Posts by Reisender

    danke für Deine schilderung! das hilft mir sehr.

    im moment ist der tinnitus für mich das hauptproblem - je länger ich irgendetwas höre, egal ob über CI oder HG, desto stärker dröhnt es. es dauert nicht lange, 1-2 std. etwa, bis alles in diesem dröhnen versinkt.

    das war schon vor der implantation so, nur dass jetzt das einseitige hören das problem noch verschärft. für den moment muss ich sagen, dass sich meine schlimmsten befürchtungen bewahrheitet haben.

    Wichtig ist es, dem Gehirn Zeit zu geben. Habe am Anfang auch keinerlei Tonhöhen und nur Gewisper o.ä. gehabt...

    gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht. :whistling: das macht dann doch mut.

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    Geübt habe ich dann mit Schallquelle. Konnte am Anfang nichts erkennen oder erahnen. Egal ob Geräusch, Sprache ... alles war gleich und unverständlich. Trotzdem habe ich täglich wieder geübt und irgendwann kam das erste Mal ein Geräusch, welches ich zuordnen konnte und dann hab ich weiter geübt... es war, bzw ist noch bei mir harte Arbeit, aber sie lohnt sich!

    wie lange hat es denn bei Dir gedauert von EA bis zum ersten erkennen eines wortes? das ist ganz sicher höchst individuell, aber als orientierung kann es vielleicht schon dienen, denke ich.

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    Ich wünsche dir Kraft, Geduld und Ausdauer dazu!

    ich danke Dir! davon brauche ich viel im moment. …

    [Wahrnehmung von Tonhöhenunterschieden]
    Darauf baut sich das Ganze auf.
    Halt eben auch nur im eigenen Tempo. Deshalb wird auch immer wieder gesagt, daß man selbst GEDULD haben sollte. Es ist kein Mantra, kein Gefasel, kein das-sagt-doch-jeder!, sondern es ist wirklich genau so gemeint.

    bin im moment schon ziemlich mutlos - wie soll aus dem immer gleichen gezischel irgendwas erkennbar werden, selbst wenn ich geduld habe? da fehlt mir wirklich jede fatansie.

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    Man muß nicht unbedingt mit Musik weiter arbeiten. Vor allem dann nicht, wenn man selbst so keine Berührungspunkte damit (gehabt) hat. …

    berührungspunkte habe ich schon gehabt, auch mit sehr unterschiedlichen genres. allerdings nur passiv, also ausschließlich konsumierend.

    das œuvre einer bestimmten sängerin habe ich in den vergangenen 10 jahren rauf und runter gehört. die texte habe ich viele jahre „natürlich“ nicht verstanden, erst als ich mir diese habe anzeigen lassen (manches hätte ich besser nicht so genau gewusst ;)). ich hatte gehofft, dass mir das helfen würde. mit viel mühe erkenne ich über das CI so etwas wie eine mir bekannte melodie wieder, allerdings nur wenn ich weiß, welches lied da gerade gespielt wird.

    habe mal versucht, ihre songs parallel sowohl aufs CI als auch auf das HG zu streamen, was aber nicht geklappt hat. m.E. waren die laufzeitunterschiede zu groß. in 2 oder 3 wochen bekomme ich das mit meinem CI kommunizierende HG (Sky Link M), so dass ich keine arbeit mehr in das bestehende setting stecken möchte.

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    … Dein Gezischel wird sich auch noch irgendwann normalisieren. Ich schätze einfach mal, daß es zu Deinem ganz persönlichen Ersten Hören dazu gehört. Möglicherweise ist das die Frequenz, die Dir schon recht früh verloren gegangen ist, nun ist es wieder da und muß halt eben vom Gehirn "neu einsortiert" werden.

    ja, das ist die erklärung, die sie mir auch im rehazentrum gegeben haben. mich hat das zunächst überrascht, weil ich meinte, über die HG auch hohe frequenzen zu hören. aber das war eine illusion, da bei den Phonak-HG die nicht mehr hörbaren frequenzen in den hörbaren bereich integriert werden, sound recover nennt sich das wohl.

    mich entmutigt, dass ich ausschließlich dieses monofrequente gezischel wahrnehme und nichts sonst. aber wie auch, wenn ich tonhöhenunterschiede nicht wahrnehmen kann.

    Bei mir sind die Männerstimmen immer "Fahrstuhl gefahren". Sah ich einen männlichen Moderator im TV und habe dem, mit Untertitel als Hilfe, zugehört, war die Stimme mal oben, Frauenstimmen ähnlich, dann wieder unten, tiefer, dann wieder hoch, und so weiter.
    War schon ein bißchen lustig.
    Kannte ich den Moderator schon von früher und weiß, wie der eigentlich so stimmlich klingt, hat mir genau DAS beim "einsortieren" geholfen. Das heißt, der Fahrstuhl ist irgendwann mal immer öfter, und auch immer länger in der richtigen Etage stehen geblieben, und die Stimme klang für mich dann normal. Irgendwann hat der Fahrstuhl dann auch aufgehört, zwischendurch doch noch mal spontan die Etagen zu wechseln.

    Aber, wie gesagt, daß braucht halt auch alles seine Zeit. Die sollten wir unserem Gehirn schon geben…..

    spannend! so in etwa hatte ich mir das mit dem werk der sängerin vorgestellt, das ich wirklich gut kenne und das mich auch emotional so sehr anspricht.

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    Deine drei Faktoren klingen in der Tat gruselig.
    Gibt es etwas, worauf Du etwas ein bißchen, wenn auch nur gefühlt, Einfluß haben kannst? Wenn ja, würde ich mal versuchen, an diesen Stellschrauben zu drehen.

    am ehesten noch am stress. als ich vorgestern nacht so verzweifelt war, „brüllte“ der tinnitus so heftig, wie sonst fast nie. ich hatte schon angst, nicht mehr schlafen zu können. die nacht gestern hingegen war wieder ruhig, so wie ich das von meinem tinnitus kenne. das lag vermutlich daran, dass ich wieder etwas hoffnung geschöpft hatte, dass man an der wahrnehmung der tonhöhenunterschiede noch was ändern könnte.

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    Das einseitige Hören könntest Du doch zum Beispiel umgehen, indem Du nicht nur mit dem CI alleine hörst, sondern auch zur Unterstützung das HG einschaltest. ….

    habe ich ja versucht, geht nur im moment noch nicht. via air ohnehin nicht, dazu ist der unterschied zwischen links und rechts zu groß. CI bringt vergleichsweise leises gezischel, das ich nicht lauter stellen kann, weil die frequenz so unangenehm ist und der tinnitus sofort umgehend stärker wird und vom HG kommt ein angenehm lauter und satter klang. bin gespannt, wie das mit dem passenden HG wird.

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    Ich drücke Dir die Daumen!

    dankeschön! und auch für Deinen beitrag insgesamt! :thumbup:

    Wenn bei der Einstellung die Elektroden einzeln angespielt werden, hörst Du dann Tonhöhenunterschiede?

    jetzt, wo Du das schreibst: bei der EA habe ich tonhöhenunterschiede deutlich wahrgenommen, seitdem nicht mehr. sowohl über air als auch via streaming kommt nur eine frequenz an.

    nutze die app „Schallquelle“, da gibt es eine rubrik „Tonhöhe unterscheiden“. in der haben ausnahmslos alle abgespielten töne die gleich höhe, ich kann da nicht die geringsten unterschiede erkennen. werde das beim nächsten Reha-termin nächste woche ansprechen.

    in der rubrik „Geräusche erkennen“ nehme ich nur geringe unterschiede in der modulation bzw. im rhythmus wahr und ordne diesen mustern dann die geräusche zu. es ist eher - unbeabsichtigt - auswendig gelernt, nicht aber wirklich erkannt.

    habe eine sonderschule für hörbehinderte besucht. unterricht war klasse, kleine klassen, max. 12 schülerInnen etc. habe beim studium lange von dem vorsprung zehren können. einziges manko aus heutiger sicht: kein musikunterricht, stattdessen wurden lippenlesen und aussprache geübt. kenne deshalb leider keine lieder und habe auch noch nie gesungen.

    bislang hat niemand von den konsultierten HNO und auch die kliniken nicht, an die ich mich wegen des CI gewandt habe, eine klare ursache benennen können. sie meinten, das sei eine überlastungsreaktion des hörnervs auf der besseren seite.

    sobald ich auf der implantierten seite wirklich was höre, wird sich ja herausstellen, ob die hypothese stimmt.

    Reisender verstehe ich es richtig? Faktor 1 = Schalleinwirkung, Faktor 2 = Stress .

    den wichtigsten faktor habe ich vergessen: einseitiges hören. das habe ich jetzt seit der OP, also seit 4 wochen. wie es aussieht, werden noch wochen und möglicherweise sogar monate folgen. eine überaus gruselige vorstellung.

    also 1 einseitiges hören, 2 schalleinwirkung und 3 stress.

    Hast Du mal probiert, das CI leiser zu stellen?

    Oder auch mal für ein paar Stunden ganz abzulegen?….

    dieses flugzeuggeräusch habe ich seit ca. 3 jahren. es hängt nicht von der gerade benutzten hörtechnik ab. es ist da, sobald ein signal auf den hörnerv trifft. egal, ob ich was esse, selbst spreche oder eben schall von außen kommt. wenn ruhe herrscht, verschwindet nach einiger zeit (stunden!) dieses dröhnen. der zweite faktor ist stress. davon habe ich z.Zt. viel, allein wegen des CI und der frage, ob ich damit zurechtkomme.

    gestern hatte ich den 2. reha-termin, also T + 9 (T=EA).

    nach der bahnfahrt kam ich mit massivem tinnitus (flugzeug) an und verstand kaum noch was trotz HG. aus dem CI nehme ich wie schon zuvor nur ein zischeln wahr.

    zunächst bekam ich einen neuen hörwinkel, da der zunächst angebaute auf die ohrmuschel gedrückt hatte und schon eine druckstelle sichtbar war. da die ohmuschel im oberen bereich immer noch taub ist, ich also hautirritationen nicht bemerken würde, achte ich besonders auf sichtbare druckstellen.

    dann wurde ein audiogramm erstellt für das ohr mit CI über lautsprecher. es stellte sich heraus, dass die kurve schon im zielbereich liegt.

    es folgten hörübungen mit jeweils 4 begriffen, die am bildschirm angezeigt wurden und ich sollte erkennen, welcher davon gesprochen wurde. das ging einigermaßen, war aber aus meiner perspektive eher ein raten als wirkliches verstehen. wie gesagt, ich höre nur zischeln, das fast im flugzeuggeräusch „ertrinkt“.

    es gab noch tipps für hörübungen, beispielsweise die app der DW für menschen, die deutsch lernen wollen.

    danach war ich so grunderschöpft, dass der tag gelaufen war für mich. das war auch nach dem ersten termin (T + 2) schon so.

    bin nun ziemlich skeptisch, was das hören mit CI angeht. ich fürchte, es wird mir nicht helfen. der tinnitus wird um so lauter, je mehr schall ins CI kommt. zudem fällt es mir schwer, die übungen durchzuführen, da ich seit jahren chronisch müde bin. in der klinik meinten sie vor der OP noch, dass das sicher von der höranstrengung käme und sich alsbald bessern würde. da wusste ich aber schon, dass die müdigkeit mit einem aktiven EBV zusammenhängt, dessen auswirkungen seit geraumer zeit mit NEG u homöopathischen mitteln bekämpft werden. durchaus mit einigem erfolg, allerdings habe ich die behandlung für die zeit im khs und danach ausgesetzt. habe sie erst vor ein paar tagen wieder fortgesetzt.

    hauptproblem ist aber, dass ich keinerlei veränderungen, geschweige denn einen fortschritt im wortverstehen bemerke. es zischelt halt, mehr nicht, dazu der tinnitus. wörter sind nicht im ansatz erkennbar.

    für mich ist das keine „Hörreise“, sondern eine hochalpine gratwanderung. ein absturz ist jederzeit möglich und es ist nicht sicher, dass ich am ziel ankomme.

    Was es alles gibt. Das heißt nach der OP hat wohl niemand den Gehörgang kontrolliert und durch den Verband hast Du es wohl auch nicht gemerkt?

    kontrolle war wohl nicht gründlich genug. ich hatte nach der OP nur ab und an so einen stechen im implantierten ohr und schon sorge, dass sich da eine mittelohrentzündung entwickelt. sie wollten aber den verband aber nicht so schnell schon abmachen. das geschah erst 4 tage nach der OP, als ich mich wegen fieber noch mal in die klinik begeben habe.

    nach entfernung des stöpselchens zuckte es noch ein oder max. 2 mal im ohr und danach war ruhe.

    …. Nur meine Erfahrungen sind, dass immer noch zu oft viel zu unreichend aufgeklärt und informiert wird. … Ich habe lediglich meine Erfahrungen geschildert, in denen Kliniken dann davon berichteten dass Patienten schon direkt nach der Erstanpassung wieder ein ausgezeichtes Sprachverstehen hatten und wie toll sie doch seien. ….

    dazu kommt noch, dass der erfolg schlicht nicht prognostizierbar ist. es gibt menschen, die vom CI nicht profitieren. redet nur kaum jemand darüber. der anteil derjenigen sollte deutlich kommuniziert werden, sowohl von den herstellern als auch von den kliniken. wird nicht passieren, schon klar.

    bei dem beschriebenen termin wurde ja die lautstärke des CI zum ersten mal angehoben. denke, das wird bei den reha-folgeterminen schrittweise gesteigert. die lautstärke der quelle hat z.Zt. noch keinen einfluss.

    habe gestern einen film mit UT gesehen, um das CI mit sprache und mit geräuschen zu beschäftigen, von denen ich dank audiodeskription weiß, dass sie existieren. ;)