Kampfkunsttraining mit CI

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und habe hoffentlich das richtige Unterforum für diese Angelegenheit erwischt.


    Derzeit befinde ich mich im Voruntersuchungsverfahren, habe also noch keine CI und meine
    endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.


    Ein Grund hierfür ist, dass ich leidenschaftlicher Kampfsportler bin, und nicht weiß, wie sehr
    sich mein Training durch CI verändern würde.


    Ich betreibe vornehmlich Grappling-basierte Stile wie Judo und BJJ. Aus zweiter Hand weiß ich
    auch, dass es durchaus irgendwo CI Träger gibt, die diese Stile betreiben, aber leider konnte ich bislang
    mit keinem direkten Kontakt aufnehmen.


    Meine Frage lautet daher, gibt es hier CI Träger, die eine Grappling-basierte Kampfkunst
    betreiben, z.B. Judo, Sambo, BJJ, Ringen, etc. und mich an ihren Erfahrungen teilhaben
    lassen können?


    Speziell interessiert mich, wie hinderlich, bzw. gefährdet das Implantat wäre. Den Audioprozessor
    müsste man sicherlich spätestens beim Sparring wohl abnehmen. Tragt ihr Kopfschützer? Wenn
    ja, welche Modelle?


    Außerdem: Wie exponiert ist die Stelle an der das Implantat sitzt? Steht es unter der Haut hervor?
    Was ist, wenn z.B. mit der flachen Hand starker Druck auf die Stelle ausgeübt wird? Gibt es Probleme,
    wenn man sich aus schwitzkastenartigen Situationen herauswinden will?


    Ist das Implantat so solide, dass es ohnehin eine üble Kopfverletzung erfordern würde bevor es Schaden nimmt?


    Vielen Dank für Eure Zeit und Aufmerksamkeit!

  • Hallo Prospero,


    ich betreibe zwar kein Kampfsport, lese aber gerade in diesem Forum:




    ... dass man auf Kontaktsport und Situationen, wo man gegen den Kopf getroffen werden könnte, verzichten soll.


    Die Spule sitzt direkt unter der Haut und ist gut tastbar. Normales Anfassen tut nicht weh, (starken) Druck darauf über ich normalerweise nicht aus. Ich trage auch keinen Helm, aber vielleicht kann jemand, der ein Schutzhelm trägt, mehr darüber sagen.

    rechts: CI seit Sept. 2013, danach Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern). Seit 7.07.2020 Sonnet 2.
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • ich habe bis vor der Ertaubung Judo gemacht, zuletzt brauner Gürtel.
    Die Ertaubung war aber nicht der Grund, warum ich aufgehört habe, das waren eher die Knochen und das Kreuz.
    Beim Judo wird ja nicht getreten, man versucht nach Regeln, den Gegner möglichst flink, von der Vertikalen in die Horizontale zu bringen, dann geht's am Boden weiter.
    Beim Bodenkampf geht es dann schon ordentlich zur Sache.
    Die Sprachprozessoren halten nur ganz locker über die Spule und den Haken am Kopf, die verabschieden sich manchmal ganz schnell, da brauch ich nur meine Frau umarmen und schon hängt das CI in ihrem Wuschelkopf.
    Ohne Sprachprozessorgen kämpfen ? wie bereits erwähnt, die Implantate stehen im laufe der Zeit vom Schädel etwas ab, weil der Knochen wieder wächst und die Haut Drumherum dünner wird.
    Gerade bei den Würgegriffen, wie heißen die Griffe noch ? Kesakadame, Kadakadame ? Achherjeh, ist das lange her....... werden diese Stellen am Kopf stark beansprucht.
    Jetzt rein aus meiner Erinnerung heraus, kann ich mir nicht vorstellen, dass man das mit Implantaten machen sollte.
    Zu Helm kann ich nichts sagen, hatte ich nie verwendet.


    Sport ist natürlich wichtig, gerade für uns Schlappohren, um die Psyche zu stärken.
    Ich habe dann damals umgesattelt auf andere Bewegungsarten.
    Wandern, Fahrradfahren, da sind die Dinge die ich bis heute intensiviert habe.
    Aber nicht im Verein oder in so einer Gymanstalt, sondern ich laufe und radle da hin, wo andere mit dem Auto, dem Aufzug hin kommen.
    Mit dem Rad ins Geschäft, zu Fuß in das 5te Stockwerk usw.
    So ist der Sport, ganz normaler Bestandteil meines Tages.
    Z.B. Urlaub, ich bin mit dem Rad schon von Deutschland bis nach Süditalien, einmal nach Südfrankreich und ein anderes mal nach Spanien gefahren.
    Touren über die Alpen an Titisee oder Bodensee, habe ich auch schon separat unternommen.
    Das ist was, was man wunderbar machen kann als Schlappohr und was verhindert, dass man verfettet.
    Vielleicht versuchst du mal so was ?

    Gruß Bestager


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    Links seit 2/2006 Implantat, seit 6/2018 N7
    Rechts seit 5/2012 Implantat, seit 6/2018 N7
    Reimplantiert, Tinnitus

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    Alle sagten: "Frührente geht nicht! CI-Träger darf das nicht!" Bis einer kam und es trotzdem machte.

    @Ich

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  • Danke Lucy und bestager für Eure Antworten!

    ich betreibe zwar kein Kampfsport, lese aber gerade in diesem Forum:

    ... dass man auf Kontaktsport und Situationen, wo man gegen den Kopf getroffen werden könnte, verzichten soll.


    Mit letzter Sicherheit kann man das wohl bei keiner körperlichen Betätigung ausschließen, aber beim Judo und BJJ sind Stöße eher die Ausnahme. Druck ist eher ein Problem.

    Die Spule sitzt direkt unter der Haut und ist gut tastbar. Normales Anfassen tut nicht weh, (starken) Druck darauf über ich normalerweise nicht aus. Ich trage auch keinen Helm, aber vielleicht kann jemand, der ein Schutzhelm trägt, mehr darüber sagen.

    Ich denke ich kann den Kompromiss nur noch mit Schutzhaube zu trainieren akzeptieren. Wettkämpfe wären damit wohl weitestgehend Tabu, aber das wäre wohl das kleinere Übel. Die Schwierigkeit bestünde allerdings darin einen wirkungsvollen Kopfschützer zu finden, der gleichzeitig nicht zu sehr behindert. Ich frage mich ob z.B. eine Rugby-Haube geeignet wäre ein CI zu schützen.

    Das sind Osaekomi Waza, Haltegriffe, keine Shime Waza (Würgetechniken), aber man kann sie dahingehend steigern. ;)
    Aber du triffst den Nagel auf den Kopf: Die Stellen hinter dem Ohr können in solchen und ähnlichen Situationen einem gewissen Druck ausgesetzt sein. Darum dreht sich halt alles hier. Ich weiß aber auch, dass es Leute gibt die trotzdem Judo und BJJ machen, und von denen hatte ich eben gehofft zu lesen wie das bei denen abläuft.

    Lieb gemeint, aber ich mache Judo aus Leidenschaft. Ein Grund ist, dass es deutlich interessanter und abwechslungsreicher ist, als viele andere sportliche Betätigungen. Ich möchte außerdem auch meine Wehrhaftigkeit weiterentwickeln.


    All das erleichtert nicht eben meine Entscheidung. Ohne CI rücke ich weiter in die soziale Isolation, mit CI muss ich eventuell einen wichtigen Teil meines Lebens weitestgehend zurückstutzen.

  • Moin Prospero,


    Ohne CI rücke ich weiter in die soziale Isolation, mit CI muss ich eventuell einen wichtigen Teil meines Lebens weitestgehend zurückstutzen

    Ja, so ist es wohl. Ich weiß nicht, wie alt Du bist, aber je jünger, desto schwerer fällt einem der Verzicht auf mögliche Betätigungen. Es wird da wohl nicht einfach, einen Kompromiss zu finden.


    Was von beiden Dir wichtiger ist, musst Du selber entscheiden.


    LG Konrad