Posts by Soelba

    Bei mir sehe ich Defizite nicht nur im dynamischen Bereich, sondern auch in der harmonischen Wahrnehmung. Homophone Musik, also Musik mit einer führenden Stimme (wie z. B. Lieder mit Begleitung) kann ich per Streaming einigermaßen verfolgen. Schwierig wird es aber bei mehrstimmiger klassischer Musik - Wagner, Bach - das klingt noch immer ziemlich scheußlich, obwohl ich sogar weiß, wie es klingen soll. Das korrespondiert mit meinen Ergebnissen bei Meludia - mehrstimmige Musik klingt nach wie vor instabil - vor allem, wenn es unbekannte Stücke sind.

    Nach Citos Tool zum akustischen Abgleich sind die Mittenfrequenzen bei mir mittlerweile sehr ähnlich zum anderen Ohr. Daran dürfte es also nicht liegen.

    Wohlgemerkt: Ich bin mit meinem CI hochzufrieden - beim Musikhören kommt der Genuss aber nur mit dem normalen Ohr zustande.

    Hallo Katharina,

    hört sich gestreamte Musik wirklich so an, wie du es von früher kennst - nur "flach" und ohne "Wärme" und "Tiefe"? Wenn ich gestreamte Orchestermusik oder Oper anhöre, ist das noch immer kein Vergleich zum anderen Ohr. Bei unbekannten Orchesterstücken hat das, was ich über das CI-Ohr höre, leider noch immer nur im Ansatz mit dem zu tun, was ich auf dem anderen Ohr höre - selbst wenn ich mittlerweile einzelne Instrumente oder Melodien hören kann. Mit beiden Ohren klingt Musik dagegen tatsächlich wieder voll.

    Liebe Musikinteressierte,

    mir erging es ähnlich wie MartinV: Immer, wenn mehrere Töne gleichzeitig erklingen, bin ich an meine Grenze gekommen. Bei den einstimmigen Melodien habe ich mit viel Üben tatsächlich Fortschritte erzielt. Ich bin mit dem rechten Ohr Absoluthörerin und habe im Musikstudium auch Gehörbildungsunterricht gehabt, aber bei den Akkorden oder den konsonanten (=stabilen)/dissonanten (=instabilen) Klängen bin ich einfach nicht weitergekommen. Irgendwie klang fast alles instabil. Meine Überlegung zu Meludia war, dass harmonische Klänge ja immer dann zu hören sind, wenn sich die entsprechenden Obertöne mischen. Wenn das CI aber eher einem verstimmten Instrument ähnelt, klingen natürlich auch die Akkorde harmonisch nicht richtig zusammen. Als SSD-lerin ist auch mein rechtes Ohr viel zu dominant, um im Alltag in diesem Bereich eine automatische Kompetenzsteigerung zu erzielen. Vielleicht haben Forumsteilnehmer, die ausschließlich über das CI Musik hören, eine steilere Lernkurve. Ich habe mir vorgenommen, mehr mit Intervallen (nur 2 Töne gleichzeitig) zu üben. Für Musikaffine gut geeignet ist das kostenlose Tool:

    Perfect Pitch Test Online | Ear Training Practice

    Dort kann man Tasten anklicken, die man zu hören meint. Außerdem kann man anwählen, welchen Tonumfang und wie viele Töne man hören möchte. Die weißen Tasten kann ich in mittlerer Klavierlage nun auch mit links wieder einigermaßen absolut hören, wobei einige Töne unsicher bleiben.

    Bei der Meludia-App hat mich gestört, dass meist ein wabernder Grundton darunter gelegt wurde, der normalen Nutzern eine Stütze geben soll, für CI-Nutzer aber ein klares Hören eher erschwert. Die App hat mich dementsprechend eher frustriert...

    Hallo Steffen,

    momentan bist du ja mit CI nur einseitig versorgt, d. h. dass du derzeit alles auch nur von einer Seite aus hörst. Gerade das Hören im Störgeräusch (und das räumliche Hören) dürften sich noch einmal deutlich verbessern, wenn auch das zweite Ohr mit einem CI versorgt wird und das Gehirn wieder Informationen von beiden Seiten erhalten wird!

    Alles Gute weiterhin wünscht….

    Soelba

    Mein Favorit ist eine Kombi aus maßgefertigtem, weichen Silikongehörschutz und einem Noisecanceling-Kopfhörer. Zum Fernsehen geht das einigermaßen. Beim Klavierspielen gelingt es aber auch damit nicht, das Ohr abzuschirmen. Wenn ich wirklich hören will, wie das Klavier auf dem CI-Ohr klingt, spiele ich mir auf dem anderen Ohr braunes Rauschen mit einem In-Ear-Kopfhörer unter dem Noisecanceling-Kopfhörer vor. Die notwendige Lautstärke teste ich, indem ich prüfe, ab wann ich ohne CI nichts mehr von Klavier hören kann. Klavierspielen ist so allerdings nicht wirklich ein Vergnügen! Ich mache das eher sporadisch als Hörexperiment.

    Eine Frage an alle Rondo 3-Träger:

    Für den Rondo 3 wird ein Earbud-Connector für das Modell Sony LinkBuds WF-L900 angeboten. In dem Video wird erklärt, wie es funktioniert:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Da das Hören ohne Streaming stattfindet, entsteht hier ja nicht das oben beschriebene Problem einer Laufzeitverzögerung. Außerdem empfinde ich tatsächlich den Klang über Mikrofon irgendwie natürlicher. Gibt es jemanden, der den Connector bereits getestet hat, und mir berichten kann, ob das ein alltagstaugliches System ist. Lohnt sich der Kauf?

    Viele Grüße

    Soelba

    Bei mir haben sich Probleme mit einer häufig wiederkehrenden Hyperakusis mit einer Anhebung der Lautstärke des CI deutlich verbessert. Ich hatte in den letzten Monaten zunehmend das Gefühl, dass ich auf der CI-Seite weniger Input hatte. Bei einem neuen Hörtest hat sich gestern gezeigt, dass sich tatsächlich in den tieferen Frequenzen die Hörschwelle erhöht hatte. Gestern habe ich entsprechend der neuen Hörkurve eine neue Einstellung bekommen, die mir gefühlt eine ganz andere Hörqualität ermöglicht. Eine mögliche Erklärung könnte in dem extremen Missverhältnis zwischen dem normalen rechten und dem linken CI-Ohr liegen. Wenn das CI-Ohr zu leise eingestellt ist, wird das normale Ohr noch dominanter als es ohnehin schon ist, weil das Gehirn den Aufwand, unvollständige und verstümmelte Wörter zu rekonstruieren, scheut.

    Ich habe zuhause mit Kopfhörern und Vertäuben vor dem Fernseher die Lautstärke getestet. Um mit dem CI-Ohr etwas zu verstehen, musste ich im Vergleich zu rechts die Lautstärke für das CI-Ohr deutlich anheben. Ich glaube auch, dass eine annähernd symmetrische Lautstärke auf beiden Ohren angestrebt werden sollte.

    Falls es Probleme mit der Lautstärke gibt, wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, einen Hörtest zu machen, um zu sehen, in welchen Bereichen die Lautstärke erhöht werden muss. Die pauschale Erhöhung mit der Fernbedienung habe ich in den hohen Frequenzen oft im Alltag als zu zischend oder klirrend empfunden.

    #Cito Ich habe bei deinem (absolut grandiosen!) Tool zum akustischen Abgleich für SSDler ja schon einmal angeregt, ob es etwas Ähnliches nicht auch für das Überprüfen der Lautstärke geben könnte. Vielleicht könnte man statt einzelnen Tönen Melodien in verschiedenen Frequenzbereichen vorspielen?

    Bei mir ist es im Alltag so, dass ich die Einstellung eigentlich nie verändere. Die Windgeräusche haben sich nach und nach von selbst reduziert. Mittlerweile kann ich sogar wieder entspannt neben einem Wasserfall wandern. Vieles scheint eine allmähliche Anpassungsleistung des Gehirns zu sein und so schrecke ich davor zurück, immer wieder unterschiedliche Ausgangsbedingungen anzubieten.

    Noch ein Tipp: In Oldenburg gibt es eine Selbsthilfegruppe für CI-Träger. Für mich war es sehr hilfreich, mich mit anderen CI-Trägern zu unterhalten. Dort kannst du auch direkt Fragen stellen. Die Leute dort sind ausgesprochen nett und kooperativ.

    Bei mir hat es auch länger gedauert, bis ich meinen einseitigen Hörverlust wirklich bewältigt habe. Gerade, wenn man vorher normalhörend war, wirft einen das erst einmal komplett aus der Bahn - bei mir beruflich wie privat. Geholfen hat mir tatsächlich die CI-Reha, weil ich dort andere getroffen habe, denen es ähnlich ergangen ist. Außerdem war es eine positive Erfahrung, dass ich durch Training selbst etwas erreichen kann und sich mein Hören nach und nach wieder verbessert - auch wenn es natürlich nicht so ist wie vorher.

    Es hilft, sich konkret auf die neue Realität einzustellen und aktive Schritte zu unternehmen - so wie du es mit deinen Fragen ja auch tust!

    Bleib dran und lass dich nicht entmutigen!

    Viele Grüße

    Soelba

    #txeki,

    das Einstellen der Balance funktioniert nicht über den Prozessor, sondern über die Steuerung des Tons für den Kopfhörer. Bei meinem Handy oder meinem iPad gibt es unter „Bedienungshilfen“ den Menüpunkt „Audio“. Dort kann man mit einem Schieber die Gewichtung auf eine Seite hin verändern. Hoffe, das hilft weiter…

    Moin singalong,

    ich wurde auch in Oldenburg implantiert und habe sehr gute Erfahrungen dort gemacht! Das Musikhören wird anders sein, allerdings wird ja ein CI nur dann eingesetzt, wenn man kaum mehr in der Lage ist, auf dem Ohr Musik wahrzunehmen. Ich habe ein normales Ohr und würde beim Musikhören nie meinen Prozessor ausstellen. Ja, es ist anders, halliger, eher blechern im Vergleich, aber immer noch viel besser als einohrig. Im Forum gibt es auch einige, die mit der Kombi Hörgerät und CI gute Erfahrungen gemacht haben.

    Viele Grüße aus dem Nordwesten,

    Soelba

    Manchmal scheint es auch verschiedene "Interpretationsmöglichkeiten" für die Tonhöhe zu geben, eine niedrige und eine hohe, die aber beide irgendwie "plausibel" wären.

    Hi, Cito, genau das meinte ich mit Doppeltönen! Interessant, dass es nicht nur mir so geht! Ich habe mir am Anfang am Keyboard immer wieder Töne rechts und links im Vergleich vorgespielt. Allmählich hat sich dann der richtige Eindruck verfestigt. Noch eine andere Frage: Hast du bei deinem Tool Sinustöne ausgewählt, sodass das Problem verstimmter Obertöne wegfällt?

    In der Klinik hatten sie ein Drehrad, mit dem man die gehörten Frequenzen manuell einstellen könnte. Das Problem war, dass man keine voreingestellte Vergleichsfrequenz als Ausgangsfrequenz bekam, sondern sich jeweils völlig frei dem CI- Eindruck annähern müsste. Das war sehr zeitaufwendig und ich habe mich manchmal in den Oktavlagen vertan. Hier ist dein Tool wirklich eine riesige Verbesserung!

    Hi, Cito,

    hab ganz herzlichen Dank für das hilfreiche Tool, das ich jetzt endlich ausprobiert habe. Nach zwei Jahren CI sind die Frequenzen relativ nah beieinander, aber eben nicht deckungsgleich. Seltsamerweise höre ich im mittleren Bereich zwischen Elektrode 3 und 7 Doppeltöne. Eine andere Frage, die sich mir stellt, ist, ob man dein Tool auch zum Lautstärkeabgleich zwischen li und re verwenden könnte. Mir fiel auf, dass hier doch teils große Unterschiede zu hören sind. Bei der nächsten Anpassung werde ich das ansprechen.

    Zu meine Ausgangslage: Ich habe eine anatomiebasierte Anpassung, die aber in der Reha etwas modifiziert wurde. Die tiefste Elektrode wurde etwas höher eingestellt (damit im Bereich der unteren Töne klarer nach Tonhöhen differenziert werden kann), die letzte, die außerhalb des hörbaren Bereichs lag, abgeschaltet. Im Anhang mein Testergebnis.

    (Noch ein Tipp für Singleunit-Träger: Den Test habe ich mit einem Overearkopfhörer gemacht und unter dem Bügel über dem Kopf noch ein Sockenpaar eingeklemmt. So konnte ich den Test auch mit meinem Rondo hervorragend durchführen.)

    Viele Grüße,

    Soelba

    Ich mache Ballett und muss bei den Sprungübungen immer den Prozessor abnehmen, weil er sonst am Halteband baumelt. Manchmal nutze ich auch ein Haarband, unter das ich den Prozessor schiebe.

    Meine Logopädin hat beides kombiniert: Audiolog und ähnliche Übungen über Streaming direkt für das CI-Ohr angeboten und andere Übungen mit Vertäubung des Gegenohrs im Raum vorgesprochen. Nicht zu unterschätzen ist, dass das Gehirn bei einseitiger Taubheit ja auch das räumliche Hören neu kodieren muss. Geräusche im Raum zu identifizieren, Übungen im Herumgehen und mit Störgeräusch (Straßenlärm von einer Seite) ist auch etwas, was man ohne Streaming besser üben kann, weil Auge und Ohr besser zusammenwirken. Da ich auch mit maßangefertigtem Gehörschutz noch immer ein lautes Rauschen brauche, um das andere Ohr ruhig zu stellen, ist das auf Dauer doch recht anstrengend. In der Reha wurde durchgehend ohne Streaming trainiert - auch anspruchsvolle Hörsituationen wie Cafe oder Gespräche am Nachbartisch. Das hat sehr viel gebracht!

    Bei mir reicht es überhaupt nicht aus, nur einen Ohrstöpsel zu verwenden. Ich habe zur Logopädin immer selbst Vertäubungsausrüstung mitgebracht: Einen In-Ear-Kopfhörer und einen Over- Ear-Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung. Beides kommt übereinander auf das normale Ohr. Mit dem ersten spiele ich mir dann weißes oder braunes Rauschen vor. Um die Lautstärke zu testen, nehme ich das CI ab, bitte darum zu sprechen und teste, ab welcher Sprechlautstärke ich nichts mehr verstehe. Das ist dann die Lautstärke für das dauerhafte Störgeräusch. Jetzt kann ich mit der Logopädin im Raum üben. Ähnlich wurde es in der Reha praktiziert.

    Das Problem beim Rondo besteht darin, dass es ja keinen schwächeren Magneten als 1 gibt. Meine Klinik hat nachgefragt, ich selbst habe mit dem Kundendienst telefoniert. Für Rondoträger bleiben nur Do-it-yourself-Lösungen. Bevor ich die Moosgummi-Lösung der Konkurrenz verwendet habe, hatte ich mir mit Leinenstoff, Bügelvieseline und Klebepunkten eine Auflage gebastelt. Die Auflage plus die dazwischenliegenden Haar haben das Problem gelöst. Lieber wäre mir aber ein schwächerer Magnet, sodass der Rondo nicht so weit von Kopf absteht. Das Moosgummi ist ca. 0,5 cm dick. Vielleicht denke Medel ja darüber nach, wenn sich mehr Betroffene melden.

    Ich trage meinen Rondo auch von Anfang an über den Haaren. Bei mir reicht Magnetstärke 1. Zusätzlich habe ich noch ein Moosgummipad von Cochlear, weil Medel leider keinen schwächeren Magneten anbietet. Ich habe auch das Gefühl, dass die Haare vor Hautirritation schützen. Mit meinem silbernen Ohrkettchen bildet die Singleunit eine Art Haarspange, weil mir die Haare dann nicht ins Gesicht fallen.

    #Heavy Medel

    Danke für die Infos! Genau das, was du vorschlägst, die Absenkung der Lautstärke, habe ich schon praktiziert. Für den restlichen Tag ist es dann etwas erträglicher, am folgenden Tag ist es dann meistens wieder besser. Ich hatte auch schon überlegt, ob ich die Lautstärke beim Streaming zu laut einstelle, aber natürlich möchte ich auch gut verstehen, was leiser eben nicht mehr funktioniert.

    Abgesehen vom Streaming habe ich die Hyperakusis interessanterweise durch ein Höherstellen der Lautstärke des CIs besser in den Griff bekommen. Die Erklärung der Klinik lautete, dass dadurch im Vergleich zum normalen Ohr weniger "Hörlücken" entstehen, was die Höranstrengung beim Abgleich der unterschiedlichen Inputs von rechtem und linken Ohr verringern könnte.