„Nach einem Jahr ist es ok“ - was heißt das?

  • Ich habe immer wieder gelesen oder gehört, dass CI-Träger sagen, dass es nach einem Jahr „ok“ war. Mich würde nun interessieren, was damit gemeint ist. Was hat sich bei euch nach ca. einem Jahr getan?

    (Mein aktueller Stand (zwei Wochen nach EA) ist, dass ich Hörbücher mit Streaming hören kann und es bzgl. des Tempos weitgehend normalschnell klingt. Der Ton ist aber natürlich noch quäkig etc. Über die Mikros nehme ich im Alltag bisher Sprache eher nicht war bzw. nur, wenn ich mir das andere Ohr zuhalte. Wenn die Umgebung sehr laut ist, nehme ich Sprache auch über die Mikros wahr, aber es klingt weit weg. Was die Lautstärke bei den Einstellungen angeht, bin ich wohl bie rund 2/3 der Töne schon nah an der in der OP gemessenen Kurve, da wird sich also wohl nicht mehr so viel tun. )

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ich schätze mal, das hier:

    (Mein aktueller Stand (zwei Wochen nach EA) ist, dass ich Hörbücher mit Streaming hören kann und es bzgl. des Tempos weitgehend normalschnell klingt. Der Ton ist aber natürlich noch quäkig etc. Über die Mikros nehme ich im Alltag bisher Sprache eher nicht war bzw. nur, wenn ich mir das andere Ohr zuhalte. Wenn die Umgebung sehr laut ist, nehme ich Sprache auch über die Mikros wahr, aber es klingt weit weg. Was die Lautstärke bei den Einstellungen angeht, bin ich wohl bie rund 2/3 der Töne schon nah an der in der OP gemessenen Kurve, da wird sich also wohl nicht mehr so viel tun. )

    könnte gemeint sein.


    Also, alles normal schnell hören. Und auch gleich hören, wie die andere Seite.

    Ohne Quäken!

    Alles einfach nur über Mikrofon hören, ohne Hilfsmitteln, wie Kopfhörer, oder minimic.

    Alles hat sich eingependelt, also nichts klingt wie "weit weg".

    Und auch die Lautstärke wird als normal empfunden.



    Damit man dahin kommt, wird auch viel über die Außenmikrofone gehört werden müssen.

    In Deinem Fall wäre dann mal ein Hörbuch per CD Player zu hören, und lauschen, ob überhaupt, und wenn ja, was, bzw. wie viel kommt an.

    Selbst, wenn es noch zu wenig ist, trotzdem mal einfach soweiter hören.

    Einfach, weil es ja eigentlich das "normale" Hören ist.


    Du weißt, daß Du mit dem CI schon mal verstehen kannst.

    Gut so!

    So weit ist in kurzer Zeit kaum jemand!

    Der nächste Schritt wäre bei Dir dann wirklich mal, nur über die Außenmikrofone zu hören.


    Als Normalhörender wird nämlich genau das für Dich der gewaltige Unterschied sein, denn immerhin sind anatomisch gesehen die Mikrofone an der total "falschen Stelle" hinter dem Ohr. Üblicherweise "fängt" der Mensch die Umgebungsgeräusche sonst per Ohrmuscheln "auf.



    In Deinem Fall wäre das "Hören mit dem CI ist okay" Feeling, wenn beide Seiten, normales Ohr und CI, es schaffen, miteinander zu harmonieren. ;)



    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Das mit dem nur über das Mikro Hören üben ist ja etwas schwieriger, weil ich ab einer gewissen Lautstärke es über Kopfschall meines zugepressten oder zugestöpselten anderen Ohres höre. Also sollte ich es wohl mit einer reduzierten Lautstärke hören.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • So geht es mir auch, Anni. Ich kann kaum über die Mikrofone üben. Im Hörtest ist das Rauschen auf dem guten Ohr so laut, dass ich mich kaum noch konzentrieren kann. Aber wenn es leiser ist, höre ich alles über das gute Ohr...

  • Ja, mir ist schon klar, was dabei das Problem eines Normalhörenden ist, wenn es darum geht, nur mit der CI Seite alleine zu hören.

    Allerdings müßt Ihr ja auch nicht immer nur mit der CI Seite alleine hören lernen! ;)



    Ihr müßt/wollt ja über Kurz oder Lang ja eh irgendwann wieder beidseitig hören. Also sollte auch das beidseitige Hören ein weiterer Lernschritt für Euch sein. Es kann also nicht schaden, im Alltag, oder auch beim bewußten Üben, zwischendurch mal ohne Vertäubung des gesunden Ohres durchzuführen.


    Eventuell kann Euer gutes Ohr Euch dabei sogar noch "helfen"?!

    Es könnte das Gehirn quasi dazu "zwingen", die CI Geräusche in die richtige Frequenzlage zu "triggern".

    Und Euer Gehirn muß ja auch damit klar kommen, daß die Mikrofone vom SP woanders sitzen, und somit der Schall auch einen "ungewöhnlichen" Weg nimmt. Das muß ja auch irgendwie wieder "ausgeglichen" werden.

    Das alles gehört ja ebenso zu Eurem Lernprozeß dazu.

  • So geht es mir auch, Anni. Ich kann kaum über die Mikrofone üben. Im Hörtest ist das Rauschen auf dem guten Ohr so laut, dass ich mich kaum noch konzentrieren kann. Aber wenn es leiser ist, höre ich alles über das gute Ohr...

    was den Tinnitus angeht, habe ich glaube ich Glück gehabt, ich glaube, er ist leiser geworden (muss ich heute mal darauf achten; Während er mich in den ersten Jahren schrecklich genervt hat, ist es mir in letzter Zeit ganz gut gelungen, ihn einfach auszublenden) Das Rauschen beim CI habe ich vor allem in den ersten 10 Minuten nach dem Anschalten, danach wird es auch leiser.

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  • mein gesundes Ohr ist aber so dominant, dass ich bei normaler Lautstärke kein Gequäke o.ä. auf dem anderen Ohr wahrnehme. Vorhin habe ich mal auf zwei Geräten gleichzeitig - einmal gestreamt, einmal über Lautsprecher - dasselbe Lied abgespielt. Da habe ich dann zwei Höreindrücke gehabt. Aber vielleicht wird das CI-Ohr ja noch ‚selbstbewusster‘ und tritt zukünftig noch deutlicher nach vorne.

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  • was den Tinnitus angeht, habe ich glaube ich Glück gehabt, ich glaube, er ist leiser geworden (muss ich heute mal darauf achten; Während er mich in den ersten Jahren schrecklich genervt hat, ist es mir in letzter Zeit ganz gut gelungen, ihn einfach auszublenden) Das Rauschen beim CI habe ich vor allem in den ersten 10 Minuten nach dem Anschalten, danach wird es auch leiser.

    Ich meine das Rauschen zur Vertäubung des guten Ohrs im Hörtest.

  • mein gesundes Ohr ist aber so dominant, dass ich bei normaler Lautstärke kein Gequäke o.ä. auf dem anderen Ohr wahrnehme.

    Genau DAS meinte ich ja auch damit! ;)

    Eventuell kann Euer gutes Ohr Euch dabei sogar noch "helfen"?!

    Es könnte das Gehirn quasi dazu "zwingen", die CI Geräusche in die richtige Frequenzlage zu "triggern".

    Ist ja auch ein Teil vom Lernprozeß.

    Du willst ja Deinem bisher gewohnten "normalen" Hören so nah wie möglich ran kommen.





    Aber vielleicht wird das CI-Ohr ja noch ‚selbstbewusster‘ und tritt zukünftig noch deutlicher nach vorne.

    Möglich wäre es.

    Warum auch nicht?

    Nur, darfst Du immer noch nicht vergessen, daß Du mit Deiner sogenannten Hörreise noch so ziemlich am Anfang bist! ;) Es wird noch deutlich was nachkommen können! Dein Gehirn arbeitet sich ja darin noch erst einmal ein.

    Und es wird bestimmt noch einige weitere Einstellungen geben. Nicht zwangsläufig mit der Lautstärke selbst, aber an den Frequenzkurven wird bestimmt noch bißchen herumgespielt werden. Sicherlich kann man noch so einiges, weiteres da rauskitzeln.


    Genauso möglich wäre es aber auch, daß man als eigentlich normalhörender Mensch wohl immer das gesunde Ohr als das wirklich "Gute Ohr" haben wird.

    Ob die CI Seite mit der Zeit bei Dir noch lauter wirken wird, vermag ich nicht beurteilen zu können.

    Rein theoretisch wäre es schon möglich, daß Deine CI Seite immer das schwächere Ohr bleiben wird, ganz einfach, weil man ja auch mit einem CI weiterhin Hörgeschädigt ist / bleibt.

    Da haben ja die Hörgeschädigten, die seit Jahren ein Hörgerät tragen, ganz einfach andere Voraussetzungen. Für diejenigen kann die Welt nur noch lauter werden, weil die verloren gegangen Frequenzen wieder zurückkehren.


    Auf der anderen Seite ist es schon möglich, daß sich beide Seiten lernen werden, sich einander sehr gut zu ergänzen, sich "anzupassen". Wenn ich mich nicht arg täuschen sollte, gibt es doch eine normalhörende Userin hier, die mal total begeistert geschrieben hatte, daß sie beide Seiten zusammen als "normal", so wie früher empfindet, und mit ihrem Hörerfolg total zufrieden ist.




    Was ich damals, zuerst als einseitig implantierter CI Träger, mit HG auf der anderen Seite, und jetzt bilateral versorgt mal festgestellt habe:

    Nehme ich eine Seite ab, höre ich alles sofort leiser. Egal, ob es rechts, oder links ist.

    Beides zusammen an, und Zack, klingt die Umgebung gleich deutlich lauter, und klarer.



    Ich weiß nicht, ob Ihr Normalhörende auch einen so ähnlichen "Test" machen könnt?

    Spule ab, und nur Hören mit der gesunden Seite. Klingt alles etwas leiser, als wenn beide Seiten "an" sind?

    Dann Spule dran, die gesunde Seite so gut es geht vertäuben.

  • Was ich derzeit schon habe, und weswegen ich die OP oder Entscheidung zum CI schon jetzt als Erfolg bezeichne, ist mein Gefühl, wieder „gerade“ zu sein. In der letzten Zeit mit HG oder am Ende ohne HG, weil es nichts mehr gebracht hat außer einem schlechten Gefühl im Ohr, habe ich mich immer so schief gefühlt. Mein Kopf ist wieder ‚leicht‘ geworden, wodurch ich mich insgesamt besser fühle. Ich hoffe, das bleibt auch so.


    Dass ich erst am Anfang stehe und wahrscheinlich auch schon einiges ‚erreicht‘ habe, ist mir klar. Ich war nur neugierig, inwiefern man nach ca. einem Jahr sagt: „So, jetzt ist es ok“.

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  • Du brauchst einfach Geduld und nochmals Geduld.

    Ich habe übrigens nur am Anfang versucht das gute Ohr zuzustöpseln oder mit einem weissen Rauschen zu vertäuben, dann aber eigentlich nur noch in den paar wenigen Stunden Hörtraining. Im Alltag dann nie mehr, sondern ich habe immer direkt übers CI geübt.


    Das Ziel bei SSD ist, dass beide Ohren zusammenspielen und zusammehören, nicht nur das CI Ohr oder das gesunde Ohr. Deshalb im Alltag einfach das CI mitplätschern lassen und ganz, ganz viel üben direkt übers CI, so dass das Hirn lernt dass auch von dieser Seite wieder Hörinputs kommen.

    Nach und nach hört dann das Ci im Alltag auch mehr mit, dies dauert aber mindestens ein Jahr, ich hab meins nun seit fast 2 Jahren und merke keinen grossen Unterschied mehr, wenn ich stark erkältet bin übernimmt sogar mal das CI Ohr die Führung.

    Dies ist aber das Resultat von 2 Jahren harter Hörarbeit, sprich täglich höre ich mindestens 1 Stunde lang Hörbücher nur übers Ci. TV lasse ich immer auch übers CI laufen und seit kurzem höre ich Radio nur übers Ci direkt, auch während langweiliger Bürosortierarbeit wo ich das gut kann.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Wo nehmt ihr nur all diese Zeit zum Üben her...?

    ich bin derzeit noch AU geschrieben.
    später will ich versuchen, das irgendwie in den Tag neben der Arbeit einzuplanen. Ich habe aber auch keine Kinder, die meine Zeit brauchen.

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  • Ich kann mein Handy (Iphone) in den Einstellungen (Bedienungshilfen - Hören - Audio) direkt mit dem SP verbinden. Dann kann ich z.B. einen Radiosender aufrufen (App oder Browser) und streamen.

    Für den Fernseher habe ich einen TV-Adapter bekommen, den ich aber noch nicht angeschlossen habe. Ich könnte natürlich auch hier für mich alleine auch wieder über das Iphone oder Ipad aus der Mediathek oder dem Livestream streamen.


    Edit: Ich sehe gerade, du hast einen Kanso. Da brauchst du einen Clip als Zwischenschaltung, sagt die Webseite von Cochlear.

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  • Ja, mit dem Minimic kann ich mein Handy verbinden aber nicht den Fernseher.

    Ich hatte Nikita so verstanden, dass sie ganz normal TV guckt und zusätzlich das CI direkt bespielt. Sonst könnte man ja nicht mehr gemeinsam TV gucken, wenn der Sound nur über das CI läuft.

  • Ich habe gehört, dass das auch geht, also einen Adapter anschließen und gleichzeitig über die Lautsprecher hören. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert.

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