• Was mich einmal interessieren würde: Weiß jemand, wie viel allein die Technik, also Implantat und Sprachprozessor in etwa ungefähr kosten?

    Und mit viel Euro ist die OP ungefähr anzusetzen?

    Mir gehts hierbei nur um die ungefähren Standard-Werte, nur um sich das mal vorstellen zu können.

    Liebe Grüße
    Julian

  • Hallo!

    In einer Fachzeitschrift fand ich vor kurzem die Angabe 42.000 bis 50.000 Euro! Damit ist sowohl die Technik als auch die OP (mit Reha?) gemeint.
    Genaueres weiß ich leider auch nicht.

    Grüße von Marjorie :D

    Was ich will, das schaff ich auch!
    OP re: 3.9.08 in Kiel (AB/Harmony)
    EA: 27.-31.10.08 in Kiel

  • Ein heutiger HdO-Sprachprozessor soll so an die 10.000 Euro kosten. Und die Gesamtkosten eines CI liegen bei plus/minus 30.000 Euro, das schließt den HdO-Sprachprozessor, das übliche Zubehör, das Implantat, die OP- und Krankenhauskosten sowie ein Basispaket an Nachsorge (CI-Einstellungen) ein. Das kann im einzelnen natürlich von Klinik zu Klinik variieren.

    *1964, re. seit 10/2006 u. li. seit 12/2007 CI (2x Harmony), OP-Klinik MHH
    OP-Folgen: Nackensteife, Tinni, später max. Armschmerzen (9-10 auf VAS-Skala) u. Daumen/-gelenk taub (alles li.), Störschallverstehen verschlechtert. Reimplantation li. 09/2011

  • Hallo Marjorie,
    die Reha ist nicht mit dabei, die muß extra beantragt werden. Die Erstanpassung, die ist in diesen Kosten mit drin. Alle weiteren Einstellungen gehen auch extra.
    Gruß, Rosemarie.

    2005 links CI Freedom
    2006 rechts CI Freedom mit Double Array Implant wegen verknöcherten Cochlear
    seit Freitag dem 13.09.2013 beiderseits den N5 von Cochlear

  • Hi Jens,
    soviel mir gesagt wurde, kostet die OP mit Prozessor und Implantat so ca 40 000 Euro. Erstanpassung mit 5 Tagen ist mit drin im Preis. Alle anderen Einstellungen gehen extra, braucht man ja auch ne Überweisung, nur in Freiburg läuft es z. B. anders., da wird dann eine Reha beantragt, die über 3 Jahre geht. Reicht die dann nicht aus, kann man noch Verlängerung beantragen. Nur die Kassen kapieren es nicht, das es keine medz. Reha ist, sondern es ums Einstellen und Tests und Kontrolle und Therapien für besseres Hören handelt.
    Das ist nun in jeder KJlinik verschieden, wie das gehandhabt wird.
    Gruß, Rosemarie.

    2005 links CI Freedom
    2006 rechts CI Freedom mit Double Array Implant wegen verknöcherten Cochlear
    seit Freitag dem 13.09.2013 beiderseits den N5 von Cochlear

  • :?: , da mußte mal die Hersteller fragen.
    Gruß, Rosemarie.

    2005 links CI Freedom
    2006 rechts CI Freedom mit Double Array Implant wegen verknöcherten Cochlear
    seit Freitag dem 13.09.2013 beiderseits den N5 von Cochlear

  • Quote from "Julian20"

    Sehr interessant, folglich kostet die Technik an sich geschätzt etwa 20.000 Euro? (Oder mehr/weniger?)

    Julian

    Der MedEl Opus 2 Sprachprozessor kostet 7500
    Das Implantat etwa 15000
    Dazu kommen je nach klinik die OP, Krankenhaus- und u.U. Nachsorgekosten

    In Bochum z.B. kostet das Komplettpaket 28tsd

    Gruß, Late

  • Quote from "Late"

    Der MedEl Opus 2 Sprachprozessor kostet 7500
    Das Implantat etwa 15000
    Dazu kommen je nach klinik die OP, Krankenhaus- und u.U. Nachsorgekosten

    In Bochum z.B. kostet das Komplettpaket 28tsd

    Gruß, Late


    Sind die 7500 nur die Produktionskosten? Oder ist dort der Gewinnanteil beim Verkauf mitgerechnet?
    Ich würde gerne den reinen Basiskosten wissen, nur mal aus Interesse. Wenns geht, den genauen Betrag, dann kann ich vergleichen, ob mein Auto teurer oder billiger ist. *gg*

    rechts, MedEl Opus1 / 1998
    links, nichts

  • mir wurde gesagt mit der Reha über 2 Jahre ca.35 Teuronen.

    SH seit Geburt,ca.60-70 % Hörverlust beidseitig,CI RE OP am 12.11.2010 Med-El
    am 09.11.2011 CI LI Med-EL

  • Quote from "Arina"


    Sind die 7500 nur die Produktionskosten? Oder ist dort der Gewinnanteil beim Verkauf mitgerechnet?
    Ich würde gerne den reinen Basiskosten wissen, nur mal aus Interesse. Wenns geht, den genauen Betrag, dann kann ich vergleichen, ob mein Auto teurer oder billiger ist. *gg*

    Produktionskosten? :) Nein die sind eher nicht so hoch... Das meiste Geld steckt wohl in der Entwicklung, der Rest ist eben ein marktüblicher Preis. Die Kosten die ich nannte sind die Endkosten für den Käufer (=Patient).

    Man kann sich das so vorstellen: Ein Iphone welches so (relativ) selten verkauft und produziert würde wie ein CI Sprachprozessor wäre wahrscheinlich ganz ganz deutlich teurer als dieser :)
    Die Elektronik im CI-SP ist billig und handelsüblich. Teuer ist die Entwicklung bezogen auf die geringen Stückzahlen.
    Beim Implantat mag das etwas anders aussehen wegen der Gehäusetechnik. Aber auch hier sind die enthaltenen elektronischen Komponenten eher handelsüblich und preiswert.

  • Quote

    Die Elektronik im CI-SP ist billig und handelsüblich.

    Quote

    Beim Implantat mag das etwas anders aussehen wegen der Gehäusetechnik. Aber auch hier sind die enthaltenen elektronischen Komponenten eher handelsüblich und preiswert.

    Zu beiden Aussagen: "Jain".

    Beim Implantat (weniger stark auch beim SP) kann der Produzent nicht einfach so hingehen und beim nächstbesten China Dealer einen haufen Bauteile zum günstigsten Kurs bestellen, die nach Lieferung umgehend verarbeitet werden.

    Qualitätskontrolle und Sicherung sind hier das A und O. Das kostet auch nicht gerade wenig. Z.B. wäre es denkbar, dass ein Hersteller die Bauteile nach Anlieferung -komplett- einzeln durchprüft, ob diese die spezifizierten Parameter einhalten und somit würdig für einen Einbau in das Implantat sind. Selbst wenn dann das Endprodukt fertig ist, muss wieder ausführlich geprüft werden, denn beim Zusammenbau gibts auch genug Fehlerquellen. Was wieder einen weiteren Kostenfaktor darstellt. usw. usf.

    Desweiteren werden spezielle Anforderungen, wie z.B. ganz spezielle Parameter, Stromverbrauch, Platzmangel usw. dazu führen, dass Hersteller sowohl im Implantat als auch im SP beispielsweise eigens entwickelte ASIC Chips, besonders scharf selektierte Bauteile, exotische Bauteile einsetzen usw.

    Natürlich kann der Hersteller auch "Massenware" nehmen. Das sieht dann aber meistens eher so aus, dass der Hersteller sich IP Cores einkäuft, wie z.B. ARM Prozessorkerne und diese dann mit eigenen Erweiterungen versieht und dann so fertigen lässt.

    Diese wenigen Beispiele zeigen, dass es hier doch einige Preistreiber gibt. Generell ist es aber deutlich leichter und preiswerter geworden, sich z.B. exotische Bauteile anfertigen zu lassen.

    Als Fazit heißt es also: Die "Rohpreise" nach Produktion eines CI-Systems sind deutlich niedriger als die tatsächlichen Verkaufspreise, allerdings nicht so extrem niedrig wie man es vielleicht vermuten kann. Wie schon in diesem Thread gesagt wurde, kostet Forschung auch viel Geld. Dazu kommen noch Kosten, um das Implantat zuzulassen.

    Und Apple kann es recht egal sein, wenn z.B. beim iPhone im unteren einstelligen Prozentbereich reihenweise iPhones ausfallen, weil es einen Produktionsfehler gab (alias Montagsmodelle). Das ist von vornherein kalkuliert worden und die iPhones werden halt ausgetauscht. Niemand wird dadurch körperlich geschädigt etc. Auch so Fehler wie der "Antennenfehler" beim iPhone 4 sind da einfach Schönheitsfehler. Beim CI dagegen wäre eine u.U. schlecht empfangende Spule schlichtweg katastrophal.

  • Bzgl. Apple vertust du dich leider, die interessiert bei der Produktion und Entwicklung absolut jeder Fliegenschiss. "Schönheitsfehler" können gerade bei einem Massenprodukt tödlich sein, da rufschädigend. Da wird auch nichts im "Vorfeld kalkuliert", da rollen dann eher Köpfe :)
    Ich bin beruflich eingebunden in einem Herstellungsdetail von Apple Produkten. Eigentlich geht es "nur" um die Beschriftung, aus landläufiger Sicht also ein funktionell gar nicht entscheidendes Feature. Wenn man aber sieht wieviele Millionen auch in diesen Bereich investiert werden um ein perfektes Ergebnis zu erreichen und wie hoch die Prüfungs- und Endkontroll-Normen sind dann bekommt man vielleicht einen Eindruck davon was ich mit "Fliegenschiss" meinte.

    Aber natürlich setzt die Medizintechnik tlw. andere Schwerpunkte. Trotzdem kocht man auch hier bauteilemässig relativ zu anderen high Tech Geräten nur mit Wasser. Was ja auch ok ist, denn wer will etwas im Kopf haben was es sonst gar nicht gibt, ergo also nicht ausgereift sein kann. Auch ein selbst entwickelter ASIC Schaltkreis basiert schliesslich auf einer Millionenfach verwendeten und ausgereiften Standardtechnik. In diesem Falle beinhaltet das ASIC wahrscheinlich einen bekannten Microcontroller Core und für das Implantat angepasster Peripherie. Ich seh den HW-Einkaufspreis hier bei <<200E @10.000Stck, müsste man aber verifizieren. Apple lässt gleich komplett eigene hochspezifische und entsprechend effektive Chips und Prozessoren entwickeln, das wäre für einen CI Hersteller gar nicht denk- bzw stemmbar bei den winzigen Stückzahlen.

    Late

  • Hallo Late,

    mag ja sein, dass Apple viel in Produktentwicklung usw. investiert. Dennoch gibt es auch bei Apple Fehler, die bei einem Implantat problematischer sind.

    So wie ich z.B. sagte, dass das tausendfach verkaufte iPhone 4 Empfangsprobleme haben kann, wenn man es falsch hält.

    Hätte ein CI implantatsseitig Empfangsprobleme auf Hardwareebene und wäre es bereits tausendfach implantiert worden, die jeweilige CI Firma hätte ein sehr, sehr ernstes Problem. Sowohl finanziell, mit den Behörden, als auch mit den potentiellen Kunden.

    Und Apple kocht auch bei der Chipentwicklung nur mit Wasser. So haben z.B. die A4 und A5 Prozessoren von Apple nen ARM Kern kombiniert mit PowerVR von Imaginantion Technologies. Medizintechnikhersteller bauen sicher keinen PowerVR in ihre ASIC, aber ARM wird auch da oft genutzt.

    Und so leicht ist es doch nicht ein ASIC zu konstruieren, der möglichst fehlerfrei ist, bzw. für den Anwednungszweck keine kritischen Fehler hat. Dazu braucht man sich nur die Errata Dokumente zu den Mikrocontrollern anschauen, die bei einem weniger gelungenem Mikrokontroller recht umfangreich sein kann.

    Also kostet dies auch mehr Entwicklungszeit im Vergleich zu weniger kritischen Einsatzszenarien. Und Entwicklungszeit will bezahlt sein.

    In einem Punkt widersprichst du dir auch:

    Quote

    Was ja auch ok ist, denn wer will etwas im Kopf haben was es sonst gar nicht gibt, ergo also nicht ausgereift sein kann.

    Lässt eine Firme sich einen ASIC bauen, oder entwickelt sie einen selbst, dann eben gerade deshalb, weil es das gewünschte "nicht gibt". Ansonsten würde die Firma mit freuden auf etwas bewährtes und billig massenweise produziertes zurückgreifen. Umsomehr lastet auf Implantathersteller der Druck, dass der ASIC ab der ersten Herstellungsreihe "perfekt" sein muss.

    Schaut man sich parallel massenweise produzierte Mikrocontroller an, so passiert es zuweilen schon mal, dass die ersten Serien viele Fehler haben, die dann bei Nachfolgern behoben werden, insofern es für diese keinen guten Workaround gibt. Prominentes Beispiel ist der FDIV-Bug der ersten Pentium Prozessoren. Der Umtausch kostete Intel viel Geld, aber war Grundsätzlich leicht zu bewerkstelligen. Bei einem Implantat ist es nicht so.