So, jetzt habe ich nach meiner OP für das linke Ohr vor 14 Jahren, im Sept. 2012, seit dem 1.4.2026 auch rechts ein Implantat (Medel) und möchte hier gerne mal den Verlauf der Woche schildern. Vorweg: Unterm Strich ist alles gut, das ist das Allerwichtigste. Alles an Chaos, was ich so erlebt habe, ist zweit- oder drittrangig und eigentlich nicht der Rede wert, möchte es aber trotzdem schildern, da es ja schließlich auch Teil der Woche war.
Geplant war, dass in den ersten beiden Tagen Voruntersuchungen stattfinden (Hotelübernachtungen) und dann am 3. Tag die OP und stationäre Aufnahme.
Also bin ich Anfang der Woche um 3:30 Uhr aufgestanden und bin von Hamburg nach Hannover (MHH) gefahren, da ich mich bis 9 Uhr dort einchecken sollte. Das hat auch alles reibungslos geklappt. Danach zur HNO-Abteilung, wo es dann nach 3 Stunden !! um 12 Uhr endlich weiterging mit einer Hörprüfung. Der Weg zum Hörtest wurde mir erklärt, und da braucht man schon ein gutes Navigationsverständnis, denn bei den vielen links und rechts und geradeaus und hoch und runter kann man schon mal falsch abbiegen. Auch die Beschilderung war nicht hilfreich. Für mich war das kein Problem, aber so manch anderer hatte sich auch schon total verlaufen. Mit der Zeit lernt man ja die anderen Leute im Warteflur auch kennen... Gut, geschafft. Dann, irgendwann, zum MRT. Hier gab es ordentlich Chaos, da keiner wusste, wer den notwendigen Druckverband anfertigt. Mein Magnet links reicht nur bis Tesla 1,5. Egal, nach langem hin und her hatte ich mein Turban. MRT war sehr gut, und dann noch das Gespräch mit dem Anästhesie-Arzt.
Nach dem ersten Tag kann ich sagen, das trotz allem jeder sehr bemüht und freundlich war. Niemand hat das Chaos klein geredet, sondern mit dem Personalmangel und Vertretungen eher bestätigt. Ab ins Hotel und am nächsten Morgen wieder hin. Wann ich wo sein soll, wurde mir nicht gesagt. Also wieder dahin, wo ich am Vortag auch gewartet habe. Alles Personal hat mich freundlich, sogar mit Namen, begrüßt. Irgendwann im Laufe des Vormittages frage ich nach, ob und wann es weitergeht. Kurz danach dann die Antwort, dass ich noch gar nicht im System registriert bin und ob ich mich morgens wieder bei der Patientenaufnahme angemeldet habe. Wie? Warum denn das ? Das hat mir keiner gesagt und steht auch nirgendwo. Also wenn man im Hotel übernachtet und nicht stationär, dann muss man sich jeden Tag neu anmelden, wenn man wieder ins KH geht. Alles klar....
Mittagessen konnte ich in der Mensa einnehmen. Dafür hatte ich ein Gutschein. Essen wird vor Ort frisch zubereitet und die Menu Auswahl ist groß. Dieses Privileg ist aber nur Hotelgästen vorbehalten, sonst gibst Essen auf dem Zimmer.....Beim Zusammenstellen des Menüs war ich überfordert (Was darf ich mir nehmen?) und eine sehr freundliche Dame hat mir alles gezeigt und mein Tablett vollgestellt. Hatte ne fette Bratwurst mit Pommes... Für abends gab es noch ein Lunch-Paket.
So nebenbei erfahre ich dann, dass ich schon am Vortag (Anreisetag) in der Mensa hätte essen können und einfach vergessen wurde, mir dafür ein Gutschein auszuhändigen. Ach so.
Außer ein Abschlussgespräch mit dem Chirurg war sonst nichts los. Das OK für die OP wurde gegeben und der Termin war fest für den nächsten Tag, gleich um 7 Uhr morgens.
Um 6 Uhr aus dem Hotel, auschecken, und gleich zur Patientenaufnahme (hab ja dazugelernt...), aber die macht erst um 7:30 auf und ich soll mich daher laut Aushang bei der Information melden. Aber der Mann hintern Schalter hat nun mal überhaupt (noch) keine Lust zum Arbeiten gehabt und meint nur, er gebe nur Informationen aus. Also muss ich wieder selber aktiv werden und frage einen Patienten (!!), ob und wie er sich angemeldet hat. Ja, meint er, du musst zur Notaufnahme, da geht die Anmeldung immer. Ach, und das weiß der Mann am Info-Schalter nicht ?? Ab zur Notaufnahme, anmelden und dann auf Station im 6. Stock. Ins Zimmer gezogen, Bett am Fenster ergattert mit Traumblick über Hannover. Und dann warten auf die OP. Hier ging alles gut, ich bin happy.... Nach dem Aufwachen aus der Narkose konnte ich gleich aufstehen, rumlaufen und essen. Kein Schwindel, Schmerzen oder Tinnitus, ich bin so dankbar! Aber mein Restgehör ist wohl völlig flöten gegangen, egal, habe ich mit gerechnet.
Am nächsten Tag ins DHZ zum Testen des Implantats. Schein alles gut zu sein. Dann Farbe für den Sonnet 3 aussuchen und Termin für die Erstanpassnung im 4 Wochen. hier die nächste Überraschung: Ich muss die Hotelübernachtungen für die Woche selber zahlen. Was? Etwas später war das auch geklärt: Die TKK zahlt doch wegen des integrierten Versorgungsvertrages.
Fazit: Viel Trubel und Chaos, aber alle sehr bemüht und freundlich (außer der Info-Mann). Es war eine aufregende Woche, wo letztlich alles gut geworden ist.
Danke fürs Mitlesen.....