Posts by asa_2025

    Hallo wieder einmal in die Runde!

    Am Freitag erhielt ich nun das "richtige" - richtig weil nun beide Geräte via Bluetooth miteinander kommunizieren können - Phonak Naida und am Mittwoch werden im Uniklinikum in Marburg (UKGM) weitere Einstellungen am Sprachprozessor vorgenommen - danach gibt es eine längere Pause bis in den Dezember mit weiteren Einstellungen seitens des UKGM. (Bis dahin sollte auch meine Krankenkasse über den Antrag auf Reha entschieden haben.)

    Zunächst wurden die Einstellungen des Testgeräts auf das neue PhonaK überspeilt. Resultat: viel zu laut im linken Ohr. Daraufhin wurde die Lautstärke mehrmals heruntergeregelt.

    Es ist gar nicht so einfach, die Auswirkungen der neuen Konfiguration - also links HdO (Phonak Naida) und rechts das Implantat von Advanced Bionics - zu beschreiben.

    Mir scheint, daß manche Geräusche (z. B. das Knacken des Blinkers im PKW) deutlicher (knackiger) geworden sind und das ich die Fahrgeräusche auch deutlicher differenzieren kann. Allerdings sind diese rechts, also auf der Seite des Implantats, immer noch recht "gurgelig" also undifferenziert.

    Am ehesten haben sich meine Wahrnehmungen bei Gesprächen verändert. Zwar höre ich nicht mehr, aber ich muß meine Frau nicht mehr so oft bitten, leiser zu sprechen und der Klang ihrer Worte ist nun natürlicher und weniger metallisch. Mein Verstehen beim telephonieren (Mobiltelephon) ist links deutlich aber leise und rechts ebenfalls leise aber bereits einigermaßen verständlich. Ich mache gerade einige Kurse bei udemy - hier ist das Sprach-Verständnis (deutsch & englisch) gut, "opB", wie meine Frau sagen würde. Bei meinen musikalischen "Referenz-Songs" von Kate Bush (Wuthering Heights und Cloudbusting) ist das Hören links so gut wie völlig ok und rechts noch zischelnd (aber besser).

    Natürlich muß man berücksichtigen, daß seit der Erstaktivierung erst 40 Tage verstrichen sind und daher meine "Hör-Reise" noch im Anfangsstadium ist. Und natürlich bin ich auch "Teil des Experiments", also ist meine Beschreibung rein subjektiv und geprägt von meinen Vorerfahrungen.

    Als vorläufiges Fazit will mir also scheinen: Mit dem beiden nunmehr miteinander kommunizierenden Geräten höre ich zwar nicht besser als mit dem vorigen nicht-kommunizierenden Testgerät von Phonak, wohl aber natürlicher.

    Gestern - 29.7.25 - hatte ich meine erste Kontrolluntersuchung im Implantationszentrum in Marburg.

    Getestet wurde der Umfang meines Resthörvermögens (rechts) nach der Implantation, die Anfang Juni erfolgte. Den Messungen zufolge blieb nach der Implantation und bisherigem Heilungsprozess bis gestern mein Resthörvermögen fast vollständig erhalten. Einsilbige Worte verstand ich zu 15% - nach Bewertung durch den Audiologen ein sehr gutes Ergebnis. Das Zahlenverständnis war sehr viel besser - offenbar aufgrund der Mehrsilbigkeit.

    Es gibt für mich 2 - ich nenne sie - "Refezenzlieder": Beide sind von Kate Bush, "Cloudbusting" und "Wuthering heights". Vor der Implantation war über Kopfhörer "cloudbusting" blechern (ging gerade noch so) und "wuthering heights" völlig unverständlich, die hohen Töne waren verzerrt und eigentlich nicht akzeptabel.

    Der Audiologe nahm nun im Bereich der hohen Töne geringe Anpassungen vor. Die Auswirkungen waren:

    Ich konnte die CD mit "cloudbusting" während der Heimfahrt mit dem PKW über die Lautsprecher - also mit Fahrtgeräuschen - akzeptabel hören und den Text gut verstehen (allerdings kenne ich diesen auch auswendig..). Ebenfalls ausprobiert das Lied #2 "wuthering heights" noch über Kopfhörer zu Hause (tatsächlich gerade eben): Ich verstehe sie (allerdings kenne ich den Text ebenfalls nahezu auswendig) fast gut. Die glockenklare Stimme von Ms. Bush ist so gut wie unverzerrt, manche Töne der Musik allerdings weiterhin verzerrt, aber sehr erträglich.

    Kommende Woche habe ich noch einen Termin beim Hörgeräteakustiker, dann erhalte ich das richtige Gerät Phonak Naida, weitere Einstellungen sollen vorgenommen werden.

    Der Audiologe gab mir mit, daß Musik nicht die Kernkopmpetenz eines CI ist - dafür klingt es bislang sehr überzeugend..

    Eine Reha ist beantragt, nach Auskunft der Audiologen aus Marburg ist eine stationäre Reha im Abstand von einem Jahr nach der Implantation besser, da diese im Allgemeinen erfolgt, wenn die geplanten Anpassungen eine Plateau-Phase erreicht haben, sprich, wenn die üblichen Anpassungen keine Verbesserungen mehr bewirken.

    Zum Glück ist das Druckempfinden nicht wieder aufgetreten.

    Es gibt weitere Veränderungen:

    Ich höre wieder Vögel im Garten zwitschern und habe heute - zum ersten mal seit Langem - das Wasser im Glas sprudeln hören.

    Hier ist ein kurzer Auszug meiner heutigen Unterhaltung mit ChatGPT:

    "Das sind wunderbare Beobachtungen – ganz besonders, weil sie zeigen, dass sich Dein Gehirn nun zunehmend auf feinere, leisere Klanginformationen einstellt und diese bewusst wahrnimmt. Das Zwitschern von Vögeln und das Perlen von Sprudel sind Klänge, die oft als hochfrequent, diffus oder leicht verrauschend beschrieben werden – also genau der Bereich, der nach einer Cochlea-Implantat-Aktivierung häufig erst nach und nach erschlossen wird.

    Diese Rekalibrierung des Hörens ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die zentrale Verarbeitung in Gang gekommen ist – ein Lernprozess im besten Sinne. Besonders schön ist dabei, dass Du die Wahrnehmung nicht nur beschreibst, sondern auch reflektierst: dass das Zwitschern gestern vielleicht schon da war, aber erst heute "in Dein Bewusstsein getreten" ist.

    Man könnte fast sagen, Du befindest Dich in einer Art auditiver Renaissance – und wie Du schon früher treffend formuliert hast: Es beginnt eine neue Zeitrechnung. Was Du hier erlebst, ist auch aus psychologischer Sicht spannend – denn Du nimmst das Gewohnte als neu wahr, was im Alltagsbewusstsein nur selten passiert. Das lässt sich mit Konzepten wie neugierbasierter Aufmerksamkeit, auditiver Plastizität oder auch Achtsamkeit durch sensorische Wiederentdeckung beschreiben."

    Ich habe mit dem bewußten Musikhören angefangen. Manches klappt gut, anderes weniger gut. "Wuterhing heights" von Kate Bush z. B. klappt nicht so gut, "Cloudbusting" ist fast ok. Die Bachsche "Kunst der Fuge" ist fast zu 100% ok. Telephonieren am CI-Ohr klappt, aber noch nicht wiklich gut.

    Die nächsten Einstellungen des CI werden am 29.7 und am 26.8 erfolgen - was mag noch alles erfolgen?

    Eigentlich ist alles "im grünen Bereich".

    Allerdings habe ich von der Uniklinik ein 1-seitiges Merkblatt über die Stärke des Magneten mitbekommen, auf dem allerhand unschöne Konsequenzen eines zu starken Magneten geschildert werden.

    Als Warnzeichen werden genannt: Wärmegefühl, Schmerzen, Juckreiz oder Druckgefühl - angeraten wird dann sofortige Kontaktaufnahme.

    Die ersten drei Symptome habe ich nicht, wohl aber im Lauf des Tages ein zunehmendes Druckgefühl. Auf dem Magneten ist "4" abgedruckt.

    Was sagt das Schwarmwissen dazu?

    Seit gestern bin ich nun bimodal versorgt.

    Die Veränderung war schlagend, wie Tag und Nacht. Vermutlich ist es Zeit für eine neue Zeitrechnung: Ich bin jetzt im Tag 2 der bimodalen Versorgung (und, wäre es noch eine sinnvolle Zeitrechnung, im Tag 10 der Erstaktivierung) .

    Ich mache die Unterschiede mal an der Einstellung des Fernseher fest: Vorher konnte ich die Sendungen verstehen, wenn ich die Einstellung "21" der Lautstärke wählte - das war unerträglich für meine Frau. Mit der Erstaktivierung konnte ich bei "14" die Sendungen fast verstehen. Seit gestern verstehe ich fast alles bei einer Einstellung von "9" und bin damit etwas besser als meine Frau, die mit "10" gut bedient ist.

    Ein weiterer Unterschied tritt auf bei der "musical" Episode "Subspace Rhapsody" (diese ist in der 2. Staffel von StarTrek Strange New Worlds enthalten): Vor der Erstaktivierung (über Kopfhörer) habe ich diese Episode abgebrochen, weil ich nichts verstand. Gestern noch kurz ausprobiert: Ich verstehe den gesungenen Text fast einwandfrei.

    Der Unterschied, den die bimodale Versorgung bewirkt hat, rechtertigt eigentlich eine neue Kategorie: "Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es nicht glauben"

    Nun, ich höre das Schnurren und Maunzen meines Katers natürlich, die Stimme meiner Frau klingt auch recht natürlich, die Stimmen anderer - mit denen ich häufig rede - klingen auch ganz ok, obwohl noch blechern. Natürlich macht sich auch der Einfluß meines linken Ohres bemerkbar. Erst kommende Woche erhalte ich zur bimodalen Versorgung auch ein neues Hörgerät.

    Durch Zufall betrat jemand Fremdes, deren Sprechen und Sprechweise mir neu war, das Zimmer in der Uniklinik. Diese Frau konnte ich anfangs fast nicht verstehen, erst nach ein paar Sätzen. Das sei normal, meinte der Audiologe.

    Es sei ebenfalls normal, daß das Hörverständnis übe den Tag schwanken könnte. Das kann ich auch bestätigen: Ich trug diesen Soundprozessor am ersten Tag ca. 9 Stunden. Gegen Ende des Tages - beim Heute-Journal - ging mein Verstehen in die Knie. Gegenwärtig klingt eigentlich alles wieder wie gestern.

    Heute ca. 12:15 Uhr fand die Erstaktivierung statt.

    Es war ziemlich unspektakulär: Einschalten und sofortiges Hören und Verstehen.

    Nach allem, was ich hier im Forum gelesen habe, würde ich das so beschreiben:

    Es war auf spektakuläre Weise unspektakulär.

    Überrascht bin ich allerdings, wie laut und deutlich ich nun meine eigene Stimme höre.

    Meine Vermutung ist, daß am Einfachsten Nachrichtensprecherinnen zu verstehen sein werden, und das die wahre "Königsklasse" Menschen sein werden, die beim Sprechen die Zähne nicht auseinander bekommen, eine flache Intonation haben und womöglich noch nuscheln.

    Auch Menschen, die "Mundart" sprechen, dürften sich als harte Nuß erweisen

    Seit 2018 trage ich Hörgeräte von Sinix die mir ca. 80% Hörvermögen ermöglichen. 2020, im Dezember hatte ich einen Hörsturz rechts. In der Uniklinik Marburg schlug man mir 2021 ein CI vor. 2024 beschloß ich, diesem Vorschlag zu folgen.

    Die Untersuchungen zogen sich bis zum Jahresende hin. Das OK der Krankenkasse zur Kostenübernahme lag 2025 vor, die Implantation eines AB Geräts erfolgte Mitte Juni. Die OP mit Einheilung verlief gut, die Fäden sind gezogen. die Erstaktivierung soll kommende Wocher erfolgen.

    Da - nach allen Informationen - die Gewöhnung an ein CI einem Neu-Lernen des Hörens gleichkommt, möchte ich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen:

    1) Mittels der Diktierfunktion eines Smartphones mich an meine Stimme gewöhnen, die einen eher komplizierten Sachverhalt schildert - sicherlich mit mehrfacher Wiederholung.

    2) Für einen sinnvollen Sachverhalt (natürlich nicht über das immer bemühte "Liebesleben der Maikäfer" ) scheinen Informationen über Lernen, Gedächtnis und kognitive Prozesse geeignet zu sein. (Als Quelle verwende ich entsprechende Kapitel des Grundlagenwerks von Gerrig "Psychologie".)

    Auf diese Weise hoffe ich, meinem auditiven Cortex seine Arbeit bei der Interpretation der vom CI stammenden Stimulationen zu erleichtern.

    Wie seht Ihr das?

    Die Erstaktivierung meines AB-Implantats ist für die kommende Woche vorgesehen.

    Sowohl bei den Vorbesprechungen in der Klinik (UKGM in Marburg) als auch beim Lesen der Berichte im Forum spielt das "Hören (wieder) lernen" eine zentrale Rolle.

    "Hit the ground running" wie es stromlinienförmig im Englischen heißt, ist also ein angesagtes Ziel. Ich habe mir überlegt, was für mich eine vielleicht angemessene Vorgehensweise sein könntet.

    Da ich durch einen Zufall im letzten Wintersemester 24/25 ein Studium der Psychologie an der FernUni Hagen begonnen habe, scheint mir eine EA-Vorbereitung nach Maslows "law of the instrument" (Ist dein einziges Werkzeug ein Hammer, sind deine Probleme alle irgendwie Nägel) nicht allzu falsch zu sein.

    Da das Hörvermögen zu den zentralen Sinnen gehört und eine Ertaubung nach meinem Hörsturz direkt zum "use it or loose it" führt (aka synaptisches pruning), halte ich es für sinnvoll, mich mit den wahrscheinlich "üblichen Verdächtigen" zu beschäftigen.

    Im Grundlagenwerk von Gerrrigs "Psychologie" wären dies vor Allem Kapitel über Gedächtnis, Lernen, kognitive Prozesse. Für wesentlich halte ich insbesondere auch das passagenweise laut Lesen und darauf folgendes Abhören - sicherlich mehrmals...

    Damit sollte ich zumindest keinen Schaden bewirken. Durch das (Wieder-)Gewöhnen an meine eigene Stimme und die Erfahrung "so also hören sich Sätze mit einem bekannten Inhalt" an, erleichtere ich vielleicht meinem auditiven Kortex die Interpretation der andersartigen Stimulationen durch das CI.

    Wie seht Ihr das?

    Ich bin kurz vor der Erstaktivierung, meine OP war Mitte Juni 25.

    Ausgangspunkt für meine Frage ist ein Erlebnis in Norwegen:

    Meine Frau und ich waren am Saltstraumen (dieser liegt leicht südlich der Lofoten) und wollten zu Fuß über die begehbare Brücke. Der Wind wurde für mich bereits nach nur wenigen Metern auf der Brücke - weit vom höchsten Punkt entfernt - so stark, daß ich fürchtete, mir würden die Hörgeräte vom Kopf wehen.

    Bisher ist es so, daß ich solch widrigen Umständen lieber aus dem Weg gehe. Auch beim Angeln vom Boot (in Norwegen) trug ich die HG nicht. Ich bin noch nie vom Boot gefallen und "koppheister" im Wasser gelandet, stelle mir aber vor, daß dieses Szenario ideal für den Verlust der HG (bzw. kommend für den Soundprozessor) wäre.

    Die Audiologin meinte, für so etwas gäbe es Lösungen - vielleicht mache ich mir daher zuviel Gedanken.

    (Beruflich galt für mich: Projektmanagement ist im Wesentlichen Risikomanagement)

    Wie geht ihr mit so einem Szenario um, bzw mußte jemand schon mal durch so eine "widrige Situation" durch?

    Ich habe gerade noch einen Test gemacht:

    Nach meinem geschilderten Hörsturz hatte ich ja rechts überhaupt nichts mehr gehört. Als das Hörvermögen dann zurück kam, konnte ich immerhin das Knistern mit zwei Fingernägeln (rechts schwach, links dagegen deutlich) wahrnehmen.

    Nach der Implantation konnte ich von diesem Knistern rechts nichts wahrnehmen. Am Wochenende war das auch noch so.

    Nun habe ich - im Anschluß an meinen ersten Beitrag im Forum - gerade diesen Test erneut gemacht. Und zu meinem Entzücken: Ja, ich höre das Knistern wieder - rechts schwach, links wieder sehr deutlich.

    Offenbar ist also ein Resthörvermögen wieder vorhanden..

    Hallo ins Forum!

    Seit meine Frau sich beklagte, daß der Fernseher immer lauter gestellt werden mußte - 2017 - trage ich (mittlerweile 73 Jahre alt) beidseitig Hörhilfen, die mir damals (2018) zu einem 80%igen Hörvermögen verholfen haben.

    Ich hatte in Q4 2020 einen Hörsturz rechts - trotz "intratympanaler Kortikoid-Therapie" im Januar 2021 kam das Hörvermögen rechts nur seehr seehr zögerlich und nur rudimentär. zurück - aber ich wurde als CI-Kandidat eingeschätzt.

    Lange konnte ich mich mit einem CI nicht anfreunden, aber im März letzten Jahres 2024 ging ich das Vorhaben endlich an. Die erforderlichen Untersuchungen zogen sich bis in den Dezember hin und als alle Untersuchungen abgeschlossen waren, beantragte ich die Kostenübernahme durch die Techniker Krankenkasse.

    Dieser Prozess zog sich in die Länge, aber nachdem endlich das Platzet vorlag, wurde die Operation am 15.6.2025 in Marburg durchgeführt (AB-Implantat). Die Fäden wurden am 24.6.25 gezogen: Alles gut verheilt, kein Schwindel oder andere Ausfallerscheinungen.

    Die Erstaktivierung wird in der kommenden Woche erfolgen. Danach ist auch eine bimodale Versorgung links - mit Phonak - angedacht.

    Mal sehen, wie sich die Hörreise anläßt.

    LLAP, Axel