlich machte und da war ich gut, konnte mich am Schriftbild orientieren.
    Als es um die weiterführenden Schulen ging, war in der Schweiz damals in der 6. Klasse entschieden wurde, durfte ich die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium nicht machen, da zu schlecht in Französisch und Deutsch.

    Ich habe dann nach den obligatorischen 9. Schuljahren trotz aller Nichtempfehlungen die Aufnahmeprüfung fürs Lehrerseminar (heute Pädagogische Hochschule) gemacht und gut bestanden. Der Französischunterricht war dann viel schriftlicher und mit mehr Literatur verbunden = ich hatte plötzlich sehr gute Noten. Vom Musikunterricht wurde ich dispensiert wegen meinem Hörproblem, das bereue ich heute sehr, ich kann nicht gut singen und hätte gerne Musik, war aber einfach zu schlecht.

    Im Seminar waren wir nur 16 Leute pro Klasse, sassen in Hufeisenform und die Lehrpersonen wussten dass ich ein Hörproblem habe, das war super und ich konnte viel Energie sparen im Gegensatz zur obligatorischen Schule, war aber auch eher eine Einzelgängerin, da ich abends nicht noch Lust hatte weg zu gehen und im Lärm zu sein. Habe mir auch immer Hobbys gesucht ohne viel Lärm, sprich Tennis, Skifahren, Langlauf und Tanzen.


    Unterrichten war dann nicht immer einfach, ich habe dort meine Hörbehinderung nie an die grosse Glocke gehängt, aber das Schulzimmer immer so eingerichtet, dass das gute Ohr zu den Schülern gerichtet war, die Klasse Hufeeisenförmig bestuhlt und mir so versucht das Leben einfacher zu machen. Nach 5 Jahren habe ich aufgegeben und ein Studium der Heilpädagogik angehängt, dort auch gelitten, weil wir zum Teil 50 - 70 Leute im gleichen Raum waren, es sehr unruhig und laut war. Zum Glück war dann halt viel mit Arbeiten schreiben verbunden, da war einfacher und hat mir viel Energie gespart.


    Danach habe ich jahrelang in Schulheimen unterrichtet, die Klassen waren klein, sprich 6-8 Schüler und das ging sehr gut und hat mir gut gefallen. Trotzdem habe ich nach fast 10 Jahren dann in die Regelschule zurückgewechselt, macht seither integrative Förderung und Stellvertretungen. Mit guter Organisation, einem nur 50% Pensum hat das gut geklappt, seit dem Ci geht es aber noch besser, man kann mir im Flur rufen, ich höre es, das Telefon im Lehrerzimmer höre ich endlich auch und auch im Schulzimmer geht es besser. Das erste halbe Jahr mit dem Ci war nicht einfach, ich habe viel Zeit investiert um hören zu üben und dranzubleiben, einfach weil halt sehr viel Zeit vergangen ist seit der Ertaubung vor 33 Jahren.


    Gestern war ich beim HNO und der hat einen Test im Störlärm mit und ohne Ci gemacht, und siehe da, mit CI habe ich viel besser abgeschnitten und fühle mich allgemein viel wohler. Er setzt sich nun auch noch mehr dafür ein dass SSD Leute ein CI bekommen, bislang war das hier in der CH nicht verbreitet, da nicht von den KK bezahlt.
    Auch bin ich seit 2019 in einer Fachkommission für Cochlea Implantate bei einer Vereinigung für Hörbeeinträchtigte und versuche dort auf die SSD Problematik aufmerksam zu machen.
    Noch vor einem halben Jahr war ich an einer Weiterbildung für Eltern und Lehrpersonen zum Thema einseitige Hörbeeinträchtigung und dort wurde das CI noch mit keinem Wort erwähnt, ich hatte danach viele Eltern die nachgefragt hatten wie ich das gemacht hätte und wie finanziert usw. das Interesse war gross.


    Akzeptanz des CI:
    Ich trage mein Ci teilweise unter den Haaren, teilweise drüber, habe bislang keine negativen Reaktionen erlebt, viel weniger als mit den CROS Hörgeräten in den letzten 20 Jahren davor. Ich wurde schon gefragt wieso und warum und danach wars gut. Einzig meine Kollegen vergessen ab und zu, dass ich nach wie vor Mühe habe im Lärm des Lehrerzimmers, vor allem wenn der Kopierer läuft, die Kaffeemaschine Lärm macht und in allen Ecken laut gesprochen wird, evtl. noch telefoniert.


    Ich hatte in der letzten Zeit mehrmals mit Eltern gesprochen welche SSD Kinder hatten und nicht wussten was das mit und ohne CI bedeutet, es ist nicht einfach, ich würde es als Mutter aber bei meinem Kind sofort machen und zwar je jünger desto besser, letzthin hatte gerade eine Mutter von einem knapp jährigen Kind mit mir gesprochen, wo die Klinik dazu geraten hat.


    Meine Tochter hat auch ständig Ohrenprobleme, hat nächstens nun eine kleine Ohrop und ich bin viel ruhiger geworden, weil ich weiss, dass es nun eine Alternative zur Taubheit gibt und würde sie sofort implantieren lassen, wenn es denn nötig wäre.


    Ich kriege keinen Bonus von einer Klinik oder einem Hersteller, aber wenn ihr die Möglichkeit habt, das Kind einen Hörnerv hat, dann nutzt doch diese Möglichkeit und versucht eurem Kind das Leben zu erleichtern, das CI wird nicht alle Probleme lösen, aber kann einiges entschärfen und dem Kind eine aktivere Teilhabe am leben ermöglichen ohne ständig zu ermüden und wer weiss was mit dem andere Ohr passiert? Ich habe mehr als 30 Jahre mit der Angst gelebt vollständig zu ertauben und dann taub durchs Leben zu gehen, das ist nicht so toll bei jeder Erkältung mit Ohrenschmerzen Angst zu haben und nicht zu wissen, ob es nun das ander Ohr auch noch erwischt.

    Ich bin selber im Kindesalter einseitig ertaubt, allerdings erst nach dem Spracherwerb.

    Ich habe die Schule normal gemacht und erst mit 40 ein CI erhalten auf meinem taubem Ohr. Was für ein Unterschied, ich kann nun viel mehr hören, selbst nach erst einem Jahr CI, kann Geräusche schon halbwegs orten und muss nicht mehr mit der ständigen Angst leben von der Strassenbahn oder dem Bus überfahren zu werden, weil ich sie einfach nicht höre.

    Ich möchte nicht mehr zurück und wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke hätte ich mir viel ersparen können, z.B. bei Diktaten, im lärmigen Schulzimmer, in der Turnhalle usw. Fremdsprachen lernen ist auch einfacher wenn man zwei Ohren hat statt nur eins, selbst ein normalhörendes Ohr reicht einfach nicht für beide aus.


    Ich war gerade heute bei einem CI Spezialisten und der hat einen Test im Störlärm mit mir gemacht und der hat mit Ci viel besser abgeschnitten als nur mit dem guten Ohr, das hat mir gut getan und passt auch zu meinem Gefühl.

    Darf ich nochmals euer Wissen abrufen?
    Irgendwie sehe ich da immer noch nicht durch, welches Programm was macht und ich glaube ehrlich gesagt mein Ingenieur auch nicht. Dem Scan habe ich definitiv abgeschworen, ich möchte einfach ein Programm ohne viele Filter und Schnickschnack, da ich nach wie vor daran glaube, dass mein Hirn sich schon daran gewöhnt und selber mithilft zu fokussieren, resp. mein gutes linkes Ohr dies übernimmt.
    Im Moment habe ich eigentlich zu 100% das Programm Draussen, einmal bei einem lauten Restaurantbesuch habe ich Café benutzt, aber sonst eigentlich seit fast einem Monat nicht mehr gewechselt und auch öfters mal die Fernbedienung Zuhause gelassen, Programme kann ich ja am SP wechseln, einfach die Lautstärke nicht verstellen, aber auch dies habe ich schon lange nicht mehr gemacht.

    Ich kann nun selber Höhen und Bässe einstellen, habe ich aber auch nie benutzt bislang.


    Zu den Akkus:
    Ich habe nun seit Weihnachten zwei grosse Akkus zum N6 und das ist so viel praktischer als mit den Batterien. Ein Akku hält bei mir ca. 25 Stunden plus/minus. Ich habe nun jeweils morgens den Akku gewechselt obwohl er eigentlich gar nicht leer war.
    Wie macht ihr das und wie sinnvoll ist das? Würde es den Akkus besser gehen wenn sei erst gewechselt werden wenn sie wirklich leer sind? Ich bin da totaler Anfänger und habe auch keine Tipps oder so vom Ingenieur bekommen, resp. vergessen zu fragen.


    Ich finde es so viel besser mit dem N6 als vorher mit dem Kanso, keine Kopfschmerzen mehr, keine empfindliche Stelle beim Magneten und sogar mein Ohr hat sich rasch ans Tragen eines HdO Prozessor gewöhnt, da drückt nun auch nichts mehr. Ich hoffe er hält auch beim Sport, da war ich noch nicht so fleissig, auf jeden Fall passt er unter den Fahrradhelm und den Skihelm gut drunter und drückt nicht.

    Liebe Rebecca
    Herzlich willkommen hier!

    Hier findest du garantiert ein paar denen es ähnlich geht und die dich verstehen.


    Ich habe sehr ähnliche Erfahrungen gemacht wie du, habe mein Ci seit anfangs 2018 und in diesem Jahr sehr viel neues hören gelernt, das hätte ich nie gedacht. Hatte anfangs sehr tiefe Erwartungen und die sind weit übertroffen worden in diesem knappen Jahr.

    So, nun habe ich den Tausch vollbracht. Nun fehlen noch die Akkus für den N6, die kommen aber in den nächsten Tagen per Post. Wie oft wechselt ihr beim Nucleus die Mikrofonschütze? Beim Kanso hiess es man müsse dies alle drei Monate machen und ich hatte selber diese Teile Zuhause. Nun hat der andere Ingenieur gemeint man müsse diese nur 1x jährlich wechseln, mehr bräuchte es nicht und mir keine mitgegeben. Ich habe einfach ein Ersatzspulenkabel und einen stärkeren Magneten (2) mitbekommen als Ersatzteile.


    Bei den Programmen bin ich ab dem Ingenieur fast verzweifelt, das Draussen Programm hat keinen Fokus, was es sonst macht weiss er nicht...

    Was Cafe macht weiss ich nun, da ist der Fokus voll nach vorne. Beim Arbeit ist der Fokus auf Gespräche, dies kann aber auch von der Seite her sein. Und den Scan haben wir auch gelassen.

    Ihr seit super!
    Ich habe im Moment die Programme
    Draussen: welche ich meistens nutze, aber keine wirklich Ahnung habe was es genau macht.

    Cafe: für laute Situationen in der Schule oder im Restaurant.

    Arbeit: 1:1 Fokus nach vorne

    Scan


    Dann frage ich morgen mal nach Standart und der soll mir mal erklären was die einzelnen Programme genau machen, ich höre langsam genug gut um gewisse Dinge auch wirklich nutzen zu können.

    Ich kann nun morgen meinen Kanso definitiv gegen einen N6 eintauschen, jeahhh!


    Bislang war ich glücklich gewesen mit dem Scan Programm, habe aber gemerkt, dass das mir zu viel wegfiltert, z.B. am Bahnhof höre ich den Zug nur wenn er von vorne kommt und dann ist das Geräusch schon weg auch wenn die nächsten 300 Meter noch an mir vorbeirauschen (das höre ich ja mit dem linken Ohr noch) oder beim Konzert.


    In den letzten drei Wochen habe ich deshalb vor allem das Programm "Draussen" (hat wohl gar keine Filter oder so was) gebraucht oder "Arbeit" (hat den Fokus der Mikros nach vorne für 1:1 Gespräche).
    Ich habe aber eigentlich keine Ahnung was für Programme es gibt und welche ich mal noch testen könnte. Der Ingenieur denn ich im Moment habe aus dem muss man alles herauslocken und morgen will er mit den N6 noch besser einstellen und dann hätte ich gerade die Möglichkeit noch zu fragen wegen den Programmen. Habe aber nirgends eine Übersicht über alle Möglichkeiten die man hätte gefunden.