Posts by Stalker70

    Glückwunsch zur überstandenen Doppel-OP und alles Gute für den weiteren Weg!


    Finde es schade, dass Du Dir nicht Magneto als Nicknamen ausgesucht hast. Stalker klingt weniger positiv und wenn Du Dich schon mit Magneto Man hier vorstellst... ;) Mathestudium mit Hörbehinderung? Respekt! Mir wurde davon abgeraten, die Hörgeräte nach den OPs zu benutzen, auch testweise. Macht auch keinen wirklichen Sinn. In der Schnecke sitzt nun der Elektrodenträger.


    Das mit dem Schaumkopfkissen ist eine interessante Lösung. Kannst Du denn nur seitlich schlafen? Die gesündeste (und hier auch naheliegendste) Position ist es auf dem Rücken zu liegen, aber das ist auch eine Sache der Gewohnheit.


    Magneto gibt es hier schon. Und mein Nickname ist schon positiv, denke ich, er kommt von dem gleichnamigen Film von Andrei Tarkowskij. Ist kein Film für jedermann, mehr anspruchsvoll.
    Und schlafen tue ich sowohl seitlich als auch auf dem Rücken. Aber auf dem Rücken kann ich nicht ewig liegen und schnarche auch extrem laut in dieser Position :S

    Auch von mir willkommen im Club der Blechohren! :) Für die Erstanpassung wünsche ich Dir nen guten Start.


    Alle Achtung; gleich bilateral - sehr gut! Du schreibst jedoch nicht, für welchen Hersteller Du Dich entschieden hast....


    vielen Dank!
    Ich habe mich für Med El (Synchrony/Sonnet) auf beiden Seiten entschieden. Da es hier als chic gilt, es in die Signatur zu setzen, tue ich das nach der Erstanpassung :)

    Hallo zusammen,


    ich hatte mich hier vor kurzem vorgestellt, und da einige neugierig waren wegen meiner gleichzeitigen bilateralen Versorgung, möchte ich nun einen ersten kleinen Bericht abliefern.


    Zunächst noch mal die Vorgeschichte, für die Leute die mich noch nicht kennen:
    Ich komme aus München, und bin 45 Jahre alt. Links entweder schon immer oder seit frühen Kindheitstagen taub. Rechts großer Hörsturz mit 14, danach kleinere Hörstürze, so dass ich jetzt nahezu völlig taub bin.
    Vom Lebenslauf her sah es so aus, dass ich nach dem Hörsturz mit 14 gleich auf eine Schwerhörigenschule kam, auf der ich glücklicherweise Abitur machen konnte. Dann studierte ich Mathematik (wo die Professoren auch mehr an die Tafel schreiben als erzählen 8) ) Und heute bin ich technischer IT Consultant.
    Das Verstehen regelte ich im Studium/Beruf größtenteils mit Mikroport- bzw. FM-Anlage, wobei jederzeit meinen Leuten bewusst war, dass ich nur bei 4 Augen-Gesprächen alles verstehe und auf die Weise auch in das Berufsleben integriert war.
    Ich hatte bereits früh CI Voruntersuchungen gemacht, schon 1997 in Dresden. Aber damals sagte man mir noch, dass ich „zu gut“ höre für ein CI. In den letzten Jahren nun wurde das Verstehen immer schlechter, so dass ich ernsthaft über eine CI Versorgung nachzudenken begann und mich dann im Frühjahr des Jahres, als das Audiogramm nur noch unten zwei Tieftöne anzeigte, auch dafür entschied.


    Bei der Entscheidung für das CI in der Münchener Martha Maria Klinik, riet mir der Professor zur gleichzeitig bilateralen Versorgung, aus verschiedenen Gründen: weil ich auch links nichts zu verlieren hatte, und dann weil er glaubte, dass ich doch schon mal auf dem linken Ohr hören konnte und dann auch aus praktischen Gründen, weil man nicht noch ein zweites Mal ins Krankenhaus gehen muss. Anfangs war ich skeptisch, aber dann entschied ich mich nach längerem Abwägen doch für die gleichzeitig bilaterale Versorgung. Zum einen weil ich hier und in den Weiten des Internets von positiven Erfahrungen von CI Trägern mit ähnlicher Hörgeschichte gelesen hatte, zum anderen weil ich gerne nach dem Motto handle: Wenn schon, dann auch das volle Programm. :)
    Links machte man in der Voruntersuchung den Promotoriumtest, der aber bis auf Stechen und Drücken nichts brachte. Die anderen Untersuchungen MRT/CT usw. lieferten aber eine gute Prognose.
    Soviel zur Vorgeschichte.


    Vor zwei Wochen war also die OP. Die Operation lief gut. Der intraoperative Test zeigte immerhin beim rechten ("guten") Ohr Resonanz, beim linken bisher nichts. Aber das muss noch nichts Endgültiges bedeuten.
    Hatte nach der OP nur etwas Benommenheit, kleines bisschen Nasenbluten und Tinnitus(den bin ich zwar auch schon gewöhnt, mit Hörgerät konnte ich den aber besser ignorieren). Gesichtsnerven sind ok, nach einigen Tagen fing ein Teil der Zunge an taub zu sein. Das Lustige daran ist, das man dann quasi einen Stereogeschmack auf der Zunge hat. Z.B. bei Fruchtsaft, da schmeckt es wässrig und fruchtig gleichzeitig, ohne dass wie sonst beide Geschmackseindrücke zu einem verschmelzen.
    Ich habe auch gemerkt, dass noch ein klein wenig Restgehör da ist, wenn ich gegen den Tragus des rechten Ohres drücke. Allerdings ist mit dem Hörgerät, und das ist wirklich stark, kein Ton mehr zu hören. Ich spüre dann nur ein Kitzeln am Trommelfell.
    Kontrollröntgen brachte auch ein gutes Ergebnis: zwei fast symmetrisch zueinander stehende Spiralen .. sehr schöne Cyborg-Ästhetik :D
    Das einzige was ich nicht so vertragen habe waren die Antibiotika, da war ich hinterher immer etwas benommen und kriegte auch Kopf- und Bauchweh. ;(


    Zu den von einigen von euch geäußerten Bedenken, dass man da sich beim beidseitigen Eingriff kaum auf die Ohrseite legen kann, will ich folgendes sagen:


    In der ersten und auch noch in der zweiten Nacht nach der OP gab es in der Tat Probleme. Nicht das es groß schmerzte, aber unangenehm ist es, weil egal wie man liegt, die Haut wird eh zu den Narben hin „gespannt“. Ich denke mal, dass auch für die einseitig Versorgten diese erste Nacht nicht leicht ist.
    Mit meinem Nackenkissen, dass ich vorsorglich mitgenommen habe, kam ich auch nicht so gut klar. Erst beim Röntgen kam die Erleuchtung. Ich sah dort ein Schaumkopfkissen(siehe Bild unten) mit Einbuchtung für den Kopf. Da ich nun eine große Birne habe, kann ich damit aber sehr gut auf der Seite liegen. Jedenfalls erlaubte mir die Radiologin so ein Kissen mitzunehmen. Damit konnte ich einigermaßen seitlich schlafen. Man kann sich ja auch immer Schmerzmittel geben lassen, das ist bei einem Krankenhausaufenthalt völlig OK.


    Jedenfalls wurde ich nach drei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Fäden ziehen habe ich mittlerweile nach 10 Tagen auch hinter mir gebracht. Leider habe ich immer noch Schwindel, was auch am Wetter liegen kann. Auf alle Fälle warte ich nun gespannt, noch 20 Tage, im Reich des Rauschens auf die Erstanpassung und werde euch davon berichten.


    Noch ein paar kleine Tipps für Möchtegern-Blechohren:
    In den Hörzentren ist oft von schnell möglichen OP Terminen die Rede (2 Wochen oder gar schneller). Davon sollte man sich nicht beeinflussen lassen, in der Regel dauert ein OP Termin immer länger, zumal auch immer der operierende Arzt das letzte Wort hat.
    Die meisten Hörzentren bieten zwar mehrere Fabrikate bei den CI an, aber es kann vorkommen, dass man aus Gründen der Krankenhauspolitik zu einem bestimmten Fabrikat „gelenkt“ wird, welches man vielleicht gar nicht haben möchte. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ein Fabrikat besser oder schlechter ist als andere. Das gibt es auch gar nicht, weil jedes Fabrikat seine Stärken und Schwächen hat, und jeder Mensch auf andere Dinge Wert legt. Aber auf alle Fälle sollte man sich hier immer selbst bei unterschiedlichen Einrichtungen(CI Verbände, CI Hersteller etc.) informieren und sicher gehen, dass ihr aus neutralen Informationen die richtige Entscheidung trefft.
    Grundsätzlich schadet es sowieso nie Zweitmeinungen einzuholen und sich in anderen Kliniken zu informieren. Zu wenige machen noch von Ihrem Recht auf freie Arztwahl Gebrauch. Ich selbst habe nach einem festgelegten OP Termin noch die Klinik gewechselt.


    Liebe Grüße
    Frank
    [Blocked Image: http://www.bilder-upload.eu/upload/ca89d4-1437005613.png]

    Wow, gleichzeitig beidseitig? Na hoffentlich bist du kein Seitenschläfer ;-)


    Von Herzen alles Gute für die OP!


    Buzz


    Danke! Ich bin Seitenschläfer, zumindest seit ich weiß das ich auf dem Rücken zu laut schnarche :D
    Andererseits, vielleicht verschafft es mir ja ein ruhiges Zimmerchen, gaaanz für mich allein ;)
    Wie schon geschrieben ^^^, ich hoffe mein Nackenkissen hilft, die Enden liegen da nicht so nahe zusammen, so dass es eigentlich ideal sein müsste ..

    Zur Info:


    Ich habe mich jetzt doch entschieden mich gleichzeitig beidseitig zu operieren zu lassen, da ich an Hand der Berichte erkannt habe das die bilaterale Versorgung in meinem Falle doch Sinn macht.
    Vielen Dank noch mal für Eure Beiträge, die mehr sehr halfen.
    Die OP ist am 29.06. und ich berichte dann über meine Erfahrungen.


    Viele Grüße
    Frank

    Ich habe zwei BS auf meinem PC: Win 7 und Ubuntu 14.04, wobei ich mittlerweile öfter Ubuntu nutze. :D
    Wer nicht gerade die aktuellen Spiele braucht oder mit Software arbeitet, die nur über Windows läuft(aber auch hier gibt es Windowsemulatoren, die helfen können), kann heutzutage problemlos auf Linux umstellen, da es gut dokumentierte und ständige geupdatete Linux Distributionen gibt, z.B. Fedora, Mint, Ubuntu.

    Erst mal vielen Dank für Eure Antworten. Ich antworte auch gerne zurück:


    In der Tat sollen beide Seiten gleichzeitig implantiert werden. Tschuldigung, wenn das nicht offensichtlich war. Neben den obengenannten Gründen, das auch das von Beginn an ertaubte Ohr etwas unterstützen würde, argumentierte der Professor auch in ökonomischer Hinsicht(Zeit und Aufwandsersparniss). Der Professor ist wirklich nicht unerfahren und ich unterstelle ihm auch nicht eigennützige Gründe, aber es ist ganz klar, dass ich mich deswegen nicht unter Druck setzen werde. Wichtiger ist mir ob die bilaterale Versorgung vom Hören her Sinn macht und auch ob es das allgemeine Wohlbefinden nicht mindert. Ich bin mein Leben lang ohne Richtungshören und Stereo etc. ausgekommen und es ist mir nicht so wichtig, das neu hinzuzugewinnen.


    Wegen dem negativen Promontoriumstest: es gab auf der linken Seite nur stechen und drücken, also keine Hörwahrnehmung. Aber es sagten mir auch schon andere, dass das nichts heißen muss. Die Gewissheit das der Hörnerv noch da ist, hätte ich aber gerne schon, wenn ich links den Eingriff machen lasse.


    Herzliche Grüße
    Frank

    Hallo zusammen,


    mein Name ist Frank, bin 45 und ich komme aus München. Schön das es dieses Forum gibt, ich habe mich schon etwas reingelesen, bräuchte aber vielleicht Eure Ratschläge.


    Ich bin links wohl schon immer taub gewesen, das hat man erst im Vorschulalter festgestellt. Rechts hatte ich einen großen Hörsturz mit 14 Jahren und seit dem kleine Hörverluste, so dass ich auch rechts taub bin. Jedenfalls wollte ich mir jetzt rechts ein CI implantieren lassen. Als ich aber noch mal eine Zweitmeinung bei einem sehr renommierten Professor einholte, meinte dieser, es sollte auch links implantiert werden, denn auch wenn nur einfache Geräusche erkannt werden, könnte es unterstützend für die rechte bessere Seite sein. Und links hätte ich eh nichts mehr zu verlieren. Außerdem vermutete er, dass ich evtl. auch auf der linken Seite vermutlich ganz früh ertaubt bin.
    Es ist ja so, dass jeder Sinnesvorgang ein Bewußtseinsvorgang ist, d.h. die Sinne werden im Kindesalter erlernt, und das kann kein noch so gutes Training im Erwachsenenalter ersetzen. Demzufolge hielt ich das Implantat auf der linken Seite immer für sinnlos. Hinzukommt, dass der Promontoriumstest negativ war. Warum also links allein auf Grund einer Vermutung implantieren, ich verstehe das nicht? :S


    Einen Erfahrungsbericht einer Foristin("Eva") , die das gleiche Problem hatte, habe ich hier schon gelesen. Sie konnte mit dem Implantat auf der von Geburt an tauben Seite bisher nicht viel an Geräuschen erkennen, sah sich aber durch dieses Implantat aber wieder als "komplett".


    Sind noch andere mit dieser Hörgeschichte hier und können mir Tipps geben? Ich wäre sehr dankbar dafür!
    Gibt es eigentlich irgendwo in den weiten des Internets eine Beratungshilfe für die Fabrikate der CI's? Also so ein Abwägen der Pros und Cons etc.?


    Herzliche Grüße
    Frank