Posts by Theodor

    Zwei Gerätetypen testen zu können, damals Rondo 2 und Sonnet 2, war 2019 auch mein Wunsch gewesen. Medel wäre einverstanden gewesen. Das Unispital Zürich hat abgelehnt, mit der Begründung „zu grosser Aufwand“. Auch dass ich diesen bezahlen würde, hat nichts genützt. Hab dann ein halbes Jahr später durchsetzen können , den Sonnet 2 testen zu können. Es zeigte sich, dass die Hörleistung mit diesem markant besser war. Hab dann den Sonnet 2 aus dem eigenen Sack bezahlt. Wenn das Testen der beiden Geräte am Anfang möglich gemacht worden wäre, hätte ich mir die 12‘000 Franken sparen können.

    Ich bedaure es, dass sich bis jetzt niemand gemeldet hat, der die von UweDu gestellte Frage aus eigener Erfahrung beantworten kann. Also jemand, der auf einer Seite bereits ein CI hatte, auf dem anderen Ohr noch etwas Restgehör im Tieftonbereich und der dann auf dieser anderen Seite ein zweites CI implantieren liess. Gibt es wirklich niemanden hier im Forum mit dieser Erfahrung, der etwas darüber berichten könnte, wie sich Hörleistung in Folge des zweiten CI verändert hat? Wie stark sich ein allfälliger Verlust von Restgehör ausgewirkt hat und welchen Gewinn das zweite CI einbrachte?

    Ich stehe vor der gleichen Entscheidung wie Du. Das Restgehör meines klassisch verstärkten Ohres erweitert das Klangvolumen. Das ermöglicht mir z.B. das Hören des Grollens der Meeresbrandung. Wenn ich das Restgehör-Ohr zuhalte, höre ich nur ein Bachgeriesel. Auch bei Hörtests schneide ich, selbst beim Verstehen mit Hintergrundlärm, dank der Unterstützung des Restgehörohres etwas besser ab.

    Jedoch ist mit Richtungshören gar nichts mehr zu machen. Und natürlich frage ich mich, wie Du, um wieviel besser wohl das Sprachverstehen ausfallen würde, wenn ich zwei CI's hätte.


    Deshalb auch von meiner Seite die Frage an Kolleginnen und Kollegen aus dem Forum, die sich in einer vergleichbaren Situation für ein zweites CI entschieden haben: wie waren Eure Erfahrungen? Wurde das verminderte Klangvolumen durch ein verbessertes Sprachverstehen kompensiert?

    Meine Erfahrungen mit dem CI-Musikhören werden für Dich nicht ermutigend sein. Meine Situation: CI rechts seit zweieinhalb Jahren (ohne Restgehör). HG-links mit Restgehör in den tiefen Frequenzen, jedoch ohne Sprachverstehen. Das Sprachverstehen konnte durch das CI erhalten und verbessert werden, worüber ich sehr glücklich bin.


    Bis vor rund drei Jahren konnte ich Musik noch voll geniessen, darunter auch mein eigenes Klavierspiel im Duo mit Kontrabass/Cello. Mit dem CI habe ich beim Hören von Musik ein komplett anderes Hörerlebnis. Beispiel Klavier: Ganz hohe Einzeltöne höre ich in einzigartiger Klarheit. Je tiefer es runtergeht, umso schräger wird es, insbesonders weil zum Teil tiefere Töne höher klingen als ihre Vorgänger. DIe Hörwahrnehmung von Akkorden hat mit der Erinnerung an ihren Natur-Ohr-Klang nichts mehr gemein. Die von mir selbst komponierten Stücke kamen wir vor wie zerschlissene Anzüge.


    Ich hatte mein neues Klavier-Hören über Monate ausgiebig erkundet und dabei keine Veränderungen festgestellt. Meinen Flügel habe ich in der Folge verkauft, weil mich sein Klang nur noch deprimierte, so schön er auch als Möbel blieb. Ich höre eigeninitiativ keine Musik mehr, da ich derzeit noch nicht offen dafür bin, an der CI-Musik-Klangwelt Gefallen zu finden.


    Wie Magneto beschrieben hat, wird es aus technischen Gründen vorderhand nicht möglich sein, mit einem CI das Musikhören gesunder Ohren zu erzeugen. Wer dem CI-Musikerlebnis mit einer positiven Einstellung gegenübertreten kann, wird jedoch gute Chancen haben, Freude daran zu entwickeln. Gegenseitig austauschen darüber wird er sich allerdings wohl nur mit CI-Trägern können.

    Mit der ASHA-Technologie habe ich keine Erfahrung. Möchte aber anfügen, dass die gute alte T-Spuhlentechnik nach wie vor ausgezeichnete Dienste leistet. In meinem Fall verbinde ich die T-Spuhle des Hörgeräts und des Sonnet 2 mit der Ringschlaufe von Artone, die ich um den Hals trage. Die Ringschlaufe stellt die Verbindung via Bluetooth zur Quelle (Handy oder PC) her. Hab noch nie eine Asynchronität zwischen Hörgerät und CI festgestellt.

    Liebe Claudia, in Sachen Musik kann ich leider keine erfreulichen Erfahrungen melden. Dies nach zwei Jahren CI rechts und einem klassisch verstärktem Restgehör für tiefe Frequenzen links. Das Klavierspiel macht keinerlei Freude mehr, da das ganze Klangbild völlig verzerrt und verdünnt bei mir ankommt. Musik bewusst zu hören vermeide ich, da es mich deprimiert. Dies vor dem Hintergrund, mich noch sehr gut an den Klanggenuss erinnern zu können, den ich bis vor drei Jahren erlebte. Jetzt habe ich meinen Flügel zum Verkauf ausgeschrieben. Ich bin glücklich, sprachlich dank CI im privaten und beruflichen Umfeld bestehen zu können. Musikgenuss lebt nur noch von der Erinnerung.

    Ich mache gute Erfahrungen mit der Überragung via die schon erwähnte T-Spuhle. Um den Hals habe ich eine Artone-Induktionsschleife. Diese stelle via Bluetooth den Kontakt zum Telefon her. Einzige Bedingung für das Hörgerät: es muss eine T-Spuhle haben, was m.W. aber fast alle Hörgeräte bieten. Zum Telefonieren muss man dann einfach den Sonnet (via Fernbedienung oder App) und das Hörgerät (bei mir via Knopfdruck am Gerät selbst) auf T-Spuhle stellen. Ich wähle jeweils den Mixed-Mode, bei dem das Mikrofon auch noch zur Hälfte aktiv bleibt. So höre ich auch mich selber ausreichend.

    Ja der Finetuner für den Sonnet 2 ist kein gefreutes Gerät. Ich hatte Probleme mit dem Freeze, dem Wechseln von Batterien und deren Laufzeit. Jetzt nutze ich nur noch die App AudioKey auf dem IPhone, die sich mit dem Sonnet 2 direkt koppeln lässt. Mit der bin ich sehr zufrieden.

    Danke für die schnelle Antwort. Zwei Anschlussfragen: 1) Ich finde nirgends einen Möglichkeit Untertitel zu aktivieren. Habe Version 6.26.

    2) Hast du Erfahrungen mit den Untertiteln? Wie gut und mit welcher Verzögerung treffen sie ein?

    Mir wurde im Medel Carecenter unaufgefordert gesagt, man könne den Rondo bis zu 4 Wochen benutzen und dann immer noch auf Sonnet umsteigen. Andersrum allerdings nicht. Ich hätte gedacht, das ist eine Standardaussage. Offenbar wird das nicht jedem gesagt.

    Ich wollte im Rahmen der Erstanpassung die beiden Geräte (HdO und ohrfern) testen. Med-El hätte das auch unterstützt. Nur hat die Klinik nicht mitgemacht, obwohl ich die Kosten für ihren Mehraufwand übernommen hätte. Aus meiner Sicht besteht hier ein ein Support-Defizit bei den CI-Zentren, mindestens in der Schweiz. Der Mehraufwand für den Test des Sonnet 2, zu dem die Klinik später dann doch noch Hand bot, war übrigens nicht sehr gross. Sozusagen nichts im Vergleich mit den Kosten, die jetzt bei mir hängenbleiben.

    Ab dem Februar 2019 hatte ich den Rondo2 von MED-EL. Es ergaben sich im Verlaufe der nächsten Monate verschiedene Indizien, dass dieses Gerät für mich nicht optimal ist. Ich konnte dann den Sonnet 2 im Oktober 2019 kostenlos testen. Der Test ergab: ich höre mit dem Sonnet 2 deutlich besser. Ich stellte bei MED-EL den Antrag, den Rondo 2 gegen den Sonnet 2 einzutauschen. Die Antwort war: "ein Tausch ist nicht möglich, ein gebrauchtes Gerät ist für uns wertlos; wenn Sie den Sonnet 2 möchten, muss der volle Preis bezahlt werden."

    Hat jemand Erfahrungen in einer ähnlichen Situation? Ist jemand schon einer kulanteren Haltung seitens eines CI-Anbieters begegnet?

    Dein Hör-Highlight freut mich sehr für Dich, SaSel . Vor dem Hintergrund, dass ich noch bis vor zwei Jahren musikalisch "normalhörend" war, ist für mich das Hören von Musik mit dem CI nun leider kaum mehr ein Genuss. Ich werde meinen Flügel verkaufen, weil die mit diesem Instrument erzeugten Klänge nichts mehr mit dem zu Tun haben, was mein musikalisches Gedächtnis gespeichert hat. Um mit der völlig neuen musikalischen Hörwelt, die ich mit niemandem mehr teilen kann, zu experimentieren, genügt auch mein altes Klavier. Ab und zu machen diese Improvisationen auch etwas Spass.

    ich habe mal aufgeschrieben, was bei mir ankommt, wenn ich mit der Asklepios App übe. Es geht um Tiere.

    Wie geht oder ging es euch nach 9 Monaten mit dem CI?

    Ich bin jetzt wie Du, MadameMim, im zehnten Monat mit meiner Hörprothese. Mit der Asklepios App (via T-Spuhle mit meinem CI-Ohr verbunden) habe ich nach etwa drei Monaten aufgehört zu trainieren, da ich bei allen Übungen nahezu 100 Prozent verstand. Aus Anlass Deiner Frage, bin ich die App nochmals stichprobenhaft durchgegangen, wiederum mit nahezu 100 Prozent korrektem Hören (wobei ich nur lauschte und die angebotenen Lösungsalternativen nicht las).

    Ein möglicher Grund für Deine schlechtere Performance könnte darin liegen, dass Du noch ein gut hörendes Ohr hast. Bei mir hat das CI-Ohr das andere, mit einem klassischen Hörgerät versorgte, schnell überholt. Seit etwa einem halben Jahr läuft mein Sprachverstehen ausschliesslich über das CI-Ohr. Das andere, mit seiner Resthörfähigkeit von mittlerweile nur noch etwa 5% - und dies vor allem im Tieftonbereich - steuert nur noch etwas Klangfülle bei. In dieser Situation musste sich das CI-Ohr auch im Alltag gewaltig ins Zeug legen. Da bei Dir das noch intakte Ohr besser performt als das CI-Gegenstück, konnte es letzteres möglicherweise etwas gemütlicher nehmen.

    Ich kann seit 3 Wochen den Roger Select in Kombination mit zwei Roger Table Mics benützen. Die Verbindung zu meinen Hörgeräten läuft über Roger MyLink. Dieses Gerät überträgt den Schall von den Mikrofonen auf die T-Spuhle meines CI-Ohres und die T-Spuhle meines klassischen Hörgeräts.


    Meine Erfahrungen:

    a) Roger Select als Tisch-Mikro: Mit 4 -6 Personen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Sogar in Situationen mit Störlärm (Restaurant), wobei ich hier von einer Verbesserung des Verstehens reden würde, immer noch weit weg von den Fähigkeiten eines gesunden Gehörs. Das Gerät hat sechs integrierte Mikrophone. Wenn sich Untergrüppchen bilden, kann selektiv (durch einfaches Antippen) bestimmt werden, welche Mikrophone aktiv sein sollen (eben die, welche auf die Personen zeigen, mit denen ich mich unterhalte).


    b) 2 Roger Table Mics: Ich habe bei Sitzungen mit meinem Arbeitsteam (10 Personen) jeweils zwei Table Mics eingesetzt. Die Distanz zwischen einem der beiden Mikrophone und den Teilnehmenden war maximal 3 Meter. Damit war ein weitgehend müheloses Verstehen möglich.


    c) Roger Select und 2 Table Mics: Auch mit meinem Team ausprobiert. Wenn Roger Select in Kombination mit den Table Mics eingesetzt wird, dann muss es von jemandem (z.B. dem Referenten oder der Person, die am schwierigsten zu verstehen ist oder für mich am wichtigsten ist...) um den Hals getragen oder an der Brust angeclipt werden. Die Table Mics können per Fernbedienung bei Bedarf aus- und wieder eingeschaltet werden. Dank dem Select bleibt ein Referent, insbesondere wenn er immer Zimmer herumläuft, immer in Hörweite.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mit der Produktekombination "My Link, Select und zwei Table Mics" die schwierigsten Situationen in meinem Arbeitsalltag, nämlich Arbeitsgruppensitzungen mit zwischen 6 und 20 Personen, bewältigen kann. Sehr angenehm finde ich, dass die Koppelung der Mikrofone mit My Link, bzw. der Table Mics mit dem Select sehr einfach herzustellen ist und bisher immer einwandfrei funktioniert hat.