Posts by amBr3tt

    Genau deshalb meine Frage in die Runde: Wie geht ihr anderen mit dieser fast täglich wiederkehrenden Situation um?

    Hm. Wenn ich alles verstaut habe gucke ich den Menschen an der Kasse mit gezückten Handy wie ein Schaf an. Guckt dieser Mensch genauso, dann sage ich: „zahle mit Karten, danke, keine Tüte und kein/ja Beleg, kein Payback.“

    Und wenn sie immer noch wie ein Schaf gucken, tippe ich mir aufs Ohr und sage: ich bin taub. Dann lassen sie von mir ab 😂

    Fertig.

    Fiel mir tatsächlich auch noch nicht auf, dass Augen gerollt werden. 🤔 oder es ist mir schnuppe.

    Du kannst alles wieder so einstellen lassen wie nach dem Einschalten, aber deutlich leiser.
    Weniger ist mehr.

    meine Wortverstehen-Test ergaben bessere Ergebnisse wenn leiser gesprochen wurde. Daher hat meine Audiologin mein CI etwas leiser gestellt.
    Mich nerven auch keine Lüfter, Klimaanlagen etc. alles Hintergrundgeräusche.

    Wir stellen doch Eines gemeinsam fest:


    Der Prozess der Entscheidung pro / conran CI ist nicht statisch.

    Die Hörreise ist nicht statisch.

    Auch wir alle, die scheinbar geerdet sind, haben Schwankungen.

    Auf der einen Seite verstehe ich SSD.dude genauso wie Neela

    Ich finde bisher die Diskussion immer noch respektvoll. Manchmal muss man die Dinge eben beim Namen nennen. Das gelingt bisher gut.

    wenn Clara erstmal flüchtet, ist das ihr gutes Recht. Gesagtes muss sie verarbeiten. Hoffe, dass es ihr am Ende hilft.

    Wie habt ihr gelernt mit der Ertaubung umzugehen? War es bei euch auch ein "langsamer Prozess" oder gab es etwas plötzliches?

    Puh. Das war ein sehr langer Prozess bei mir.

    Hatte als Kleinkind eine Mittelohrentzündung. Mit 20 dann die ersten HGs erhalten. Diese schrieen mir ins Ohr, aber ich hörte besser damit. Dann ein ständiger Trend nach unten. 5 HG Generationen später kam ich gar nicht mehr mit. War komplett raus bei gemeinsamen Abenden mit Freunden. Bei Kerzenschein und gedimmten Licht zusammen hocken war mir ein Garaus, hatte ich doch über Jahre perfekt Lippenlesen gelernt. Im Dunkeln dann völlig nutzlos.

    Habe mir etliche Male die Augen ausgeheult. Welche Chancen mir entgingen… Stattdessen stand ich dann gefühlt dumm daneben, weil ich ja nichts mitbekam. Von CI hatte ich vor ein paar Jahren natürlich gelesen aber eine furchtbare Vorstellung davon gehabt. Vermutlich habe ich mich innerlich gesträubt zu akzeptieren, dass ich hörbehindert bin. Ich spreche ja normal und keiner merkt etwas, der nicht bescheid weißt.

    Mein Mann half mir dann auch bei der Entscheidung pro CI. Ich lies mich darauf ein. Informierte mich. Sprach mit einem Professor auf einem Info-Tag darüber. Wurde in der Klinik vorstellig. Resultat war klar CI Kandidat. Eigentlich beide Ohren.

    Lies mir dann, mit 53 Jahren, ein CI einpflanzen.

    Was soll ich sagen: beste Entscheidung für mich. Das Hören ist nicht perfekt, aber es ist entspannter geworden.

    Ich habe es nun akzeptiert. Durch und durch, dachte ich. Bis ich im Frühjahr unvorbereitet in einen Sigh seeing Bus stieg und dort nur solche Kopfhörer gab, die mir nichts nutzten. Fühlte mich massiv ausgeschlossen, war stinkesauer. Aber mit Freundinnen unterwegs, konnte nicht einfach aussteigen und davon stampfen.

    Also dauert der Prozess wohl immer noch an 😝

    Philosophieren wir doch mal über das Wort Neger, an dem sich CLIM stößt.

    ich fürchte, du ignorierst den entscheidenden Punkt.

    Es gibt Bezeichnungen von Weißen, die den anders Farbigen verpasst haben, abwertend sind. Das N-Wort war und ist def. eins.

    Warum überhaupt ein Wort verwenden für Menschen anderer Hautfarbe? Um sie abzuwerten. Einer anderen Klasse zuordnen. Nicht gleich gestellt mit Weißen (Europäern).

    Wenn sich Farbige selbst an dem N-Wort nicht stören, dann liegt es oft daran, dass sie damit sozialisiert wurden, dass sie es anders nicht kennen. Frag mal jeden gebildeten Menschen, der eine andere Hautfarbe als weiß haben, ob sie das N-Wort legitim finden?

    Ein Vergleich mit dem vorigen Jahrhundert ist nicht angebracht, weil, wie Du sagst, keiner mehr so redet.

    Doch. Warum redet denn keiner mehr so? Weil die Sprache sich peu a peu verändert hat. Das ist ja nicht von heute auf morgen passiert.

    Hab weiter Spaß an der Sprache, lasse Veränderungen zu. Dir nimmt keiner was weg, wenn du beleidigende Wörter weglässt. Im Gegenteil, das zeugt von Respekt anderen Individuen gegenüber.

    dieser Spruch ist zutiefst im Bewusstsein der Menschen verankert

    zutiefst ist ja auch etwas übertrieben.

    Sprache ist nicht statisch, Sprache befindet sich immer im Wandel. Lese doch mal Bücher aus dem vorletzten Jahrhundert… so redet heute auch kein Mensch mehr. Deshalb kann man doch nicht den Status quo der jetzigen Sprache doch nicht als absolut bezeichnen.

    Pollux, du bist sprachlich sehr gewandt und du liebst diese. Das ist ja auch schön, aber Wörter und Sprüche zu nutzen, die einen Teil der Bevölkerung beleidigt, ist weniger schön.