Posts by Nikita

    Ich schubse das Ganze nochmals hoch. Ich weiss nicht so recht wie anfangen.


    Wer von den SSD Leuten hat ein Hörtraining besucht und was wurde dort gemacht? Ich hatte Kontakt mit einer Therapeutin, diese meinte aber sie wisse auch nicht so wirklich was mir mir machen.

    Was haben andere Therapeuten für ein Konzept bei SSD?

    Ich übe Zuhause oft mit dem Minimic und Apps, resp. dem Oldenburger CI Programm auch höre und lese ich mit Voice Dream. Sobald ich übers Minimic höre, ist es io, wenn ich das gute Ohr zustöpsle oder ein Störgeräusch darüber lasse, dann kommt weniger an, dies wäre ja mehr dem Alltag entsprechend.

    An meinem Arbeitsplatz, der Schule, ist mir alles zu laut und ich hab enorm Mühe, vor allem weil ich nicht wusste wie laut so ein Schulzimmer samt Kindern drin wirklich ist, ich habe wohl bislang so schlecht gehört, dass ich vieles gar nicht mitbekam an Geräuschen und jetzt kann mein CI und das Gehirn einfach die Störgeräusche nicht ausblenden, eine schwierige Situation, die wahnsinnig müde macht.

    Ich habe seit einer Woche extra Einstellungen für die Schule, sprich so ein 1:1 Programm nach vorne und viel weniger laut eingestellt, als das Programm für Zuhause. Ist aber trotzdem schwierig und ich schaffe nicht mehr als 4-5 Lektionen pro Tag (habe zum Glück nicht mehr, aber eine Stellvertretung für jemand Krankes wäre im Moment ummöglich, das schaffe ich nicht).

    Blech125

    Ja, einohrige sind Meister im Kompensieren und Strategien entwickeln, dass weiss ich von mir selber. Aber um welchen Preis?

    Ich weiss erst jetzt warum ich ständig so müde war und abends einfach nichts mehr ertrug nach Arbeit und Familie!

    Der Hörunterschied ob ein oder zweiohrig ist riesig.

    Ich hab einen Uniabschluss, seit 20 Jahren beruflich fest im Sattel und meine Arbeitskollegen wussten bis zur OP nichts von meinem Handicap. Dazu Familie und Haus samt Garten. Niemand ausser meiner Familie wusste bislang vom SSD.

    Das heisst aber nicht dass ich gerne noch so weitergemacht hätte und unversorgt durchs Leben gehen möchte.

    Maryanne

    Ja, BiCross und Co ist auch eine Variante, diese belastet aber immer die gut hörende Seite und bedeutet, dass das gute Ohr mit einem Hörgerät zugestöpselt wird. Von den meisten SSD Leuten wird die schlecht bis gar nicht akzeptiert. Deshalb sind BAHA und nun auch CI immer häufiger eine Alternative. Und die einzige Variante bei welchem ein taubes Ohr "reaktiviert" werden kann ist halt ein CI, alles andere ist immer nur ein Gebastel am guten Ohr herum.

    Logo hat ein einseitig gut hörendes Kind gute Chancen Sprache und so zu erlernen und sich zu entwicklen, aber zu welchem Preis? Ich würde bei einem Kind sofort eine Lösung in Betracht ziehen wenn eine OP mehr bringt als eine rein technische Lösung.

    Ich weiss wovon ich spreche, war mehr als 30 Jahre einseitig taub und das ist ein riesen Nachteil im Leben und strengt enorm an.

    So, nun ist wieder ein Monat vergangen und langsam gewöhne ich mich an die neue Hörsituation, immer noch und vor allem nach einer neuen Einstellung ist alles ziemlich laut für mich und ich frage mich wie ich das bislang geschafft habe mit der Stille in der ich gelebt habe. Vieles habe ich echt verpasst auch wenn ich nur einseitig taub war/bin. Diese Erkenntnis ist/war ein ziemlicher Schock für mich, ehrlich.

    Der letzte Hörtest bei der Einstellung fiel nicht so gut aus wie die beiden vorherigen, es war aber ein anderer Ingenieur und er hat das andere Ohr mit Rauschen vertäubt und nicht mit den Ohropax und Gehörschutz. Dies war viel effektiver und es war dann wirklich nur mein CI Ohr das gehört hat und nicht das andere mitgeholfen. Zahlen gingen dann so 60-70% und Wörter naja, eigentlich gar nicht.

    Zuerst hat das bei mir zu einem ziemlichen Frust geführt zusammen mit dem Audiogramm wegen dem Restgehört der OP, und da war halt nichts, weil einfach nichts mehr da war vorher und alles andere an ein Wunder gegrenzt hätte.

    Nun habe ich gemerkt, wie einige von euch mir als Tipp schon mitgegeben haben, dass Rauschen auf dem guten Ohr mehr bringt als zustöpseln und ich habe mir bei iTunes eine Datei gekauft mit rauschen und brauche dann einen AirPod für das gesunde Ohr und kann dann mit einem anderen Gerät üben.

    Im normalen Alltag habe ich mittlerweile auch das Gefühl dass beim CI was ankommt, z.B. das relativ laute Klappern meiner Mactastatur, Wasser, auch Sprache, aber verstehen ist da wirklich noch nicht wirklich drin, ich merke einfach das Geräusche ankommen und was ich oft höre, dass kann ich auch unterscheiden, z.B. Kühe, Frösche und den Hubschrauber der regelmässig bei uns übers Haus fliegt.

    ich kämpfe so ein bisschen im Alltag da einige meinen ich höre nun wieder normal und alles sei gut, die wenigsten verstehen dass es nicht von heute auf morgen geht und man ein bisschen Geduld mit mir braucht oder ich eben im Moment nicht mehr so fit bin nach 5 Stunden Unterricht und einer 2 stündingen Konferenz im Kollegium. Keine Ahnung wie ich das an die Frau und den Mann bringe.

    Nun ist schon wieder ein Monat vorbei und langsam geht es wirklich aufwärts. Ich war mit der Familie im Urlaub und das war super und endlich mal kam auch die Energie wieder zurück welche ich in den letzten drei Monaten vermisst hatte.

    Grundsätzlich bin ich enorm erschrocken wie laut alles um mich herum nun ist, bislang war die Welt viel leiser und ruhiger für mich und auch selber habe ich weniger Lärm produziert glaubte ich auf jeden Fall. Dies hat mich ziemlich ins Nachdenken gebracht und mir aufgezeigt wie schlecht ich vorher wohl gehört habe, resp. ich merke es ja dann wenn ich das CI ausziehe.

    Letzten Mittwoch war ich zum 4. Mal in der Einstellung beim Ingenieur, diesmal war es ein anderer und der ging anders vor als sein Kollege. Der Hörtest welchen er machte, machte er nicht mit Ohropax und Gehörschutz, sondern mit dem Vertäubungsgeräusch und der fiel dann nicht ganz so gut aus wie die letzten beiden Male, das gute Ohr hat aber definitiv weniger mithelfen können so und ich denke es passt besser zur Realität.

    Was mich nervte, war dass sie noch ein ganzes Audiogramm wollten wegen dem Restgehör auf der operierten Seite, hahaha, ich war ja vorher schon voll taub, wie soll da nun plötzlich doch was sein? Naja, er hat es kurz und schmerzlos gemacht und es war ja wirklich nichts mehr da.

    Was immer noch sehr schwierig ist, die die Situation am Arbeitsplatz, mir ist alles zu laut und rasch wird mir dann komisch und ich bin voll kaputt und müde nach ein paar Stunden. Ein Schulzimmer ist halt grundsätzlich schon sehr laut und im Moment kann mein CI Ohr halt noch keine Geräusche filtern und nimmt einfach alles auf was rundherum läuft. Wir haben bei den Einstellungen nun Programme gemacht für den Unterricht und solche für die Freizeit, das klappt besser und lässt mich weniger ermüden. Zum Glück habe ich es diesmal rasch gemerkt und reagiert bevor ich wieder total ko war.

    Lucy

    Versteckt wieso?

    Weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe und oft hörbehindert mit geistig auch ein bisschen zurückgeblieben kombiniert wurde... unschön, aber leider passiert.

    Brillenträger haben viel weniger mit negativen Vorurteilen zu kämpfen als HG Träger, das ist einfach meine Erfahrung

    Danach habe ich viel weniger offen über mein Problem gesprochen und weniger schlechte Erfahrungen machen müssen.

    SSD ist ja auch anders als andere Schwerhörigkeiten, man hört ja eigentlich noch gut, halt nur auf einer Seite und auf der anderen Seite nichts.

    Ich habe kein einseitig taubes Kind, gehöre aber wie matzedem selber zu der betroffenen Gruppe und bin mit 8 Jahren einseitig ertaubt.
    Trage nun seit ein paar Wochen ein CI und finde es recht anspruchsvoll, da man sich nicht vorstellen kann es ist hören wie vorher sondern es braucht einiges bis es wirklich ein Hören im wirklichen Sinne ist.

    Wenn das Kind ganz taub geboren ist weiss ich auch nicht wie einfach es dann ist, es ist sicherlich einfacher wenn das Ohr schon mal gehört hat, sprich der Hörnerv seine Arbeit schon mal verrichtet hat.

    Bis vor ein paar Jahren hat man davon abgeraten SSD Leute zu versorgen und meinte es reiche auch einohrig, was aber zu Stress und Problemen in der Schule führen kann, vor allem beim Sprachen lernen, der Musik usw. Zum Glück hat man nun erkannt, dass auch SSD nicht einfach unbehandelt gelassen werden sollte, sondern man wirklich ein Handicap hat damit.

    Je nach Erkrankung kann auch ein knochenverankerte Hörgerät Sinn machen.
    Lasst euch von einem CI Zentrum beraten, welches nicht nur Geld an der OP verdienen will sondern sich wirklich damit auskennt.

    Ich weiss nicht wie ich bei meinem eigenen Kind reagieren würde, vor allem wenn die Entwicklung unauffällig ist, ist halt doch eine OP und zwar eine am Kopf und die ersten Monate mit dem Ci kann das Kind auch verunsichern, da es dann ganz andere Höreindrücke auf der operierten Seite erhält als auf der anderen, es tönt wirklich blechern und anders. Aber es behebt die Einseitigkeit welche sich auch auf den ganzen Körper ausweiten kann, sprich der Kopf muss immer gedreht werden, Nackenverspannungen usw. Mhh, schwierige Entscheidung.

    Nur kurz:

    Verstecken oder nicht?

    Ich hab mein Hörproblem jahrzentelang versteckt.

    Seit dem CI mache ich das aber nicht mehr und habe offen darüber informiert auch bei den Arbeitskollegen.

    Ich trage zwar einen Kanso, aber teilweise auch über der Frisur.

    Meine Kids sind schon CI Experten und finden immer wieder Leute mit CI auch unter den Haaren halb versteckt.

    Danke Matzedem

    Ich habe so einen angepassten Gehörschutz und nun hat ihn der Akkustiker noch voll ausgegossen, es ist noch besser.

    Im Alltag geht mein CI unter und ich übe brav oft mit dem Minimic und Voicedream oder der APP aus Hamburg. Was aber auch einfacher geht wenn das andere Ohr ein bisschen weniger hört und oder ich kann mich dann besser konzentrieren.

    Meine Kids finden den Ohrstöpsel lustig und nutzen genau diese Zeit um auf dem Ipad Videos zu gucken oder zu gamen, Mama hört ja dann fast nichts.... muss nun immer das Ipad konfiszieren. Weil ich es dann echt nicht so höre, da haben sie voll recht.

    Ich weiss dass es ein Luxusproblem ist und ich glücklicherweise noch ein gutes Ohr habe. Mir wurde ein paar Tage nach der EA und in der letzten Zeit klar wie schlecht ich eigentlich jahrzentelang gehört habe und wie stark ich das verdrängt hatte. Der Unterschied ist bereits jetzt für mich riesig und hat mir sehr zu denken gegeben.

    Vielen Dank für eure Erfahrungen!

    Ich mag diese Hörtests mit dem Rauschen auf dem guten Ohr auch gar nicht und empfinde dies fast als Folter. Aber mit Ohrstöpsel ist ja auch schon ein Teil weg und ich kann mein gutes Ohr ein bisschen austricksen.

    Momentan bin ich ja noch voll in der Anfängerphase und am ausprobieren was am besten geht. Sicher am einfachsten ist mit dem Minimic was hören ohne dass das andere Ohr mithört. Ich habe sonst auch das Gefühl, dass mein gutes Ohr alles macht und das andere dann Pause hat mein Gehirn ist sich seit mehr als 30 Jahren ja nichts anderes gewohnt.
    Allerdings empfinde ich alles rund um mich herum als viel lauter als vorher, ich hab gar nicht gewusst wie laut meine Macbook klappert beim schreiben und wie laut meine Kids spielen können mit Lego oder Kaplahölzer, auch finde ich dass ich selber viel mehr Lärm mache seit ich ein CI habe, aber das ist wohl noch ein daran gewöhnen.

    Herzlich Willkommen hier!

    Ich bin einohrig und habe seit kurzem einen Kanso. Einen Vergleich zu einem anderen Prozessor habe ich nicht, da erst frisch ein CI.

    Zum Helm:

    Fahrradhelm passte bei mir nicht mehr, ich musste letzte Woche einen neuen kaufen gehen und habe sicher ca. 15 Modelle probiert bis wir einen fanden der passte, allerdings halt eher aus der teureren Preisklasse. Die Verkäuferin hatte eine riesen Geduld und meinte mit so einem Wunsch wie ich sei noch niemand gekommen, das sei mal was neues, Brille ist sonst das Hauptthema oder auch mal dass jemand noch einer OP am Kopf empfindlich war, aber einen CI Träger hatten sie noch nie gehabt.

    Nun passt aber Kanso darunter und er drückt und rutscht nicht und schützt auch gut, zudem knallrot = man sieht mich auch. Richtig lang getestet habe ich ihn noch nicht, ich fahre aber aus Prinzip nur mit Helm, da meine Kids auch müssen und wir mit gutem Vorbild vorangehen, auch wenn es nur 500 Meter zum Dorfladen ist.

    Skihelm, der passt auch nicht mehr, resp. drückt ziemlich unangenehm, ich werde mir nun auch einen neuen besorgen, schliesslich ist die Skisaision nun zu Ende und da gibt es vielleicht noch das eine oder andere Schnäppchen. Blöd ist einfach, dass der Helm erst grad ein Jahr alt ist, aber Sohnemann braucht noch einen neuen und grösseren, evtl. passt meiner grad, wir gucken dann.

    Ich glaube bei solchen Sachen gibt es nichts anderes als in Fachgeschäfte gehen und testen bis es passt und einem wohl drin ist.

    Zu den anderen Fragen kann ich dir nicht helfen, hier in der Schweiz läuft es ein wenig anderes als in D, vor allem die Voruntersuchungen und die Anpassungen danach sind ziemlich anders organisiert.

    Danke!
    Ja der Schwindel ist nun weg und die Übelkeit auch, es war ganz sicher zu viel in kurzer Zeit, auch weil ich wohl zu ehrgeizig bin und halt mein Job auch nicht ganz ohne ist.

    Nun habe ich mehr Zeit und dann sollte es schon klappen, bin gespannt wie es weitergeht. Man hat mich ja sehr gewarnt, dass evtl. fast nichts gehen könnte weil ich so lange taub war.

    Danke!
    Ich habt recht, ich bin wohl zu ungeduldig. Geduld ist und war noch nie meine Stärke.


    Ich hab nun meine Earwear Ohrstöpsel und damit dämpft es schon recht viel, aber halt nicht alles. Evtl. hab ich mir das auch falsch vorgestellt.

    Ohropax aus Wachs mag ich eben nicht so, er Stöpsel ist besser und weil ich nur einen brauchte auch nicht so teuer :-), SSD hat halt auch Vorteile, der Akustiker zwar nicht so Freude weil nur einen halt nicht wirklich viel einbringt, aber er hat es trotzdem gemacht.

    Üben tue ich sonst mit dem iPhone und dem Minimic zusammen nur mit dem Kanso und wenn ich Hörbücher höre, was ich früher auch viel gemacht habe, nehme ich einfach fürs eine Ohr den Kanso und fürs andere den Kopfhörer, so haben beide zu tun und ich bekomme wirklich mit worum es geht.

    Bitzi

    Das mit dem iPhone mache ich, allerdings nutze ich die App Voice Dream, da kann man auch zusätzliche Stimmen kaufen wie weit besser sind als die von Apple. Mein Sohn hat eine schwere LRS und nutzt darum diese App oft um sich PDFs, Texte oder auch ganze Bücher vorlesen zu lassen. Und man kann mitlesen, da die App immer markiert was sie gerade vorliest oder man kann Fingerlesen, sprich die App liest nur das vor was man antippt, auch super.

    Ich bin auf der Suche nach einer Lösung mein gesundes Ohr zu vertäuben um mehr nur mit dem CI zu hören, im normalen Alltag geht es einfach unter. Zum normalen üben nutze ich das Minimic2+ und kann so nur mit dem Kanso "hören". Und beim Ingenieur nutzen wir Ohropax und Gehörschutz, dies ist aber eher mühsam und nicht wirklich alltagstauglich.

    Nun habe ich mir beim Akustiker eine Ortoplastik samt Filter anpassen lassen, diese dämpft sicher ein Teil, ich finde aber zu wenig. Ich habe ihm mein Problem zuvor geschildert gehabt und er meinte dann es sei das einzige was er kenne. Kann man eine Ortoplastik nicht auch ohne Filter machen dann würde es doch mehr dämpfen oder bin ich da auf dem Holzweg?

    Oder wie machen es andere SSDler?

    Ich bin seit dem 8. Lebensjahr einseitig taub, dies nach wiederholten Mittelohrentzündungen welche auch das Innenohr angegriffen hatten.

    Mit knapp 20 hatte ich meine erste Brillen-Cros-Versorgung, diese aber nicht gerne getragen und vor 7 Jahren dann eine Funkcros von Phonak. Seither hab ich mich damit abgefunden, wohl den Rest meines Lebens einseitig durchs Leben zu gehen, immer mal wieder verloren zu gehen, fast überfahren zu werden von Bus oder Tram und meinem Elektroauto wenn mein Mann fährt...


    Vor einem Jahr suchte ich wegen eine Nasennebenhöhlenenzündung einen neuen HNO auf, und dieser schickte mich dann ins Unispital zur CI Abklärung. Nach einigem Hin und Her, weil hier in der Schweiz bei SSD noch nicht so viele Cis implantiert wurden, gab dann die KK grünes Licht und am 8.2.2018 erfolgte dann die OP in Bern. Die OP verlief eigentlich gut, leider blutete es dann eine Weile lang ziemlich stark, so dass ich statt zwei, sechs Tage im Spital war. Danach war ich noch eine Weile ziemlich ko und müde, ging aber nach zwei Wochen wieder meinem Beruf als Sonderpädagogin nach. Weil ich eh nicht der Typ bin, der gerne daheim herumliegt.

    Genau einen Monat nach der OP war am 8.3. 18 die Erstanpassung meines Kanso. Zuerst zum CT um die Lage der Elektroden zu untersuchen und dann zum Ingenieur welcher mir mir die Bilder anschaute. Danach bekam ich den Kanso erklärt und durfte ihn anziehen und die Anpassung begann. Dies war ein ziemlicher Schock für mich, zuerst habe ich lange nichts gehört bei den ersten Tönen und als es dann klappte war mir sofort alles zu laut, vor allem als dann alles zusammen eingeschaltet wurde. Der Ingenieur war aber super und rasch wurde es so angepasst, dass ich mich wieder wohler fühlte. Alles fühlte sich an als sprach jemand mit vollem Mund in eine Blechbüchse mit viel Echo.

    Der Heimweg mit dem Auto war schon ziemlich komisch, keine Ahnung was für Geräusche ich dann alles wahrnahm. Zuhause merkte ich wie laut alles ist um mich herum, gewöhnte mich aber rasch an den Trubel der beiden Kinder und der Umgebung. Dank Minimic2+ habe ich brav angefangen mit dem iPhone zu üben und hörte und las mit Voice Dream ein Buch, verstanden habe ich aber nicht wirklich viel. Schon nach einem Tag habe ich aber mit einer App Zahlen geübt und auch "verstanden" wenn auch nicht wirklich deutlich, aber immerhin. Man hatte mir vor der OP nicht viel Hoffnung gemacht, dass es dann rasch gehen würde, halt weil ich so lange taub gewesen sei.

    Schon nach drei Tagen war ich recht müde und ziemlich dünnhäutig, bin dann aber trotzdem in die Schule gegangen und dort wurde mir immer übler und schwindliger, was sich auch ohne Kanso nicht legte. Also nach zwei Tagen zum HNO und dieser schrieb mich umgehend krank, schickte mich zum Ingenieur und dann versuchte man herauszufinden woran es lag, schlussendlich lag es weder am Implantat noch am Sprachprozessor, sondern einfach dran, dass es für mich zu viel wurde, vor allem mit dem Trubel bei der Arbeit zusammen.

    Was aber bei der Untersuchung, genau eine Woche nach der EA kam heraus, dass ich wirklich schon einige Zahlen verstand und auch die Einsilber gar nicht schlecht abschnitten, cool, wer hätte gedacht dass bereits 80% der Zahlen richtig sind? Die Frage ist einfach wie viel mein gutes Ohr, trotz Ohropax und Gehörschutz, noch mithalf. Aber dafür hatte auch niemand wirklich eine Lösung, ausser einer angepassten Otoplastik samt Gehörschutz?

    Die Lautstärke wurde nur wenig lauter gemacht im Hinblick auf meine Übelkeit und den Schwindel und ich sollte nur lauter machen wenn ich mich wohler fühlte.

    Schon nach drei Tagen ging es aber aufwärts und ich konnte wieder mit üben und auch den Haushalt wieder erledigen und zu den Kids schauen. Nach fast einer Woche war dann die Energie wieder halbwegs da und die neuerliche Einstellung beim Ingenieur lief wiederum gut ab, die Lautstärke konnte erhöht werden, einfach die hohen Töne fallen noch ab, wieso auch immer.

    Nun bin ich gespannt was noch kommt und wie es weitergeht, arbeiten werde ich sicherlich erst nach den Osterferien wieder und geniesse bis dahin die Zeit für mich, übe regelmässig und bin gerne draussen am spazieren.

    Ich habe nun noch mit mehreren Leuten gesprochen und es war/ist wohl wirklich eine Überanstrengung gewesen.

    Mir war nicht bewusst wie schlecht ich vorher gehört habe und dann noch zusammen mit einem lärmigen und relativ anstrengenden Job mit vielen verschieden Personen und ohne wirkliche Rückzugsmöglichkeit war es einfach zu viel gewesen.

    Keine Ahnung ob schon mal jemand versucht hat während einer EA zu unterrichten in einer Grundschule. Ich würde es auf jeden Fall nicht wirklich empfehlen :-).
    Nun habe ich aber Zeit zum üben und fühle mich langsam besser, hat nun aber auch fast eine Woche gedauert bis es besser wurde.

    So war heute wieder zum Einstellen dort. Die haben mit mir allerhand getestet und geschaut, liegt also nicht am Implantat sondern mein Kopf rebellierte anhand der neuen Eindrücke.

    Ich war nicht so schlecht beim Test mit den Zahlen, der Einsilber war weniger gut. Hatte schon fast 80% bei den Zahlen, aber wir haben das gute Ohr halt nicht ganz aus dem Spiel lassen können.

    Also weit über allen Erwartungen und die meisten Befürchtungen der Aerzte haben sich nicht bewahrheitet, weil man nach über 30 Jahren nicht wusste was dann wirklich noch kommt und was halt nicht.

    Und mit den neuen Einstellungen tönt es schon viel natürlicher und klarer, das blecherne ist weniger stark.

    Durfte dann eine Weile spazieren gehen un zu testen wie es ist und wie laut. War aber gut und selbst der Rettungshubschrauber der direkt darüber landete war erträglich. Ist aber auch das einzige Geräusch das ich gut erkenne, halt weil alle aus den Bergen Richtung Unispital bei uns übers Haus fliegen. Geräusche finde ich sonst noch schwierig.

    Beim Akkustiker bin ich mir dann noch eine Otoplastic anpassen gegangen, so kann man das bessere Ohr auch im Alltag zumachen oder bei den Hörtests.

    Und nun bin ich bis zu den Osterferien krank geschrieben worden, soll mich aufs Hören konzentrieren und erst dann wieder unterrichten.