Ander.X. Beginner

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  • 17. Februar 2019 - 10 von 10!

    Bin auf der "Asklepios" Trainings-App zu den "mittelschweren" Übungen vorgestossen.

    (Klammer: Die "schwierigen" Übungen finde ich sehr leicht, weil die mehr Kontext bieten und ich mehr erraten kann ;).

    Eine der für mich schwierigeren Übungen ist das Erkennen von Vokalen in Einsilbenwörtern. Bisher habe ich das richtige Wort einigermassen herausgehört - bzw. erraten können - wenn ich mir die Auswahl der Lösungen beim Vorlesen angeschaut habe. Heute habe ich versucht, die Wörter echt zu hören, d.h. die Auswahl der Lösungen erst anzuschauen, wenn ich eine Vermutung zum Wort hatte. Und: 10 von 10 - Freu mich!

  • 10. Februar - Gottesdienst und Mittagessen in der Kirche

    Ich versuche, die Predigt mit dem linken Ohr zu hören und habe den Eindruck, ab und zu kommt da wirklich etwas rein. Singen ist wie immer wacklig - meine eigene Stimme ist gegenüber den anderen Stimmen zu dominant - ich bezweifle ob mir Singen je wieder wirklich Spass machen wird. Der Lärm beim Aperitif und während des Essens ist dann wie gewohnt primär Lärm. Einigen Stimmen kann ich mit viel Aufmerksamkeit einigermassen folgen, die meisten gehen aber im Brei unter - auch direkte Nachbarn. Ich verabschiede mich, bevor der Anlass offiziell fertig ist.

  • 8. Februar 2019 - 2. Hörtraining

    Zum zweiten Hörtraining bringe ich zur Unterstützung einen "richtigen" Gehörschutz mit und das Smartphone mit der Lärm-App (MyNoise) und dem In-Ear Kopfhörer. Beim letzten Training hat mein rechtes Ohr - ungenügend abgeschirmt - immer mitgehört und geschummelt. Ich habe viel nur mit Hilfe des rechten Ohrs verstanden und erraten.

    Jetzt mit semiprofessioneller Vertäubung rechts sind die Aufgaben deutlich schwieriger. Ich erkenne alle Wärter frühestens beim zweiten Versuch und die Vokale nach wie vor fast gar nicht. Nach dem Training - ehrlich gesagt, schon nach 50 Minuten - bis ich alle.

    An Abend dann ein grosses Erfolgserlebnis: Meine Frau spielt mir aufm Smartphone einige Artikel aus der Tageszeitung vor (vgl. Eintrag vom 2 Februar). Ich erkenne auch bei unbekanntem Kontext einzelne Wörter und manchmal sogar den Sinn des vorgelesenen Artikels!

  • 5. Februar 2019 - Rückkoppelung und Quietschen

    Schon auf dem Weg vom Spital zur Arbeit gestern hatte sich die neue Einstellung komisch bzw. unangenehm angefühlt: Vogelzwitschern ist von einem unangenehmen Pfeifen begleitet, Autoreifen auf der nassen Strasse mit einem Heulen von ca. 1 kHz, ebenso der Wind hinter den Ohren. In der Hoffnung, dass ich mich daran gewöhnen würde, wollte ich mindestens 24 Stunden abwarten. Jetzt ist aber genug! Zum Glück erhalte ich schon für morgen Mittag einen Termin, um die "Optimierung" vom Montag wieder rückgängig zu machen.

  • 4. Februar 2019 - Optimierung der Einstellungen (Audiologie Inselspital Bern)


    Hörtest im schallisolierten Raum mit vertäubtem rechtem Ohr. Die Hörschwelle ist bis 6 kHz fast konstant bei -30 dB - der Audiologe ist einigermassen erstaunt über das gute Ergebnis. Zahlenverstehen ist super - 19 von 20 korrekt erkannt. Ich vermute allerdings, dass die Vertäubung rechts nicht gut genug ist (der Zapfen sitzt nicht wirklich satt). Ausserdem sind Zahlen ja einfach - die erkennt man meist auch schon am Sprachrhythmus. Zum Einzelworttest erhalte ich dann den grösseren Pfropfen ins rechte Ohr und noch 10 dB zusätzliches Rauschen. Das Ergebnis: Zwei von zwanzig Wörtern korrekt erkannt. Erstaunt mich gar nicht...


    Ausser den 20 Kanälen (Hörschwelle und Schmerzschwelle) will der Audiologe auch eine andere Pulsbreite (25 statt 35 Mikrosekunden) ausprobieren. Der Höreindruck scheint mir im akustisch sehr trockenen Behandlungszimmer etwas reicher als mit der Standardeinstellung. Mal ausprobieren.

  • 3. Februar - Tonhöhen?

    Schon bei der Inbetriebnahme des CI war mir aufgefallen, dass sich die einzelnen Elektroden des Implantats unterschiedlich anhören, dass ich aber keine Tonhöhen zuordnen kann. Nun will ich das noch einmal ausprobieren: Mein Smartphone kann nicht nur vorlesen, da ist auch ein Synthesizer drauf (GarageBand). Der Versuch bestätigt, dass mein Implantat bzw. mein Gehör links (zur Zeit noch) keine Tonhöhen unterscheiden kann: Egal welche Taste des synthetischen Klaviers ich drücke, es entsteht kein Eindruck von Tonhöhen (und schon gar nicht der Eindruck von Klavier ;). Bin gespannt, ob und wie sich das weiter entwickelt. Mein wichtigstes Anliegen ist ja das Sprachverstehen!

  • 2. Februar 2019 - Vorlesen über Bluetooth

    Ein cooles Experiment: Mein Cochlear P1000 kann Bluetooth und mein Smartphone kann vorlesen. Nach der Ernüchterung im Hörtraining probiere ich aus, wieviel ich verstehe, wenn ich mir vom Smartphone etwas direkt ins Implantat vorlesen lasse. Das Ergebnis: Wenn ich mitlese, kann ich problemlos nachvollziehen, was mein linkes Ohr übers Implantat hört. Wenn ich nicht mitlese, verstehe ich nicht einmal Bahnhof. Ich nehme mir vor, täglich ein paar Minuten so zu üben.

  • 1. Februar 2019 - Erstes Hörtraining

    Die Schweizer Invalidenversicherung (IV) zahlt einige Stunden Hörtraining bei einem/r Audiologen/Audiologin.

    Mein erstes Training war eher enttäuschend: Trotz Gehörschutzpfropfen hört das rechte (gesunde) Ohr immer mit, ich kann viele Wörter erraten. Zum nächsten Training werde ich meine eigenen Pfropfen, den Noise-Canceler Kopfhörer und die Lärm-App (MyNoise - vom Regen in die Traufe, Rauschen in allen Farben - ideal für die Siesta!).

  • 29. Januar 2019 - Erster hörbarer Effekt


    Bisher war Autofahren auf dem Beifahrersitz ein isolierendes Erlebnis: Vom Gespräch der anderen "Insassen" bekomme ich fast nur mit, dass es statt findet. Von Verstehen keine Spur - ich übertreibe: Ab und zu das eine oder andere Fragment kommt bei mir an.

    Heute habe ich mit meiner Frau zusammen testen können: Ich aufm Beifahrer, sie aufm Fahrersitz, sogar das Radio läuft. Ich verstehe sozusagen jeden Satz den sie sagt!

    Das kann natürlich auch Einbildung sein - vielleicht hat meine Frau einfach besonders deutlich gesprochen, vielleicht war ich einfach besonders aufmerksam drauf. Was zählt ist das Erfolgserlebnis!

  • 25. Januar 2019 - Tinnitus!

    Beim Aufwachen stelle ich mit Schrecken fest, dass sich mein altbekannter Tinnitus (diskretes konstantes 5 kHz Pfeifen, das mich bisher nicht gestört hatte) über Nacht zu einer Nervensäge entwickelt hat. Mist!

    Mit dem Einschalten des CI wird der Tinnitus natürlich vom CI «übertönt». Bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt...

  • 24. Januar


    Ein erster Arbeitstag mit eingeschaltetem CI mit Gesprächen, ruhiger Bildschirmarbit und einer kurzen Sitzung zu dreien. Erstaunlicherweise fühle ich mich an Abend nicht müder als sonst. Der Audiologe hatte mich diesbezüglich vorgewarnt.

  • Inbetriebnahme, 23. Januar 2019

    Die Inbetriebnahme erfolgt wieder im Inselspital (Audiologie).

    Erstaunlicherweise habe ich noch fast dasselbe Restgehör wie vor dem Einsetzen des CI - ich war der Meinung, mit der Operation geht das flöten. Das Reintonaudiogramm (minus 100 dB bei 250 Hz, minus 110 dB bei 500 Hz, höhere Frequenzen immer schlechter) zeigt über die ganze Breite nur ca. 5 dB schlechter an als im Frühling 2016 - könnte evtl. auch am anderen Messgerät liegen oder an der Tagesform.


    Der «technische» erste Test ist erfolgreich: Ich «höre» auf allen 20 Elektroden meines Cochlear P1000. Tonhöhen erkenne ich allerdings nur ca. auf dem mittleren Drittel: Die «Tiefen» klingen zwar anders aber nicht unbedingt tiefer. Ebenso die Höhen.


    Der erste Höreindruck nach dem justieren des Equalizers: Da spielt auf meiner linken Seite ein wahnsinnig schneller und präziser Schlagzeuger auf dem fast ganz geschlossenen Hi-Hat fast exakt im Sprechrhythmus des Audiologen mit. Gefühlte 3 Komma Hundertstelsekunden verzögert. Die Höhen sind grell, ich lass mir die im Verlauf der Sitzung noch etwas zurückstellen.


    Erste Experimente mit der Hörtrainings-App ergeben:

    • Zahlen bis hundert erkenne ich am Sprechrhythmus ; )
    • Vokale erkenne ich eigentlich nicht (manchmal errate ich ein «i» korrekt);
    • Zischlaute tönen alle gleich, auch hochfrequenter Lärm wie z.B. das Reiben der Mütze auf dem Sprachprozessor.

    Bin gespannt...

  • Nachkontrolle, 8. Januar 2019

    Die Nachkontrolle ist unspektakulär, Herr Vischer (einer der Chirurgen) nimmt mit Zufriedenheit zur Kenntnis, dass die Narbe gut verheilt ist und die Schmerzen verklungen. Wünscht mir Geduld beim «hören lernen» und einen erfreulichen Rest des Lebens (sinngemäss). «Dann werden wir uns wohl nicht wieder sehen» meint er zum Abschied...

  • Die Operation:

    Durchgeführt durch die Herren Vischer und Weder im HNO-Zentrum des Inselspitals Bern am 20. Dezember 2019.

    Die Herren haben offenbar sorgfältig gearbeitet, keine der «vertraglich wegbedungenen Nebenwirkungen» ist eingetreten. Schmerzen und Narbe haben sich gut entwickelt.

    Herzlichen Dank!

    Am 21. Dezember habe ich das Spital bereits wieder verlassen, am 28. die letzte Schmerztablette eingeworfen.

    Am 8. Januar ist Nachkontrolle (Narbe und Nachwehen), an 23. Januar Inbetriebnahme. Bin gespannt!

  • Ich:

    Männlich, 55, einseitig taub nach Hörsturz Ende Januar 2016.

    Zweieinhalb Jahre zugewartet in der Hoffnung, dass sich das Gehör so spontan erholt, wie es sich abgemeldet hatte.

    CI eingesetzt am 20. Dezember 2018, in Betrieb genommen am 23. Januar 2019.

  • Das soll mein CI-Tagebuch werden.


    Mir zur Erinnerung, andern zur Erinnerung daran, dass alles auch ganz anders sein könnte.