Musikprogramm omni mic ohne Sprachfilter - wundervoll

  • Ich habe heute ein Musikprogramm bekommen, "omni mic" Einstellung, keine Sprachfilter, kein Richtungsfilter.

    Es ist wie eine Offenbarung beim Musikhören, es klingt so viel besser und natürlicher und voller und schön. Ich hab richtig Pipi in den Augen, so schön ist es..

    Im Alltag höre ich nun viel mehr Feinheiten. Wie gut ich Gespräche damit verstehen kann, wird sich noch zeigen. Zur Not kann ich immer noch auf Programme mit Sprachhilfe zurückgreifen.

    Med-El Sonnet 3 seit November 2025, bisher einseitig. Anderes Ohr mit minimal Restgehör im Tieftonbereich, kein Hörgerät.

  • Im Alltag höre ich nun viel mehr Feinheiten. Wie gut ich Gespräche damit verstehen kann, wird sich noch zeigen. Zur Not kann ich immer noch auf Programme mit Sprachhilfe zurückgreifen.

    Ist es der gleiche große Unterschied beim Streamen und beim Hören mit Mic? Oder nur bei einem von beiden? Bei welcher Art von Musik ist der Unterschied am stärksten hörbar? Ich selber merke leider nicht so einen krassen Unterschied, aber muss das noch mal genauer testen.

    Hört sich ja so an, als sollte Omni dann besser das Standard-Programm sein und nur in bestimmten Situationen schaltet man in Natural oder Adaptiv, statt umgekehrt?

  • Berichte bitte, wenn du Gespräche getestet hast.

    Heute hatte ich einen Abend zu dritt in ruhiger Umgebung. Ging insgesamt gut, ich mußte aber mehr aufpassen und öfter nachfragen als mit dem Sprachprogramm. In schwieriger Umgebung werde ich wahrscheinlich auf ein Sprachprogramm wechseln.

    Welchen Prozessor hast Du denn? Bist Du beidseitig mit CI versorgt? Oder SSD?

    Das sind immer wichtiger Infos, besser wäre eine Signatur. Geht das hier?

    Ich habe Med-El Sonnet 3 auf dem rechten Ohr. Das linke Ohr hat minimal Restgehör und wird Ende 26 noch ein CI bekommen. (Hörgerät lasse ich links weg, um nur das CI zu trainieren.)

    Steht bei mir auch in der Signatur, oder siehst Du die nicht?

    Ist es der gleiche große Unterschied beim Streamen und beim Hören mit Mic?

    Ja.

    Bei welcher Art von Musik ist der Unterschied am stärksten hörbar?

    Das kann ich so pauschal nicht sagen. Auffallend sind z.B. deutlich bessere Bässe, die kamen bei mir oft nur noch als Knarzen an. Insgesamt klingt alles harmonischer, und ich nehme feine Tonvariationen besser wahr.

    Bei reinen Sinustönen ist über das ganze Spektrum ein deutlicher Unterschied. Im Sprachprogramm wird jeder Ton nach ca. 1/2 Sekunde runtergegelt und verändert. Im Musikprogramm habe ich einen gleichbleibenden Ton.

    Bei diesem Heavy Metal Song ist der Unterschied für mich besonders stark:

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    Im Sprachprogramm konnte ich Musik und Gesang kaum unterscheiden, und der ganze Song war vermurkst und anstrengend, obwohl ich viele andere Lieder (außer Metal noch viele andere Sparten) bereits wieder gut hören bis genießen konnte. Jetzt mit dem Musikprogramm ist der Song gut anzuhören. (Schön fand ich ihn noch nie, auch nicht, als ich noch brauchbar natürlich hören konnte. :) )

    Ein deutlicher Unterschied auch hier:

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    Die Bässe sind sauberer, die Geigen (?) klarer. Bei diesem Lied merke ich aber, es besteht weiter Verbesserungsbedarf. Oder nur Eingewöhnung/Übung?

    Sehr gut klingt klassische Musik, ganz wie ich mich aus meiner Kindeheit erinnere:

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    Hört sich ja so an, als sollte Omni dann besser das Standard-Programm sein und nur in bestimmten Situationen schaltet man in Natural oder Adaptiv, statt umgekehrt?

    So werde ich es handhaben.

    "Omni Mic" ist nur ein Teil der Einstellung. Darüber hinaus habe ich darum gebeten, jede Art von Sprachfilter oder Richtungsfilter abzustellen. Weitere Einstellungen, die in Frage kommen, sind MAPLAW und FS2 vs FS4 vs FS4-p. Was ich da habe, weiß ich jetzt nicht.

    Findet man im Netz nichts zu

    Im englischen Med-El Forum findet man manches:

    https://forum.hearpeers.com/topic/24322-sonnet-3-with-fs4-p/?_fromLogin=1

    https://forum.hearpeers.com/topic/24784-experiences-using-maplaw-500-default-and-maplaw-1000-with-sonnet-3-processors/

    Und auf der Med-El Webseite:

    How Cochlear Implant Recipients Benefit From Intelligent Parallel Stimulation - MED-EL Professionals Blog
    Parallel stimulation enables cochlear implant electrodes to stimulate different places in the cochlea simultaneously without interference.
    blog.medel.pro
    A Guide to Sound-Field Thresholds and Dynamics: Compression in MED-EL’s Cochlear Implant Systems - MED-EL Professionals Blog
    Learn how to perform audiometric testing of aided sound-field threshold levels and how MED-EL CIs provide comfortable loudness perception.
    blog.medel.pro

    Da lese ich mich noch ein.

    Med-El Sonnet 3 seit November 2025, bisher einseitig. Anderes Ohr mit minimal Restgehör im Tieftonbereich, kein Hörgerät.

    Edited 5 times, last by MartinV (January 21, 2026 at 12:56 AM).

  • Kannst Du die Begriffe bitte mal erklären? Ich verstehe leider nix. Bin auch Sonnet 3 Träger :)

    Die drei Bezeichnungen Omni, Natural und Adaptive beziehen sich auf die Mikrofon-Richtcharakteristik – also wie der Prozessor Schall aus seiner Umgebung aufnimmt.

    • Omni nimmt alles gleichmäßig aus allen Richtungen auf. Gut, wenn du nicht nur auf vorne gerichtete Geräusche achten willst.
    • Natural kombiniert omnidirektionale Aufnahme bei tiefen Frequenzen mit einem leichten Fokus nach vorne bei hohen Frequenzen, ähnlich dem natürlichen Ohr. Standard-Modus für Alltagssituationen.
    • Adaptive passt die Richtwirkung dynamisch an: reduziert gezielt Störlärm von hinten/seitlich und betont vorne gerichtete Sprache in wechselnden, komplexen Umgebungen.

    Meistens hat man mindestens ein Programm mit Natural/Adaptiv-Modus, das Störlärm filtert und andere Automatiken verwendet, das man für die Kommunikation im Alltag verwendet, und ein anderes Programm für Musik mit Omni-Modus, bei dem alle Automatiken und Filterungen abgeschaltet sind. Manche verwenden aber auch im Alltag lieber Omni und verzichten auf die Automatiken.

    Siehe auch Kommentar hier.

    Edited once, last by Cito (January 21, 2026 at 10:47 AM).

  • Kannst Du die Begriffe bitte mal erklären? Ich verstehe leider nix. Bin auch Sonnet 3 Träger :)

    Ich bin noch dabei mich einzulesen und verstehe vieles erst halb. Für eine richtige Erklärung muß ich erstmal auf die englischen Links oben verweisen, Viele Einstellungen spielen eine Rolle.

    Diese Tabelle mit Einstellungen gibt zumindest eine Idee: https://forum.hearpeers.com/applications/c…3c7fde88c882e67

    Da stehen aber auch noch nicht alle Einstellungen drin.

    Diese Karte habe ich zu meinen jetzigen Einstellungen bekommen, Programm 2 ist mein Musikprogramm:

    Med-El Sonnet 3 seit November 2025, bisher einseitig. Anderes Ohr mit minimal Restgehör im Tieftonbereich, kein Hörgerät.

    Edited 2 times, last by MartinV (January 21, 2026 at 10:27 AM).

  • Diese Begriffe wurden mir gegenüber nicht verwendet und ich habe absolut keine Ahnung was ich da als Programme definiert bekommen habe.

    Bei mir heißt es Programm 1 bis 4

    Eins ist für alles, ich hatte gebeten ohne Filter

    Das ist mein to go program das ich praktisch nie verlasse.

    Zwei dto nur lauter, falls ich es brauchen sollte, erkenne aber keinen Unterschied und nutze ich nicht

    Drei ist das alte, extrem laut

    Vier ist die Vollautomatik, die ich als sehr angenehm und hilfreich erlebe wenn es sehr laut ist, zB im Restaurant.

    Aber was da konkret wie geregelt wird dazu habe ich keine Info. Würde mich evtl auch überfordern.

  • Was ich am Anfang hatte, weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube, da waren nur zwei Programme, und auf dem dritten war immer eine alte Einstellung, falls ich mit der neuen nicht klargekommen wäre.

    Später, nachdem ich hier im Forum einiges gelesen hatte, wünschte ich mir vom Audiologen folgende Programme:

    Alltag - Automatische Szenenerkennung, gute Balance zwischen Sprache und Umgebung, Richtmikrofone passen sich an.

    Sprache (Restaurant) - Stärkere Richtwirkung nach vorne, mehr Störgeräuschunterdrückung, Fokus auf Sprachverständlichkeit.

    Musik - Keine Filter, breiterer Frequenzbereich, keine Richtwirkung, natürlichere Klangfarben.

    Natur - Wenig Filter, Mikrofone nehmen aus allen Richtungen gleich auf, kein Fokus nach vorne.

    Rechts | Implantation Ende April 2025 | Sonnet 3
    Links | Implantation März 2026 | Sonnet 3

  • Bei mir heißt es Programm 1 bis 4

    Die Audiologen können in ihrer Software pro Patient praktisch beliebig viele Konfigurationen hinterlegen. Vier dieser Konfigurationen (oder weniger) werden dann den Patienten als Programme auf das CI übertragen. Diese Programme auf dem Soundprozessor haben immer die Nummern 1-4, aber man kann ihnen mit AudioKey auch Namen geben (die drei Punkte rechts oben, dann "Programme umbenennen").

    Man sollte immer mindestens ein Programm ohne Filter haben (meist mit Omni) und eins für schwierigere Umgebungen mit Filtern (meist Adaptive oder Natural). Oft wird die alte Konfiguration als weiteres Programm hinterlegt (zum Vergleich und falls man mit dem neuen gar nicht zurecht kommt), und eventuell noch ein Programm mit anderen Einstellungen zum ausprobieren.

    Aber was da konkret wie geregelt wird dazu habe ich keine Info. Würde mich evtl auch überfordern.

    Da sind praktisch alle Einstellungen hinterlegt - die MAP (welche Frequenzen mit welchen Schwellwerten den Elektroden zugeordnet sind), die Mikro-Direktionalität, die verschiedenen aktivierten Filter (bei manchen Filter kann man auch zwischen "schwach" und "stark") wählen, und jede Menge anderer Parameter (wie der MAPLAW-Wert, der die Kompression steuert) und Einstellungen (bis hin zur Lautstärke der Piepstöne).

    Die Anzahl der Möglichkeiten ist in der Tat sehr umfangreich, und manchmal verwirrend. Ist in einem Programm "Adaptive Intelligence" aktiviert, können die Filter und ihre jeweilige Stärke auch automatisch der Umgebung und Situation angepasst werden.

    Was genau eingestellt ist, sehen leider nur die Audiologen, im Zweifel einfach bei der nächsten Anpassung nachfragen.

    Es wäre schön, wenn man die detaillierten Einstellungen irgendwo als Patient auch sehen könnte, oder wenn die Audiologen eine Funkion hätten, um eine detaillierte Übersicht auszudrucken. Aber wahrscheinlich wird das bewusst vermieden, um den Patienten nicht das Gefühl zu geben, dass alles extrem kompliziert ist und dass sie das alles versehen müssen, um das CI nutzen zu können.

  • Cito Hast du dein Audiologe/in Wissen lassen dass du einen Ausdruck von deine aktuelle MAP indem Bezeichnungen mit welche Filter o.a. hinterlegt sind.
    Ich lies mir schonmal MAP geben und sage dies auch, dass Ausdruck von MAP für eigene Akte möchte.

    Bei Cochlear kann man die Programme auch mit 1, 2, 3, 4 belegen aber man kann auch sagen dass anstatt 1 zb. Café stehen soll usf.
    Ob dies bei Medel oder AB die Bezeichnung auch frei bezeichnet werden kann weiß ich nicht. Bei Cochlear ist dies möglich, da mein Freund (trägt ebenso C.) andere Bezeichnungen hat als ich aber dennoch das gleiche meinte.

    Kann mir vorstellen dass mit Bezeichnung welches mit Namen hinterlegt sind dennoch nicht mit zb. andere Medeler vergleichbar sind

  • Hier nochmal meine Einstellung etwas detailierter:

    (Ist das dann meine MAP, in der die Bezeichnungen mit den jeweiligen Filtern usw. hinterlegt sind?)

    1. Alltag

    • Adaptive Intelligence: Natural
    • Richtmikrofon: Adaptive
    • Störgeräuschunterdrückung: Mittel
    • Windunterdrückung: Mittel
    • Empfindlichkeit: 80–100 %

    2. Restaurant / Sprache im Lärm

    • Adaptive Intelligence: Speech
    • Richtmikrofon: Strong Directional
    • Störgeräuschunterdrückung: Hoch
    • Empfindlichkeit: 60–80 %

    3. Musik

    • Adaptive Intelligence: Aus
    • Richtmikrofon: Omni
    • Störgeräuschunterdrückung: Aus
    • Windunterdrückung: Aus
    • Empfindlichkeit: 100 %

    4. Natur / Umgebung

    • Adaptive Intelligence: Natural oder Aus
    • Richtmikrofon: Omni
    • Störgeräuschunterdrückung: Niedrig
    • Windunterdrückung: Hoch
    • Empfindlichkeit: 100 %

    Rechts | Implantation Ende April 2025 | Sonnet 3
    Links | Implantation März 2026 | Sonnet 3

  • Cito Hast du dein Audiologe/in Wissen lassen dass du einen Ausdruck von deine aktuelle MAP indem Bezeichnungen mit welche Filter o.a. hinterlegt sind. Ich lies mir schonmal MAP geben und sage dies auch, dass Ausdruck von MAP für eigene Akte möchte.

    Ja das geht. Aber soweit ich es sehe, müssen die Audiologen dazu Screenshots der relevanten Seiten machen, z.B. die MAP. Andere Parameter sind aber in anderen Menüs auf anderen Seiten versteckt. Besser wäre eine Funktion, die auf Knopfdruck eine kompakte Übersicht mit MAP und alle anderen relevanten Parameter ausgibt, die man dann auf eine oder zwei DIN-A4-Seiten ausdrucken kann. Anscheinend gibt es das nicht.

    Bei Cochlear kann man die Programme auch mit 1, 2, 3, 4 belegen aber man kann auch sagen dass anstatt 1 zb. Café stehen soll usf.
    Ob dies bei Medel oder AB die Bezeichnung auch frei bezeichnet werden kann weiß ich nicht. Bei Cochlear ist dies möglich, da mein Freund (trägt ebenso C.) andere Bezeichnungen hat als ich aber dennoch das gleiche meinte.

    Das funktioniert bei MED-EL genau so. Wie gesagt kann man die Bezeichnungen mit AudioKey ändern - das ist die App, die jeder Benutzer hat.

  • (Ist das dann meine MAP, in der die Bezeichnungen mit den jeweiligen Filtern usw. hinterlegt sind?)

    Die MAP im engeren Sinn ist nur die Zuordnung von T-Level, C-Level und Mittenfrequenz zu jedem einzelnen Elektrodenkanal. Manchmal wird auch die komplette Konfiguration mit den Filtereinstellungen und anderen Parametern als MAP bezeichnet.

    Etwas verwirrend finde ich, dass bei MED-EL mit "Adaptive Intelligence" etwas anderes gemeint ist als die Mikro-Direktionalität "Adaptive".

    Deine Einstellungen finde ich schon ziemlich sinnvoll. Das Problem bei mir ist nur, dass ich meistens vergesse, das Programm bei einer entsprechenden Situation auch vorher zu wechseln, bzw. nachher wieder zurück zu wechseln.

  • Das Problem bei mir ist nur, dass ich meistens vergesse, das Programm bei einer entsprechenden Situation auch vorher zu wechseln, bzw. nachher wieder zurück zu wechseln.

    Kenn ich! Dafür hätte ich gerne (wieder) eine Taste am CI, so wie ich es vom Hörgerät kenne!

    Rechts | Implantation Ende April 2025 | Sonnet 3
    Links | Implantation März 2026 | Sonnet 3

  • Kenn ich! Dafür hätte ich gerne (wieder) eine Taste am CI, so wie ich es vom Hörgerät kenne!

    Du kannst die Sensortaste beim Sonnet 3 mit einer entsprechenden Einstellung auch zum Programmwechseln verwenden. Fand ich aber unpraktisch, weil man es zu leicht aus versehen verstellt und es beim Wechseln immer den gleichen Piepton gibt, so dass unklar ist, in welchem Programm man gerade ist.