Hallo aus Heilbronn - frischer Hörsturz mit Taubheit

  • In der „Spektrum Hören“ stand, dass einer Studie zufolge bei einem Hörsturz wohl die hochdosierte Therapie kontraproduktiv ist und die Stamdarddosis besser.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo Mathias, und natürlich auch ein "Hallo" an die anderen!

    Ich bin auch ein Frischling hier im Forum (wenn auch gut 25 Jahre älter als du) und hatte Ende Mai 2023 einen Hörsturz vom feinsten. Davor, die letzten paar Jahre immer wieder Tinnitus und Rauschen links.

    Am Tag vor dem Hörsturz wurde es mir beim Treppen gehen nach unten schwindlig und die Ohren "fielen" zu. Mit Druckausgleich durch die Nase bekam ich das rechte Ohr wieder frei, das linke nicht - nahm daher an, ich hätte mich erkältet.

    In der darauf folgenden Nacht wachte ich mit starkem Dreh -Schwindel und Übelkeit auf. Mehrere Stunden hielt ich dann den Eimer im Arm und füllte ihn auch mehrmals.

    Und das 3 Tage vor meinem Urlaub!

    Mein Hausarzt verschrieb mir erstmal Cortison Tabletten und gab mir ne Überweisung zum HNO. Nach längerer Suche und dann nach Ausstellung einer Notüberweisung, fand ich einen, der mich dran nahm. Von diesem bekam ich stärkere Cortison Tabletten verschrieben, die ich erstmal mit in Urlaub nahm. Der Drehschwindel legte sich etwas und so starteten wir in unseren Campingurlaub.

    Nachdem ich 2 Wochen hinterher auf dem linken Ohr immer noch 0 hörte, überwies mich mein HNO zum Kollegen und ich bekam 3 Cortisonspritzen hinters Trommelfell.

    Wenige Tage nach dieser Aktion konnte ich wieder ein bisschen hören. Im Herbst 2023 bat ich meinen HNO um eine Überweisung in die HNO Uniklinik in Ulm. Nach dem Fahrradunfall meines Sohnes vor 6 Jahren, bei dem u.a das Felsenbein zertrümmert wurde und er einen künstlichen Gehörgang bekam, machten wir sehr gute Erfahrungen mit dieser Uniklinik, sodass ich von denen eine Zweitmeinung zu meinem Hörsturz wollte.

    Als Folge bekam ich für's Erste ein Hörgerät verordnet und den Hinweis, wenn das nichts bringt, könnte alternativ ein CI in Frage kommen. Mi dem Hörgerät und einigen Einstellversuchen konnte ich gut 4 Wochen später Worte und dann Sätze verstehen. Auch Musik. Leider kommt jeder Ton ab ca. 150 Hz total verzerrt im Gehirn an, sodass ich nur bei entsprechender Lautstärke und ruhiger Umgebung mit genug Konzentration, auch etwas verstehe. Ab ca 3,2 KHz geht's mit dem Hören steil bergab und ab 4 KHz ist Schweigen im Walde. So ist es bis heute. ?(

    Nachdem das Hörgerät quasi nichts bringt, ersuchte ich Anfang Februar einen weiteren Termin in der HNO Uniklinik. Weitere Untersuchungen bestätigten, dass ich Sprache zwar höre, aber nicht verstehe und gabe mir am Schluss der Untersuchungen eine Empfehlung zum CI.

    Mein OP Termin wurde zwischenzeitlich auf Anfang Oktober bestätigt.

    Solange darf ich das Hörgerät von meinem Hörgeräteakustiker weiterhin kostenlos nutzen und den Hörnerv quasi trainieren, damit er im Hörzentrum des Gehirns nicht "vergessen" wird.

    So, das ist meine Geschichte und ich hoffe sie hat dich nicht allzu sehr gelangweilt. :sleeping: Einen Tipp kann ich dir auf jeden Fall geben: Du brauchst viel Geduld und solltest nicht sofort an eine OP denken, bevor nicht etwas Zeit vergangen ist. Auch wenn ich mit dem Hörgerät nur verzerrte Micky-Maus Stimmen höre, hat sich in dem vergangenen Jahr doch einiges getan. Leider reicht bei mir das Hörgerät nicht aus - darum die Entscheidung zum CI.

    Viele Grüße

    Joachim :)

  • Hallo Joachim,

    danke für dein Erfahrungsbericht. Ich habe nächste Woche ein Termin beim Akustiker dort wird geschaut ob es etwas gibt das mir hilft. Ich kann mir aber nicht vorstellen das es hier was gibt, da ich absolut nichts höre auf dem rechten Ohr. Das trainieren des Hörnervs bis zu einem möglichen CI wird bei mir nach meiner Einschätzung also nicht möglich sein. Aber warten wir den Termin mal ab :).

    Katja_S Danke für die Info zu Freiburg.


    Momentan trage ich die Demoprozessoren von MED-EL und Cochlear probe und nach dem erstem empfinden ist der MED-EL minimal angenehmer. Eine Frage an die Brillenträger mit HdO Geräten:


    Tragt ihr den Brillenbügel vor oder hinter dem Prozessor? Also ist der Bügel bei euch näher am Kopf vor dem CI oder weiter weg vom Kopf hinter dem CI?

  • Tragt ihr den Brillenbügel vor oder hinter dem Prozessor? Also ist der Bügel bei euch näher am Kopf vor dem CI oder weiter weg vom Kopf hinter dem CI?

    Hallo Mat350ze!

    Setze morgens erst meine Brille auf und dann meine beiden Sonnets. Anders wird es Brillentechnisch auch nicht gehen. Brille sitzt, Sonnets sitzen, dann kann der Tag beginnen. Hatte nie Probleme bzgl. Tragekomfort.

    Mit freundlichem Gruß

    Thomas

    Links: MedEL: Implantat MI 1200 Synchrony 24mm - SP EAS-Sonnet OP 01.06.18 EA 16.07.18 - MHH

    Rechts: MedEL: Implantat MI 1250 Synchrony 28mm - SP Sonnet 2 OP 17.09.19 EA 21.10.19 - MHH

  • Ich konnte bei meiner letzten Besprechung zum CT in der HNO-Ulm, die Modelle von AB, Cochlear und MED-EL inkl. Implantat anschauen und auch mal anprobieren. Das MED-EL ist etwas enger geschnitten und sitzt etwas näher am Ohr. Hängt natürlich auch von der Größe deines "Lauschers" ab ;). Allerdings ragen AB und MED-EL stärker hinter dem Ohr hervor als Cochlear. Somit konnte sich der Brillenbügel gut an den Cochlear-Prozessor anschmiegen ohne zu stören. Bei meiner Wahl der Geräte lagen zuletzt das neue Nucleus #8 von Cochlear und MED-EL in der engeren Auswahl. Die Wahl fiel dann aber auf das Nucleus, da dieses noch eine Taste hat zum Bedienen ohne Handy. Die Möglichkeit ist mir sehr wichtig, da ich mit dem Widex-Probe-Hörgerät, was Bluetooth betrifft, Probleme habe in Verbindung mit anderen Geräten, wie Freisprecheinrichtung im Auto oder Kopfhörer. Mit der Taste des Widex-Demo-Hörgerätes kann ich zwischen 4 Hörmodis wählen (Sprach / Musik, jeweils normal und etwas leiser) und habe Bluetooth daher im Handy wegen "Übertragunsprobleme" entkoppelt.