Wie habt ihr so gelernt die Ertaubung zu akzeptieren?

  • Hallo,

    es ist ein schwieriges Thema. Ich bin mit 16 Jahren leicht schwerhörig geworden und das immer schlechter Hören ging über Jahre. In den letzten Jahren ist mein Gehör viel schlechter geworden, so dass ich auf beiden Seiten an Taubheit grenzend schwerhörig bin (wahrscheinlich erblich bedingt). Aber ich habe auch ein plötzliches schlechter hören miterlebt durch einen Felsenbeinbruch. Ich finde beides sehr belastend. Ich habe oft Kommunikationsprobleme und kann mein schlechtes Gehör nur schwer akzeptieren. Ich trage beidseitig Power-Hörgeräte und stehe vor der Entscheidung einer CI-Operation.

    Wie habt ihr gelernt mit der Ertaubung umzugehen? War es bei euch auch ein "langsamer Prozess" oder gab es etwas plötzliches? Ich versuche sie nicht nur negativ zu sehen. Ich ziehe manchmal die Hörgeräte aus und genieße die Ruhe und lese ein Buch. Ich weiß auch nicht, ob ich schlafen könnte, wenn ich alles hören würde.

    Viele Grüße und danke im voraus für eure Antworten

  • ... Wie habt ihr gelernt mit der Ertaubung umzugehen? War es bei euch auch ein "langsamer Prozess" oder gab es etwas plötzliches? Ich versuche sie nicht nur negativ zu sehen. Ich ziehe manchmal die Hörgeräte aus und genieße die Ruhe und lese ein Buch. Ich weiß auch nicht, ob ich schlafen könnte, wenn ich alles hören würde ...

    Evchen Bei mir war es ein langsamer Prozess über Jahrzehnte hinweg. Als beidseitiger CI-Träger lege ich die Sprachprozessoren (SP) erst spät abends ab. Wenn ich eine Hörpause benötige und meine Umgebung ist akustisch nicht zu dominant, reicht es mir, die SP so leise wie möglich zu stellen. Ansonsten, naklar, ablegen.

    rechts und links: AdvancedBionics (AB) Naída CI-M 90

  • Mir hat vor allem das CI geholfen mit der Ertaubung leben zu lernen. Da ich dieses allerdings schnell nach meiner Ertaubung bekam, fehlen mir diesbezüglich Langzeiterfahrungen für eine Taubheit ohne CI. Ich habe mein Gehör sehr schnell verloren, innerhalb eines Jahres, da gab es keine Ausgleichskompetenzen durch Mundabsehen oder innerlichem Ergänzen. Da ich ein kommunikativer Mensch bin, kann ich mir allerdings schlecht vorstellen, dass eine so gravierende Einschränkung meiner Möglichkeiten dazu bei mir nicht auch zu Dauerfrustration geführt hätte. Auch wenn ich angefangen hatte Gebärden zu lernen, wären diese kein Ersatz gewesen für die Lautsprache, mit der ich 99,9% aller deutschsprachigen Menschen erreiche, vs. 0,1 % mit denen ich mit Gebärden kommunizieren könnte. Davon ab fehlt mir auch jegliche Begabung dazu diese zu lernen.

    Letztendlich könnte ich glaube ich aber auch nur das akzeptieren lernen, was für mich gar nicht beeinflussbar ist. Solange es Wege gibt was zu verändern versuche ich diese zu gehen. Vorher ist Akzeptanz nicht das vorrangige Ziel für mich. Meine verbliebenen Probleme mit Verstehen in komplexen Situationen habe ich gelernt zu akzeptieren, aber eine fast aufgehobene Fähigkeit zu Hören wäre für mich ohne Ausschöpfung aller Möglichkeiten keine Grundlage für Akzeptanz gewesen.

    Darüber hinaus ist so ein Trauerprozess auch kein lineares Geschehen, wo es immer besser wird, sondern bei den meisten gibt es auch Phasen, wo man damit wieder hadert. Das ist normal und menschlich. Mir hat neben der CI-Versorgung als Basis, vor allem der Austausch mit anderen CI-Trägern dabei geholfen die verbleibenden Einschränkungen der Ertaubung besser akzeptieren zu lernen, da ich bei denen viel Verständnis und Kommunikation auf Augenhöhe erfahren durfte.

  • Wie habt ihr gelernt mit der Ertaubung umzugehen? War es bei euch auch ein "langsamer Prozess" oder gab es etwas plötzliches?

    Hallo Evchen, für mich war sehr wichtig Trauer zuzulassen. Den Verlust zu spüren und anzuerkennen. Es tut einfach weh, wenn etwas fehlt, was früher für mich selbstverständlich war. Tränen. Trauer.... ein Prozess..... und danach kam Schritt f. Schritt die Akzeptanz.... Ich finde es nicht einfach diesen Prozess, denn er tut weh.....

    Liebe Grüsse von Uta

  • Hallo Evchen,

    "der hellste Neger hat die besten Chancen" heißt es. Daran ist schon etwas Wahres, denn in Betrachtung des Hörstatus hast Du immer noch Vorteile. Das schlechter gewordene Hören belastet Dich natürlich und bereitet Sorgen. Du bist aber ins Stadium des progredienten Hörverlustes geraten und solltest auch mit Powergeräten noch etwas ausrichten können. Deine persönliche Situation ist mir nicht bekannt, doch denke ich an eine Begegnung, wo es sich so verhalten hat.

    Viel schlechter stehen dagegen diejenigen da, die über Nacht ihr Hören durch Meningitis einbüßen und sich von heute auf morgen in einer anderen Welt befinden. Sie müssen sich behutsam an neue Befindlichkeiten herantasten, was mit vielen Strapazen verbunden ist. Das geht mit Schneckenverknöcherungen einher und der Grad der Verknöcherung ist oft ausschlaggebend, ob überhaupt noch eine Hilfe möglich ist.

    Es gibt hier im Forum eine Teilnehmerin, die sehr deutlich von Identitätskrisen spricht und darauf hinweist, dass man sich weder bei den Schwerhörigen noch Gehörlosen zu Hause fühlt. Immerhin hatte sie das Glück, dass man ihrer Verknöcherung besser zu Leibe rücken konnte. Mir selbst war das nicht vergönnt.

    Schwerhörige und Ertaubte ist ein Sammelbegriff, der nicht gut auf Linie gebracht werden kann, weil die Unterschiede beträchtlich sind. Ich komme auf die Begegnung zurück, die ich schon erwähnt hatte. Unsere Bekanntschaft kam durch einen Kontaktschuppen zustande. So wie Du war B. an Taubheit grenzend schwerhörig bzw. resthörig. Doch welcher Unterschied als sie mich mal besuchte. Waren wir unterwegs konnte sie mit ihren Powergeräten besser verstehen wenn es darauf ankam. Auch wenn sie immer vom Absehen sprach hatte der hörende Anteil Übergewicht, denn so schnell konnte man gar nicht absehen. Der Unterschied trat auch zutage, als wir mal in einem Chat plauderten und sie plötzlich ans Telefon gerufen wurde. Ich war dadurch wie versteinert, da man ja beim Telefonieren keinen sieht und das Hören nicht weggedacht werden kann.

    Heute hat sich das Hören bei ihr auch stark verschlechtert und sie kann nicht mehr telefonieren. Aber zu CIs kann sich B. nicht durchringen, was auch daran liegen mag, dass sie Leute kennengelernt hatte, bei denen der Erfolg nicht gerade berauschend war.

    Damit möchte ich sagen: Mach es Dir nicht zu leicht mit einer zu schnellen Entscheidung zum CI. Unter Umständen könntest Du auch noch mit Powergeräten profitieren.

    LG - Pollux

  • Unter Umständen könntest Du auch noch mit Powergeräten profitieren.

    Wie denn, wenm bei hohen Tönen ab etwa 4,5 kHz Schicht im Schacht ist? Ich zeige mal eine Aufkähkurve mit beiden CI's von mir:

    121-abk-jpg


    Die Power -Hörgeräte haben bei mir damals schon nichts mehr getaugt .....

  • Hallo Evchen,

    "der hellste N**** hat die besten Chancen" heißt es. Daran ist schon etwas Wahres, ...

    Pollux Wozu dieser unangemessene rassistische Spruch?

    Nicht nur, dass dieses spezielle Wort schon seit vielen Jahren aus gegebenem Anlass nicht mehr verwendet wird. Auch die rassistische Haltung, die in dem Spruch zum Ausdruck kommt, wiederzugeben und zu unterstützen ("Daran ist schon etwas Wahres"), finde ich höchstproblematisch. Hierdurch werden viele Menschen innerhalb und außerhalb dieses Forums beleidigt und degradiert.

  • Hallo Clim,

    dieser Spruch ist zutiefst im Bewusstsein der Menschen verankert und er drückt einen Gedanken treffend aus. Eben deshalb habe ich ihn angeführt, weil so jeder weiß, was damit gemeint ist. Und ich möchte betonen: Ich habe nicht den geringsten rassistischen Hintergedanken dabei gehabt.

    Du sprichst nur etwas nach, was plötzlich vom Mainstream und der Cancelkultur vorgegeben wurde und das neue Denken symbolisieren soll. Auf dieser Welle schwimmst Du nun und merkst nicht, welcher Schaden damit angerichtet wird.

    Unsere Sprachverstümmler haben großes Unheil angerichtet, weil nun jeder gleich im Hinterkopf haben soll, was man noch sagen darf oder nicht. Der Großteil schüttelt den Kopf, wenn Wörter wie Zigeunerschnitzel oder Mohrenkopf aus dem Wortschatz getilgt werden sollen und dabei ein Ersatz angeboten wird, der einfach nur albern klingt.

    Unsere Alltagssprache mit ihrem Genderwahn bleibt dabei nicht verschont und es heißt nun nicht mehr die Fußgänger, sondern die Zufußgehenden. Das Beispiel muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wie gesagt nur ein Beispiel, dem man noch viele andere hinzufügen könnte.

    Peter Hahne hat sich in seinen Büchern ausgiebig mit dieser entfesselten Unsitte beschäftigt und ist auf ein großes Echo gestoßen.

  • Von der Wortwahl unabhängig (man hätte auch sagen können, unter den Tauben ist der Schwerhörige/ Einohrige König ) , halte ich den Vergleich auch für inhaltlich falsch. Von Ausnahmen beider Personengruppen abgesehen, habe ich seit vielen Jahren miterlebt, dass an Taubheit grenzend Schwerhörige mit CI um Längen besser hören können als vorher mit Hörgeräten. Wenn dem nicht so wäre, hätte sich die Indikationsgrenze, ab der die KK ein CI bezahlen, nicht im Laufe der Jahre so verschoben. Noch dazu bei wahrscheinlich starker Progredienz. Ich persönlich würde mit dem Wissen von heute das "Tal der kommunikativen Tränen" nicht bis zum Tiefpunkt durchschreiten, sondern den kommunikativen Abgrund durch eine CI-Versorgung vermeiden wollen. Dies muss natürlich jeder selbst entscheiden, aber man sollte ohne Sprachaudiogram nicht beurteilen wollen, dass jemand mit Powerhörgeräten besser hört als andere mit CI.

    Edited once, last by Rosi (August 2, 2026 at 3:22 PM).

  • dieser Spruch ist zutiefst im Bewusstsein der Menschen verankert

    zutiefst ist ja auch etwas übertrieben.

    Sprache ist nicht statisch, Sprache befindet sich immer im Wandel. Lese doch mal Bücher aus dem vorletzten Jahrhundert… so redet heute auch kein Mensch mehr. Deshalb kann man doch nicht den Status quo der jetzigen Sprache doch nicht als absolut bezeichnen.

    Pollux, du bist sprachlich sehr gewandt und du liebst diese. Das ist ja auch schön, aber Wörter und Sprüche zu nutzen, die einen Teil der Bevölkerung beleidigt, ist weniger schön.

    Links: AB implantiert im Februar 2025 - EA am 18.03.2025

    Rechts: HG von Phonak Naida Link M

  • Hallo amBr3tt,

    wenn Du das "zutiefst" mehr oder weniger übertrieben findest, kannst Du es ja weglassen.

    Du hast natürlich recht, dass Sprache nicht statisch ist und sich verändert. Ein Vergleich mit dem vorigen Jahrhundert ist nicht angebracht, weil, wie Du sagst, keiner mehr so redet. Deshalb muss man aber das, was uns heute übergestülpt wird, nicht unbedingt schön finden.

    Wenn ich an Sprachverfremdung Gefallen finde, dann sind es Sprachspielereien - wie die von Heinz Erhardt:

    "Köstlich war die dampfende Mahlzeit, die Du, vortreffliche Hausfrau mir brietest. Leider nun muss ich des Bleibens entraten. Eine wichtige Versammlung erheischt meine Anwesenheit".:)

    Man kann den Menschen nicht generell unterstellen, dass sie rassistisch verletzen wollen und es wird von vielen der scheinbar Betroffenen auch gar nicht so empfunden. Die Behauptung steht allerdings im Raum und wird uns aufoktroyiert.

    Philosophieren wir doch mal über das Wort Neger, an dem sich CLIM stößt. Da sind selbst die Angesprochenen in einer Zwickmühle. Was könnte man sonst noch sagen: Schwarzer, Man of Colour oder dergleichen. Jeder sagt etwas anderes und man ist sich nicht einig. Schwarzer wird manchmal empfindlicher aufgenommen als Neger. Stellen wir uns Leute vor, die von einem Zusammensein zurückkehren und sagen, dass auch 2 Neger anwesend waren. Es wurde mit ihnen zusammen ein gemütlicher Abend. Diesen Menschen sollte kein Vorwurf gemacht werden, denn sie sprechen ja lobend von diesem Treffen und verletzen überhaupt nicht rassistisch durch das Wort Neger. Immer kommt es auf die Aussageabsicht an, die hier nicht besser hätte sein können. Rückkehrer indessen die herablassend von den Schwarzen sprechen, die dabei waren, geben ein anderes Bild ab.

    Das ist eben der große Unterschied.

    Ich danke Dir für die freundliche Zuschrift, die ich gern gelesen habe.

    LG - Pollux


    .

  • Pollux,mich kannte den N* Spruch nicht. Ich finde auch nicht, dass es ein Verlust an schöner Sprache ist,,auf das N Wort zu verzichten!

    Sprache, die ausgrenzt, ist keine schöne Sprache, und im Fall des N* weiß ich, dass die meisten Menschen mit dunkler Haut das Wort verletzend finden.

  • Andrea, ich habe im letzten Abschnitt ausführlich beschrieben, dass das N-Wort unterschiedlich aufgenommen wird. Es kommt auf die verschiedenen Sichtweisen an, die nicht einheitlich sind.

    Es gibt sogar dunkle Prominente, die das so sehen.

    Was würdest Du denn als Ersatz dafür nehmen. Du müsstest zugeben, dass Du deine Schwierigkeiten damit hättest.

    Wenn ich von schöner Sprache rede, möchte ich nicht auf diesen Spruch reduziert werden, sondern es sollte eine Sprache sein, die nicht albern daherkommt und an der man seine Freude haben kann.

  • "dieser Spruch ist zutiefst im Bewusstsein der Menschen verankert und er drückt einen Gedanken treffend aus. Eben deshalb habe ich ihn angeführt, weil so jeder weiß, was damit gemeint ist. Und ich möchte betonen: Ich habe nicht den geringsten rassistischen Hintergedanken dabei gehabt".

    Bei Bing finde ich ihn nicht auf Anhieb, sooo tief scheint der Spruch also nicht verwurzelt zu sein.

  • Menschen mit dunkler Hautfarbe, die das N-Wort als normal empfinden, dürften eindeutig in der MInderheit sein!

    Ich würde ja eher Wörter Menschen mit Dunkler Hautfarbe nehmen. Ich sage auch nicht Weiße", sondern dann eher Europäer o.ä.

    Es gibt soweiso nur sehr, sehr wenige Gelegenheiten, dass m.E. die Hautfarbe überhaupt erwähnenswert wäre.

  • Wie habt ihr gelernt mit der Ertaubung umzugehen? War es bei euch auch ein "langsamer Prozess" oder gab es etwas plötzliches? Ich versuche sie nicht nur negativ zu sehen.

    Hallo Evchen,

    bevor hier wieder das eigentliche Thema untergeht, antworte ich Dir zu deiner Fragestellung aus meinem Erleben:

    Ich habe schwer darunter gelitten.
    Für das linke Gehöhr „benötigte“ meine Erkrankung knappe 6 Jahre, um es in Etappen ertauben zu lassen.
    Für das rechte dann weitere 6 Jahre.

    Als mir sehr bewusst wurde, dass ich zunächst links ertauben werde, habe ich sehr tief und schmerzhaft erfahren müssen, wie schlimm es ist, eine bis dahin selbstverständlich vorhandene Fähigkeit zu verlieren.
    Nicht nur, dass es mir beruflich enorme, sich stets steigernde Probleme bereitete, ich verlor zunehmend den „normalen“ Kontakt in alltäglichen Situationen.
    Hörgeräte halfen nur bedingt, denn letztlich verstärkten sie nur die fortschreitenden Verzerrungen meines durch morbus menière geschädigten Innenohrs.

    Als dann die rechte Seite den gleichen, aber langwierigeren Verlauf nahm, musste ich schwer mit mir kämpfen.
    Ich bin immer wieder „aufgestanden“ (bildlich gesprochen für das Mentale, bezogen auf meine über viele Jahre schweren Drehschwindelattacken auch wörtlich), aber es blieb die mentale wie auch ganz alltagsbezogene Erschwernis, die sich wie ein schwerer Stein auf mein Leben, mein Wollen, meine Möglichkeiten legte.
    Als es dann unmöglich geworden war, dass ich meine Musik-Sammlung auch nur ansatzweise genießen konnte und ich selbst die Vögel nicht mehr singen hörte, musste ich einen Entschluss fassen:

    Will ich in der Vergangenheit verweilen und ständig und ohne absehbares Ende dem Verlorenen nachtrauern oder akzeptiere ich den jeweiligen erreichten Zustand und versuche, das Beste daraus zu machen?

    Ich entschied mich für die zweite Variante.
    Ganz bewusst. In einem nicht leichten, inneren Prozess. Und es war und ist nicht leicht.
    Aber eine Konsequenz daraus war, dass ich mich dann endlich für ein CI entschied.
    Nein, es hat mir mein altes Gehör und die Musik nicht zurückgebracht, aber mich wieder deutlicher ins Leben. Mit allen trotzdem begleitenden, nicht wünschenswerten Umständen.

    Nichts ist heute schöner, als vor der Erkrankung und den Verlusten, die ich erlebt habe.
    Und ja, auch jetzt sind manche Tage schwer und mental belastend.
    Es zu akzeptieren, dass man das Geschehene nicht rückgängig machen kann, bedeutet ja nicht, nicht so manches Mal mit Wehmut an sein „altes Leben“ zurück zu denken. Das lasse ich zu und dann ist es wieder im Hintergrund.

    Was ist auch die Alternative?
    Bleibe ich komplett in der Vergangenheit, sehe ich keine Zukunft.
    Das führt zwangsläufig zum Verharren. Man wird mit nichts weiter kommen, denn man entwickelt erst gar nicht die Gedanken daran.

    Es ist ein anderes Leben. Das hinzunehmen ist die große Aufgabe. Aber ganz egal, was sich verändert hat, es ist immer noch mein Leben. Und was soll man besseres damit anfangen, als es mit den anderen Vorzeichen weiter zu leben, seine neuen Wege zu suchen, sie finden und sich auf das zu konzentrieren, was es trotzdem schön macht.

    So gehe ich damit um.

    Viele Grüße

    Schlecht hören konnte ich schon immer gut - sagt meine Frau 😇

    • CI-Träger MED EL Mi 1250 Synchrony 2 flex 28 mit Rondo 3 seit März 2026 (links nach vollständigem Hörverlust)
    • rechts (noch) Starkey HG Evolv AI iO mit Otoplastik (deutlich unter 10 % Rest)
    • beidseitiger Morbus Menière seit 2013/2016 mit allen Schikanen, die er so drauf hat
  • Es gibt da noch ein wichtiges Argument pro CI, was bisher noch nicht so richtig zur Sprache kommt:

    Gutes Hören und Sprachverstehen schützen viele Menschen auch vor Demenz bzw. zögern diese lange hinaus.

  • Philosophieren wir doch mal über das Wort Neger, an dem sich CLIM stößt.

    ich fürchte, du ignorierst den entscheidenden Punkt.

    Es gibt Bezeichnungen von Weißen, die den anders Farbigen verpasst haben, abwertend sind. Das N-Wort war und ist def. eins.

    Warum überhaupt ein Wort verwenden für Menschen anderer Hautfarbe? Um sie abzuwerten. Einer anderen Klasse zuordnen. Nicht gleich gestellt mit Weißen (Europäern).

    Wenn sich Farbige selbst an dem N-Wort nicht stören, dann liegt es oft daran, dass sie damit sozialisiert wurden, dass sie es anders nicht kennen. Frag mal jeden gebildeten Menschen, der eine andere Hautfarbe als weiß haben, ob sie das N-Wort legitim finden?

    Ein Vergleich mit dem vorigen Jahrhundert ist nicht angebracht, weil, wie Du sagst, keiner mehr so redet.

    Doch. Warum redet denn keiner mehr so? Weil die Sprache sich peu a peu verändert hat. Das ist ja nicht von heute auf morgen passiert.

    Hab weiter Spaß an der Sprache, lasse Veränderungen zu. Dir nimmt keiner was weg, wenn du beleidigende Wörter weglässt. Im Gegenteil, das zeugt von Respekt anderen Individuen gegenüber.

    Links: AB implantiert im Februar 2025 - EA am 18.03.2025

    Rechts: HG von Phonak Naida Link M

  • Guten Morgen Martin,

    Ich komme auf Deinen Eintrag zurück, in dem Du 2 Hörkurven überstellt hast. Dabei muss ich bekennen, dass ich mit technischen Daten nicht viel anfangen kann. Weil in meinem Fall die Notwendigkeit dazu nie bestanden hat.

    In einer Antwort an Jasmin, die ich jetzt nicht finde, lobst Du ihre Hörkurve, die Deiner nicht unähnlich ist. Es muss sich also um die Kurven nach der CI-Operation gehandelt haben.

    Ich habe mal in meinen Unterlagen nachgesehen und die Hörkurve gefunden, die den angegebenen Hörkurven stark gleicht. Also müsste wohl meine OP als erfolgreich angesehen werden. Diesen Eindruck hatte ich allerdings nicht. Es gab dazu noch den schriftlichen Zusatz, dass man nicht weiß, wie viel Elektroden untergebracht werden könnten. Angeblich wären es alle gewesen, was ich aber in Frage stelle. Anderswo habe ich erfahren, dass ein paar Elektroden gar nicht aktiviert werden konnten.

    Nach der OP hatte ich nur noch das Bedürfnis, mich von den schlimmen Schmerzen, die auch mit der Anbohrung in Verbindung gebracht werden müssen, zu erholen. Ich habe die Dinge darauf beruhen lassen so wie sie sind und nicht weiter insistiert.

    Mit einem Mindestmaß an Versorgung habe ich durch Zufall erfahren, dass ich bei angemessener Sprechweise Sätze ohne Hinsehen verstehen kann. Sie sind allerdings unbefriedigend, weil die Lautreinheit nicht gegeben ist. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie ein Hören im Normalfall aussieht. Dabei spielt die Elektrodenanzahl eine entscheidende Rolle.

    In Sachen Powergeräte versus OP wollte ich nichts auf- bzw. abwerten. Du findest aber, wenn Du den Begriff ins Suchfeld eingibst den Hinweis, dass sie bei dem einen hilfreich sein können, beim anderen wiederum nicht. Und auch von Superpower-Geräten ist dort die Rede.

    LG - Pollux