Posts by Salve

    Hallo Anita,

    die Anpassungen wurden in einem Cochlear-Zentrum vorgenommen.

    Ich glaube, dass ich damals 20 Einheiten á 1 Stunde erhalten habe.

    Zu Beginn war es schon ca. alle zwei Wochen. Dann ein mal im Monat.

    Die Anpassungen wurden stets „ausgemessen“; man hat ja zu Beginn nur gespürt, ob etwas ankam.

    Es war sehr wichtig, dass man die Anpassungen wirklich langsam und mit geringen Stufen vornahm, da der Hörnerv erst mal wachsen musste.

    Darüber war ich auch sehr dankbar, denn Eile war ja auch nicht notwendig ;)

    Die 20 Sitzungen wurden im Anschluss noch einmal bewilligt, denn man benötigt durch die langsamen und behutsamen Änderungen mehr Sitzungen.

    Nach ungefähr zwei bis drei Jahren waren noch Sitzungen übrig und wir haben es dann noch mal mit längeren drei-Monats-Abständen weitergeführt.

    Ich glaube mich zu erinnern, dass sogar später noch - nach einer Pause - 5 Sitzungen zusätzlich bewilligt worden sind.

    Die Anpassungen beinhalteten in der Regel Funktionsüberprüfungen, Hörtests mit CI, Veränderungen der Level zusammen mit der Schwelle, wann der Hörnerv in den einzelnen Frequenzen „anspringt“ und kleinere andere Anpassungen.

    Hörübungen haben wir tatsächlich nicht gemacht. Es hat sich alles von alleine gefügt :)

    Ich habe wie gesagt von Zeit zu Zeit am Anfang, wo ich schon einige Wörter verstehen konnte, Nachrichten in sehr langsamer Geschwindigkeit gehört. Oder Hörspiele. Aber alles langsam. Die normale Sprechgeschwindigkeit war noch zu schnell.

    Es ist ungefähr so, als dass man eine Fremdsprache lernt.

    Ja, und dann wurde es immer besser und schöner :)

    Was Dani hier wegen der Erschöpfung/Müdigkeit beschreibt kann ich ebenfalls bestätigen.

    Man ist nicht unbedingt dauermüde. Vielmehr kann es einen auf einmal „erwischen“, als dass man tatsächlich sehr plötzlich von einer Mattigkeit überrascht wird.

    Man merkt, dass es keine echte Müdigkeit ist, sondern tatsächlich direkt vom Kopf her kommt.

    Es ist ein wenig anders als eine echte Müdigkeit.

    Und es trifft im Grunde viele hier die ein CI erhalten haben. Das Gehirn verarbeitet extrem viel und benötigt halt auch mal Pausen ;)

    Hallo Anita,

    ich kann dir aus meiner Erfahrung bestätigen, dass das eingeschränkte Gesichtsfeld auf der rechten Seite mit dem rechten tauben Ohr zu tun haben wird.

    Ich habe es auch so erlebt, wie du es beschrieben hast.

    Der rechte Raum war stets kleiner. Mir ist das unter anderem auch beim Autofahren aufgefallen. Mein Beifahrer sagte mir, dass ich unwahrscheinlich weit rechts fahren würde. Jetzt, mit dem CI, halte ich unbewusst rechts mehr Platz ein, da sich wohl das Gesichtsfeld angepasst haben wird.

    Mit dem unbewussten Ignorieren was auf der rechten Seite so alles vorfällt ist es mir ebenso aufgefallen.

    Als ich zu einer Verabredung kam, suchte und schaute ich ausschließlich über die linke Seite nach dem Treffenden. Als ich dann feststellte, dass mein Trainingspartner die ganze Zeit von meiner rechter Seite aus gesehen in der Nähe stand und den Kopf schüttelte, dass ich ihn nicht gesehen hätte, erschrak ich ein wenig. Da ist es mir damals im Grunde bewusst geworden, dass das Gesichtsfeld über die rechte Seite eingeschränkt ist.

    Als ich die Schwankungen in der Seitigkeit hatte, hatte sich auch das Sehen als solches manchmal verändert.

    Es ging soweit, als dass es mir öfter nach der Versorgung mit dem CI auffiel, dass mein Büro beim Hineingehen am Morgen „anders“ aussah. Der Raum wirkte detaillierter. Ich konnte ihn kurzzeitig nicht als ganzen Raum überblicken.

    Ich habe erfahren, dass hier tatsächlich die beiden Hirnhälften verantwortlich sein sollen. Mit der linken Hirnhälfte werden Details stärker wahrgenommen. Mit der rechten Hälfte eher die Übersicht. Man sollte hierbei wissen, dass die jeweiligen Hirnhälften stets für die Augen und Ohren auf der gegenüberliegenden Seite verantwortlich sind.

    Da nun das rechte Ohr hinzu kam, dieses sich salopp gesagt mit dem rechten Auge zusammenschloss und ein Bündnis einging, wurde das rechte Auge wohl stärker von der gegenüberliegenden linken Gehirnhälfte gefördert.

    Somit könnte das für mich erklären, weshalb der Raum auf mich tatsächlich „anders“ wirkte.

    Man kann es sogar selber testen:

    Versucht man, sich einen Überblick über einen Raum zu machen, dann hat man wahrscheinlich das Gefühl, es über die linke Seite zu tun. Hier wird dann die rechte Hirnhälfte mehr beansprucht.

    Ich hatte ebenso das Problem, als dass ich beim Tischtennis stets bemerkte, dass mir bei der Vorhand vor dem erhaltenen CI der rechte Raum fehlte.

    Ich habe die Vorhand zwar mit der rechten Hand ausgeführt, doch mich stets nach links orientiert.

    Jetzt, mit CI, musste ich die Vorhand tatsächlich neu lernen; der rechte Raum, die Seite war auf einmal da. Der ganze Bewegungsablauf ist nun anders. Aber es ist viel besser!

    Das Gefühl, in die Mitte zu kommen, kann ich auch bestätigen.

    Als ich das CI erhalten und über die Zeit all die für mich noch unerklärten Veränderungen bemerkte, habe ich eine Ergo-Therapie zur Begleitung in Anspruch genommen.

    Dort wurde mir vieles bestätigt und es war spannend zu erfahren, wie z. B. Schlaganfall-Patienten von gleichen Veränderungen berichteten. Nur mit dem Unterschied, dass nach dem Anfall etwas nicht mehr funktionierte und verloren war.

    Bei mir war es ja genau anders herum; es kam etwas hinzu.

    Und bei der Ergo-Therapie hatten wir einmal eine Entspannungsübung gemacht mit Kopfhörern. Da kam zwar noch nichts bewusst am CI-Ohr an, doch es hatte trotzdem geklappt:

    Es wurden Geräusche über beide Ohren zugespielt. Irgendwelche „Wellen“, deren Begriff mir leider nicht mehr einfällt.

    Nach ca. 20 Minuten, als die Beschallung zu Ende war, wollte ich mich an meiner Nase kratzen. Ich war da absolut entspannt.

    Ich war dann umso erstaunter, als ich merkte, dass beide Hände gleichzeitig zur Nase wollten! ;)


    Im Grunde stimme ich dir völlig zu, dass das hinzugekommene rechte Ohr zu einigen guten Veränderungen geführt hat. Auch, als das Hören noch nicht „rund“ und erst im Aufbau war, habe ich körperlich und vom Kopf her sehr vom CI profitiert.


    Mit den Müdigkeiten bin ich relativ entspannt umgegangen. Im Grunde kamen diese erst richtig an die Oberfläche, als ich begann über das rechte Ohr bewusst hinzuhören.

    Wenn man im Grunde darauf achtet, genügend zu schlafen , dann müsste es eigentlich gut gehen.

    Sicherlich, wenn man eine extrem kommunikative Arbeit hat z. B., dann kann es hier wieder anders aussehen. Das wird einfach individuell verschieden sein.

    Ambulante Betreuungen machen auch nach meiner Meinung Sinn. Es kommt wirklich auf den Einzelfall an. Ich glaube, dass man mit der Zeit bemerkt, was man benötigt.

    Mir hat wie gesagt eine begleitende Ergo-Therapie sehr gut geholfen.


    Vielleicht gibt es hier andere Berichte über Menschen, die tatsächlich von Geburt an auf einem Ohr taub waren und Ähnliches erlebt haben? Oder vielleicht andere Dinge?


    Ein interessantes Thema ist es allemal :)


    Und es freut mich, dass es dir Mut macht, über die CI-Versorgung nachzudenken.


    Viele Grüße,

    Salve

    PS: Deine Frage nach der Dauer vom Spüren zum Hören ist noch offen.

    Ich würde sagen, dass es ungefähr drei, vier, fünf Monate gedauert hat, bis ich feststellte, dass das Aufschlagen eines Kugelschreibers auf die Tischplatte irgendwie einen Klang erzeugt ;)

    Die Veränderungen, dass man im Gesamtklang mit dem Hörgerät etwas bemerkt, waren ungefähr zur gleichen Zeit vorhanden.

    Ich habe mir über meine Zielvorstellungen mit dem CI damals überhaupt gar keine Gedanken gemacht. Ich habe es einfach immer getragen. Morgens aufgestanden, CI angeschaltet, getragen und: Vergessen ;) Am Abend das CI wieder abgenommen.

    Das Gerät hatte im Grunde keine Chance in die Schublade zu kommen. Ich habe auch keinen Grund gefunden das zu tun. Ich hatte ja keine Erwartungshaltung.

    Ich habe mir auch keine Frist gegeben, bis zu welchem Zeitpunkt sich etwas verändern sollte oder gar musste, damit ich es weiter trage.

    Das Einzige was ich wusste war, dass mir Herr Dr. Roland Zeh von der Kaiserberg-Klinik in Bad Nauheim bei einer REHA (damals noch ohne CI) sagte, dass wenn mein gesundes Ohr mal abschmieren sollte, es mit einem CI sehr schnell gehen wird, da es schon fast "übertrainiert" ist.

    Jedoch würde es mit dem tauben Ohr und einer CI-Versorgung Jahre dauern bis man ein Sprachverstehen erhält.

    Dies hatte ich die ganze Zeit im Hinterkopf. Deswegen habe ich das CI laufen lassen und es nie beiseite gelegt. Das hat sich gelohnt, es war die richtige Entscheidung...

    Hallo Anita,

    die nervlichen Strukturen werden in der Tat (wieder) geweckt. Durch das Reizen der Hörbahnen wächst der Hörnerv. Aus diesem Grund soll man auch bei einem von Geburt an tauben Ohr wirklich sehr langsam die Anpassungen vornehmen.

    Das wurde bei mir auch so gemacht.

    Ich habe gemerkt, dass einiges bei mir geschieht. Dass es Veränderungen gab.

    Zum Einen die große Müdigkeit und der Hunger auf Süßes :) Auch kleinere Erschöpfungen kamen vor, wenn auch selten. Ebenso Gereiztheiten und das Empfinden, Ruhe haben zu wollen.

    Was ich auch sehr interessant fand, war, dass mein Körper Angst bekam! Ja, Angst. Ich kannte es ja nicht, mit dem rechten Ohr zu hören. Da man zu Beginn der Anpassungen nichts auf dem tauben Ohr mit CI gehört hat, habe ich mich stets gewundert, wenn ich im Lärm auf der Straße stand, weshalb ich Angstgefühle bekam?

    Im Grunde müsste man sich bei uns Beiden das Ganze so vorstellen, als dass wir uns gar nicht vorstellen können, mit dem tauben Ohr zu hören. Das geht ja gar nicht. Wir kennen das ja nicht. Das ist ungefähr so, als dass man jemanden mit zwei gesunden Ohren sagen würde, er würde ein drittes Ohr hinzubekommen. Und zwar in der Stirnmitte. Dies könnte man sich wahrscheinlich ebenso schwer vorstellen.

    Deswegen war es für mich schon verständlich, dass ich Angst bekam. Angst vor dem Neuen.

    Was ich noch bemerkt habe, war, was Lateralität bedeutet.

    Ich bin (wie bei dir ja auch) so aufgewachsen, als dass ich mich stets mit der gesunden Ohrseite orientierte. Die andere Seite "gab es nicht", oder zumindest war da etwas wie ein kleines schwarzes Loch. Ich fühlte mich stets unwohl, wenn Menschen auf der tauben Seite neben mir liefen. Auch natürlich, weil ich sie nicht verstehen konnte. Aber auch, da kein Gefühl für diese Seite vorhanden war.

    Mit dem CI veränderte sich das.

    Ich merkte auch sehr oft, wie sich die Seitigkeit im Kopf veränderte. Sie schwankte nach rechts und nach links. Ich bemerkte dies deswegen, da ich Tischtennis spiele. Wenn ich lange spielte, dann merkte ich, wie auf einmal meine rechte Seite "betont" worden ist. Wie auf einmal das Handgefühl der rechten Hand stärker wurde. Nach dem Training und einiger Ruhezeit hatte sich alles wieder nach links verlagert. Das habe ich tatsächlich im Kopf bemerkt.

    Hier wurde mir bewusst, was mit "Auge-Hand-Ohr-Koordination" und auch Seitigkeit gemeint ist und welchen großen Einfluss die Augen und Ohren darauf haben.

    Im Grunde gehören das rechte Auge und das rechte Ohr zum Beispiel zusammen: Hört man ein Geräusch auf der rechten Seite, richten sich die Augen darauf aus. Wobei das rechte Auge dem rechten Ohr folgt.

    Nun haben sich über all die Jahrzehnte ohne dem hörenden rechten Ohr die Augen komplett auf das linke Ohr justiert.

    Im Rahmen der Neuverschaltungen im Gehirn durch das CI hatte ich eine kurze Zeit, in der ich "über Kreuz" sah. Ich wusste nicht, wie sich die Augen verhalten und hatte auf einmal einen 3D-Blick: alles sah irgendwie plastisch anders aus. Das hat sich dann aber auch gegeben und ich fand das Ganze ziemlich spannend ;)

    Ich bemerkte auch, dass sich mein Gehirn neu einstellte. Als ob das Hören mit der rechten Seite, welches ja hinzukam, seinen Platz suchte und sich dazwischen schob.

    Interessant wurde es stets, wenn ich vom ruhigen Büro auf die Straße lief. Es war laut und ich merkte, wie sich alles auf die neue Seite verschob. Als ich dann jemanden traf und sprach, wollte ich einen bestimmten Namen nennen. Doch das ging nicht. Ich hatte das Gefühl, auf der falschen Seite zu sein. An der anderen Schublade zu stehen. Ich musste mich erst konzentrieren auf die linke Ohren-Seite zu wechseln und tatsächlich, der gesuchte Name fiel mir dann auch sofort ein!

    Im Laufe der Zeit hatte sich tatsächlich das Ganze "eingependelt". Die Wechselseitigkeiten ließen nach und ich hatte mehr und mehr das Gefühl, in der Mitte anzukommen.

    Heute ist es so, als dass wirklich alles ausgewogen ist und es keinen Wechsel mehr gibt.


    Ich vermute, dass auch hier bei meinen Beschreibungen, jeder andere Erfahrungen machen wird. Einige bemerken vielleicht gar nichts. Aber wie du schon sagtest, ich habe hierüber auch nicht viele - eigentlich gar keine - Erfahrungsberichte im Internet gefunden.


    Zum Risiko der CI-Implantation:

    Ich würde sagen, dass eine CI-OP heute in der Regel sehr gut gelingt. Wir haben hier im Forum sehr viele Operierte, die berichten, wie es ihnen unmittelbar nach der OP geht. Ja, es kann Tinnitus und Schwindel geben. Nervenstörungen im Gesichtsbereich und evtl. sogar eine beeinträchtigte Zunge.

    Doch meistens geht alles gut und ich stelle fest, wie viele hier von ihren schönen Veränderungen und Verbesserungen berichten.


    Was du sagtest, Anita, dass du im Grunde von deinen Freunden gehört hast, nichts zu verlieren mit der OP, kann ich bestätigen. Du kannst hier nur gewinnen.


    Die Entscheidung, ob du dich implantieren lässt und ob die physischen Gegebenheiten deiner etwas verkleinerten Cochlea überhaupt für ein CI ausreichen, kann dir keiner abnehmen. Aber vielleicht ist ja mein Beitrag hier für dich eine Unterstützung in der Entscheidungshilfe?


    Viele Grüße,

    Salve

    Hallo Anita,

    ich kann dir sehr gerne sagen, dass es bei dir klappen könnte.

    Der Promotoriumtest ist gut ausgefallen bei dir (kribbeln) und es sei möglich ein CI zu implantieren.

    Ich selber habe die gleichen Voraussetzungen gehabt: von Geburt an taubes rechtes Ohr, linkes Ohr mit HG versorgt.

    Mit 36 Jahren habe ich mich für ein CI für das taube Ohr entschieden. Und das Endergebnis nach zehn Jahren?

    Es war die beste Entscheidung, welche ich treffen konnte!

    Das ehemals taube Ohr hört. Ich kann damit sogar telefonieren. Musik hören, sich auf der "tauben" Seite unterhalten. Alles funktioniert und ich bin sehr froh darüber.

    Aber: Es wird aller Wahrscheinlichkeit auch bei dir sehr lange dauern, bis es gut klappt. Es ist ein langer Weg, denn das taube Ohr hat nun mal nicht gehört.

    Jedoch wurden deine Hörverbindungen zum tauben Ohr tatsächlich über dein gutes Ohr mitversorgt. Es wird bei dir alles vorhanden sein, was du zum Hören benötigst.

    Durch ein CI werden deine Hörbahnen anschließend vom Ohr aus trainiert. Der Hörnerv wächst und es kommt allmählich etwas an.

    Es gab auch andere interessante Veränderungen die mit dem tauben Ohr und werkelnden CI im Gehirn zusammenhingen. Davon kann ich dir später noch gerne berichten.

    Mit dem CI fühle ich mich "beruhigter", es ist außerdem eine Entlastung für das andere HG-Ohr. Es gab eigentlich nur positive Veränderungen.

    Im Grunde kann ich dir empfehlen, es machen zu lassen. Da du ja darüber auch schon nachdenkst, erkenne ich hier deinen Willen ;)

    Das Allerwichtigste wird sein, dass man Geduld mitbringt.

    Zu Anfang nach der erfolgten Erstanpassung wirst du sehr wahrscheinlich nichts hören, sondern nur "spüren". Spüren im Form von, "da kommt etwas an, aber ich höre es nicht."

    Wenn die Reise weiter geht, dann kann es nach Wochen oder Monaten sein, dass du mit dem CI über dein anderes (!) Ohr etwas wahrnimmst. Dass sich der Klang deines anderen Ohres verändert, du aber bewusst noch nicht auf der CI-Seite hörst. Das würde dann daran liegen, dass die Hörbahnen über Kreuz liegen und das eine Ohr mit dem anderen Ohr verbunden ist.

    Und im weiteren Verlauf wirst du bemerken, dass dann doch etwas auf der CI-Seite ankommt! Erst wenig, dann immer mehr. Dann kommt auf einmal Sprache an, anschließend Musik und dann ist das "Wunder" da :)

    All das hat bei mir sehr lange gedauert. Jahre. Ich habe das CI einfach mitlaufen lassen. Es immer getragen. Und es wurde von ganz alleine immer besser...

    Ab und an alle paar Wochen zum Testen ein Hörspiel nur über das CI gehört. Musik angeschaltet und alleine über das CI laufen lassen. Und jedesmal hat es mich von den Socken gerissen, dass es besser wurde! Einfach unglaublich!

    Deswegen: Wenn dein Wille vorhanden ist, du neugierig bist und Geduld hast, dann würde ich dir ein CI sehr empfehlen!

    Viele Grüße,

    Salve

    Hallo Alex,

    es ist gut, dass du die Abstände der Anpassungen beim nächsten Termin erwähnen wirst. Da kann man gespannt sein, wie das begründet wird.

    Ich bin selber nicht reimplantiert, kann mir aber vorstellen, dass es bei solch einer Aktion nie so sein wird, dass man nach der Reimplantation am Anfang genauso hört wie vorher.

    Dazu liegen die Elektroden an anderer Stelle, die Nervenendungen sind auch nicht mehr an den Elektrodenträger "anliegend". Es gibt hierüber interessante Lektüre im Internet. Auch, dass es z. B. Versuche gab, das Ankoppeln der Nervenfasern an die CI-Elektroden zu verbessern: https://www.scinexx.de/news/me…de-verbessert-hoerhilfen/

    Deswegen kann ich mir schon vorstellen, dass es eine Weile dauern wird, bis es tatsächlich wieder gut wird. Aber es wird ja :)


    Mit dem rechten Ohr haben wir ja eines anscheinend gemeinsam: Ich bin von Geburt an auf diesem Ohr auch taub. Vor zwölf Jahren habe ich mich entschlossen für dieses taube Ohr, welches wirklich noch nie gehört hat, ein CI zu implantieren.

    Um es kurz zu machen: es hat geklappt! Es war ein sehr, sehr langer Weg, doch heute kann ich mit diesem rechten, tauben Ohr sogar telefonieren!

    Im Grunde wäre die Frage bei dir, was dich daran hindert es zu probieren? Ich würde es immer wieder machen. So hat es auch dazu geführt, dass ich entspannter mit dem Hören bin und auch nicht mehr in Sorge um das linke Ohr.

    Es ist außerdem eine Entlastung für das eine Ohr, welches stets Höchstleistung vollbringen muss.

    Deswegen: dein rechtes Ohr muss aller Wahrscheinlichkeit nicht taub bleiben. Auch, wenn man über Jahrzehnte nicht auf einem Ohr gehört hat, wird dieses Taube Ohr "intern" stets ein wenig über die Nerven mitstimuliert.

    Vielleicht wäre es wirklich eine Überlegung für dich?

    Viele Grüße, Salve

    Hallo Alex,

    eine Reimplantation ist sicherlich kein einfacher Weg. Es wird hier auch Zeit benötigt, bis alles wieder gut klingt und auch das Sprachverständnis wieder da ist.

    Die Anpassungen müssten nach meinem Verständnis eigentlich auch zeitlich etwas enger sein. Vier Wochen bis zur nächsten Anpassung zu warten sind schon sehr lang. Kannst du hier nicht nach kürzeren zeitlichen Abständen der Einstellungen fragen?

    Aber eine Frage hätte ich zu deinem Fall: Wieso bitte hast du nur ein CI? Was macht dein anderes Ohr? Du hast geschrieben, dass die vier Wochen bis zur Erstanpassung mühsam waren, da du wohl gar nichts gehört hast?

    Viele Grüße,

    Salve

    Ein kleiner Zwischenstand:

    ReSound hat mit seinem HG ReSound ONE hands free eingeführt. Es funktioniert ausschließlich mit einem iPhone ab dem Modell 11 aufwärts und iOS 15.

    Nutzer, die zusätzlich zu einem ReSound ONE auf dem anderen Ohr ein Nucleus 7 von Cochlear verwenden, haben mit der hands-free-Funktion des ReSound ONE ein Problem: es funktioniert leider nicht!

    Das ReSound ONE möchte gerne auf das Mikrofon des Hörgerätes umschalten. Alles ist soweit eingestellt. Doch das Nucleus 7 "verhindert" das Umschalten auf das Mikrofon des Hörgerätes. Es verlangt sozusagen das Mikrofon des iPhones.

    Ich habe das Problem Cochlear geschildert und hoffe sehr, dass es hierzu bald eine Lösung gibt.

    Auch wenn das Nucleus 7 hands-free grundsätzlich nicht beherrscht, wäre es gut, wenn die Umschaltung auf das Mikrofon des Hörgerätes funktionieren würde.

    PS: ich vermute, dass deine Akustikerin es einfach "gut" gemeint hat. Vielleicht hat sie deinem Hinweis entsprochen, als du sagtest, dass das Sprachverstehen noch nicht durchkommt und das Ganze deswegen lauter eingestellt. Vielleicht eher auch in den Höhen.

    Deswegen: Lasst euch Zeit mit den Anpassungen. Die Sprache kommt mit der Zeit. Dein Hörnerv braucht "Training". Gut Ding will Weile haben :)

    Hallo Silke,

    ja, gehe dem bitte nach. Ich denke, dass das CI relativ vieles und alles sein kann, nur nicht unangenehm ;)

    Die Anpassungen, die bei mir gemacht worden sind, waren stets in kleinen Schritten. Dabei wurden die Reaktionen gemessen, inwieweit der Hörnerv reagiert. Das war dann zusammen mit meinem subjektiven Eindruck die jeweilige "Hörschwelle".

    Das hat recht gut geklappt. Ich habe ein CI von Cochlear.

    Einmal hatte ich auch etwas mehr Lautheit probiert. In den darauffolgenden Stunden jedoch relativ schnell gemerkt, dass es zu viel war. Das alte Programm wieder genommen und beim nächsten Mal wieder vorsichtiger gewesen.

    Deswegen: Lasse deine Einstellungen bitte überprüfen. Wenn du das CI trägst, dann sollte es wirklich "komfortabel" sein. So, dass du es gerne trägst!
    Viele Grüße,

    Salve

    Wenn alles schrill ist und zischt und du das Gefühl hast, den SP abzunehmen, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach zu laut eingestellt.
    Lasse es bitte prüfen.

    Eine wichtige Frage an diejenigen hier, die dem 2. Ohr auch ein CI "gegönnt" haben: Wie ist nun der Klang im Gegensatz zum CI + HG?


    Ich selber habe auch ein CI und ein HG und zusammen klingt alles ziemlich gut.


    Doch wie ist es mit zwei CI?


    Ja, ich glaube, dass diese Frage vielleicht schwierig zu beantworten ist, da man ja nun mit dem 2. CI keine direkte Vergleichsmöglichkeit mehr hat. Aber vielleicht hat ja doch jemand einen Unterschied im Klang bemerkt?


    Viele Grüße, Salve

    Du meinst, dass du dein CI und dein HG mit deinem iPhone koppelst. Und dann funktioniert es einmal und dann nicht mehr?


    Ich denke, dass es nicht daran liegt. Sondern, dass dein Akustiker bitte noch mal prüfen soll, ob er das ReSound mit deinem CI auch zusammengekoppelt hat? Da muss man in der Anpassungssoftware etwas einstellen. Vielleicht liegt hier ja der Fehler?

    Hm, wenn dein Akustiker das HG und das CI zusammen (!) gekoppelt hat, so dass beide Geräte über das iPhone gemeinsam angesprochen werden, dann müsste es eigentlich funktionieren.

    Musik-Streamen über das iPhone klappt also auch nicht, hast du geschrieben? Wegen "egal was ich über Handy hören möchte.", würde ich das so verstehen.

    Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass die Kopplung vom HG und CI nicht ganz rund läuft. Also die Verbindung HG und CI direkt.

    Hast du eventuell eine FritzBox zu Hause? Falls ja, dann kannst du dir die Fritz-Fon-App auf dein Handy spielen.

    Durch diese App wird dann dein Smartphone - wenn es mit WLAN zu Hause verbunden ist - bei einem Anruf auch klingeln, so dass du dann über das WLAN mit dem Smartphone über deinen Festnetzanschluss telefonierst.

    Ebenso kannst du über das Smartphone und der App andere Telefon-Teilnehmer über das Festnetz anrufen.

    Ich habe auch das Phonak DECT CP 1 und stand vor dem gleichen Problem. Nun ist es viel besser gelöst und ich telefoniere über das Smartphone mit Ton in beiden Ohren auf einem Festnetzanschluss! ;)

    Dann hat Joachim auch geschrieben, dass es vielleicht von einer Überreizung kommen kann, dass du weniger schmeckst.


    Du hast selber ja erwähnt, dass du die Lautstärke hoch gestellt hast und fleißig über das Streamen hörst.


    Ich würde tatsächlich beide Möglichkeiten nachgehen.


    Einen Test machen und abklären, ob es an der hohen Reizung liegen könnte.