Bald besser? Buddy berichtet

  • Hallo zusammen,

    nachdem ich vor gut fünf Wochen mein Implantat erhalten habe, ist es nun diese Woche endlich soweit: die Erstanpassung steht an. Ich werde hier berichten, wie es läuft.

    Die OP habe ich gut überstanden. Keine Nebenwirkungen, erstaunlich fit gleich nach dem Aufwachen. Die Narbe hinter dem Ohr ist gut verheilt. Ein bißchen empfindlich ist das Ohrwaschl noch, und dahinter gibt es zwei, drei Stellen, die bei Druck ein bißchen wehtun, wie bei einem blauen Fleck. Aber ich vermute, das ist normal und wird auch noch ganz verschwinden. Aktuell höre ich einseitig, und da mit Hörgerät. Das funktioniert besser als ich vorher befürchtete. Richtungshören ist natürlich knifflig.

    Am Donnerstag geht es zuerst zum Doc, der vermutlich die Narbe anschaut. Anschließend zum Techniker und Hörtest. Danach dann zur Logopädin. Dann darf ich heim und übers Wochenende ausprobieren. Am Montag drauf folgt dann der zweite Termin mit dem gleichen Ablauf. Danach der dritte Termin nach etwa vier Wochen.

    Ich bin gespannt. Einerseits nehme ich es ernst, was hier viele schreiben: daß sich das Gehirn erst an den neuen Höreindruck gewöhnen muß und man nicht zuviel erwarten darf. Andererseits erwarte ich - ehrlich gesagt - schon, daß ich gleich etwas verstehe, auch wenn es sich vielleicht ungewohnt anhört. Das ist ja der Sinn des Ganzen, nicht wahr?

    Spannend!

    Schönen Gruß vom

    Buddy

    "Jetzt ist Sommer - Sommer in der Stadt." Buddy Isar

  • Hallo zusammen, ...... Andererseits erwarte ich - ehrlich gesagt - schon, daß ich gleich etwas verstehe, auch wenn es sich vielleicht ungewohnt anhört. Das ist ja der Sinn des Ganzen, nicht wahr? Spannend! Schönen Gruß vom Buddy

    Bei mir war es bei beiden Erstanpassungen so, wie du es dir erhoffst. Sei' bitte nicht zu traurig, wenn es bei dir nicht auf Anhieb klappt. Dann vielleicht etwas später halt.

    rechts und links: AdvancedBionics (AB) Naída CI-M 90

  • Andererseits erwarte ich - ehrlich gesagt - schon, daß ich gleich etwas verstehe, auch wenn es sich vielleicht ungewohnt anhört. Das ist ja der Sinn des Ganzen, nicht wahr?

    Ich habe mir nach langem Hadern mit einem CI, als ich mich dann endlich entschlossen hatte, es implantieren zu lassen, fest vorgenommen, dass ich damit sofort etwas verstehe.
    Was soll ich sagen: es hat (bei mir) geklappt.

    Ob auch die Erwartungshaltung etwas ausmacht, kann niemand sagen. Aber vielleicht hilft die Einstellung zu sagen, wenn ich es machen lasse, dann klappt es auch. Umgekehrt kann man sich sicher auch auf mögliche Probleme fixieren und dadurch die Wahrnehmung etwas zum Negativen beeinflussen? Ich weiß es natürlich nicht und die medizinischen Voraussetzungen sind auch sehr individuell.

    Ich glaube aber, positiv und mit "wollender Erwartung" heranzugehen, ist der richtige Weg.

    Also: Dir toi, toi, toi beim Einschalten und Erstanpassen. Ich sag jetzt einfach mal: Du wirst gleich etwas verstehen.

    Schlecht hören konnte ich schon immer gut - sagt meine Frau 😇

    • CI-Träger MED EL Mi 1250 Synchrony 2 flex 28 mit Rondo 3 seit März 2026 (links nach vollständigem Hörverlust)
    • rechts (noch) Starkey HG Evolv AI iO mit Otoplastik (deutlich unter 10 % Rest)
    • beidseitiger Morbus Menière seit 2013/2016 mit allen Schikanen, die er so drauf hat
  • bei mir war es ganz anders 4 Wochen nach der Implantation Erstanpassung und dann war ich 4 Wochen bis zur Reha auf mich alleine gestellt. Mit 4 Programmen zum lauter stellen.

    Buddy viel Spaß auf deiner weiteren Hörreise.

    Synchrony 2 seit 09.03.2026 beide Seiten, Med-El Sonnet 3 seit 30.03.2026 beide Seiten

  • Ob auch die Erwartungshaltung etwas ausmacht, kann niemand sagen. Aber vielleicht hilft die Einstellung zu sagen, wenn ich es machen lasse, dann klappt es auch. Umgekehrt kann man sich sicher auch auf mögliche Probleme fixieren und dadurch die Wahrnehmung etwas zum Negativen beeinflussen? Ich weiß es natürlich nicht und die medizinischen Voraussetzungen sind auch sehr individuell.

    Ich glaube aber, positiv und mit "wollender Erwartung" heranzugehen, ist der richtige Weg.

    Ich glaube, dass hängt von der Person ab. Ich komme mit Enttäuschungen bessser zurecht, wenn mir schon vorher bewußt war, dass es auch Probleme gehen kann, und sie dann auch besser einschätzen kann -- ist das normal oder muß ich es untersuchen lassen. Wenn ich alles nur positiv erwarte, dann schmeissen mich die Probleme völlig aus der Bahn. Was nicht heißt, dass ich nur Negatives erwarte. Dann sieht man nur das Negative

    Es freut mich aber, dass Du es anders damit umgehen kannst. :)

  • Wenn ich alles nur positiv erwarte, dann schmeissen mich die Probleme völlig aus der Bahn.

    So ist das auch nicht gemeint von mir.
    Man muss schon alles betrachten, um mit einem Problem, einer Veränderung, anderen Voraussetzungen umgehen zu können.

    Es geht mir also nicht um Aus- oder Wegblenden.

    Ich meine die zum Positiven tendierende Grundeinstellung. Dass es dann trotzdem nicht alles glatt und easy geht, sagt einem ja schon die Lebenserfahrung.

    Schlecht hören konnte ich schon immer gut - sagt meine Frau 😇

    • CI-Träger MED EL Mi 1250 Synchrony 2 flex 28 mit Rondo 3 seit März 2026 (links nach vollständigem Hörverlust)
    • rechts (noch) Starkey HG Evolv AI iO mit Otoplastik (deutlich unter 10 % Rest)
    • beidseitiger Morbus Menière seit 2013/2016 mit allen Schikanen, die er so drauf hat
  • Ich bin gespannt. Einerseits nehme ich es ernst, was hier viele schreiben: daß sich das Gehirn erst an den neuen Höreindruck gewöhnen muß und man nicht zuviel erwarten darf. Andererseits erwarte ich - ehrlich gesagt - schon, daß ich gleich etwas verstehe, auch wenn es sich vielleicht ungewohnt anhört. Das ist ja der Sinn des Ganzen, nicht wahr?

    Naja, Sinn des CI ist, dass man wieder etwas hören kann. Bis zum Verstehen von Sprache kann es durchaus mal einige Zeit dauern. Dass man direkt sofort gut versteht nach dem „Anschalten“ ist eher die Ausnahme, würde ich sagen.
    Es ist ja nicht nur ein neuer Höreindruck wie bei einem neuen Hörgerät sondern eine ganz andere Art des Hörens. Zuversicht ist auf jeden Fall wichtig. Und das Hören wird immer besser.

  • Erstanpassung! Yeah!

    Gestern war es soweit. Los ging es mit der ärztlichen Untersuchung. Da erfuhr ich, daß mein Gleichgewichtssinn schon vor der OP nicht mehr so gut war. Ich hatte das aber nie bemerkt, weil ich es wohl gut ausgleichen konnte. Jetzt nach der OP merke ich, daß ich etwas tolpatschiger bin, wenn ich stolpere oder wenn es dunkel ist. Aber richtig schwindlig ist mir zum Glück nicht.

    Dann weiter zum Techniker. Zuerst wollte ich noch Witze machen, als er einen großen Rucksack auf den Tisch stellte. Bis ich erfuhr, daß der tatsächlich für mich ist und alles rund ums CI enthält. Mannomann, ziemlich viel Luft für so'n kleines Gerät! Aber stellt Euch mal vor, der wäre für die Batterie, die man auf dem Rücken mittragen müßte! 8o

    Die Töne zum Einstellen habe ich gut gehört. Aber beim ersten Mal ist es nicht einfach zu sagen, ob das nun zu laut oder leise ist.

    Ein bißchen irritiert hat mich das "Scheppern", wenn ich mich bewege. Der Techniker tippte auf meine Haare, die genau auf dem Mikrofon liegen. Na sowas! Das war es wohl, denn wenn ich den Sprachprozessor leicht anders am Ohr positioniere, ist das Scheppern weg ...

    Hörtest. Rechts Störrauschen, damit war es gar nicht so leicht zu hören, wann am linken Ohr ein Ton kommt. Dann die Zahlenwörter: 90 Prozent richtig. Bei den normalen Wörtern war die Erfolgsquote deutlich niedriger. Da ist noch Luft nach oben, aber insgesamt schon ganz ordentlich. Finde ich.

    Zum Schluß zur Logopädin. Tierstimmen erkennen. Das hat mich ernüchtert. Ich habe mehr geraten als erkannt, und auch mehr an der Art des Geräuschs vermutet, was es ist, als es wirklich akustisch zu unterscheiden. Immerhin, wenn ich falsch lag, wäre die richtige Antwort oft meine zweite Wahl gewesen.

    Zuhause habe ich gleich noch weiter geübt. Manches fällt mir leicht zu erkennen. Anderes no way. Konsonanten am Wortanfang, puh, alles irgendwie gleich. Verschiedene Stimmen anhand der Tonhöhe auseinander halten, auch alles gleich.

    Aktuell hört es sich an, wie wenn man in eine Blechbüchse spricht. Wenn ich Geräusche höre, ist es, als sei das Geräusch weit weg von der Quelle.

    Gut daß ich von Euch hier weiß, daß das alles wohl relativ normal ist und mit viel Übung immer besser wird. Wirklich spannend, was das Gehirn da so leistet. Und einfach irre, was da im Ohr passiert - technisch und biologisch. Ohne das CI höre ich nichts, dann pappe ich mir so ein Ding an den Kopf und höre.

    Am Montag geht es weiter mit dem zweiten Termin.

    "Jetzt ist Sommer - Sommer in der Stadt." Buddy Isar

  • Klingt super! Alles Gute weiterhin.
    Hast du den Sonnet 3? Der ist ziemlich empfindlich für Haare am Mikro…

    Volltreffer, genau: den habe ich! Aber das sollte kein Problem sein. Meine Frau schneidet mir immer die Haare. Da müssen wir jetzt eben die richtige Länge erwischen.

    "Jetzt ist Sommer - Sommer in der Stadt." Buddy Isar

  • Dann wünsche ich euch viel Spaß beim Ausprobieren von neuen Haarschnitten.
    Bei meinen längeren Haaren funktioniert „alle Haare locker drüber“ oder „ganz weg“ gut. Blöd ist, wenn die Haare bei jedem Schritt an die Mikros stoßen.

  • Herzlichen Glückwunsch! Unglaublich guter Start!

    Es kommen noch viele Überraschungen auf dich zu! Viel Freude am Hören!

    ^^ ja, mich fasziniert es täglich wieder: ich werde wach, höre auf dem Ohr nichts, setze das CI an und höre. Einfach toll! :thumbup:

    LG