Posts by Nikita

    Herzlich Willkommen


    Ich bin auch einseitig ertaubt, allerdings in meiner Kindheit und konnte mich erst 30 jähre später implantieren lassen. Für mich war es nach der Erstanpassung sehr anstrengend, ich hätte eigentlich normal weiterarbeiten sollen ab dem nächsten Tag und Zuhause wartete auch noch die Familie mit den Kindern auf mich... also auch nichts von Erholung.
    Ich rate jedem, dass er oder sie gut auf sich Acht gibt nach der Erstanpassung und am besten schaut ob man sich noch krank schreiben lassen kann bis man so weit ist, dass man nicht jeden Abend total ko ins Bett fällt. Ich fand die Phase nach der Erstanpassung sehr, sehr anstrengend vor allem in Kombination mit dem normalen Berufsalltag, das war hörtechnisch für mich eine Überforderung.

    Ich habe alles getestet, zum Teil jahrzehntelang, sprich CROS und auch ein BAHA. Ans Ci kommt aber nichts heran und man kann mit keiner anderen Hilfe wieder richtig stereo hören wie mit dem Ci. Ich würde es auch sofort wieder machen, es war und ist für mich ein totaler Gewinn, fast wie ein Lotto-Sechser!

    Ja, Videokonferenzen und Telefonate sind kein Problem, da hält er ewig durch akkumässig. Mir wird er einfach nach 6 Stunden Videokonferenz zu schwer auf dem Kopf und ich wechsle dann auf AirPods zusammen mit dem Phoneclip (Multiausgangsgerät beim Mac) und entlaste so meinen Kopf ein wenig. Aber von der Qualität und alle her würde ich am liebsten stundenlang mit dem BOSE arbeiten.

    Rüttelplatten sind bei Ci nicht empfohlen, das rüttelt durch alle Knochen und könnte schon dem Implantat schaden welches ja im Schädelknochen fixiert ist. Aber Trampolinspringen und auch Bewegungen mit Kopfüber sind kein Problem, sonst wären ja Zugfahren wo es teilweise auch rüttelt und schaukelt nicht gut.


    Mia007
    Zum Training vom Gleichgewicht braucht es mehr als nur ein Balanceboard, es geht auch um die verschiedenen Drehbewebungen und Kopf nach unten usw. Diese Balanceboards sind mehr für die Muskulatur in den Beinen und im Rumpf gedacht als fürs gesamte Gleichgewicht.


    Ein Dreieckstuch ersetzt übrigens keine Hygiene oder Alltagsmaske.

    tele-nobbi

    Das hat nichts mit Apple oder Android zu tun, sondern mit Bluetooth allgemein. Du kannst den Phoneclip wie wohl auch das neue Teil von Medel nicht mit einem Bluetoothsplitter verwenden, da kein vollwertiges Bluetoothprotokoll verwendet wurde. Es gibt noch mehr Geräte in der Bluetoothlandschaft die damit arbeiten, nicht alle verwenden ein vollwertiges Protokoll dass man auch splitten oder anderes brauchen könnte.

    Es gibt verschiedene Bluetoothprotokolle und das MFI ist eben kein richtiges Bluetootprotokoll und funktioniert nur mit entsprechenden Geräten. Bei Cochlear ist das mit dem Phoneclip das gleiche, da geht nicht über das normale vollwertige Bluetoothprotokoll.

    Ich benutzte seit mehr als zwei Jahren den BOSE Quiet Comfort II 35 und finde ihn super bequem und er hat eine gute Tonqualität. Aber wenn ich ihn den ganzen Tag tragen muss wegen Videokonferenzen oder Weiterbildung wegen Video, dann wird er mir zu schwer und ich halte das nicht zwei Tage am Stück aus.

    Gekauft habe ich ihn mir für Bahn und Flugreisen, halt auch weil er grosse Kopfhörer hat und Active Voice Cancelling, was super gut ist auch zum sich hörtechnisch ein bisschen abzuschotten.


    Ein Jabra Headset hat mein Mann, das finde ich aber weniger gut und ist halt oft nur einohrig, resp. zwei kleine Kopfhörer die nicht übers CI reichen oder dann rutschen.

    Das ist echt ein Problem mit den Single Units und dem Gewicht, resp. Magneten. Für mich war das nicht und ich bin Happy mit dem HdO Gerät.


    TanzgirL: Einfach so tauschen geht dann meistens leider nicht, oft kann man am Anfang beides testen und muss sich dann definitiv entscheiden, nach einigen Monaten zu tauschen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, ausser du willst das zweite Gerät selber bezahlen...

    Noch zum Thema Ci/Hörgeräte und Kinder:
    Ich unterrichte an einer Grundschule und trage relativ kurze Haare, man sieht mein Ci also auf Anhieb. Die Kinder fragen am ersten Tag jeweils was ich denn da komisches am Kopf habe und danach nehme ich mir Zeit, organisiere mir jeweils ein Kopfmodell samt Ci (von meinem Hersteller ausleihbar) und ein paar CI Dummies. Danach können sie noch Fragen stellen und ich lasse sie ein Hörbeispiel hören und danach ist meist dann gut und alles für sie klar.


    Kinder reagieren komisch wenn sie nicht wissen worum es geht oder nicht verstehen was etwas genau ist, sonst habe ich das hier nie schlimm erlebt auch wenn Kinder ein Handicap hatten und offen damit umgingen, wenn man etwas zu verstecken versuchte, was ja eh nicht geht, dann war es oft schwieriger.

    Lama

    Ich kenne die deutschen Kliniken nicht im Detail. Die Klink die ich meine ist das Implantat Zentrum der Uniklinik Freiburg im Breisgau, die haben echt viel Erfahrung mit Einohrigen und auch mit Kindern.


    Zeitfenster CI Implantation:
    Eigentlich spricht man davon, dass ein Kind in den ersten 4-5 Lebensjahren implantiert werden soll, vor allem wenn es auf dem Ohr noch nie gehört hat. Früher hat man das Zeitfenster grösser gehalten, allerdings weiss man nun aus europsychologischer Sicht, dass es für das Sprachzentrum im Hirn zentral ist in den ersten Lebensjahren versorgt zu werden.

    Norbert, du hast aber eine andere Ausgangslage. Als einseitig ertaubte Person hört man mit dem gesunden Ohr in der Regel noch alle Töne natürlich und kennt das ganze Tonspektrum und mit dem natürlichen Tonspektrum kann das Ci nicht mithalten und es tönt flach und weniger melodisch als der natürliche Klang.

    Die Klinik in Freiburg im Br. hat viel Erfahrung, auch mit einseitig tauben Patienten.

    Es ist bei Kindern, wie auch bei Erwachsenen so, dass es Sinn macht nicht zu lange zu warten. Je länger es her ist mit dem gut Hören desto länger kann es dauern bis es mit dem Ci gut klappt. Falls euer Kind von Geburt an auf einem Ohr taub war, sagt man sei das Zeitfenster in den ersten 4 Lebensjahren, damit die Sprachentwicklung gut ins Rollen kommt.


    Und bitte hört auf mit Aussagen, er hat ja noch ein gut hörendes Gegenohr! Logisch ist es weniger schlimm als beidseitig taub oder an Taubheit grenzen Schwerhörig zu sein, aber als einohriges Kind hat man es trotzdem nicht einfach, man kann Geräuschquellen nicht orden, hat Mühe im Störlärm und allgemein ermüdet man rascher, zudem ist der Höreindruck mit nur einem Ohr einfach leiser als wenn man mit beiden Ohren hört.


    Lama
    Noch speziell, dass nach einem Sturz und bei solchen Symptomen kein MRT oder CT gemacht wurde in der Klinik. Hier wurde schon bei weniger starken Symptomen nach einem Sturz ein MRT gemacht um sicher zu sein, dass der Sturz nicht noch anderes verursacht hat als nur eine Gehirnerschütterung. Allerdings muss man so kleine Kinder dafür sedieren und dann ist wohl die Frage was schlimmer ist für das Kind und was der Nutzen der Untersuchung.

    Ich wünsche euch viel Erfolg und hoffentlich baldige Klarheit.
    Das mit dem HG testen ist normal, das gehört dazu und da muss man wohl durch, evtl. könnt ihr das Verfahren ja auch abkürzen?

    Um wieder zur Ausgangsfrage zurückzukommen:


    Musik und Ci:

    Ich höre auf dem einen Ohr noch recht normal und bin auf dem anderen Ohr taub.

    Der Musikgenuss über das CI ist kein wirklicher Genuss, die Musik tönt flach und viele hohe und tiefe Töne tönen einfach gleich, ich spiele ab und zu Klavier und streame dann die Musik direkt aufs CI, also eben Genuss ist das keiner mehr.
    Wenn ich aber spiele und das CI trage und im Raum normal höre, stört es mich überhaupt nicht und ich weiss nun endlich wie Stereo klingt und geniesse es.


    Alle Aussagen wegen mit einem Ci tönt Musik ganz gut und man kann endlich wieder Musik hören würde ich mit Vorsicht geniessen, die meisten Ci Träger vor allem wenn sie schon lange hochgradig schwerhörig waren, wissen gar nicht wie Musik tönen kann, soll. Ich will ja niemanden zu Nahe treten, aber so gut wie die Werbung von Cochlear den Musikgenuss anpreist ist er leider nicht. Für MEDEL kann ich nicht sprechen, meine Musikerkollegin hat aber ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Belastung für das gut hörende Ohr bei SSD:
    Das hat man herausgefunden, dass das bessere Ohr abgibt und dies wohl wegen Überlastung. Ich habe jahrzehntelang sehr gut gehört mit meinem linken Ohr, und habe seit ca. 5 Jahren nun einen Hörverlust im Hochtonbereich erlitten, zwar immer noch im grünen Bereich, aber im ganzen hat die Hörfähigkeit mehr abgenommen als es vom Alter her eigentlich sein sollte.
    Für mich war das CI auch eine Versicherung nie ganz taub werden zu müssen, sprich selbst wenn nun meinem guten Ohr was passiert dann habe ich immer noch das CI und kann dort noch hören.


    Ich finde diesen Vortrag über einseitige Taubheit SSD ganz spannend:

    Eine Bekannte von mir ist auch einseitig ertaubt nach mehreren Operation und spielt Violine in mehreren Orchestern und unterrichtet auch Violine. Für sie war erst nach der OP ihr Beruf wieder richtig ausübbar und sie konnte sich im Orchester wie auch beim unterrichten besser orientieren und ermüdete weniger, aber trotzdem war sie nicht mehr so belastbar wie vor der Ertaubung. Sie findet aber, dass sie nie mehr ohne CI sein möchte.


    Ich selber bin im 8 Lebensjahr ertaubt infolge einer oder mehrer Infektionen und wurde erst 33 Jahre später implantiert. Ich habe lange Jahre lang geglaubt, das sich nicht so schlecht höre und mir eigentlich nichts fehle.
    Aber kurz nach der Erstanpassung des Cis habe ich dann erlebt was es heisst mit zwei Ohren zu hören und nach gut 1.5 Jahren hörte ich richtig Stereo und kann es nun geniessen! Ich hätte nie gedacht, dass es so ein Unterschied ist ob man mit einem Ohr gut hört oder mit zweien. Alles ist lauter, klarer und einfacher zu verstehen ausser es herscht ein grosser Störlärm, dann wird es auch mit einem Ci schwierig, mit nur einem Ohr ist es aber noch viel anstrengender.

    Andrea2002


    Die Ärzte hätten sicherlich EAS gemacht wenn der Hörrest genügend gross gewesen wäre, so doof sind die auch nicht an so was zu denken wenn es sinnvoll und wirklich was verwertbares da wäre!
    Ich denke der Hörrest ist einfach zu klein, sie schrieb ja was von 3%, was auch immer das dann heisst.

    Deshalb heisst das Motto wohl nicht dem nachtrauern was mal war, sondern nach vorne schauen und daran arbeiten dass man mit dem Ci wieder besser hört und Mango wieder ihrer Arbeit nachgehen kann wie früher.

    Es ist natürlich schon ein Schock, wenn man dann samt Maske und allem plötzlich merkt, dass man so fast gar nichts mehr hört.. und halt noch ein langer Weg vor einem liegt.

    EAS heisst Elektro-Akustische-Stimulation und wird bei Leuten verwendet die noch viel Restgehör, z.B. in den tiefen Frequenzen.


    Kommt doch hier bitte wieder zum ursprünglichen Thema von Mango, sie hatte gefragt ob es normal ist, dass sie nach der EA noch nicht viel hört.

    EAS wurde ihr ja nie vorgeschlagen, das hätten die Schweizer Ärzte sicher gemacht falls sie noch genügend Restgehör gehabt hätte, was aber wohl nicht der Fall ist.

    Ihr verwirrt sie so mehr, als ihr ihr Klarheit verschafft.

    Nochmals ganz kurz:
    Mango hatte erst zwei Einstellungen bislang, sprich EA und eine weiter Einstellung in der Klinik. Und sie hatte einen einzigen Termin beim Hörtraining.


    Zum Ablauf CI-Einstellungen und Hörtraining:
    Hier in der CH läuft es anders als bei euch in D.

    Die Einstellungen machen nur die 5 dafür zertifizierten Unikliniken mit ihren Ingenieuren und Ärzten. Die Audiologin macht nur Hörtraining und kann und darf an der CI Einstellung nichts verändern, sie ist wirklich nur für das Hörtraining zuständig.
    Falls der Ingenieur in der Klinik nicht weiterkommt und oder Hilfe braucht holt er die entsprechenden Firmen ins Boot, welche eh regelmässig bei den 5 Kliniken vorbeischauen und mit ihnen Fälle besprechen. In der ganzen Schweiz werden pro Jahr ca. 200-300 Cis implantiert, also ist die ganze Sache recht überschaubar und nur wenige Personen sind involviert.

    Darum, ganz ruhig durchatmen und noch einige Einstellungen und Wochen vergehen lassen.
    Es gibt keine Garantie, egal bei welcher Hörbiografie, das man mit dem CI sofort etwas hört und gut hört. Es kann durchaus 1-2 Jahre dauern bis sich ein Hörerfolg einstellt und man damit Sprache gut verstehen kann. Es ist sogar die Regel dass man nicht sofort gut hört und es ein gutes Stück Arbeit vom Ingenieur und von sich selbst ist.

    Wenn vor der OP noch Hörreste vorhanden waren heisst das auch nicht, dass der Hörnerv sofort auf allen Frequenzen gut reagiert, sondern auch hier kann es eine Weile brauchen bis er seine Arbeit wieder voll aufnimmt und alles gut koordiniert und weitergeleitet wird. Es kann halt sein je nach Hörbiografie, dass man auf gewissen Frequenzen gar nie was gehört hat oder schon sehr, sehr lange nicht mehr.


    Darum, Mango, gibt dir und deinem CI Zeit, versuche dich nicht verrückt zu machen und besprich das bei der nächsten Einstellung und er Klinik. Evtl. nimmst du noch eine Begleitperson mit welche gut versteht und dich unterstützen und dir helfen kann das genaue Vorgehen zu verstehen. Auch beim Hörtraining, lass es langsam angehen und in kleinen Portionen.

    Mango
    Du braucht einfach mehr Geduld.
    Die Audiagoginnen hier haben alle eine seriöse Ausbildung und kennen sich mit CI Trägern aus. Das ist in D nicht so, dort machen viele Logopädinnen einfach noch CI Hörtraining ohne grosse Spezialausbildung. Ich finde es nicht in Ordnung wenn du gerade alles in der CH in Punkto CI Versorgung nicht gut findest. Es gibt kein europäisches Land in welchem es ein CI Register gibt und welches wirklich schaut, dass die CI Träger Hörerfolg haben oder nicht.


    Das man am Anfang nach einer kurzen Weile Hörtraining erschöpft ist ist auch normal, die ersten Einheiten haben bei mir nicht mehr als 30 Min gedauert und den Rest haben wir Kaffee getrunken. Das wurde erst nach und nach besser. Du hast dein CI ja erst seit sehr kurzer Zeit, da musst du noch Geduld haben und in kleinen täglichen Portionen üben.


    Es tönt aber schon so, wie du sehr wenig hörst und es halt dann schon schwierig ist noch zu verstehen oder eben lange durchzuhalten. Dein Restgehört hat dir wohl noch einen Höreindruck auf dem zweiten Ohr ermöglicht, aber verstehen war ja wohl nicht viel drin oder? Restgehör in Prozent ausdrücken ist immer schwierig, es kommt darauf an auf welchen Frequenzen man welchen Verlust hatte und das kann man nicht einfach so pauschalisieren und in % ausdrücken. Was heisst dann 100% hören?


    Arbeit: Pause machen ist sicher gut, es ist sonst zu viel für den ganzen Körper, Arbeit und Hören lernen.