Beiträge von KarinLa

    Hallo Summer,


    Generell ist es so, dass in einem Forum das geschriebene Wort einen hohen Stellenwert hat. Ich kenne Dich nicht, und kann daher nicht einschätzen, wie Du tatsächlich bist und wie hoch Dein Leidensdruck ist


    Ich hatte diese gleiche Diskussion mit dem bisherigen Cousin von meinem Mann, der sehr technikaffin ist, geführt, der letztes Jahr einen Hörsturz hatte. Gestern ist er implantiert worden. Ich habe ihm dann gesagt, welche Kriterien für mich wichtig waren:


    1. Ich habe mich bewusst gegen ein vorgeformtes Elektrodenbündel entschieden. Bei einer Reimplantation kann das vorgeformte Elektrodenbündel Schäden im inneren der Schnecke verursachen. Allerdings hat das vorgeformte Elektrodenbündel den Vorteil, dass es näher am Hörnerven liegt, und damit weniger Energiesifwand nötig ist.


    2. Ich habe mich gegen ein zu dünnes Elektrodenbündel entschieden, da bei einer Reimplantion oft ein dünneres Elektrodenbündel gewählt werden muss. Nach der Implantation bilden sich in der Cochlea eine Art Gelee, diese lässt keine Einführung eines dickeren Elektrodenbündel zu.


    3. Die Fernbedienungen sind schon in einer Sache sehr wichtig. Wenn du z.B. Auf Zubehör bei einer Konferenz angewiesen bist, dann kannst du zum Beispiel das Mischungsverhältnis zwischen Deinen T-Spule am Sprachprozessor und vom externen Gerät/Mikrophon einstellen. Bei Cochlear geht das in 10%igen Schritten. Bei Med-El ist es 0-50-100 (also 3 Varianten).


    Aber wie gesagt, die Sprachkodierung der unterschiedlichen Sorachprozessoren sollte zweitrangig in Deinem Entscheidungsprozess sein, da es wirklich von deiner Gehirnleistung, Gemütslage, der anatomischen Anlage der Cochlea und auch vom Geschick des Operateurs abhängig ist. Lauter Faktoren, die sich nicht unbedingt beeinflussen lassen.


    Ich bin heilfroh, dass ich bei meiner ersten Implantation keine Entscheidung treffen musste. Damals gab es nur das von Cochlear. Bis heute funktioniert dieses Implantat einwandfrei......


    Lieber Gruß


    Karin

    Hallo Summer,


    Die Entscheidung für einen bestimmten Hersteller musst Du ganz alleine für Dich fällen, auch ich hüte mich Dir eine Empfehlung zu geben. Du kannst Dir sicher sein, dass alle Sprachprozessoren etwa auf den gleichen Level sind. Am besten Du unterhältst Dich mit dem Techniker der Klinik, der Dir eher eine Empfehlung aussprechen kann. (z.B. Wenn eine Verknöcherung der Cochlea zu erwarten ist, dann ist es sinnvoll ein besonders langes Elektrodenbündel, wie von Med-El, einsetzen zu lassen.) Wir kennen Deine medizinischen Diagnosen nicht! Diese Fragen solltest Du wirklich mit Deiner implantierenden Klinik absprechen.


    Deine Ausdrucksweise fand ich ebenfalls sehr erschreckend. Mit dieser Grundeinstellung sind alle Miserfolge vorprogrammiert. Daher fände ich es in erster Linie sehr wichtig, dass Du Dich mit Deinem Hörverlust auseinandersetzt, um Deine Hörbehinderung annehmen zu können. Vielleicht kannst du vor der Implantation diesbezüglich eine Reha beantragen.


    Rechts trage ich meinen Sprachprozessor seit fast 30 Jahren. Für mich ist es in der Zwischenzeit ein vollkommen natürliches Hören mit viel Klangfarbe. Mit dem Hörgerät verstand ich alles wesentlich schlechter.


    Links habe ich vor 2 Jahren mein geburtstaubes Ohr implantieren lassen. Das Verstehen musste ich mir wirklich regelrecht erarbeiten. Du musst Dir das so vorstellen: Die Therapeutin spricht das Wort „Zahl“ aus, ich verstehe „Aal“. Therapeutin sagt mein Wort war „Zahl“ und Dein Wort war „Aal“. Dann versuche ich den Unterschied herauszuhören. Die beiden Wörter werden solange wiederholt, bis ich das ursprüngliche Wort richtig verstanden habe. So lernt mein Gehirn die Unterschiede und speichert sie ab. Das linke Ohr hat mir wirklich sehr viel Mühe und Energie gekostet, dafür bin ich nun auf einen sehr guten Weg. Selbst das Telefonieren klappt auf diesem Ohr mit geduldig und vorallem deutlich sprechenden Personen. Auch wenn das Hören mit meinem langzeitversorgten Ohr wesentlich unkomplizierter ist, bin ich unglaublich happy, was mein linkes Ohr in den letzten 2 Jahren geschafft hat. Der noch zu kleinste Fortschritt war für mich einfach unfassbar toll. Seit fast 2 Jahren gehe ich wöchentlich zu einer wirklich guten Hörtherapeutin. Ihr habe ich sehr viel zu verdanken.


    Ich schreibe Dir, das so ausführlich hin, damit Du ein Gefühl dafür bekommst, dass nicht nur Deine Gehirnleistung eine Rolle spielt, sondern auch Deine Grundeinstellung zum CI. Das Hören mit dem CI ist keinesfalls schei**, sondern muss sich manchmal hart erarbeitet werden. Geduld ist hier das Zauberwort!


    Ein lieber Gruß


    Karin

    Hallo Silke,


    Ich erhielt von meiner Klinik eine lange Liste geeigneter Hörtherapeuten. Ich wußte aber schon von vorne hinein, dass für mich nur einer in Frage kam. Ich profitiere sehr von diesen Stunden. Ich bin überzeugt davon, dass ich ohne diese Praxis nicht soweit mit meinen Hörvermögen gekommen wäre.


    Frag doch mal bei Deiner Klinik nach, vielleicht haben auch sie eine Liste von Logopäden, die sich auch mit dem CI auskennen.


    Lieber Gruß


    Karin

    Liebe MadameMim,


    Deine Implantation ist ja relativ frisch.


    Nach einer EA musst Du erst einmal das Hören wieder lernen und das braucht seine Zeit. Bei dem einen geht es schneller, bei den anderen dauert das. Jeder von uns musste zwangsläufig lernen, geduldig mit seinem neuen Hören zu sein. Bei meinem geburtstauben Ohr ( Implantation Juli/2017) habe ich erst seit ca Sept. 2018, dass sich Geräusche und auch die Sprache, wie auf meinem anderen langjährigen CI-Ohr anhört.


    Du solltest ganz dringend Kontakt mit Deinem Techniker aufnehmen, damit er eine Änderung in der Map vom Sprachprozessor vornehmen kann. Wenn der Sprachprozessor nicht mehr getragen werden kann, ist das nie ein gutes Zeichen. Hast du schon versucht mittels der Fernbedienung die Lautstärke und auch die Mikrophonempfindlichkeit zu ändern. Vielleicht stört Dich das Rascheln der Haare so. Aber wie gesagt, ich würde an deiner Stelle den Texhniker anrufen, damit du eine neue Einstellung bekommen kannst.


    Lieber Gruß


    Karin

    Hallo Amadea,


    Ich bedauere, dass die OP in Leipzig solche Konsequenzen für Dich hatte und die CI-Implantation nicht den gewünschten Erfolg zeigte.


    Ich habe eine Frage zu Deinen Schwindel. Funktioniert Dein Gleichgewichtsorgan noch? Bzw. Wie äußert sich die Gleichgewichtsproblematik? Ich frage deswegen, da ich urplötzlich einen beidseitigen und dauerhaften Gleichgewichtsausfall seit circa 11 Jahre habe. Anfangs war es wirklich sehr schwierig, aber ich habe dann mittels Krankengymnastik gelernt, den Ausfall zu kompensieren. Es gibt immer Tage, an denen es schwieriger ist, das Gleichgewicht zu regulieren. Wenn ich das merke, dann achte ich auf mich und alles wird langsamer angegangen.


    Wohnst du eigentlich in München? Wenn ja, warst Du schon im Hörtraining bei der Hörtherapiepraxis Hanik? 2017 wurde mein geburtstaubes Ohr implantiert. Seitdem gehe ich wöchentlich zum Hörtraining. Wider Erwarten hat such dieses Ohr großes Potential. Es tut auch einfach gut, einmal in der Woche bei jemanden zu sein, der die ganzen Hörproblematik völlig versteht und darauf eingehen kann. Bis zu 100 Stunden Logopädie kannst du nach einer Implantation von Deinem HNO-ARZT verschrieben bekommen. Alleine vom Einstellen des Sprachprozessors würde ich nicht heute da stehen, wo ich jetzt bin. Dieses Praxis hat deutschlandweit wirklich die meiste Erfahrungen mit der Hörbehinderung.


    Weißt Du eigentlich, was in Deinem Innenohr genau kaputt gegangen ist? Das CI stößt vielleicht bei einem zu großen Defekt an seine Grenzen. Ich kann das aber nicht beurteilen.


    Gerne können wir uns auch mal treffen, wenn Du das möchtest. Alles weitere dann am besten per PN.


    Ganz lieber Gruß


    Karin

    Ich habe ebenfalls unterschrieben, auch wenn ich persönlich change.org recht fragwürdig finde, daher keine Weiterempfehlung für Freunde und Bekannte anleiere.


    Paula Du hast vollkommen recht mit der Petition im Bundestag. Hierfür müssen 50.000 Stimmen gesammelt werden, dann kann es zu einer Anhörung kommen. Ihr könnt mich gerne korrigieren, wenn man ich falsch liege.


    Ich persönliche fände es besser, es wird eine offizielle Petition gestartet, hier sehe ich die Veranwortung in den Verbänden.


    Lieber Gruß


    Karin

    Liebe Olga,


    Ich finde Deine Tochter besitzt gute Voraussetzungen für ein CI. Ihr Hör- und Sprachzentrum ist durch das eine guthörende Ohr angelegt.


    Ich war mit 5 Jahren ein Kind ohne Sprache, da die eine Seite geburtstaub und die andere Seite eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit vorlag. Erst mit der Hörgeräteversorgung konnte ich Sprache und das Hören erlernen. Meine Eltern erhielten die Info, dass der vollständige Spracherwerb bei mir nur noch begrenzt möglich sei. Das war aber nicht der Fall. Daher sehe ich immer solche Entwicklungsschritte als relativ an. Es ist immer vom Kind selbst abhängig, wie die Anlage im Hör- und Sprachzentrum erfolgt.


    Im Sommer 2017 wurde mein geburtstaubes Ohr nach 51 ! Jahren mit einem CI versorgt. Was soll ich sagen... Auch dort bin ich zum offenen Sprachverstehen gekommen. Nächste Woche fange ich mit dem Telefontraining an. Natürlich muss ich mir die Hörerfolge regelrecht erarbeiten und mit viel Geduld und vor allem Zeit, konnte ich das bewerkstelligen. Der Unterschied mit 2 Ohren zu hören, ist einfach gigantisch. Daher finde ich die Entscheidung für das CI folgerichtig.


    Ich wünsch Euch nur das Beste und bin ausgesprochen neugierig auf Eueren Weg!


    Ganz liebe Grüße von mir.


    Karin

    Liebe Marina,


    Auch ich wünsche Dir nur das Beste für die morgige OP. Hoffentlich hält sich Deine Aufregung in Grenzen. Vorallem wünsche ich Dir angenehme Bettnachbarinnen.


    Die OP als solches ist ja mittlerweile eine Routine-OP, daher bin ich ganz zuversichtlich.


    Hier im Süden scheint die Sonne, vielleicht hast du heute auch die Gelegenheit im KH-Garten kurz spazieren zu gehen.


    Ich denke an Dich!


    LG Karin

    Hallo Thumbsup,


    Vielen Dank an Karin! Hast du dir denn schon überlegt, auf beiden Seiten ein N7 anzuschaffen? Bzw. ist das noch möglich? Falls ja, wäre das doch echt klasse, so ein altes Implantat mit dem aktuell modernsten SP. Sehr schön, dass es dir damit so gut ergeht.


    ich bin letztes Jahr auf den N6 umgestiegen, da mein alter Sprachprozessor Freedom nicht mehr repariert werden konnte. Generell wechsele ich erst dann meinen Sprachprozessor, wenn es keine Ersatzteile mehr dafür gibt. Für mein geburtstaubes Ohr erhielt ich auch den N6 und bin damit, wie gesagt sehr zufrieden. Die Devise "never change a running system" ist ein roter Faden in meiner Hörbiografie mit den CIs und bisher bin ich damit gut gefahren. Für mich persönlich ist nicht die neuste Technik das Ausschlaggebende, sondern die Stabilität meiner Hörfähigkeit. Im Moment befinde ich mich nach wie vor in einem intensiven Hörtraining für das linke Ohr, um weiterhin das offene Sprachverstehen zu förden. Es ist bedarf viel Geduld und auch Übung, um das zu erreichen. Auf meiner linken Seite wurden sogar drei Elektroden deaktiviert, da die hohen Frequenzen zu störend waren, und zu Nervreizungen gesorgt haben. Seitdem höre ich deutlicher und vorallem nachweisbar besser. (Nun verstehe ich auf linken Ohr mehr als doppelt soviel Einsilber (Freiburger Test). Das ist für mein geburtstaubes Ohr wirklich hervorragend). Die Anzahl der Elektroden spielt hierfür nur ein untergeordnete Rolle.

    Da wurde die "alte" Technik in ein neueres Gehäuse gepackt und lauffähig gemacht, daher ja auch die lange Wartezeit auf die N6 für die Altimplantate. Ob es für diese noch eine N7-Version geben wird, ist fraglich.

    Dieser Aussage kann ich so nicht zustimmen. Es keinesfalls nur "alte" Technik. Es ist ziemlich aufwendig, einen neuen Sprachprozessor für ein Altimplantat zu entwickeln. Auch N7-Version wird eines Tages für die Altimplantate möglich sein, aber dafür wird noch einige Zeit vergehen, aber ich bin sehr zuversichtlich (habe deswegen mit Cochlear telefoniert). Für mich gibt es diesbezüglich auch keinen Handlungsbedarf, da ich mit beiden N6 vollständig zufrieden bin.

    Das Problem bei den alten Implantaten stellt die Stromversorgung dar. Würde man die aktuellen Prozessoren mit den alten Implantaten laufen lassen, müssten die (großen!) Akkus alle 2 Stunden gewechselt werden.

    Hier stimme ich Dir zu, dass die Stromversorgung der große Knackpunkt ist. Deswegen ist die Aufwärtskompatibilität so aufwendig. Als ich den Sprachprozessor N6 erhalten habe, bekam ich die Info, dass die Batterieleistung eventuell nur 1-2 Stunden für diesen Sprachprozessor möglich wäre. Gottseidank traf dies nicht zu, und ich kann den N6 für knapp 2 Tage nutzen. Es ist ja auch so, dass die Abhängigkeit der Batterieleistung nicht nur die technischen Seite berührt, sondern auch, wie nah das Elektrodenbündel am Hörnerv liegt (je näher, desto weniger Strom wird hierfür benötigt) und wie die persönliche Map programmiert ist. Deswegen gibt es auch hier im Forum so unterschiedliche Laufzeiten für Akkus und Batterien. Keinesfalls kann hier eine allgemeingültige Aussage getroffen werden.


    Thumbsup

    Vielleicht musst Du noch etwas Geduld aufbringen und einfach abwarten, bis AB den Naida wirklich kompatibel für die Altgeräte ermöglicht. Das Gras wächst leider nicht schneller, wenn man daran zieht.


    In diesem Sinne, lieber Gruß


    Karin

    Hallo Thumbsup,


    Rechts benutze ich seit 28 Jahren das gleiche Implantat von Cochlear, bisher hat die Aufwärtskompatibilität einwandfrei funktioniert. Allerdings musste ich teilweise bis zu 3 Jahren warten, bis der Sprachprozessor an mein altes Implantat angepasst wurde. Das empfand ich nie als störend. Momentan sind beide Ohren mit einem N6 versorgt. Damit bin ich sehr zufrieden.


    Nur aus technischen Fortschritt würde ich mich niemals reimplantieren lassen. Mit diesem CI-Ohr komme ich bestens zurecht, und wirklich niemand kann mir gewährleisten, dass ich bei einer Reimplantation genauso gut hören könnte. Solange eine Sprachprozessorversorgung auf diesen Ohr möglich ist, nutze ich diese.


    Auch die unterschiedlichen Implantate sorgen für ein beidseitiges harmonisches und entspannendes Hören.


    Lieber Gruß


    Karin

    Hallo (leider weiß ich nicht, wie ich Dich anreden soll),


    ich habe den Weg so gewählt, dass ich wöchentlich in eine ganz spezielle Praxis für Hörgeschädigte. Meine Hörtherapeutin ist wirklich super und hat das Hörtraining wirklich auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Insgesamt werde ich so 100 Stunden dieses Training absolvieren. Die stationäre Reha kann auch noch bis zu 3 Jahren nach der CI-OP angetreten werden.


    Ich habe für beschlossen, dass ich erst einmal das Maximum von meinem Hörtraining mitnehme, um dann im Anschluss die stationäre Reha in Anspruch zu nehmen. Hier werde ich dann wahrscheinlich 3-5 Wochen ausschließlich mit meinem linken CI-Ohr hören. Ich habe für mich das Gefühl, dass ich nach dem langen Hörtraining erst dann wirklich reif für diese Reha zu sein.


    Vielleicht wäre das auch eine Option für Dich.


    Lieber Gruß


    Karin

    Hallo Maja,


    wie schon Sheltie geschrieben hat, es ist ein lebenslanger Prozeß.


    Du musst das so vorstellen, dass mit jedem neuen Sprachprozessor, den Du in der Laufe der Zeit erhalten wirst, das Sprektrum des Hörens sich erweitert. Als ich das erste Implantat erhalten habe, gab es noch keine HdO-Sprachprozessoren. Davon hatte ich zwei verschiedenen Modelle. Danach bin ich auf den Esprit22 umgestiegen und danach erhielt ich den Freedom. Der Freedom-Sprachprozessor hat mir zum Beispiel massive Probleme beim Hören bereitet. Ich war damals regelrecht verzweifelt, durch intensives Hörtraining hat sich nach ca. einem halben Jahr wieder das HÖren verbessert. Mit den aktuellen Sprachprozessoren kam ich sofort unkompliziert klar. So unterschiedlich kann es im Laufe der Zeit sein. Wir können ja nicht einen anderen Sprachprozessor nutzen, sondern müssen mit dem zurecht kommen, den wir aktuell besitzen.


    Ich vermute mal, dass im ersten ein bis zwei Jahren die meisten Hörerfolge gesammelt werden, danach sind kleiner Verbesserungen möglich. Entscheidend ist hier auch die Dauer der Taubheit. Das merke ich ja an meinem geburtstauben Ohr. Hier muss ich wirklich sehr viel Geduld und auch die Gelassenheit, dass sich alles zum Guten wendet, aufbringen.


    Bei meinem ersten CI-Ohr haben sich die Hörerfolge damals sehr schnell eingestellt. Die EA hatte ich auch hier im August und im Oktober fing ich mit meinem Studium an. Die ganzen Vorlesungen waren das beste Hörtraining für mich. Vorbei ich aber auch sagen muss, dass ich an langen Tagen, an denen ich bis 19 Uhr Vorlesungen hatte, ziemlich abgebaut habe, und akustisch der Vorlesung nicht mehr folgen konnte. Ich habe mir so beholfen, dass ich neben jemanden saß, der besonders ausführlich mitgeschrieben hat. Damals gab es ja noch kaum Internet im privaten Bereich, so dass ich relativ schnell mit bekannten Personen telefoniert habe, um den Kontakt mit ihnen nicht abzureißen. Betonen möchte ich aber auch, dass ich während der Studiumzeit ein erhöhtes Schlafbedürfnis hatte und mindesten 10 Stunden Schlaf brauchte.


    Wichtig ist wirklich, die Erwartungshaltung möglichst gering zu halten, so freut man sich wirklich über jeden Hörerfolg. Beim ersten Implantat hatte ich überhaupt kein Kontakt zu CI-Trägern und konnte mir das Hören mit dem CI überhaupt nicht vorstellen. Für mich war es damals mehr ein Versuch und die Hoffnung besser vom Mund abzulesen.... Ich war damals relativ unbedarft und locker und habe mit einer Leichtigkeit das Hören erlernt.


    Bei meinen zweiten CI war die Prognose sehr schlecht. Als ich den ersten Höreindruck hatte, war ich sehr emotional aufgewühlt. Auch das Ohr hat sein Potential, auch wenn ich mir das wirklich hart erarbeiten muss. Hier benötige ich extreme Konzentration, um Sprache zu verstehen.


    Jedes Ohr ist anders! Das kann ich bei selbst feststellen.


    Ich drücke Dir fest die Daumen für die OP in Dezember.


    Lieber Gruß


    Karin

    Liebe Summer,


    unsere Hörbiografien sind ja alle sehr unterschiedlich, und ebenso unsere Hörempfindungen.


    Generell möchte ich noch anmerken, dass ein taubes Ohr, welches Jahrzehnte lang nicht mehr genutzt werden konnte, wesentlich schwieriger und aufwendiger zum Hören von Sprache und Musik erweckt werden kann. In diesem Fall dauert die Umgewöhnung noch länger und unter Umständen, bzw. meistens kein offenes Sprachverstehen möglich.


    Wie natürliches Hören definiert wird, ist eine subjetktive und auch sehr individuelle Wahrnehmung. Bitte nehme das Hören mit dem CI nicht als Maßstab einzelner Erfahrungsberichte. Es ist immer eine vollkommen persönliche Erfahrung. Ich empfinde das Hören mit meinem langjährigen CI-Ohr als wirklich natürlich, harmonisch mit Klangfarbe und Melodie. Anders schaut die Situation von meinem ehemals geburtstauben Ohr aus. Hier klingt, im Vergleich zum anderem Ohr, alles flacher mit deutlich weniger Klangfarbe. Da ich weiß, dass das Hören mit dem CI wirklich ein lebenslanger Prozeß ist, lass ich es einfach auf mich zukommen, wie sich dieses Ohr entwickeln wird. Geplant habe ich, dass ich nach 2 jährigen Hörtraining in einer speziellen hörtherapeutischen Praxis die CI-Reha, wahrscheinlich in Bad Naumheim anhänge. Mein Alltag lässt das alleinige Hören mit dem "neuen" CI-Ohr kaum zu. Daher möchte ich in der Reha, ausschließlich dieses Ohr trainieren.


    Erfahrungsgemäß ist es durchaus von Vorteil, vor einer CI-Implantation langjährig schwerhörig gewesen zu sein. Gerade Schwerhörige haben oftmals eine hohe Kombinationsgabe, die es ermöglicht, bruchstückhafte Informationen zu einer Ganzen zu ersetzen. Diese Fähigkeit kommt dem Hören mit dem CI zugute.


    Lieber Gruß


    Karin

    Hallo Summer,


    auch ich möchte gerne schreiben. Der Entscheidung für ein CI ist oftmals ein recht schwieriger Prozeß, den wir alle kennen. Normalerweise war bei uns der Leidensdruck aufgrund des fehlenden Sprachverständnis sehr hoch, so dass das CI deswegen gewählt worden ist. Ich selbst habe sehr lange Erfahrungen mit dem CI, da ich bereits vor 28 Jahren auf der einen Seite in Hannover implantiert worden bin. Letztes Jahr wurde mein geburtstaubes Ohr mit einem CI versorgt.


    Wenn Du schon von frühester Kindheit hochgradig schwerhörig gewesen bist, dann hast Du auch mit Hörgeräten gelernt, Dein Musikverständnis zu kompensieren. Ein musikalischer Normalhörender wird wahrscheinlich Musik ganz anders wahrnehmen, als Du es bisher getan hast. Dein großer Pluspunkt ist jedoch, dass Du eine besondere Begabung (Musikalität) verfügst, die für eine für Dich ausgezeichnete Musikwahrnehmung sorgte. Mit zunehmender Hörverschlechterung wird es schwieriger sein, die Hördefizite zu kompensieren.


    Kurz vorneweg, mein Söhne und mein Mann sind ausgesprochen musikalisch. Mein jüngster Sohn war sogar im Bad Tölzer Knabenchor. Während der Stimmbildung wurde gerade mittels einer Klavierbegleitung die Stimme trainiert. Da er damals erst 6 Jahre alt war, begleitete ich ihn jedesmal. Auch mit dem CI können ganz eindeutig die einzelnen Tasten in ihrer Unterschiedlichkeit gehört werden. Ich konnte ganz klar hören, ob mein Sohn den Ton getroffen hat oder nicht, auch wenn ich mich selbser als unmusikalisch empfinde und auch bin (Mein Singstimme ist einfach grauenhaft!). Ich habe keine Ahnung, wer Dir diese Informationen mit dem Klaviertasten geschrieben hat. Die Aussage stimmt auf keinen Fall so.


    Übrigens wir gewöhnen uns nicht an das Hören mit dem CI, sondern wir erarbeiten uns das! Ich bin seit mehr als einem Jahr bei einen wöchentlichen Hörtraining für mein ehemals geburtstaubes Ohr. Mit viel Herzblut gehe ich die Übungen an. Anfangs hatte ich große Schwierigkeiten die einzelnen Buchstaben, wie z.B. m,n und l zu differenzieren. Hier werden gezielte Übungen eingesetzt, die meinem Gehirn auf die Sprünge für die Differenzierung verhilft. Du musst Dir das so vorstellen, das die hörbaren Unterschiede der einzelnen Buchstaben anfänglich kaum vorhanden sind. Durch die speziellen Übungen lernt quasi mein Gehirn diese Unterschiede herauszuhören und auch richtig abzuspeichern. Sobald dieser Prozeß erfolgt, wird das Hören unangestrengter und klarer, und damit ist auch das echte Hörverständnis gegeben.


    Allerdings ist das Hören von Musik das Sahnehäubchen vom CI-Hören, an das Du Dich erst einmal mühevoll heranarbeiten musst. Das ist ein Prozeß von vielen Monaten, ja auch Jahren. In der ersten Zeit wirst Du hauptsächlich auf das Verstehen von Sprache konzentrieren. Wichtig ist, dass Du gute Hörtherapeuten hast, die Dich auf Deiner Hörreise kontuierlich begleiten.


    Jetzt kommt mein großes Aber. Keiner von uns kann vorhersagen, wie Du vom CI profitieren wirst. Das ist von so vielen Komponenten, die nicht in unserem Einfluß sind. Dazu gehört, Deine anatomische Lage der Cochlear, die Lage des Elektrodenbündel, Deine psychische Verfassung (ganz wichtig!), die Flexibilität Deines Gehirns! Entscheidend ist aber allerdings, auch der Optimismus sich einer veränderten Situation hingeben zu können. Damit meine ich auch, sich auf das Neue einzulassen und nicht dem Vergangenen hinterherzutrauern. Mir persönlich ist Deine Erwartungshaltung an die Fähigkeiten des CIs zu hoch. Gerade Patienten, die gleich soviel vom Hören mit dem CI erwarten, sind oftmals sehr enttäuscht, wenn sie realisieren, wie hoch der Berg des CI-Hörens sein kann. Wenn Du bereit für kleine Schritte und die ganzen Umwege zum Gipfel des CI-Hörens bist, dann stehen Dir eher alle Optionen zu. Hervorheben möchte ich auch, dass dass Hören auch einer großen Konzentrationsfähigkeit bedarf. Wenn Du das schaffst, steht Dir die Möglichkeit offen, natürlich und mit voller Klangfarbe zu hören.


    Bitte baue im Vorfeld nicht so einen großen Erwartungsdruck auf. Lass es auf Dich zu kommen, und nehme die einzelnen, manchmal auch sehr beschwerlichen Schritte Deiner Hörreise an.


    Übrigens konnte ich bereits am 2, Tag nach meiner OP wieder auf der frisch operierten Seite, meiner Schlafseite, wieder liegen. Natürlich habe ich entsprechend die Kissen gepolstert. Die beiden CIs gehören zu mir und ich fühle mich eher nackt, wenn ich diese nicht trage


    Ganz lieber Gruß


    Karin

    Lieber Jannes,


    Ja, es ist normal am Anfang undefinierbare Töne zu hören. Das Hören muss man sich manchmal wirklich hart erarbeiten. Der nächste Schritte wäre bei Dir, dass du lernst die Anzahl der Silben eines langen Wortes zu erkennen. Am besten sprichst du mit Deiner Hörtherapeutin in der Klinik, wie deine nächsten Hörübungen aussehen können.


    Es wäre auch gut, wenn Du Deinen eigenen Thread aufmachst und kurz schilderst, wie lange Du taub bzw. schwerhörig warst und so weiter, da können wir uns ein besseres Bild machen.


    Ich habe sogar am Anfang die Töne nur als Art Vibration wahrgenommen und kann mittlerweile Sprache verstehen. Das Hören mit dem CI ist ein lebenslanger Prozess, den wir uns teilweise sehr mühsam erarbeiten müssen.


    Lieber Gruß


    Karin

    Hallo ViV97,


    Ich denke, es wäre wichtig, dass Du erst einmal medizinisch abklärst unter welcher Schwundelform leidest. Der Schwindel, den zum Beispiel Babsy beschreibt, ist der Lagerungsschwindel.


    Mir ist Jahre später nach meiner Inplantation beidseitig das Glichgewichtsorgan ausgefallen. Warum das passiert ist, weiß kein Mensch. Ca. 4-5 Monate „litt“ ich massiv darunter, bis ich gelernt habe, es mittels eines guten Physiotherapeutens zu kompensieren.


    Lass Dich erst einmal gründlich untersuchen. Wenn du dauerhaft Probleme hast, bitte Physiotherapie verschreiben lassen. Das ist sehr hilfreich!


    Lieber Gruß


    Karin