Posts by BerLin71

    Das Duophone ist eine technische Funktion von Naida CI Q90 aufwärts. Aktiviert soll diese Funktion aber nur an dem Prozessor, an dem man den Telefonhörer anlegt. Der Prozessor verbindet sich dann mit dem Prozessor am anderen Ohr und überträgt die Sprache vom Telefon an dieses Gerät. Auf diese Weise telefoniert man mit beiden Ohren, was das Sprachverständnis verbessert.


    Hat man nur ein CI, bringt diese Funktion natürlich nichts.


    Wie Andrea schon erwähnte, ist dafür ein Programmplatz nötig.

    Ist beim Hören mit Kopfhörer das T-Mic von Vorteil?

    Ja, man ist deutlich flexibler.

    Aufgrund seiner Platzierung kann der Kopfhörer dadurch sicher angelegt werden und man hört auch dann, wenn der Kopfhörermuschel das Ohr nicht vollständig umschließt. Im Gegensatz zu den Prozessormikrofonen können mit dem T-Mic alle Arten von Kopfhörer verwendet werden.

    Bei der optischen Stimulation geht es vielmehr um die Auflösung der Signale, analog zur Bildauflösung eines Flachbildschirms gegenüber einem Röhrenbildschirm. Letzterer wäre bei Ultra-HD abartig groß, schwerund teuer geworden.

    Genau das ist das Problem der heutigen Implantate: elektrische Felder der Elektroden müssen eine gewisse Reichweite und Stärke haben, um den Hörnerv stimulieren zu können. Und dabei darf es zu keinem Kurzschluß zwischen den Elektroden kommen. Da eine Fokussierung der Felder nicht möglich ist, ist die Signalauflösung stark begrenzt.

    Dieses Problem hat man mit dem Licht nicht. Hier sind Transmission (Durchlässigkeit des Mediums) und die optische Streuung die entscheidende Faktoren.


    Grüße,
    Bernd

    Hallo Claudia,

    wie meine Vorredner schon schrieben, ist Geduld nötig. Zu Beginn ist das CI von der optimalen Einstellung weit entfernt. Zwei Wochen sind gar nichts.

    In meinem Fall hatte das CI im ersten Monat die Funktion eines Silbenmetronoms und lieferte den Input in Form von Silbentakte, während das Hörgerät, ein sehr leistungsstarkes Unitron-Gerät, für den Klang sorgte. Bereits fünf Monate nach der Erstanpassung dominierte das CI soweit, daß mit ihm kurze und einfache Telefonate möglich waren, was zu diesem Zeitpunkt mit Hörgeräten längst nicht möglich war. Kurz darauf hatte ich ein Erlebnis, das mir zeigte, daß die Zeit für das zweite CI reif war.

    Eine Angleichung des Hörgerätes an das CI war hörtechnisch nicht möglich, da ich mit Hörgeräten keine Hochtöne mehr wahrnahm und das CI eine zu große Bandbreite des Hörens abdeckte.

    Bevor Du zu viele Gedanken über die Zusammenarbeit zwischen CI und Hörgeräten machst, warte die nächsten Monate bzw. Einstelltermine ab. Bis dahin das Blechohr schön trainieren. :)


    Herzliche Grüße,
    Bernd

    Wie seit ihr denn ans AquaCase ran gekommen. Bei mir war es im StarterKit nicht enthalten. Muss aber bei Wind und Wetter, also auch wenn es Hunde und Katzen regnet, draußen arbeiten, da scheint mir das dann doch sinnvoll zu sein, da Kapuzen mich bei der Arbeit behindern.

    Wenn du den Schutz beruflich brauchst, frage doch bei deinem Arbeitgeber an, ob er die Kosten des AquaCases übernimmt. In dem Fall kannst du es nur dienstlich nutzen.

    Denke auch daran, dass das lange Spulenkabel ein Störfaktor sein kann.

    Ich hatte mich wegen dem T-Mic für AB entschieden, da ich darin mit der aktiven Nutzung der Ohrmuschel ein deutlich größeres Potential als mit Prozessormikrofonen, die davon nicht profitieren können, sah. Meine Erwartungen darin wurden weit übertroffen.


    Die natürliche Nutzung von Telefon und Kopfhörer ist ein Vorteil, aber nicht DER Grund für das T-Mic. Durch die Nutzung der Fähigkeiten der Ohrmuschel ist ein deutlich besseres Sprachverstehen im Störschall möglich (bis ca. 40% besser) sowie ein räumliches Richtungshören. Und das alles ohne Algorithmen, mit Ausnahme von Windblock (Windgeräuschunterdrückung) und Clear Voice (Unterdrückung von Störschall).


    Hervorheben will ich das erwähnte räumliche Richtungshören. Im allgemeinen versteht man unter Richtungshören die Unterscheidung der Schallquelle zwischen links und rechts. Weniger bekannt ist das einohrige Richtungshören, auch monaurales Richtungshören genannt. Mit ihm kann man feststellen, ob der Schall von vorne, von hinten, von oben oder von unten kommt. Mit etwas Übung kann man die Richtung von zwei nebeneinander sitzende Personen, die nacheinander sprechen, unterscheiden, ohne dass man hinzusehen braucht.

    Das monaurale Richtungshören erleichtert so das Konzentrieren auf eine Stimme inmitten vom Störschall. Und damit sind wir beim besseren Sprachverständnis im Störschall.

    Das monaurale Richtungshören ist nur mit der Nutzung der Ohrmuschel möglich. Will man diese Fähigkeit mit der Technik kopieren, bräuchte man drei Mikrofone im Dreieck (Triangulation). Mit den Prozessormikrofonen wird man auf die Unterscheidung von oben und unten verzichten müssen, im Alltag zum Großteil vertretbar.


    Was das T-Mic zusammen mit der Ohrmuschel leistet, schafft kein Prozessormikrofon (auch nicht die von AB). Da kein CI trotz intensives Training die Leistungsfähigkeit eines gesunden Ohres erreichen kann, werden trotzdem situationsabhängig Algorithmen zur Unterstützung verwendet.


    Ah ja, das T-Mic hielt bei mir unterschiedlich lang, i.d.R. 12-18 Monaten. Mein Rekord liegt bei 26 Monaten.

    Ich habe mir nach den Geräten gegoogelt. Es handelt sich um eine Mikroportanlage und wird ebenfalls die gleichen Schwächen aufweisen: keine Richtmikrofonfunktion. Ich hatte während der Ausbildung und Studium das vergleichbare System von Sennheiser verwendet, allerdings noch weniger leistungsfähig wie Deines.


    Comfort Audio wurde 2014 von Sonova übernommen und wird sich wohl auf einfacheres FM-System beschränken. Unter diesem Dach ist auch Phonak, das mit Roger über ein deutlich leistungsfähigeres System verfügt. Ob sie kompatibel sind, keine Ahnung.


    Vielleicht findest Du jemand, der so ein einfaches System sucht. Ansonsten verschrotten.

    Ich habe mir die Anleitung vom Roger Select iN angesehen. Es sieht mir nach einer kleinen Weiterentwicklung des Roger Selects aus, speziell für das Marvel entwickelt und vielleicht noch leistungsfähiger.


    Das Roger On ist gegenüber dem Select ein deutlicher Sprung. Es vereinigt die Eigenschaften des Selects und des Pens und besitzt eine Richtmikrofonfunktion (Pointing), die in Zeigerichtung die Sprache bis zu 7 m Distanz aufnehmen kann. Zusätzlich kann es via Smartphone bedient werden, so daß man den Aufnahmebereich selber definieren kann, ohne dass man zum Mikrofon beugen muss. Sehr komfortabel.

    Die Aufnahmereichweite beträgt ca. 3 m gegenüber dem alten Select mit ihren ca. 2 m.

    Nachteil: eine Roger X Lizenz wird benötigt (pro Prozessor).

    Meine Wahl fiel auf Advanced Bionics wegen dem Ohrhakenmikrofon T-Mic (Alleinstellungsmerkmal), in dem ich aufgrund seiner Platzierung in der Ohrmuschel ein sehr großes Potential beim Hören sah.

    Ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil, meine Erwartungen wurden weit übertroffen:
    - besseres Sprachverständnis im Störschall

    - echtes räumliches Richtungshören.


    Meiner Einschätzung nach ist das Potential beim Hören mit Ohrmuschel noch lange nicht ausgeschöpft. Die Fähigkeiten der Ohrmuschel kann bis heute technisch nicht kopiert werden.

    Den neuesten Soundprozessor konnte ich noch nicht testen. Dieser hat neben Bluetooth eine integrierte FM-Antenne und kann mit dem Roger-FM-System verbunden werden (Lizenz nötig).

    Die beiden Typen 675er Batterien sehen äußerlich identisch aus, unterscheiden sich in der Innenarchitektur aber fundamental. Für Implantate sind grundsätzlich die mit "Implant" gekennzeichneten Batterien zu verwenden. Die für HG bestimmten Batterien sind noch lange nicht leer. Sie können nur den für den CI-Betrieb nötigen Strom nach kurzer Betriebsdauer nicht mehr liefern und machen deswegen "schlapp".


    Die maximale Strommenge, die eine Batterie liefern kann, wird von der Luftmenge bestimmt. Je mehr Luft an die Elektroden gelangt, umso mehr Strom liefert die Batterie. Nachteil: die Entladung ist höher und damit kürzer auch seine Betriebszeit. Da man bei CIs die Batterien in der Regel alle 2-3 Tage wechselt, fällt die Entladung nicht so sehr ins Gewicht. Anders bei Hörgeräten, die mit deutlich weniger Strom auskommen. Hier wird man deutlich mehr 675er Implant-Batterien verbrauchen als 675er HG-Batterien.

    Implantatbatterien können nach Gebrauch in Hörgeräten noch eine zeitlang verwendet werden, bis sie endgültig verbraucht sind.


    Hier muss man einen Kompromiß aus Strombedarf und Entladungsverluste schließen, weshalb man zwei verschiedene Typen 675er Batterien anbietet.


    Herzliche Grüße,
    Bernd

    Die MNB von smile by ego waren nie als echtes Äquivalent der Masken gedacht, sondern sie soll den Luftstrom in dem Fall nach unten ablenken. Nur wohin die Aerosole sich verteilen, wenn sie nach unten abgelenkt wurden, war nicht bekannt. Das konnte man auch auf dem Video der Betreiber sehen. Sie waren aber eine echte Alternative zu den Gesichtsvisiere und ähnliche Gegenstände: zu Einem leicht und zu Anderem hat man als Träger freie Sicht, was ganz wichtig ist. Die Visiere spiegelten wie verrückt, was zur Folge hatte, dass manche die Visiere schräg aufsetzten, wodurch die Unterkante auf der Mundhöhe befand.

    Durch das Verdecken des Mundes durch die Masken schneidet man einen Kommunikationsweg ab: die visuelle Kommunikation, hier das Mundbild und die Mimik. Beides sind für Hörgeschädigte sehr essentiell, denn mit ihnen hat man eine Kommunikation auf Augenhöhe. Bereits im März und April erschienen vor allem auf Eigeninitiative Masken mit Sichtfenster, so dass man trotz Maske den Mund sehen konnte. Leider beschlugen sie relativ schnell und ein Seifenfilm verhinderte ein zu schnelles Beschlagen, musste aber von Zeit zur Zeit aufgefrischt werden. Es gibt bis heute keine Maske, die einerseits transparent ist und andererseits sich nicht beschlägt. Die ausgeatmete Luft ist körperwarm und hat eine relative Feuchtigkeit von 100%. Sobald die mit Wasser gesättigte Luft abkühlt, bilden sich Kondensate. Normalerweise vermischt sich die ausgeatmete Luft sofort mit der Umgebungsluft, so dass nur unter Extrembedingungen eine Atemwolke sichtbar ist. Die Feuchtigkeit des Atemluftes muss schnellstmöglichst abgeleitet werden, was durch die Filter aber verhindert wird. Hier stoßen somit zwei physikalische Effekte, Transparenz und Luftfeuchte, die technisch nicht gleichzeitig bewältigt werden kann.

    Es besteht außerdem die reale Gefahr, dass der Umgang zwischen den Menschen durch die Masken eisiger wird. Dies geschieht bereits.

    Für Gehörlosen ist die Kommunikation durch die Masken sehr stark beeinträchtigt. Dass die Sozialministerien für Hörgeschädigen aufgrund ihrer Einschränkung eine Befreiung vom Tragen der Masken gewähren, ist nur ein kleiner Trost. Für den Dauer des Gesprächs muss der Gesprächspartner die Maske abnehmen, damit der Hörgeschädigte vom Mund absehen kann. Leider ist dies nicht selbstverständlich, denn manche weigern sich kategorisch, die Maske abzunehmen. Aus Überängstlichkeit wird dem Hörgeschädigten Respekt verweigert und als Menschen zweiter Klasse abgestempelt. Ebenso respektlos ist, wenn man in so einem Fall gezwungen wird, auf Stift und Papier sowie Sprachapp auszuweichen. Es ist eine pure Diskriminierung.
    Ganz anders ist es, wenn trotz vorhandenem Mundbild eine Verständigung schwierig ist und Stift und Papier zur Hilfe genommen werden muss.


    Infektionsprophylaxe und Kommunikation im Einklang zu bringen, ist nicht einfach. Es ist eine Frage der Priorität.



    Ich persönlich werde nach wie vor darauf bestehen, dass man zur Kommunikation die Masken abnimmt und auf den Abstand achtet, denn: "Ohne Mundbild keine Kommunikation auf Augenhöhe".
    Sollte der Fall eintreten, dass mir im Gespräch gegenüber die Maske nicht abgenommen und Abstand eingehalten wird und stattdessen mir schriftlich kommuniziert wird, so werde ich ebenfalls zurückschreiben, obwohl ich reden kann.

    Hallo zusammen,


    neulich bekam ich einen Link zu einer transparenten FFP2-Maske (kein Witz!!!) zugestellt. Die Maske soll demnächst auf den Markt kommen und wird primär für Pflegeberufe hergestellt:

    https://www.iuvas.de/miama/


    Vielleicht wäre das was für Euch? Weist Euren Arbeitgeber darauf hin. Die Hörenden würden selbst ebenso davon profitieren, da sie die Lippen ihres Gegenübers ebenfalls mehr oder weniger unbewusst absehen.


    Herzliche Güße,
    Bernd

    Akkus, sowie ausgefallene T-Mics oder Übertragerkabel, ... die zum Betrieb erforderlich sind, werden übernommen

    Nicht ganz! Es gibt eine gesetzliche Krankenkasse, die verweigert konsequent die Kostenübernahme von T-Mic 2. Die beharren auf ihrem Standpunkt, dass die Naida-Soundprozessoren mit Prozessormikrofonen zu betreiben sind und T-Mic 2 somit unwirtschaftliches Zubehör sind. Außerdem sieht sie den Nutzen des T-Mics nur bei Mobiltelefone, Bluetooth-Geräte, MP3-Abspielgeräte und sonstige Audiowiedergabegeräte vor. Dass das T-Mic nur die Funktion der Ohrmuschel nutzt und damit Vorteile beim Hören im Störschall und beim Richtungshören erwirbt, interessiert der KK nicht.
    Dagegen wird juristisch vorgegangen.

    Hallo zusammen,


    Hallo zusammen,


    ich beschäftige mich seit Januar 2018 mit den Mikrofonen, besonders mit dem T-Mic und Prozessormikrofonen.

    Der Mischbetrieb ist nur auf die erstgenannten Mikrofonen beschränkt, denn der Überträger-Mikro wird grundsätzlich allein betrieben. Somit ergeben sich vier Betriebsmodis:

    - Überträger-Mikrofon

    - Prozessormikrofone

    - Prozessormikrofone und T-Mic

    - nur T-Mic

    Die beiden Prozessormikrofone arbeiten grundsätzlich zusammen, auch deswegen um das Richtungshören auf einer Seite zu ermöglichen.


    Ich selbst hatte kürzlich auf der Reha in Bad Nauheim die Unterschiede zwischen Prozessormikrofone und T-Mic untersucht. Während der Reha mußte ich zwei Wochen lang nur mit der schwächeren CI-Seite hören. Abweichen durfte ich da nur im Alltag, z.B. wenn ich in der Stadt unterwegs war. Dies diente zum Angleichen der schwächeren Seite an der besseren Seite, was auch gelang. In dieser Zeit saß ich im Gruppenhörtraining so, dass alle Teilnehmer auf der "hörenden" Seite saßen. Dabei stellte ich fest, dass ich die Richtung der Schallquelle zunächst grob und dann etwas besser lokalisieren konnte. Zum Vergleich ließ ich ein Programm hochladen, bei dem statt dem T-Mic die Prozessormikrofone zum Einsatz kamen und testete diese Einstellung bei der nächsten Training. Ich schaltete während der Stunde immer wieder zwischen den Einstellungen um. Mein Fazit: die Lokalisierung gelang mir mit dem T-Mic deutlich besser als mit der Prozessormikrofonen, bei deren der Schall aus jeder Richtung nahezu gleich laut klang. Die Fähigkeiten der Ohrmuschel lassen sich nicht ohne weiteres mit irgendwelchen technischen Kniffen nachahmen. Und wenn, dann mit enormen Aufwand, der in keiner Relation zum Nutzen steht.


    Ich persönlich rate von einem Mischbetrieb mit Prozessormikrofonen und dem T-Mic ab, denn meiner Einschätzung werden die unterschiedlichen Mikrofonen eher für Verwirrung sorgen als helfen. Der einzige wirkliche Grund für den Mischbetrieb ist, dass man beim Ausfall des T-Mics nicht der ganze Prozessor mit ausfällt und kein Platz für ein Notfallprogramm verfügbar ist.


    Das Compilot kann, wenn man ihn nur in bestimmten Fällen nutzt, auf allen Programmplätzen aktiviert werden. Sobald das Compilot aktiv ist, schaltet der Prozessor um. So gesehen braucht man ein Programm nur für das Compilot allein nicht wirklich. Und wenn, kann man das Compilot nicht im T-Spule-Programm laufen lassen? Das könnte man auch mit der DuoPhone-Funktion machen?!




    Die Sache mit dem SoundRelax muß ich mal näher ansehen. Danke für den Hinweis!



    Grüßle,
    Bernd

    Hallo Alexsandra,

    abgesehen davon, dass bei dir die EA sehr früh stattfand. Normalerweise wartet man das Abheilen ab. Egal, das wird in jeder Klinik unterschiedlich gehandhabt und außerdem erhält man so neue Erfahrungen.


    Nun, zu den Tönen: es ist völlig normal, wenn man wegen metallischen Ton und sonstige Verzerrungen zunächst nichts versteht. Das Gehirn muss erst lernen, die Töne richtig zu interpretieren, was Zeit braucht. Bei mir war es sogar das Druckgefühl im Kopf, was mir Unbehagen auslöste, bis ich begriff, dass der Druck nichts anderes war als die Lautstärke. Erst dann verschwand das Gefühl Tag für Tag. Das Druckgefühl trat nie mehr auf.

    Du schriebst schon das Problem mit der Lautstärke. Da muss jeder für sich herausfinden, was laut ist und was nicht. Anfangs kostet es noch viel Mühe, leise Geräusche wahrzunehmen, danach wird es leichter. In meinem Fall hatte ich das Lüftergeräusch meines PCs erst nach knapp einem Jahr nach der EA wahrgenommen.


    Was Zahlen und Wörter betrifft, das hatte man bei mir erst nach einem Monat durchgenommen, als das Klingeln und Pingen großteils durch Laute abgelöst wurden. Es gibt Leute, die brauchen länger und bei einigen geht es schneller. Nur Geduld, es kommt alles! Wichtig ist, dass man überhaupt was hört. Wir gleichen Babies, nur mit dem Unterschied, dass wir Hörerinnerungen haben, die ein Baby nicht hat.


    Wegen dem Nachhallgeräusch solltest du das auf jeden Fall dem Techniker ansprechen. Vielleicht kann er das abmildern oder beseitigen.

    Mit den Notizen machst du es richtig! Denke aber daran, dass die Notizen in den letzten 4 Wochen vor der nächsten Anpassung am Aussagekräftigsten sind. Du kannst vor der nächsten Anpassung ein Protokoll schreiben und dem Techniker und dem Logopäden vorlegen. Das hilft dir und ihnen besonders am Anfang gut weiter.


    Ein Tip:

    wenn du das Gefühl hast, das Hören hat sich in den letzten Tagen verschlechtert, dann ist das oft ein Zeichen, dass ein Verbesserungsschub bevorsteht.


    Viel Glück auf deiner Hörreise und genieße deine Hörerlebnisse!

    Danke für deinen Beitrag. Verstehe ich es richtig, du hast beide Möglichkeiten, ohne T-Mic (aber mit Richtmikrofon) oder mit T-Mic? Und da verstehst du mit T-Mic im Störlärm besser als ohne T-Mic (trotz Richtmikrofon)?

    Darf ich fragen, warum du die MidScala-Elektroden hast und nicht die SlimJ? Ich dachte bisher, dass Elektroden, die an der lateralen Wand anliegen (wie SlimJ) das Restgehör besser schützen. Und vorgeformte Elektroden sind bei einer Reimplantation ungünstiger? Was war deine Motivation, diese Elektrode zu wählen?


    Hallo Summer,

    ich trage den Sonnet von MedEl und ein HG. Ich saß vor einiger Zeit mit einem Bekannten in der Kneipe mit AB un HG. Der hat schlechter verstanden als ich, obwohl er ca. 1 Jahr vor mir implantiert wurde. Ich glaube, es hängt in 1. Linie mit der Hörbiografie zusammen, wie gut jemand mit CI versteht. Meiner Beobachtung zufolge liegt es nicht am Hersteller.

    Grüßle Paula

    Hallo Summer,


    ja, ich habe je ein Programm mit T-Mic und eins nur für Prozessormikrofonen, und kann daher beide Konfigurationen ausprobieren. Das Programm mit den Prozessormikrofonen ist als Backup gedacht, für den Fall, dass das T-Mic ausfallen sollte.


    Wie Paula schon beobachtet hatte, ist es individuell, wie gut man letztlich verstehen kann. Ein Bekannter von mir kriegt im Störschall große Schwierigkeiten, etwas zu verstehen. Er hätte mit Prozessormikrofonen deutlich schwerer mit dem Verstehen. Da er aber ausschließlich mit dem T-Mic hört, wird er zu Prozessormikrofonen keine Aussage machen können. Ich schätze, dass ich mit Prozessormikrofonen im Störschall besser verstehen kann als er mit dem T-Mic. Verwende ich dagegen T-Mic, wird der Unterschied noch größer, da ich davon ebenfalls profitiere. Die eigentliche Herausforderung liegt im selektiven Hören, d. h. Herausfiltern von Nutzschall, eine Fähigkeit, die durch die Ohrmuschel unterstützt wird. Wer nur mit Hörgeräten versorgt war, wird sich hier schwer tun. Bei mir besteht trotz mehr als 40 Jahre lange Versorgung mit Hörgeräten die Chance, dass ich eines Tages selektiv hören kann.

    Die Einzigen, die eine konkrete Aussage zur Leistungsfähigkeit der Ohrmuschel machen können, sind Träger von Harmony- und Naida-Soundprozessoren.


    Zum Implantat:

    Die Slim-Variante war zum Zeitpunkt der Implantierung nicht verfügbar.


    Zum Hörrest:

    Auch ich hatte für mehr als 1 Jahr Hörreste gehabt, die sich mittlerweile verabschiedet hatte. Warum der Hörrest trotz aller Sorgfalt dennoch verlorengeht, war bis März 2018 nach einer Aussage des Professors während des Vortrags zu diesem Thema nicht klar. Das dürfte auch ein Jahr später nicht anders sein. Das Problem ist herstellerunabhängig.

    Da mein Hörrest audiomäßig sowieso ziemlich im Keller war, vermisse ich ihn auch nicht.


    Nun zum Schluß für Dich:
    Wenn Du Dich für ein System entschieden hast, bitte bleib auch dran! Wenn Dir das T-Mic gefällt, nimm AB; wenn nicht, hast Du freie Wahl!



    Grüße,
    Bernd

    Mit dem T-Mic liebäugele ich auch, da man da wohl ein besseres Verstehen im Störlärm hat...

    Das hat man tatsächlich, wie eine Studie von AB belegen kann, ebenso auch aus Erfahrungen von AB-Träger.

    Mit Prozessormikrofonen höre ich den Störlärm unabhängig von der Richtung nahezu gleich laut. Hier gilt: die lauteste Quelle dominiert.Benutze ich Algorithmen, ist die Richtung aufgrund des Richtmikrofons auf Vorne beschränkt.

    Beim T-Mic ist der Störschall von vorne lauter wahrnehmbar als von hinten, was auch das Richtungshören und das selektive Hören sehr erleichtert. Und das bei dem, der seit dem Kindergartenalter mit Hörgeräten versorgt war, also über 40 Jahren.

    Die Ohrmuschel ist ein phänomenales Organ. Sie verzerrt den Schall je nach Einfallswinkel und das Gehirn erkennt recht schnell, von wo der Schall herkommt: vorne, hinten, seitlich, oben oder unten. Dazu unterstützt sie auch das Hören im Störschall, weshalb AB auch auf seiner Homepage mit um bis zu 44% besseres Sprachverständnis mit dem T-Mic 2 wirbt.


    Die Prozessormikrofone haben ihre Stärken beim von vorne eingehenden Schall, insbesondere wenn man Algorithmen zur Störschallunterdrückung verwendet. Bei aus allen Richtungen kommenden Schall versagen sie, denn die Ohrmuscheln lassen sich schlicht und einfach nicht simulieren.


    Bei meinen Selbsttests kann ich die enorme Unterschiede bestätigen. Mit den Prozessormikrofonen höre ich von allen Seiten hin nahezu gleich laut, nur von vorne wird es etwas deutlicher. Schalte ich auf T-Mic allein um, ist der Schall von hinten deutlich leiser wahrzunehmen als von vorne. So kann ich die Schallquelle im Vorfeld grob lokalisieren, ehe ich nachsehe.

    Bei einer Studie lernte ich die Leistungsfähigkeit der Ohrmuschel kennen. Ich musste Quatschsätze (OLSA-Test) unter verschiedenen Bedingungen nachsprechen, darunter auch mit T-Mic allein sowie Prozessormikrofone allein. Das Resultat war, dass das T-Mic dank der Ohrmuschel gegenüber den Störschallunterdrückungsalgorithmen nutzenden Prozessormikrofonen bei von vorne kommenden Nutzschall ebenbürtig war, seine Stärken aber bei seitlich kommenden Nutzschall enorm ausspielen konnte.

    Ralle hat das Meiste schon geschrieben. Ergänzend sei hier darauf hingewiesen, dass das Ladegerät im Paket mit dabei ist, da die AB-Soundprozessoren primär mit Akkus betrieben werden.


    - Bluetooth-Empfänger Naida Connect: wenn man mit dem 170er Standardakku samt Empfänger gut durch den Tag kommt, erledigt sich hier bereits das Argument mit dem Austausch.


    - T-Mic 2: das Mikrofon hält sich bei mir 1,5 bis 2 Jahre, was ein guter Wert ist. Das Mikrofon ist außerdem dank Ohrmuschel leistungsfähiger als man ahnt. Dieses enorme Potential sorgt oft für Kontroverse, da manche ihn als überbewertet ansehen. Fakt ist: diejenigen, die darüber eine konkrete Aussage treffen können, sind Träger von Naida-CI-Prozessoren. Dass ein Großteil dieser Träger ausschließlich über dieses Mikrofon hören, spricht für sich.


    - Überträgerkabel: die alten Kabeln brachen alle paar Monaten, meistens nach 6-12 Monaten im Bereich des Kabels zum Entlastungsmantel. Die Neuen dagegen scheinen deutlich länger zu halten, denn hier hatte AB den Mantel verlängert. Das älteste Kabel mit dem neuen Design hält sich schon über 15 Monate (!).


    Gruß,
    Bernd