Meine letzten Hörgeräte habe ich als Erinnerung an diese Zeit behalten. Ich habe sie in einer kleinen Schachtel, meine letzten Phonakgeräte. und da Du gefragt hast, habe ich sie aufgemacht, und mir die alten Geräte von damals betrachtet. Mir war es, als ob es erst gestern gewesen wäre, dass ich am Mittwochabend vor über 20 Jahren Sport gemacht habe, und es so leise gewesen war.
Das Gehör der Vergangenheit
Die Turnhalle, voll mit Geräuschen
Ich springe, ich renne
Denn ich brenne
für den Sport an diesem Ort
Leise hört sich heute alles an.
Ist das Gerät kaputt ?
Oder die Batterie am Ende ?
Noch ahne ich nicht
dass am nächsten Morgen
sein wird die Wende.
Denn am nächsten Morgen
ist das Gehör für immer gelegt im Schutt
Ein halbes Jahr wird vergehen mit Sorgen
Doch das alles weiss ich nicht an diesem Tag
Doch das alles weiss ich nicht in jener Nacht
Erst am nächsten Tage aufgewacht
Meine Welt in Stille
Da half auch nicht der ganze Wille.
Die Welt ohne Ton
Ich höre nicht einmal das Telefon
Gestern, gestern am Mittwoch
Telefonierte ich mit meinem Freund noch
Der Ohrenarzt sagte : Machen Sie sich keine Sorgen !
Es wird doch alles gut morgen !
Ruhen Sie sich aus nur
Das wird doch schon besiegt von der Kur !
So nahm ich die Kur
Aber diese Stille nur !
Alles fort. Alles stille
Obwohl ich folgt des Doktors Wille.
An diesem Ohren ihrem Ort
ist für immer alles fort.
Ein halbes Jahr warten
diese Tage so harten
Das Hörgerät liegt nur in der Schublade
Kein Klang mir ist so fade
Der Klang, er ist fort
von jenem Ort.
Da stand ich allein
Ohne Klang, denn er wurde nicht mehr geboren dort..
Das Gedicht schrieb ich jetzt einfach, denn das entstand gerade aus dem Gefühl der Erinnerung von damals.
Gruss Morgan