Posts by MartinV

    Eine Frage: Warum werden bei allen Herstellern nur 12 Elektroden angezeigt? Ich benötige aber 22 Elektroden.

    Ups, das ist ein neuer Bug! Ich schau mir das mal an. Hat zuvor funktioniert; aber im letzten Update habe ich im Reiter Implantat viel verändert, da ist wohl was kaputtgegangen. Danke für die Rückmeldung!

    Bei meinem letzten Audiologenbesuch hat der Audiologe ohne Absprache mit mir die vollständig rauschende Elektrode 12 fast stummgestellt. Die Elektrode 11, die eine Mischung von Rauschen und Ton war, hat er erheblich leiser gestellt.

    Im Ergebnis trägt Elektrode 12 jetzt gar nichts mehr bei.
    Elekrode 11 rauscht jetzt so, wie es vorher Elektrode 12 tat, und hat gar keinen Ton mehr.

    Ich habe in meinem Tool Elektrode 11 erheblich lauter gestellt (etwa +10 dB) und bekomme jetzt wieder Ton mit Rauschen. Häßlich, aber brauchbar.

    Fazit: Vielleicht müssen rauschende Elektroden einfach nur viel lauter eingestellt werden, um den Hörnerv ausreichend zu stimulieren und einen Ton zu erzeugen.

    Denkst du es ist wichtig , seine genauen Mittenfrequezen zu kennen?

    Es wäre hilfreich; aber ich denke, die meisten werden die Standardwerte haben. Und Abweichungen sind vermutlich gering, wenn es welche geben sollte. Ich vermute, große Abweichung gibt es nur bei Anatomy Based Fitting / ABF.
    Ich habe die Werte von Citos Tool übernommen und vertraue einfach darauf, daß er schon die richtigen Werte gefunden hat. Selbst geprüft habe ich das bisher nicht.
    Ich kenne meine Mittenfrequenzen auch nicht und habe trotzdem viel Verbesserung erreicht.

    Persönliche Beobachtung, nach Ausgleich der Lautstärken klingt es für mich besser, wenn ich mit dem Sinuslevel im Reiter Level die Bässe leicht anhebe und die Höhen leicht senke. Also eine kleine Abweichung von "alles gleich laut". Vielleicht kommt es daher, daß ich zeitlebens tiefe Töne besser gehört habe als hohe Töne und eine gewisse "Basslastigkeit" einfach vertrauter klingt.

    Stolz bin ich auf die Levelregelung für "Sprache". Ich persönlich finde den Klang damit schrecklich. Es ist aber das, was vermutlich die meisten Audiologen einstellen, und die Berechnung der Veränderung folgt den Empfehlungen von Med-El. Für Cochlear und AB rechnet das Tool passend um.

    Spannend ist es, mit den Leveln zu spielen und gleichzeitig Musik/Sprache zu hören. So kann man viel realistischer als beim Audiologen die Wirkung von Veränderungen hören.

    Ich habe soeben eine neue Version veröffentlicht.
    Hinzugekommen ist ein Reiter "Level".

    Dort kann man, nachdem man idealerweise die Messung für überall gleiche Töne bereits durchgeführt hat, die Tonkurve mit verschiedenen Methoden verändern.
    Zum Beispiel "Sprache verstärken" oder "Bässe anheben/senken".
    Wenn man gleichzeitig Musik oder Sprache im Player läufen läßt, kann man die Veränderung live hören.

    Meine These ist ganz einfach:
    Alle Töne sollen sich gleich laut anhören. Das ist, mindestens für mich, die bestmögliche Einstellung.


    Audiologen weichen gern davon ab, machen etwa Frequenzen im Sprachbereich stärker, senken dafür Bässe ab. Das soll den Fokus auf das Sprachverstehen lenken. Ich dagegen will möglichst natürliches Hören haben. Damit klingt es für mich am Besten.

    Als Basis für alles andere sehe ich ein "Musikprogramm": Alle Töne gleich laut, keine Filter.

    Ein zweites Programm kann für Sprache optimiert werden. Erstmal gleich mit dem Musikprogramm, aber dafür mit Filtern gegen Störgeräusche. Eventuell kann man da zusätzlich die für Sprache benötigten Frequenzen bevorzugen und andere runterregeln.

    Weitere Einstellungen zum Testen sind Kodierungsstrategie (FSP, FS4 oder FS4-p) und verschiedene MAPLAW Werte (Komprimierung der Töne).

    Soweit ich sehen kann, ist das das ganze Geheimnis der Audiologie.
    Dieses Tool soll dabei helfen, die grundlegende Basis für alles andere = gleichlaute Töne einzustellen.

    Ich arbeite gerade an einem Tool, mit dem man ein Sound Balancing durchführen kann, ähnlich wie ein Audiologe es tut.

    CI Loudness Balancing Tool
    Die Seite kann auch auf Festplatte gespeichert werden und funktioniert ohne Internetanbindung.

    Den Elektroden zugeordnete Töne werden abgespielt, und man muß angeben, was man lauter oder leiser hört. Dabei ein Schieberegler, mit dem die Töne sich anpassen lassen, bis sie sich gleich laut anhören.
    Daraus wird eine Anpassungskurve berechnet.


    Man kann Musikdateien oder Sprachaufnahmen hochladen und sich mit dieser Korrektur abspielen lassen und vergleichen, ob sich das besser anhört oder nicht.
    Man kann die Korrekturkurve ausdrucken und mit zum Audiologen nehmen. Dann weiß er genau, was es anzupasssen gibt.

    Bisher ist das Tool für nur 1 CI ausgelegt. Langfristig werde ich es auf 2 CI / stereo erweitern.
    Disclaimer: Die Hauptarbeit macht eine KI für mich.

    Ich habe heute ein paar Stunden lang Sound Balancing mit diesem Tool gemacht. Im Ergebnis klingt Musik damit für mich erheblich besser.
    Das ist durchaus zeitintensiv. Vorteil ist, man kann das Sound Balancing wesentlich gründlicher und ausführlicher als ein Audiologe machen und sich dafür alle Zeit der Welt nehmen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.

    Ich hoffe, es mag dem einen oder anderen nützlich sein.

    Kann mir noch jemand folgen und mir helfen, wo der Denkfehler liegt?

    Ich bin zunächst verwirrt, daß dafür überhaupt Elektroden abgestellt werden sollten.
    Ich gehe davon aus, daß man im Prozessor einstellen kann, welche Frequenzen auf welche Elektroden übertragen werden. Das dürften die sogenannten Mittelfrequenzen sein.
    Wir müssen uns noch über die Nummerierung einigen: Ist die erste Elektrode am Eingang der Cochlea, oder die, die am tiefsten sitzt?
    Im Tool ist Nummer 1 diejenige, die am tiefsten sitzt. Daran halte ich mich bei meiner Überlegung.

    Im Tool ist für die Elekrode 1 eine Frequenz 120 Hz eingetragen. Mal angenommen, die eingestellte Mittelfrequenz ist bei Deiner Elektrode 1 auch 120 Hz, dann sollte die Mittenfrequenz tiefer angesetzt werden, z.B. 80 Hz. Dann wird die Cochlea an der Stelle erst stimuliert, wenn der Prozessor tiefere Töne bekommt.
    Im Tool ist Elektrode 12 auf 7410 Hz voreongestellt. Wenn Deine Mittelfrequenz für Elektrode 12 auf z.B. 6000 Hz eingestellt wird, wird Deine Cochlea bei höhen Tönen weiter Richtung Elektrode 12 stimuliert.
    Die Mittelfrequenzen der Elektroden 2-11 müsste man passend ebenfalls etwas verschieben.

    Ich hoffe, ich habe jetzt richtig gedacht und außerdem noch verständlich erklärt.
    Wenn sich alles insgesamt höher anhören soll, müssen tiefere Töne die höheren Elektroden ansprechen, um höher zu klingen.

    Normalhörende verstehen mich als nicht und sagen, ich würde zu leise sprechen.

    Lach, das geht mir auch so.
    Die meisten Schwerhörigen sprechen wohl zu laut, besonders Altersschwerhörige.
    Ich dagegen spreche immer zu leise. Ich vermute, ich spreche so leise, wie ich die anderen höre.
    Blöder Effekt ist halt, daß das andere dazu verleitet, ebenfalls leise zu sprechen.

    Besser nicht über Politik schreiben. Schlechte Laune garantiert

    Kennt noch jemand den Effekt mit unvertrauten Zischlauten?

    Ich habe eine Logopädin mal gefragt, ob sich meine Stimme anders anhört als bei Normalhörenden. In der Reha fiel mir bei mehreren CI trägern auf, daß sie eine ungewohnte Aussprache hatten. Zu mir sagte sie, im großen und ganzen klingt meine Aussprache normal, aber die Zischlaute fehlen halbwegs und klingen wie verschluckt. Eben die Laute, die ich selbst nie gehört habe.

    Es scheint auch sehr unterschiedlich zu sein. Ich habe etwa 46 Jahre Hörgeräte getragen, und in der ganzen Zeit nur ein einziges Mal in einen Trockner gelegt. Da war eines tatsächlich in Wasser gefallen und ging erstmal nicht mehr. Nach dem Trocknen war es wieder ok.

    Bei meinem Vater hingegen, er mußte seine Geräte sehr oft in den Trockner legen, weil sie sonst regelmäßig ausfielen. Warum es so anders bei ihm war, weiß ich nicht. Andere Schweißbildung im Ohrbereich?

    Quote

    Das übele Zischen ist nun wech

    Mein Text ist in der vorherigen Antwort irgendwie verschwunden ...
    Was ich hatte sagen wollen: Die normale Sprache hat viele Zischlaute, die ich vor dem CI nicht gehört habe.
    Vielleicht ist es auch das, was Du als übles Zischen wahrnimmst?

    Das übele Zischen ist nun wech

    Quote

    Die Sprache hat viele Zischlaute, an die ich mich auch erst gewöhnen mußte. Ich weiß jetzt nicht, was bei Dir "übles" Zischen war, oder nur ungewohnte nue Töne der Sprache.

    Ich sehe, daß man sich wirklich selbst über die Möglichkeiten und Einstellungen des CI informieren muß. Bisher waren alle meine Audiologen Geheimniskrämer, die nicht offen kommunizieren, was sie da machen, und jeder hat sein eigenes Rezept, was er für richtig hält.
    Erhebliche Verbesserungen habe ich bei mir durch selbst informieren und Einfordern von Veränderungen nach meiner Vorstellung erreicht.
    Wäre ich nur den Audiologen gefolgt, würde ich keine Musik genießen können.

    Die Elektroden Länge ist deshalb auch egal; weil sie die gleiche Anzahl an Elektroden Kontakten hat, egal wie lange!

    Med-El sieht das anders:

    Anatomiebasierte Anpassung zur verbesserten Übereinstimmung von Tonhöhe und Stimulationsort - MED-EL Professionals Blog
    Anatomiebasierte Anpassung trägt zu einem noch exakteren tonotopen Abgleich der MED-EL Cochlea-Implantate bei.
    blog.medel.pro

    Also die Elektrodenlänge ist ja eher eine chirurgische Frage. Von daher würde ich es nicht als Übergehen bezeichnen, wenn du darüber mit der Ärztin sprichst.

    So gesehen hast Du recht.

    Ist das bei den Vorgesprächen gar nicht angesprochen worden?

    Bei den Vorgesprächen hatte ich mich für Med-El entschieden mit der Begründung, daß dort passende Elektrodenlängen gewählt werden können. Dabei hatte ich an eben diese tiefere Einführung als bei anderen Anbietern gedacht. Anscheinend hätte ich das deutlicher ansprechen müssen.
    Ich war schon etwas enttäuscht, als ich nach der OP erfuhr, daß es nur 1,5 Windungen waren, und nicht 2 bis 2,5, was möglich gewesen wäre.

    Du könntest auch um einen ärztlichen Termin bitten, um überhaupt das zweite CI zu besprechen

    Im Klinikum Kassel ist es pauschal so geregelt, daß alles drumherum über den Audiologen läuft. Da es mit dem Audiologen und mir nicht mehr gut läuft, ist für mich die Überlegung, entweder alles nur noch über die Chefärztin zu regeln (die auch die OP macht), oder die Klinik zu wechseln.

    Hättest du die Möglichkeit, die Anpassung vor Ort bei einem Akustiker machen zu lassen?

    Ich habe bei 2 Akustikern in der Nähe angefragt, die das prinzipiell können. Die brauchen noch Genehmigung von der Klinik und der Krankenkasse, um bei mir was machen zu können. Das klären die noch.

    Ein zweites CI werde ich auf jeden Fall machen lassen.
    Med-El bietet ja unterschiedlich lange Elektroden, damit man die Cochlea optimal nutzen kann.
    Die 1,5 Windungen bei mir sind "guter Standard". Med-El spricht aber ausdrücklich davon, daß 2 bis 2,5 Windungen optimal sind, um tiefere Töne zu erreichen.
    Deshalb überlege ich, ob ich für das 2. CI nicht wenigenstens 2 Windungen anstreben sollte.

    Vielleicht sollte ich die Chirurgin mal fragen, warum kein längeres Implantat gewählt wurde. Der Audiologe, von dem ich anfangs einen guten Eindruck hatte, ist leider nicht mehr kooperativ. Daher erwäge ich auch einen Wechsel der Klinik für das zweite Ohr, auch wenn ich dafür sehr viel weiter reisen muß. Eigentlich sollte der Audiologe mein Hauptansprechpartner sein, ich müßte ihn für weitergehende Fragen jetzt aber überspringen. Keine schöne Situation.