Posts by BerLin71

    Hallo Alexsandra,

    abgesehen davon, dass bei dir die EA sehr früh stattfand. Normalerweise wartet man das Abheilen ab. Egal, das wird in jeder Klinik unterschiedlich gehandhabt und außerdem erhält man so neue Erfahrungen.


    Nun, zu den Tönen: es ist völlig normal, wenn man wegen metallischen Ton und sonstige Verzerrungen zunächst nichts versteht. Das Gehirn muss erst lernen, die Töne richtig zu interpretieren, was Zeit braucht. Bei mir war es sogar das Druckgefühl im Kopf, was mir Unbehagen auslöste, bis ich begriff, dass der Druck nichts anderes war als die Lautstärke. Erst dann verschwand das Gefühl Tag für Tag. Das Druckgefühl trat nie mehr auf.

    Du schriebst schon das Problem mit der Lautstärke. Da muss jeder für sich herausfinden, was laut ist und was nicht. Anfangs kostet es noch viel Mühe, leise Geräusche wahrzunehmen, danach wird es leichter. In meinem Fall hatte ich das Lüftergeräusch meines PCs erst nach knapp einem Jahr nach der EA wahrgenommen.


    Was Zahlen und Wörter betrifft, das hatte man bei mir erst nach einem Monat durchgenommen, als das Klingeln und Pingen großteils durch Laute abgelöst wurden. Es gibt Leute, die brauchen länger und bei einigen geht es schneller. Nur Geduld, es kommt alles! Wichtig ist, dass man überhaupt was hört. Wir gleichen Babies, nur mit dem Unterschied, dass wir Hörerinnerungen haben, die ein Baby nicht hat.


    Wegen dem Nachhallgeräusch solltest du das auf jeden Fall dem Techniker ansprechen. Vielleicht kann er das abmildern oder beseitigen.

    Mit den Notizen machst du es richtig! Denke aber daran, dass die Notizen in den letzten 4 Wochen vor der nächsten Anpassung am Aussagekräftigsten sind. Du kannst vor der nächsten Anpassung ein Protokoll schreiben und dem Techniker und dem Logopäden vorlegen. Das hilft dir und ihnen besonders am Anfang gut weiter.


    Ein Tip:

    wenn du das Gefühl hast, das Hören hat sich in den letzten Tagen verschlechtert, dann ist das oft ein Zeichen, dass ein Verbesserungsschub bevorsteht.


    Viel Glück auf deiner Hörreise und genieße deine Hörerlebnisse!

    Danke für deinen Beitrag. Verstehe ich es richtig, du hast beide Möglichkeiten, ohne T-Mic (aber mit Richtmikrofon) oder mit T-Mic? Und da verstehst du mit T-Mic im Störlärm besser als ohne T-Mic (trotz Richtmikrofon)?

    Darf ich fragen, warum du die MidScala-Elektroden hast und nicht die SlimJ? Ich dachte bisher, dass Elektroden, die an der lateralen Wand anliegen (wie SlimJ) das Restgehör besser schützen. Und vorgeformte Elektroden sind bei einer Reimplantation ungünstiger? Was war deine Motivation, diese Elektrode zu wählen?


    Hallo Summer,

    ich trage den Sonnet von MedEl und ein HG. Ich saß vor einiger Zeit mit einem Bekannten in der Kneipe mit AB un HG. Der hat schlechter verstanden als ich, obwohl er ca. 1 Jahr vor mir implantiert wurde. Ich glaube, es hängt in 1. Linie mit der Hörbiografie zusammen, wie gut jemand mit CI versteht. Meiner Beobachtung zufolge liegt es nicht am Hersteller.

    Grüßle Paula

    Hallo Summer,


    ja, ich habe je ein Programm mit T-Mic und eins nur für Prozessormikrofonen, und kann daher beide Konfigurationen ausprobieren. Das Programm mit den Prozessormikrofonen ist als Backup gedacht, für den Fall, dass das T-Mic ausfallen sollte.


    Wie Paula schon beobachtet hatte, ist es individuell, wie gut man letztlich verstehen kann. Ein Bekannter von mir kriegt im Störschall große Schwierigkeiten, etwas zu verstehen. Er hätte mit Prozessormikrofonen deutlich schwerer mit dem Verstehen. Da er aber ausschließlich mit dem T-Mic hört, wird er zu Prozessormikrofonen keine Aussage machen können. Ich schätze, dass ich mit Prozessormikrofonen im Störschall besser verstehen kann als er mit dem T-Mic. Verwende ich dagegen T-Mic, wird der Unterschied noch größer, da ich davon ebenfalls profitiere. Die eigentliche Herausforderung liegt im selektiven Hören, d. h. Herausfiltern von Nutzschall, eine Fähigkeit, die durch die Ohrmuschel unterstützt wird. Wer nur mit Hörgeräten versorgt war, wird sich hier schwer tun. Bei mir besteht trotz mehr als 40 Jahre lange Versorgung mit Hörgeräten die Chance, dass ich eines Tages selektiv hören kann.

    Die Einzigen, die eine konkrete Aussage zur Leistungsfähigkeit der Ohrmuschel machen können, sind Träger von Harmony- und Naida-Soundprozessoren.


    Zum Implantat:

    Die Slim-Variante war zum Zeitpunkt der Implantierung nicht verfügbar.


    Zum Hörrest:

    Auch ich hatte für mehr als 1 Jahr Hörreste gehabt, die sich mittlerweile verabschiedet hatte. Warum der Hörrest trotz aller Sorgfalt dennoch verlorengeht, war bis März 2018 nach einer Aussage des Professors während des Vortrags zu diesem Thema nicht klar. Das dürfte auch ein Jahr später nicht anders sein. Das Problem ist herstellerunabhängig.

    Da mein Hörrest audiomäßig sowieso ziemlich im Keller war, vermisse ich ihn auch nicht.


    Nun zum Schluß für Dich:
    Wenn Du Dich für ein System entschieden hast, bitte bleib auch dran! Wenn Dir das T-Mic gefällt, nimm AB; wenn nicht, hast Du freie Wahl!



    Grüße,
    Bernd

    Mit dem T-Mic liebäugele ich auch, da man da wohl ein besseres Verstehen im Störlärm hat...

    Das hat man tatsächlich, wie eine Studie von AB belegen kann, ebenso auch aus Erfahrungen von AB-Träger.

    Mit Prozessormikrofonen höre ich den Störlärm unabhängig von der Richtung nahezu gleich laut. Hier gilt: die lauteste Quelle dominiert.Benutze ich Algorithmen, ist die Richtung aufgrund des Richtmikrofons auf Vorne beschränkt.

    Beim T-Mic ist der Störschall von vorne lauter wahrnehmbar als von hinten, was auch das Richtungshören und das selektive Hören sehr erleichtert. Und das bei dem, der seit dem Kindergartenalter mit Hörgeräten versorgt war, also über 40 Jahren.

    Die Ohrmuschel ist ein phänomenales Organ. Sie verzerrt den Schall je nach Einfallswinkel und das Gehirn erkennt recht schnell, von wo der Schall herkommt: vorne, hinten, seitlich, oben oder unten. Dazu unterstützt sie auch das Hören im Störschall, weshalb AB auch auf seiner Homepage mit um bis zu 44% besseres Sprachverständnis mit dem T-Mic 2 wirbt.


    Die Prozessormikrofone haben ihre Stärken beim von vorne eingehenden Schall, insbesondere wenn man Algorithmen zur Störschallunterdrückung verwendet. Bei aus allen Richtungen kommenden Schall versagen sie, denn die Ohrmuscheln lassen sich schlicht und einfach nicht simulieren.


    Bei meinen Selbsttests kann ich die enorme Unterschiede bestätigen. Mit den Prozessormikrofonen höre ich von allen Seiten hin nahezu gleich laut, nur von vorne wird es etwas deutlicher. Schalte ich auf T-Mic allein um, ist der Schall von hinten deutlich leiser wahrzunehmen als von vorne. So kann ich die Schallquelle im Vorfeld grob lokalisieren, ehe ich nachsehe.

    Bei einer Studie lernte ich die Leistungsfähigkeit der Ohrmuschel kennen. Ich musste Quatschsätze (OLSA-Test) unter verschiedenen Bedingungen nachsprechen, darunter auch mit T-Mic allein sowie Prozessormikrofone allein. Das Resultat war, dass das T-Mic dank der Ohrmuschel gegenüber den Störschallunterdrückungsalgorithmen nutzenden Prozessormikrofonen bei von vorne kommenden Nutzschall ebenbürtig war, seine Stärken aber bei seitlich kommenden Nutzschall enorm ausspielen konnte.

    Ralle hat das Meiste schon geschrieben. Ergänzend sei hier darauf hingewiesen, dass das Ladegerät im Paket mit dabei ist, da die AB-Soundprozessoren primär mit Akkus betrieben werden.


    - Bluetooth-Empfänger Naida Connect: wenn man mit dem 170er Standardakku samt Empfänger gut durch den Tag kommt, erledigt sich hier bereits das Argument mit dem Austausch.


    - T-Mic 2: das Mikrofon hält sich bei mir 1,5 bis 2 Jahre, was ein guter Wert ist. Das Mikrofon ist außerdem dank Ohrmuschel leistungsfähiger als man ahnt. Dieses enorme Potential sorgt oft für Kontroverse, da manche ihn als überbewertet ansehen. Fakt ist: diejenigen, die darüber eine konkrete Aussage treffen können, sind Träger von Naida-CI-Prozessoren. Dass ein Großteil dieser Träger ausschließlich über dieses Mikrofon hören, spricht für sich.


    - Überträgerkabel: die alten Kabeln brachen alle paar Monaten, meistens nach 6-12 Monaten im Bereich des Kabels zum Entlastungsmantel. Die Neuen dagegen scheinen deutlich länger zu halten, denn hier hatte AB den Mantel verlängert. Das älteste Kabel mit dem neuen Design hält sich schon über 15 Monate (!).


    Gruß,
    Bernd

    Das hängt einfach von zu vielen Faktoren ab: Akkukapazität, Preis vom Hersteller, Akkulaufzeit, Batterielaufzeit, usw.
    Man kann es nur individuell betrachten.


    Ich kann nur für Advanced Bionics sprechen. Bei mir reichen die 170er Akkus locker einen Tag und sie kosten um die 200 € das Stück. Damit amortisiert sich dieser Akku in meinem Fall binnen einem Jahr.


    Zum Batterieabonnement kann ich nichts sagen, da ich ihn nie in Anspruch nehmen musste.

    Die Lithium-Ionen-Akkus haben eine Lebensdauer von ca. 1000 Ladezyklen. Wenn man sie einmal am Tag lädt, können sie gut 3 Jahre halten. Muss man sie öfters aufladen, weil sie beispielsweise nur einen halben Tag halten, halten die Akkus im Schnitt keine 1,5 Jahre mehr. Und je eher ein Akku verbraucht ist, umso unwirtschaftlicher ist es.


    Für Franzi ist es wirtschaftlicher, Batterien zu verwenden, statt vor Jahresfrist neue Akkus zu beantragen.

    16 Elektroden.
    HiRes Ultra 3D Datenblatt


    Die Zahl der Elektroden spielt inzwischen eine untergeordnete Rolle. Man kann bei der Wahl der Implantate heute nichts falsch machen.
    In Deinem Fall geht es um die bimodalen Versorgung und hier ist AB die Nr. 1, daher die Empfehlung. AB gehört wie Phonak zur Sonova Gruppe und für diese Marken gibt es Geräte zur gemeinsamen Unterstützung.


    AB ist im Rahmen der bimodalen Versorgung angesichts des größeren Angebots an Hilfsmittel tatsächlich die bessere Wahl. Vergleichbarer Anbieter ist seit Kurzem Oticon Medical, nach Kauf des französischen CI-Herstellers Neurelec und deren Zusammenschluß mit dem dänischen Hörgerätehersteller Oticon.

    Im Rahmen der Kooperation arbeitet Cochlear mit Resound zusammen. Auch Med El hat seinen Partner, der mir aber unbekannt ist.


    Normalerweise darf die Klinik keine Empfehlungen zu einem Hersteller geben. In Deinem Fall ist die Empfehlung aus o.g. Gründen nachvollziehbar. Letztlich liegt die Entscheidung einzig bei Dir.

    Mein Tip: lass Dir ein Hörgerät der jeweiligen Partnerfirmen von Cochlear und Med El testen, um zu sehen, wie Du damit klarkommst.


    Zuletzt ein Hinweis zu AB:

    AB hat in seinem Sortiment das Ohrhakenmikrofon T-Mic 2, das die aktive Nutzung der Ohrmuschel ermöglicht. Diese Art von Mikrofon ist einzigartig unter der CI-Community und wird nur von AB angeboten. Wie gut das T-Mic 2 wirklich ist, wird in den Foren oft kontrovers diskutiert. Echte Aussagen können aber nur Träger von Harmony- und Naida-CI-Soundprozessoren machen.

    Fakt ist: mit dem T-Mic 2 hört man wirklich anders als mit Prozessormikrofonen und dass geschätzt über 80% aller Naida-CI-Träger mit T-Mic 2 ausschließlich mit dem T-Mic 2 hören, spricht Bände (in meinem Umfeld sind es tatsächlich über 90%).

    Sollte Dir das T-Mic 2 unwichtig sein, stehen Dir alle Optionen offen.

    Danke Muggel!


    Dein Erlebnis mit der Sachbearbeiterin kann ich mir gut vorstellen. So ähnlich stelle ich mir mein Auftritt in einer Filiale meiner KK vor. Ich habe gerade nachgesehen, daß eine Filiale gar nicht so weit weg ist, wie ich es mir gedacht hatte und noch dazu unter der Woche bis 18:30 Uhr geöffnet ist. Die ist mir bis jetzt entgangen. Das trifft sich gut, da die andere Filiale knapp eine Autostunde entfernt ist (ich wohne auf dem Land). Ich denke, ich kann nächste Woche dort meine Aufwartung machen und knalle dem dortigen Sachbearbeiter die Unterlagen auf den Tisch.


    Barmer hat im T-Mic-Fall ein Grundsatzproblem.

    Ich bin gespannt, wie mein Besuch bei denen verlaufen wird.


    Übrigens:

    Der besagte Patient mit der Telefonsignalanlage habe ich heute wieder gesehen und darauf angesprochen. Er hatte der KK unter anderem den Gerichtsentscheid vorgelegt und mit der Klage gedroht und da ging es ganz flott und sein Antrag wurde vollständig bewilligt. Nur bei seinem T-Mic stellte die KK wie üblich quer und will die Kosten letztmalig übernommen wissen.

    Barmer ist genau die KK, die sich hier querstellt. Die anderen KKs lenkten nach Widerspruch ein. Daß Kosten hier wirklich der Grund für die Ablehnung ist, bezweifle ich sehr stark, da sie mit irgendwelchen "Fantasiefakten" statt fundiert argumentieren. Ich traue mir die nötige Kompetenz zu, die KK an die Wand zu argumentieren, was sie bereits an meiner Anfrage an sie erkennen können (Störschall und Programmierung). Auf meine Kompetenz hatte ich sie auch hingewiesen, doch sie sehen sich offenbar als noch kompetenter als ich, da sie mich aufforderte, mich beim Hersteller zu informieren.

    Meiner Einschätzung nach ist deren technische Hörkompetenz unter aller Würde.


    Bei einem mir bekannten Patienten hatten sie im Herbst 2018 sogar eine Telefonsignalsender mit der Begründung, daß das Telefonieren nicht zum Bedürfnis des täglichen Lebens gehöre (oder so ähnlich), abgelehnt. Dumm für sie, daß ein Gericht im Mai 2018 die Klage eines Patienten zu genau diesem Thema stattgegeben hatte: Telefonieren ist ein Grundbedürfnis des täglichen Lebens (Stichwort: Kommunikation).

    Liebe Karin,


    auch ich danke für dein Bericht!


    Daß die Batteriespannung Einfluß auf den Betrieb des Prozessors hat, halte ich für möglich. Die Spannungsangaben der Batterien und Akkus beziehen sich auf die Leerlaufspannungen, das heißt, es ist die Spannung, die man mißt, während die Batterie nicht angeschlossen ist (Leerlauf). Die Betriebsspannung ist generell etwas niedriger und fällt mit zunehmender Entladung immer ein klein wenig ab (im unteren Millivoltbereich), bis sie kurz vor dem entladenen Zustand schlagartig gegen 0 V abfällt.


    Im Betrieb dürfte die Betriebsspannung je nach Last und Dauer mehr oder weniger einbrechen. Batterien haben auch eine gewisse Trägheit zur Bereitstellung der Ströme. Meiner Vermutung nach dürfte die Schwankungen im Millisekundenbereich liegen. Das Gehirn ist aber in der Lage, in dieser kurzen Zeit Signale zu unterscheiden. Leider kann ich diese These nicht überprüfen, weshalb ich sie stehen lasse.


    Der größte Unterschied ist die bereitgestellte Spannung. Mit zwei Zink-Luft-Batterien liegen am Prozessor 2,8 V an, mit einem Lithium-Ionen-Akku dagegen 3,4 V.

    Leider weiß ich nicht, welche Spannung die Prozessoren wirklich benötigen, um betriebsfähig zu sein. Ich schätze, sie liegt bei etwa 2,5 V. Sie ist außerdem herstellerabhängig. Wie auch immer, wenn die Batteriespannung knapp über der nötigen Betriebsspannung liegt, kann der Prozessor offenbar nicht mehr mit der nötigen Leistung arbeiten. Genauere Infos wird man nur von den Herstellern kriegen und ob sie sie geben, ist fraglich.

    Akkus bieten meiner Meinung nach die größere Spannungsreserven im Falle von Spannungsschwankungen und höhere Lasten. Ein weiterer Vorteil ist, daß man auf langen Reisen weniger zu schleppen hat. Und wer Speicherbanks nutzt, kann die Akkus auch damit aufladen, USB-Anschluß vorausgesetzt. ;)


    Für Leute, die die kurze Laufzeiten der Akkus gegenüber der Batterien kritisieren:

    Daß die Akkus nicht so lange laufen können wie die Batterien, ist insofern irrelevant, solange man mit dem Akku gut durch den Tag kommt und sie über Nacht aufladen kann. Nur wenn die Akkus am Tag gewechselt werden müssen, ist die Kritik in Ordnung, sofern die Akkus relativ neu sind.



    Herzliche Grüße,
    Bernd

    Danke für die Info, Karin!


    Dies war mir nicht bekannt. Ich hatte Anfangs ebenfalls Batterien benutzt, die mitgeliefert waren, da die Akkus erst aufgeladen werden mussten. Die Batterien hielten 2 Tage. Die Akkus lade ich nachts wieder auf, so dass es mir reicht, wenn ich damit durch den Tag komme. Im Gegensatz zu CI-Träger mit Cochlear und Med-El mußte ich nicht zwischen Akku und Batterieabo entscheiden.


    Das größte Pro für Akkus ist die höhere Spannung von ca. 3,4 V. Da streikt der Prozessor nicht gleich wegen der zu niedrigen Spannung, der offenbar unabhängig vom Hersteller passieren kann.

    Zum Thema Akku:


    AB hat 3 Akkukapazitätsgrößen verfügbar:

    - 110: 110 mAh

    - 170: 170 mAh

    - 230: 230 mAh


    Die 110er und 170er gibt es noch in der Mini-Ausführung, d.h. sie sind bei gleicher Kapazität noch kleiner und damit leichter. Der 170er Mini entspricht etwa die Größe der 110er Standard und kann somit im AquaCase, ein wasser- und staubdichter Behälter, der den Prozessor auch noch vor Stößen schützt, genutzt werden. Aufgrund seiner Bauform kann das AquaCase nur ohrfern getragen werden, zB am Oberarm.


    AB setzt von Anfang an auf Akkubetrieb als Schwerpunkt, was das größere Angebot an Akkus erklärt.

    Das Batteriefach, das mit dem Prozessor ausgeliefert wird, ist eher für den Fall, wenn man aus irgendwelchen Gründen auf CI-Batterien ausweichen muß.

    Laut AB stellt sich nur eine einzige Krankenkasse bei T-Mic quer und argumentiert dies mit Zubehör. Und eben mit dieser KK bin ich derzeit im Disput und hatte ihn einige Fragen gestellt (Störschall, Programmierung und warum man die Sache nicht mit dem Hersteller abklärt, sondern den Streit auf den Rücken der Patienten austrägt) und gebeten, diese kompetent zu beantworten. Das Ergebnis war ein wirklich ungenügender Antwortbrief (ungenügend = Note 6). Sie gingen auf zwei meiner Fragen nicht ein und bei der 3. Frage schoben sie das Problem weiter an den Hersteller.



    Eine Kostprobe aus der "letzmaligen Bewilligung" als Zitat:

    "Nach Angaben des Herstellers Advanced Bionics, ermöglicht T-Mic 2 die normale Nutzung von Mobiltelefonen, Bluetooth-Geräten, MP-3-Playern und andere batteriebetriebenen Audiogeräten. Bei treffender Programmierung des Sprachprozessors ist auch eine Nutzung des zusätzlichen T-Mic 2 möglich. Wir übernehmen deshalb letztmalig die Kosten für das T-Mic 2 Microfon."


    Dieser Text ist schon allein deswegen sehr problematisch, daß das T-Mic 2 aufgrund seiner Positionierung NICHT mit Prozessormikrofonen gleichgesetzt werden kann. Mit dem T-Mic 2 profitiert man sehr stark von der Anatomie der Ohrmuschel, ganz anders mit den Prozessormikrofonen, die ja konstruktionsbedingt über die Ohrmuschel liegt. Kein kompetenter Messtechniker mit Kenntnis in der Akustik würde die Ergebnisse von T-Mic 2 mit die von Prozessormikrofone gleichsetzen.


    Weiter geht es mit "normale Nutzung": ist dies das eigentlich wünschenswerte Ziel?!

    Bluetoot-Geräten: dies als Argumentation heranzuziehen ist schwach, da mit dem ComPilot ein Bluetooth-Empfänger zur Verfügung steht. AB liefert künftig keine ComPilots mehr aus, da mittlerweile ein Bluetooth-Empfänger zur Verfügung steht, welcher wie der Roger-FM-Empfänger an den 170er Standard-Akku angedockt werden kann.

    Was die KK verschweigt bzw. nicht sehen will, ist die Tatsache, daß man laut AB mit dem T-Mic 2 gegenüber den Prozessormikrofonen ein bis zu 44% besseres Sprachverständnis hat. Ein Resultat, das ich durch die Teilnahme an einer Studie, wo ich Quatschsätze im Störschall hören musste, bestätigen kann. Es gibt zwar Algorithmen (Stereozoom, Ultrazoom), die die Sprache im Störschall hervorheben, aber diese funktionieren bei meinen Tests vorrangig von vorne, während man mit dem T-Mic in allen Richtungen hören kann. Die Zoom-Algorithmen arbeiten nur mit Prozessormikrofonen, daher das bessere Verstehen auf 12 Uhr Position. Kommt die Sprache von der Seite, versagen die Algorithmen.
    Zusammengefaßt kann man mit dem T-Mic 2 im Störschall die Sprache auch dann verstehen, wenn man den Kopf nicht bewegt.


    "Treffende Programmierung"

    Hier lehnt sich die KK seeeeeeehr weit aus dem Fenster. Die Software ist nur so gut wie die Hardware. Der Prozessormikrofone fehlt schlicht das sehr leistungsfähige Außenohrorgan, die Ohrmuschel, von der das T-Mic 2 profitiert. Man kann die Ohrmuschel technisch NICHT nachahmen.

    Weiter besteht die KK darauf, daß die T-Mic 2 gefälligst zusammen mit Prozessormikrofonen betrieben werden und verweisen dabei noch auf den Hersteller. Dies ist eine katastrophale Falschaussage.

    Es gibt für Naida Soundprozessoren 4 Betriebsmodis:

    1. Prozessormikrofone allein

    2. Prozessormikrofone + T-Mic 2

    3. T-Mic 2 allein

    4. Spulenmikrofon (kann nur allein betrieben werden, nützlich für AquaCase)

    Der Hersteller gibt KEINE Vorgabe, welcher Modus zu wählen ist. Basierend auf einer Studie von 2014/2015 empfehlen sie Modus 3 und widerspricht somit die Aussage der KK. Welcher Modus letztlich verwendet wird, ist einzig und allein die Sache des Patienten. Mit der Aussage nimmt die KK bewußt Einfluß auf die Selbstbestimmung des Patienten, was rechtlich sehr bedenklich ist. Das wäre ein juristischer Ansatzpunkt, zumal die KK ihre Aussagen durch keine konkrete Angaben stützen kann.

    Ich hatte mich bei den Naida-Träger, die das T-Mic 2 nutzen, in meinem Umfeld herumgehört und kam auf einen Anteil von mehr als 90% für T-Mic 2 allein (Betriebsmodus 3).


    Ich persönlich höre auch über T-Mic 2 allein und mein Höreindruck ist, daß ich mit dem T-Mic 2 runder und differenzierter höre als mit Prozessormikrofonen.


    Zum Ausfall des T-Mic 2 durch Brüche: bis jetzt sind mir auf jeder Seite je ein T-Mic 2 ausgefallen, beide im Jahr 2018 und damit im Gesamt-CI-Alter von 3,7 Jahren, was 1,85 Jahre pro T-Mic 2 entspricht.

    Hallo zusammen,


    das ist ein interessantes Thema, kein Zweifel!

    Doch einige Punkte stimmen so nicht ganz.

    Eins vorweg: PC und SP sind tatsächlich zwei verschiedene Computern, die man nicht direkt miteinander vergleichen kann. Der größte Unterschied gibt es bei der mechanisch betriebenen Speichermedien wie Festplatten. Ausnahme: Solid-State-Disks sind Festplatten, die sich wie Arbeitsspeicher verhalten, nur behalten sie beim Abschalten ihre Informationen. Sie kommen ohne mechanischen Antrieb aus und sollten somit recht unempfindlich gegen sofortiges Abschalten sein. Probleme gibt es da nur, wenn der PC just beim Stromausfall was auf die Platte schreiben will. Da hat Konrad vollkommen Recht.


    Ein SP hat sehr wohl einen Speicher. Wo sonst kann man die Einstellungen bei der Anpassung ablegen? Dazu das SP-Betriebssystem (Firmware).

    Dieser Speicher wird ausschließlich ausgelesen, ausgenommen bei der Anpassung. Nur mit entsprechender Software kann man in diesem Speicher einschreiben und diese Software haben die Hersteller und autorisierte Techniker. Es gibt SP mit Aufzeichnungsfunktion, aber kann ich mangels Kenntnis über die SP-Architektur keine Aussage treffen. Entweder wird alles in einen Speicher oder auf zwei Speichern (eins für den SP und eins für die Aufzeichnung) gespeichert.

    So ein System ist generell unempfindlich gegen sofortiges Abschalten. Beim Einschalten greift der SP wie jeder PC auf die erste Speicheradresse zu und leitet so das Initialisierungsprozess, booten genannt, ein. Dieses Prinzip wird seit den 70er Jahren auf allen Computersystemen mit Festwertspeicher (ROM) angewandt.



    Konrad :

    Auch das Naida läßt sich abschalten, ohne daß man ihn von der Stromquelle trennt. Dazu muß man die Programmwahltaste ca. 5 s gedrückt halten. Nach dem Loslassen geht der SP in den Ruhemodus, genau wie wenn er eine zeitlang abgelegt wird. Mit einem einfachen Druck auf die Taste wird er geweckt.



    Herzliche Grüße,
    Bernd

    Zum Richtungshören:


    in der CROS-Studie, in der ich teilnahm, wurde auch das Richtungshören mit einem CI getestet. Es funktioniert definitiv! Allerdings nur, wenn die Schallquelle auf der versorgten Seite ist, maximal jedoch auf der 1 Uhr oder 11 Uhr Position (12 Uhr ist vorne). Im Schattenbereich funktioniert das Richtungshören sehr schlecht bis nicht mehr. Ich sass vor 7 Lautsprecher, die von 9 Uhr über 12 Uhr bis 3 Uhr stundenweise (15° versetzt) platziert waren. Kam der Ton von der versorgten Seite, konnte ich die Position relativ gut bestimmen, auf der unversorgten Seite hörte ich zwar was, konnte dann aber anhand der Lautstärke nur raten.

    Das das Ergebnis dennoch ziemlich schlecht war, war dem Umstand geschuldet, dass die Töne jeweils aus einem der 7 Lautsprecher kamen. Eine Unterscheidung zwischen rechts und links ist nicht gegeben, auch nicht mit einem CROS-Gerät.


    Eine akustische Triangulation ist erst mit zwei Mikrofonen möglich. Das dritte Mikrofon ermöglicht die Bestimmung der Höhe. Mehr Mikrofone liefern in der Regel keinen Mehrwert, außer im Aufwand. Dies ist das Prinzip der Trigonometrie und darauf basiert die Technik.


    Mit zwei Ohren kann man erkennen, woher der Schall kommt, und zwar an der Laufzeitdifferenz, wie ihr richtig beschreibt. Aber: das funktioniert nur in einem gewissen Frequenzbereich und dazu auch nur grob. Nehmen wir als Beispiel der Schall, der von links kommt. Liegt die Quelle im Bereich zwischen 7 Uhr und 11 Uhr, kann man aufgrund des Schallschattens durch den Kopf je nach Lautstärke oder Frequenz entweder nur leise oder gar nicht wahrnehmen (besonders bei tiefen Tönen wegen ihrer Wellenlänge) und damit wäre hier das Richtungshören nicht mehr gegeben. Dass eine Richtungsbestimmung dennoch möglich ist, liegt an der Ohrmuschel.

    Die Ohrmuschel bearbeitet den Ton bereits im Vorfeld, bevor er ans Trommelfell oder ans T-Mic gelangt. Der Ton wird in ihre Frequenzen und Laufzeiten sauber zerlegt weitergeleitet, im Prinzip ein Spektrumanalysator. Genau diesen Salat aus manipulierten und zerlegten Tönen kann das Gehirn entsprechend verarbeiten und die Richtung bestimmen und das trotz verschiedener Frequenzen (die Mechanik beeinflusst die Töne in jeweiligen Frequenzen unterschiedlich).


    Grob gesehen kann man das Ohr technisch wie gefolgt aufteilen:

    - Ohrmuschel: Multimikrofon (3 Mikrofone in einem), Spektrumanalysator

    - Hammer, Amboss, Steigbügel: Verstärkerstufe

    - Schnecke: Analog-Digital-Wandler (A/D-Wandler)


    Damit man mit Soundprozessoren und Hörgeräten wenigstens das Richtungshören hat, sind hier zwei Mikros nötig. Eines ist ein Omnidirektionalmikrofon und das andere ein Richtmikrofon (nach vorne gerichtet). Einzig die Fähigkeit eines Spektrumanalysator fällt weg, außer bei Trägern mit T-Mic und Im-Ohr-Hörgeräten, da sie technisch viel zu aufwendig ist.



    So langsam sollte man hier zum Thema des Threaderstellers zurückkommen. Wenn für Richtungshören Diskussionsbedarf besteht, sollte man dies in einen eigenen Beitrag ausgliedern.



    Herzliche Grüße,
    Bernd



    P.S.

    Anbei der Link zum Hören mit den Ohren:

    https://www.dasgehirn.info/wah…en/vom-schall-zur-deutung

    Hallo Summer,


    meine Vorredner haben praktisch alles gesagt, so schreibe ich nur über das T-Mic.


    Über das T-Mic wird viel diskutiert und gestritten, ob die Vorteile wirklich so groß ist wie AB wirbt. Hier kann man nur auf Studien von AB zurückgreifen, denn die Erfahrungen der CI-Träger sind individuell.

    Bis heute ist mir persönlich kein AB-CI-Träger begegnet, der das T-Mic schlecht findet. Mich ausgenommen kann ich auf die Schnelle 9 Personen nennen (kleiner Kreis), von denen ich weiß, daß sie CI-Systeme von AB tragen. Alle benutzen das T-Mic. Das spricht bereits für sich.


    Für das Naida-Soundprozessor gibt es drei Betriebsmodis:

    1) nur Prozessormikrofone

    2) Prozessormikrofone + T-Mic

    3) nur T-Mic

    (das Spulenmikrofon kann nur allein betrieben werden und wird hier nicht mitgezählt)


    Die Prozessoren besitzen wie jedes Hinter-dem-Ohr-Gerät immer zwei Mikrofone, mit deren Hilfe durch unterschiedliche Schallaufzeiten die Richtung bestimmt werden kann. Eine Richtungsbestimmung mit einem Mikrofon ist technisch nicht möglich.

    Wird das Naida nur mit T-Mic betrieben, steht nur ein einziges Mikrofon zur Schallaufnahme zur Verfügung. Dass damit dennoch ein Richtungshören möglich ist, liegt am Ohrmuschel. Je nach dem, wie der Schall auf die Ohrmuschel trifft, wird der Schall mehr oder weniger verzerrt und die Schallaufzeiten entsprechend verzögert. Das Gehirn ist nach einer Lernphase in der Lage, anhand der Verzerrung und Verzögerung die Schallquelle zu lokalisieren.

    Durch die Ohrmuschel ist man in der Lage, im Raum zu hören. Damit ist gemeint, dass man die Schallquelle nicht nur vor sich, hinter sich oder seitwärts lokalisieren kann, sondern auch, ob sie über sich oder unter sich befindet. Das funktioniert mit Prozessormikrofonen im allgemeinen nicht, da hierfür technisch drei Mikrofone nötig wären, für jede Raumachse eins. Im Allgemeinen deshalb, solange das 2. Ohr den Schall nicht wahrnimmt.


    Die Ohrmuschel macht das T-Mic somit sehr mächtig. Die Vorteile liegen auf der Hand und das war auch der Grund meiner Entscheidung für AB.

    Seinen Nutzen liefert es vor allem im Störschall. Hier fällt das Ergebnis oft sehr deutlich aus.

    Ich persönlich habe die verschiedenen Modis ausprobiert und merke auch den Unterschied zwischen Prozessormikrofone und T-Mic. Mit letzerem höre ich differenzierter und runder.
    Je nach Hörbiographie besteht die Chance, dass man so gut wie kein Zubehör braucht, außer das Roger-System.


    Ein Problem sei hier nicht verschwiegen:

    das T-Mic bricht recht schnell bei unsachgemäßem Gebrauch oder falscher Bewegung, da es ein kunststoffummantelter Draht mit Mikrofon in Tropfenform am Ende ist. Bricht der Kunststoffmantel, muss das T-Mic ersetzt werden. Ist der Mantel angebrochen, kann man ihn mit einem Tropfen Kleber stabilisieren, bis Ersatz da ist (hatte ich noch nicht getestet).

    Lebensdauer eines T-Mics sollte meiner Einschätzung nach 1,5 bis 2 Jahre betragen.


    Soviel zum Vorteil des T-Mics.

    Wer ihn will, muss sich für AB entscheiden. Wem das nicht wichtig ist, hat freie Wahl.


    Herzliche Grüße,
    Bernd