T-Level bei Advanced Bionics

  • Hallo zusammen,

    ich habe durch die Beschäftigung mit Martins Tool nun festgestellt, dass meine T-Level (d.h. der Schwellenwert, den ich benötige, um einen leisen Ton zu hören) bei mir links und rechts unterschiedlich eingestellt sind.

    Links sind nur die Elektroden 1-3 mit den Werten 11,7,2 belegt- die Elektroden 4-16 weisen den Wert 0 auf.

    Rechts sind die Werte zwischen 17 und 22.

    Ich hatte immer die Empfindung, dass das linke CI dünner klingt.

    Die Standardempfehlung von AB lautet, dass die T-Level 10% von den M-Level (angenehmste Lautstärke) betragen sollen.

    Wie ist das bei euch eingestellt?

    Und zweite Frage: Wer von euch hat einen IDR (Input Dynamic Range) größer 65? Wie wirkte sich die Anhebung aus, habt ihr ein besseres Sprachverstehen bemerkt?

    Danke und liebe Grüße

    Alexsandra


    P.S. weiẞ jemand was Z(k omega) bedeutet? Siehe Screenshot. Danke.

    Bilateral versorgt mit AB.

  • Ich versuche es mal:

    Bei mir sind die T-Level allesamt genullt. Ich höre eh ein Mikrofonrauschen und wenn die T-Werte höher sind, umso lauter.

    Das, was du unter dem Z stehen hast, ist der Widerstand der einzelnen Elektroden. Den kann man nicht einstellen, die Werte dienen nur zur Information.

    Ich fahre seit mehr als 20 Jahren den maximalen IdR. Hier muss man schauen. Ein höherer IdR bedeutet, dass viel mehr Geräusche und damit viel mehr Störlärm übermittelt wird, ein kleinerer IdR kann sas Gefühl einer „Geräuschblase“ verursachen. Vieles ist auch Gewöhnung.

  • Danke!

    Was für einen IDR hast Du denn? Bzw. was wäre der theoretisch max. IDR? Wenn Du schreibst max IDR auch viel mehr Geräusche und Störlärm bedeutet, dann ... ich interpretiere ... gehörst Du zur Fraktion laut soll laut sein und leise soll leise sein? Also möglichst natürliches Hören?

    Ich habe in Erinnerung, dass ein höherer IDR trotzdem besseres Sprach erstehen ermöglichen kann.

    Sicher kann man sich an vieles gewöhnen und auch ungewohntes klingt irgendwann "normal". Aber durch das Tool von Martin habe ich jetzt Lust bekommen, die optimal mögliche Einstellung hinzubekommen.

    Alle T-Level genullt? Was ist der Effekt? Dass Du leises weniger gut wahrnimmt? Ich frage mich gerade, ob ich überhaupt direkt einen Effekt bemerken würde. Die Frage beschäftigt mich öfters. Manches bemerkte ich sofort, z.B. Filter aller Art nervten sofort. Bei anderen Einstellungen ist das nicht so leicht feststellbar. Insbesondere Feinheiten sind sicher schwer wirklich hörbar.

    Bilateral versorgt mit AB.

  • Das T-Level soll eigentlich die Lautstärke zeigen, die man gerade so noch hört, die untere Hörschwelle.

    Bei der Messung geht der Audiologe langsam von null zu etwas lauter, bis man gerade so eine Hörwahrnehmung hat.

    Was der Prozessor mit Tönen unterhalb des T-levels macht, bin ich mir gerade nicht sicher. Sie könnten entweder einfach weggelassen und nicht mehr übertragen werden, oder sie werden in der Lautstärke etwas angehoben, damit man sie doch noch hört.

    Im Prinzip läuft die T-level messung so, wie man es bei der Hörkurve von Hörgeräten kennt.


    Das M-Level ist die maximal erträgliche Lautstärke.
    C gibt es, glaube ich, nur bei AB, und erlaubt eine individuelle Lautstärkeeinstellung. Bei anderen herstellern wird die Lautstärke nur über M / MCL geregelt.

    Med-El Sonnet 3 seit November 2025, bisher einseitig. Anderes Ohr mit minimal Restgehör im Tieftonbereich, kein Hörgerät.

  • Hallo,

    also erst mal nein. Die unterschiedlichen Hersteller bezeichnen die Level etwas anders, bei AB und auch bei Cochlear sind es die C- Comfort und die T-Threshold-Level.

    Das CI-System nimmt die Umgebung über die Mikrofone auf und zerlegt diese entsprechend den Elektroden, um die entsprechende Reizung zu bestimmen.

    Dabei werden die wahrgenommenen Töne gemäß dem Hörfenster gefiltert. Ein IdR von 60 entspricht einrm Hörfenster von 60 dB, dh zwischen dem leisesten zu verarbeitendem und dem lautesten können 60 dB liegen. Andere Töne, leisere, werden weggeschnitten.

    Anhand des Eingangssignals werden dann die Stromstärken berechnet mit denen die Elektroden feuern.

    Dabei wird, sofern ein Signal in dem Frequenzbereich wahrgenommen wird (in der Realität also immer - ausser man sitzt in einem sehr leisen Raum wie der Hörkabine) möglichst in den Bereich zwischen T und C-Level abgebildet. Sehr laute Töne können ggf schon mal kurzfristig das C-Level überschreiten, aber nicht viel (ich weiss nicht wieviel, glaube max 10%).

    Theoretisch bedeutet dies, dass ein ganz leiser Ton mit der gemäß T-Level eingestellten Stromstärke abgebildet wird, also damit „gerade eben“ hörbar gemacht wird.

    Bei mir persönlich führte das jedoch dazu, dass ich ein permanantes Rauschen gehört habe, da - in der realen Welt - immer ein wenig zu hören ist. Mit den genullten T-Leveln war dieses Rauschen besser, wenn auch nicht vollständig weg.

    Vielleicht höre ich dadurch sehr sehr leise Töne nicht - nach Aufblähkurve höre ich ab 20 / 25 dB. Mit tatsächlich ausgemessenen T-Lebeln würde ich vielleicht eine Aufblähkurve um 15/20 dB haben, dafür aber ein ständiges Rauschen.

    Vielleicht liegt aber das auch mit daran, dass ich einen IdR von 80 habe, dh mein Hörfenster beträgt 80 dB. Daher kommen mehr leise Geräusche rein, die jemand bei einem IdR von 65 vielleicht nicht hat.

    (Wobei sich das Hörfenster auch anpasst, also nicht 0-65dB umfasst, sondern variabel ist, je nach Input).

    Ein Beispiel: ich sass beim Akustiker, der die CI-Einstellung gemacht hat. Er hatte etwas verändert und ich merkte sofort, dass ich das Rauschen der Autos auf der Strasse vor dem Laden deutlich schlechter gehört habe. Damit war mir klar, dass der IdR reduziert wurde - was tatsächlich auch der Fall war (nur um 5 Punkte). Die Sprache des Audiologen hatte sich hingegen nicht verändert - zumindest nicht so signifikant.

    Bei mir ist das Sprachverstehen mit höherem IdR besser, da ich Feinheiten in der Sprache besser höre - sie klingt voller (und damit natürlicher). Das gilt jedoch für mich, für eine andere Person mag ein hoher IdR dazu führen, dass zu viele Informationen verarbeitet werden müssen und Sprache undeutlicher ist.