Cochlear und das Musik-Thema

  • Hallo zusammen,

    ich habe jetzt mal per Suchfunktion versucht Infos zusammenzutragen, aber die Frage, die mich beschäftigt, würde ich doch irgendwie gerne für meinen Seelenfrieden noch an euch stellen und vielleicht hilft es dem einen oder anderen auch nochmal weiter beim Entscheiden.

    Vorab: Ich weiß, dass ich total happy sein kann, wenn/falls ich mit CI telefonieren kann. Ich habe mich natürlich auch mit der Möglichkeit, dass es vielleicht nicht funktioniert, auseinandergesetzt. Und es heißt auch immer, alle Hersteller sind gleich gut. Aber manchmal kreisen so die Gedanken... Ja, ich höre mal auf, mich zu rechtfertigen und stelle einfach meine Frage. 😀

    Ich tendiere sehr zu Cochlear, weil ich den Nucleus 8 schick und die Konnektivitätslösungen überzeugend finde, auf Mails wird fix geantwortet... aber vielleicht kennt ihr das, dass ihr, während ihr so nach Infos zum CI googelt, vom Marketing anderer Hersteller doch irgendwie davon gepackt werdet? Mir ist krass aufgefallen, dass Med-el erheblich mehr im Bereich Musik wirbt und die Träger auch in Foren oft darüber sprechen. Ich habe den Eindruck, umgekehrt spricht kaum ein Cochlear-Träger über Musik. Ich weiß nicht, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist - oder ob wirklich was dran ist.

    Deshalb hier mal die Frage an die Cochlear-Träger: Gibt es denn unter euch Leute, die auch von Cochlear sagen können, dass Musik in irgendeiner Form wieder/weiter eine Rolle spielt in eurem Leben?

    Wie gesagt, alles Zukunftsmusik, aber ich versuche einfacg für mich abzuklären, ob die Chance da ist, und sei es nach Jahren. <3

  • Ja Musik hören klappt bei mir, nur mit dem Hörschneckenstumpf, wunderbar. Kann die Instrumente unterscheiden, im streamen und im Live Konzerten. Alles klar und deutlich. Das hat aber auch ein wenig gedauert gehabt😀.

    Rechts Cochlear Kanso 1und Kanso 2 CI Modell 512; OP 25.04.2017 Hörschnecke bis auf dem Stumpf entfernt UNI-KLINIK Halle;
    Links HG AMPLI-CONNECT R 5 ON 312 GN seit September 2021.

    Seit dem 25.10.2021 Upgrade auf Kanso 2
    Zubehör: Cochlear™ Wireless Mini Microphone (Minimikrofon 2+); Telefonclip+ von Resound; ReSound TV Streamer 2

  • Biker Das mit dem Stumpf habe ich mal bei dir gelesen. Wie ist das eigentlich gemeint? Also ist da noch was "schneckenförmiges" bei dir oder wie wurde das justiert? Versuche mir das gerade so anatomisch klar zu machen, rein aus Interesse. :)

    Jedenfalls supertoll, dass das so gut klappt bei dir.

  • Die Hörschnecke wurde total entfernt. Nur der Stumpf ist geblieben. Ich bin somit ein Exot unter den Implantatträgern. Soviele wie mich gibt es nicht denen die Hörschnecke entfernt wurde. :)

    Rechts Cochlear Kanso 1und Kanso 2 CI Modell 512; OP 25.04.2017 Hörschnecke bis auf dem Stumpf entfernt UNI-KLINIK Halle;
    Links HG AMPLI-CONNECT R 5 ON 312 GN seit September 2021.

    Seit dem 25.10.2021 Upgrade auf Kanso 2
    Zubehör: Cochlear™ Wireless Mini Microphone (Minimikrofon 2+); Telefonclip+ von Resound; ReSound TV Streamer 2

    Edited once, last by Biker (February 25, 2023 at 8:13 PM).

  • Oh, ich finde jetzt die Information nicht mehr so genau, aber bei dir handelte sich doch auch um eine einseitige Versorgung mit anderem ‚normal‘ hörenden Ohr, oder?

    Ich spiele kein Instrument, höre nur Musik, die Luft oder über Kopfhörer und der Klang ist ‚normal‘, so wie ich ihn kenne von früher. Also in dem Fall verstärkt einfach das Implantat die Lautstärke, der Klang ist im Kopf wie auf dem Ohr ohne CI. Wenn ich Musik streame, ist der Klang anders, platter, aber das mache ich nur zu Übungszwecken. Und ich weiß nicht, ob sich das auch verbessern würde, wenn ich das andere Ohr richtig wegschalten könnte (und nicht nur verrauschen).

    Einen Vergleich zu Med-El habe ich natürlich nicht, könnte natürlich sein, dass ich sagen würde „wooow!‘ - aber bei meiner Art Musik zu HÖREN denke ich gar nicht, dass es besser sein müsste.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Tja, es ist ja wohl eine Frage womit man als Hersteller werben kann. Mit der Konnektivität wird MedEl wohl kaum werben können. Die sind in Bezug darauf Jahre hinter der Konkurrenz zurück.

    Für MedEl spricht die längere Elektrode, die Studien zu Folge bei einer entsprechend groß angelegten Cochlea wohl tendenziell Vorteile beim Sprachverstehen bringt. Von Musik sind in den Studien keine Rede. Andere Studien sagen, der IDR müsse möglichst groß sein.

    Es wird immer steif und fest behauptet, alle Hersteller seien gleich gut. Kann man glauben, oder auch nicht. Jedenfalls werden vergleichende Studien aller drei Hersteller nicht publiziert, obwohl man sie bei einem vernünftigen Studiendesign sehr wohl vergleichen könnte. Es gibt inzwischen hinreichend viele Implantierte. Merkwürdigerweise macht man sich sogar hier im Forum total unbeliebt, wenn man derartige Forderungen erhebt.

    Als einzigen Trost kann ich anbieten, dass ich früh implantierte Kinder kenne, die heute junge Erwachsene sind, die teilweise sehr gut Instrumente spielen. Diese jungen Leute tragen aber alle AB oder Cochlear. Denn MedEl wurde vor ca. 20 Jahren in Hannover nicht angeboten.

    Man streitet sich, ob das Sprachverstehen im Herstellervergleich gleich gut ist. Im Fall von Musik ist ein Vergleich noch schwieriger, da da noch Interesse und Begabung dazu kommt.

    Lass Dich nicht kirre machen.

  • Deshalb hier mal die Frage an die Cochlear-Träger: Gibt es denn unter euch Leute, die auch von Cochlear sagen können, dass Musik in irgendeiner Form wieder/weiter eine Rolle spielt in eurem Leben?

    Ja, hier, ich!

    Bin beidseitig noch mit dem N6 versorgt.

    Für mich hat Musik immer eine Rolle gespielt, und tut es auch weiterhin.

    Egal ob passiv, also hören vom Player, oder aktiv, indem ich selbst spiele - aber das ist aus Zeitgründen selten geworden. Irgendwann kann und werde ich auch wieder loslegen.

    Ich bin total zufrieden!

    Schönen Gruß

    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Danke euch. <3 Ich habe, wenn ich den Arztbrief richtig lese, eine recht kleine Cochlea (Basale Windung zwischen 22,5 und 22,8 mm). Muss aber sagen, ich kenn mich anatomisch überhaupt nicht aus! Von daher weiß ich nicht, ob die Länge bei mir so entscheidend wäre. Aber die letzten Zweifel sind damit so oder so ausgeräumt. Dafür bin ich euch sehr dankbar (ihr ahnt nicht, wie sehr). :) Ich denke, ich gehe es tatsächlich mit Cochlear und dem Implantat 612 an. Ich glaube, diese Meludia-App kann man nachher ja trotzdem nutzen, wenn man im Sprachbereich schon weiter ist.

  • Frag doch mal beim Cochlear Kundendienst an, ob sie noch die "Frankfurter Musik-Trainings-DVD für CI-Träger haben.

    Im Teil I sind Solovorstellungen Gesang männlich/ weiblich und verschiedenen Soloinstrumente.

    Im Teil II sind dann die Instrumenten Kombinationen zu hören.

    Rechts Cochlear Kanso 1und Kanso 2 CI Modell 512; OP 25.04.2017 Hörschnecke bis auf dem Stumpf entfernt UNI-KLINIK Halle;
    Links HG AMPLI-CONNECT R 5 ON 312 GN seit September 2021.

    Seit dem 25.10.2021 Upgrade auf Kanso 2
    Zubehör: Cochlear™ Wireless Mini Microphone (Minimikrofon 2+); Telefonclip+ von Resound; ReSound TV Streamer 2

  • Sei Dir aber bewußt, daß es trotzdem "Arbeit" ist, wieder Musik hören zu können, egal, mit welcher Marke man sich implantieren lassen möchte.

    Es kann, und wird sicherlich auch, gerade am Anfang sehr, sehr gewöhnungsbedürftig - und das ist noch sehr vorsichtig ausgedrückt - anhören.

    Dann muß man trotzdem irgendwie weiter machen.

    Ganz besonders dann, wenn Musik für einen selbst ein erklärtes Ziel ist!

    Schönen Gruß

    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch einen Unterschied macht, wie man Musik hört, und welche Hörgewohnheiten man mitbringt. Hier kommen ja viele unterschiedliche Wahrnehmungsbereiche zusammen: Tonhöhe, Rhythmus, Klangfarbe, Harmonik. Die Musikübungs-CDs, die ich bisher erhalten habe, versuchen hier genau diese einzelnen Bereiche voneinander zu trennen und gezielt zu trainieren, z. B. gibt es eine einstimmige Melodie, die dann mit unterschiedlichen Instrumenten gespielt wird. An diejenigen, die diesen Weg vom Einfachen zum Komplexen beim Musikhören praktiziert haben, meine Frage: Hat sich das Vorgehen nach eurer Erfahrung bewährt?

    Hier im Forum gibt es ja andere, die den Tipp geben, Musik einfach mitlaufen zu lassen. Ergab sich auch auf diese Weise tatsächlich (also gestreamt auf dem CI-Ohr) ein richtiges Tonhöhenhören nach und nach von selbst?

    links: ehemals an Taubheit grenzend, OP am 10.1.23, EA am 26.1.23 mit Rondo 3

    rechts: normal hörend

  • Mir stellt sich noch eine technische Frage bezüglich der Cochleagröße: Ist es tatsächlich so, dass bei einer verkürzten Cochlea der Elektrodenträger der Firma Cochlear dann einfach weiter hineingeschoben wird, so dass man auf ein ähnliches Resultat kommt wie mit dem längeren Elektrodenträger der Firma Medel in einer normal großen Cochlea?

    Noch eine Anmerkung von mir: Ich habe mich - vor allem aufgrund der von dir beschriebenen Argumente - für ein Medel-Implantat entschieden (Cochlea in Normalgröße). Mein Operateur hat bei meiner Implantation den längeren Elekrodenträger genügend weit in die Hörschnecke einführen können, so dass eine automatische anatomiebasierte Anpassung möglich war. Ich weiß nicht, ob das ausschlaggebend war, aber ich hatte zu keinen Zeitpunkt ein doppeltes Hören und auch mein Richtungshören hat sich einen Monat nach der OP bereits deutlich verbessert. Bei meinem "Vogelstimmenübungsprogramm" weiß ich mittlerweile wenigstens ungefähr, wohin ich schauen muß, um auch wirklich einen Vogel zu erspähen :)

    Bezüglich des Musikhörens traue ich mir momentan allerdings noch kein Urteil zu. Grundsätzlich scheinen aber die Töne bei mir in einem ähnlichen Bereich zu liegen wie beim Gegenohr - was für den Anfang eigentlich ganz gut ist.

    links: ehemals an Taubheit grenzend, OP am 10.1.23, EA am 26.1.23 mit Rondo 3

    rechts: normal hörend