Das ist ja schon recht ordentlich, was alles im Kopf untergebracht werden muss. Akku sowieso, Magentschnittstelle nach draußen für externe Prozessoren und drahtlose Funkschnitstelle für die FB, Das sollte man nicht vergessen.
Und was die Kosten anbetrifft, denke ich, dass auf Dauer der TICI günstiger sein könnte. Ich habe bisher alle 5 Jahre einen neuen Prozessor erhalten und ohne Probleme bezahlt bekommen. Jetzt den Sonnet 3, besonders gut ist das Streamen und Telefonieren auf beiden Ohren.
Sichtbarkeit? Ja, ich wurde gestern beim Brennholz verarbeiten von der (neugierigen) 5-jährigen Tochter von nebenan gefragt, was ich denn da an den Ohren habe, Wie auch bei jedem Besuch, jung und alt. Und einmal sogar von einem Fremden auf dem Campinplatz, der ein Kandidat für ein CI war und sich bei bei mir informieren konnte. Aber es gibt auch Leute, die machen einen Bogen um mich herum nach dem Motto, der hört ja eh nichts. Aber unterm Strich freue ich mich, wenn ich erklären kann, warum ich ein CI habe, wie es funktioniert usw. Ist immer ein Gesprächsthema. Aber nur, wenn andere danach fragen oder neugierig sind. Bei einer unsichtbaren Lösung wäre das nicht möglich. Ich möchte auch zeigen, dass, wenn ein HG nicht mehr reicht, ein CI eine Lösung sein kann.
An die Taubheit nachts, unter der Dusche (was soll ich denn da hören?) habe ich mich schnell gewöhnt. Telefon, Türklingel usw. geht bei uns alles optisch über Lichtsignale. Habe noch nie was verpasst. Eben so, wie es auch Gehörlose machen.
Zuerst geht es mir darum, wie gut kann ich hören und verstehen, nicht darum, ob man den Prozessor sieht oder nicht. Und ja, nachts hatte ich auch mal den SP drangelassen und war am nächsten Morgen auch noch dran. Geht auch.
Mikrofon unter der Kopfhaut? Ich weiss nicht, ob das so gut sein kann wie das Mikro bei einem externen Prozessor.
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Ich glaube, wir liegen in vielen Punkten gar nicht so weit auseinander. Nur bei einem Punkt möchte ich etwas korrigieren: Mir persönlich geht es beim TICI überhaupt nicht um Unsichtbarkeit. Die ist mir, ganz nüchtern gesagt, ziemlich egal.
Für mich liegt der entscheidende Vorteil ganz woanders: in der Freiheit, die mir diese Technik im Alltag gibt.
Mein externer Prozessor hält beispielsweise kaum ohne zusätzliche Sicherung. Dazu kommen immer wieder Druckstellen, teilweise bis hin zu offenen oder blutigen Stellen, wenn etwas ungünstig sitzt. Haare, Brille, Kopfbedeckungen, Wind, Bewegung oder Schwimmen sind dabei keine theoretischen Nebensächlichkeiten, sondern ganz konkrete Faktoren meines Alltags. Mit dem TICI entfallen viele dieser Einschränkungen. Genau das ist für mich der eigentliche Gewinn.
Ob man einen Prozessor sieht oder nicht, spielt für mich dabei keine Rolle. Ich trage meinen externen Prozessor mal sichtbar, mal unter den Haaren, gelegentlich geschmückt und manchmal vollkommen unspektakulär. Ich habe keinerlei Bedürfnis, meine Hörbehinderung zu verstecken. Ebenso wenig sehe ich eine Verpflichtung, sie permanent sichtbar präsentieren zu müssen.
Wenn jemand eine Beinprothese trägt, käme vermutlich auch niemand auf die Idee, ihn dafür zu kritisieren, dass er eine lange Hose trägt. Genau deshalb fand ich es ausgesprochen befremdlich, als ich einmal angegriffen wurde, weil meine Haare über meinem Prozessor lagen. Eine Behinderung ist schließlich kein Ausstellungsstück mit gesellschaftlicher Kennzeichnungspflicht.
Natürlich kann ein sichtbarer Prozessor Gespräche eröffnen. Das finde ich durchaus schön. Allerdings wird ein CI-Prozessor erstaunlich oft gar nicht als Hörtechnik erkannt. Ich habe beispielsweise schon gehört: „Coole Kopfhörer, aber nimm die doch bitte raus, wenn wir miteinander reden.“ Sichtbarkeit bedeutet also keineswegs automatisch Verständnis oder Aufklärung.
Und mit einem TICI verschwinden Gespräche über Hörbehinderung ebenfalls nicht. Ich bin weiterhin gehörlos. Ich muss weiterhin erklären, wenn ich etwas akustisch nicht verstanden habe, Kommunikationsbedingungen benennen und manchmal erzählen, wie mein Hören funktioniert. Ob ein Gespräch mit „Was hast du da am Ohr?“ beginnt oder damit, dass ich sage „Ich habe dich gerade nicht verstanden, ich bin gehörlos und höre mit Cochlea-Implantaten“, macht für mich keinen fundamentalen Unterschied. Beide Situationen können eine Tür zum Gespräch öffnen.
Ich kenne inzwischen beide Welten sehr gut. Auf einer Seite trage ich einen externen Prozessor, auf der anderen ein vollständig implantiertes System. Gerade deshalb kann ich für mich ziemlich klar unterscheiden, was tatsächlich relevant ist. Die Sichtbarkeit gehört für mich nicht dazu.
Zur Frage nach dem Mikrofon unter der Haut kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung ebenfalls sehr eindeutig sagen: Es funktioniert ausgesprochen gut. Das Mikrofon und die Signalverarbeitung sind so präzise abgestimmt, dass ich mit meinem TICI ein ebenso exaktes und sehr gutes Sprachverstehen erreiche wie mit meinem externen Prozessor. Für mich ist das keine theoretische Leistungsbeschreibung, sondern gelebter Alltag.
Deshalb würde ich mir heute auch ein zweites TICI implantieren lassen. Nicht, um irgendetwas zu verstecken. Sondern weil ich inzwischen weiß, wie viel Freiheit, Komfort und Selbstverständlichkeit mir diese Technik ermöglicht.
Am Ende interessiert mich vor allem eines: Wie gut kann ich hören, verstehen und leben? Ob dabei außen ein Prozessor sichtbar ist oder nicht, ist für mich tatsächlich ziemlich nebensächlich.