Posts by Bitzi

    Hallo Martina,


    dass Ella Fitzgerald grausig klingen kann, ist der Jazzwelt nicht bekannt, kicher. Ja, ich mache langsam. Ich freue mich, wenn ich bekannte Songs ein bisschen erkennen kann.


    Sheltie: Vertäuben muss ich gar nicht. Ich kann über mein Minimikro via Bluetooth den Sound direkt aufs Blechohr leiten, an dieses kable ich noch die Kopfhörer an, die ich von Cochlear bekommen habe, und schon gehts los. Ich benütze den Kopfhörer als Hilfe, bringe in näher ans gesunde Ohr oder weiter weg, je nachdem wie deutlich ich etwas verstehen kann. Ich höre so auch Podcasts zum Üben. Oder Fernsehwerbung (die würde ich ja normalerweise wegschalten, aber zum Hörenüben ist sie ideal, weil immer die gleichen Werbungen kommen), und sie sprechen etwas langsamer als normal. Ausser: Zu Riskien und Nebenwirkungen...das zischt dann nur noch im CI, lach


    Ich muss nur noch an meiner Geduld etwas arbeiten. Da hilft mir diese Forum sehr, damit ich schnell wieder realistisch werde und nicht Wunder erwarte nach so kurzer Zeit.


    Schöne Sommergrüße
    Christine

    Guten Morgen,


    Sheltie, danke für die musikalischen Tips. Ich mach es jetzt schon so, dass ich die Kopfhörer an das CI anschliesse, dann über Wireless den Radio einschalte, ich höre sehr gerne Radio Swiss Jazz, da ich Jazz singe und studiere, und los geht´s. Grottenschlechter Sound, aber es wird besser, das weiss ich. Mit dem rechten Ohr habe ich über den Kopfhörer die Unterstützung, die Musik richitg zu hören. Ich freue mich einfach, wenn ich ab und zu schon eine Basslinie wahrnehmen kann, wenn auch v.a. rhythmisch. Einer hat mal gesagt, es ist gut sich auf das zu konzentrieren was noch geht. Und so mache ich es.


    Martina, ja genau, meine Ohren sind tägliches Musikhörtraining gewöhnt. Ich habe auch von einer Opersängerin mit CI gelesen, die wieder auf der Bühne steht, sowie von einem Komponisten. Eine Frage der Zeit und der Geduld.


    Ich wünsche euch einen klangvollen Tag
    Christine

    Hallo an alle,


    meine Name ist Christine, ich bin neuer im Forum, habe sehr viele Beiträge gelesen, die mir Mut gemacht haben und möchte mich als erstes bei all den fleissigen Schreiberlingen bedanken. Der Beitrag von Donna hat mich bewogen auch etwas zu schreiben. Ich habe am 28. Juni links ein CI implantiert bekommen und bin jetzt in der dritten hörenden Woche. Rechts bin ich normalhörend. Ursprünglich war ich mit zwei sehr musikalischen Ohren ausgestattet, bis mein linkes Ohr vor ca. 8Jahren schlechter wurde, was ich nur durch Zufall bemerkte, weil ich mit einer Stimmgabel gespielt habe. Daraufhin wurde mein Ohr abgeklärt, wirklich alle Untersuchungen wurden gemacht, doch ich bekam bis nach der CI Op keine Diagnose. man ging davon aus, dass ich eine Otosklerose habe. Im Januar wurde mein Ohr soviel schlechter, dass ich dachte mein Hörgerät sei defekt. Dem war nicht so, ich hörte nur noch 20%, vorher waren es 50%. Ich ging in die Klinik meines Vertauens mit der Erwartung, dass die halt sagen, sie haben ja noch ein Ohr nicht so schlimm. Aber, mir wurde gesagt ich könne ein CI bekommen. Ich brauchte ca. 2 Minuten mich dafür zu entscheiden. Zumal die Oberärztin auch zwei CIs trägt. Für mich war das wie Weihnachten, denn mein Alltag hat sich hörmässig total verschlechtert. Ich konnte im Umgebungslärm die Leute auch mit dem gesunden Ohr nicht mehr sofort verstehen, sie mussten immer alles wiederholen. Bei einem Test haben wir festgestellt, das ich im Störlärm mit dem gesunden Ohr nur noch 40% verstehe. Beim Singen in der Band konnte ich meine Stimme nicht mehr hören, weil mein Ohr nicht wusste worauf es sich nun richten soll und sich immer das laute Schlagzeug ausgesucht hat. Meine Intonation war nicht mehr sauber, der Bass und das Klavier waren nicht zu hören, beim selber Klavierspielen sind die Bassregionen nur noch eine Suppe...Ich war kurzum total hörgestresst. Ich sah mich schon zurückgezogen, mich nur noch mit zwei Leuten treffend in ruhiger Umgebung. Alles was ich mache ist aber laut und ich will diese Dinge nicht aufgeben. Deshalb habe ich die Chance ohne zu zögern ergriffen und ich gebe mein CI nicht mehr her. Noch bin ich ganz am Anfang, meistens plätschert das CI so vor sich hin, aber wenn ich über das Audiokabel z.B. ein Buch höre und den Text mitlese, verstehe ich alles, ohne Mitlesen geht auch schon ein bisschen, aber das ist noch sehr anstrengend. Musik ist noch kein Genuss, aber ich übe tapfer, mache meine Gesangsübungen mit dem CI und auch Klavier spiele ich eingeschaltet, da muss ich jetzt durch. Ich beobachte, dass ich viel weniger gestresst bin und auch auf dem gesunden Ohr in Störlärm wieder viel besser verstehe, weil es einfach nicht mehr alles alleine hören muss, auch wenn ich links noch nicht viel verstehe. Das Gehirn kommt langsam wieder in ein Gleichgewicht. Einseitge Taubheit zieht einige Probleme nach sich, die uns gar nicht so bewusst sind.


    Das ist jetzt doch ein etwas langer Bericht geworden. Ich hoffe, er hilft Dir, Donna, bei der Entscheidung, egal welche Du triffst. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe, auch wenn das linke Ohr nie wieder so musikalisch wird wie das Rechte, doch wer weiss was mein Hirn so alles noch leisten wird.


    Herzlichst Christine