• Hallo zusammen!

    Nachdem ich hier ein paar Monate nur mitgelesen habe, habe ich mich nun entschieden, hier aktiv teilzunehmen.

    Vorab möchte ich mich über die zahlreichen Themen/Beiträge auf dieser Seite bedanken, sie haben mir in den letzten 12 Monaten auf meiner neuen Hörreise sehr geholfen.

    Ich bin 40 Jahre alt und komme aus Münster / NRW

    Eine "Kurzversion" meiner Hörgeschichte :

    Ich bin mit 2 gesunden Ohren zur Welt gekommen. Im Kindergarten / Schule erste Anzeichen, dass nicht alles bei 100% ist. Untersuchungen, aber im Endeffekt wurde nichts gemacht

    Das Leben ging weiter, normale Schule usw usw. Das ging im Großen und Ganzen gut, aber in einzelnen Situationen habe ich schon gemerkt, dass mein Hören nicht 100% ist

    Im Laufe der Zeit wurde es aber schlechter. Mein rechtes Ohr war schlecht, linkes Ohr deutlich besser. Aber es hat gereicht, um durch den Alltag zu kommen.

    Ich hatte immer wieder das Wort Hörgeräte im Kopf , aber es immer verdrängt ( im Nachhinein natürlich eine blöde Entscheidung ). Ich hatte mich damit arrangiert, dass gewisse Lebenssituationen schwer für mich sind und es sehr auffällig war, dass ich schwerhörig war ( z.b. Disco , Unterhaltungen Auto ), aber es hat immer irgendwie gereicht.

    Es gab aber im Laufe der Zeit über die Jahre hinweg weiterhin immer eine stetige Verschlechterung. Es war mir klar, dass ich um Hörgeräte nicht drumherum kommen würde...

    Dann kam der Sommer 24. Urlaubsreise mit Freundin, Ziel Griechenland. Hinflug,aus dem Flugzeug gestiegen, nichts mehr gehört, aus beiden Ohren nicht

    Schock....

    Das wird schon wieder, schob es auf meine Erkältung, Ohren/Nase zu. Aber es wurde nicht besser

    Nach Rückkehr dann HNO Arzt, zusammenfassend--> Zustand blieb gepaart mit einem unglaublichen Tinnitus


    Kurzversion Geschichte Implantat :

    Nachdem festgestellt wurde, dass Hörgeräte nicht mehr helfen und nach den gängigen Voruntersuchungen fand meine erste Operation Februar 25 statt ( rechte Ohr, Cochlear Kanso 2 ). Die zweite Operation fand im August 25 ( linke Ohr, Cochlear Kanso 3 ) statt.

    Natürlich hatte ich auch die bekannten Nachsorgetermine ( Einstellung, Logopädie ) und den ganzen Kram 😉

    Ich freue mich auf einen regen Austausch und würde mich besonders über User freuen, die auch mit einem starken Tinnitus zu kämpfen haben. Diesbezüglich habe ich unendlich viele Fragen, da er mir doch schon viele "Probleme" bereitet.

    Der Tinnitus sieht bei mir wie folgt aus ( inkl den bekannten Tönen wie brummen, pfeifen etc, das komplette Paket habe ich ) :

    - Beide Implantate ab - unfassbaren Tinnitus

    - Beide Implantate auf - deutlich weniger, eher im Hintergrund

    - Nur linke Implantat auf - unfassbaren Tinnitus

    - Nur rechte Implantat auf - ähnlich wie, wenn ich beide Implantate auf habe, also eher im Hintergrund

    Was besonders schwer ist, ist nur mit dem linken Implantat zu üben, da ich dann einen unfassbaren Tinnitus habe. Auch habe ich das Gefühl, dass Geräusche dort viel sensibler aufgenommen werden als auf meiner rechten Seite.

    Entschuldigt bitte meine recht lange, erste Nachricht.

    Gruß, Jan

  • Hallo erst einmal herzlich willkommen.

    Ich wünsche Dir, dass Du mit dem linken CI auch bald dieselben Erfolge wie mit dem rechten CI haben wirst. Ansonsten wenn Dich der Tinnitus so sehr nervt/ belastet, dann würde ich vielleicht mal eine Tinnitus Retraining Therapie absolvieren.

    Ich kann Dir folgende Psychotherapeutin in Münster sehr empfehlen (sofern sie noch praktiziert):

    Oder Du machst eine Tinnitus Reha in St. Wendel, Bad Nauheim (Kaiserbergklinik), Bad Salzuflen, Bad Aroelsen, Bad Berleburg oder Bad Grönebach

  • Hallo und Herzlich Willkommen hier im Forum.


    Zu Deiner Frage: könnte es sein, daß die Geräte noch für Dich viel zu laut eingestellt sind, oder Deine Umgebung viel zu laut sein kann?

    Ich würde mal schauen, ob die deutlich empfindlichere Seite etwas leiser eingestellt werden kann, und testen, ob es auch wegen dem Tinnitus besser wird.

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015; seit 2024 N8

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Hallo und Herzlich Willkommen hier im Forum.


    Zu Deiner Frage: könnte es sein, daß die Geräte noch für Dich viel zu laut eingestellt sind, oder Deine Umgebung viel zu laut sein kann?

    Ich würde mal schauen, ob die deutlich empfindlichere Seite etwas leiser eingestellt werden kann, und testen, ob es auch wegen dem Tinnitus besser wird.

    Hallo Sheltie,

    danke für deine Frage.

    Daran habe ich auch schon gedacht und war diesbezüglich auch schon wieder bei der Anpassung. Es wurde ein bisschen leider eingestellt.

    Für mein Befinden ist es bei einem normalen Gespräch nicht zu laut, eher die Umgebung ( Stadt, Menschenansammlungen ) die dann mit reinspielt und das zusammen dann zu laut macht, wenn man dabei mal die rechte Seite zur Probe kurz abmacht.

    Man soll ja auch mal nur mit der neuen Seite üben. Da stellt sich auch für mich die Frage, inwieweit es trotzdem hilfreich ist, wenn man 90% mit beiden Seiten hört. Diese Frage stelle ich im Zusammenhang mit der Tatsache, dass ich ja gute 6 Monate nur mit rechts gehört habe...wie kann man das aufholen ?

    Ich habe wirklich das Gefühl, dass mein linkes Ohr deutlich unter dem rechten Ohr ( Stichpunkt nach gut 6 Monaten) liegt. Wurde nicht gesagt, dass die spätere Seite dann deutlich schneller lernt ?

    Kann mir Jemand irgendwie erklären, wieso ich bei nur rechts kaum Tinnitus habe und bei nur links unglaublichen Tinnitus. Kann sich das noch einpendeln ?

  • Tinnitus kann echt schlimm sein! Bei mir hat immer irgendwie Geräusch berieselung zb mit Hörgeräten geholfen.

    Stille machte den tinitus immer schlimmer.

    Rechts Chochlea Implantat AB

    Links Hörgerät Phonak Naida, ohne Hörgerät noch 10% Sprachverstehen

    Erstanpassung am 19.01.2026

  • e...wie kann man das aufholen ?

    Könnte dies evtl bei Dir DER Grund sein?

    Vielleicht setzt Du Dich zu sehr unter Druck, mutest Dir viel, um nicht zu sagen zu viel, zu?

    Es ist kein Wettbewerb zwischen rechte Seite und der linken Seite. Man hat immer ein "gutes", oder wenn man so will ein "dominantes" Ohr. Daß man damit viel besser hört, ist normal. Das wird auch das Ohr sein, womit man überwiegend telefoniert, oder in lauter Umgebung immer unbewusst exakter zum Sprecher hin ausrichtet.

    Ja, mit der anderen Seite soll man auch separat üben. Doch das normale, natürlichere Hören ist immer in Stereo. Da ergänzen sich beide Seiten und nur so wird der Klang voller, sauberer, und bei Dir wahrscheinlich auch der Grund sein, weshalb Dein Tinnitus pratschen fast weg ist.

    Wenn es Dir irgendwie möglich ist, ibe ruhig zwischendurch weiter alleine mit dem "neuen" CI Ohr. Aber nimm den Druck raus. Lausche einfach entspannt. Der Rest wird mit der Zeit schon noch kommen.


    Wurde nicht gesagt, dass die spätere Seite dann deutlich schneller lernt ?

    Kommt denn überhaupt nichts an? Oder doch schon was, aber es muß noch alles "einsortiert" werden?

    Solche Dinge braucht halt so seine Zeit. Habe ein bißchen Geduld. Die Reha wird ja auch nicht umsonst ihre 2 Jahre dauern.

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015; seit 2024 N8

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Es soll 0% so rüberkommen, als wäre ich unzufrieden mit meinen Hörergebnissen usw. Ich bin froh über alles, was ich bisher erreicht habe.

    Ich meine das alles nur unter der Berücksichtigung Tinnitus. Wäre der Tinnitus komplett weg, wäre ich zufrieden.

    Ich kann mich nur mit links unterhalten ( ruhige Umgebung ) , aber der Tinnitus ist unglaublich laut und macht es deshalb so schwierig. Und sobald ich lauter schalte, erhöht sich auch der Tinnitus.

    Auch streamen über Youtube etc ist möglich etc, aber durch den Tinnitus muss ich es lauter stellen als ich es eigentlich brauche und somit ist es unangenehm laut. Ohne Tinnitus könnte ich einfach hören, die Wörter kommen ja an ( aber halt noch mit Untertitel oft, das war rechts anders nach 6 Monaten ).

    Ich mache mir wirklich 0 Druck bezüglich Lernerfolge, aber das Thema Tinnitus durchkreuzt, zumindest bei mir, mein ganzes Leben.

    Ich verstehe einfach nicht, wieso ich z.b. bei nur rechts tragen kaum Tinnitus und bei nur links tragen unfassbaren Tinnitus habe.

    Mein linkes Ohr war früher immer das dominante Ohr, demzufolge habe ich große Hoffnungen, dass meine linke Seite noch besser wird als meine rechte Seite. Aber der Tinnitus bremst das irgendwie völlig aus.

    Man fühlt sich so machtlos

    Was ich auch ein bisschen schade finde ist, dass man nicht wie bei einem Hörgerät einfach in den Laden gehen kann zwecks Einstellung sondern beim CI Zentrum wochen/monatelang auf so einen Termin warten muss. Das soll keine Kritik sein, fühle mich bezüglich Nachsorge dort wohl, aber diesen Punkt finde ich erwähnenswert

  • Ich verstehe einfach nicht, wieso ich z.b. bei nur rechts tragen kaum Tinnitus und bei nur links tragen unfassbaren Tinnitus habe.

    Ich spekuliere jetzt mal..:

    Der Auslöser für den Tinnitus sitzt in dem Ohr / Gehirnteil, der sich mit dem CI ausschalten lässt. Also rechts.
    Vielleicht lässt sich eine Map aufspielen, das sehr leise für das betroffene Ohr eingestellt ist, so dass du mit den neuen Ohr und CI üben kannst.

    Bei AB kann man die Geräte "teilen" und einzeln laut und leise stellen. Jedenfalls CI + HG. Das nur als Idee, damit du überhaupt üben kannst...

    Links: AB implantiert im Februar 2025 - EA am 18.03.2025

    Rechts: HG von Phonak Naida Link M

  • Hey, es soll 0% so rüberkommen, als wäre ich unzufrieden mit meinen Hörergebnissen

    Keine Sorge, so habe ich es auch nicht aufgefaßt oder das gemeint! ;)

    aber durch den Tinnitus muss ich es lauter stellen als ich es eigentlich brauche und somit ist es unangenehm laut

    Das klingt für mich so, als ob es in Deinem Fall eher keine gute Idee ist, es lauter zu stellen.

    Klar, wenn es zu leise ist, hört man schlechter, bis gar nichts. Aber, wenn der Tinnitus zunimmt, sobald das Gerät lauter gestellt wird, so klingt es für mich nach einem falschen Weg.

    Da würde ich an Deiner Stelle tatsächlich für einen etwas längeren Zeitraum mit einer leiseren Einstellung im Alltag zu lauschen. Geht dann der Tinnitus weg? Dann würde ich erst einmal damit weiter machen, bis irgendwann doch vorsichtig nur eine Stufe lauter gestellt werden kann.


    Ich mache mir wirklich 0 Druck bezüglich Lernerfolge, aber das Thema Tinnitus durchkreuzt, zumindest bei mir, mein ganzes Leben

    Ich glaube Dir gerne, daß Du Dir selbst keinen zusätzlichen Druck absichtlich aufbaust.

    Unterm Strich könnte es trotzdem sein, das Du Dich unbewusst unter Druck setzt, auch wenn man es so nicht wahrnimmt ;)

    Das ist irgendwie ein bißchen schwer zu erklären. Manchmal meint man das, und empfindet dies auch entsprechend, doch der Körper reagiert halt mit einer Art Warnung.

    Was ich auch ein bisschen schade finde ist, dass man nicht wie bei einem Hörgerät einfach in den Laden gehen kann zwecks Einstellung sondern beim CI Zentrum wochen/monatelang auf so einen Termin warten muss. Das soll keine Kritik sein, fühle mich bezüglich Nachsorge dort wohl, aber diesen Punkt finde ich kritisch

    Das ist in der Tat ein bißchen schade!

    Ich kann zwar nachvollziehen, das der Techniker auch will, daß man sich einige Tage mit der Einstellung befaßt. Manchmal braucht es halt diese Zeit.

    Doch ich war auch froh drum, daß ich mich melden könnte, und es wurde zeitnah einen Termin ausgemacht. Das hilft echt enorm.

    Ich drücke Dir die Daumen, daß Dir etwas schneller geholfen werden kann!

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015; seit 2024 N8

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Ich spekuliere jetzt mal..:

    Der Auslöser für den Tinnitus sitzt in dem Ohr / Gehirnteil, der sich mit dem CI ausschalten lässt. Also rechts.
    Vielleicht lässt sich eine Map aufspielen, das sehr leise für das betroffene Ohr eingestellt ist, so dass du mit den neuen Ohr und CI üben kannst.

    Bei AB kann man die Geräte "teilen" und einzeln laut und leise stellen. Jedenfalls CI + HG. Das nur als Idee, damit du überhaupt üben kannst...

    In der Cochlear App kann man auch beide Seiten individuell einstellen.

    Meine Ohren sind natürlich unterschiedlich weit. Und da sind wir bei einem anderen Problem 😉

    Man muss vor jeder neuen Alltagssache testen, ob alles was sich nur über das ältere Implantat völlig normal anhört ( Lautstärke ), auch über das neuere Impmantat normal anhört. Oft kommt es nämlich vor, dass sich die Geräusche etc über das neue Implantat dann als viel zu laut herausstellen.

    Gleicht das Gehirn das dann irgendwie aus oder ist das kontraproduktiv für die Entwicklung der neueren Seite ?

    Ich finde es ziemlich schwierig, beide Seiten in Einklang zu bringen

  • Gleicht das Gehirn das dann irgendwie aus oder ist das kontraproduktiv für die Entwicklung der neueren Seite ?

    Beide Geräte sollten sich schon gleich laut anhören. Stelle es mir stressig vor, wenn eines immer etwas zu laut wäre als das andere.

    Das mit der getrennten Einstellung meinte ich lediglich zum Üben den neuen Ohrs. Das alte Ohr so leise stellen wie es geht, aber aktiv lassen, damit der Tinnitus nicht durchdreht…

    Links: AB implantiert im Februar 2025 - EA am 18.03.2025

    Rechts: HG von Phonak Naida Link M

  • Beide Geräte sollten sich schon gleich laut anhören. Stelle es mir stressig vor, wenn eines immer etwas zu laut wäre als das andere.

    Das mit der getrennten Einstellung meinte ich lediglich zum Üben den neuen Ohrs. Das alte Ohr so leise stellen wie es geht, aber aktiv lassen, damit der Tinnitus nicht durchdreht…

    Danke für den Tipp, daran habe ich wirklich noch nicht gedacht. Lieb von dir 👍

    Ich werde es ausprobieren und berichten.

    Wie ist es eigentlich bei euch, wenn ihr nach den Einstellungen beim Arztgespräch den Tinnitus erwähnt.

    Ich habe zwar das Gefühl, dass ich sehr Ernst genommen werde, aber die Hilfe gefühlt zu wünschen übrig lässt. Mein Gefühl ist, dass man damit irgendwie "allein" gelassen wird

  • Wie ist es eigentlich bei euch, wenn ihr nach den Einstellungen beim Arztgespräch den Tinnitus erwähnt.

    Der Tinnitus ist ja gefühlt ein Phänomen für sich, dass keiner so richtig begründen kann WARUM es brummt und zischt und flötet. Auch ein Arzt nicht.
    Ich hatte mal eine Beobachtung gemacht. Ich trank außer der Reihe ein Glas Wein. Mein Tinnitus wurde viel, viel leiser. Fast so als wäre es ausgeschaltet worden. Ok, dann muss ich wohl öfters ein Glas Wein trinken... gesagt getan. Am nächsten Tag funktionierte es leider gar nicht.

    Mittlerweile erkläre ich mir den Tinnitus so: Das Geräusch im Ohr entspricht den Frequenzen, die einem fehlen, wo kein Input mehr ans Hirn geleitet werden. Es ist wie mit den Phantomschmerzen. Nach Amputationen schmerzen Glieder, die nicht mehr da sind. Die Grund für Phantomschmerzen lassen sich aber leichter erklären. Tinnitus ist für mich ein Phantom-Geräusch der nicht mehr vorhandenen Frequenzen.

    Das erklärt auch warum der Tinnitus bei vielen leiser wird, wenn das CI Input liefert.

    Schlimm, wenn der Tinnitus irre laut ist. Das hatte ich zum Glück nur einen Tag nach der OP...

    Links: AB implantiert im Februar 2025 - EA am 18.03.2025

    Rechts: HG von Phonak Naida Link M

  • Ich habe wirklich das Gefühl, dass mein linkes Ohr deutlich unter dem rechten Ohr ( Stichpunkt nach gut 6 Monaten) liegt. Wurde nicht gesagt, dass die spätere Seite dann deutlich schneller lernt ?

    Zwischen Therorie und Praxis liegen manchmal dennoch Welten.

    Ich trage bereits mehr als über 20 Jahren die CIs. Hatte erst auf "schlechtere" Hörgerätohr mich implantieren lassen. Da wurde gesagt je länger das Ohr taub war/ist desto länger wird Zeit dauern bis das Sprachverstehen kommt. Bin von Geburt an bereits Taub.
    Ich konnte dennoch recht schnell mit dem CI hören und das Sprachverstehen besserte sich von Zeit zu Zeit. Der Tinnitus lebte auf nachdem zuviel wurde. Legte zwischenzeitlich Hörpausen ein.

    7 Jahre später war ich dann bereit für das 2.te CI. Zu dieser Zeit war beidseitige Versorgung noch nicht standart und musste es mir wie vereinzelte mir Bekannte hier aus dem Forum musste mit Anwaltliche Hilfe gegen die KK erkämpfen. Sonst hätte ich möglicherweise 2 Jahre eher schon die 2.te Seite versorgen lassen.

    Als ich dann "endlich" die 2.te Seite bekam. Aufgrund meiner guten Erfahrungen mit der 1.te Seite wollte ich dann auch zuviel und das ging total daneben. Ich verstand mit der neuen Seite kaum Sprache, merkte noch nicht mal im Auto das Radio ob es Musik oder zb. Nachrichten, Staumeldungen o.ä. lief.

    War zwar nicht enttäuscht sondern eher irritiert, weil halt die Aussage war das beim 2.ten oder "bessere HG Seite" schneller gehen würde. Auch Tinnitus lebte total auf, dass ich die CIs nur im beruflichen Situationen beidseitig laufen lies und in Freizeit die 2.t implantierte Seite abschaltete oder ganz raus nahm.

    Zuhause übte ich eher unbewusst über TV um zu sehen wieviel verstehe ich mit der 2.te Seite den TV wirklich indem die 1.t versorgte Seite ablegte/aus machte. Da war anfangs auch nichts und übte immer unbewusst weiter indem ich in Freizeit nur die 2.te Seite laufen lies. Das heisst die Erstversorgte Seite schaltete ich aus. Nutze nur dann indem ich zb. Job, Arzttermine, bei Gespräche mit Familie/Freunde schwierig wurde dann beidseitig. Am Ende wurde dann auch platt weil anstrengend war.

    Hörtraining immer nur mit 2.te Seite. Einstellung war soweit mich entsinne erstmal etwas leiser damit Tinnitus nicht auflebte. Von Zeit zu Zeit schaltete ich die Lautstärke höher bis ich dann auch dort immer mehr verstehen konnte. Dann legte ich irgendwann beide CIs an und es passte sich von Zeit zu Zeit immer besser an (hier wird später noch weitere Anpassung nötig sein bis es im etwa beidseitg "gleichmässig" fühlte.

    Tinnitus kommt nur, wenn ich Stress oder ärger habe und schalte dann die CIs auch heutzutage schonmal aus um Hörpause machen zu können und auch runterkommen kann. Allerdings hat sich nach einigen Jahren so angepasst, dass es inzwischen fast egal ist mit welcher Seite ich was höre - Telefonieren wenn Hörer ans Ohr lege (habe noch Festnetztelefon wegen meine Eltern) immer auf "bessere" Hörseite d.h. ältere CI-Seite.
    Mit Handy höre ich über Bluetooth

    Ich gehe davon aus, dass Du bisher keine Stationäre Reha gemacht hattest? Dort wird bei Beidseitig Versogte CI Trägern die jeweilige Seite seperat traniert und nachjustiert - damit von Zeit zu Zeit immer mehr angepasst wird und in letzten 1-2 Rehawochen wird dann beides zum üben getragen um zu sehen ob das alles tragbarer wird und auch mit Sprachverstehen etc. klappt. Vorallem das beidseitig von der Lautstärke im etwa passt. Nach der Reha gab kleine Rückschläge - da der Alltag nochmals anders ist. Da muss man dann auch mit Lautstärke und Hörpausen Zeit lassen und es passt sich dann immer mehr an (so lief es zumindest bei mir)

    Ich würde versuchen, ob mit nur neue Seite "tragbar" ist und langsam von Zeit zu Zeit anpassen lässt. Nicht von Anfang an die Lautstärke wie die ältere Seite anpassen, das Ohr ist noch nicht gewohnt mit dem CI zu hören, da es anders funktioniert wie ein HG.

    Falls dennoch Tinnitus mal wieder verstärkt aufleben sollte, bitte nicht zwangsläufig aushalten - sondern lege ruhig Hörpause ein oder reduziere die Lautstärke.

    Wünsche Dir alles gute und vorallem Geduld dass bei Dir hoffentlich auch aufwärts geht und das Ziel ist ja dass am Ende beidseitig ein gewisses "Gleichgewicht" hat, dass es beidseitig im etwa gleich anhört und vorallem Tinnitus (fast) verschwindet.

    Tinnitus merke ich meistens nicht, aber wie bereits oben erwähnte bei Ärger oder Stress oder wenn zu lange in lauter Umgebung vorallem ganze Zeit Musik dabei ist lebt noch der Tinnitus auf und kann aber damit besser umgehen.

    Gruß
    Wallaby

  • Danke für deinen tollen Beitrag 👍

    Eine stationäre Reha wird in diesem Jahr folgen. Ich wollte Sie persönlich erst machen, wenn auf beiden Seiten erstmal ein paar Monate "input" war. Aber das muss Jeder für sich selber entscheiden.

    Du sprichst ein wichtiges Thema an - Hörpausen

    Ich würde sie gerne öfters machen, mein großes Problem ist aber, wenn beide Seiten ab, ich einen unglaublichen Tinnitus bekomme. Da liegt man nachts im Bett und kommt sich vor, als wäre man in einer Discothek und da noch direkt vor einer Box. Das macht es alles so schwierig bei mir. Gefühlt ist die Zeit ohne CI anstrengender als wenn ich sie die ganze Zeit trage. Teilweise schlafe ich sogar mit ihnen, damit ich diese Kirmes im Ohr nicht so habe.

    Natürlich kann ich jetzt nur mit links rumlaufen zum üben, aber wie oben geschildert, bekomme ich sofort einen starken Tinnitus wenn ich rechts ablege ( so wie wenn ich gar nichts trage ). Dementsprechend kann ich das unter größter Anstrengung zu Hause machen, aber in der Freizeit etc wird es dann vom Hören schwierig ( Tinnitus übertönt alles ) und nach einer Zeit ist es sehr ermüdend.

    Die Schwierigkeit liegt für mich in der Balance. Einserseits muss ich aufgrund der o.g. Gründ immer beide Seiten tragen, andererseits will ich auch, dass meine "neue" Seite voran kommt und besser wird.

    Und das irgendwann sich beide Seiten von der Lautstärke her in etwa gleich anhören. Im Moment ist es halt oft so, dass in bestimmten Situationen die alte Seite von der Lautstärke völlig her ok ist, dann nimmt man sie ab und merkt, dass sie für die neue Seite viel zu laut ist.

    Ich will einfach ein gewisses Gleichgewicht haben und darauf versuche ich hinzuarbeiten. Nach 11 bzw bald 6 Monaten ist ja noch deutlich Luft nach oben 😉

    Beim Tinnitus fühle ich mich machtlos und hoffe inständig, dass auch er sich noch positiv verändern wird. Wie schlimm Tinnitus ist, kann nur Jemand wissen, der ihn auch wirklich hat. Für mich ist das Folter

  • Habe nochmals Deinen Eingangsthread nachgelesen. Zwischen den beiden CI-OPs lagen gerade mal 1/2 Jahr dazwischen.

    Da Du CI von Cochlear trägst - habe zwar kein Kanso da ich HdO Version und somit Nucleus N8 habe. Aber bei Kanso sollte auch die Mikrofonempfindlichkeit zu regulieren sein. Vielleicht daran versuchen zu regeln und schauen wie dies empfunden wird. In der Anfangszeit kann auch in kürzere Abständen zu veränderungen kommen. Ggf in Kürzere Abständen versuchen wie sich verhält wenn man an Mikrofonempfindlichkeit was ändert und wie sich an Lautstärke verhält. Ansonsten sollte man ruhig nach Zwischentermine zur Anpassung erfragen/einfordern

    Läuft der Antrag für eine stationäre Reha bereits? Wenn dies noch nicht geschehen ist - solltest Du jetzt schon beantragen, da die Wartezeiten in allen Rehazentren ggf. mit längere Wartezeit bzgl. Termin bedenken sollte. Da die AHB-Patienten immer vorgezogen werden, weil dies in der Regel 2 Wochen nach der Anpassung in Reha geschickt werden "müssen"! Normale Reha ist ggf. mit 3-4 (manchmal auch etwas länger) Monaten wartezeiten zu rechnen. Da bei Dir um eine reguläre Reha handelt, kannst Du schon beantragen - sobald genehmigt wird, kannst Du den ungefähren Antrittstermin der Rehaklinik mitteilen - damit Du ggf. um den Dreh rum den Termin bekommst. Rechne mit eine 1-2 wöchige verlängerte Rehawochen ein.

    Hoffe für Dich, dass baldmöglichst tragbarer wird.