Positive Erfahrungen mit CI bei MRT?

  • Hallo,

    im Mai steht bei mir eine MRT an der Schulter an. Ich habe ein HiRes Ultra 3D, also ein MRT-taugliches Implantat, das ohne Druckverband o.ä. bis 3T auskommt.

    Laut Hersteller ist also alles safe. Wenn man die Erfahrungsberichte hier liest, dann macht es eher Angst, dass es doch zu einem Verrutschen des Implantats kommen könnte, oder das Implantat ausfällt. Klinische Studien belegen, dass mit Einführung der MRT-tauglichen CI's die Vorfälle drastisch gesunken sind - sie sind jedoch nicht = Null (die Ursache der Vorfälle konnte im Nachgang nicht ermittelt werden, da die Geräte-Einstellungen nicht festgehalten wurden).

    Deshalb frage ich in die Runde, um anderen (und auch mir) Mut zu machen: wer kann von positiven Erfahrungen mit einem MRT-tauglichen CI im MRT berichten und die Angst nehmen?

    Welches Körperteil wurde geprüft? War der Kopf in der Röhre und/oder habt ihr irgendwas verspürt?

    Für die negativen Erfahrungsberichte gibt es bereits Threads, das muss hier nicht nochmal erwähnt werden ;). Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen.

    re: von Geburt an taub, nach 50 Jahren (seit 2023) AdvancedBionics (AB) Naída CI-M 90

    li: im Hochtonbereich hochgradig schwerhörig und mit HG (Widex) versorgt.

  • Ich hatte ein Kopf MRT mit CI von Cochlear und keinerlei Probleme. Klar war mir etwas mulmig, jedoch eher weil ich nichts hörte und quasi keine Kontrolle hatte.

    rechts seit Kindheit gehörlos

    links seit Sept.20 gehörlos und seit Okt.20 ein Blechohr mit Nucleus 7 Cochlear

    Implantiert in der Uniklinik Freiburg / Prof.Dr. Aschendorff

  • Hallo,

    letztes Jahr mußten 2 Kopf-MRT`s bei mir gemacht werden.

    1. in einer freien Radiologie, alles Top keine Probleme. Ich war nicht Patient Nr.1, sie hatte Erfahrung mit CI-Pantienten. Sie haben aber auf einem Druckverband bestanden. Das ist für mich keine Sache gewesen.

    2. in einer großen Klinik (implantierte selbst), bis sich die Radiologie getraut hat hat es 7 Tage gedauert. Ich hatte Zeit, ich war ja stationär. Der Radiologe hat das MRT allerdings abgebrochen, er dachte vermutlich seine Technik ist defekt, wegen der Schatten in den Bildern.

    Empfehlung, immer die entsprechende MRT-Broschüre des Herstellers dabei haben, bzw. Kontaktdaten des Herstellers.

  • Ich habe ein Implantat von Cochlear, 2019 implantiert. Ich hatte im Dezember und Januar jeweils ein MRT von Schulter und Nacken ohne Druckverband. Es war problemlos, ich habe nichts gespürt, nur ein leichtes Klackern gehört. Die Radiologen hatten die Infos von Hersteller und haben sich danach gerichtet.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Danke für eure Erfahrungen! Das macht mir wieder Mut.

    Wenn ich keinen Rückzieher mache, dann werde ich auf alle Fälle meinen Implantatpass und die Gebrauchsanweisung mit sämtlichen technischen Vorgaben für eine MRT-Untersuchung mitnehmen.

    Mir wurde die freie Radiologie von einer Klinik empfohlen, die zwar implantiert, aber nur stationäre Patienten untersucht. Also scheint die freie Radiologie zumindest dafür bekannt und nicht unerfahren zu sein.

    re: von Geburt an taub, nach 50 Jahren (seit 2023) AdvancedBionics (AB) Naída CI-M 90

    li: im Hochtonbereich hochgradig schwerhörig und mit HG (Widex) versorgt.

  • Die Frage zum MRT liegt mir auch auf dem Herzen! Kann mir jemand erklären warum ein Druckverband um den Kopf gemacht wird?

    Was passiert wenn im Notfall ( z.b. bei einem Schlaganfall) der Radiologe sich nicht mit CI auskennt?

    Deshalb ist es wichtig immer seinen CI-Ausweis dabei zu haben damit die behandelnden Personen wissen wo sie nachfragen können!

    Links: Advanced Bionics Naída CI M90, 11.12.24, EA 15.1.25

    Rechts: Phonak Naída Link M HG, seit März 24

  • Die Frage zum MRT liegt mir auch auf dem Herzen! Kann mir jemand erklären warum ein Druckverband um den Kopf gemacht wird?

    Was passiert wenn im Notfall ( z.b. bei einem Schlaganfall) der Radiologe sich nicht mit CI auskennt?


    Im MRT ist man ja unter ständiger Beobachtung, wenn da was nicht stimmt, wird sofort abgebrochen und sie kommen und schauen nach.

    Bevor Du bei einem Schlaganfall in ein MRT kommst, werden erst CT´S gemacht. Da fällt es schon auf, das wir im Kopf unsere Technik haben. Dann sind die Radiologen erst einmal vorsichtig und machen sich kundig was das ist, bzw. was machbar ist.

    Das sind eingene Erfahrungen bei einem solchen Problem.

    An meiner AOK-Karte habe ich den Implantatpass fest angeklebt, da fällt diese sofort auf. Die Karte will jeder als erstes sehen.


    Rechts: 08.19 OP Cochlear 622 EA 09.19 N7

    Links: 03.20 OP Cochlear 622 EA 03.20 N7

    Roger ON

  • Deshalb frage ich in die Runde, um anderen (und auch mir) Mut zu machen: wer kann von positiven Erfahrungen mit einem MRT-tauglichen CI im MRT berichten und die Angst nehmen?

    Welches Körperteil wurde geprüft? War der Kopf in der Röhre und/oder habt ihr irgendwas verspürt?

    MRT vom Gehirn, entsprechend war natürlich der Kopf in der Röhre.

    Alles super gelaufen. Habe nichts gespürt.

    CI632 von Cochlear bilateral, ohne Druckverband

  • Was passiert wenn im Notfall ( z.b. bei einem Schlaganfall) der Radiologe sich nicht mit CI auskennt?

    Notfall bedeutet, dass schnelles Handeln ggf erforderlich ist. Ein MRT dauert oft mehr als eine halbe Stunde - also viel zu lange!
    Im Notfall wird daher entweder geröntgt oder ein CT gefahren.

    Auch darf man nicht vergessen, dass es auch Patienten mit Piercings (an nicht direkt sichtbaren Stellen gibt). Vor einem MRT müssen diese entfernt werden - im Notfall würde auch die Suche danach (inklusive Intimbereich, Bauchnabel, Mundraum etc) viel zu aufwendig sein.


    An meiner AOK-Karte habe ich den Implantatpass fest angeklebt, da fällt diese sofort auf. Die Karte will jeder als erstes sehen.

    Die Idee finde ich sehr gut.

    Meine Erfahrung in der Radiologie vor Ort zeigte jedoch, dass das Radiologie-Team oftmals gar nicht genau schauen. So steht mein Implantattyp klar mit auf dem Ausweis, dennoch behauptete das Radiologie-Team, dass ein MRT problemlos möglich ist. Letztendlich hatten die nur nach der Firma und MRT gesucht und die Informationen zu den aktuellem Implantat gelesen - nicht die Informationen zu meinem über 20 Jahre altem Implantat….

  • Der Druckverband wurde gemacht, weil es ab und zu vorkam, dass der Magnet im Implantat sich aufgerichtet hat. Hatte mal gelesen, dass der Magnet die Kopfhaut hochgedrückt hat. Der Arzt hat dann drauf gedrückt und der Magnet lag wieder flach.

    Heutzutage sind die Magneten so im Implantat befestigt, dass sie sich drehen können, aber nicht mehr aufrichten. Ein Druckverband ist nur für den Arzt die zusätzliche Sicherheit, dass der Magnet sich nicht aufrichtet.

  • Dass dies sehr schmerzhaft ist, wenn der Magnet sich aufrichtet, lässt sich hier immer wieder lesen. Es ist die absolute Horrorvorstellung.

    Ich habe noch recherchiert, warum die neuesten CIs MRT-fähig sind. Für die Technik-Interessierten: Es ist nicht nur das Design und die Befestigung des Magneten, was ein Aufrichten verhindert. Es liegt auch an der Ausrichtung des Magnetfeldes. Es handelt sich um einen sogenannten diametralen Magneten. Das bedeutet, dass das Magnetfeld eines zylindrischen Magneten quer zur Achse ausgerichtet ist. Bei einem einwirkenden Magnetfeld wie der MRT können diese Zylinder rotieren. Sie richten sich nicht aus wie bei einem axialen Magneten (bei dem die Pole entlang der Hauptachse liegen und wie sie wohl bei älteren CI-Modellen verwendet wurden). Das ist doch sehr beruhigend.

    Nichtsdestotrotz werde ich meinen Orthopäden nochmal kritisch befragen, ob das Ergebnis einer MRT-Untersuchung in meinem Fall die Entscheidung für die Weiterbehandlung beeinflussen wird. Das zweifel ich zum aktuellen Zeitpunkt ehrlich gesagt an und ich glaube, dass die Ärzte manchmal für ihre Diagnose eine Bestätigung haben möchten, weil sie lieber der Diagnostik als ihrem Urteilsvermögen trauen.

    re: von Geburt an taub, nach 50 Jahren (seit 2023) AdvancedBionics (AB) Naída CI-M 90

    li: im Hochtonbereich hochgradig schwerhörig und mit HG (Widex) versorgt.

  • Hallo Anita,ich bin seit 2022/23 bds Sonnet 2 implantiert,habe in der Zwischenzeit viele MRTs machen lassen müssen.Als letztes am 30.10.2025 Ellenbogen-hier war ich mit dem Kopf komplett drin,alles super,hab nix gemerkt bis auf die Übertragung per Knochenleitung.Locker aushaltbar,man weiss ja dass es eigentlich laut ist.

    Zur Anmeldung halte ich es immer so,dass ich die Implantatsausweise und Sicherheitkriterien gleich mitschicke per E-Mail,so kann sich die Einrichtung auf mich einstellen.Außerdem wechsel ich die MRT Praxis nicht,da ich bis jetzt sehr zu fieden war.

    Alles Gute für dich.

    Gruss Gundel aus der Oberlausitz

  • Hallo Gundel, das ist ein guter Punkt, die Informationen vorab zuzusenden. Vielen Dank für diesen Tipp!

    re: von Geburt an taub, nach 50 Jahren (seit 2023) AdvancedBionics (AB) Naída CI-M 90

    li: im Hochtonbereich hochgradig schwerhörig und mit HG (Widex) versorgt.

  • Die Frage zum MRT liegt mir auch auf dem Herzen! Kann mir jemand erklären warum ein Druckverband um den Kopf gemacht wird?

    Mir wurde in der rReha gesagt, daß der Magnet in einer Kapsel liegt und sich frei drehen kann, so daß er dem Magnetfeld des MRT frei folgen kann.
    Dennoch sollte immer ein Druckverband gemacht werden, weil es auch vorkommen könnte, daß der Magnet mal hakt und sich eben doch nicht so frei drehen kann, wie er soll.

    Med-El Sonnet 3 seit November 2025, bisher einseitig. Anderes Ohr mit minimal Restgehör im Tieftonbereich, kein Hörgerät.