Felicia - Neuling im SSD

  • Hallo zusammen, mein Name ist Felicia, ich bin 55 Jahre alt und wohne in der Nähe von Heidelberg. Ich wurde am 20.05.2026 im Amberg operiert (Dekompression des Trigeminusnervs links) und habe kurz darauf auf derselben Seite mein Gehör verloren. Ich wurde gestern, 29.05.2026 entlassen, habe aber bereits im Krankenhaus mit einer Therapie mit hohen Dosen Kortison begonnen und muss die Kortison-Tabletten noch einige Tage weiter einnehmen. Ich kann die Geräusche nicht einordnen, manche alltäglichen Geräusche wirken auf mich beunruhigend.

    Ich bin sehr froh, diese Gruppe gefunden zu haben. Das ist alles noch sehr neu für mich, daher entschuldige ich mich, falls meine Frage naiv erscheint: Ich habe in fünf Tagen einen Termin beim HNO-Arzt und bis dahin würde ich gerne wissen, ob ich mein gesundes Ohr mit Ohrstöpseln „schützen“ soll. Soll ich versuchen, die Geräusche im rechten Ohr zu dämpfen (für mich ist das im Moment am angenehmsten, da ich krankgeschrieben bin und mich zu Hause relativ sicher fühle)? Oder ist das kontraproduktiv? Hat jemand noch einen Tipp für mich?

    Vielen Dank!

  • Hallo Felicia,

    wenn du dich im Moment besser fühlst, wenn du du das gut hörende Ohr schützt, mach das. Notwendig ist es wahrscheinlich nicht. Aber der Verlust eines Ohrs macht ängstlich.
    Vielleicht hast du schon das hier gesehen: https://dcig.de/selbsthilfe/ssd-einseitige-taubheit/


    Da kannst du auch Ansprechpartner in verschiedenen Regionen anschreiben. Es gibt auch inzwischen schon einige Untergruppen von den Selbsthilfegruppen mit SSDlern. Wenn du bei Instagram bist, gibt es dort auch eine wachsende Gemeinschaft.
    Insgesamt kann es auch nützlich sein, zu einem Stammtisch von Schwerhörigen und CI-Trägern in deiner Nähe zu gehen. Aber nicht jeder ist ja der Stammtischtyp.

    Vielleicht hast du auch schon gesehen, dass in diesem Jahr das Thema SSD im Fokus der CI-Woche der DCIG steht. An fünf Tagen gibt es fünf unterschiedliche Sitzungen des Online-Formats „lautstark“ (alte Folgen findest du schon bei YouTube).

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo Felicia, ich habe es auch ähnlich erlebt. Wenn man von heute auf morgen ertaubt ist das "gesunde" Ohr völlig überfordert und desorientiert. Am Anfang ist das am schlimmsten, aber mit der Zeit normalisiert sich das. Du solltest nicht auf Dauer Gehörschutz tragen, weil man sich auch ein Stück weit daran gewöhnen muss und nicht immer schonen sollte. Aber jetzt am Anfang kannst du es schon ab und zu machen, damit du auch innerlich mehr zur Ruhe kommst. Du machst damit jetzt erstmal gar nichts falsch. Musst es aber nicht extra "schützen". Alles Gute für deinen Weg....

    Liebe Grüsse von Uta

  • Liebe Felicia,

    ich habe auch die ersten Wochen (ca. vier) Ohropax getragen (die aus Schaumstoff). Ich habe das in lauten Situationen gemacht. Also nicht durchgängig. Mit der Zeit sortiert sich das Gehirn dann um und lernt, dass alles auf einem Ohr ankommt. Ich würde, wie meine Vorrednerinnen schreiben auch nach einer Zeit mit dem Gehörschutz aufhören. Sonst verlernt das Ohr die Lautstärke.

    Vielleicht hast Du es schon gesehen: hier findest Du ein paar Tipps und Hilfe für den Anfang: SSD | einseitig taub | Mono | Single Sided Deafness - Tipps für den Anfang

    Herzliche Grüße Katharina

    SSD |CI seit August 2024 | Med-El, HdO-Prozessor SONNET 3 | Elektrode SYNCHRONY 2 FLEX soft

    Im Juni 2023 links von einem Tag auf den anderen (ohne Erkrankung) ertaubt. Vorher normalhörend.

    Rechts normalhörend.