Posts by Leseratte

    Quantensprung

    OffTopic: Leute, schreibt doch nicht immer Quantensprung ;(:D... Das bedeutet nämlich eigentlich: "Kleinstmögliche Veränderung, meist von einem höheren auf ein niedrigeres Niveau"!

    Und zum Thema: Jeder kann das sehen wie er/sie will, aber ich würde um nichts in der Welt ein unsichtbares CI nehmen. Das Jahr vollgehörlos, in dem die Leute mich wie einen Volltrottel behandelt haben, weil ich nicht reagiert habe, oder nicht verstanden, hat mir total gereicht. Ich will, dass man sieht, dass da was am Ohr ist und sich dann denken kann, warum ich manchmal schlechter verstehe.

    Und noch dazu: Ich könnte nicht mehr leben ohne meine Geräte auch mal abschalten zu können. Ich brauche daheim, wie die Luft zum Atmen auch immer wieder Zeit ohne Geräsche.

    Aber wie gesagt, das ist nur meine eigene Meinung. Jeder darf das anders sehen.

    Ähm...niemand hat irgendwelchen Eltern irgendeine Schuld gegeben.

    Könnten wir nun zum Papa von M zurückkommen und seiner Frage?

    Ich fasse zusammen: Gebärden sind wertvoll für eine Kommunikation - wenn M in der Lage ist sie zu lernen. Andernfalls wäre es sinnvoll eine - wie auch immer geartete - Kommunikationsuntertützung zu versuchen (Die Familie von M macht das momentan mit Zeigen).

    Das sind soweit die Ratschläge, wenn ich das richtig überblicke (inklusive den dazugehörigen Links).

    Nun könnte der Papa von M sich nochmal melden, wenn er das möchte. Über Gebärdensprache in den verschiedenen Lebenssituationen von Menschen könnten wir in einem weiteren Chat in der Rubrik "Gebärdensprachlich-orientierte CI-Träger und CI-Trägerinnen" diskutieren - bitte aber nicht hier, sonst findet der Papa von M eure tollen Tipps unter Umständen gar nicht.

    Mein normalhörender Ehepartner und ich gebärden sehr viel. Daheim habe ich oft keine Lust (oder keine Energie mehr) nach einem anstrengenden Arbeitstag noch zu hören. Ich finde es für mich persönlich total entspannend eine Sprache zu haben, die ganz ohne Technik auch funktioniert. Ich fühle mich so wesentlich enspannter und vollständiger irgendwie. Das Wissen, dass ich eine vollständige Sprache zur Verfügung habe, auch wenn diese nicht von vielen Menschen gesprochen wird, hilft mir persönlich. Das kann aber natürlich von jemand anderem anders gesehen werden. Weil ich aber so fühle, habe ich mich mit den Gehörlosen vor Ort in Verbindung gesetzt als ich ertaubte und die Gebärdensprache gelernt - und dabei naturgemäß auch Kontakt (und Freundschaften) geschlossen.

    Mein privates Umfeld (hörende Familie und Freunde) können einzelne kleine Gebärden. So wie man es vielleicht vergleichen kann, wenn man in ein fremdes Land in den Urlaub fährt und so Sätze wie "Was kostet das?" oder "Wo geht es nach ..." auf der anderen Sprache vorher lernt. So können sie dann eben so was wie "Möchtest du ..." oder "Guten Morgen" oder so was. Das hilft. Für mehr habe ich mein MiniMik und mein Tablet mit der Sprachapp für Gehörlose, die Sprache in Text umwandelt für total laute Umgebungen (habe ich aber nicht mehr wirklich gebraucht seit ein/zwei Jahren - nur für eine andere, gerade Ertaubte, um ihr zu helfen).

    Mein Arbeitsumfeld kann keine Gebärden, aber stellen sich auf mich gern ein. Wichtig ist dabei, dass ich diejenige bin, die sagt, was sie braucht. Das können die sich nicht vorstellen - verstehe ich auch total. Ich sage, was ich brauche und was gerade wichtig ist und bitte höflich und dann geht das auch so weit möglich. Klar, in sehr lauter Umgebung kann auch der verständlichsvollste Mensch nicht dafür sorgen, dass es still wird, aber man kann dann mit wichtigen Infos warten, bis man in anderer Umgebung ist (z. B.).

    Ich habe für mich persönlich gelernt, dass MIR die Gebärdensprache total wichtig ist, weil ich auf diese Weise viel entspannter mit meiner Ertaubung umgehe - eine vollständige Sprache ist mir etwas Elementares. Dabei ist es ok, wenn ich darüber "nur" mit meinen gehörlosen Bekannten und Freunden, meinem Ehepartner und über Dolmetscher kommunizieren kann. Diese Sprache fühlt sich für mich persönlich richtig an sie zusätzlich zur Lautsprache zu können und zu nutzen (das ist aber, wie gesagt, vielleicht bei jemand anderem anders). Auch hat sie mein Denken und meine Wahrnehmung von Sprache verändert und das gefällt mir. Ich spreche seit ich gebärden kann auch Lautsprache viel lebendiger und mehr mit den Händen als zuvor.

    Und ich habe gelernt das ich die Fachfrau sein sollte, was mein Gehör und mein Verstehen angeht. Klar, es gibt immer ein paar Menschen, die einen gar nicht verstehen wollen und alle außer sich selbst ausblenden. Bei mir war es aber so, dass die allermeisten auf mich eingehen, wenn ich erkläre, was ich warum brauche.

    So, das war viel Geschriebenes ^^.

    Also ich lasse meine Haare immer Lufttrocknen und stecke mir die Soundprozessoren direkt wieder an. Da ist noch nie etwas passiert. Abends kommen sie sowieso jede Nacht in die Trockenbox. Aber wenn ich früh dusche und direkt danach die CIs anlegen, ohne mehr als ein Handtuch zum trocknen zu verwenden, dann passiert bei mir nichts. Und ich mache das schon ein paar Jahre ;).

    Ich persönlich trage meine langen Haare immer zu einem Zopf gebunden, entweder geflochten oder als Pferdeschwanz. Offen geht für mich nicht, weil mich das Geraschel der Haare wahnsinnig macht und sich die Haare auch in den Kabeln verheddern. Trotzdem würde ich mir manchmal wünschen, etwas mehr verschiedene Möglichkeiten zu haben. Wie tragt ihr eure Haare? Wenn sie auch lang sind - welche Frisuren habt ihr bislang gefunden? Freue mich über Ideen :).

    Ich war 25 als ich vollständig ertaubt bin und meine CIs bekam. Auch ich bin schwerhörig geboren, habe allerdings erst als Erwachsene Hörgeräte bekommen. Irgendwie habe ich mich durch die Schulzeit gewurstelt.

    Wie es ist, wenn man mit Hörgeräten noch ein Sprachverständnis hat und dann CIs bekommt, kann ich dir nichts sagen. Bei mir war ja jedes Hören weg. Aber ich fand das Hören mit den CIs schnell toll. So gut wie mit Cis habe ich vorher niemals gehört.

    Sprachverständnis ist bei mir natürlich vorhanden. Aussprache auch top. Viele Leute sagen mir sie hätten nicht mal gemerkt dass ich schwerhörig bin.

    Ich denke, du musst es einfach für dich entscheiden. Bei noch gutem Sprachverständnis frage ich mich allerdings, was es dir für Vorteile bringt und wo du sonst so große Schwierigkeiten hast, dass du für CIs in Frage kommst? Das klingt doch eigentlich so, als kämst du mit deinen Hörgeräten super zurecht?

    Im Büro kann ich durchaus zuhören und mit diskutieren. Allerdings habe ich keine Chance ein Protokoll zu schreiben. Auch dann nicht, wenn ich nur zuhöre. Das was gesagt wird, während ich schreibe, kommt akustisch bei mir nicht an, es ist einfach weg.

    Zuhören ist für mich und wohl die meisten Schwerhörigen eine Sache, die ich aktiv tun muss, eine Sache, bei der Normalhörende offenbar überhaupt nicht nachdenken müssen.

    Das geht mir exakt genau so. Sollte ich Protokoll schreiben, müssten alle mit Sprechen warten, bis ich aufgeschrieben habe. Macht also wenig Sinn für mich. Daher schreibe ich keine Protokolle.

    Benutzt Du außer den absolut notwendigen Apps auch noch andere Apps, z.B. Spiele, Amazon, Audible und co? Wie klappt es damit?

    Man kann alle Apps installieren. Man bekommt halt angezeigt, wie der Datenschutz bei der betreffenden App ist und welche Tracker und Berechtigungen es bei der App gibt. Dann entscheidet jede/r selbst. Außerdem kann man entscheiden ob man den Store anonym oder mit einem Google play store Konto benutzen möchte.

    Da man als Endnutzer sich schon mit den Zielen identifizieren muss

    Ja das ist es ja gerade. Wer (wie ich) so ein Smartphone kauft, der will Geräte, die menschenwürdig hergestellt wurden (z. B. auch keine Kinderarbeit) und wo die Rohstoffe möglichst umweltschonend und nachhaltig hergestellt wurden. Dann ist es egal, ob es "mittlere Leistung" hat. Bei diesen Telefonen geht es ohnehin darum, sie so lange sie halten möglichst auch zu verwenden. Da es laufend neue gibt, ist es dann ohnehin nicht lange unter den Topmodellen. Mir ist das egal. Es soll funktionieren (tut es) und es soll möglichst menschenwürdig und umweltschonend sein.

    Aber das sind meine persönlichen Präferenzen und jede/r entscheidet das selbst. Es geht mir auch nicht darum den moralischen Zeigefinger zu heben oder so. Aber wer sich dafür interessiert bzw. ähnliche Anforderungen an ein Telefon stellt, sollte wissen, dass es bei mir funktioniert hat :)

    Leseratte Das Murena Fairphone 5 z.B. kann hardwaremäßig Bluetooth (BT) 5.2 + LE . Als Betriebssystem fungiert ab Werk das /e/OS. Das ist ein entgoogeltes Android Betriebssystem. Da Android auch auf Linux basiert, müsstest du genau dein Betriebssystem nennen.

    Wenn die Cochlear Apps im Store erhältlich sind, könntest du es mal damit probieren. Es könnte sein, dass das Fairphone das von Cochlear geforderte BT-Protokoll unterstützt. Ich weiß nur nicht dessen genauen Namen.

    Solltest du z.B. postmarket.os oder ubuntu-touch, usw. verwenden, könnte es schwierig werden.

    Zur Info für alle, die es interessiert:

    es funktioniert :)! Seit Januar nutze ich das Murena Fairphone 5 mit entgoogeltem Android und dem Cochlear N8. Es funktioniert hervorragend. Streamen geht, die app auch ohne Probleme. Bei Nachrichten (z. B. sms oder Signal) kommt der Ton direkt ins CI. Werde ich angerufen und nehme das Gespräch an (oder rufe selbst an), schaltet sich der Ton automatisch auf beide CIs. Ich spreche in das Handymikro. Es ist echt ein super Fortschrift zum N6 und ich bin sehr zufrieden. Der Ton ist auch klar und deutlich.

    Ich möchte gern auch nochmal Mut machen. 4 Monate ist für CI - Hörenlernen eine sehr kurze Zeit.

    Und nach meiner Erfahrung führt mehr Druck zu schlechterem Hören. Die besten Erfolge hatte ich, als ich albernes Zeug mit den Geräuschen angestellt habe und Spaß an den Geräuschen hatte. Das ist wie früher in der Schule, wo man keinen Spaß dran hat, das lernt sich schwerer. Man braucht viel Geduld. Mit sich und dem Gehör. Und Pausen.

    Bei mir war die erste Zeit gar kein Verstehen - nur Glockengeräusche - bei ALLEM. Diese Geräusche haben sich dann ganz ganz langsam ausdifferenziert. Bis ich dann irgendwann wahrnehmen konnte, DASS jemand spricht (nicht was). Und später dann auch Verstehen.

    Mein Rat: Setz dich nicht unter Druck. Auch wenn es schwer fällt. Und suche dir Geräusche, die dir Freude bereiten oder Spaß machen - das hilft (ich fand damals das Knistern von Butterbrottüten irgendwie lustig). Wünsche dir einen guten Weg.