Cortisonspritze ins Innenohr ?

  • Hallo Leute,


    ein chinesischer Kollege hat hier einen Hörsturz erlitten, wohl vom Stress, das habe ich bei Kollegen in Deutschland auch schon mitbekommen.

    Da ich CI-Träger bin, sind sie gleich zu mir gekommen und meinten, ich könne mein Wissen diesbezüglich einbringen.

    Muß dazu sagen, den Kollegen kenne ich nur vom Sehen, momentan ist er nicht da.

    Jedenfalls hat man mir erzählt, dass er im Krankenhaus eine Cortisonspritze ins Innenohr bekam.

    Ich habe das noch nie gehört, kenne nur die Cortisonspritzen, die man in abnehmender Dosis intravenös gespritzt bekommt.

    Wurde in meiner Hörschädigungskarriere auch 2 mal bei mir im Krankenhaus stationär gemacht, hat aber nie was gebracht.

    Kennt das jemand ? Spritze ins Innenohr ?

    Wie kommt man denn da von aussen überhaupt hin ? Die Cochlear ist doch durch Knochen aussen rum sehr geschützt.

    Wollen die mir einen Bären aufbinden ?

    Gruß Bestager


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    Links seit 2/2006 Implantat, seit 6/2018 N7
    Rechts seit 5/2012 Implantat, seit 6/2018 N7
    Reimplantiert, Tinnitus

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    Lebe derzeit in Asien

  • Moin Bestager,


    doch doch, das mit der Cortisonzufuhr durchs Innenohr gibt es als Therapie. Man stößt durchs Trommelfell mit einer dünnen Kanüle, und spritzt das Corison direkt dahinter. Das wird auch schon mal ohne Betäubung gemacht, ist nur ein kleiner Pieks. Das verwächst sich auch wieder.


    Bei mir wurde das 3-Mal gemacht ohne Erfolg. Aber auch komplikationslos. Ich durfte/konnte jedes Mal anschließend (ca.1 Std.später) wieder selber Auto fahren. Auch zu meiner 300 KM entfernten Arbeitsstelle


    LG Konrad

    links: CI - HiRes 90K Advantage Mid Scale - 17.03.16 / EA: 14.04.16 - Naida CI Q90


    rechts: "normal" hörend

  • Hallo Konrad,


    ist ja interessant, hab jetzt auch mal gegoogled und bin fündig geworden.

    Mir wurde die Therapie nie angeboten, daher wußte ich gar nicht, dass es das gibt.

    Ich vermute jetzt mal, dass das mit dem Versichertenstatus zusammenhängt, GKV versicherte bekommen das nicht bezahlt und dann wird es auch nicht angeboten.

    Habe gelesen, dass das nicht wegen höherer Erfolgschancen gemacht wird, sondern, weil der Körper dann geringere Nebenwirkungen des Cortisons abbekommt.

    Klasse, bei mir wurden zwei mal die großen Ampullen Cortison in die Venen gepumpt, hoffe da ist nix von zurück geblieben.

    Wurde über Alternativen gar nicht informiert.

    War da jedes mal 2 Wochen im Krankenhaus.

    Die Prozedur ist aber bei mir, beim letzten mal, schon ca. 15 Jahre her, vielleicht gabs die Methode damals noch gar nicht ?

    Gruß Bestager


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    Lebe derzeit in Asien

  • Moin Bestager,


    jooo. Ich glaube die Methode gibt's noch nicht so lange. Ich habe aber auch noch nie von jemandem gelesen, dem das was gebracht hätte.


    Bei mir selber war's wohl eh zu spät nach mehreren Wochen, da ich zur Zeit meines Hörsturzes wesentlich akutere Probleme hatte, die eine OP erforderlich machten


    LG Konrad

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  • Bei mir haben Sie das auch gemacht, nachdem die Infusionstherapie und Tympanoskopie erfolglos waren. Ich kenne jemanden, der meint, ab da wurde es besser. Ich hatte darauf gefragt, warum man das bei mir nicht gemacht hat. Daraufhin wurde das Cortison noch 3-4 mal durchs Trommelfell gespritzt. Das war aber bereits eine gute Woche nach dem Hörsturz und leider erfolglos.

    Soweit ich weiß, ist man bei allen Therapien eh unsicher, ob sie was bewirken. Häufig kommt das Hörvermögen von alleine wieder und je größer der Hörverlust ist, umso schlechter ist leider die Prognose.

    Ich wünsche dem Kollegen alles Gute!

  • Hallo Bestager,


    bei mir wurde das nach meinem ersten Hörsturz im Dezember 2016 auch 1 Mal gemacht (weil Cortison i.v. keine Verbesserung zeigte). Ich hätte auch eine 2. Spritze bekommen sollen (ich bekam übrigens davor Ohrentropfen mit betäubender Wirkung), aber bei der Kontrolle davor meinte der Arzt, dass das wahrscheinlich sinnlos ist. Fakt ist jedenfalls, dass ich ca. 4 Tage danach wieder hören konnte wie vor dem Hörsturz. Es kann also scheinbar doch was bringen :) Muss aber dazu sagen, dass ich die Prozedur echt schmerzhaft fand (trotz der Ohrentropfen) und froh war, dass ich beim 2. Mal verschont blieb...

  • Moin,


    Soweit ich weiß, ist man bei allen Therapien eh unsicher, ob sie was bewirken. Häufig kommt das Hörvermögen von alleine wieder und je größer der Hörverlust ist, umso schlechter ist leider die Prognose.

    das sehe ich auch so, man versucht halt alles, was helfen könnte, möglichst ohne Schaden an zu richten


    ...ich bekam übrigens davor Ohrentropfen mit betäubender Wirkung), aber bei der Kontrolle davor meinte der Arzt, dass das wahrscheinlich sinnlos ist. Fakt ist jedenfalls, dass ich ca. 4 Tage danach wieder hören konnte wie vor dem Hörsturz

    - zur Schmerzminderung könnte man auch vereisen

    - und ja oft kann man wieder gut hören nach einem Hörsturz auch ohne jegliche Therapie. Man stochert seitens der Forschung da immer noch im Dunklen


    Muss aber dazu sagen, dass ich die Prozedur echt schmerzhaft fand (trotz der Ohrentropfen) und froh war, dass ich beim 2. Mal verschont blieb

    Es gehört aber auch einiger Mut dazu, jemandem zu erlauben, mit solch einer Spritze das Trommelfell durchstechen zu lassen. Allein die Erwartung des Schmerzes lässt den schon ansteigen.


    LG Konrad

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    rechts: "normal" hörend

  • Hallo,


    bei Sohnemann hat man das nach dem zweiten Absturz auch gemacht, ohne Erfolg.


    Und Sohni ist übrigens GKV versichert 😉.


    Im übrigen würde ich es nicht noch einmal zulassen ....


    VG Fibi

    Sohn (16 Jahre) rechts HG von Oticon bei hochgradiger SH

    links CI von Cochlear - OP am 04.05.2018 / EA 18.06.2018

  • Guten Morgen !

    Habe echt wieder was gelernt.

    Das mit der Spritze gabs wohl zu meiner akuten Zeit noch nicht und seit dem ist das Thema an mir vorbei gegangen.

    Bin halt schon längere Zeit spätertaub und bilateral CI versorgt.

    Der entfernte Kollege liegt immer noch im Krankenhaus.

    Kollegen besuchen den auch nicht, scheint hier unter den Chinesen so nicht üblich zu sein.

    Ich wurde in Deutschland immer von Geschäftskollegen besucht, da kam dann meist ein ganzes Battalion an, mit Chef, Unterchef und Kollegen.

    Krankheit, Behinderung usw. ist hier eine Angelegenheit der Familie, das wird gerne vom Berufleben fern gehalten, habe ich schon festgestellt.

    Dafür ist es üblich, dass immer ein Familienmitglied im Krankenhaus an seiner Seite ist, dort im Zimmer auch übernachtet, so wird das Klinikpersonal entlastet.

    Finde ich gar nicht so schlecht, stelle mir das nur schwierig vor, wenn in einem Vierbettzimmer immer noch ein Familienmitglied schläft.

    Weiß aber nicht, ob die hier vielleicht alle Einzelzimmer haben ?

    Also ich weiß nichts Neues, ob es ihm besser geht oder nicht.


    Meine Zeit neigt sich hier nun dem Ende zu, habe meine Abfindung hart verdient, aufs Chinakonto kommt sie Januar und Februar, da bleibt sie auch !

    Ab da bin ich dann Privatier, juchhuuu !

    Meine Frau will noch in Asien bleiben und rumreisen, hab mich breitschlagen lassen, wenn schon, denn schon, dann schaun wir mal.

    Meine Kollegen fliegen alle gleich wieder zurück nach Deutschland, teilweise haben die auch noch im fortgeschrittenen Alter kleine Kinder, meine sind alle schon fast 30 und voll selbständig, die brauchen mich nicht mehr. ;-)


    Was nehme ich aus China mit ?
    如果一个男人不在中国墙,他就不是男人。


    In diesem Sinne wünsche ich Euch hier im Forum schon mal eine schöne Weihnachten !

    Gruß Bestager


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    Reimplantiert, Tinnitus

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    Lebe derzeit in Asien

    Einmal editiert, zuletzt von bestager ()

  • Hey bestager,


    dieses von Dir gewählte chinesische Weisheit ist ja mal klasse....! :)


    Dir und allen hier im Forum frohes Fest und nen juten Rutsch ins neue Jahr!

  • Das Cortison wurde bei mir auch in das Mittelohr eingebracht- ohne Erfolg- ich denke aber nicht, dass man durch das Fenster durch auch in das Innenohr Cortison einbringt- da wäre die Infektionsgefahr wohl zu groß, und der Verlust an Endolymphe aus dem Innenohr ist wahrscheinlich auch nicht ohne.. was ich aber gehört habe ist, dass man nun neue Cortisonlösungen kennt, die im Mittelohr länger verweilen, und dadurch besser in das Innenohr hinein wirken sollen.

  • Moin Einohrig,


    ich denke aber nicht, dass man durch das Fenster durch auch in das Innenohr Cortison einbringt- da wäre die Infektionsgefahr wohl zu groß

    welche Infektionsgefahr besteht mit einer sterilen Kanüle?


    was ich aber gehört habe ist, dass man nun neue Cortisonlösungen kennt, die im Mittelohr länger verweilen, und dadurch besser in das Innenohr hinein wirken sollen

    um die ging's hier doch. Auch dafür muss man das Trommelfell dann durchstechen mit der sterilen Kanüle. Vorhergehende Infusionen mit Infektionsrisiko sind mir persönlich nicht bekannt.


    LG Konrad

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  • gut, dann hab ich’s falsch verstanden, ich dachte es wären Injektionen direkt in die Schnecke- also in das Innenohr gemeint- die gibt es glaube ich nicht. Ins Mittelohr ein versteifendes Cortisin zu installieren bringt sicher kein zu hohes Infektionsrisiko da das Mittelohr ja ohnehin mit den Rachenschleimhäuten verbunden ist und sich gegen Keime relativ gut wehren kann. Ruhigen Weihnachtstag wünsche ich :)