Auch direkt in der Fremdsprache üben?

  • Da ich auch eine Fremdsprache unterrichte, kam mir folgende Frage:

    Wenn ich anfange zu üben, ist es dann schlau, auch mit fremdsprachlichen langsam gesprochenen Texten zu üben oder sollte man sich erst einmal nur auf das Deutsche konzentrieren?

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ausprobieren! Aus meiner Sicht ist alles sinnvoll, das nicht vollständig überfordert. Und es ist doch spannend zu beobachten, welche Unterschiede sich zeigen zwischen fremd- und muttersprachlichen Klangbildern.

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

    Implantat-Rechts 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, Synchrony mit Flex28-Elektrodenkabel von MED-EL; Sprachprozessor Rondo2 ab 7.2.2019

    Links: Hörgerät Pure 5 (Signia); Hörverlust 90% (CPT-AMA, Messung 05.2019)

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Gute Frage ..... mir fällt es inzwischen nicht schwer, auch englische Sprache zu verstehen. Was mich erstaunt und bemerkenswert finde, dass ich in englisch gesungenen Liedern den Liedtext deutlicher und damit besser verstehe als vor meiner Ci-Zeit. Das liegt wohl an der auf Sprachverstehen ausgerichteten Strategie in der Prozessor-Software.


    Ich denke also, dass eine fremde Sprache nach einiger Zeit gut verstanden werden kann, sobald man ein gewisses, sicheres Maß an Verstehen in der eigenen Sprache erreicht hat.


    Ausprobieren! Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Ich würde zuerst mit der Muttersprache anfangen und wenn man da ein gutes Sprachverständnis hat, die Sprache wechseln. Ich unterrichte auch eine Fremdsprache und lebe Zuhause zweisprachig, habe das CI Ohr aber erst nach einem Jahr auf die zweite Sprache von Zuhause trainiert und die Fremdsprache welche ich unterrichte eigentlich gar nicht, ab und zu höre ich englische Hörbücher, französisch habe ich aber nichts gemacht, da reicht dann auch das gute Ohr für mich im Moment.


    Setz deine Erwartungen tief, es kann sein dass es eine Weile dauert bis du auf Deutsch was verstehst oder sogar nur Sprache von Geräuschen unterscheiden kannst, es sind nicht alle so Senkrechtstarter wie einige hier im Forum! Also langsam angehen mit tiefen Zielen und dann nach und nach steigern, aber nicht von Anfang an zu viel erwarten.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Ich würde zuerst mit der Muttersprache anfangen und wenn man da ein gutes Sprachverständnis hat, die Sprache wechseln. Ich unterrichte auch eine Fremdsprache und lebe Zuhause zweisprachig, habe das CI Ohr aber erst nach einem Jahr auf die zweite Sprache von Zuhause trainiert und die Fremdsprache welche ich unterrichte eigentlich gar nicht, ab und zu höre ich englische Hörbücher, französisch habe ich aber nichts gemacht, da reicht dann auch das gute Ohr für mich im Moment.


    Setz deine Erwartungen tief, es kann sein dass es eine Weile dauert bis du auf Deutsch was verstehst oder sogar nur Sprache von Geräuschen unterscheiden kannst, es sind nicht alle so Senkrechtstarter wie einige hier im Forum! Also langsam angehen mit tiefen Zielen und dann nach und nach steigern, aber nicht von Anfang an zu viel erwarten.

    So in der Art hatte ich es „befürchtet“. Ich war mir vorhin nicht sicher, ob es vielleicht sogar schlau ist, von Anfang an beide Sprachen einzuspielen, oder ob es vielleicht aber eher verwirrend ist oder nichts so richtig klappt, weil man auf zwei Hochzeiten tanzt.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ich würde es an Deiner Stelle auch nur ausprobieren wollen.

    Immerhin ist es ein Ziel von Dir, so wie es aussieht. Es lohnt sich also auch, es im Auge zu behalten, dies zu verfolgen.

    Ich finde, es kann nicht schaden, es dann auch von Anfang an sich damit zu befassen.


    Du wirst ja schnell merken, wann und vor allem wo Deine Grenzen sind.

    Dann kannst dann aber auch alles gezielter üben. Du mußt ja in der Regel nur einige Schritte zurück gehen, bis es wieder leichter fällt, und ab DA ansetzen.



    Mir, zum Beispiel, war die Musik besonders wichtig gewesen. Es war immer ein Teil in meinem Leben gewesen, und ich brauche es auch für mein Hobby.

    Also habe ich das auch von Anfang an mitlaufen lassen, als meine eigene "Hörreise" begann.

    Klar, es war am Anfang schon ein komisches Kuddelmuddel gewesen, aber ich war ja diesbezüglich bereits vorgewarnt!

    Rest war dann gezieltes Austesten. Als ich dann DEN Anfang gefunden hatte, ging es dann auch super weiter.




    Was wichtig ist, erwarte anfangs wirklich nicht zuviel.

    Und laß Dich auch nicht entmutigen, wenn es nicht sofort klappt!

    Im Gegenteil, genau da kannst Du ansetzen!

    Wenn Du schon ein funktionierendes Konzept für die Muttersprache hast, wirst Du das auch so ähnlich auf die Fremdsprache anwenden können.

    Sicherlich wird es auch etwas wie diese Deutsche Welle, wo Radionachrichten langsam gesprochen werden, für andere Sprachen geben.

    Zur Not tun es vielleicht auch Übungs CDs für Kids, oder DVDs mit Untertitel.

    Es gibt so viele Möglichkeiten!

    Man sollte dann nur versuchen, für sich selbst DEN idealen Weg zum sicheren Erfolg finden.



    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Ja, ich habe mir schon mal zwei Seiten mit langsam gesprochenen Nachrichten, bei denen man den Text mitlesen kann, herausgesucht.

    Ob es tatsächlich schon in der Anfangszeit klappt, werde ich dann ja sehen.

    Ich erwarte - hoffentlich auch nicht unbewusst- zu viel, aber wenn ich nicht optimistisch wäre und keine Hoffnung hätte, könnte ich es ja gleich sein lassen. Was glaube ich noch mühsam wird, auch tatsächlich zu begreifen, ist der Faktor Zeit.

    (Das ist OT, aber: Und den eigenen Weg zu finden und all die Kommentare der Umgebung mit Gleichmut wegzulächeln ...“nimm bloß einen hautfarbenen Prozessor“ [für mich nicht schön], „du willst ja wohl nicht die Haare zusammenbinden“, „wenn du allen Leuten deinen Prozessor zeigst, werden sie das aufdringlich / unangenehm / unheimlich finden“, „Belästige andere nicht mit deinem Problem“ - ich gehe mit sehr gemischten Gefühlen der OP entgegen und hoffe, dass sich ein paar Sachen einfach ergeben 😃)

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Liebe AnniB,


    hast du wirklich solche Kommentare gehört oder stellst du dir nur vor, dass die Leute so denken? 🤔

    Ich habe nie solche Sachen gehört und ich kann mir auch gar nicht vorstellt, dass jemand aus meinem Umfeld so denken könnte.


    LG

    Paula

  • Ja, habe ich. Aus der Familie z.B.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ich habe ähnliche Erfahrungen in der (guthörenden) Familie gemacht. Selbst meine Eltern unterstellten mir als Kind Lügen, weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass ich Waldvögel einfach nicht höre. Oder "du hörst auch nur, wenn du hören willst" u. ä. Bemerkungen bis hin zu "dann mach die Hörgeräte rein".

    Sie konnten einfach nicht begreifen, dass mir als Hochtonschwerhöriger die Hörgeräte wenig genutzt haben bzw. nur in "Unterrichtssituationen", wie ich es nenne, da die Technik im letzten Jahrhundert einfach noch nicht da war.


    Meinen Kollegen habe ich vor einigen Monaten veranschaulicht, indem ich sie Einsilber erraten ließ, die eine Kollegin mit einem Bonbon zwischen den Schneidezähnen vorlas - nicht die Lautstärke, die Deutlichkeit macht das Sprachverständnis aus. Seitdem versuchen tatsächlich einige Kollegen, sehr deutlich mit mir zu reden. Diese Rücksichtnahme finde ich toll, ist leider nicht selbstverständlich.

  • Genau genommen habe ich regelmäßig Streit mit meinen Schwestern, weil sie sagen, ich wäre bescheuert, den SP oder dieses Übermittlungsteil offen und bewusst zu zeigen, ich würde dann als ‚behindert‘ wahrgenommen, Schüler würden mich dann auf den Arm nehmen, man würde mir mit Vorbehalten begegnen und ich wollte doch wieder „normal“ hören, sonst bräuchte ich es nicht zu machen.

    Kann man irgendwo neue Geschwister kaufen?

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo an alle,

    Ich bin aus die Niederlande, wohne und arbeite in Deutschland, beruflich spreche ich Niederländisch, Englisch, Deutsch und Italienisch. Ach ja ab und zu kommt noch ein Spanier vorbei und will auch was besprechen. Mit meiner Tochter spreche ich Niederländisch und mit meinem Freund Deutsch. Das war und ist bei mir Alltag. Das war vor CI und ist auch mit CI so. Meine Erfahrung ist es, die Sprachen die man vor CI regelmäßig gesprochen hat, soll man mit CI auch sprechen, bzw. annehmen/üben. Es ist keine Schulausbildung wo eins nach dem anderen absolviert wird. Ich stelle auch keine Unterschiede fest zwischen mein CI-hören in NL/D/IT oder ENG.

    Implantat rechts seit 02.03.2018 (Naida CI90)

    Hörgerät rechts Phonak Naida, Versorgung mit CI links steht demnächst an, warte auf OP Termin

  • Genau dieses "als behindert wahrgenommen werden" ist das, worauf ich abziele und weshalb ich einen Kurzhaarschnitt bevorzuge. Einfach mehr Rücksichtnahme durch andere:

    Niemand erwartet von einem Blinden, sehen zu können, von einem Rollstuhlfahrer, Treppen zu steigen. Ich bezeichne mich auch nicht mehr als schwerhörig sondern als hörbehindert.

  • Streit mit meinen Schwestern, weil sie sagen, ich wäre bescheuert, den SP oder dieses Übermittlungsteil offen und bewusst zu zeigen,

    Für mich zeigt es irgendwie, als ob Deine Schwestern eher diejenigen sind, die damit ein Problem haben.


    Meiner Erfahrung nach ist es so, daß man, wenn man sich seiner eigenen Behinderung bewußt ist, diese akzeptiert hat, dieses selbst nicht zum Mittelpunkt des Lebens macht, auch wenn es einen Teil der eigenen Persönlichkeit ausmacht, und offen damit agiert, ohne gleich JEDEM, der das eben NICHT hören will, ständig und überlall auf die Nase bindet, auch eher von seinen Mitmenschen akzeptiert wird.

    Einfach deshalb, weil man eben einfach selbst geblieben ist.



    Du bist aktuell ohnehin mit Dir selbst beschäftigt, weil ALLES für Dich gerade neu ist, wo Du Dich erst einfinden muß.

    Bleibe einfach Deiner Linie treu.

    Lausche in DICH hinein. Was willst Du? Lasse aber bitte das normal Hören weg, denn diese Tür ist nun für Dich endgültig zu. Jetzt heißt es, eben so gut es geht, mit der aktuellen Situation fertig zu werden.

    Was ist DIR wichtig?

    Farbe?

    Form?

    Handhabung?

    Eventuelle Zusatzgeräte?

    Konzentriere Dich einfach nur darauf.

    Rest wird sich mit der Zeit irgendwie einpendeln, wenn Dein "Neues Leben" gestartet ist!


    Kann man irgendwo neue Geschwister kaufen?

    Familie ist nun mal etwas, was man sich nicht aussuchen kann.

    Aber Du kannst ja fragen, warum sie sich so sehr daran stören? Immerhin muß Du ja diese Geräte tragen, nicht sie!

    Und, sollten sie mal ein ähnliches Schicksal erleiden, wie Du, ob sie lieber (halb) taub durchs Leben laufen wollen, und sich von ALLEN Familienmitgliedern, Freunden und Co und vor Freizeitaktivitäten zurückziehen, oder ob sie lieber die Möglichkeit wahrnehmen wollen, doch wieder was hören zu können.



    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Ja, der Haarschnitt. Ich habe mir nach 10 Monaten die Haare relativ kurz schneiden lassen und seither sieht man das CI auf den ersten Blick und ich habe viel weniger Ärger mit meinen Mitmenschen, man nimmt mehr Rücksicht auf mich als vorher weil man sieht dass da jemand ein Hörproblem hat, hörbehindert ist.

    Ich habe jahrzehntelang zu verstecken versucht dass ich schlecht höre und mich dafür geschämt, das war aber total blöd und hat mir im Alltag auch nicht geholfen.
    Ich stecke das CI schon unter die Haare, aber den grössten Teil des Prozessors ist nun gut sichtbar, bin allerdings auch nicht der Typ der es noch extra farbig und auffällig präsentieren würde.


    Für meine Familie war es anfangs auch nicht so der Hit, vor allem der ältere Sohn fand naja, Mama das müssten nicht grad alle wissen. Ihm war das peinlich. Mittlerweile ist es aber auch für ihn io und Tochter besucht eh eine Schule wo es einige hörbehinderte Schüler hat und Ci Träger zum Alltag gehören.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Ja, es ist mein Leben und es sind meine Entscheidungen. Meine Familie kann es sich wohl nicht vorstellen, wie viel Mühe alles kostet. Ich werde und muss meinen Weg gehen und finden.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • AnniB , es tut mir leid, dass deine Familie so reagiert. Unvorstellbar das sie so reagieren.


    Bislang sind negativ Erfahrung in mein Umfeld darauf beschränkt, dass so mancher (die mich nicht sehr gut kennen) anfangen gaaanz langsam und mit seeehr einfache Wörter mit mir zu reden nach dem Motto Hörbehindert = Hirnbehindert


    Übrigens ich trage bei blonde Haare die Farbe Petrol.

    Ich bin Hörbehindert, da führt kein Weg daran vorbei.

    Es gehört mittlerweile zu mir und das darf auch ruhig jeder wissen.


    Persönlich finde ich es sogar gut wenn deiner Schüler deine Behinderung sehen können.

    Du bringst ihnen trotz Behinderung was bei, das ist große Klasse!
    Ich denke die Schüler lernen dadurch sogar mehr als bei Lehrer/innen ohne Behinderung, es zeigt, dass trotz Stolpersteine egal welcher Art man großes leisten kann.


    Viel Erfolg dabei!

    Implantat rechts seit 02.03.2018 (Naida CI90)

    Hörgerät rechts Phonak Naida, Versorgung mit CI links steht demnächst an, warte auf OP Termin

  • Meine Familie kann es sich wohl nicht vorstellen, wie viel Mühe alles kostet. Ich werde und muss meinen Weg gehen und finden.

    Was Du halt auch nicht vergessen darfst, bzw. sollst ;) , ist ja die Tatsache, daß Du, bist Du nun selbst davon betroffen warst, es Dir auch nicht vorstellen konntest! ;)


    Ist nicht böse gemeint!

    Seien wir in diesem Punkt einfach mal ehrlich zu uns selbst! ;)

    Soll halt einfach nur eine Hilfestellung für Dich sein, um die "Gegenseite" zu verstehen.



    Es ist halt einfach so, daß man sich Hörbehinderung als Normalhörender nicht vorstellen KANN!

    Egal, wieviel Mühe dieser sich auch geben mag.

    Etwas nicht sehen zu können, ist leichter nachzustellen. Augen zu, und alles ist weg!

    Oder, wenn jemand bestimmte Farben nicht erkennen kann.

    Selbst, wenn man schon immer mit zwei Armen, mit zwei Beinen durchs Leben gelaufen ist, so kann man es sich viel leichter vorstellen, wie es ist, nur noch mit einem Arm, oder mit einem Bein sein Leben meistern zu müssen.


    Und Du hast ja noch ein gesundes Ohr.

    Viele stellen sich das alleine ja noch ausreichend genug vor! Bist ja normalhörend! Also sollte das ja reichen!

    Daß mit dem Verlust des zweiten Ohrs so viel verloren geht, ist so vielen einfach nicht bewußt. Weil sie das irgendwie eher unbewußt wahrnehmen. Erst, wenn es fehlt, wird es deutlich, was da verloren geangen ist! Also kann man das so irgendwie auch nicht vorstellen!

    Selbst das Vertäuben beider Ohren, oder nur eines der beiden Ohren ist nicht das gleiche, wie, wenn man wirklich von heute auf morgen darauf so richtig taub ist! ;)



    Laß Dich dadurch nicht runter ziehen!

    Finde Dich "neu" selbst, und gehe dann einfach in kleinen Schritten Deinen neuen Weg!



    Ich wünsche Dir eine gute Entscheidungsfindung, eine erfolgreiche OP, und eine supergute EA!




    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Und Du hast ja noch ein gesundes Ohr.

    Viele stellen sich das alleine ja noch ausreichend genug vor! Bist ja normalhörend! Also sollte das ja reichen!

    Daß mit dem Verlust des zweiten Ohrs so viel verloren geht, ist so vielen einfach nicht bewußt. Weil sie das irgendwie eher unbewußt wahrnehmen. Erst, wenn es fehlt, wird es deutlich, was da verloren geangen ist! Also kann man das so irgendwie auch nicht vorstellen!

    Selbst das Vertäuben beider Ohren, oder nur eines der beiden Ohren ist nicht das gleiche, wie, wenn man wirklich von heute auf morgen darauf so richtig taub ist! ;)

    Das trifft den Kern der Sache, selbst wenn man jahrzehntelang auf einem Ohr taub war und alle einem ständig eingetrichtert haben, inkl. HNO und Hausarzt, dass ein Ohr längstens reicht und man einfach Sorge zum anderen tragen soll. Was man aber alles nicht hört, wusste ich selber gar nicht, weil es halt schon so lange her war seit der Ertaubeng im Kindesalter. Ich habe mich ja am Anfang noch beschwert dass das Ci viel zu laut ist, dabei war mir einfach alles zu laut, ich wusste gar nicht wie viel mehr man hört mit zwei Ohren.


    Aber du hast eine gute Einstellung und bist motiviert AnniB das kommt also schon gut und irgendeinmal wird auch das Umfeld verstehen war du alles verpasst, resp. wie es dir geht.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Die neueste Marotte meiner Familie in Gruppengesprächen ist jetzt immer „ja, ich verstehe hier auch nicht gut“ (= ist also alles halb so wild).

    Naja, ich bin in der Tat, wie Nikita schreibt, motiviert und zuversichtlich und muss aber glaube ich noch geduldiger werden (Geduld ist ja eigentlich das, was man hat, wenn es zu viele Zeugen gibt). Die Zeiträume, von denen ich lese, sind seeeeehr laaaang ...)

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

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