Posts by Cino

    Hallo Alexandra,

    bitte entschuldige die späte Antwort. Mir hilft es auch, bei den Einstellungen mit auf den Bildschirm zu schauen, und ich lasse mir dazu noch jedes Mal den Bericht mit den detaillierten Einstellungen ausdrucken. CI und Hörgerät sind gekoppelt, und zusammen ergibt sich ein "runder" Höreindruck. Das war mit meinem vorherigen, nicht mit dem CI kompatiblen Hörgerät nicht so, da habe ich mich gefühlt wie zweigeteilt, weil beide Seiten so unterschiedlich klangen. Dass Eindrücke von einem auf das andere Gerät übertragen werden, merke ich bewusst aber nicht. Wenn ich nur das Hörgerät trage, klingt Sprache ziemlich "schrottig" und ich verstehe so gut wie nichts. Mir wurde dazu erklärt, dass das Hörgerät - zumindest in der ersten Phase - sozusagen nur als "Krücke" für das CI dienen soll, also nicht mehr tun, als es zu unterstützen.

    Alles Gute für deine Reha!

    Hallo Peter,

    vielleicht interessant für dich: es gibt in Berlin auch noch andere Kliniken, die CI-Implantationen machen. Ich selbst war auch erst im Virchow zur Voruntersuchung, habe mir dann aber auch noch das UKB Marzahn, das Vivantes Friedrichshain und das Helios Berlin-Buch angeschaut. Am Ende habe ich mich für Berlin-Buch entschieden, weil sie sich dort am meisten Zeit für mich genommen haben, ich das Nachsorge-Konzept am überzeugendsten fand und die Räumlichkeiten am angenehmsten. Das war übrigens auch die einzige der Kliniken, die die Pneumokokken-Impfung empfohlen bzw. sogar zur Bedingung gemacht hat. Ich kenne einige, die mit gutem Ergebnis im Virchow implantiert wurden, habe aber jetzt schon öfter gehört, dass sich Leute dort nicht so gut informiert gefühlt haben. Falls dir das wichtig ist, hier also nur zur Info, dass es in Berlin auch andere Optionen gibt.

    Alles Gute für dich und deine Entscheidungen!

    Liebe Alexandra,


    ich habe gerade ganz ähnliche Themen wie du (habe auch das 3D + Naida link). In meiner Klinik wurden die Erstanpassung und einige weitere Anpassungen gemacht, mit denen ich auf Anhieb zufrieden war und schnell Fortschritte gemacht habe. Seit einigen Wochen mache ich nun eine ambulante Reha in einem Hörzentrum, bei der ich das Gefühl habe, eher wieder Rückschritte zu machen. Ich habe dort keinen festen Audiologen, sondern es macht immer jemand anderes die Einstellungen. Ich fühle mich in der Klinik eigentlich besser aufgehoben, das Hörzentrum sieht es aber nicht so gern, wenn ich parallel auch dort hingehe. Dann gibt es auch noch meine Akustikerin für das Hörgerät. Und all diese Personen haben unterschiedliche Ansätze, Erfahrungen und Meinungen… Da denke ich in letzter Zeit auch öfter, dass eine stationäre Reha vielleicht besser gewesen wäre, wo alles an einem Ort ist und man sich ganz auf das Hörenlernen konzentrieren kann.


    Bei mir wurde das TMic auch erst nach einigen Wochen aktiviert, erst habe ich dann mit Prozessormikros+TMic gehört, inzwischen nur mit TMic. Ich gehöre aber auch anscheinend zu der Minderheit, für die das TMic gar nicht unbedingt eine Verbesserung bedeutet. Es ist natürlich super, dass man das Telefon einfach normal ans Ohr halten kann und sogar mit In-Ear-Kopfhörern damit hören kann. Aber ansonsten habe ich nicht das Gefühl, besser damit zu verstehen, seit das TMic aktiviert ist, hallt es, so dass Sprache verzerrt ankommt. Ich bin nicht hundertprozentig sicher, ob es wirklich am TMic liegt, aber werde es weiter beobachten und bin auch gespannt, wie es sich bei dir entwickelt.


    Es braucht wahrscheinlich wirklich viel Geduld und Muße, ausführlich alle Optionen zu testen, bis man die beste Einstellung für sich gefunden hat - und dafür ist eine stationäre Reha, wie du sie jetzt vor dir hast, natürlich ideal.

    Hi Terry,

    ein kleiner Tipp zum CT: bei mir war ein CT auch schon zur Voruntersuchung nötig (also nicht erst kurz vor der OP). Weil ich sehr lange auf einen Termin in der Klinik hätte warten müssen, habe ich die Aufnahmen dann in einer anderen radiologischen Praxis machen lassen, wo ich innerhalb von zwei Wochen einen Termin bekommen habe. Vielleicht ist das bei dir ja auch möglich und beschleunigt die Sache etwas.

    Viel Glück!

    Hi Simu,

    sehr gut, dass du Olaf Biemann angeschrieben hast - wie ich ihn kennengelernt habe, hilft er dir gern.

    Zu deiner Frage, ob die Reha gleich bewilligt wurde: Bei mir wurde die Reha beim ersten Versuch bewilligt, ohne dass ich Widerspruch einlegen musste. Die Rentenversicherung hat sich allerdings bei mir sehr viel Zeit gelassen, so dass es von der Antragsstellung bis zur Bewilligung einige Monate gedauert hat. Das muss aber wohl nicht immer so sein.

    Alles Gute!

    Hi,

    ich trage bei braunem Haar auch Petrol (AB) und bin total glücklich damit - Hallo an die anderen "Petrolheads"! :)

    Mir würde es nichts ausmachen, wenn man Prozessor und Überträger sehen würde, und ich bin auch eigentlich davon ausgegangen, dass es mehr auffallen würde, aber unter meinem halblangen und relativ dichtem Haar sieht man jetzt so gut wie gar nichts. Auf dem Haar würde der Magnet nicht gut halten, deshalb trage ich ihn so, dass die Haare darüber fallen. Rascheln tut auch bei mir nichts (am Überträger sind aber auch keine Mikros aktiviert).

    Viele Grüße!

    Hi Simu,

    bei allen Unsicherheiten wegen der Antragstellung, würde ich mich direkt an Olaf Biemann, den sehr netten und engagierten Leiter in Rendsburg, wenden. Er wird dir sagen können, auf was es da ankommt, und dich sicher auch konkret bei der Formulierung unterstützen.

    Viele Grüße!

    Habe mich schon vor der CI OP, also in der HG Zeit für eine Brille mit sehr dünnem Bügel entschieden. Sie ist sehr leicht und komfortabel. Allerdings auch nicht ganz billig.

    Zur Zeit teste ich Kontaktlinsen. Wenn ich nächsten Monat mein zweites CI bekomme, dann ist das vielleicht noch komfortabler.

    Hast du auch so ein schickes Gestell, das aus einem einzigen Titandraht gebogen ist? Die sind super leicht, ganz individuell anpassbar/biegbar und praktisch unkaputtbar. Zwar wirklich nicht ganz billig, aber für mich hat sich das gelohnt. Kann ich allen empfehlen, die etwas mehr hinter den Ohren unterzubringen haben ;)

    Hallo Anni,

    ich denke auch, dass es sinnvoller ist, mit dem Brillenkauf zu warten, bis nach der OP alles einigermaßen wieder im Normalzustand ist. Ich habe z.B. eine Brille mit sehr dünnen Bügeln, und das ist für die Wunde auch nicht ideal, da sich die Bügel da "rein bohren". So lange die Wunde noch schmerzt, trage ich so oft es geht Kontaktlinsen. Direkt nach der OP saß die Brille immer etwas schief, aber das habe ich auch irgendwie überstanden ;)

    Viele Grüße!

    Hallo Simu,


    Willkommen hier im Forum! Ich war 2015 in Rendsburg zur Reha. Damals war ich noch keine CI-Trägerin, sondern hochgradig schwerhörig. Mir hat es dort sehr gut gefallen, sehr herzliches und kompetentes Team (2 von 3 Trainer*innen tragen selbst CIs), angenehme Unterkunft, gutes Essen, schöne, ländliche Umgebung mit Fluss und Kanal drumherum und viele interessante Ausflugsmöglichkeiten.


    In der Reha ging es vor allem um die Auseinandersetzung mit der Hörschädigung, sie für sich zu akzeptieren und Strategien zu entwickeln, wie man sie anderen vermittelt und wie man für sich selbst und für gute Bedingungen für das bestmögliche Hören sorgt. Dafür waren Gespräche in der Gruppe zentral, wo jede*r Raum für die eigene Geschichte und individuellen „Baustellen“ bekam. Dazu kamen Gebärden- und Abseh-Trainings, um das Spektrum der Kommunikationsmöglichkeiten zu erweitern. Das "Entspannungstraining" bestand zu meiner Zeit in Rendsburg nur aus einer Stunde Qi-Gong pro Woche, an dem man freiwillig teilnehmen konnte.


    Das Besondere an Rendsburg ist, dass die Reha für alle 4 Wochen dauert und dass man in diesem Zeitraum mit der kleinen Gruppe aus ca. 10-14 Leuten zusammenbleibt. So kann ein besonderer Zusammenhalt entstehen, es ist alles sehr persönlich, fast familiär.


    Es ist für dich vielleicht wichtig zu bedenken, dass die Gruppe nicht unbedingt nur aus CI-Träger*innen besteht. Wenn dir das wichtig wäre, solltest du dich explizit nochmal in Rendsburg erkundigen. In meinem Fall waren nur 2 von ca. 12 Teilnehmenden CI-Trägerinnnen, die anderen Hörgeräte-Träger*innen oder auch bisher unversorgte Ertaubte.


    Die CI-Trägerinnen hatten zusätzlich zu dem allgemeinen Programm Termine zur CI-Einstellung und Hörtraining - das lief allerdings (zu meiner Zeit jedenfalls) eher nebenher. Wenn es dir vor allem um die Optimierung der CI-Einstellungen, Hörtraining und den Austausch mit anderen CI-Trägern geht, könnte eine Reha in Kliniken wie Bad Nauheim oder St. Wendel sinnvoller sein.


    Mir persönlich hat damals Rendsburg sehr viel gebracht, weil ich dort zum ersten Mal näheren Kontakt mit anderen Hörgeschädigten hatte und die Erfahrung gemacht habe, wie entlastend es sein kann, sich nicht immer erklären zu müssen, wenn alle ein ähnliches Problem haben. Auch habe ich zum ersten Mal Leute mit CIs kennengelernt und es hat mich beeindruckt und zuversichtlich gestimmt, mitzubekommen, wie gut vor allem die CI-Träger*innen aus dem Team kommunizieren und sogar Gruppen anleiten konnten. Auch von technischen Unterstützungsmöglichkeiten für Hörgeschädigte (wie z.B. Schriftdolmetschen) zu erfahren und sie ausprobieren zu können, war wichtig für mich.


    Ich denke, wenn man, wie ich damals, eher am Anfang der Auseinandersetzung mit der Hörschädigung steht und Bestärkung und Strategien braucht, damit umzugehen, ist Rendsburg perfekt. Wenn man aber schon etwas weiter und erfahrener ist, und es eher darum geht die CI-Einstellungen zu optimieren und Hörtraining zu machen, sind meiner Meinung nach eher Kliniken wie Bad Nauheim, Salzuflen oder St. Wendel die erste Wahl.


    Das ist meine persönliche Einschätzung, und da es ja schon eine Weile her ist, seit ich die Reha in Rendsburg gemacht habe, kann es auch sein, dass sich mittlerweile einiges dort verändert hat. Wenn es dich interessiert, könntest du auch mal in die (vielleicht aktuelleren) Erfahrungsberichte hier schauen:

    https://www.kurklinikverzeichn…n-deutschland/bewertungen


    Wie Alexandra schon schrieb, werden sie dir in Rendsburg sicher Rat geben können, bei welchem Träger du in deiner spezifischen Situation die Reha beantragen solltest und dich auch bei der Antragstellung unterstützen - einfach mal eine Mail hin schreiben.


    Ansonsten würde ich dir raten, dir auch einmal die Angeboten der Reha-Kliniken in Bad Nauheim, Bad Salzuflen und St. Wendel (habe ich eine vergessen?) anzuschauen - vielleicht passt das ja auch besser zu deinen Bedürfnissen.


    Viele Grüße!

    Hallo Elfenturm,

    Glückwunsch zur überstandenen Reimplantation! Ich wünsche dir gute Erholung und dass du auch die Antibiotika gut verträgst. Mich hatten die ja ziemlich ausgeknockt und mir war ständig übel, aber das wurde sofort besser, als ich sie nicht mehr nehmen musste. Ich bin sehr gespannt, wie es sich bei dir entwickelt, und auch, was bei der Aufarbeitung der Defekte in der MHH herauskommt. Habe ja selbst im Juni ein Implantat von AB bekommen, das - toi toi toi - bisher sehr gut funktioniert.

    Viele Grüße!

    Hallo Elfenturm,

    ich habe erst ab dem dritten Tag nach der OP Antibiotika in Tablettenform bekommen. Meine Zimmernachbarin, die wie du reimplantiert wurde, musste gar keine Antibiotika nehmen. Es ist also ganz unterschiedlich.

    Alles Gute für heute!

    Hallo Kerstin,

    die langsam gesprochenen Nachrichten der DW kann man als Podcast abonnieren (über iTunes oä). Den Text kann man dann auch mitlesen. Zum Üben kann ich dir auch noch den Podcast "Slow German" mit Annik Rubens empfehlen, langsam eingesprochene Texte zu verschiedensten Themen. Die Tagesschau in der ARD-Mediathek schaue ich immer mit Untertiteln, da muss man eigentlich nur auf das Symbol "UT" klicken, dann erscheinen sie.

    Viel Spaß beim Üben!

    Hi Scuros,

    ich selbst hatte zwar noch keine Aussetzer beim Streamen mit dem Compilot (habe ihn auch erst ganz kurz), aber habe gelesen, dass das Problem viele haben. Oft liegt es wohl am Kabel/der Umhängeschlaufe (wie Muggel schon schrieb), oder auch einfach daran, dass die Enden der Umhängeschlaufe nicht richtig fest im Gerät stecken. Manchmal auch tatsächlich an einer Funkstörung - was dann wohl am schwersten zu beheben wäre...

    Viele Grüße!

    Hi Ralle,

    der Nutzer rät, bei Aussetzern zuerst Hardware-Probleme (mit Kabel, Überträger oder Prozessor) auszuschließen. Wenn das nicht hilft, schlägt er vor, den Audiologen checken zu lassen, ob in den RF-Einstellungen "Optima" aktiviert ist und das dann auszuschalten. Optima ist, soweit ich das verstehe, eine bestimmte Klangverarbeitungsstrategie, mit der unter anderem Energie gespart werden kann, und die eventuell automatisch aktiviert sein könnte.

    Hallo,

    ich habe ja ziemlich neu den Naida Q90, und auch bei mir dauert der Programmwechsel ca. 5 Sekunden. Das kommt auch mir zu lang vor - werde das bei meinem nächsten Termin mal ansprechen, vielleicht hat mein Audi ja eine Idee... Aussetzer hatte ich bisher nur mit der schon erwähnten AutoZoom-Funktion. Da mich das nervt, habe ich sie gleich deaktivieren lassen.

    In einer englischsprachigen Facebook-Gruppe von Advanced Bionics-Träger*innen habe ich zum Problem der Aussetzer noch einen Tipp gefunden, der mit den RF-Einstellungen in Bezug auf "Optima" zu tun hat (ich denke, das geht in Richtung der Hinweise von Muggel). Ich zitiere mal:

    "For those Naída users experiencing what I have come to call “random connection loss” (RCL), which is actually a momentary loss of lock, first make sure you don’t have a bad RF cable, UHP, etc. After troubleshooting the hardware and if you’re still having the RCL problem I suggest seeing your AuD for her/him to check your RF settings, especially if you are using Optima. The latest version of SoundWave (2.3) has several new software updates, including a feature designed to automatically adjust the RF lock power settings, instead of having Optima take it down from 8 v. to 4 v."

    Vielleicht wär das ja noch eine Idee...

    Viele Grüße!

    Danke für eure Willkommensgrüße und ermutigenden Worte!

    Bei mir ist wohl tatsächlich eher Robby Robot als die gute alte Micky Maus am Steuer, aber wer weiß, vielleicht kommen die Mäuse auch noch... Stelle ich mir eigentlich ganz lustig vor!

    Musik klingt noch wie die Sendersuche beim Radio, aber ich bin ja schon begeistert, dass zumindest ab und zu etwas Erkennbares bei mir ankommt. Und bei Unterhaltungen verstehe ich inzwischen tatsächlich schon etwas besser als nur mit den Hörgeräten - CI und Hörgerät ergänzen sich ganz gut. Bin sehr gespannt, wie es dann mit dem koppelbaren Naida Link-Hörgerät wird, das ich irgendwann in den nächsten Wochen hoffentlich ausprobieren kann.

    Viele Grüße an alle!

    Liebes Forum,


    nachdem mir die Beiträge hier im Vorfeld der CI-OP extrem geholfen haben und ich vor einiger Zeit auch schon einmal eine Frage gestellt hatte, will ich es jetzt gern nachholen, mich euch "ordentlich" vorzustellen und von meinen ersten Erfahrungen mit dem CI berichten.


    Ich bin 40, lebe in Berlin und arbeite im Bibliotheks- und Archivbereich. Schwerhörig bin ich seit ca. 15 Jahren, erst nur auf einem Ohr und vor allem im Tieftonbereich (was wohl nicht ganz so oft vorkommt). Irgendwann kam dann auch das zweite Ohr dazu, und ich habe alle Stadien der Schwerhörigkeit durchlaufen, von leicht bis zuletzt auf beiden Seiten an Taubheit grenzend. Von Anfang an war ich mit Hörgeräten versorgt (zuletzt mit Oticon Opn), womit ich aber nie richtig gut klar gekommen bin, weil das Sprachverständnis auch mit der sorgfältigsten Anpassung immer schlecht blieb.


    So habe ich mich vor einem Jahr, unter anderem mithilfe des Entscheidungsfindungsseminars in Bad Nauheim, dieses Forums und persönlicher Kontakte mit CI-Träger*innen für ein CI entschieden. Es hat etwas gedauert, bis ich den richtigen Zeitpunkt gefunden und mich für eine Klinik und einen Hersteller entschieden hatte, aber nun bin ich seit dem 24.6. auf meinem schlechteren Ohr mit dem HiRes Ultra 3D von AB mit der SlimJ Elektrode implantiert.


    Vor der OP war ich sehr aufgeregt, die Vorstellung, dass mein Kopf aufgeschnitten und mir ein "Fremdkörper" eingesetzt wird, fand ich schon sehr gruselig - da konnten auch die positivsten Erfahrungsberichte nichts dran ändern. Deshalb war es mir auch wichtig, den Operateur und die Audiologen vorher kennenlernen zu können. Ganz kurz vor der OP habe ich durch Zufall erfahren, dass nicht der vorgesehene Arzt, mit dem ich die Vorgespräche hatte, sondern ein anderer, über den ich nichts wusste, mich operieren sollte. Das hat mich ziemlich verunsichert, aber weil ich die OP nicht noch weiter aufschieben wollte, habe ich mich dann entschieden, es trotzdem "durchzuziehen". Zum Glück hatte ich die Möglichkeit, morgens vor der OP noch mit dem Operateur zu sprechen, ihn nach seiner Erfahrung zu befragen und zu besprechen, wo genau er plant, den Magneten zu platzieren. So konnte ich dann mit gutem Gefühl in die OP gehen - aber diese Ungewissheit vor der OP hätte ich nicht unbedingt gebraucht.


    Ansonsten habe ich aber fast durchweg positive Erfahrungen mit der Klinik gemacht, und der Operateur hat seine Arbeit offenbar sehr gut gemacht. Im Aufwachraum dachte ich zuerst, es sei noch gar nichts passiert, weil ich keinerlei Schmerzen hatte. Sofort nach dem Aufwachen habe ich ein Zitronen-Wassereis bekommen, um meinen Geschmackssinn zu testen, und ich war wahnsinnig erleichtert, dass es ganz normal schmeckte. Toll fand ich auch, dass ich bis zur Narkose mein Hörgerät auf der besseren Seite tragen konnte und auch mit Hörgerät wieder aufgewacht bin.


    Die ersten zwei Tage nach der OP habe ich mich gut gefühlt, Gesichts- und Geschmacksnerven waren unbeschadet und auch Schwindel hatte ich keinen. Etwas schlechter ging es mir dann ab dem dritten Tag. Weil sich ein Hämatom an der Magnetstelle gebildet hatte, musste ich den Kopfverband weiter tragen und bekam auch leichten Schwindel. Außerdem habe ich die Antibiotika ziemlich schlecht vertragen, davon war mir ständig übel. Allerdings war es auch extrem heiß, über 30 Grad, was einfach für den Kreislauf und die Wundheilung nicht so ideal war. So musste ich dann 5 statt die vorgesehenen 3 Tage in der Klinik bleiben und den Kopfverband bis nach dem Fädenziehen, eine Woche nach der OP, tragen.


    Ab dann ging es aufwärts, ich habe mich zwar noch sehr schwach gefühlt, aber der Schwindel wurde von Tag zu Tag weniger. Am meisten belastet hat mich in der Zeit das taube Gefühl am und um das implantierte Ohr herum. Ich konnte da zuerst gar nicht hinfassen, weil es sich so fremd, irgendwie "wie tot" angefühlt hat... Irgendwann habe ich mich aber doch getraut, ab und zu ins Ohr zu zwicken oder es ein bisschen zu massieren, und nach und nach kam dann auch das Gefühl zurück. Heute, drei Wochen nach der OP, fühlt sich nur noch die obere Hälfte des Ohres taub an.


    Zwei Wochen nach der OP war dann schon die Erstanpassung und seit einer Woche nun trage ich den Naida Q90. Ich hatte schon viel darüber gelesen, wie das CI nach der Aktivierung klingen kann, aber es war dann für mich doch ganz anders als erwartet. Immerhin konnte ich Sprache gleich einigermaßen verstehen, aber Stimmen (inklusive meiner eigenen) klangen alle gleich, außeridisch/robotermäßig, kamen leicht zeitversetzt bei mir an und wurden immer wieder von alles dominierendem Rauschen und Zischen übertönt. Mein Audiologe war trotzdem zufrieden mit mir, wohl, weil ich immerhin schon was verstehen konnte.


    Jetzt nach einer Woche und einer zweiten Einstellung ist das Rauschen und Zischen schon dezenter geworden (oder ich habe mich daran gewöhnt). Auch wenn mir dazu noch gar nicht unbedingt geraten wurde, übe ich jeden Tag ein bisschen mit der Asklepios-Hörtrainings-App, den langsam gesprochenen Nachrichten von der Deutschen Welle und dem Slow German Podcast. Da verstehe ich schon ziemlich gut, auch wenn die Sprecherstimmen noch robotermäßig klingen, im Alltag aber sind Unterhaltungen noch schwierig. Mit CI und Hörgerät höre ich alles doppelt, einmal "normal" und einmal elektrisch, was irritierend ist. Nur mit dem CI-Ohr klingt alles noch sehr fremd und Sprache geht oft im Rauschen und Zischen der Umgebungsgeräusche unter. Trotzdem versuche ich es ab und zu auch ohne das Hörgerät. Auch an Musik taste ich mich schon langsam ran - manches klingt tatsächlich schon ungefähr wie gewohnt, anderes einfach nur wie undefinierbarer Krach. Interessanterweise kommen tiefe Frequenzen besser an als hohe, das Piepen vom Wecker z.B. höre ich mit dem CI-Ohr überhaupt nicht. Mit meiner tieftonbetonten Schwerhörigkeit war das bisher immer anders herum, ich konnte z.B. Frauen sehr viel besser verstehen als Männer und auch mit Vogelzwitschern hatte ich keine Probleme.


    So viel zu meinen Erfahrungen mit dem CI bis jetzt. Ich bin gespannt, was noch alles kommt und freue mich auf den Austausch hier mit euch.

    Schönen Abend noch!

    Cino

    Danke, liebe Karin, für deinen interessanten Beitrag. Dass sich die vorgebogenen Elektroden unter Umständen schlechter wieder entfernen lassen, ist ein guter Punkt. Ich werde in der Klinik mal nachfragen, welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Dann stünde bei den geraden Elektroden der Nachteil, dass sie theoretisch eher wieder rausrutschen könnten, dem Vorteil gegenüber, dass sie leichter wieder zu explantieren sind. Hm, das macht die Entscheidung nicht leichter...


    Dass ein besonders dünnes Elektrodenbündel im Fall einer Reimplantation ungünstig sein kann, würde im Fall der Elektroden von AB eher gegen deren gerade Elektrode sprechen, da diese wohl dünner als die vorgebogene ist.


    Ich bin gespannt auf weitere Meinungen und wünsche allen einen schönen Tag!