Eure Erfahrungen mit der Operation, Reha etc.

  • Hallo,

    ich bin auf beiden Seiten an Taubheit grenzend schwerhörig. Es war ein über viele Jahre langsames immer weniger Hören, das auch die Kommunikation immer mehr erschwert hat. Ich hatte schonmal einen Termin für eine CI-Operation, aber da kam etwas dazwischen.

    Ich würde mir selbst ein CI wünschen, habe jedoch etwas Angst vor der Operation.

    Wie verlief bei euch die Operation ? Wann wurde das CI angeschaltet? Wie lange ist man krankgeschrieben? Sollte man in stationäre Reha gehen?

    Viele Grüße und danke für Eure Antworten

  • Hallo

    Ich habe die selbe Leidensgeschichte mit der fortschreitenden Schwerhörigkeit. Die op fand ich gemessen. An anderen eingriffen von mir absolut harmlos. Wenn das immer so läuft muss man absolut keine Angst davor haben.

    Lg

    Rechts Chochlea Implantat AB

    Links Hörgerät Phonak Naida, ohne Hörgerät noch 10% Sprachverstehen

    Erstanpassung am 19.01.2026

  • Ich möchte meine CI's und Soundprozessoren nicht mehr hergeben! :) Die Implantationen waren ein Klacks gegen das, was ab der Erstanpassung folgen "könnte" - bei mir waren es jeweils einen Monat nach der Implantation. Ich hatte beide Male nur eine ambulante Reha - wegen meiner neurologischen Grunderkrankung jeweils 40 Therapie-Einheiten.

  • Wie verlief bei euch die Operation ? Wann wurde das CI angeschaltet? Wie lange ist man krankgeschrieben? Sollte man in stationäre Reha gehen?

    Hallo Evchen!

    Ich bin vor knapp drei Wochen implantiert worden.
    Die OP war recht easy. Samt Kontrolle des Sitzes des Implantats, da ist man noch immer unter Narkose, waren das wohl so 2,5 h.
    Hab dann noch ein gutes Weilchen im Aufwachraum gelegen und wurde dort nett betreut (hatte starke Kopfschmerzen, bekam ein Schmerzmittel und wechselnd kalte Tücher in den Nacken).

    Um 10:30 h war ich bei der Narkose, um knapp 17 h wieder auf der Station.

    Nach der OP hatte ich deutlichen Schwankschwindel. Da muss man aber auch meine gesundheitliche Prädisposition berücksichtigen. Mein Gleichgewichtssystem ist gerne mal getriggert.

    Am Anfang war mein Ohr im oberen Außenbereich deutlich angetaubt. Das ist nun fast gänzlich verschwunden.
    Ich habe noch einen gewissen Druck im Innenohr, auch das ist stark rückläufig.
    Gesichts- und Geschmacksnerv waren bei mir ohne Besonderheiten.

    Ansonsten kann ich schon etwas mit dem CI hören! Und darum geht es. Die Dinge rund um die OP vergisst man schnell.
    Schon jetzt, knapp drei Wochen danach, vermisse ich den Höreffekt des CI, wenn ich es abends zu Laden auf die Station lege. Bedeutet: alles richtig gemacht!

    Am 3. Tage erhielt ich den so gen. Probeton, konnte sofort mein Gegenüber Wort für Wort verstehen (natürlich ist das zunächst noch leise und weit weg) und wurde dann mit einem Rondo 3 von Med EL nach Hause entlassen.
    12 Tage später Fädenziehen beim Hausarzt.

    Das Schlimmste? Ich durfte bis heute meine Haare nicht waschen. Die Wunden müssen trocken bleiben.

    Ende April, also gut 4 Wochen nach der OP, habe ich die Erstanpassung (ambulant). Reha von 3 Wochen habe ich für mich zunächst mal ausgeschlossen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Wie auch den Entschluss zum Implantat.
    Ich bin froh, es nach vier Jahren hadern endlich durchgezogen zu haben. Es hätte auch drei Jahre eher sein dürfen. Da bin ich selbst schuld, mir diesen Hör-Horror angetan zu haben.
    Wenn ich es richtige sehe, warst Du schon mal kurz davor, oder?

    Warte lieber nicht mehr zu lange. Ich kann Dir versichern, es wird ohne CI nicht besser.
    Aber entscheiden und es wirklich wollen musst Du. Niemand kann einem das abnehmen.

    Schlecht hören konnte ich schon immer gut - sagt meine Frau 😇

    • CI-Träger MED EL Mi 1250 Synchrony 2 flex 28 mit Rondo 3 seit März 2026 (links nach vollständigem Hörverlust)
    • rechts (noch) Starkey HG Evolv AI iO mit Otoplastik (deutlich unter 10 % Rest)
    • beidseitiger Morbus Menière seit 2013/2016 mit allen Schikanen, die er so drauf hat
  • habe jedoch etwas Angst vor der Operation.

    Verständlich!

    Ich habe mir damals gesagt, daß ich unbedingt wieder was hören wollte. Also mußte ich da eben durch.
    Die Ärzte reden mit einem, klären einen auch soweit auf, wenn man es so will, auch mit mehr Details. Vielleicht hilft Dir das?

    Wie verlief bei euch die Operation ?

    Mal abgesehen davon, daß ich davon praktisch nichts mitbekommen habe, lief es ganz gut. Kam morgens runter in den Saal, schlief ein, und später wurde mit mit einem Verband um den Kopf wieder wach und wurde auch zurück aufs Zimmer gebracht.

    Hatte bei der ersten OP nur einen leichten Geschmacksverlust gehabt, welcher einige Monate anhielt. Ich konnte mich direkt frei bewegen, ohne Probleme! Nach der zweiten OP war mir beim Aufwachen so richtig schlecht und auch ein bißchen schwindelig gewesen, so daß ich an den Tropf kam. Dann war's aber auch gut.

    Wann wurde das CI angeschaltet?

    In der Klinik, wo ich war, läuft es so, daß es knapp 4 Wochen nach der OP den Termin fürs CI Zentrum gibt, dann wird der SP übergeben und auch direkt eingeschaltet.

    Wie lange ist man krankgeschrieben?

    Unterschiedlich. Kommt auch ein bißchen darauf an, was für ein Beruf man hat, und wie es einem selbst dabei so geht.
    Bei mir war das so gewesen, daß ich bis zum Fäden ziehen krank geschrieben gewesen war. Die HNO Ärztin zu Hause, die das übernommen hatte, wollte mich nicht weiter krank schreiben, weil es mir ja so gut ging, also war ich schon - ich glaube - 11 Tage später schon wieder auf Arbeit.
    Da ich einen tollen Arbeitsplatz, nette Kollegen habe, die wirklich Rücksicht genommen haben, ging das dann auch ganz gut!

    Meine Freundin wurde direkt für 4 Wochen krank geschrieben, ohne daß sie ihren HNO Arzt drum gebeten hatte.

    Sollte man in stationäre Reha gehen?

    Ich würde mich mal erkundigen, was für ein Konzept die operierende Klinik so hat.
    Bei mir ist es so, daß die Klinik ein eigenes CI Zentrum hat, und man auch direkt nach der OP dorthin geschickt wird. Hier macht man eine ambulante Reha, die ist gut durchdacht und organisiert. Ich persönlich fand dies gut so! Die Abstände waren bei mir perfekt getimet, ich habe mit der Logopädie vor Ort geübt, es wurden sogar auf meine Wünsche eingegangen, das Training echt speziell angepaßt, auch was meine Leistungen betrifft. Schließlich sollte man sich ja nicht auf Lorbeeren ausruhen, sondern sich selbst noch fordern, um etwas mehr erreichen zu können. Und der Rest war dann der normale Alltag, was im Grunde genommen ja auch schon "Training" ist. Ich habe da einfach noch mal zwischen unbewußten und bewußten Training unterschieden, und für mich selbst auch noch was ausgedacht, ausprobiert.
    Im Grunde genommen ist es so, daß sie mit ihrem Konzept ganz gut fahren. Die zufriedenen Kunden und die Ergebnisse sprechen ja auch sehr dafür, weiterhin bei diesem Schema zu bleiben.

    Also stationär oder ambulant, ist immer eine Frage der eigenen Einstellung, was man (unbedingt) haben möchte, und der Rest steht und fällt ohnehin mit der Fähigkeit der Techniker und den Logopäden, neben der eigenen Arbeit mit dem CI.

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015; seit 2024 N8

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Hallo,

    danke für die interessanten Antworten. Ich habe überlegt, ob das Sprachverständnis schneller wieder besser wird, wenn man eine stationäre Reha macht. Ich kenne mich da aber nicht aus. Bei uns ist aber eine gute Sprachtherapeutin, die auf Menschen mit Hörbeeinträchtigungen spezialisiert ist und mein Hörgeräteakustiker stellt auch das CI ein, da er auf hochgradige Schwerhörigkeit und CI-Patienten spezialisiert ist.


    Viele Grüße

  • Ich habe die Hörreise ohne Reha angetreten.


    Ich habe, so meine Erfahrung, den falschen Weg gegangen. Leider ist es Famikiär nihct anders möglich im Moment.

    Ich habe eine Super Logopädin, den Techniker für MedEl beim Hörgeräteakustiker und die Klink ist nur 20 Minuten entfernt. Trotzdem braucht man überall einen Termin, der Wochen dauert. Wenn man dann schnell eine andere Einstellung probieren möchte, oder meint, einen Fehler zu entdecken...wieder Wochen.

    Das nervt schon sehr.

    Daher meine Empfehlung: Sollte die Reha machbar sein für dich, dann mache sie.

    Stefan aus 49457 Drebber

    MedEl Sonnet 3 rechts

    Normalhörend links

  • Hallo,

    ich habe bei uns die Voruntersuchungen gemacht und bin für ein (eigentlich sogar zwei) CI geeignet. Ich denke ich wähle das ambulante Konzept, das meine Klinik hat.

    Ich war vor Jahren mal in einer Rehaklinik in Rendsburg für Hörgeschädigte. Diese hat jetzt leider geschlossen, denn mir hat die Reha dort gut gefallen.

    Viele Grüße

  • Evchen wenn deine Therapeutin genau dokumentiert, was deine Verstehprobleme sind (z.B. Konsonanten n, m vor Vokalen i, ü) und du das dem CI-Einsteller gibst, dann kann er zusätzlich zu deiner eigenen Beschreibung deines Höreindruckes wesentlich gezielter die Einstelländerungen vornehmen. Diese Vorgehensweise ist auch bei einer CI-Reha üblich.

    rechts und links: AdvancedBionics (AB) Naída CI-M 90