Posts by Mainzelmaedchen

    Hi Toad,


    tut mir leid, dass du so plötzlich dein eines Ohr verloren hast. Dass du dich nun bereits über ein CI informierst, finde ich insofern sinnvoll, weil es a) dich hoffentlich ein bisschen von der Miesere ablenkt und b) dir Hoffnung schenkt. Besser, als im Trübsal zu versinken, würde ich sagen! :)


    Ich hatte vor etwa 3 Jahren auch einen Hörsturz auf dem linken Ohr, hatte aber das Glück, dass sich das Ohr wieder berappelt hat. Ob es nun am Cortison lag, weiß ich nicht. Bei mir ist der Hörsturz ziemlich sicher durch zu viel Stress entstanden; gleichzeitig hatte ich seitdem auch Situationen, die ich als ähnlich stressig empfinde, und da hat mein Ohr nicht dichtgemacht. Manchmal steckt man einfach nicht drin, und damit zu hadern, bringt dich wohl wirklich nur bedingt weiter (wie auch herzundohr schrieb).

    Gleichzeitig habe ich den Hörsturz damals zum Anlass genommen, mein Stressmanagement zu überdenken. Rein subjektiv habe ich den Eindruck, dass es etwas gebracht hat (auch wenn das nicht zwangsläufig bedeutet, dass ich deswegen keinen Hörsturz mehr hatte), mal mindestens im Hinblick auf die Selbstwirksamkeit. Allein die Vorstellung, dass ich mit Arbeit am Stressmanagement evtl. einem neuen Hörsturz vorbeugen kann, hat mir schon ein gutes Gefühl gegeben und mich motiviert. Und irgendwas tun zu können, ist immer besser, als Trübsal zu blasen. :)


    Mein rechtes Ohr hab ich dann leider vor zwei Jahren bei einer missglückten OP am Steigbügel verloren, also auch sehr plötzlich. Auch hier würde ich meiner Vorschreiberin zustimmen:

    beende irgendwann deine Trauer über den Verlust (die auch sein muss).

    Nimm dir also die Zeit, damit zu hadern, behalte aber unbedingt auch den Optimismus, dass du irgendwann wieder etwas hören wirst. Für mich war das CI am Anfang keine wirklich gute Alternative, ich wollte einfach mein natürliches Hören wieder. Ich glaube, das braucht einfach Zeit. Und inzwischen bin ich total dankbar darum, das CI zu haben. Allein der Unabhängigkeit vom anderen Ohr wegen.


    Alles Gute und viele Grüße

    Huhu,

    ich kann auch gern mal meine Erfahrung bzgl. Studium und CI-OP schildern. Ich studiere inzwischen im Master, bin letztes Jahr im Februar wegen einer Stapes-OP einseitig ertaubt und habe dann ab April meine Bachelorarbeit geschrieben. In den Sommersemesterferien habe ich angefangen, die CROS-HGs auszutesten und mich ernsthaft mit CIs zu beschäftigen. Somit war der Fokus anfangs nie wirklich auf beidem gleichzeitig, und ich konnte das meiste auch in die vorlesungsfreie Zeit schieben. Ab Oktober war dann aber schnell klar, dass die HGs nichts für mich sind, und ich war dann gedanklich bei der CI-Herstellerentscheidung; parallel gings mit dem Master los. Beides zusammen war für mich viel zu viel, also habe ich mich sehr schnell dafür entschieden, es mit dem Master langsamer angehen zu lassen und nur die Hälfte der vorgesehenen Kurse zu belegen. Das war für mich im Nachhinein auch die beste Entscheidung, da ich letztes Jahr dann noch den Arzt gewechselt habe und dieses Jahr leider zwei CI-OPs hatte (Erst- und Reimplantation auf demselben Ohr). Gleichzeitig habe ich jetzt dieses Semester auch weniger Kurse, was sehr praktisch ist, da es für mich ja auch das erste Präsenzsemester mit solch einer Hörschädigung ist (digital war das viel einfacher zu kompensieren). Außerdem – auch wenn ich sehr hoffe, dass dieses Problem langfristig nicht mehr besteht –: Durch die Maskenpflicht ist die Uni deutlich anstrengender als früher (ungeachtet der Tatsache, dass ich dadurch sowieso nicht alles verstehen kann). Was hast du da für Erfahrungen gemacht? Wäre das für dich ein Grund, das CI vor Unistart implantieren zu lassen?


    Man kann das natürlich nicht ganz vergleichen, weil ich mich während des Studiums hab operieren lassen, und du willst das ja eher vermeiden, oder? Ich denke auf jeden Fall, dass du für dich schauen musst, was für dich am realistischsten und am wichtigsten ist. Könntest du dir auch vorstellen, das duale Studium und gleichzeitig die OP zu machen, dafür dann aber evtl. nicht zu 100 % darin aufgehen zu können? Es ist also m.M.n. auch eine Frage der Prioriäten. Ich denke, das weißt du am besten. :) Ich hätte es bestimmt zeitlich irgendwie geschafft, beides unter einen Hut zu bringen, wollte mich aber zu 100 % auf das Studium konzentrieren können. Genauso war mir die CI-Herstellerentscheidung (z.B.) auch wichtig. Beides zu 100 % gleichzeitig ging (bei mir) leider nicht. Insofern verstehe ich auch den Gedanken, bis nach dem Studium zu warten, damit du dich auf beides konzentrieren kannst. Auch aus der Perspektive heraus war die Entscheidung für mich total richtig, weil ich jetzt inhaltlich viel mehr mitnehmen kann.


    Was für mich wie eine gute Option klingt, ist die OP vor dem Studienbeginn. Wäre ich vor dem Beginn des Master schon so weit gewesen, hätte ich das sicherlich zwischen Bachelor und Master gemacht. (Wobei die Reimplantation ja trotzdem in den Master gerutscht wäre – Das zeigt aber auch, dass man manchmal so viel planen kann, wie man möchte, und am Ende kommt trotzdem alles ganz anders.:D) Bei mir lassen sich Uni, CI-Einstellungen und das Hörtraining (privat, aber z.B. auch Logopädie einmal die Woche) gut kombinieren. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ich eben nicht Vollzeit studiere, gleichzeitig habe ich aber generell (sowohl bei der Uni als auch auf meiner Arbeit) die Erfahrung gemacht, dass man vieles durch individuelle Absprachen lösen kann. Vielleicht sind das also auch Fragen, die du mit deiner Uni / dem Betrieb vorab klären kannst?

    Wenn alles klappt, werde ich die stationäre Reha in den nächsten Semesterferien machen. Wenn ich das richtig sehe, hast du keine "normalen" Semesterferien; das sollte aber nicht unbedingt ein Hinderungsgrund sein, finde ich. (Ich glaube übrigens nicht, dass du für die Reha Urlaubstage opfern musst, sollte diese in deine Praxisphase fallen.) Wie die anderen würde ich dir hier empfehlen, mal zu fragen, was deine Klinik bzgl. der Nachsorge anbietet – und wenn das absolut nicht zu deinen Plänen passt, kannst du dich ja auch bei einer anderen Klinik mal informieren. :)


    Liebe Grüße aus Mainz:)

    Hat schon jemand die Erfahrung gemacht, dass während bzw. nach den Voruntersuchungen das Vertrauen in die Klinik schwand und deswegen die Klinik gewechselt?

    Hi gisszmo,


    das war bei mir so, ja. Ich bin letztes Jahr im Februar in der Uniklinik Mainz am Steigbügel operiert worden. Die OP ist zwar gut gelaufen, aber das Ohr war danach leider taub. Die CI-Diagonstik hatte ich dann in Mainz bereits durchlaufen. Am Ende habe ich mich, als bereits ein OP-Termin feststand, noch für eine andere Klinik & einen anderen Arzt entschieden. Dafür gab es mehrere Gründe, die zwei wichtigsten: das Nachsorgekonzept (ein Bekannter aus Mainz riet mir vom Nachsorgekonzept ab: In Mainz übernimmt das die Klinik selbst, aber da fehlt (fehlte?) seit Längerem notwendiges Personal, insofern kann (konnte) nicht so gut auf die Patienten eingegangen werden) & das Verhalten der Ärzte mir gegenüber (Ärzte hatten entweder gar keine Zeit, um wichtige Fragen zu beantworten, oder reagierten genervt darauf, dass ich sie wegen der Masken schlecht verstand).


    Grundsätzlich würde ich den anderen aber zustimmen; frag am besten erst mal nach, was da los ist, bevor du dir eine andere Klinik suchst. :)


    Liebe Grüße aus Mainz

    Huhu, hier der Link zu meiner Reimplantation: Implantat nach OP defekt.


    Also ich find es gut, dass dich der Prof selbst operieren möchte. Ich glaube, du kannst dir sicher sein, dass ihm bzw. dir so etwas nicht noch mal passiert! :)


    Lokale Betäubung find ich mutig, kann dich aber verstehen. Das wird schon gut werden. Immerhin sind die medizinischen Risiken diesmal geringer.

    Ganz liebe Grüße und alles Gute

    Ihr Lieben,


    habt vielen Dank für all die netten Kommentare.:)


    Ich bin seit heute Vormittag wieder zu Hause und immer noch total baff von der EA. Gestern fand zum Abschluss ein Hörtest statt. Bei der ersten EA Anfang Juni kam ich auf 15% im Einsilberverstehen, im letzten Hörtest vor der Reimplantation (anderthalb Monate mit CI) hatte ich dann 30%. Gestern habe ich, 4 Tage nach der Erstanpassung, 80% verstanden. :o


    Katharina kann ich damit definitiv zustimmen, dass es nun eine Art Happy End gibt. Ein anderer CI-Träger in St. Wendel sagte gestern, dass es bei Reimplantationen auch passieren könne, dass man schlechter hört als vorher (unabhängig davon, ob man nun bei 0 anfängt oder nicht). Ich bin daher umso dankbarer und kann es ehrlich gesagt immer noch nicht glauben, dass das Hören nun auf Anhieb so, so gut ist.


    Was ich sehr spannend finde, ist dass ich bereits ein paarmal gemerkt habe, dass ich mit dem CI etwas höre, was mein anderes Ohr (aktuell noch ohne HG) gar nicht wahrnimmt. Dass das eigentlich kaputte Ohr auf einmal besser ist, ist schon eine echt skurille Erfahrung (wenn auch natürlich im Positiven). 😃


    Ganz liebe Grüße aus Mainz.

    Hallo ihr Lieben,


    wie auch andere vor mir dachte ich, ich eröffne der Übersichtlichkeit halber einen neuen Beitrag, da das Kapitel "Implantat nach OP defekt" nun ja zum Glück abgeschlossen ist.


    Gestern hatte ich meine zweite Erstanpassung. Das Wichtigste: Nach wie vor funktionieren alle 22 Elektroden, so wie es sein soll.:)

    Ich war vorher ja nicht ganz sicher, wie anders das neue Hören sein wird oder wie sehr ich wieder bei 0 anfangen muss. Glücklicherweise habe ich überhaupt nicht den Eindruck, wieder bei 0 anzufangen. Im Gegenteil: Vom Gefühl her ist das Hören gestern bereits besser gewesen als am Ende der letzten EA. Wortverstehen war auf Anhieb da, und heute beim Hörtraining waren wir bereits auf Sprachebene, was ebenfalls sehr gut klappt. Die Logopädin ist auch jeden Fall bisher sehr angetan. Streamen übers Handy ist möglich (zB YouTube-Videos mit Mundbild), wenn auch teils noch sehr schwierig (zB Sprachnachrichten). Trotzdem kommt bei mir insgesamt bereits sehr viel an Sprache an.:love:


    Zum Klang: Auch hier ist es um Welten besser als bei der ersten EA, auch wenn es gleichzeitig wieder unnatürlicher klingt als kurz vor der OP. Gestern habe ich aber auch mal aus Spaß über YouTube Musik gehört, und das ist sogar bereits einigermaßen auszuhalten - zumindest könnte ich mir vorstellen, über HG und CI Musik zu hören, und das war letztes Mal am Anfang überhaupt nicht denkbar. Insgesamt hört es sich aber schon wieder roboterartig an, wenn es auch gleichzeitig einen natürlichem Beiklang gibt. Irgendwie seltsam. :D


    Leider kann ich nicht beurteilen, inwieweit die Fortschritte nun an der vollen Anzahl an Elektroden liegen (das ist die Meinung des Technikers), oder alternativ daran, dass Hörnerv und Gehirn das Hören ja in ähnlicher Form schon kannten oder beides (Meinung der Hörtrainerin). Auf jeden Fall ist das Grundgefühl diesmal sehr gut, ganz zu schweigen davon, dass ich den Hörerfolg diesmal auch wirklich genießen kann. :)

    Wir hatten allerdings heute Musiktherapie, und dabei bin ich auf dem Klavier mal die Tonleiter hochgegangen. Das hatte ich mit dem alten CI auf dem Keyboard auch gemacht, und da hatte ich gemerkt, dass einige Elektroden mehrere Frequenzen bedienen, weil dann verschiedene Töne gleich geklungen haben. Diesmal war das definitiv anders; also eine Tonleiter mit verschiedenen Tönen war auf jeden Fall erkennbar, insofern gibt es bisher schon einen wahrnehmbaren Unterschied hinsichtlich der Elektrodenanzahl.


    Zum Kanso 2: Ich habe ihn gestern für ein paar Stunden getestet und dann bereits ad acta gelegt. Qualitativ habe ich kaum Unterschiede wahrgenommen, aber das Handling ist für mich extrem unpraktisch. Ein paar Gründe: Obwohl wir bereits mit Magnetstärke 5 angefangen haben, hält er nicht besonders gut. Bei kleinsten Bewegungen fiel er direkt ab (ein Tragen ohne Sicherheitsschnur ist undenkbar). Wenn die Haare also nachgewachsen sind, glaube ich kaum, dass er bei einem Zopf halten wird. Am schlimmsten ist es aber bei offenen Haaren: Erstens hatte ich an der Position eine Beule unter den Haaren (wäre noch vertretbar), zweitens (und vor allem) hat es aber bei jeder Kopfbewegung geraschelt, wenn die Haare über die Mikros strichen. Insofern bleibe ich definitiv beim N7. (Hier aber die Anmerkung: Ich will den Kanso 2 wirklich nicht schlechtreden. Ich habe bspw. recht dicke und lange Haare, insofern wird allein das ja schon dazu beitragen, dass zB (vermutlich die meisten) Männer das Problem mit dem Rascheln nicht haben.)


    Bin sehr gespannt, was die nächste Zeit bringt, und freue mich nun auf den Beginn der "richtigen" Hörreise.:)

    Liebe Grüße

    Ich muss mich noch etwas gedulden, da ja PKK und Beihilfe erst Kostenzusichewrung aussprechen müssen. Aber ich fahre erstmal mit meinem Mann in Urlaub und gehe dann hoffentlich gelassen an die 2.OP heran.

    Liebe J.D., danke dir.

    Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du die Kostenzusage zeitnah bekommst. So was möchte man ja doch eher früher als später aus dem Kopf haben. Ein Urlaub ist da aber natürlich auch ganz hilfreich. :) Euch eine schöne Zeit!

    Bist du noch in der Klinik?

    Nein, ich wurde gestern bereits entlassen. Das ist bei mir in der Klinik irgendwie Standard, dass man nach 2 Tagen raus darf. Solange man fit ist, natürlich.^^

    Hallo an alle,


    ich möchte euch gern einmal auf den aktuellsten Stand bringen. Vor zwei Tagen stand ja die Reimplantation an, die glücklicherweise sehr gut verlaufen ist. Rein medizinisch merke ich, dass z.B. nicht noch mal gebohrt werden musste. Momentan schmerzt nur die Wunde ein wenig, aber es ist erträglich. Auch der Tinnitus, der letztes Mal am Anfang doch eher laut war, ist diesmal nur minimal stärker als vorher, und da bin ich sehr zuversichtlich, dass er bald wieder auf normalem Niveau ist.:)


    Das Wichtigste ist aber, dass das neue Implantat genau so funktioniert, wie es soll. Ich habe Mittwoch einen Ausdruck der Impedanzmessungen bekommen und kann immerhin erkennen, dass alle 22 Elektroden innerhalb der Skala liegen und messbar waren. Mein Arzt und der Techniker haben aber auch bestätigt, dass die Werte super sind.


    Nun heißt es also "erholen und auf die EA warten". Ich bin sehr gespannt, ob es beim Einstieg einen Unterschied geben wird, also ob ich wieder bei 0 anfange, und ob / wie sehr sich der Klang unterscheidet.

    Tatsächlich bekomme ich auch einen neuen Sprachprozessor, weshalb ich mich diesmal zum Austesten für den Kanso 2 entschieden habe. Auch da bin ich sehr gespannt, wie groß der Unterschied zum N7 ist.


    Vor allem merke ich, dass ich nun sehr viel entspannter an die EA herangehen kann. Allein das zeigt mir bereits, dass es die richtige Entscheidung war, das Implantat auszutauschen. Danke somit noch mal an alle, die ihre Meinung hier beigetragen haben.:)


    Allen ein schönes Wochenende.

    Ich kann demnächst auch in der Statistik der defekten Implantate mitgezählt werden.

    Liebe J.D.,

    tut mir sehr leid zu hören, dass es für dich nun auch so gekommen ist. Gleichzeitig verstehe ich die Entscheidung auf jeden Fall. Wenn man schon solch ein Gerät hat, soll es einem ja alle Vorteile bieten und nicht nur die abgespeckte Variante. Auch ist ja nie ganz klar, wie es mit den Ausfallrisiken weiterer Elektroden aussieht, wenn gleichzeitig feststeht, dass ein Defekt vorliegt. Das war für mich schlussendlich der ausschlaggebende Punkt, und kommenden Mittwoch ist es ja auch endlich so weit.

    Aber so schnell geht es wohl leider nicht, da ich erst eine Kostenübernahmezusage der PKV und der Beihilfe brauche. Ich dachte erst, dass bei solch einem Defekt sich Hersteller und Klinik einigen müssen, wer die Kosten trägt, doch von der Oberärztin des DHZ bekam ich den Tipp mich abzusichern.

    Ich vermute mal, dass das je nach Patient, behandelndem Arzt und jeweiligem Hersteller unterschiedlich ist. Bei mir hat der Hersteller netterweise die Kostenzusage gegeben, aber da meinte mein Arzt auch, dass ihn das sehr wunderte, da der Ablauf meist anders sei – Da ja erst nach der OP eindeutig festgestellt werden kann, wo das Problem (eher: der Defekt) liegt und damit, wer schuld hat, scheint es wohl eher üblich zu sein, dass es so läuft wie bei dir.

    Bei einer Reimplantation nach so kurzer Zeit, wird die OP schnell vorbei sein, da noch nichts fest eingewachsen ist. Da wäre eine Lokalänästesie vielleicht doch vertretbar.

    Dem kann ich zustimmen, zumindest hat mein Arzt es so gesagt. Generell sollte die OP wohl kürzer sein, besonders aber, wenn dasselbe Implantat (oder eher derselbe Hersteller) genommen wird, weil das Implantat dann ja definitiv in das vorgefräßte Knochenbett passt. Auch sollen wohl die Risiken, was Gesichts- und Geschmacksnerven geringer sein, da der Weg daran vorbei ja ebenfalls vorgefertigt ist, sozusagen.

    Lokalanästhesie könnte ich mir überhaupt nicht vorstellen; ich weiß aber, dass es bei meinem Arzt vor einer Weile tatsächliche erstmalig erfolgreich gemacht wurde. Ist vielleicht ein bisschen mehr im Kommen inzwischen?!:/

    aber ein ich denke um es als Defekt gilt muss es re-implantiert sein und das sind ja viele der Elektrodendefekte ja nicht.

    Ja, davon gehe ich auch aus. Ich habe mich auch eher auf Fälle wie bei dir oder mir bezogen, wo es dann auch zu einer Reimplantation kommt. Dadurch, dass viele Implantate mit Elektrodenausfall nicht reimplantiert werden, gibt es aber natürlich auch eine mehr oder weniger große Dunkelziffer, das stimmt schon.

    Wobei mich irritiert, dass Elektrodendefekte so oft sein sollen. Ich habe schon 19 Jahre ein CI und es waren immer alle Elektroden intakt.

    Häufig sind sie, glaube ich, nicht. Ich kann mir vorstellen, das wirkt hier im Forum so – dabei sollte nicht vergessen werden, dass man Leute, die irgendein Problem mit ihrem CI haben, vermutlich überproportional häufig in solch einem Forum wie hier findet. Weil: Wo findet man sonst Hilfe und Rat bzw. ähnliche Erfahrungen? :)

    Auch führen die Hersteller ja auch ihre Qualitätsberichte bzw. werden Implantatdefekte (zumindest bei Cochlear) insoweit dokumentiert, dass es an irgendeine Behörde gemeldet wird, soweit ich weiß. Ich glaube, diese Quote, wie viele Implantate nach X Jahren noch funktionieren, liegt beim aktuellen Implantat, das ich auch habe, bei 99.97 % oder so ähnlich. Das erklärt auch, dass ich bei meinem Arzt und seinem Team laut ihrer Aussage die Erste bin, bei der ein solcher Implantatdefekt (also quasi während der OP bereits) aufgetreten ist.


    LG und ein schönes Wochenende.

    Guten Morgen,


    ci_joe: Ich hatte gestern noch den Techniker angeschrieben, der deine Aussage bestätigt hat. Allerdings empfahl er, bis nach der Reimplantation zu warten, da ja oft - wie auch Magneto geschrieben hat - durch das Tragen des CIs der Tinnitus teils verschwinden kann.


    Magneto: Vielen Dank dir für die Links; gerade was das Tonschwellenaudiogramm angeht, hatte ich noch einige Unklarheiten.


    Allen ein schönes Wochenende!:)

    Hi Sheltie,


    das ist tatsächlich ein ganz guter Tipp, danke dir. Ich kenne das nur von den Hörtests auf dem besseren (HG-versorgten) Ohr, dass da dann andere Töne gespielt werden, um die Töne differenzieren zu können. Logisch eigentlich, dass das auch beim CI geht.


    Beim letzten Hörtest wurde bei mir beim besseren Ohr auch versucht, den Tinnitus in Geräuschart und -lautstärke zu bestimmen. Weiß jemand, ob man das auch irgendwie übers CI, also bei einem ertaubten Ohr, feststellen kann? Wäre ja als Beleg für den Antrag auf Feststellung des GdB ganz wichtig.


    LG

    Hi Sheltie, auch noch mal an dich vielen Dank für die Wünsche. Da kann ja nun diesmal wirklich kaum was schiefgehen, was? :)


    Ich find solche Tests immer ganz schön schwierig, weil die Töne, wenn sie leiser werden, irgendwann in meinem Tinnitus untergehen, sozusagen. Da ist es manchmal echt nicht mehr leicht zu unterscheiden. Das kennen hier sicherlich einige.


    Recht hast du absolut, dass man OP-Risiken nicht unterschätzen sollte. Deswegen fiel mir die Entscheidung ja auch nicht leicht. Beruhigt hat mich vor allem, dass es nicht 1:1 wie eine komplette Erst-CI-OP wäre, sondern sie kürzer und weniger aufwendig ist. Und wie du es sagst: Ein komplett funktionierendes CI gibt einem, mal von allen anderen Argumenten abgesehen, einfach ein besseres Gefühl.


    LG

    Liebe Jutta,

    mein Arzt hatte ebenfalls von einem Patienten erzählt, der bei MedEl mit weniger Elektroden – ich glaube, es waren ebenfalls 8 von 12 – ein gutes Sprachverstehen hat.
    Generell hast du natürlich recht, und es scheint durchaus mal vorzukommen, dass ein paar Elektroden wegfallen; demgegenüber hat der Techniker (ich war heute noch mal zur CI-Einstellung) auch noch mal gesagt, dass ich der erste Fall bei ihnen mit einem Implantatdefekt bin.


    Was ich sehr gut nachvollziehen kann, ist die Frage nach der Konsequenz aus dem Wegfall der Elektroden. Das war für mich ja eines der Argumente für die OP. Gleichzeitig ist es sicherlich möglich, einen guten Umgang damit zu finden, das will ich gar nicht ausschließen.

    Bei der Einstellung heute wurden noch mal Sprachtests gemacht - die waren minimal besser als vor zwei Wochen. Hingegen war ein weiterer Test, wo ich sagen sollte, wie laut ich Töne höre, wohl schlechter als letztes Mal, worüber auch der Techniker etwas verwirrt war. Ist nicht auszuschließen, dass es an den fehlenden Elektroden liegt. Diese Unwissenheit jedes Mal bei einer Einstellung zu haben, war für mich keine Perspektive.


    J.D. : Ich hoffe sehr, dass sich bei dir spätestens nach der nächsten CI-Einstellung auch wieder mehr Erfolge abzeichnen. Manchmal liegt es ja auch zB daran, dass die Lautstärke mit der Gewohnheit geringer wird, und wenn das dann angepasst wird, funktioniert es direkt besser. :)


    Liebe Grüße

    Hallo Peter,


    das ist ja auch eine Geschichte, die du da hinter dir hast. :(


    Natürlich ist meine Erfahrung keine Garantie für dich, aber vielleicht zeigt es ja immerhin, dass es auch besser laufen könnte: Ich habe seit meiner Ertaubung auf dem rechten Ohr letztes Jahr ebenfalls einen Tinnitus, manchmal kommen komische Blubbergeräusche hinzu. Beides hält sich von der Lautstärke her zum Glück in Grenzen. Am 28.04.21 habe ich rechts ein CI bekommen, und mein Tinnitus war an den ersten Tagen auch wesentlich lauter. Gott sei Dank nicht durchgehend, sondern eher schubweise. Es kam auf und klang dann schnell wieder ab.

    Mit der Zeit der Genesung wurde das glücklicherweise immer besser. Ich kann nicht mehr genau sagen, ab welchem Zeitpunkt (ca. eine Woche?), aber es gab auf jeden Fall den Moment, in dem der Tinnitus wieder dauerhaft auf dem alten Niveau war. Wenn ich das CI trage, nehme ich ihn sogar kaum wahr.


    Meinem Arzt schilderte ich nach der OP den verstärkten Tinnitus, und er meinte, das sei total normal nach solch einer OP und werde sich höchstwahrscheinlich mit der Zeit geben – So war es bei mir dann ja auch. Ich habe den Eindruck, es hat etwas mit Ohr-Stress zu tun, weil in den ersten Tagen meiner Erstanpassung, wo ja der Hörnerv wieder stimuliert wurde, war der Tinnitus zeitweise auch wieder lauter wie nach der OP. Auch das ist inzwischen aber weggegangen, und ich habe "nur" noch den normalen Tinnitus.


    Ganz liebe Grüße und alles Gute!