Posts by Ranu

    Acki


    Im Prinzip stimme ich dir ebenfalls zu.

    Wenn man Einstellungen verstellt, ist es immer möglich, wieder zur Lieblings- MAP zurückzukehren, sofern man diese gespeichert hat.

    Filtereinstellungen sollten wirklich wesentlich mehr freigegeben werden (für diejenigen, die damit umgehen können/ wollen), was bisher meines Wissens noch kein Hersteller macht.

    Bei deiner Schätzung könnten immerhin 10% ein sinnvolles Feintuning der Einstellung vornehmen, was eine ganze Menge ist. Das ist bisher ungenutztes Marktpotenzial.


    Audi


    Damit die Qualität der Grundeinstellungen ähnlich gut ist, könnte man z.B. ca 8 Wochen nach EA eine verpflichtende objektive Messung mit dem CI à la NRT oder ESRT einführen. Aufgrund der Messung wird dann eine automatisierte Grundeinstellung erstellt. Somit hätte man zumindest eine Basis, auf der sich aufbauen lässt. Ggf. gibt es hier aber auch noch andere Ansätze?

    Audi


    Das ist eine Standard- Antwort, die mir keine neuen Argumente gegen Einsicht in die Map und mehr Selbsteinstellungen liefert.

    Wenn man wirklich im Sinne des Menschen arbeiten würde, würde man Personen nach individueller Überprüfung mehr ermöglichen, als momentan möglich ist.

    Aber keine Sorge, Audi. Dein Job wird weiterhin genügend gebraucht werden. Ich will auch nicht komplett Abstand von euch nehmen, würde mir aber mehr Feineinstell- Möglichkeiten wünschen. Dafür hättest du zwischen all den Patienten vermutlich nicht genügend Zeit.

    @ CI- Joe:

    Vermutlich wird das längerfristig zu selteneren Einstellungen führen, weil man dann besser weiß, was die Software kann und wo Grenzen liegen.

    Du kannst die Veränderungen ggf. ablesen, wenn du ein "Audi"- ologe bist :-).

    Otto Normalbürger kann es nicht.

    Wer ein Cochlear- Ci hat, kann ein paar Knöpfe für Höhen und Tiefen drücken.

    Er weiß dann aber in der Regel nicht, welche Elektroden verändert werden, ob nun damit C-Level oder T-Level beeinflusst werden etc.

    Ich würde mir mehr Einblick in die MAP wünschen und mehr Feineinstell- Möglichkeiten.


    Manche von uns wären gerne mehr Experten in eigener Sache. Schließlich müssen wir die CIs tragen.

    Danke für eure Antworten.


    @ *Mel* und Audi

    Mir ist bekannt, dass es die Höhen- und Tiefeneinstellungen bei Cochlear gibt.


    Meine Frage zielte darauf ab, ob selbst getätigte Einstellungsänderungen die Grundeinstellung dauerhaft verändern können.

    Man kann ja leider in App und Fernbedienung nicht in seiner MAP einsehen, was tatsächlich inwiefern verändert worden ist.

    Ich habe von jmd. gehört, dass bei Cochlear CI- Einstellungen dauerhaft verstellt werden könnten, wenn man Einstellungen per Nucleus Smart- App (z.B. Höhen und Tiefen) verändert.

    Weiß jmd, ob da etwas dran ist?

    @ mir


    Wenn du von längerfristigen Beschwerden nach CI- OP betroffen wärst, würdest du das Risiko nicht als "so gut wie vernächlässigbar" bezeichnen. Man kann die Risiken der OP besser erfassen als dies bisher gehandhabt wurde. Das CI- Register mit solchen Fällen wird erst nach und nach etabliert.


    Kolja


    Wegen der Risiken der OP schau mal in derLeitlinie der CI- Versorgung 2020 unter Punkt 8.4. hier:

    Leitlinie_CI-Versorgung_2020-12.pdf (schwerhoerigen-netz.de)

    Da ich hier nun schon öfters Dinge gelesen habe wie „dass man nichts verlieren hat (außer Restgehör)“ und „tauber als taub geht nicht“.

    Lest euch bitte nochmal die medizinischen Risiken einer CI- OP durch. Sie sind zwar selten, können aber auch länger andauernd sein.

    Warum kann man die Einstellung solcher Filterfunktionen nicht für diejenigen Betroffenen, die es wünschen, nach einer technischen Einführung freigeben?

    Würde allen viel Zeit, Tüftelei und Geld sparen… Und teilweise für zufriedenere Patienten sorgen!

    Hallo Andrea,


    was ein "ganz, ganz massives Problem" ist, definiert jeder für sich selbst.

    Ich empfinde es als selbstverständlich, dass ich, wenn jemand nicht hören kann, mich in der Kommunikation auf diesen Menschen einstelle.

    Da ist in unserer Gesellschaft aber sicherlich noch viel Luft nach oben :-).


    Wegen der alten Dame: Wenn ich es richtig verstanden habe, begann ihre Schwerhörigkeit mit ca. 76 Jahren. Vor 20 Jahren war das CI noch nicht so weit entwickelt wie heute. Sie ist erwachsen und hat damals selbst für sich entschieden, dass sie das CI nicht will. Das sollte man so auch respektieren. Wenn man mit ihr heute Kontakt hat, funktioniert das Schreiben offenbar ganz gut. Bei wichtigen Terminen kann sie Schriftdolmetschung beantragen.


    Ich kann verstehen, dass man mit 96 Jahren sich kein CI mehr machen lassen will. Es sollte hier aber immer der Wille des Betroffenen berücksichtigt werden.

    Hallo Dani,


    schade, dass du nur 2 so krass formulierte Alternativen sehen kannst. Wie haben die Menschen das früher gemacht, als es noch kein CI gab?


    Zu deiner Alternative Nr. 2 "zum Einsiedler werden": Nur weil man taub ist (aus welchen Gründen auch immer) sollte das nicht die "totale Abkapselung von jeglichem menschlichen Umfeld" bedeuten. Es liegt an uns allen, mehr aufeinander zuzugehen. Wir können uns auch ohne das Erlernen von Gebärden über wichtige Dinge mit Gehörlosen verständigen.


    Zu deiner Alternative Nr. 1 "durch das Erlernen der Gebärdensprache sich aus der bisherigen Gesellschaft zurückziehen": Gebärdensprachnutzer werden im Arbeitsleben, im Freizeitleben, beim Einkaufen u.s.w. immer noch genügend Anlässe finden, mit hörenden Menschen zu kommunizieren. Nur weil man die Gebärdensprache erlernt, befindet man sich nicht nur noch in der Gebärdensprachnutzenwelt. Gebärdensprache kann eine Erleichterung und Unterstützung für die Kommunikation bedeuten.


    Natürlich ist das CI eine tolle Erfindung, wenn es einigermaßen klappt. Es sollte aber nicht dazu führen, die Menschen, bei denen es nicht so klappt, noch mehr auszuschließen. Lange Zeit können auch die heutigen Hörgeräte noch ein gewisses Sprachverstehen schaffen.

    Ich gebe Katja recht, dass es für Kinder in der Regel wichtiger ist im Wasser zu hören. Diese müssen am Schwimmunterricht ihrer Schule teilnehmen oder werden z.B. auf Geburtstagsfeiern im Schwimmbad eingeladen.

    Mir war es z.B. in der Pubertät so unangenehm auf der Geburtstagsfeier ohne Hörhilfen mit lauter Normalhörenden zu

    sein, dass ich meine Hörhilfen beim Schwimmen angelassen habe und versucht habe, den Kopf über Wasser zu halten.

    Hat natürlich nicht geklappt- die Hörhilfen mussten danach zur Reparatur.

    Heute als Erwachsene kann ich selbständiger bestimmen, mit wem ich schwimmen gehe und habe bessere Bewältigungsstrategien gelernt.

    Ich gebe aber auch zu bedenken, dass manche hörgeschädigte Menschen nicht die sprachlichen Möglichkeiten haben, den CI- Technikern so detaillierte Rückmeldungen zu ihrem Hören mit CIs zu geben. Sie wissen nicht, was hohl, blechern, schrill etc. ist. Sie wissen größtenteils nicht, was es für Möglichkeiten bei der CI- Software gibt. Sie wissen nicht, worauf es bei den Beschreibungen zum Hören mit dem CI ankommt.

    Mawa, manchmal muss die T- Spule erst aktiviert werden und auf einen Extra- Programmplatz im HG gelegt werden. Sprich doch mal deinen Akustiker darauf an. Die meisten HGs haben eine T- Spule. Diejenigen HGs für Personen mit an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit müssen sogar eine T- Spule enthalten.

    Ich missgönne euch die CIs nicht. Zum Glück sind bei euch die OPs und Nachsorgen gut verlaufen. Das hätte aber auch anders ausgehen können. Dann kann man im Stich gelassen werden, da Geld für manche wichtiger ist.

    Zitat Deutsches Ärzteblatt, 2020: „Als Faustregel gilt: Wenn der Patient mit seinem Hörgerät nicht mehr telefonieren kann, ist eine Überprüfung der CI- Indikation angezeigt.“