Hallo zusammen, bin gerade aus der UKD mit einem Implantat rechts zurück.
Bei MM kommt es während der längeren Schwindelphasen zu einem Austausch verschiedener Lymphflüssigkeiten, die in der Cochlea einen Bereich der Sinneszellen zerstören kann, meist im mittleren bis tieftonbereich. Eine Methode, die Auswüchse des Gleichgewichtsorgans zu limitieren, ist die intratympetale Gabe von Gentamizin in das Innenohr. Dies wird, wenn gewünscht, vor einer CI OP durchgeführt, damit das Implantat dabei nicht beschädigt wird. Das ist eine reguläre Operationsmethode, die von der GKV getragen wird. Gentamizin selber ist hoch ototoxisch, d.h. es schädigt Gleichgewichtsorgane und Hörorgane gleichermaße, je nachdem, wohin es fließt.
Diese OP habe ich 2024 als Vorbereitung zur CI OP durchführen lassen. Wichtig dabei ist zu verstehen, dass es einige Probleme geben kann:
- Wirkung zu stark und das Gleichgewichtsorgan wird ausgeschaltet oder stark eingeschränkt
- Das Rest-Hörvermögen wird reduziert
Ich hatte die OP in Köln durchführen lassen im rechten Ohr. Dazu wurde ich im OP auf das linke Ohr gelegt und zunächst wurde ins rechte Ohr ein lokales Betäubungsmittel gegeben. Nach ca. 30 min. Wartezeit wurde eine Kanüle ins Trommelfell gesetzt und in mehreren kleineren Dosen Gentamizin injeziert. Dabei wurde die Augenbewegung beobachtet und sobald der Drehschwindel anfing, hat man die Injektion beendet und die OP abgeschlossen. Danach noch 3-4 h auf der linken Seite gelegen ( mit mehreren kleineren Schwindelattacken ) und danach war der MM rechts erst einmal Geschichte. Nach über 50 Jahren eine tolle Erfahrung. Aus der linken Seite hat der MM mittlerweile den Geleichgewichtssinn ein Stück weit "verbrannt".
Die Messung vor der CI OP gab rechts 100% Funktion und links ca. 75% Funktion bei den Tests.
Ehe wägs, dann wags ...
Auch wenn das bei mir gut funktioniert hat, bleiben erhebliche Risiken bei diesem Vorgang.
Liebe Grüße aus der Rekonvaleszenz
Jörg