Der ideale Zeitpunkt für das 2. CI?

  • Hallo,


    nun ich melde mich auch mal wieder, sofern sich überhaupt noch jemand an mich erinnert. Ursprünglich wollte ich mich hier aktiver beteiligen und mit euch austauschen, die Realität sah dann aber schnell anders aus, auf den Tag genau 2 Wochen nach der CI-OP habe ich im Büro wieder auf der Matte gestanden und die 40-Stunden-Woche abgeschuftet. Die OP war letztes Jahr im November, seit dem 2. Januar dieses Jahres trage ich den N6, zwischenzeitlich also etwas mehr als 8 Monate.


    Jetzt sitze ich bei der Frage wann der ideale Zeitpunkt für das 2. CI gekommen ist. Die Frage nach dem ob stellt sich nicht, das wird früher oder später nicht "vermeidbar" sein, mein Naida-HG ist bis zum Anschlag aufgedreht und erreicht eine Hörkurve bei 60-80 dB (ohne HG 110-125 dB), Tendenz sinkend. An Fakten lässt sich das nicht wirklich festmachen, der Freiburger mit HG ist seit zig Jahren konstant bei 0% (mit dem CI war der letzte Hörtest im Mai bei ca. 45%), trotzdem bin ich damit immer irgendwie durch den Alltag gekommen. Das Sprachverstehen ist jetzt auf der HG-Seite aber gefühlt schlechter geworden, kann aber auch einfach daran liegen das das CI es überholt hat. Klingt ja eigentlich ganz simpel für eine Entscheidung pro 2. CI sobald möglich, irgendwie glaube ich aber das das HG doch noch etwas zum Gesamthöreindruck beiträgt, z.B. die Wahrnehmung des bekannten Klangbildes. Ist das ein Vorteil oder hindert es nur daran sich vollends auf das CI einzulassen, die letzten Prozente rauszuholen?


    Sicher sind hier auch einige unter uns die beidseitig vom HG auf das CI umgestiegen sind oder sich ebenfalls mit der Frage nach dem bestmöglichen Zeitpukt für 2. CI beschäftigt haben. Wie waren eure Erfahungen? Wie seit ihr dann mit 2 CI ohne die altbekannten Klänge zurechtgekommen?

    L: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP1000 Nucleus 7 (OP 23.01.2018 / EA 05.03.2018)
    R: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP910 Nucleus 6 (OP 21.11.2016 / EA 02.01.2017)

  • Hallo WiLa,


    mir scheint, wir haben viel gemeinsam ;) ich bin auch vor lauter Arbeit längst nicht so fleißig hier, wie ich wollte und ich bin auch einseitig versorgt. Mein linkes Ohr gibt auch nicht mehr viel her, weshalb es bei mir von Anfang an eine Frage der Zeit war bis zur zweiten OP.


    Ich denke, auch bei der zweiten OP ist es wichtig, dass man sich ganz einfach bereit dafür fühlt. Nachdem ich mit dem CI schnell Fortschritte gemacht habe, hatte ich diesen Punkt schnell erreicht, aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen.


    Meine aktuelle Situation ist, dass mein unversorgtes Ohr wohl für den Klang zuständig ist und nicht mehr viel Sprachverständnis liefert. Die Kombination mit dem CI hat für mich gefühlt im Alltag sehr viel gebracht, langfristig würden mir 2 Blechohren aber sehr viel mehr bringen, denke ich. Ein Stück weit ist es ja so, dass das natürliche Hören links die Entwicklung vom CI-Hören rechts nicht unbedingt begünstigt, weil mein Hirn versucht über die vertrauten Signale von links klar zu kommen um sich die Arbeit zu sparen, sich immer mehr an die neuen Signale von rechts zu gewöhnen. Das ist zumindest einer der Gründe, warum ich die zweite OP nicht so auf die lange Bank schieben wollte, wie es die MHH machen wollte.


    Nachdem ich Anfang des Jahres in Reha war, stand ich quasi zwischen zwei Kliniken, weil die Reha-Klinik die zweite OP empfohlen hat und die MHH das am liebsten mindestens auf nächstes Jahr verschoben hätte. Es kommt bei mir hinzu, dass ich mich mit der MHH sowieso nicht mehr wirklich wohlgefühlt habe, weshalb ich dann natürlich geneigt war, der Reha-Klinik zu glauben. Die Konsequenz, die ich für mich daraus gezogen habe, ist ein Wechsel der Klinik von Hannover nach Braunschweig, wo ich Ende August mein Erstgespräch hatte. Das Gefühl bei der Braunschweiger Klinik war auf Anhieb bei Weitem besser als in Hannover und die Aussage der Ärztin lautete: Ich kann sie in vier Wochen operieren, wann wollen Sie einen Termin?


    Ich weiß nicht, ob ich das noch vorhandene natürliche Hören noch eine Weile behalten sollte um das rechte CI zu unterstützen, aber ich weiß, dass ich nicht ewig so tief im Thema CI bleiben will. Ich sehne den Moment herbei, wo ich beide Ohren versorgt und mich damit im Alltag angekommen weiß. Und ich will auch nicht mehr ewig Zeit haben bis zur OP, weil ich dadurch nur Gelegenheit künstlich Ängste aufzubauen. Angst, vor der kompletten Gehörlosigkeit, die mich erwartet. Angst, ob mein Gleichgewichtsorgan auch beim zweiten Mal unbeschadet davon kommt, sodass es sich für mich doch noch lohnt, einen Führerschein zu machen. Angst, ob ich nach der OP zurecht kommen werde, nur noch mit dem CI-Ohr. Je länger ich Zeit habe, darüber nachzudenken, desto schlimmer wird es werden und das will ich mir nicht antun. Ich will leben und ich habe das Gefühl, dass ich langfristig mit 2 CI eine ganz andere Lebensqualität haben werde und auch viel bessere Möglichkeiten mir ein soziales Leben aufzubauen, mit dem ich glücklich bin.


    Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe mich entschieden und werde am 20.10. mein zweites CI erhalten. Damit liegen zwischen meinen beiden OPs 1 Jahr und acht Monate, von denen aber ca. ein halbes Jahr den Umständen mit den verschiedenen Kliniken geschuldet ist und nicht mir. Aber das ist nur mein Weg und du musst für dich selbst herausfinden, ob du dich mit der Vorstellung eines zweiten CI schon wohl fühlst oder ob du noch eher Angst davor hast. Ich hoffe, ich konnte dir mi meinem Roman ein bisschen helfen.


    LG
    Sunny

    ab 15. Lebensjahr progressiver Hörverlust ohne Befund
    Mi1200 SYNCHRONY von MED-EL
    links: Rondo, OP am 20.10.2017, EA 14.11.2017
    rechts: Sonnet, OP 02.02.2016 EA 21.03.2016

  • Hallo WiLa,


    ich kann deine Situation gut nachempfinden, mir ging es ähnlich. Linke Seite Ci, rechts Naida. Ziemlich bald kam ich an den Zustand, wo mein CI-Ohr das bessere Hören war und ich immer mehr das Gefühl bekam, das Naida-Ohr hinkt hinterher. Anfangs dachte ich sogar dass Naida funktioniert nicht mehr, also habe ich es einfach weg gelassen. Ungefähr ein Jahr lang. Bei der nächsten Kontrolle bei meinem Techniker, fragte mich dieser wo mein HG ist. Ich habe ihm dann erklärt, dass das CI so dominat geworden ist und ich das HG nur noch als Störung empfand. Darauf hin wurde mir gesagt, wenn das rechte Ohr zu wenig Input bekommt kann es verkümmern, was dann bei einer möglichen CI-Versorgung zur schwierigerem Sprachverstehen führen kann. Also habe ich mich kurzer Hand entschlossen das HG Ohr aufrüsten zu lassen. Das ist jetzt etwas über drei Jahre her. Und ich bereue keine Sekunde. So gut wie heute konnte ich mit HG's nie hören. Na klar gibt es immer noch Einschränkungen aber alles klingt jetzt viel harmonischer. Und ja, jetzt bin ich voll ertaubt, außer Nachts wenn ich die CI's ablege stört es mich überhaupt nicht. Und es ist nicht so, dass ich vollkommene Stille habe wenn ich keine CI's anhabe, dafür sorgt schon mein seit über dreißig Jahren bestehender Tinnitus. Aber gut, damit kann man leben.


    Ich hoffe ich konnte dir mit meiner Erfahrung ein wenig Entscheidungshilfe geben.
    Also Gute noch, Gruß Manuela

    linkes Ohr Cochlear Implantat Nukleus 6 CP 910 seit dem 14.02.2017
    rechtes Ohr Cochlear Implantat Nukleus 7 CP 1000seit dem 20.09.2018


    Man ist nicht behindert, man wird behindert!

  • Hallo, guten Morgen,


    ich kann die Sorgen und Gedanken von WiLa absolut nachvollziehen, äauch wenn meine OP erst gut drei Monate her ist und ich seit genau 8 Wochen den SP trage. Beim letzten Hörtraining in der Uni erwähnte die Therapeutin auch ein zweites CI in den nächsten ein bis zwei Jahren.
    Ich empfinde das Hören mit dem CI zwar auch als Bereicherung, aber jetzt schon eine Entscheidung zu treffen, vor all wenn noch kein offenes Sprachverständnis da ist, wäre mir zu früh.
    Ich denke, der "richtige" Zeitpunkt (sofern es ihn überhaupt gibt unter Berücksichtigung der jeweiligen persönlichen Umstände) ist tatsächlich 1,5 - 2 Jahre nach der 1. OP, wenn man sich mit dem 1. CI vertraut gemacht hat und "Partner" geworden ist.


    Letztendlich muss man auf sein Bauchgefühl Hören und hinter seiner Entscheidung Pro oder Contra stehen.


    Viel Glück bei der Entscheidungsfindung; ich würde den Tread gerne verfolgen, da mich die Meinungen und Erfahrungen sehr interessieren.


    Stürmische Grüße aus dem Rheinland
    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Hallo WiLa ,
    ich reihe mich mal ein :S
    Bei mir steht die REHA an und ich erhoffe dort Erfahrungen und Informationen sammeln zu können.
    Gruss Flocke

    Wer durch des Argwohn Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut. (Wilhelm Busch)



    schleichende, an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit seid 40 Jahren, beids.
    rechts:AB High Res Ultra CI HighFokus, Naida CI Q90, OP 04/2017, EA 05/2017
    Links: AB High Res Ultra CI HighFokus, Naida CI Q90, OP 05/2018, EA 06/2018
    BWZK Koblenz.

  • Hallo WiLa,


    auch ich trug eine Zeitlang HG und CI. Bei mir sorgte das HG für den Klang und das CI für den Takt. Bereits im 3. Monat nach der EA stellte ich fest, daß das HG mehr und mehr zurückfiel. Selbst die Justierung auf die Lautstärke half nur situationsbedingt: kamen Tieftöne, lief es wunderbar; sobald aber Hochtöne kamen, war das mit HG versorge Ohr quasi weg, denn es klang dann alles sehr leise.
    Spätestens im 5. Monat, auf der Bahnfahrt zur Anpassung, hatte ich ein Schlüsselerlebnis, das mich dazu bewog, das Thema 2. CI einzuleiten. Ich verstand die Stationsansage in der Bahn Wort für Wort. Und weil es noch ein paar Stationen bis zum Ankunft waren, testete ich aus, wie es mit CI allein und mit HG allein anhörte. Ein ganz gewaltiger Unterschied. Mit HG allein hatte ich nur Sprachbrei gehört.


    Meiner Meinung nach ist der richtige Zeitpunkt da, wenn das CI das HG überholt und praktisch alleine für Hören sorgen kann und mit dem HG keine weitere Korrektureinstellungen mehr möglich sind.
    So wie du es geschildert hast, ist dein Zeitpunkt bereits da.


    Herzlihce Grüße,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg

  • Hallo,


    es sind ja doch einige interessante, teils auch sehr ausführliche, Erfahrungsberichte zusammengekommen, die zeigen das ich weder mit meiner Situation noch mit meinen Überlegungen alleine da stehe.
    Grundsätzlich kommen wir alle irgendwo zu dem Schluss die Kombination aus CI und HG ist ncht sehr zukunftsfähig, früher oder später wirkt das HG, das zunächst noch als Unterstützer sehr nützlich war, kontraproduktiv auf den Hörfortschritt mit dem CI, den ein oder andere stört es sogar. Meine Überlegungen gehen hier eben genau in diese Richtung, aus dem Zusammenspiel von CI und HG hat sich jetzt eine Situation entwickelt mit der ich recht gut klar komme, im Hören mit dem CI ist aber sowas wie ein Stillstand eingetreten, sicher steckt hier aber noch einiges an Potential drin was derzeit nicht abgerufen wird bzw. werden kann. Klar ist es mit dem CI noch nicht perfekt und ich brauche z.T. nach wie vor noch das Mundbild um Gespächen folgen zu können, aber das ist mit dem HG auch nicht besser. Allzu lange hinauszögern wollte ich die Entscheidung deswegen so oder so nicht, eure Erfahrungen stärken mich bei den Überlegungen nicht mehr allzu lage zu warten. Auf den gewohnten Klang mit dem HG verzichten zu müssen (rein "natürliches" Hören kenne ich sowieso nicht, ohne Technik kann man mich getrost als taub bezeichnen, der Hörrest bei 120 dB bringt mir genau nichts) dürfte verschmerzbar sein und ist wahrscheinlich auch einfach ein wenig Gewöhnungssache. Momentan tendiere ich dazu zeitnah einen Termin in der CI-Sprechstunde an der Uni-Klinik zu vereinbaren und eine OP Anfang nächsten Jahres (im Hochsommer habe ich sicher keine Lust auf den Turban und drei Wochen Klinikaufenthalt, rechnet man die zwei Anpassungswochen dazu) zu avisieren.


    flocke was bringt bei dir das HG noch und wie tendierst du momentan? Die Reha wird dich sicher nochmal einen Schritt nach vorne bringen und ggf. die Entscheidung erleichtern. Ich habe die Reha entgegen der Empfehlung der Logopädin an der Uni-Klinik aus beruflichen Gründen erst mal hinten angestellt, ggf. dann mit zwei CI's mal.


    Gruß Lars

    L: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP1000 Nucleus 7 (OP 23.01.2018 / EA 05.03.2018)
    R: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP910 Nucleus 6 (OP 21.11.2016 / EA 02.01.2017)

  • Hallo WiLa ,
    ganz nüchtern betrachtet bringt mir das HG gar nix mehr. Mein Naida ist bis zum Anschlag aufgedreht. Trotzdem ist der Bereich für das Sprachverstehen tot. Ich meine manche Töne würden etwas untermalt und der Klang zusammen mit dem CI etwas weicher.
    Mir passiert aber sehr oft das ich gar nicht merke ob das HG überhaupt eingeschaltet ist.
    Ich tendiere zum 2. CI, habe aber dieselben Bedenken und Ängste wie @sunny sie aufgeführt hast. Scheint wohl normal zu sein :rolleyes: .
    Gruss Flocke

    Wer durch des Argwohn Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut. (Wilhelm Busch)



    schleichende, an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit seid 40 Jahren, beids.
    rechts:AB High Res Ultra CI HighFokus, Naida CI Q90, OP 04/2017, EA 05/2017
    Links: AB High Res Ultra CI HighFokus, Naida CI Q90, OP 05/2018, EA 06/2018
    BWZK Koblenz.

  • Hallo,
    dank eurer überwiegend positiver Rückmeldungen habe ich mich nun dazu entschlossen einen Termin in der CI-Sprechstunde der Uniklinik zu vereinbaren und mit den Ärzten das Thema 2. CI zu besprechen bzw. in die Wege zu leiten. Also Mail geschrieben und schon steht der Termin Ende September, also in gut eineinhalb Wochen. Ich bin gespannt was die Ärzte dazu sagen werden, grundsätzlich haben sie eine beidseitige CI-Versorgung schon vor der ersten OP befürwortet (die Untersuchungen wurden direkt auf beiden Seiten gemacht).


    Hallo flocke ,
    da scheint es bei dir ja noch etwas weiter fortgeschritten zu sein als es bei mir momentan ist, etwas Sprachverstehen habe ich mit dem HG immerhin schon noch, aber nichts im Vergleich zu dem was das CI auf der anderen Seite jetzt leistet. Das man solche Gedanken und Ängste hat scheint wirklich das normalste zu sein wenn es an die Frage um das 2. CI geht. Die Zeit scheint bei dir aber gekommen zu sein, vielleicht kannst du dich in deiner anstehenden Reha jetzt vollends davon überzeugen diesen Schritt zu gehen, wenn du noch weitere Fortschritte mit dem CI-Ohr machst, was dir absolut zu wünschen ist.


    Gruß Lars

    L: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP1000 Nucleus 7 (OP 23.01.2018 / EA 05.03.2018)
    R: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP910 Nucleus 6 (OP 21.11.2016 / EA 02.01.2017)

  • Hallo Ihr Lieben,


    Ich habe 27 Jahre für die 2. CI Implantation benötigt.... meine Motivation war mein eines Ohr als Reserve zu bewahren. Als vor 27 Jahren implantiert wurde, gab es noch keine verbindliche Aussagen, wie lange ein CI halten wird und Erfahrungen mit Reimplantation waren sehr mager. Dazwischen kamen die Kinder auf die Welt und ich hatte den Kopf nicht frei dafür.


    Jetzt nach 4 Wochen Hören mit 2 CI kann ich meine damaligen Gedankengänge nicht wirklich mehr nachvollziehen! Das Hören mit zwei Ohren ist für mich jetzt schon ein deutlicher Gewinn, auch wenn ich links seit 51 Jahren nichts gehört habe.


    Ich wünsche Dir für Deine Voruntersuchungen die richtigen Ergebnisse und eine klare Entscheidungsfindung für das zweite CI


    LG Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920

  • nun, da seid ihr ja alle irgendwie zu beneiden, ich will auch gerne ein zweites CI, aber alle Welt ist dagegen, leider.
    LG

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich
    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Und warum? Wenn ich fragen darf. Wenn das HG dir nicht (mehr) hilft und unterstützt.
    Liebe Grüße
    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Hallo Karin,
    das ist ja sehr erfreulich das dir das zweite CI nochmal sehr weiterhilft. Wenn du schreibst 51 Jahre nicht wirklich was gehört zu haben mit dem Ohr dann war das vorhandene Restgehör wohl ziemlich gering? Bei dir hatte es ja noch andere Beweggründe, aber was das Restgehör anbelangt - hier glaube ich zu viele Hörgeschädigte klammern sich bei ihren Überlegungen zu einer CI-OP zu sehr an das letzte bisschen Restgehör, obwohl ihnen das im Grunde aber gar nichts mehr bringt (spätestens wenn auch die High-Power-HG an die Grenzen kommen). Bei meinem ersten CI auf der rechten Seite hat sich das Restgehör (nahezu identisch wie oben für die linke Seite beschrieben) mit der OP verabschiedet, gestört hat mich der Umstand jetzt ehrlich gesagt aber nicht wirklich.


    Hallo Norbert,
    noch ist es final entschieden und genehmigt, aber ich hoffe doch auf ein positives Ergebnis. Du klingst dagegen ziemlich ernüchtert was die Hoffnungen auf ein zweites CI anbetrifft, da kann ich mich SaSel nur anschließen, wäre interessant zu erfahren woran es "scheitert".


    Gruß Lars

    L: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP1000 Nucleus 7 (OP 23.01.2018 / EA 05.03.2018)
    R: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP910 Nucleus 6 (OP 21.11.2016 / EA 02.01.2017)

  • Hallo WiLa,


    ich persönlich habe meinem Resthörvermögen nie nachgetrauert. Als ich vor 17 Jahren auf der rechten Seite implantiert worden bin, konnte ich genau 2 Frequenzen ab 130 db hören. Das war für mich vollkommen unbrauchbar.


    Links hatte ich Hörreste bei 120 db für ca alle Frequenzen. Aber ich war nicht in der Lage hohe Frequenzen zu hören und zu unterscheiden, geschweige davon Sprache zu verstehen. Daher bin ich auf dieses Resthörvermögen auch nicht scharf gewesen. Ich habe auch gar keine Ahnung, ob diese Reste noch existieren. Aber ehrlich gesagt, interessiert mich das auch nicht so, da ich einfach begeistert bin, was ich mit dem CI bis jetzt hören und wahrnehmen kann. Bei mir klappt das Hören mit beiden CI wirklich gut, schon alleine deswegen, würde ich mich jederzeit wieder implantieren lassen. Ich stehe ja auch erst am Anfang meiner Hörreise. Jedenfalls bin ich sehr neugierig, wo mich diese hinführen wird.


    Liebe Grüße


    Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920

  • Ich finde, die meisten hier machen sich keine Sorgen um das Restgehör, sondern
    vielmehr wie lange hält die Elektrode. Bin ich jetzt so um die 50 so
    ist das ken Thema, denn es gibt bereits Kollegen die seit ca. 30 Jahren
    das CI implantier haben. Bin ich aber 30, hält die ELektronik so lange
    und die Reimplantationen, welche durchgeführt wurden waren meistens
    die von COchlear aufgrund eines Serienfehlers und so waren die nur
    relati kurze Zeit 2-3 Jahre verbaut, aber was ist nach 30 Jahren,
    ist da dann alles so verwachsen, dass beim Entfernen alles zerstört wird
    und kein neues CI mehr eingesetzt werden kann ... das sind hier die
    beängstigenden Fragen, auf die keiner eine Antwort hat.

  • Hallo scs,


    Ich möchte Dich darauf aufmerksam machen, dass auch Medel in den 90er Jahren große Probleme mit auszufallenden Cochlear Implantaten zu tun hatte. Zumal bestand damals das Implantat aus Keramik, die bruchempfindlich war und somit nicht bei Kindern eingesetzt wurde, da Kinder sich viel schneller durch Unfälle oder einfach beim Toben das Implantat zum Brechen gebracht haben. Es ist nicht nur Cochlear davon betroffen gewesen. Solche Serienausfälle kann leider jeder Firma passieren, da viele Teile auch von Fremdlieferanten kommen. Hier ist immer der Patient der Leidtragende.


    Auch für mich ist eine Reimplantation ein sehr wichtiger Punkt, keine Frage. Mich tröstet der Gedanke, dass die meisten Klinken mittlerweile über gute Erfahrungen bei Reimplantationen verfügen. Als ich vor 27 Jahren implantiert worden bin, trat beim Aufbohren der Cochlear die Flüssigkeit aus. Mit der Zeit bildet sich eine Art Gelee. Heute implantiert man anders, es wird versucht, die Flüssigkeit zu einem zu erhalte und zum anderen wird das "Loch" nun auch abgedichtet, damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich nicht so eine zähe "Gelee" bildet.. Wichtig ist auch, das richtige Elektrodenbündel zu wählen. Erstens kann bei einer Reimplantation im schlechtesten Fall nur ein dünneres Elektrodenbündel eingeführt werden. Ich habe mich auch bewusst gegen ein vorgeformtes Elektrodenbündel entschieden, da gerade die vorgeformten Elektroden bei der Reimplantation eine höhere Verletzungsgefahr für die Cochlea bedeuten können. Ebenso wollte ich kein estra dünnes Elektrodenbündel. Bisher trage ich seit 27 Jahren ohne Ausfall mein CI rechts....


    Bist du eigentlich mittlerweile implantiert? Ich habe dazu kein Posting gefunden.


    Beste Grüße


    Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920

  • Hallo, mal ein kleines Update von mir in dieser Sache, der Termin in der Uniklinik ist zwischenzeitlich ja auch schon wieder ein paar Wochen her. Was soll ich groß sagen, Gespräch mit zwei Ärzten und nochmal Hörtest etc. gemacht (Ergebnis erwartungsgemäß unter aller Kanone) und jetzt steht der OP-Termin für das 2. CI im Januar 2018.

    L: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP1000 Nucleus 7 (OP 23.01.2018 / EA 05.03.2018)
    R: HG Phonak Naida IX / Cochlear CI522, CP910 Nucleus 6 (OP 21.11.2016 / EA 02.01.2017)

  • Hallo Lars,


    das freut mich natürlich sehr für dich, dass du das OK für das 2. CI und auch schon einen Termin bekommen hast! Hoffentlich zieht sich die Zeit bis dahin nicht so sehr! Aber letztendlich vergeht die Zeit eh immer viel zu schnell

  • und mein Text wurde mal wieder unfreiwillig gekürzt. Ich wollte noch schreiben, dass ich dir jetzt schon alles Gute für deine OP wünsche und dass alles unkompliziert und erfolgreich läuft!


    LG, Christina



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