Hat die Anzahl der aktiven Elektroden Einfluß auf das Hören lernen?

  • Hallo caseyblue,


    ich schrieb:
    gute Frage. Bei mir wurde bei der letzten Reha die "höchste" ausgeschaltet, da ich mit der immer schon Schwierigkeiten hatte. Da ich subjektiv keinen Unterschied feststellen konnte, hab ich da zunächst mal nicht weiter geforscht.
    Allerdings hatte ich mir zur nächsten Reha durchaus vorgenommen, das Ganze mit einem Onlinefrequenzgenerator zu testen.


    hab ich nun gemacht. Der Frequenzgang ist unverändert geblieben. Also ich kann Töne150Hz...ziemlich genau 8kHz wahrnehmen.


    Du fragtest:
    Als technisches Blödschaf hab ich dann noch eine Frage zu diesem Onlinefrequenzgenerator. Muss man da zwingend Töne hören oder geht das auch wenn man,wie ich nur Impulse bekommt?


    Hast Du es so versucht (siehe Anhang)?


    Gruß Konrad

  • Hallo Ilona,


    hast Du den Nicknamen gewechselt? War etwas verwirrt caseyblue->maus


    Ich habe mal einen "alten" Beitrag von Dir ausgegraben:
    Ich bin seit 43 Jahren auf dem rechten Ohr taub,jetzt mit CI von AB versorgt. Links habe ich ein HG. Bei den Voruntersuchungen wurde mir gesagt, das durch eine anatomische Fehlbildung der Hörschnecke Sprachverstehen wahrscheinlich nicht möglich sein wird. Aktuell ist es auch so. Ich vernehme viele Geräusche in Form von Knattern, Brummen und Blubbern.


    43 Jahre sind eine lange Zeit. Ich glaube, da bedarf es noch mehr Geduld, um ein Sprachverstehen herzu stellen.


    Ich bin kein Audiologe, und auch sonst noch relativ "frisch" auf dem Gebiet CI und allem was dazu gehört. Allerdings bin ich technisch "vorbelastet" (auch im analogen Audiobereich), und teste gern mal etwas aus.


    Du hast, wie ich, AdvancedBionics CI Q90, somit auch als Zubehör den ComPilot. Ich gehe davon aus, dass Du am Prozessor 5 Programme in Absprache mit Deinem Audiologen belegt hast. Das bevorzugte Programm liegt auf Platz 1, das mit jedem Neustart, z.B.:morgens beim Anlegen des Prozessors geladen wird. Tagsüber kannst Du je nach Bedarf in die anderen Programme wechseln. In jedem Programm kann man wählen, ob und zu wieviel % der ComPilot bzw.die Micros einstreuen "dürfen". Wie das bei Dir ist, weiß ich natürlich nicht.


    Ich selber habe schon früh bei der Audiologin drauf bestanden, dass die Programme 1...4 ausschließlich den Mikrophonen zugeordnet werden, und das Programm 5 zu 100% dem ComPilot. Dem ComPilot wird dabei das bevorzugte Programm 1 vorgegeben. Wäre vllt.für Dich auch mal einen Versuch wert.


    Danach würde ich mal den Generator anschmeißen mit den 440 Hz (Kammerton a). Ob das nun vom Laptop, oder vom Verstärker der an einem PC hängt (beide Male der Kopfhörerausgang) zum ComPilot kommt, ist relativ egal. Wichtig wäre, dass Du einen Dauerton bekommst. Die Einstellung bitte auf "Sinus" belassen, da das der reine Ton ohne Oberwellen ist. Wenn nichts kommt, ist entweder das Kabel kaputt (gar nicht mal so selten), der ComPilot nicht mit dem CI "gepairt", oder das CI-Programm stimmt nicht.


    Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen. Sonst frag halt weiter, gerne auch per PN


    LG Konrad


    P.S.: Die Vorgehensweise gilt für "Einohren" so wie mich, und auch Dich mit funktionierendem HG auf der anderen Seite. Bei beidseitig Implantierten muss man sich was anderes einfallen lassen

  • Ich selber habe schon früh bei der Audiologin drauf bestanden, dass die Programme 1...4 ausschließlich den Mikrophonen zugeordnet werden, und das Programm 5 zu 100% dem ComPilot. Dem ComPilot wird dabei das bevorzugte Programm 1 vorgegeben. Wäre vllt.für Dich auch mal einen Versuch wert.

    Hallo Konrad,
    Das verstehe ich nicht. Du hörst auf Programm 1-4 nichts mit dem ComPilot, nur auf Programm 5?
    Was meinst du mit „Dem ComPilot wird dabei das bevorzugte Programm 1 vorgegeben.„ ?


    Grüße Melanie

  • Hi Melanie,


    Das verstehe ich nicht. Du hörst auf Programm 1-4 nichts mit dem ComPilot, nur auf Programm 5?


    Wir müssen unterscheiden zwischen Programmen und Programmplätzen:
    - Programme kann der Audiologe unendlich viele generieren (Einstellung der Elektroden, Rauschunterdrückung, ...). Die liegen dann auf dem Server in der HNO. Da sind auch alle früheren Programme von Dir gespeichert
    - Programmplätze haben wir bei AdvancedBiologics im Prozessor 5 in der Zahl. In Absprach mit Dir hat der Audiologe nun 5 Programme genommen, und auf die Programmplätze 1...5 geladen. Unabhängig vom Programm kann nun jedem Platz das Verhältnis Mikrophon/ComPilot vorgegeben werden.
    Im Alltag laufe ich ja ohne ComPilot rum, also brauche ich da Programme, die lediglich die Mikrophone unterstützen. Den Programmplätzen 1...4 sind individuell die zur Verfügung stehenden Mikrophone zugeordnet, der ComPilot ist auf allen 4 aus. Der Programmplatz Nr.5 ist für mich zum Üben testen des CI-Ohrs. Diesem Platz ist der ComPilot zu 100% zugeordnet, die Mikrophon sind aus. So umgehe ich auch noch die Umgebungsgeräusche auf der CI-Seite.

    Was meinst du mit „Dem ComPilot wird dabei das bevorzugte Programm 1 vorgegeben.„ ?

    Normalerweise (im Alltag) nutze ich nur den Programmplatz 1 mit Mikrophonen, somit das Programm, dass morgens beim Neustart des Prozessors geladen wird. Dieses Programm liegt auch auf dem Programmplatz 5, nur mit dem Unterschied, dass hier die Mikros aus, und der Compilot an ist. Ich höre dort dann tatsächlich nur das, was über die Spule übertragen wird. Außeneinflüsse sind ausgeschlossen, da mein Resthörvermögen gegen "0" geht


    Ich hoffe, ich konnte weiter helfen
    LG Konrad


    Nachtrag: Mikrophon über den ComPilot nutze ich niemals, und der von mir geschilderte Fall gilt für ein "Einohr" wie mich, oder jemanden, der auch mit einem HG auf dem anderen Ohr klar kommt. Bei beidseitig Implantierten muss man sich andere Lösungen überlegen.
    In einem schriftlichen Beitrag kann man auch niemals alle Aspekte darlegen, gerne kann man mich korrigieren ob etwaiger Fehler, oder auch ergänzen, wenn ich etwas zum Verständnis gehörig ausgelassen habe. Ein Dialog im üblichen Sinne mit Frage/Antwort kommt hier nur schwer zustande, und Missverständnisse sind vorprogrammiert je komplexer die Fragestellung wird, siehe: Was ich erkannt habe den Unterschied zwischen Programm und Programmplatz. Hier hilft nur: Einfach weiter fragen

  • Also bei mir wurde auch die höchste Elektrode abgestellt wegen Missempfindungen und man sagte mir das es keinerlei Auswirkungen hätte. Lange habe ich das bezweifelt aber mein jetziger Hörststus lässt vermuten das dem so ist.
    Ich höre immer besser und natürlicher. Mach Dir also keine Gedanken deswegen. Wichtig ist nur üben, üben, üben und geduldig sein.


    Ganz lieben Gruss Babsy 8)

    Das freut mich zu lesen "Ich höre immer besser und natürlicher".Kann man das natürliche Hören wirklich wieder erreichen? Meine EA ist am 07.05. Bin mal auf die ersten Töne gespannt. :)

  • Ohne Hörhilfen hatte ich zwar noch nie gehört, dennoch bin ich skeptisch, ob es sowas wie ein "natürliches" Hören für jeden von uns gibt und jeder auch dasselbe darunter versteht. Bei meiner Reha habe ich gelernt, dass es auch bei den "Normalhörenden" feststellbare Hörunterschiede gibt.


    Nimm Dir bitte die Zeit, Dich auf das neue Hören einzulassen. Jedenfalls wünsche ich Dir, dass sich nach Deiner EA ein möglichst gutes und "natürliches" Hören einstellt.

  • Hallo Audi, so in etwa habe ich mir das auch schon gedacht. Wird von Mensch zu Mensch anders empfunden. Das ich für die Einstellung Geduld brauche ist bei mir angekommen und sollte auch kein Problem sein weil ich grundsätzlich ein ruhiger Vertreter bin.:)

  • Ich schliesse mich Audi's Ausführungen mal an :thumbup:und möchte ergänzend noch hinzufügen, dass Du auf Deiner Reise in das neue Hören spannende Sachen erleben wirst. Ruhe und Geduld ist schon mal ein guter Einstieg - das bringt nicht jeder auf, je nachdem, in welcher Situation man sich befindet - sei es im Beruf oder wo auch immer.


    Das natürliche Hören ist natürlich höchst individuell und damit bei CI-Trägern und Guthörenden jeweils immer anders. Aber grundsätzlich hilft Dir Dein Gehirn: Es erinnert sich während des Hörenlernens an das schon "In noch gut hörenden Zeiten" wahrgenommene, und vergleicht permanent den neuen Input damit. Kommt ein Treffer zustande (ah, das war jetzt Tante Berta, ah, jetzt hat meine Frau mich angesprochen usw.), erkennst Du das und somit wird das für Dich ein immer natürlicher werdender Höreindruck. Das funktioniert so immer wieder und damit wird es auch für Dich natürlicher. Bei neuen Höreindrücken, die Du völlig neu wahrnimmst, spielt das keine Rolle mehr - die kennst Du ja nicht anders und die sind damit dann auch irgendwann mal normal für Dich.


    Natürlich setzt die Technik hier noch Schranken, die eben das Gehirn versucht, auszugleichen - und das funktioniert erstaunlich gut. Lass Dich überraschen!

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Hallo Rainer, gut geschrieben. :thumbup: Du trägst einen Rondo würdest du den wieder nehmen? Ich habe ja noch 4 Wochen Testphase mit dem Kanso vor mir, aber innerlich habe ich mich eigentlich schon für das Gerät entschieden. Bisher sprechen aus meiner Sicht nur zwei Dinge dagegen, Magnetstärke und eben die Wahrscheinlichkeit des verlierens. :)


    Gruß Tony

  • Hallo Rainer, gut geschrieben. :thumbup: Du trägst einen Rondo würdest du den wieder nehmen? Ich habe ja noch 4 Wochen Testphase mit dem Kanso vor mir, aber innerlich habe ich mich eigentlich schon für das Gerät entschieden. Bisher sprechen aus meiner Sicht nur zwei Dinge dagegen, Magnetstärke und eben die Wahrscheinlichkeit des verlierens. :)


    Gruß Tony

    Hallo Tony,

    mit den Halteschlaufen verlierst du den Kanso auf gar keinen Fall, ist mir nach 11 Monaten Tragezeit mit durchschnittlich 14 Stunden Tragezeit täglich noch nie passiert. Und die Magnetstärke musst du mal mit verschiedenen Stärken einfach mal testen.

    Gruß Biker

    Rechts Cochlear Kanso; OP 25.04.2017 UNI-KLINIK Halle;
    Links HG Enya 3 von Resound seit September 2018
    Zubehör: Cochlear™ Wireless Mini Microphone (Minimikrofon 2+); Telefonclip+ von Resound

  • Tony,

    das mit der Magnetstärke sollte dich nicht zu sehr belasten, da ich, wie bereits in einem anderen Thread geschrieben, auch nur mit dem schwächsten Magneten sehr gut klar komme. Selbst der 1,0‘er ist nicht zu stark. Die Spulen vom HdO-Prozessor werden auch nur magnetisch gehalten.;)


    Verloren habe ich meinen Kanso nur einmal, als ich auf dem

    Pferd sitzend nach ihm unter meinen Helm gefummelt und ihn dabei vom Magneten verschoben und dummerweise unbeabsichtigt den Haarclip gelöst habe. Zum Glück habe ich es sofort bemerkt und dem Kanso ist Gott sei dank nichts passiert.

    Sonst hält bei mir der Haarclip wirklich sehr gut, auch bei meinen am Hinterkopf recht kurzen Haaren.


    Probiere es einfach die vier Wochen aus!


    Liebe Grüße

    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Hi Folks,


    Ich finde, der größte Nachteil des Kansos ist die Position des Mikrofons.

    Die benötigte Magnetstärke überzeugt mich auch nicht:Ich habe beim HdO-SP Stärke 1, der Kanso fällt mit 3 ab. Da ich öfters meinen Kopf schüttle, aus diversen Gründen, ist die Single Unit Geschichte für mich out.

  • Bei meiner dicken "Schwarte" -mindestens Stärke 5 nötig - sind Single Unit´s für mich auch out...