Viele Fragen nach Erstvorstellung

  • Hallo liebes Forum,


    ich bin normal hörend geboren und habe genetisch bedingt eine progressive Schwerhörigkeit welche sich im Jugendalter bemerkbar machte und in den 20ern die ersten HGs kamen. Mittlerweile bin ich hochgradig bzw. an taubheit-grenzend schwerhörig. Das Audiogramm habe ich angehängt.

    In den letzten Jahren hat es sich wieder mal verschlechtert und ich habe eine fast alle verfügbaren HGs auf dem Markt erfolglos getestet. Mit keinem erhalte ich noch eine Verbesserung zu den aktuelle über 6 Jahre alten Geräten. Die Technik scheint hier einfach nicht mehr raus holen zu können.

    2018 wurde mir bereits ein CI empfohlen aber die Hörtests in der Uniklinik Tübingen zeigten noch eine zu gute Sprachverständlichkeit. Mittlerweile ist das nicht mehr der Fall und ich will mir CIs implantieren lassen und mich dazu informieren.

    Die Erstvorstellung war gestern und ich habe sehr viele Fragen aber will mit den wichtigsten beginnen (ich hoffe ich bin hier richtig im Thread).


    Die Ärztin konnte oder wollte mir keine Antworten geben zu den Fragen ab wann ich wieder so gut verstehen kann um bspw. arbeiten zu gehen. Ich weiß das ist komplett individuell und niemand wird mir ein genaues Datum sagen können, aber ungefähre Richtwerte wären sehr hilfreich. Ich lese hier sehr viel im Forum und meine mit 6 Monaten sollte ich mindestens rechnen. Aber gleichzeitig wird man ja nur 2 Wochen krank geschrieben (ich weiß das kann man verlängern, aber passt für mich logisch nicht zusammen). Mit nur einem Ohr kann ich meinen Job nicht ausführen.

    Dazu ein paar Beispiele: Ich habe sehr viele Meetings im Job (Ingenieur mit aktuellem Großprojekt) und das heißt zb. mit 10 Leuten in einer Online-Konferenz mit ganz unterschiedlichen Sprechern (laut, leise, Dialekt, teils Fremdsprachen, schnell, langsam, alles dabei) welche sich in der Größe und den Diskussionen nicht nach mir richten können. Da bin ich aktuell froh wenn ich mir den Sinn des Gesprächs aus den wenigen Teilen zusammen kombinieren kann, welche ich verstehe. Anderes Beispiel sind Live-Meetings. Diese fallen mir mit Masken und Abstand noch viel schwerer. In Online Meetings kann ich wenigstens eine Freisprecheinrichtung direkt an mein Ohr halten.

    Wie sind hier eure Erfahrungen? Wird das mit dem CI wieder möglich an so Meetings teilzunehmen und wie lange wird man üben müssen um dahin zu kommen.


    Mir würde es sehr helfen wenn ihr reale, schwierige Hörsituationen beschreiben könntet. In den meisten Posts finde ich dazu zu wenig und in der Uniklinik sagt man mir nur ich wäre sehr gut geeignet für CIs. Aber so einen Schritt will ich natürlich nicht gehen ohne zu wissen, dass es auch besser wird :).


    Daher hier ein paar Situationen in welchen ich aktuell extrem Probleme habe und mich interessieren würde wie ihr mit CIs zurecht kommt:


    1. Meine Kinder schreien gerne aus Freude sehr laut oder sind allgemein sehr laut. Parallel versuche ich mich mit meiner Frau zu unterhalten. Das ist einfach nicht möglich, da ich die HG wegen der Kinder leiser stellen muss - es schmerzt einfach zu sehr

    2. Restaurant: Viele Leute am Tisch, viele parallele Gespräche, Unmengen Hintergrundgeräusche. Aktuell bin ich froh wenn ich die direkten Personen um mich verstehe. Dies geht aber auch nur wenn ich aktiv das Gespräch führe - nur dann kann ich mir die Antworten zusammenkombinieren. Und es hängt komplett von den Sprechern ab.

    3. Meetings, meetings, meetings: Wie schon oben beschrieben habe ich hier sehr große Probleme, da die Gespräche nicht mehr von mir "gelenkt" werden können und die unterschiedlichen Sprecher komplett in ihre "Standard"-Sprechweise verfallen

    4. Gespräch mit wenigen Personen in leisen Räumen: Beispiel gemeinsames Essen mit einem befreundeten Paar: Hier verstehe ich auch nicht mehr alles, obwohl die Situation ja eigentlich sehr gut ist. Ich muss sehr oft nachfragen da ich Teile nicht verstehe und den Faden verliere.

    5. Fahrradfahren: Mittlerweile kann ich mich eigentlich nur noch mit jemand unterhalten, wenn er direkt neben mir fährt und sehr laut redet und ich meinen Kopf zu ihm drehe (wegen Windgeräuschen).


    Also kurz gefasst habe ich eigentlich im kompletten Alltag Probleme und isoliere mich immer stärker. Ich bin auf der anderen Seite aber sehr gerne unter Menschen und unterhalte mich auch gerne. Daher hoffe ich mit CIs hier wieder mehr am Leben teilnehmen zu können.


    Resultat von meiner aktuellen Situation: Es ist extrem anstrengend und stressig und ich bin abends nach der Arbeit mit sehr viel Kommunikation extrem fertig und gestresst.


    Sorry für den langen Post. Ich freue mich wenn jemand die Zeit findet alles zu lesen und mir Erfahrungen schildern kann :).


    Liebe Grüße,
    Tommy

  • Hallo Tommy,


    Ich wurde am 23.03.22 in Tübingen implantiert.


    Vom Job her sind wir ähnlich unterwegs.


    Du musst Dir im Klaren sein, das die Hörreise mit CI ca 1,5-2 Jahre dauert.


    Ich bin durch einen Hörsturz im Oktober 21 einseitig ertaubt, habe somit andere Voraussetzungen.

    Ich kann mir momentan keine Meetings mit 10-15 Leuten vorstellen, kann jedoch aufgrund Corona fast zu 100% im Homeoffice arbeiten.

    Da habe ich mit dem Lautsprecher eine Geräuschquelle. Damit kann ich umgehen.


    Für weitere Krankmeldungen musst Dzmit Deinem Hausarzt reden, der braucht jedoch den Bericht der Klinik.


    Viele Grüße


    Helmut

  • Hallo Helmut,


    danke für die Antwort. 1,5-2Jahre bis zum besseren Hören als aktuell mit HG? Oder auf was beziehst du das?

    Wie ist denn dein Arbeiten im Homeoffice aktuell? Bei mir wäre es sicher auch zu 100% möglich, wenn ich vor Ort einfach nicht verstehe. Kannst du auch schon telefonieren oder sogar in Meetings? Nach 2 Monaten würde ich davon ausgehen dass du noch gar nichts brauchbares mit dem CI verstehst, oder?

    Wenn du auch in Tübingen warst: Bist du zufällig kommende Woche auch bei dem CI Treffen? :)


    LG Tommy

  • Ich kann nur aus den Erfahrungen und der Perspektive als einseitig Ertaubte und Versorgte schreiben. Einen Wiedereinstieg in die von dir geschilderte Arbeitsumgebung nach 14 Tagen halte ich nicht für machbar. Da hast du noch keine Erstanpassung gehabt und auch nach dieser ist der Weg ja noch zu gehen. Zudem schlaucht auch die OP und die Zeit nach der OP. An der AU-Schreibung sollte es nicht haken, wenn es dir möglich ist, würde ich mehr Zeit einplanen. Du wirst und musst üben, aber das dauert dennoch seine Zeit.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hi Anni,


    ich selbst halte einen Wiedereinstieg nach 14 Tagen auch überhaupt nicht für möglich. Zumal die Erstanpassung ja erst 4 Wochen nach OP ist. Ich rechne nach aktuellen Informationen aus den Foren eher mit Monaten. Aber hab halt leider nichts konkretes, da ein CI einfach zu individuell ist. Trotzdem würden mir Richtwerte sehr helfen.

  • Moin TommyG


    Meine "Leidensgeschichte" begann irgendwann in den achtziger Jahren und verlief dann ähnlich Deiner Geschichte.

    Bei mir im Kopf ist techn. soweit alles in Ordnung, so das keiner heraus finden konnte woran meine schleichende Schwerhörigkeit liegen könne.

    Im März letzten Jahres sprach ich dann mit meiner HNO über Ci. Im April hatte ich die Erstvorstellung im UKB Marzahn, wo gleich einer beidseitigen Versorgung zugestimmt und mir eine 90% Sprachverständlichkeit bis Ende des Jahres vorher gesagt wurde.

    Beide OPs verliefen oB und alles wurde gut. Die Firma sah die Notwendigkeit mich zu hause zu belassen, da ich auf verschiedensten techn. Geräten Stapel- und Palettenware transportieren, kommissionieren und ein- / auslagern muß, nebenher auch mit diversen Kraftfahrern aus verschiedensten europäischen Ländern kommuniziere.

    Bis hier her kann ich konstatieren, der Operateur hatte seine Aussage in der Erstvorstellung nicht voreilig getroffen.

    Am Ende war ich 8 Monate krank geschrieben, Anfangs mit den obligatorischen 2 Wochen, was dann später monatlich verlängert wurde.
    Auch habe ich 5 Wochen das Hamburger Modell genutzt, was mir sehr geholfen hat, in Ruhe wieder Eingliederung zu finden, denn das veränderte hören muß man sich erst wieder aneignen. So komisch das klingt, ist aber so.

    Ich für meinen Teil bin sowas von zufrieden diese Zeit für mich gehabt zu haben, ich hatte keinen Streß mit Lärm und keinen Zwang irgendjemand immer verstehen zu müssen. Wenn mir danach war, legte ich die Geräte weg.

    Da kam das hören von ganz allein, ich bin immer ehrlich bei dem Thema, auch im HTZ, ich habe nicht geübt, nur am ersten und zweiten Tag, ne englisch sprachige App, war die erste, die mir im PlayStore über den Weg kam. Am ersten Abend mit der Frau über Ci telefoniert, war nicht berauschend aber ging.

    Mittlerweile telefoniere ich nur noch so. Wenn andere telefonieren kann ich bis zu einem Abstand von 1,5 m mit hören, früher konnte ich kaum mit meinem eigenen Telefon störungsfrei hören.

    Ich arbeite in einem Lager eines Automobilzulieferers, der Plastikteile in Granulatpressanlagen herstellt. Viel Lärm, wenn das Rolltor runter ist zu unserem Bereich geht das.
    Ich bin mittlerweile soweit, das mich dieser Lärm nicht mehr nervt, wie es bei HG war, es ist anders laut.

    Gespräche können, nicht immer aber immer besser auch in diesem lauten Bereich von mir geführt werden, wenn der Gesprächspartner eine Maske auf hat. ( Die Firmenleitung möchte noch immer auf Masken bestehen )
    Bei uns im Lager ist es dagegen ruhiger, ich kann mittlerweile auch Gespräche mit mehreren Personen und auch darin vorkommenden frotzeleien folgen und aktiv teilnehmen. Auch "Problemstimmen" stellen nun mehr kaum ein Problem dar.


    Tante Edith:
    Meine Krankmeldungen wurden alle fortlaufend durch meinen behandelnden HNO ausgefertigt.


    ______________________________________________________________________________________________________


    Wieso sprechen hier einige von ihrem Hausarzt? Der hat doch meiner Einschätzung nach nicht die med. Voraussetzung diesen Prozeß einzuschätzen.

    ab 1992 HDO HG rechts
    ab 1998 HDO HG beidseitig
    09.06.2021 OP CI622 - EA 15.07.2021
    07.09.2021 OP CI632 - EA 20.10.2021

    Nucleus 7 Hybrid

    Mini Mic, TV Streamer - Stromversorgung über USB vom TV > funktioniert bestens

  • Hallo,


    ich bin sehr irritiert über die Erwartungshaltung, die hier immer wieder hochkommt.

    Als ich damals das erste CI bekommen habe, sagte an mir klar: das Hören mit dem CI ist komplett anders als mit dem Hörgerät. Das Ziel ist es, dass das Sprachverstehen mit dem CI besser ist als mit dem Hörgerät. In sehr vielen Fällen klappt das auch, aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Es ist also möglich, dass man mit dem CI zwar mehr hört, aber nicht unbedingt mehr versteht.

    Hier lese ich von der Erwartung, dass man mit CI telefoniert, dass man mit CI problemlos mit mehreren Menschen gleichzeitig reden und diese verstehen kann..und es wird davon ausgegangen, dass dieser Status auf jeden Fall erreicht wird. Man möchte wissen, wann das der Fall ist.

    Leute, das kann der Fall sein, aber es kann auch sein, dass man mit dem CI niemals ein offenes Sprachverstehen erlangt! Es ist alles möglich! Bei vielen klappt das mit dem Telefonieren mit CI, aber eine Garantie gibt es nicht. Vieles hängt auch von der Hörbiographie ab, vom Alter usw. Der eine kann nach wenigen Monaten telefonieren, bei dem anderen dauert es mehrere Jahre, wieder andere können nie mit CI telefonieren.


    Wenn das Ohr mit Hörgerät noch soviel Input liefert, dass man dann Videokonferenzen und größere Meetings schafft, aber das mit einem Ohr auf keinen Fall schafft, dann ist es -- sorry, wenn ich das so direkt sage -- für ein CI noch zu früh! Das CI ist keine Wunderwaffe!!


    Langsam wundert es mich nicht, dass hier immer mehr Leute auftauchen, die enttäuscht vom CI sind... einfach, weil sie eine total falsche Erwartungshaltung haben.

  • Ich sags mal so: Diese Art Job ist nichts für beidseitig Hörgeschädigte. Auch nach einem erfolgreichen CI Prozess bleibt man hochgradig Hörgeschädigt.

    Auch im Alltag können wir nicht mit Normalhörenden mithalten. Geht nicht.

    Mir scheint, du bist noch jung und möchtest überall mitmischen. Schlimmer noch, du ignorierst die Folgen der schleichenden Hörverschlechterung und lebst, als ob du nach wie vor Normalhörend bist. Das allerdings führt früher oder später zum Burnout wegen der Hörschädigung.

    Euer Dominik.

    rechts OP 20.02.2020 LMU München, EA 11.03.2020 Sonnet 2

    links OP 16.12.2020 LMU München, EA 15.01.2021 Sonnet 2

    Audiogramm | Über mich

    "Nicht sehen und nicht hören trennt den Menschen von den Dingen und vom Menschen" (unbekannt)

  • Hallo Le Chuck, deine Reise klingt sehr gut für mich. Hast du denn im Gegensatz zudem HGs jetzt auch mehr Sprachverständlichkeit? Den langen Weg will ich auch gehen und mich so wenig wie möglich stressen. Das habe ich seit Jahren schon extrem mit der Schwerhörigkeit und dem Versuch mit Normalhörenden mitzuhalten. Auch wenn es immer von allen Seiten heißt, es wird Rücksicht genommen, so merke ich da nichts davon. Das hat meine Gesundheit schon sehr belastet - also der Dauerstress.

  • Ich würde mir wünschen, dass denjenigen, die noch vor der OP stehen und einfach noch nicht solche Profis sind, die eine individuelle Geschichte mit individuellen Hoffnungen, Startpunkten usw. mitbringen, Verständnis entgegengebracht wird.

    Enttäuschungen entstehen meines Erachtens auch zum Teil dadurch, dass die Umwelt, die gut hörende Umwelt, einen unter Druck setzt.

    Alles ist ein ständiger Fluss, das Hören, die Akzeptanz und der Umgang mit sich selbst.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo muggel, genau das ist ja auch mein Problem. Es wird von den HNOs gesagt, ich bin reif für ein CI. Aber keinerlei Informationen auf Nachfrage gegeben was es mir mehr bringt. Daher durchforste ich selbst die Foren und komme auf extrem widersprüchliche Aussagen. Wie du sagst ist es halt super individuell. Aber auf irgendeiner Grundlage muss ich ja entscheide. Sonst kann ja auch irgendjemand kommen und sagen er haut mir mit dem Hammer auf den Kopf und irgendwie wird es sich halt auf mein Hören auswirken. Da ist doch dann klar, dass ich mich nicht dazu entscheiden würde. Und ich verstehe auch die Ärzte nicht wieso sie da keinerlei Infos liefern. Es muss doch einen Durchschnitt geben wie es sich verhält und was man ungefähr erwarten kann.

  • Hi Dani, ja ich bin 36 Jahre Jung und hab aktuell mit Job und 2 kleinen Söhnen auch einfach nicht die Kraft einen neuen Job zu suchen. Daher versuche ich mir diesen zurechtzubiegen und das zu machen was geht. Aber der Job ist nur eine Sache. Ich würde auch gerne meine Kinder verstehen können und einfach im Alltag wieder mehr teilhaben.

  • Hi Ranu, da stimme ich voll zu. Ich hab nach dem Ersten Termin von Cochlear und Medel die Broschüren bekommen und darin sind die Erfahrungen von Leuten geschildert welche danach ja quasi alles normal können. Ich glaube es aber eben nicht und suche daher Realere Infos.

  • Die Kliniken machen Werbung für CIs, weil sie davon leben. Wenn’s dann doch nicht so gut klappt, haben sie ja auch nichts zu verlieren. Das ist der Patient.


    Andererseits entscheiden sich sehr viele Kandidaten viel zu spät für ein CI, so dass sie wertvolle Zeit mit besseren hören verloren haben. Aber wie schon mehrfach geschrieben wurde: die Erwartungshaltung darf halt einfach nicht zu hoch sein.


    Meine Erwartungshaltung war, dass sich mein Hörvermögen nicht mehr weiter verschlechtert. Tatsächlich wurde mein Hör- und Sprachverstehen nach der OP deutlich besser. Allerdings bin ich jetzt auch schon zwei beziehungsweise knapp über einem Jahr mit CIs versorgt.

    Euer Dominik.

    rechts OP 20.02.2020 LMU München, EA 11.03.2020 Sonnet 2

    links OP 16.12.2020 LMU München, EA 15.01.2021 Sonnet 2

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    "Nicht sehen und nicht hören trennt den Menschen von den Dingen und vom Menschen" (unbekannt)

  • Hallo TommyG


    Natürlich gibt es auch Leute die einen sehr guten Hörerfolg haben. Zum Beispiel ist das auch bei mir so. Ich habe noch einmal studiert und kann total frei im Hörsaal hören. Aber das ist bei jedem anders und ich kann nur nach 10 Jahre Ci sagen man muss sich einfach auf die Reise einlassen, weil schlimmer wie nix hören kann es nicht werden.



    Gruß Joachim

  • Und ja, die Hersteller Prospekte enthalten in den seltensten Fälle Negativberichte.


    Edit: umgekehrt gilt natürlich, dass hier im Forum überproportional viele negative Berichte haben. Jetzt kannst du dir eine gesunde Mischung ausdenken.

    Euer Dominik.

    rechts OP 20.02.2020 LMU München, EA 11.03.2020 Sonnet 2

    links OP 16.12.2020 LMU München, EA 15.01.2021 Sonnet 2

    Audiogramm | Über mich

    "Nicht sehen und nicht hören trennt den Menschen von den Dingen und vom Menschen" (unbekannt)

    Edited once, last by Dani! ().

  • Hi Joachim, von gar nichts Hören bin ich halt doch noch weit entfernt. Mit plötzlichem Ertauben wäre die Entscheidung klar. Mit meinem aktuellen Hörstatus nur bedingt. Das man reagieren sollte bevor die Hörnerven sich zu stark zurückbilden habe ich gelesen und ist auch einer der Gründe es jetzt zu machen.

  • Hallo Le Chuck, deine Reise klingt sehr gut für mich. Hast du denn im Gegensatz zudem HGs jetzt auch mehr Sprachverständlichkeit? Den langen Weg will ich auch gehen und mich so wenig wie möglich stressen. Das habe ich seit Jahren schon extrem mit der Schwerhörigkeit und dem Versuch mit Normalhörenden mitzuhalten. Auch wenn es immer von allen Seiten heißt, es wird Rücksicht genommen, so merke ich da nichts davon. Das hat meine Gesundheit schon sehr belastet - also der Dauerstress.

    Ich kann für mich sagen auf ganzer Linie einen Erfolg zu haben. Nicht nur Sprache, auch Musik, einige sagen hier das sei die Königsklasse, ich kann ohne Streamer oder auch ohne BT Instrumente hören, die ich zuvor so nicht hörte oder garnicht akustisch wahrnahm.
    Ich habe das Konzert Eagles in Melbourne angesehen und sagen, da spielen mehrere Gitarren und ich kann einzelne Riffs erkennen, ich kann Klaviermusik hören.
    Der Weg dahin wird kein leichter sein. ;)
    Angefangen hat es, das ich zwischen Donald, Mickey und Blechknarzen bei den Einstellungen wählen konnte.
    Dann hörte es sich an, als wenn Lea den Wucki ausliefern will und mit dem Thermaldetonator droht hinter der Maske. :D
    Es dauerte für mich eine Ewigkeit, für andere hier wird es dagegen nur ein kurzer Zeitraum, gemessen an ihren Wegen, gewesen sein.
    Das kann man schlecht einschätzen.


    Eines mußt Du noch wissen, kein Techniker wird wirklich wissen wie Du hörst, es gibt keine EQ Kurven wie bei einem HG die man nutzen und anpassen kann. Du mußt da schon sehr kommunikativ sein, darlegen, wann Du was wie hörtest oder wahr genommen hast, dann können sie sehr gut arbeiten.

    Tip 2, hab ich von Dani hier aus dem Board, keine Filter einsetzen lassen, also ein Programm wählen was alle Geräusche durch läßt und nicht ständig von z.B. Musik auf Sprache wechselt.


    Meine Hörkurve vom Dez. 21 zeigt sehr gut auf welche Fortschritte ich in kurzer Zeit erreichen konnte, meine Einstiegslautsärke ist jetzt noch weiter oben.
    Ich liege bei den audiologischen Ergebnissen nahe der hundert bei Spracherkennung.


    Das war aber wie gesagt auch der Ruhe meine Umgebung geschuldet, ich hatte kein Streß wieder auf Arbeit zu müssen weil ich unersetzbar sei oder irgendjemand schief guckte weil das seine Zeit brauchte.

    Keiner wird mit Krebs nach 2 Wochen wieder auf die Idee kommen schaffen zu gehen, mit nem Burnout oder Schlaganfall auch nich.
    Bei meinem Herzkasper war ich fast 9 Monate zu hause.

    Ok, ich bin ein klitzekleinwenig ehrlich, ich nahm auch an, OP, 2 Wochen, arbeiten

    geht nicht :)
    Du hörst nichts mehr auf dem operierten Ohr, nix. altes HG geht nicht, nur volle Pulle und dann sehr, sehr leise
    dann wurde mir der Faden nach 3 Wochen gezogen, weitere 4 Wochen später die EA
    dann hören lernen, weitere ca. 5 Wochen später 2. OP
    Fäden, EA, hören lernen
    da bleibt nicht viel Zeit für Streß bei der Arbeit

  • Hallo TommyG

    ich gehöre zu den Neuen hier (OP 14.4.22)mir wurde 2 Tage nach der OP der SP mit heim gegeben ,damit sich der Hörnerv schon bisschen gewöhnt .

    Am 23.5 beginnt meine EA.

    Die verläuft ja bei jeden anders.

    Berichte wie : ich habe den Audiologen schon verstanden ,bis nur Gesumme und brummen gehört ,war alles dabei. Bin selbst gespannt !

    Ich habe rechts noch ein HG ohne Blue tooth, mit einen Ohr einigermaßen verstehen geht ,weil ich es Jahre lang gewohnt war


    LG Mel