Posts by // Jasmin

    Es geht letztendlich darum, wie sehr man trainiert und gewillt ist dieses künstliche Hören zu lernen.

    "...dieses künstliche Hören"

    Der Ausdruck hat tatsächlich einen leicht technischen, fast schon kalten Beiklang. „Künstliches Hören“ klingt, als würde man einem Menschen etwas Unnatürliches aufzwingen – so ähnlich wie „künstlicher Geschmack“
    Es ist ein anderes Hören. Aber ich weiß was du meinst. :)

    Ich bin früher von Ärzten schon öfter auf ein CI angesprochen worden… und meine Gedanken waren nur: Was ist, wenn mir der Klang nicht gefällt? Außerdem müsste ich nochmal bei null anfangen und tagein, tagaus üben… nee, das will ich nicht!
    Und heute bin ich die, die zumindest am Anfang freiwillig jede freie Minute am Tag geübt hat, weil mich meine eigenen Erfolge so motiviert haben…

    Wunderdinge darf man davon nicht erwarten.

    Oh doch! Mein CI ist echt mein kleines Wunderding.

    Bei mir hat der ganze Kram schon als Kind angefangen, und am Ende war ich komplett taub auf beiden Ohren. Trotzdem ist mein Leben cool gelaufen. Ich hab nie wirklich darunter gelitten. Aber anstrengend ist es halt. Wenn du jung bist, steckt man das easy weg – aber je älter man wird...

    Und jetzt hab ich seit 9 Monaten ein CI – und ganz ehrlich: einfach nur WOW.

    humancomposer Stell dir vor du bekommst zu deinen 75% nochmal 75% dazu.
    Das wäre doch geil oder? Was hast du zu verlieren?

    Ich habe eine CI‑Logopädin an meinem Wohnort, zu der ich einmal die Woche gehe.
    Die konnte mir schon viele Fragen beantworten und merkt ziemlich gut, wo ich mit dem CI noch Schwächen habe.
    Das hat dann auch dabei geholfen, meine Wünsche für die Einstellungen besser umzusetzen.

    Ein Rezept für die Logopädi bekommst du von deinem HNO Arzt.
    Da hat du Anspruch drauf.

    Andererseits habe ich aber auch schon gelesen das gerade in der ersten Zeit feinanpassungungen des sprachprosessort sehr wichtig sind.

    Deine Impatation war ja erst am 19.01.2026 ;)
    Am Anfang ist bei den meisten noch nicht viel da, sodass man es wirklich "fein" anpassen kann.

    Aber gerade als Anfänger der natürlich sehr viele Fragen hat empfinde ich mich als als sehr aleingelassen.

    Verstehe ich! Vielen ging es sicher genauso. Deshalb entstanden Foren wie dieses und auch Selbsthilfegruppen. :)

    Am 16.04. habe ich dort nun den nächsten Termin. Mir kommt die Zeit ziemlich lange vor wo nichts gemacht wird? Den Sinn verstehe ich nicht. Hoffentlich habe ich Unrecht denn ich kenne es von den diversen Hörgeräte Akustikern so das man gerade anfangs immer weiter die Einstellungen verfeinert und so ziemlich wöchentlich Termine macht und auch kurzfristig.

    Ich kann gut verstehen, dass dir die lange Zeit bis zum nächsten Termin seltsam vorkommt. Gerade am Anfang wünscht man sich oft mehr Begleitung und häufigere Anpassungen, weil alles neu und ungewohnt ist. Dieses Gefühl ist völlig normal.

    Beim CI läuft der Prozess aber tatsächlich anders als bei Hörgeräten. Die Einstellung ist nur ein Teil der Arbeit – der viel wichtigere Teil passiert in deinem Gehirn. Es braucht Zeit, um die neuen Eindrücke zu sortieren, Muster zu erkennen und Sprache wieder neu zu lernen. Genau deshalb sind die Abstände zwischen den Terminen größer: Du sollst in dieser Zeit üben, Erfahrungen sammeln und deinem Gehirn die Chance geben, sich anzupassen.

    Ich selbst habe täglich zwischen einer halben und zwei Stunden bewusst trainiert, und genau in diesen Übungsphasen passiert der größte Fortschritt. Die Feineinstellungen kommen dann Schritt für Schritt hinterher.

    Es ist also nicht „nichts“, was in dieser Zeit passiert – im Gegenteil: Das ist die Phase, in der du den wichtigsten Teil der Entwicklung machst. Und auch wenn es sich manchmal langsam anfühlt, es lohnt sich wirklich.

    Es gibt ja verschiedene CI‑Nachsorgekonzepte. Soweit ich weiß, sind es bei allen etwa 20 Tage, die auf zwei Jahre verteilt sind (korrigiert mich gerne jemand , wenn ich falsch liege). 20 Tage, die auf zwei Jahre verteilt sind, sind wirklich nicht viel. Und wenn ich weiß, dass ich in der Klinik einen tollen Audiologen habe, nehme ich die Entfernung dafür gerne in Kauf.

    Die Abstände zwischen den Einstellungen werden in der Klinik anhand der Ergebnisse nach deiner Erstaktivierung meist sehr sinnvoll angepasst – auch wenn man das am Anfang vielleicht nicht denkt.
    So war es zumindest bei mir! :)

    Die Abstände zwischen den Einstellungen sind dafür da, zu üben und Höreindrücke zu sammeln, damit die Synapsen sich gut entwickeln können. Bei der nächsten Einstellung werden diese „Errungenschaften“ dann wieder feinjustiert.

    Ich weiß nicht, ob du zusätzlich noch eine ambulante Reha machst, die deine Klinik anbietet. Das kann ich aus deinem Text nicht ganz herauslesen.
    Ich selbst habe nur die Nachsorge und habe mir eine Logopädin vor Ort gesucht.

    Zur Lautstärke: Am Anfang würde ich eine Lautstärke wählen, bei der sich fast alles angenehm anhört – auch wenn du die Sprache dadurch zunächst etwas schlechter verstehst.

    Wir ehemaligen Hörgeräteträger neigen dazu, das CI zu laut einzustellen, weil wir diese Lautstärke vom Hörgerät gewohnt sind. Beim CI funktioniert das jedoch anders: Zu viel Lautstärke bringt nicht unbedingt ein besseres Hören, sondern kann sogar hinderlich sein.
    Hier im Forum hatte das einmal jemand sehr gut erklärt – ich kann es leider nicht so gut erklären.

    Ohne Hörgerät ist der Klang dünn und es fehlt an Tiefton und supstanz. Es ist einfach kein voller Klang. Entweder ist es zu laut oder zu leise. Wenn etwas sehr laut ist oder ich huste klingt das Implantat nach wie eine Stimmgabel die ausschwingt.

    Genau das musst du in der Klinik dann sagen, damit die nächste Einstellung demensprechend angepasst werden kann.

    Übe so oft wie möglich ohne Hörgerät, damit dein Gehirn die neuen Höreindrücke über das CI gut verarbeiten und einordnen kann. Gleichzeitig ist es wichtig, dich nicht zu überfordern. Wenn du merkst, dass deine Konzentration nachlässt oder du müde wirst, kannst du zwischendurch dein Hörgerät tragen, um dich etwas zu entlasten und deinem Kopf eine Pause zu gönnen.
    Mit der Zeit findest du ganz automatisch einen Mittelweg, der für dich angenehm ist und bei dem du Fortschritte machst, ohne dich zu überlasten.

    Glücklicherweise haben wir mit HNO-Ärzten und ihren Messmethoden ja Menschen an der Hand, die das ganz gut unterscheiden können.

    Dem würde ich allerdings widersprechen. Häufig handelt es sich eher um Ausschlussverfahren, bei denen geprüft wird, ob etwas Ernsteres dahintersteckt.

    Es ist regelrecht kontraproduktiv, einem Menschen mit Hörsturz zu suggerieren, dass er sich nur entspannen muss, und dann ist alles wieder gut.

    Da hast du recht. Aber es ist auch nicht sinnvoll, alles in die Hände der Ärzte zu legen. Wir müssen ebenfalls Verantwortung für uns selbst übernehmen und die Dinge in unserem Leben erkennen, die vielleicht dazu geführt haben – und sie verändern.